Samstag, April 28, 2007

Vom Glück verlassen

Gibt es dieses Wochenende eigentlich irgendeine positive Nachricht, mit der man den heutigen Beitrag beginnen könnte?
Genau genommen könnte man diesen kleinen Funkenschimmer auch den ersten Einsatz von Beginn an für Marc Birkenbach nennen, wenn da nicht die Meldung wäre, dass er den Verein schnellstmöglich verlassen will. Aber wer kann einem ambitionierten Spieler schon verdenken, dass er wechseln will, wenn man ihm keine Chance in der ersten Mannschaft gibt?

Das Spiel gegen Hoffenheim fand in einem spärlich gefüllten Ludwigspark bei brühender Aprilhitze statt. Für diese Jahreszeit war das ein ungewohntes Bild:

'sprenkler' von Carsten_FCS

Die Devise, die vor dem Spiel ausgegeben wurde, musste jedem einleuchten: Der Verein steht dem Abgrund so nahe wie selten zuvor in seiner Vereinsgeschichte, also liegt es an allen, Mannschaft und Fans, das Ruder herumzureissen und den FCS in Sicherheit zu bringen. Während man beim Spiel gegen 1860 II den Abend mit einem bizarren Ritual begann, welches an Spiele im Kindergarten oder (entfernt) an eine Tieropferung erinnerte, machte ein Plakat in der Virage Est die Maxime deutlich:

'Banner' von Carsten_FCS

Immerhin ist das der Beitrag, den ein Fan während der 90 Spielminuten leisten kann. Auf dem Platz standen größtenteils die üblichen Verdächtigen, auch wenn Kapitän Nehrbauer aufgrund seiner fünften Gelben Karte fehlte. Dafür kehrte Mustapha Hadji nach abgesessener Rotsperre zurück und, man höre und staune, Marc Birkenbach spielte von Beginn an. Konsequent, denn in den letzten beiden Spielen leistete sich ein schwacher Peter Eich einige Fehler.
In den ersten Minuten der Begegnung war schon das Gefühl vorhanden, dass der FCS nur mühselig gegen starke Hoffenheimer ankämpfte. Wenn der FCS sich mal Luft verschaffte, wurde sofort gekontert. So setzte Hadji nach einer Viertelstunde Jonathan Jäger mit einem Traumpass in technischer Perfektion in Szene. Dieser hatte nur noch Torwart Haas vor sich, versuchte diesen zu umspielen und wurde dabei regelwidrig von den Beinen geholt. Was als Spielfortsetzung folgte, war klar: Elfmeter!
Die persönliche Strafe für den Torwart war dagegen eine Frage der Regelkunde. Die Gelbe Karte war als Strafe angebracht, da Jäger mit dem Ball vom Tor wegdribbelte und dann laut Regelwerk keine eindeutige Notbremse mehr vorliegt.
Mustapha Hadji trat als etatmäßiger Elfmeterschütze an, nachdem Mahir Saglik in Kassel vom Punkt kläglich scheiterte. Ein knallharter Schuss nach links; der Torwart in der richtigen Ecke; und der FCS ging in Führung. TOR!

'elfmetertor' von Carsten_FCS

In der Folgezeit wirkte der FCS ein wenig befreiter und die Angriffe über Hadji und Jäger liefen herrlich. Man empfand wieder ein wenig mehr Freude, dem FCS dabei zuzusehen, wie er den reichen Hoffenheimern im Aufstiegskampf einen Dämpfer versetzen wollte. Alles schien heute zu gelingen. Bis dann kurz vor Ende der ersten Halbzeit Salihovic den Ball nach einer Flanke von rechts mustergültig aufgelegt bekam. Den Schuss verwandelte er humorlos und unhaltbar im Netz. Mit einem ausgeglichenen Ergebnis und gemischten Gefühlen ging man in die Halbzeitpause.

In der zweiten Halbzeit war die Motivation groß, den FCS zum Sieg anzutreiben. Doch das Bild glich größtenteils der ersten Hälfte: Hoffenheim spielt, Saarbrücken kontert. Und so kam es dann auch zu einem Déjà-vu für Jäger und den Hoffenheimer Torwart Haas. Nach einem langen Ball in die Spitze foulte Haas den Franzosen an der Strafraumgrenze und verhinderte somit eine weitere Großchance. Der Schiedsrichter entschied erneut auf Elfmeter und wurde sofort von aufgebrachten Hoffenheimern umzingelt. Diese pochten darauf, dass nur ein Freistoß zu vergeben sei. Nach kurzer Beratung mit seinem Assistenten änderte der Schiedsrichter dann seine Entscheidung und verteilte zu allem Überfluss keine Karte für Haas. Dieser hätte spätestens jetzt Feierabend machen müssen. Fassungslosigkeit mündete in laut hörbare "Schieber"-Rufe.
Müßig zu erwähnen, dass der anschließende Freistoß übers Tor ging.

Kurze Zeit später verließ ein Großteil der Virage Est ihren angestammten Platz und ging an das die Tore des E-Blocks. Grund hierfür waren die Meinungsverschiedenheiten einiger Stadionverbotler mit dem Ordnungsdienst. Die Situation wurde schnell aber wieder geklärt und die Menschenmasse kehrte zurück auf die Ränge. Schließlich ging es noch um nicht weniger als die Existenz des FCS. In der Schlussviertelstunde waren die konditionellen Schwächen des FCS schon nicht mehr zu übersehen. Nichts ging mehr nach vorne und zehn Minuten vor Ende des Spiels landete eine verunglückte Abwehraktion Assoumanis vor den Füßen von Mesic, welcher Hoffenheim in Führung brachte.

Der Hoffenheimer Anhang war auf einmal akustisch vernehmbar, während sich Mannschaft und Fans des FCS noch einmal für die letzten Spielminuten sammelten. Zwar wurde der Druck noch einmal erhöht, es reichte am Ende aber nicht zum Ausgleich. In der letzten Minute besiegelte Tomislav Maric die erste Heimniederlage des FCS seit dem 2. Spieltag. Während die einen nun in einer Leere zu versinken schienen, verließen die anderen den Ludwigspark.

'verlassen' von Carsten_FCS

Dieses Bild stand für die ganze Saison: die Mannschaft spielt das Stadion leer. Am Ende zeigte sich nur Marc Birkenbach den wenigen verbliebenen Fans, warscheinlich schon als Abschiedsvorstellung, da seine Zukunft wohl bei einem Bundesligisten liegt. Zurück bleibt ein angeschlagener, fast kaputter Verein, verlassen von seinen Talenten, Zuschauern und auch noch vom Glück.

Freitag, April 27, 2007

FCS-Zitat der Woche (4)

Diese Woche beschäftigen wir uns mit der "Abstiegsangst". Diese ist, kurze Pausen mal ausgenommen, seit dem Jahre 2005 Dauergast in Saarbrücken. Nachdem es den FCS schon im letzten Jahr erwischte und auch diese Saison das Damoklesschwert der Oberliga über dem Ludwigspark hängt, ist die Frage nach dem "worst case" berechtigt. Mit dieser Frage wurde Reinhard Klimmt im Interview der Saarbrücker Zeitung konfrontiert, welches am 25.04.07 erschien:

"Damit beschäftige ich mich nicht, sonst könnte ich nicht mehr schlafen. Und ich schlafe noch gut."
-Reinhard Klimmt auf die Frage, was im Falle eines Abstiegs wäre.


Die Aussage Klimmts wirkt auf den ersten Blick sehr phlegmatisch. In seiner Position ist ein derartiger Satz, der die Gefahr des drohenden Abstiegs sinngemäß negiert, eigentlich unangebracht. Schließlich lautet einer der Hauptvorwürfe an die Mannschaft, dass sie nicht mit der richtigen Einstellung in den Abstiegskampf gehen.

Stellt man sich ernsthaft die Frage nach der Aussageabsicht, wird man zum Schluss kommen, dass Klimmt hier einfach nur Selbstbewusstsein demonstieren will, indem er einen offenen und lockeren Umgang mit dem wichtigen Thema "Abstieg" schafft. Einerseits vermitteln Klimmts Antworten den Eindruck von Selbstsicherheit, andererseits ist ihr Aussagegehalt sehr gering.

Dienstag, April 24, 2007

Spurensuche

Der FCS hat wieder einmal den Salat. Nach einer Woche mit einem überzeugenden Heimsieg der gewachsenen Aussicht auf Klassenerhalt ist man wieder im Tal der Tränen angekommen. Die Auswärtsniederlage in Kassel setzt damit eigentlich nur die peinlichen Trends der Saison 2006/07 fort und zeigt, dass der Verein sich zurzeit immer weiter auf die Abstiegszone zubewegt.
Doch dabei verliert man so langsam den Überblick, wenn man sich die zentrale Frage stellt:

Wo liegen die Ursachen?

Zuerst ist natürlich auf dem Platz selbst nach Ursachen zu forschen, schließlich treten hier alle Symptome des kränkelnden FCS auf.

Die Personalpolitik des FCS ist nicht mehr nachzuvollziehen.

Während jungen Spielern (Olivier, Zimmermann, Birkenbach) weitestgehend die Chance genommen wird, sich als Regionalligaakteure zu beweisen, setzt man weiterhin auf Spieler, deren Leistungen seit Wochen stagnieren oder unkonstant sind (Genet, Gebhardt, Haffner). Als Konsequenz wechselten schon einige talentierte Nachwuchskräfte den Verein.
Die Frage nach der Planung für die kommende Spielzeit zu stellen ist dabei müßig: Solange die Spielklasse 2007/08 nicht feststeht, dürfte sich nichts auf dieser Ebene bewegen. So ist man für die kommenden sechs Spiele auch auf die Spieler angewiesen, also ist hier Trainer Didier Philippe gefragt, mit den vorhandenen Zutaten eine schlagfertige Truppe auf die Beine zu stellen.

Der Trainer wirkt machtlos.
Didier Philippe ist nicht der erhoffte Heilsbringer. 19 Punkte aus 15 Spielen haben keine wirklich große Veränderung gebracht. Er muss sich neben der Mitverantworung an Niederlagen auch die Verpflichtung von Deschamps vorwerfen lassen. Deschamps zeigte sich bisher als klassischer Fehleinkauf. Philippes Antworten in Interviews wirken wie Phrasendrescherei aus einem Rhetoriklehrgang für Fußballtrainer und mit der Verpflichtung von Manager Loos steht Philippe als Trainer im Schatten einer weitaus mächtigeren und stärkeren Figur beim FCS. Der Trainer wirkt macht- und ratlos, was die sportliche Zukunft betrifft.

Der Vorstand ist maßgeblich an der derzeitigen Misere beteiligt.

Die Fehlentscheidungen auf sportlicher Ebene sind auch vom Vorstand des FCS zu verantworten. Der Verlust an Glaubwürdigkeit wurde mit der Posse um Michael Henke nur bestärkt. Vom Einräumen eigener Fehler war dabei selten bis nie etwas zu hören. Vielmehr schien man mit dem Spiel gegen den FC Bayern, der Verpflichtung von Loos die eigenen Fehlleistungen kaschieren zu wollen. Im Endeffekt bleibt die sportliche Talfahrt und seitens des Vorstands zeigen sich keine Bemühungen, etwas zu ändern. Trainer Philippe wurde bis Saisonende das Vertrauen ausgesprochen und von öffentlichen Appell an die Mannschaft sieht und hört man nichts, geschweige denn von der Übernahme von Verantwortung.

Fazit:

Um die Symptome zu bekämpfen, muss man direkt an der Mannschaft angreifen. Großartig lässt sich im Abstiegskampf nicht mehr routieren, jedoch darf man keinem Spieler mehr Freibriefe erteilen. Eine andere Möglichkeit wäre ein weiterer Trainerwechsel, welcher vielleicht eine heilsame Wirkung haben könnte, jedoch im Moment nicht sehr realistisch erscheint.
Mit der Vermeidung des Abstiegs wäre zwar das stärkste Symptom bekämpft, die Ursachen liegen jedoch im Vorstand des FCS. Und um die muss man sich auch im Falle des Klassenerhalts weiterhin ernsthafte Gedanken machen.

Donnerstag, April 19, 2007

FCS-Zitat der Woche (3)

Nach langer Suche habe ich auch für diese Woche ein interessantes Zitat gefunden, bei dem es sich lohnt, mal die Lupe auszupacken.

"Mit Wolfgang Loos ist es uns gelungen, einen erfahrenen und renommierten Manager zu verpflichten, der über gute Kontakte verfügt und gezeigt hat, dass er langfristig planen und arbeiten kann."
-Klaus Meiser (Vizepräsident) und Reinhard Klimmt (Aufsichtsratsvorsitzender) zur Neuverpflichtung Loos

Quelle

Was ist an diesem Zitat nun so interessant, dass ich es mir herausgepickt habe?
Ich habe zurzeit keinen Anlass, an den Fähigkeiten von Wolfgang Loos zu zweifeln. Es sieht eher so aus, als habe man einen Mann mit Kompetenz, sportliche und wirtschaftliche Fragen betreffend, verpflichtet. Auch kann ich nichts zu den Kontakten von Wolfgang Loos sagen.
Der interessante Nebensatz des Zitats lautet:
"...dass er langfristig planen und arbeiten kann."

Tatsächlich war Loos acht Jahre Manager von Osnabrück, knapp neun Jahre Geschäftsführer beim 1. FC Köln und fast vier Jahre Manager in Braunschweig. Also gibt es keinen Grund am Wahrheitsgehalt dieser Aussage zu zweifeln.
Jedoch darf man sich einmal vorsichtig die Frage stellen:
Wird auch der Vorstand Wolfgang Loos genug Zeit einräumen?
In Geduld tat man sich in den letzten Jahren in Sachen Sportdirektor/Manager/Trainer/Geschäftsführer nämlich oft schwer.

Mittwoch, April 18, 2007

Herzlichen Glückwunsch FCS!

Herzlichen Glückwunsch!
Happy birthday!
Joyeux anniversaire!

Genau heute vor 104 Jahren wurde die Fußball-Abteilung des TV Malstatt gegründet. Zwar dauerte es noch bis zum 25. November 1945 bis der Verein letztlich den Namen 1. FC Saarbrücken bekam, jedoch kann man den 18. April 1903 als das eigentliche Geburtsdatum der Blau-Schwarzen sehen.

Was würden die Urväter des FCS wohl heute sagen? Wären sie stolz auf die Erfolge oder darauf, dass man sich als bester Verein an der Saar etablieren konnte? Oder wäre man wohl eher traurig aufgrund des langsamen Niedergang dieses traditionsreichen Vereins?

Man wird darauf nie die Antwort erfahren. Wohl wird aber jeder für sich selbst ein Urteil fällen können, was ihm der FCS noch bedeutet. Für die meisten ist der FCS immernoch Grund genug, sich jedes Wochenende die Nerven zerreißen zu lassen und dann am Ende entweder freudestrahlend oder tief bestürzt nach Hause zu gehen. In letzter Zeit vermutlich eher mit versteinerter Miene und resignierender Gestik. Der FCS stand schon lange nicht mehr so nahe am Abgrund wie im Jahre 2007.

Vielleicht ist es sogar symptomatisch, dass nur wenigen überhaupt aufgefallen ist, dass der FCS heute 104 Jahre alt wird. Keine Erwähnung in Presse, Funk und Fernsehen, nicht einmal eine kleine Meldung auf der offiziellen FCS-Homepage hat es zum Geburtstag gegeben. Natürlich ist der 104. Geburtstag kein wirklich aussergewöhnliches Wiegenfest für einen Verein, jedoch wäre ein Hinweis in den Medien, vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen sportlichen, wie vereinsinternen Entwicklungen, angebracht gewesen.
Übrig bleiben die Fans, denen der 18. April mehr als nur ein gewöhnlicher Kalendertag ist. Gerade in Krisenzeiten sind wir als Fans ein wichtiger Teil des Vereins, der den Spielern Mut geben, aber auch immer eine (selbst-)kritische Haltung einnehmen können muss. Schließlich liegt oftmals auch die Zukunft eines Vereins in den Händen seiner treuen Anhänger.

Zurzeit liegt die sportliche Zukunft aber auch in den Füßen der Spieler. Deshalb ist ein Sieg in Kassel von enormer Wichtigkeit, wenn wir auch noch den 105. und 106. Geburtstag unseres FCS feiern wollen.
In diesem Sinne:

Alles Gute FCS und 3 Punkte in Kassel!

Sonntag, April 15, 2007

Jetzt nicht nachlassen!




5:2 ist ein Ergebnis, das man sich auf der Zunge zergehen lassen kann. Nach den jüngsten Heimspielergebnissen drängt sich der Gedanke auf, dass der FCS immer in einem Spiel sein Pulver für die nächsten Wochen verschießt. Auch wenn einem die Statistik in dieser Behauptung zustimmt, muss das nicht zwangsläufig der Fall sein.
Im Spiel gegen 1860 II zeigte sich wiedereinmal das bekannte Schema eines FCS-Heimspiels:
Schwach beginnen, dann den Gegner in der Mitte des Spiels unter Druck setzen, um dann gegen Ende wieder nachzulassen.
Da ist es erforderlich, dass der FCS in "seinen" Minuten eine beruhigende Führung aufbaut, um den konditionellen Einbrüchen gegen Ende des Spiels zu trotzen.
Viele Zuschauer waren trotz des hohen Sieges nicht von der Leistung der Mannschaft überzeugt und behaupteten, dass der Sieg nur aufgrund der desolaten Leistung der Münchner Löwen möglich war.
Die Wahrheit sieht so aus, dass ein FCS auch gegen solche Gegner gewinnen muss. Dass die ersten drei Tore nach Standartsituationen fielen sehe ich hierbei nicht allzu kritisch. Ich bin eher froh über die Tatsache, DASS einmal die Standartsituationen erfolgreich waren. Diese strahlten in letzter Zeit nämlich keinerlei Gefahr auf das gegnerische Tor aus.
Das Wichtigste: Jetzt nicht nachlassen!
Der Klassenerhalt ist noch nicht geschafft und sieben Endspiele warten noch auf den FCS.
Für den Klassenerhalt wäre es wichtig, dringend die Auswärtsbilanz aufzubessern. Hessen Kassel könnte dabei behilflich sein, da der FCS in Kassel auf eine der schwächsten Heimmannschaften der Ligen treffen wird. Wenn der FCS seine Schlüsselspieler Saglik und Jäger richtig einzusetzen weiß, stehen die Chancen auf den zweiten Auswärtssieg nicht allzu schlecht.
Jetzt nicht nachlassen!
Das gilt vor allem für Spieler, die gegen 1860 II endlich mal wieder positiv aufgefallen sind. Herausheben will ich dabei neben den Stürmern Jäger und Saglik auch Mansour Assoumani, der endlich einmal seine Größe bei einer Standartsituation nutzen konnte und Thorsten Nehrbauer, der zwar unauffällig, aber deutlich ballsicherer als zuletzt agierte. Mike Frantz konnte seine Mühen der letzten Wochen auch endlich mit einem Tor krönen. In ihm sehe ich einiges an Potenzial für die Zukunft.
Jetzt nicht nachlassen!
Das gilt nicht zuletzt natürlich auch für uns selbst, für uns als Fans des FCS. Selten zuvor hat die Mannschaft unsere Unterstützung so gebraucht wie in diesen Wochen. Trotzdem darf man auch in den schlechten Zeiten nicht vergessen, wie der Verein dort hingekommen ist, wo er gerade steht. Damit will ich sagen, dass Zeiten wie diese keinesfalls blinde Hörigkeit gegenüber dem Vorstand erfordern. Die Angst vor einem Abstieg darf nicht den kritischen Blick auf die Dinge rund um den FCS vernebeln. Würde dies geschehen, könnte man Kritikern an dieser Aktion nichts entgegnen. (Randbemerkung: Ich unterstütze die Aktion, finde aber, dass die Aktion vor Spielbeginn für Außenstehende lächerlich ausgesehen haben muss.)

Jetzt nicht nachlassen, damit wir auch nächste Saison noch in der dritten Liga unserem FCS zujubeln können!

Freitag, April 13, 2007

Geschwätz üwwer de Eff-Zeh Folge 13


Link: sevenload.com

Die lange Videopause im FCSBlog ist beendet! Nach der Zeit der Unkreativität gibt es endlich neues Material. Ich war beim Training des FCS vor dem wichtigen Spiel gegen 1860 II und habe bei dieser Gelegenheit auch den Offenen Brief an die Mannschaft direkt an Thorsten Nehrbauer weitergegeben. Aber schaut es euch selbst an!

PS: Ich bitte um ein wenig Nachsicht, da meine Stimme wegen Husten etc. ein wenig angeschlagen ist. ;-)

Mittwoch, April 11, 2007

FCS-Zitat der Woche (2)

Das neue Zitat der Woche behandelt die "Wahrsagerei". Kein geringerer als Didier Philippe betätigte sich vor dem Spiel in Wehen als Hobby-Nostradamus und legte das Schicksal seiner Mannschaft in die Hände (oder vielmehr die Füße) Stephan Klings:

"Mit ihm haben wir in dieser Saison noch kein Auswärtsspiel verloren. Ich hoffe, dass dies ein gutes Omen sein wird."
-Didier Philippe (auf der Pressekonferzenz vor dem Spiel in Wehen)


Tatsächlich irrte sich Philippe jedoch mit seiner Behauptung: Stephan Kling stand auch für 28 Minuten bei der 1:3-Niederlage in München (1860 II) auf dem Platz. Danach wurde er, wie so oft, verletzt ausgewechselt. Und eben jene Löwen sind der nächste Gegner im Ludwigspark, wenn es zum wichtigen Abstiegsduell für den FCS kommt.
Ein weiteres Omen?

Sonntag, April 08, 2007

Offener Brief an die Mannschaft

Liebe Spieler des 1. FC Saarbrücken,

Ihr seid in diesem Augenblick nur zwei Tore von einem Abstiegsplatz entfernt!

Damit steht ihr kurz davor euren jetzigen Arbeitgeber für Jahrzehnte in der Versenkung verschwinden zu lassen. Einige von Euch durften ja noch miterleben, wie man den 1. FC Köln um Lukas Podolski mit 2:0 nach Hause schickte und andere Topmannschaften düpierte. In diesen Tagen konnte man noch mit Stolz von sich sagen, dass man ein Anhänger des FCS ist und der Verein selbst war ohne Zweifel DAS sportliche Aushängeschild des Saarlandes.
Weniger als ein Jahr nach dem Abstieg sieht die Welt wieder einmal so aus, dass der FCS nur noch eine Lachnummer ist. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott bekanntlich nicht zu sorgen! Deshalb ist es für jeden FCS-Fan umso bitterer, dass die Medien bereits jetzt die SV Elversberg zur neuen Nr. 1 des Saarlandes gekürt haben. Die derzeitige Tabelle stützt dabei diese Meinung.

Ich will euch einmal vor Augen führen, was ein Abstieg für den FCS bedeuten würde:
Wenn der FCS in dieser Saison absteigt, wird er 2007/2008 in der Oberliga Südwest antreten. Dummerweise wird in dieser Saison die Qualifikation zur neuen dreigleisigen Regionalliga stattfinden. Sprich: Wer sich nicht für die neue Regionalliga qualifiziert, welche die vierthöchste Spielklasse Deutschlands sein wird, muss in der Oberliga bleiben, welche dann vom Profifußball genauso weit entfernt ist, wie derzeit die Verbandsliga.
Der FCS könnte also innerhalb kürzester Zeit um zwei Spielklassen nach unten rutschen.
Fraglich, ob der Verein dann noch weiterexistieren kann, geschweige denn einer von Euch noch hier spielt!

Wollt ihr einen Traditionsverein ruinieren?
Wollt ihr euch auf diese Weise in der Vereinsgeschichte verewigen?


Ich will euch keine bösen Absichten unterstellen. Es ist ledeglich beschämend mitanzusehen, wie euer teilweise überhebliches Auftreten zu Saisonbeginn zu vermeidbaren Niederlagen und ärgerlichen Unentschieden und letztlich zur akuten Abstiegsgefahr geführt hat. Dabei hieß das Ziel doch lange Zeit "Platz 3" und zwischenzeitliche Erfolge haben immer wieder die Hoffnung auf bessere Zeiten aufkommen lassen. Ihr habt gezeigt, dass ihr zu mehr fähig seid, als dem, was der Tabellenplatz aussagt.

Wo liegen die Gründe für die schlechten Leistungen, die ihr abliefert?
Sind es wirklich irgendwelche Fanproteste, die Unruhe in die Mannschaft tragen?
Ist es wirklich das unruhige Umfeld in Saarbrücken?

Ich glaube eher, dass das nur billige Ausreden sind! Auf dem Platz steht niemand vom Vorstand und auch kein Fan.
Die aktuelle sportliche Misere habt einzig und allein IHR zu verantworten!

Wenn ihr in den kommenden Spielen auf den Platz geht, dann denkt daran, das ihr alleine über die Zukunft des Vereins bestimmt!
Falls ihr schon auf der Suche nach einem neuen Verein seid, dann reißt euch wenigstens zusammen und spielt füreinander, nicht egoistisch! Wer nur auf seinen eigenen Vorteil aus ist, wird auch bei anderen Vereinen nicht zwangsläufig eine große Rolle spielen!
Falls ihr doch ein klein wenig an diesem Verein mit eurem Herzen hängt, dann sorgt gemeinsam dafür, dass der Verein eine Zukunft hat, auf der sich etwas aufbauen lässt!
Und noch eine ganz große Bitte von mir:
Begreift doch endlich, dass es letztlich dem Verein schadet, wenn ihr in der Erfolgslosigkeit noch mit Unsportlichkeiten wie Meckereien beginnt!

Noch ist der FCS zu retten!
Der erste Schritt muss von euch getan werden! Wenn ihr gegen 1860 München II mit der Einstellung ins Spiel geht, gemeinsam etwas für das Land, uns Fans und für euch selbst zu leisten, habt ihr die Grundvoraussetzungen begriffen. Eure Aufgabe ist es, dies erfolgreich umzusetzen.
Die Zeit der Ausreden ist vorbei, jetzt sind Taten gefragt!

Freitag, April 06, 2007

Der Halberg ruft!

Der FCS muss sich morgen wohl zum vorerst letzten Mal auf dem Halberg beweisen. Nein, ich rede nicht vom Saarländischen Rundfunk oder der Arena am Samstag, sondern von der derzeitigen Spielstätte des SV Wehen 1926 - Taunusstein e.V.. Was ist daran so interessant, dass ich es an dieser Stelle kurz erwähne? Es ist weniger der Gedanke, dass das Stadion am Halberg dem Anhänger eines (heruntergekommenen) Traditionsvereins wie ein besserer Sportplatz erscheint, sondern vielmehr die Tatsache, dass selbst der SV Wehen in absehbarer Zeit die Kommerzialisierung des Fußballs am eigenen Leib zu spüren bekommt.

Der Gegner:
Der baldige Zweitligist hat nämlich das Problem, dass sein Stadion im Profifußball nicht mehr den Anforderungen der DFL genügen wird. Anstelle einer Lösung auf dem Halberg gab es in Wehen eine Ausgliederung der Herrenfußballabteilung, welche in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt wurde. Diese Option hat bei jedem Verein zur Folge, dass die Mitglieder praktisch keinen Einfluss mehr auf das, was mal Teil ihres Vereins war, haben. Nun war der Weg für die Pläne geebnet, die den SV Wehen in die Landeshauptstadt von Hessen, Wiesbaden, umsiedeln wollen. Wenn es um einen aufstrebenden Verein im deutschen Fußball geht, macht der sich nach Meinung von Politik, Presse und Wirtschaft nämlich in einer Landeshauptstadt stets besser als in der Provinz. An erster Stelle steht dabei für die nächsten beiden Spielzeiten der Umzug an die Berliner Straße in Wiesbaden. Der alte Vereinsname muss der neuen Bezeichnung "SV Wehen-Wiesbaden 1926 e.V." weichen. Auch wenn die einen es eher amüsant finden werden, zeigt die Auflösung eines Wehener Fanclubs konsequentes Handeln. Vielmehr zeigen solche Entwicklungen, dass die Kommerzialisierung des Fußballs vor niemandem Halt macht und jeden seiner Tradition berauben kann.

Die derzeitige Lage:
Für den FCS steht der zwölfte Versuch an, den zweiten Auswärtssieg der Saison einzufahren, während man auf die heimstärkste Mannschaft der Liga trifft. Ein Auswärtssieg käme also schon einer kleinen Sensation gleich, da wohl niemand den FCS auf der Rechnung hat. Tatsächlich sind die Vorraussetzungen in Wehen auch alles andere als optimal. Mit Mustapha Hadji fehlt der Spielgestalter und mit dem Duo Jäger/Saglik sind die beiden besten Torschützen angeschlagen. Jedoch konnte man in den letzten Auswärtsspielen auch feststellen, dass von ihnen keinerlei Gefahr für das gegnerische Tor ausging.
In der Hinterhand hat der FCS noch Deschamps, der bisher wie ein typischer Fehleinkauf auftrat, Frantz, der sich als Flügelflitzer für die Startelf empfahl und natürlich Taifour Diane. Der Altmeister scheint seinen Rhytmus gefunden zu haben und traf in der Rückrunde schon dreimal ins Netz. Man sieht ihm zwar an, dass er seinem Alter und zahlreichen Verletzungen bereits Tribut zollen musste, jedoch ist er als Mittelstürmer immer genau da, wo man ihn braucht. Die Zeit von Tai ist eben noch lange nicht vorbei!
Sorgenkind ist weiterhin das Mittelfeld, dass zuletzt mit Nehrbauer als zentralem Spieler Probleme hatte, einen ordentlichen Spielaufbau zu leisten. Diese Last muss also umso mehr von den Flügelspielern getragen werden. Hier sollte man vor allem die rechte Seite im Auge behalten, da mit Frantz und Samb zwei junge und vor allem schnelle Flügelläufer zur Verfügung stehen.
Auch die Abwehr sah zuletzt selten gut aus, was wohl am Ausfall von Manuel Hornig liegt. Seine Rückkehr würde der Viererkette wieder einiges an Stabilität verleihen.

Die Prognose:
Der zuletzt angeschlagene FCS wird in Wehen einen überraschenden 2:1-Sieg einfahren.
Es mag sich vielleicht nach billiger Fußballrhetorik anhören, aber der FCS kommt immer dann zurück, wenn ihn keiner erwartet. In der Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, dass der FCS in Zeiten zunehmender Unruhe einen kurzfristigen Befreiungsschlag landen kann (2:1 in Burghausen, 5:1 gegen Dresden, 1:0 gegen Mainz). Dass der Effekt an sich in der Nachhaltigkeit oft schwankt, ist zweitrangig, da dringend eine Grundlage zum Klassenerhalt von Nöten ist. Ein Sieg beim Tabellenführer würde auch der Konkurrenz zeigen, dass man nicht als Verlierer aus dem Abstiegskampf gehen will. Hinzu kommt, dass der SV Wehen selbst schwächelt und zwei Spiele in Folge verloren hat. Hier könnte sich ein Dämpfer für den Aufstiegskandidaten anbahnen.
Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, aber auch sie muss ersteinmal am Leben erhalten werden! Dies kann im Falle des FCS nur ein zweiter Auswärtssieg sein.

Nachtrag 17:40 Uhr:

Laut fc-saarbruecken.de ist nicht nur der Einsatz von Jonathan Jäger, sondern auch der von Taifour Diane gefährdet. Damit könnte es bei einer Dreierangriffskette morgen auf die Konstellation Saglik, Deschamps und Frantz hinauslaufen.

Donnerstag, April 05, 2007

FCS-Zitat der Woche (1)

In dieser neuen Rubrik stelle ich einmal pro Woche ein aktuelles Zitat mit Bezug auf unseren FCS vor. An der Idee zu dieser Reihe fand ich es besonders reizvoll zu sehen, wie sehr man Worte über den FCS auf die Goldwaage legen kann.

Das erste Zitat fand sich in der Saarbrücker Zeitung vom 31.03.07 und betrifft das Thema "Spaßfußball".

"Die sehe ich bei einem Verein, bei dem ich wieder Spaß am Fußball finde."
-Marco Laping (auf die Frage, wo er seine fußballerische Zukunft sehe)


Das Zitat mag vielleicht ein wenig an den geächteten Andreas Haas erinnern, trifft im Moment aber voll und ganz zu. Der FCS muss wieder zum Inbegriff für "Spaßfußball" werden!

Montag, April 02, 2007

Die Bengalo-Aktion

Nachdem ich wieder von meiner Berlinreise zurückgekehrt bin, habe ich mir überlegt, als Wiedereinstieg in die Diskussion zum FCS noch einmal die sog. "Bengalo-Aktion" vom letzten Heimspiel aufzugreifen. Warum eigentlich gerade dieses Thema? Die letzten Tage haben gezeigt, dass dieses Thema weiterhin polarisiert. Da die differenzierten Meinungen zur Bengalo-Aktion in der Unterzahl sind und man sich nur selten mit den Umständen auseinandersetzt, ist es an der Zeit, die Sache mal etwas näher unter die Lupe zu nehmen.



Was ist passiert?
Beim Stande von 3:2 (für den FCS!) warfen einige D-Blockler bengalische Lichter auf den Platz und zündeten eine Rauchbombe. Das Spiel wurde für einige Minuten vom Schiedsrichter unterbrochen und die Feuerwerkskörper vom Ordnungsdienst entfernt. Fast das gesamte Stadion skandierte indessen "D-Block raus!" . Nach wenigen Minuten war das Spektakel dann beendet und die Mannschaft verschenkte, sichtlich von den vorherigen Ereignissen verunsichert, zwei Punkte.

Unmittelbar nach dem Spielende gab es schon die ersten Diskussionen über die Bengalo-Aktion. Vieles bewegte sich hierbei auf Stammtischniveau und machte keinen Halt davor, alle aktiven Fans zu pauschalisieren. So haben direkt einige Leute die "Vorstand raus!"-Rufer des E-Blocks mit den Bengalowerfern aus dem D-Block gleichgesetzt. Überflüssig zu sagen, dass es sich hierbei meist um Leute handelte, die einerseits noch vom späten Ausgleich frustriert waren, andererseits keine aktiven Fanblockgänger sind. In gewisser Weise war die Grundaussage also nicht anders als die Forderung eines Fernsehmoderators im SR, ein Stadionverbot für "Vorstand raus!"-Rufer auszusprechen.

Im Internet wurde die Diskussion dann übernommen und herauskamen drei Denkrichtungen:
A: Die Bengalo-Aktion ist ausnahmslos zu verurteilen.
B: Die Bengalo-Aktion war gut!
C: Die Bengalo-Aktion war gut gemeint, kam aber zum falschen Zeitpunkt.


Die Vertreter der Richtung A sind zahlenmäßig sehr gut vertreten, wobei sich nur wenige dazu durchringen, auch wirkliche Argumente zu bringen. Gruppe B hingegen fehlen die (überzeugenden) Argumente auf ganzer Linie, sodass Begründungen wie "Verabschiedung des Vorsängers" oder "Protest" sehr fadenscheinig wirken. Sehr bemerkenswert ist Gruppe C, die behauptet, dass die Bengaloaktion einen guten Effekt gehabt hätte, wenn der FCS zu diesem Zeitpunkt nicht geführt hätte. Gerade dieser Ansatz erscheint erschreckenderweise einigen Leuten plausibel.

Mir ist bei dieser Diskussion eines klar: Man kann sie nicht emotionslos führen. Trotzdem will ich noch einmal meine Meinung differenziert darstellen.
Das Werfen von Bengalos auf einen Fußballplatz hat mit Fankultur und einem geordneten Protest gegen die Vereinsführung nichts gemeinsam. Wirksamer Protest hat sich bisher selten bis nie durch Gewalt und Sachbeschädigung ausgezeichnet. Die Bengalo-Aktion hat nur dazu geführt, dass das ohnehin schlechte Image des Vereins nun von den Medien auf die Fanszene ausgeweitet werden kann. Im schlimmsten Fall bedeutet das, dass man den Fans in Zukunft ihr blau-schwarzes Herz, ihre Ideale, ihre Unterstützung des Vereins und am Ende gar ihre Existenzberechtigung absprechen wird.
Bevor mit solchen Aktionen Fankultur ad absurdum geführt wird und jeder Fan seine Glaubwürdigkeit verliert, müssen wir uns alle in Zukunft überlegen, welchen Weg wir konsequent einschlagen. Ich persönlich halte nur friedliche und durchdachte Protestaktionen für angebracht und wirksam.

Zum Schluss: Wer sich lieber zu unreflektierten Pauschalisierungen wie "D-Block raus!" hinreißen lässt, anstatt sich mal ernsthaft Gedanken über die Zukunft des FCS zu machen, schadet damit dem Verein genauso wie Leute, die Feuerwerkskörper auf den Platz werfen!

Montag, März 26, 2007

Was Carsten denkt (4)

Beitrag Nr. 131 im FCSBlog steht wieder unter dem Motto "Was Carsten denkt".

Beginnen wir mal einfach mit einigen Gedanken zum gestrigen Spiel: Das war der pure Frust! Wie kann man eine 2:0-Führung innerhalb von fünf Minuten verspielen und sich dann nochmal in der Nachspielzeit den Sieg nehmen lassen?
Die Fans hierfür als Erklärung zu nennen, wäre doch zu billig. Tatsächlich hat die Mannschaft gestern nach dem Pfeifkonzert zu Beginn Moral bewiesen und gegen den Tabellenvierten ein ordentliches Spiel abgeliefert. Dass der Sieg allein an individuellen Fehlern flöten gegangen ist, wäre dabei ebenfalls eine naive Aussage. Die Probleme, die man sehen konnte, sind genau diesselben, wie sie schon seit mehreren Spieltagen bestehen:
-eine unstabile Innenverteidigung (Hoffentlich kehrt Hornig bald zurück)
-eine nichtvorhandene Außenverteidigung
-Nehrbauer kann kein Spiel gestalten (Sympathie ist eben nicht alles!)

Von größerer Bedeutung als das Spielergebnis scheint mittlerweile die Pyroshow des D-Blocks zu sein. Als ich heute zum Deutschunterricht kam, war diese Aktion das Erste, worauf ich angesprochen wurde. Klar, ich freu mich ja schon auf den FCS angesprochen zu werden, aber diese Aktion war wohl für jeden halbwegs normalen FCS-Fan peinlich. Leider gab es ja in letzter Zeit nicht allzu viele Positives über den FCS zu erzählen. Eine Frage, die dabei gefallen ist, dreht sich darum, wie so viele Feuerwerkskörper unbemerkt in den D-Block gelangen konnten. Die Antwort ist relativ simpel: Entweder war die Pyrotechnik zu gut versteckt oder der Ordnungsdienst hat nicht genug aufgepasst. Die Wahrheit dürfte wohl irgendwo in der Mitte liegen. Die Aktion ist auf alle Fälle zu verurteilen und hat weder was mit Fußball, noch mit Fankultur oder einem geordneten Protest am Hut.
Eine Frage bleibt jedoch offen: Wieso haben sich mehr Leute an den "D-Block raus!"-Rufen als an den "Vorstand raus!"-Rufen beteiligt?
Mittlerweile scheinen die Geschehnisse auch so langsam von offizieller Seite aus aufgearbeitet zu werden. Auf ludwigspark.de erschien heute u.a. eine umfassende Stellungnahme von Günter Gerhard, der überraschenderweise sogar die Protestlinie der Virage Est in ihrer Klarheit lobt.

In letzter Zeit habe ich aus privaten Gründen, hauptsächlich Schule, nicht so häufig Bloggen können. Nun kündige ich dieses Mal offiziell die nächste längere Pause im FCSBlog an:

BERLIN, BERLIN, WIR FAHREN NACH BERLIN!

Von Dienstag bis Samstag werde ich unsere Bundeshauptstadt besuchen. Anlass dafür ist eine Lehrfahrt mit Besuch des deutschen Bundestages (Ich kann jedem Abituranwärter den Politik-LK nur empfehlen!) und weiteren Sehenswürdigkeiten. Vielleicht wäre das ja die passende Gelegenheit, Christian Stuff zurück zu seiner alten Wirkungsstätte zu lotsen. Einen Innenverteidiger wie ihn könnten wir gut gebrauchen ;-)
Während meiner Abwesenheit wird, wie schon einmal praktiziert, die Kommentarfunktion in den moderierten Modus geschaltet. Ich wünsche bis dahin noch eine angenehme und vor allem winterfreie Woche!

Glück auf

Carsten

Sonntag, März 25, 2007

Ein weiterer Tiefpunkt

Für das Spiel gegen die Stuttgarter Kickers kommt einem nur ein Wort in den Sinn:
Tiefpunkt!

Das Spiel begann in einer protestwilligen Atmosphäre. Nach den letzten Misserfolgen und der steigenden Wut in Reihen der Fans, zeigten sowohl Virage Est, als auch der D-Block, was man von den letzten Ergebnissen hielt.



Neben diesen harten Worten wurde die eigene Mannschaft auch mit Pfiffen bedacht. Dieses Bild war erstaunlich, da der oft als unkritisch bezeichnete D-Block sich von der ersten Minute an von seiner anderen Seite zeigte und auf Liebesentzug setzte. "Vorstand raus!"-Rufe, welche heute vor allem im E-Block zu hören waren, waren wohl das einzige, was man seitens des D-Block vernehmen konnte. Danach begab man sich in einen Sitzstreik. In der Virage Est wurde dagegen abwechselnd die Mannschaft angefeuert und der Vorstand aus dem Amt gefordert. Vor Spielbeginn spielte man ironisch auf die selbstgesteckten Saisonziele des Vorstands an und verkündete per Banner: "Jeder hat es erkannt, Platz 3 fest in unsrer Hand" Das Spiel schien in dieser ungewohnten Stimmung fast unterzugehen, da in den ersten 20 Minuten weder vom FCS, noch von den Kickers nennenswerte Aktionen zu bestaunen waren. Dann war es jedoch überraschenderweise Taifour Diane, der nach 1,5 Jahren endlich wieder im Ludwigspark traf. Diane erwieß sich als guter Griff im Dreierangriff, der mit Jäger auf dem linken Flügel, Saglik rechts und Tai als Mittelstürmer gekonnt besetzt war. Sieben Minuten später war dann Mahir Saglik zum ersten Mal nach seiner Sperre wieder erfolgreich und der FCS führte gegen erschreckend schwache Stuttgarter mit 2:0.

Es hätte eigentlich ein perfekter Sonntag werden können. Erste Zweifel kamen jedoch schon beim Anschlusstreffer der Stuttgarter auf, da die Abwehr hierbei nicht sonderlich gut aussah. Als dann auch noch der Schiedsrichter auf den Punkt zeigte, kam wieder die alte Gewissheit, dass der FCS nur schwer eine Führung halten kann. Mit den schlimmsten Befürchtungen ging es Richtung 2. Halbzeit.
Nach dem Seitenwechsel verflachte das Spiel wieder zurück in den Zustand der ersten 20 Minuten. Weder konnte man die Heimstärke des FCS, noch die Ambitionen der Stuttgarter Kickers erkennen. Irgendwann gelang es dem FCS dann wieder, die Oberhand zu gewinnen und Jonathan Jäger lief fast unbedrängt auf das Stuttgarter Tor zu. Auf einmal wuchs wieder die Hoffnung und Jäger sah auch den gut postierten Taifour Diane, der den Ball in der Manier eines klassischen Mittelstürmers über die Linie beförderte. Ekstatischer Jubel zog durch den Ludwigspark, da man endlich wieder einmal ansehnlichen Fußball bestaunen konnte und der FCS in der Folgezeit auch weiter nach vorne drängte.
Einige Minuten später folgte der Tiefpunkt des Spiels: Aus dem D-Block flogen bengalische Lichter auf das Spielfeld.



Während sich die Werfer selbst feierten und noch eine Rauchbombe zündeten, stand nun das Spiel auf der Kippe. Der Schiedsrichter handelte einsichtig und unterbrach das Spiel für einige Minuten, um den Platz vom Feuerwerk zu befreien. Selbst Spieler wie Mike Frantz beteiligten sich an der "Platzsäuberung".



Diese dumme Gefährdung für Spieler, Ordner und auch das Spielergebnis nahmen Zuschauer auf allen Tribünen zum Anlass, den D-Block zu verurteilen. In einer sagenhaften Lautstärke skandierte man "D-Block raus!". Selbst Außenstehenden dürfte nun bewusst sein, wie tief die Risse in der Saarbrücker Fanszene sind. So sangen auch einige D-Blockler in Richtung der Pyromanen: "Wir sind Saarbrücker und ihr nicht!"

Nachdem die Feuerwerkskörper beseitigt waren und der Platz deutliche Brandflecken aufwies, ließ der Schiedsrichter die Partie fortsetzen. In der Folgezeit wirkte der FCS wieder nervös und verunsichert und kassierte in der Nachspielzeit den unnötigen 3:3-Ausgleich. Es ist müßig zu diskutieren, inwiefern die Spielunterbrechung das Ergebnis beeinflusst hat. Fakt ist, dass der Punktverlust zumindest in Teilen auf das Konto der Pyromanen im D-Block geht.

So sind wieder 90 Minuten im Ludwigspark Geschichte: Statt drei wichtigen Punkten bleibt nur ein magerer Punkt und wieder einmal haben FCS-Fans den Medien und dem Vorstand einen Vorwand gegeben, die Situation in Saarbrücken unverändert zu lassen. Friedliche und durchdachte Protestaktionen, wie sie seitens der Virage Est durchgeführt wurden, sollten dabei doch die eigentliche Beachtung der Masse finden. Stattdessen darf man sich nun nicht mehr wundern, wenn sich in den Köpfen der "normalen Zuschauer" nun das Bild des randalierenden Fans, der seinem Verein nur schaden will, manifestiert.

Letzte Hoffnung: Ludwigspark

In letzter Zeit wird immer wieder die angebliche Unkonstanz des FCS in den Fokus der Kritik gerückt. Warum spielt man an einem Wochenende so, als wäre man der größte Aufstiegsaspirant der Liga, und am nächsten Wochenende so, dass man nicht den Unterschied zu einem Verbandsligisten erkennt?
Tatsächlich ist der FCS wohl die Mannschaft mit der meisten Konstanz in der gesamten Regionalliga Süd. Keine andere Mannschaft verbreitet auswärts so viel Angst und Schrecken bei den eigenen Fans wie der 1. FC Saarbrücken und ist dabei zuhause eine Macht. Bisher konnte nur Darmstadt drei Punkte aus dem Ludwigspark entführen. Diese ausgezeichnete Heimbilanz täuscht wohl niemanden über die bisherige Saison hinweg, ist aber der letzte Rettungsanker. Bei den fünf noch ausstehenden Heimspielen stehen 15 Punkte auf dem Spiel, d.h. der FCS kann mit seinen Heimspielen den Klassenerhalt sichern. Von den utopischen Vorgaben seitens des Vorstands sollte man sich dagegen verabschieden.

Heute gegen Stuttgart wird ein Mann besonders fehlen: Mustapha Hadji
Man mag ihn einen Schönspieler nennen oder ihn aus irgendwelchen anderen Gründen kritisieren, aber eines hat Hadji in Pirmasens gezeigt, was seine Kollegen vermissen lassen: Kampfgeist! Leider hat der gute Mustapha gegen Ende des Spiels zu viel Einsatz gezeigt und darf dafür die nächsten vier Spiele auf der Tribüne verfolgen. Mit ihm verliert der FCS seine Kreativabteilung und muss sich gegen die Stukis eine neue Strategie überlegen. Mit Taifour Diane rückt nämlich ein Mittelstürmer ins Aufgebot, der wohl kaum die Aufgaben Hadjis auf dem Platz übernehmen kann. Möglicherweise wird Philippe auf ein 4-3-3-System umstellen, da neben Diane auch der, in Pirmasens blass gebliebene, Mike Frantz in der Startformation sein wird. Vermutlich muss damit einer der beiden besten Toschützen, Jäger oder Saglik, weichen und auch der Neuzugang Deschamps wird wohl nach seinen schlechten Leistungen sich auf der Bank wiederfinden.

Gegen die starken Stuttgarter Kickers gibt es aber wohl nur eine letzte Hoffnung:
Im Ludwigspark hat der FCS das Fußballspielen (noch) nicht verlernt!

Weiterführende Links:
-Philippe verweist auf gute Heimbilanz (FCS-HP)
-Statistiken zum FCS (Fussballdaten.de)

Samstag, März 17, 2007

Die Auswärtsserie hält

Wer mit dem FCS eine Reise in die Stadien der Regionalliga Süd antreten will, muss immer auf das Schlimmste gefasst sein. Schließlich hat man seit dem 1. Spieltag keinen Dreier mehr mit nach Hause gebracht. Trotzdem waren die Erwartungen vor dem Spiel in Pirmasens etwas höher als sonst, da man in der Vorwoche endlich mal wieder Fußball im Ludwigspark zelebrierte und nicht nur einen armen Ball 90 Min. durch die Gegend drosch. Außerdem liegt Pirmasens ja garnicht so weit weg und bei entsprechender Reiselust der FCS-Fanszene konnte man auch eine gewisse Heimspielatmosphäre erwarten.

Nach einer anstrengen Woche habe ich dann auch einige Hoffnungen in die Hände dieses Vereins gelegt und mich auf die Reise nach Pirmasens gemacht. Als Transportmittel wurde die Bahn auserkoren. Die erste Überraschung am Saarbrücker HBF war, dass wohl nur wenige Leute dem Internetaufruf, den Zug um 12.08 Uhr zu nehmen, gefolgt sind, der Großteil der Zugfahrer nahm wohl einen Früheren. Durch ländliche Gegenden mit klangvollen Namen wie Contwig oder Thaleischweiler-Fröschen fuhr man Richtung Pirmasens. Im Zug selbst begannen die ersten Rituale vor einem Spiel wie das "Einsingen" und es wurde sich untereinander ausgetauscht. Während die einen sich auf nicht jugendfreie Heftchen oder Boulevard-Zeitungen stürzten, unterhielten sich die anderen. Irgendwie muss man ja die Zeit totschlagen.

Am Pirmasenser Bahnhof erlebte man zum ersten Mal bewusst, dass für das Spiel eine besondere Alarmstufe ausgerufen wurde: Ein hohes Aufgebot an Polizisten erwartete uns. Sofort ging es weiter zu den Sonderbussen, welche uns den langen Fußweg zum Stadion ersparen. Immerhin hat ein solches "Risikospiel" auch seine Vorteile. Nach kurzer Fahrt war der "Sportpark Husterhöhe" erreicht.



Unter strenger Beobachtung der Polizei gingen wir Richtung Gästeblock. Vor dem Kassenhäuschen machte sich eine riesige Schlange von FCS-Fans breit. Der Block selbst war bereits gut gefüllt. Eine stolze Anzahl von Saarländern war in die Pfalz gereist. Damit war schon einmal für die moralische Unterstützung der Mannschaft gesorgt. Da das Spiel noch gut 45 Min. entfernt war, konnte ich mir das Stadion ein wenig näher ansehen. Das relativ neue Stadion des FKP war schon eine Augenweide, da vor allem die Haupttribüne modern und gefällig aussah. Jedoch hatte das Stadion einen gewissen ländlichen Charme, was auch durch die Wiese im Gästeblock unterstrichen wurde. Der Gästeblock im Sportpark Husterhöhe wäre ohne die lästigen Zäune ein idealer Platz für jedes Familienpicknick.



Das Spiel rückte näher und so richtete sich der Blick auch einmal auf den Fanblock der Heimmannschaft, der, mit dem Gästeblock verglichen, geringer ausgelastet war:



Nachdem der Pirmasenser Stadionsprecher die Franzosen des FCS unerwartet eindeutschte (O-Ton: "Marcel Assoumani, Alexis Geh-nett, Clement Hall-ett") und im Gästeblock einige Rauchbomben gezündet wurden, konnte das Spiel beginnen. In den nächsten 45 Min. gab es nur wenig, was ansatzweise nach Fußball aussah. Man mag es vielleicht auf die schlechten Witterungsbedingungen schieben, aber hier spielten zwei Kellerkinder ideenlos gegeneinander. Während Jonathan Jäger komplett in der Luft hing und Mahir Saglik noch nicht zu seiner alten Form zurückfand, fielen die Pirmasenser eigentlich mehr durch ihre unfaire Spielweise auf. So musste Halet (oder Hall-ett) bereits nach zehn Minuten verletzungsbedingt gegen Julien Lücke ausgetauscht werden. Leider verpasste der Schiedsrichter hier, schon frühzeitig Verwarnungen zu verteilen. In Sachen Spielaufbau taten sich beide Mannschaften ziemlich schwer. Einziger Aufreger war ein Abseitstor von Pirmasens, welches zurecht nicht gegeben wurde.

Die Geschichte der 2. Halbzeit ist keineswegs angenehmer zu lesen. Nachdem Enver Marina einen Elfmeter verursachte hatte Pirmasens die Chance zur Führung und nutzte diese eiskalt aus. Danach wurden die Angriffsbestrebungen seitens des Gastgebers weitestgehend eingestellt. Der FCS kam zwar einigermaßen ins Spiel, konnte aber trotz hoher Ballanteile und einigen Standartsituationen vor dem Tor keine Gefahr für das Pirmasenser Tor erwirken. Die eingewechselten Deschamps und Frantz blieben dabei wirkungslos. Deschamps fiel nur durch eine vergebene Großchance und das Umschubsen eines Gegenspielers auf. Seltsamerweise gab der Schiedsrichter für dieses Foul nur die gelbe Karte. Kurz vor Schluss erhielt dafür Hadji die Rote Karte wegen Nachtretens. Leider kam sein Gegenspieler, der ihn zuvor von hinten(!) von den Beinen holte straffrei davon. Kurz darauf kam dann der Abpfiff und seitens des Stadionsprechers der geistreiche Kommentar zum FKP, dass sich so kein Absteiger präsentiere. Ich frage mich nur, welches Spiel er da grade gesehen hatte.

Nach dem Grottenkick ging es in Richtung der kostenlosen Sonderbusse. Nach einer Wartezeit, in der es einige Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Fans gab, durften wir in die überfüllten Busse steigen und Richtung Bahnhof fahren. Hier ging die Bewachung noch für gut 40 Min. weiter, dieses Mal mit noch mehr Polizisten und einigen Hunden mit/ohne Maulkorb. Das Bahnhofsgelände durfte nicht verlassen werden und der Gang in das Bahnhofsgebäude für die Bersorgung von Essen/Trinken oder einem Toilettenbesuch wurde uns grundlos verwehrt. Irgendwie kennt man das ja von jeder Auswärtsfahrt mit der Bahn. Kurz bevor unser Zug in Pirmasens eintraf wurden wir dichter zusammengedrängt und durften schließlich mit der Bahn die Schuhstadt verlassen. Zurück bleibt der Eindruck, dass die Mannschaft immernoch tief im Abstiegskampf steckt und der Kampfgeist nur bei wenigen vorhanden ist. Mit dieser Einstellung wird es wohl schwer, diese Saison noch einen Auswärtssieg zu landen.

Montag, März 12, 2007

Jäger spielt sich ins Rampenlicht

Er machte den letzten Samstag zum Fußballfeiertag:

Jonathan Jäger



Foto: fc-saarbruecken.de

Mit seinem zweiten Hattrick in der Saison 2006/07 bestätigte Jäger erneut seinen guten Ruf und wurde selbst vom Gästetrainer Starzmann mit folgenden Worten gelobt:
"Der einzige Erstligastürmer der Liga war heute nie unter Kontrolle zu halten."

Den FCS-Fans stärkte Jäger mit seinen Toren den Glauben in einen sportlichen Aufschwung. Dieser ist nicht unbegründet, da Jäger in den letzten drei Heimspielen insgesamt siebenmal(!) getroffen hat und seine lange Torflaute aus der Hinrunde beendet ist. Dies liegt wohl auch daran, dass das Zusammenspiel zwischen Jäger und der Kreativabteilung des FCS wieder effektiver geworden ist und der schnelle Franzose nun seine Stärken ausspielen kann. Mit seinen Treffern gegen Reutlingen zog er nicht nur mit Sturmkollege Saglik gleich, er wurde auch vom Kicker als Mann des Tages geehrt. Man darf gespannt sein, wie sich die Offensive des FCS entwickeln wird, wenn Saglik gegen Pirmasens wieder spielberechtigt ist.

Damit hat sich Jäger auch für höherklassige Vereine interessant gemacht. Der ehemaliga Stürmer von Metz und Le Havre (1. und 2. französische Division) hat in der Vergangenheit auch bewiesen, dass er auf höherem Niveau mithalten kann. So berichtete die BILD Saarland heute, dass Jäger derzeit von Hansa Rostock beobachtet wird. Gestützt wird diese Meldung von Augenzeugen, die am Samstag Perry Bräutigam im Ludwigspark sahen. Der ehemalige Hansa-Torwart war selbst vor Ort, um sich ein Bild von Jägers Fähigkeiten zu machen. Nach dem 4:0 gegen Reutlingen wird Jäger wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, sodass er bald nicht mehr so einfach beim FCS zu halten ist.

Ein Abgang Jägers würde nicht nur den Verlust meines Lieblingsspielers (warscheinlich ist er das nicht nur für mich) darstellen, sondern auch dem FCS eine der zentralen Stützen der Mannschaft kosten. Mit seinen 12 Toren hat er diese Saison bisher ein Drittel aller FCS-Tore erzielt. Gute Leistung führt ja bekanntlich immer zu Abwerbungsversuchen anderer Vereine. Im Falle eines Weggangs würde der FCS wohl leer ausgehen, da laut verschiedenen Quellen der Vertrag von Jäger zum Saisonende ausläuft.

Quellen:

-Jäger Mann des Tages (Kicker.de)
-BILD Saarland vom 12.03.07
-FCS-Homepage
-transfermarkt.de

Sonntag, März 11, 2007

Die Trendwende?

Der FCS hat 4:0 gegen Reutlingen gewonnen. Ich selbst war nicht dabei. Eigentlich ärgere ich mich einerseits, mal ein anständiges Spiel des FCS verpasst zu haben, andererseits gönne ich vor allem Jonathan Jäger seinen Hattrick. Wo man vor nicht allzu langer Zeit die Worte "Abstieg" und "Oberliga" hörte, ist die Stimmung nun wieder optimistischer. Doch war das wirklich eine Trendwende?

Aus sportlicher Sicht war der Sieg keineswegs eine eindeutige Trendwende, da der FCS die zweitstärkste Heimmannschaft der Regionalliga Süd ist. Deswegen wird sich erst in den kommenden beiden Spielen zeigen, was der Sieg gegen Reutlingen wert war. Beim Auswärtsspiel in Pirmasens stehen sich eine heimschwache und eine auswärtsschwache Mannschaft gegenüber. Sollte der FCS hier endlich den Teufelskreis durchbrechen und den zweiten Auswärtssieg der Saison einfahren, hätte man eine wunderbare Ausgangsposition gegen die Stuttgarter Kickers, welche derzeit den 4. Tabellenplatz belegen. Kurz ausgedrückt: Die Mannschaft muss das Selbstvertrauen aus dem Sieg gegen Reutlingen mit nach Pirmasens mitnehmen. Sollte man nun wirklich eine kleine Serie starten, dürfte sich auch das Thema Abstieg erledigt haben.

In einer Hinsicht dürfte das Spiel gegen Reutlingen eine Trendwende dargestellt haben: Nach dem mißlungenen Versuch eines umfassenden Boykotts wird dieses Thema für viele abgehakt sein. Damit bewahrheitet sich das Vorurteil gegenüber FCS-Fans, die nach einem gewonnenen Spiel gleich wieder an Aufstieg denken. Ich will das jetzt nicht als negativ abstempeln, aber es ist tatsächlich ein wenig naiv (Welcher Fußballfan ist nicht ein klein wenig naiv, wenn es um seinen eigenen Verein geht?). Bedenklich dagegen ist es, sich durch kurzfristige Erfolge von der Arbeit des Vorstands und der sportlichen Leitung in den letzten Monaten ablenken zu lassen.
So betonte FCS-Präsident Ostermann jüngst in einem Interview mit der Saarbrücker Zeitung(SZ), dass der FCS "genügend Fußball-Kompetenz in den eigenen Reihen" habe. Dies wirkt genauso unfreiwillig komisch wie Didier Philippes Aussage, "er könne sich vorstellen, noch zehn Jahre in Saarbrücken zu arbeiten und die Mannschaft möglicherweise sogar in die Bundesliga führen". Da werden eigentlich nur Erinnerungen an Eugen Hach wach, der am Abend vor seiner Beurlaubung ankündigte, noch für mindestens vier Jahre in Saarbrücken zu bleiben.

So scheint auch in der Grundhaltung des Vereins vorerst keine "Trendwende" möglich zu sein. Einzig die Mannschaft hat dazu in sportlicher Hinsicht die Möglichkeit und dafür ist ein Sieg beim Abstiegskandidaten Pirmasens Pflicht.

Quellen:
-SZ vom 10.03.07 "FCS-Präsident redet Klartext" von M. Kipp und W. Wein

Mittwoch, März 07, 2007

Das Interesse ist da

Die Vormachtstellung der SV Elversberg im saarländischen Fußball ist gefährdet! Der alte Throninhaber ist noch lange nicht geschlagen und das Medieninteresse zeigt deutlich: Der FCS ist selbst dann noch ein Thema, wenn der Verein dem Abgrund so nahe steht, wie schon seit Jahren nicht mehr. Oder ist das Interesse vielleicht gerade deshalb vorhanden!?
Am Montag durfte sich die kleine SVE für kurze Zeit als moralischer Sieger des letzten Spieltags fühlen: Mit großem Foto und der Überschrift "Elversberg die Nr. 1 im Saarland" widmete die Saarlandausgabe der BILD-Zeitung unserem Nachbarverein fast eine halbe Seite im Sportteil, während sich der FCS mit einem kleinen Bericht über den via Internet angekündigten Fanboykott begnügen musste.
Doch so schnell verschwindet ein FCS nicht aus den Gazetten. Zuerst sorgten die Vertragsverlängerungen von Marina und Birkenbach dafür, dass man nun von einem baldigen Karriereende des Urgesteins Peter Eich ausgeht. Natürlich hätten es bessere (bzw. schönere) Umstände für einen Abschied Eichs sein können, jedoch erhält so die Jugend ihre Chance. So sind auch die Spekulationen um einen Abgang Birkensbachs erst einmal ad acta gelegt. Allein die Tatsache, dass bei Birkenbach eine Vertragsoption zur Verlängerung gezogen wurde, lässt Raum für Interpretationen frei. Ob diese Verträge für die Oberliga gelten, ist übrigens nicht bekannt.
Ein Ereignis, welches nur in Fankreisen Beachtung fand, war die peinliche Testspielpleite gegen den Verbandsligisten FV Eppelborn. Ein lustloses Gemisch aus Eich, Saglik, der Oberligamannschaft und einigen A-Jugendlichen ließ sich im FC-Sportfeld vorführen und verlor mit 2:5. Man mag alle möglichen Ausreden Entschuldigungen für dieses Ergebnis vorbringen, was nichts daran ändert, dass von vier Spielen gegen Verbandsligisten diese Saison genau eins gewonnen wurde (4:0 gegen Halberg-Brebach). Hier schützte die Presse den FCS mit dem "Mantel des Schweigens".
Ein weiteres Gerücht dreht sich um einen geplanten Stadionneubau in Zusammenhang mit dem Bau einer neuen Saarlandhalle. Schließlich würde bei einem Neubau der Saarlandhalle an gleicher Stelle Teile des FCS-Trainingsgeländes einfordern. Inwiefern ein neues Stadion für den FCS finanzierbar ist, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt, ist bei diesem Gerücht wohl eine eher unbedeutende Frage, auch wenn z.B. in der Oberliga wohl kein Bedarf an einem Neubau vorhanden ist.
Das wohl bemerkenswerteste Gerücht fand sich heute in der Saarbrücker Zeitung(SZ). Dort brachte man mit Mario Basler und Frank Fleschenberg zwei neue Namen mit dem FCS in Verbindung. Basler, der zuletzt mit Jahn Regensburg glücklos was, wird als Nachfolger von Didier Philippe gehandelt, während man dem FCS Interesse an Fleschenberg als Manager in Reihen der Blau-Schwarzen nachsagt. Zum einen wäre damit für ein prominentes Gesicht aus dem Trainersessel gesorgt, zum anderen hätte man wieder einen Manager, dem schon einmal in Saarbrücken gute Arbeit attestiert wurde, hätte der FCS nicht bereits ein Interesse dementiert. So war wenigstens der Gesprächsstoff vorhanden, welcher die Erinnerung an alte Zeiten (Saison 01/02) aufleben ließ.
Man kann keinesfalls behaupten, dass niemand mehr am FCS interessiert wäre. Doch sind es wirklich die essentiellen Themen, die von der Presse immer wieder in den Vordergrund gebracht werden, oder liegen diese versteckt und unbeachtet unter dem "Mantel des Schweigens"?

Quelle:
-BILD Saarland vom 05.03.07
-SZ vom 07.03.07

Sonntag, März 04, 2007

Wohin gehen wir?

Das Leben ist wie eine große Wanderung. An jeder Abzweigung fällt entscheidet man für ein Neues, welche Richtung man einschlägt. Bei unserer Wanderung kommen wir dabei eigentlich jeden Tag an mehrere Abzweigung, von denen einige von größerer, andere nur von kleinerer Bedeutung sind. Als FCS-Fan ist man genau jetzt an der Abzweigung angelangt, die neben unzähligen Richtungen auch die Ungewissheit birgt, ob man nicht in einer Sackgasse landet.

Ihren Ursprung hat diese verzwickte Ausgangslage auch im sportlichen Weg des Vereins, der miserabel in die Rückrunde gestartet ist. Das Thema "Oberliga" spukt bereits in den Köpfen vieler, wohl auch vom Schicksal des Lokalrivalen Eintracht Trier genährt. Deswegen ist es wohl für alle FCS-Anhänger an der Zeit, sich mit Themen wie Vorstand, Einkaufspolitik oder Mannschaft zu befassen.

Erster Anlaufpunkt während den Spielen sind da natürlich die Internetforen. Da wird dann zuerst von einigen Usern dann zum Boykott des nächsten Heimspiels gegen Reutlingen aufgerufen (Link). In der Selbstdarstellung dieser Aktion wird der Aufruf damit begründet, dass "diese Truppe" keine finanzielle Unterstützung mehr verdient habe. Die Sache ist damit auch in sich logisch, da die schlechten Ergebnisse in letzter Zeit, gepaart mit einer Mannschaft, mit der man sich nicht mehr wirklich identifizieren kann (was daran liegt, dass der FCS in letzter Zeit immer weniger auf die eigene Jugend setzt), dazu geführt haben, dass man eigentlich keinen Lust mehr hat, sich die Mannschaft anzusehen.
Das Manko dieses Aufrufs lässt sich schon in der Bezeichnung "Online-Aktion" erkennen. Wenn man das Ziel, die Fans aus allen Fanblöcken zum Boykott zu bewegen, erreichen will, darf man eine solche Aktion nicht alleine über das Internet starten. Eine Bekanntmachung über Handzettel beim nächsten Heimspiel würde mehr Fans erreichen und auch ein gewisses Medieninteresse sicherstellen. Für die eigentliche Aktion müsste man sich da mehr Zeit lassen. So sehe ich die Erfolgsaussichten als gering an.

Zu diesem Vorschlag gibt es auch Gegenstimmen, welche sich frei nach dem Motto "graad selääds" (Jetzt erst recht!) das Ziel verfolgen, alle Fangruppen für ein dauerhaftes Anfeuern beim Reutlingen-Spiel zu vereinen. Die Grundidee an sich ist eigentlich löblich, entbehrt sich aber nicht eines gewissen Idealismus. So machen sich einige Befürworter dieses Vorschlags Sorgen, ob nicht sie am Ende auch Schuld daran tragen, wenn die Mannschaft verliert. So lautet die Devise dann halt "Dauersupport". Doch auch er Erfolg dieser Idee ist fraglich, da es zum einen gilt, eine zerstrittene Fanszene zu einigen, andererseits mit dem Boykottaufruf ein konkurrierendes Modell existiert. Am Ende könnte es zwar eine Gruppe von supportwilligen Fans diese Aktion durchführen, jedoch glaube ich nicht, dass dies einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird.

Neben diesen Vorschlägen zum Reutlingen-Spiel gibt es noch die Grundsatzdiskussion, ob man überhaupt gegen einen Vorstand protestieren kann, wenn man nicht im Stadion ist, ob zu viele Franzosen in der Mannschaft sind oder ob sich der FCS überhaupt einen Wechsel in der Führungsetage leisten kann. Somit sind die Diskussionen eigentlich gleich geblieben, wohingegen sich die sportliche Situation nicht entspannt hat.

Inwiefern diese Aktionen umgesetzt werden und ihren Erfolg haben, wird sich bei den nächsten Spielen zeigen. Kritiker haben nicht umsonst schon angemahnt, dass solche Aktionen oft von "Tastaturtätern" ins Leben gerufen werden, aber keine praktischen Auswirkungen auf die Mannschaft und die Fanszene haben.
Wohin wir letztlich gehen, müssen wir für uns selbst entscheiden. Falsch wäre es, wenn wir uns die Entscheidung durch jemand anders vorschreiben lassen.
Die Mannschaft muss ihren Weg jedoch auf dem Platz alleine gehen. Und damit dieser nicht in die Oberliga führt, ist ein Sieg dringend notwendig.

Freitag, März 02, 2007

In Siegen nichts Neues

Zuerst beginne ich mal mit den guten Nachrichten:
Der FCS hat zum ersten Mal seit 540 Minuten wieder auswärts getroffen. Das waren ziemlich genau 9 Stunden ohne einen Treffer in der Fremde. Außerdem hat Taifour Diane erstmals seit dem 7. November 2005 wieder mal ein Tor geschossen.
Damit sind die guten Nachrichten aber auch schon abgehandelt.

Ich will mich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, da ich schließlich nicht den Weg nach Siegen angetreten bin. Jedoch kann man auch aus der Ferne sagen, dass sich der Verein wieder als Abstiegskandidat präsentiert hat. Schon die Aufstellung von Trainer Didier Philippe wirft einige Fragen auf:
Warum war Victor Samb nicht in der Startaufstellung?
Wieso lässt man den stärksten Verteidiger Assoumani auf der Bank?
Warum spielt man ohne einen gelernten, rechten Mittelfeldspieler?

Darf man dem FCS-Liveticker glauben (dem SFS-Liveticker übrigens auch), so muss Enver Marina ständigen Angriffen ausgesetzt gewesen sein. Zudem müssen die Sportfreunde recht fahrlässig mit ihren Chancen umgegangen sein. Dass es am Ende bei nur 2 Gegentoren blieb, kann sich am Saisonende vielleicht noch als glücklicher Zufall erweisen. Das selbstgesteckte Saisonziel (Platz 3) ist zurzeit 10 Punkte entfernt, ein Abstiegsplatz nur 4 Punkte, wobei dieser Vorsprung morgen auf einen Punkt schrumpfen könnte.

Das, was bei Sportjournalisten "klassischer Fehlstart" genannt wird, ist somit eingetreten. Der FCS hat von 6 möglichen Punkten nur einen aus den ersten beiden Spielen geholt und darf sich somit wieder in den Abstiegskampf begeben.

Was tun? Dass jetzt einige Leute in Abstiegsängste und Panik verfallen, kann ich schon verstehen. Der Verein ist der Oberliga auf einmal deutlich näher. Laut Trainer Philippe wissen er und seine Mannen, um was es geht (zumindest behauptete er das auf der Pressekonferenz in Siegen). Doch sind sich Vorstand/Trainer/Mannschaft wirklich ihrer Situation bewusst?

Der FCS steht vor dem Sturz in die Bedeutungslosigkeit.

Daran kann sich zuerst nur auf sportlicher Ebene etwas ändern, unabhängig davon, dass schnellstens ein Paradigmenwechsel im FCS her muss. Fraglich ist nur, ob sich das mit einer gespaltenen Fanszene realisieren lässt.
Doch dieses Thema gibt es ein anderes Mal. Gegen Reutlingen muss gewonnen werden, damit wir nächste Saison nicht nach die Reise nach Salmrohr, Hasborn oder Homburg antreten.

Mittwoch, Februar 28, 2007

Fremde Zahlen

Der FCS macht mich immer wieder sprachlos. Also werfe ich heute mal ein paar Zahlen in den Raum.

Der letzte Auswärtssieg des 1. FC Saarbrücken war am 05.08.2006. Das war am 1. Spieltag. Somit ist der FCS seit 9 Spieltagen und 205 Tagen ohne Auswärtssieg. In der Fremde hat der FCS bisher 8 Tore erzielt und hat somit den zweitschlechtesten Wert der Liga inne. In dieser Saison konnte der FCS erst 7 Punkte aus der Fremde entführen. 50% aller Auswärtsspiele gingen verloren. Unter Trainer Philippe erreichte der FCS bisher 2 Auswärtspunkte in 4 Spielen. Das letzte FCS-Tor außerhalb des Ludwigsparks erzielte Mahir Saglik am 30.09.2006 im Stadion an der Grünwalder Straße gegen die Reserve der Münchner Löwen. Damit ist der FCS seit 479 Minuten ohne Auswärtstor. Das sind fast 8 Stunden ohne ein Jubeln in der Fremde.

Braucht man noch mehr Belege für die Auswärtsschwäche der Blau-Schwarzen? In Siegen gilt es die Negativserie zu beenden, bevor die Abstiegspanik in Saarbrücken ausbricht. Sonst heißt es ganz schnell: Ab nach Hause!

Samstag, Februar 24, 2007

Marina bekommt neue Chance

Es gibt sie noch, die mutigen und unerwarteten Personalentscheidungen beim FCS!



Enver Marina, der sich nach seinem Patzer in Stuttgart einige Kritik einhandelte, wird morgen in München zwischen den Pfosten stehen. Weder das lebende Denkmal Peter Eich, noch der ambitionierte Jungstar Birkenbach haben das Tauziehen um die Nummer 1 gewonnen. In München selbst wird die ehemalige Nummer 1 Peter Eich nicht einmal auf der Bank sitzen. Gegenüber der Saarbrücker Zeitung sagte Trainer Philippe:
"Für Peter ist es schwieriger, auf der Bank zu sitzen. Davor habe ich zuviel Respekt."

So kann man es auch sagen, wenn es eine leistungsbedingte Umbesetzung in der Mannschaftshierarchie gibt.
In den bekannten Fanforen ist man derweil geteilter Meinung. Während die Anhängerschaft von Peter Eich eine baldige Rückkehr ihres Idols fordert und die Birkenbach-Fraktion sich über die Nichtberücksichtigung der Nachwuchshoffnung beschwert, gibt es auch Leute, die mit der Entscheidung Philippes zufrieden ist.
Genau diesen Leuten schließe ich mich hiermit an.
Mir gefällt es, dass Enver eine neue Chance erhält. Man darf nicht wegen einem Patzer einen ganzen Torhüter als untauglich abstempeln (Nicht auszudenken, was los wäre, wenn man das ausnahmslos bei allen FCS-Torhütern anwenden würde!) und dabei sein Können in Frage stellen. Dass Enver Marina auch auf hohen Leistungsniveau mithalten kann, hat er in eindrucksvoller Weise im Pokal gegen Mainz bewiesen.
Vor allem Marinas Sicherheit bei hohen Bällen und die Tatsache, dass ihm von allen drei FCS-Torhütern die zielsichersten und weitesten Abschläge gelingen, dürften am Ende für ihn gesprochen haben.
Ich wünsche Enver morgen viel Erfolg, auch wenn er es wohl nicht einfach haben wird, da mit Assoumani und Hornig die beständigsten Innenverteidiger fehlen.

Quellen zum Beitrag:
-SZ-Artikel "Eich ist nicht mehr die Nummer 1" von T.Klein
-SR-Online

Dienstag, Februar 20, 2007

Eindrücke vor dem Spiel in München

Es sind nur noch wenige Tage bis zum Ende der Winterpause, welches praktisch mit dem Auswärtsspiel in München eingeleitet wird. Darum ist genau jetzt der Zeitpunkt gekommen, um sich ein paar Gedanken zu machen, vor allem, wenn man das Testspiel gegen Pfullendorf miterleben durfte.

Ein Besuch dieser Partie erschien doch irgendwie lohnenswert. Schließlich ist ein Vergleich mit einem Ligakonkurrenten immer aussagekräftiger als das Kräftemessen mit einer Millionentruppe aus München. Nicht zuletzt der kostenlose Eintritt und das altehrwürdige FC-Sportfeld als Spielort sollten das Testspiel schmackhaft machen. Immerhin erschien die Atmosphäre eines halbwegs gefüllten FC-Sportfeldes bei schönem Wetter doch weitaus angenehmer als ein gähnend leerer Ludwigspark.



Das Spiel bot dagegen das krasse Gegenteil der netten Kulisse. Von Spielaufbau her sah man zwei Abstiegskandidaten, welche nur selten mal einen kreativen Einfall für sich verbuchen konnten, dafür aber eine harte Gangart an den Tag legten. Didier Philippe hatte den Mut erbracht und ließ mit drei Angreifern spielen: Diane als Mittelstürmer, Deschamps und Jäger als Flügelstürmer. Leider konnte weder Jäger seine Schnelligkeit, noch Diane seine Kopfballstärke ausspielen, sodass der FCS gegen solide Pfullendorfer machtlos blieb. Deschamps Stärken konnten sich bei diesem Testspiel noch nicht zeigen. Bis auf 1-2 Chancen war vom FCS in der 1. Halbzeit wenig zu sehen.

Auch bei Pfullendorf entwickelte sich wenig aus dem Spiel heraus, sodass der einzige Treffer des Tages nach einer Standardsituation. EIn Freistoß von links fand seinen Abnehmer in Marc Lerandy, welcher den Ball ins Tor köpfte. Peter Eich verschätzte sich und traf mit dem Herauslaufen die falsche Entscheidung. Dieser Torwartfehler bescherte schon in der 22. Minute den Endstand.
Danach ging alles im gleichen Trott weiter. Die Verteidigung des FCS spielte unauffällig, das FCS-Mittelfeld spielte uneffektiv und der FCS-Angriff spielte nur selten mal vor des Gegners Tor.

In der zweiten Halbzeit wurde kräftig durchgewechselt und auch der derzeitig gesperrte Stürmer Mahir Saglik durfte ran. Aber auch er konnte nicht wirklich etwas ändern. Positiv zu vermerken ist, dass sich kein konditioneller Einbruch in Form des "späten Gegentreffers" bemerkbar machte, jedoch blieben auch hier erspielte Chancen Mangelware. Ein geordneter Spielaufbau war leider nicht erkennbar. Der neu ins Spiel gekommene Torhüter Enver Marina spielte eine souveräne Partie, auch wenn er nicht oft geprüft wurde.



Am Ende bleibt das Fazit, dass der FCS, vielleicht auch aufgrund der Krankheitswelle in der Mannschaft, zurzeit sehr schwach auftritt und noch nicht zur richtigen Taktik gefunden hat. Ein 4-3-3 scheint doch nicht die beste Option zu sein, auch wenn ich in dieser Konstellation noch gerne einen Victor Samb sehen würde, der einem Dreierangriff sicherlich dienlicher ist als Hadji oder Nehrbauer. Trotzdem verstärkt dieses Testspiel nur die Sorge auf das bevorstehende Spiel im Stadion an der Grünwalder Straße. So spielt keine Mannschaft, die sich von den Abstiegsrängen absetzen will!

Freitag, Februar 16, 2007

Ein Jahr FCSBlog

Heute vor einem Jahr habe ich den Eröffnungsbeitrag hier im FCSBlog geschrieben. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht was mich erwartet. Das Terrain der Blogosphäre war damals Neuland für mich und nur das Ende von blutgraetsche.de war Anlass, dieses Blog zu eröffnen. Nun liegt der Tag der Eröffnung genau ein Jahr zurück und über 100 Beiträge haben sich in dieser Zeit angesammelt. Das ist Grund genug, um mal die vergangene Zeit Revue passieren zu lassen.
Anfangs hatte ich so meine Zweifel, ob überhaupt jemanden die Meinung eines damals 16-Jährigen zum FCS interessieren würde. Durch das erste Feedback, auch durch ältere FCS-Fans, haben sich diese Zweifel dann beseitigt. Nach kurzer Anfangsphase fiel mir dann auch das eigentliche Bloggen leichter. Auch wenn in diese Zeit der vermeidbare und schmerzliche Abstieg des FCS fiel, habe ich mit dem Bloggen durchgehalten. Vielleicht ist auch der Unmut über die FCS-Führung genug Ansporn gewesen, dass ich noch heute meinen Senf über den Verein abgebe. So ganz wird man seiner Mannschaft nie den Rücken kehren können.
Nach dem Abstieg habe ich dann versucht Abwechslung in die Themen zu bringen, was zur FCS-Flopserie und später zu den Videobeiträgen führte, welche im Nachhinein wohl in der Anfangsphase wirklich schlecht waren. Für diese Jugendsünden bekam ich auch einiges an Kritik zu hören. Für diese Kritik, die ich mal im Stadion, mal hier im Blog mitbekam, bin ich sehr dankbar. Ohne Verbesserungsvorschläge würden die Beiträge wohl heute noch aus grottenschlechten Witzen über die Abschlussschwäche des FCS bestehen.
Persönlich hat mir neben "FCSBlog on Tour" das Interview mit Dieter Ferner am meisten Spaß gemacht, wohl gerade deshalb, da es das erste Video mit einem längeren Interview wurde. Für die Zukunft hoffe ich, mal wieder einige Gespräche mit Leuten rund um den Fußball führen zu können. Hoffentlich haben die dann auch die Bereitschaft, mal einige Minuten für das FCSBlog und die Digitalcamera, die mich seit einiger Zeit begleitet, zu opfern.

In letzter Zeit bin ich wieder verstärkt zu den "normalen" Beiträgen übergegangen, wobei hier in letzter Zeit oft die Presse den Gesprächsstoff geliefert hat. Irgendwann sind auch fiktionale Texte Bestandteil des FCSBlogs geworden, wobei diese eher einen geringeren Anteil der Beiträge darstellen.
Und somit sitze ich jetzt hier und mache genau dasselbe wie vor einem Jahr: Bloggen.

Zuletzt will ich noch ein paar Grüße und Danksagungen loswerden:
-Danke an alle Kommentatoren für ihre Meinungen und Anregungen
-Danke an meine Familie, die meinen FCS-Wahn unterstützt
-Danke an alle "Kameramänner" (Helge, Spriddi und Ogge)
-Danke an die Foren auf ludwigspark.de und fc-saarbruecken.de, die mir viele Anregungen liefern und immer interessante Diskussionen liefern
-Danke an die saarländischen Medien
-Grüße an meine "Mitleistungskursler" in Englisch, Deutsch und Politik
-Grüße an alle FCS-Fans

Das war es dann auch fast mit meinem Jubiläumsartikel. Als kleines Extra und als Beweis dafür, wie groß mein Redefluss bzw. meine Blogeinträge manchmal wirklich sein können, gibt es den kompletten Spielbericht zum Testspiel gegen den FCS als "Author's cut" hier als Download.

Bis zum nächsten Beitrag!

Donnerstag, Februar 15, 2007

Trainer + Präsident = Sportdirektor?

So wie die Saarbrücker Zeitung (SZ) gestern berichtete, wird wohl die vakante Position des Sportdirektors beim 1. FC Saarbrücken ab sofort von einer Doppelspitze ausgefüllt: Didier Philippe und Hartmut Ostermann!

Der Pressebericht stützt sich auf die Angaben von FCS-Pressesprecher, welcher erklärte, dass man noch überlege, "die Stelle perspektivisch neu zu besetzen". Jedoch gibt es keinen zeitlich festgesetzten Rahmen, in welchem man einen neuen Sportdirektor verpflichten will.

Kurz vor Rückrundenbeginn wird Ostermann damit ungewohnt aktiv. Schon in einem Interview auf der FCS-Homepage gab der FCS-Präsident letzte Woche die Ziele für die aktuelle und die kommende Saison aus (gewohnt "optimistisch" lauten die Vorgaben: 06/07: erste Sechs 07/08: Aufstieg). Das hartnäckige Gerücht, Ostermann hätte sein Verbleiben als Präsident vom Schicksal Henkes abhängig gemacht, bestreitet er im Interview mit diesen Worten:
Es war die Spekulation eines Journalisten, mit dem gar nicht gesprochen habe. Wir haben vor der Saison einen 2-Jahres-Plan ausgegeben und den halten wir ein. Sollten wir nach der Saison 2007/2008 nicht in die Zweite Liga zurückgekehrt sein, dann müssen sich andere um eine neue Konstellation bemühen.

Aufgrund dieser Wortwahl stellt sich natürlich sofort die Frage, ob mit dieser "neuen Konstellation" ein FCS-Präsidium ohne Hartmut Ostermann gemeint ist. Die Antwort darauf wird man jedoch frühestens im Sommer 2008 erfahren.

Jedoch beschäftigt viele schon jetzt die Frage:
Was ändert sich mit Ostermann als "halbem" Sportdirektor?

Vermutlich wird sich nichts ändern!
Fraglich ist, ob mit dieser personellen Umbesetzung sich auf einmal ein Aufgabengebiet findet. Ein solches wurde nämlich für Michael Henke schon vergeblich gesucht, was Anlass zur Spekulation gibt, dass Geschäftsführer Dr. Coen im Hintergrund den Aufgaben des Sportdirektors nachgeht. In Fankreisen wurde stets die Glaubwürdigkeit des Rücktritts von Dr. Coen als Sportdirektor im November 2005 angezweifelt.
Ein anderes Manko der neuen Rollenverteilung beim FCS ist die augenscheinliche Ungleichberechtigung des Sportdirektorduos Ostermann/Philippe. Als Präsident hat Ostermann per Definition den größeren Einfluss auf das Transfergeschehen und könnte somit leicht Entscheidungen über Philippe hinweg fällen. Ostermann stand schon früher in der Kritik, das sportliche Geschehen zu sehr mitbestimmen zu wollen. So z.B. beim 0:4 gegen Offenbach im Sommer 2006, als er laut SZ in der Halbzeitpause die Auswechslung Tam Nsaliwas gefordert habe.

Genauen Aufschluss darüber, welche Wirkung das neue Sportdirektorduo zeigt, werden erst die kommenden Wochen geben. Jedenfalls werden in dieser Konstellation weiterhin die Interessen des Präsidiums gedeckt sein.

Quellen und weiterführende Links:

- SZ-Artikel "Philippe und Ostermann übernehmen Henkes Job" vom 15.02.07
- "Ich erwarte eine deutliche Steigerung" Interview mit Hartmut Ostermann (Link)
- SZ-Artikel "Der Rausschmiss kam per Telefon" vom 05.05.06

Sonntag, Februar 11, 2007

Neuer Fanshop in Saarbrücken

Es geschehen immer wieder Zeichen und Wunder.

Dieses mal ist dieses kleine Wunder im Bereich des Fanartikelverkaufs eingetreten. Demnächst wird nämlich in der Saarbrücker Diskontopassage ein neuer Fanshop eröffnet! Und wenn wir mal ganz ehrlich sind: Das war doch eigentlich schon längst überfällig. Wer hat es nicht satt, für jede Winzigkeit (Schals, Kartenvorverkauf etc.) in die Berliner Promenade abzubiegen und in einem der unzähligen Gebäude den 3. Stock zu erklimmen? Wem das Treppensteigen nicht behagt, muss sich mit einem Fahrstuhl zufrieden geben, der im 3. Stock jedes Mal anstatt der zu erwartenden "3" komischerweise die "7" im Display anzeigt. Diese Tage dürften damit gezählt sein, selbst wenn die offizielle Geschäftsstelle weiterhin ihren angestammten Platz behält.

Während das ludwigspark.de-Blog heute schon mit einem Bild dieses neuen Fanshops berichtete, gelang es einem User des FCS-Forums eine Meldung, die aus der Zukunft zu stammen scheint, zu entdecken.
Frank Falkenauer hat entweder die Macht über Zeit und Raum, oder er schreibt seine Meldungen für die offizielle im Seite schon im Vorraus mit dem dazugehörigen Datum der Veröffentlichung. So erklärt sich auch die Tatsache, dass über die Eröffnung des Fanshops in der Vergangenheitsform geschrieben wird.
Zentraler geht's nicht! Am Freitagmorgen um 10 Uhr hat der neue FCS-Fanshop gegenüber der Sparkasse in der Saarbrücker Diskontopassage eröffnet.


Daneben wird auch mit Didier Philippe und einigen Spielern als Gästen geworben. Man darf also gespannt sein, wie sich der Fanshop machen wird. Ich denke, dass vor allem die Laufkundschaft dem FCS nun nicht mehr fehlen wird, da die Diskontopassage öfters besucht wird, als so manches Bürogebäude in der Berliner Promenade. Darf man der Pressemeldung von Falkenauer glauben, so wird die Eröffnung am kommenden Freitag, dem 16.02.07 stattfinden.

Auch ich werde mir wohl bei Gelegenheit den neuen Fanshop näher ansehen und dann hier mein endgültiges Urteil abgeben.

Donnerstag, Februar 08, 2007

Von der Winterpause und ihren Folgen

Nach einem halben Jahr in der Regionalliga, merkt man mal wieder, was durch den Abstieg wirklich verlorenen gegangen ist. In dieser Liga, welche mit Provinzclubs, Bundesligareserven und heruntergekommenen Traditionsvereinen bestückt ist, fehlen irgendwie doch der zu einem Viertel gefüllte Ludwigspark (statt nur 1.500 Zuschauern), Chadlj Amri, die wenigen Mannschaften, die mal mehr als 50 Fans mitbringen und vor allem die relativ kurze Winterpause. Während in der 2. Bundesliga schon seit dem 19 Januar wieder das Leder rollt, müssen wir noch bis zum 25. Februar warten, bevor wir wieder ein Pflichtspiel des FCS miterleben dürfen.

Auch wenn die Winterpause für ein paar Wochen die grausamen Auftritte unserer Mannschaft in der Hinrunde verdrängt, so wird man spätestens Mitte Januar ungeduldig und erwartet sehnsüchtig die Rückrunde. Nach den Abgängen von Henke, Lintjens, Reuter und Haastrup werden auch viele den ein oder anderen Grund mehr haben, endlich wieder in den Ludwigspark zu gehen. Doch bewältigt man in der Winterpause seine eigene Blau-Schwarzsucht?

Mit einem Internetanschluss ist die Beantwortung dieser Frage wohl kein Problem. Zuerst einmal ist das Forenzapping an der Reihe. Dies ist eine der schöneren Beschäftigungsarten, wobei auch immer die Gefahr lauert, dass ein Thema zu Tode diskutiert wird. Hierbei gilt die Faustregel, dass bei geringer Themendichte auf die Klassiker "Stimmungsdiskussion" oder "Haben wir zu viele Franzosen im Team?" zurückgegriffen wird. Das einzige Thema, welches über einen längeren Zeitraum die Leute fesselt, ohne dass es je zu abgedroschen wird, ist die Diskussion um das Präsidium. So wird es wohl auch bei den meisten anderen Vereinen der Fall sein.
Ganz seltsame Blüten treibt dabei Gesichterparty.de, wo pro Tag warscheinlich zig FCS-Gruppen gegründet werden und bald darauf wieder verschwinden.

Schaut man sich zur Abwechslung in der Presse um, wird man nicht gerade mit vielsagenden Texten erschlagen. So berichtete die BILD-Zeitung jüngst über Hadjis gestohlene Unterhose oder man konnte Didier Philippes Zielsetung in der Saarbrücker Zeitung verfolgen. Nach dem Bayerntestspiel hat das Medieninteresse wieder deutlich abgenommen. Es bleiben nur sporadische Berichterstattungen des SR über die Testspiele und minimale Ereignisse übrig. So eine Winterpause ist nämlich in der Regel sehr langweilig.

Was also tun, wenn man so langsam mal wieder ins FCS-Fieber gerät?

-alte Videoberichte aus früheren Zeiten ansehen! Ein Videoabend mit ein paar Freunden könnte schon helfen.
-in alten Stadionheften lesen! Nur muss hier die Menge stimmen, da der Berg an Werbeanzeigen die Freude leicht trüben kann.
-nach alten FCS-Büchern stöbern! Auf dem Flohmarkt oder im Internet wird man relativ leicht fündig.
-die Autogrammkartensammlung mal wieder durchsehen und sortieren! Sei es Felix Magath oder Sambo Choji, Erinnerungen werden immer wach.
-mal wieder einen FCS-Schal tragen! Auch wenn es nicht zum Stadion geht, hat man im Winter immernoch einen guten Anlass, seine Schalsammlung im Alltag zu tragen.

Wem diese Ansammlung von Ratschlägen zu seltsam erscheint, kann sich auch der eigentlichen Herausforderung des Alltags stellen und sich in der Winterpause einfach nur seinem Leben widmen. Denn eines ist klar: In der WInterpause können keine FCS-Niederlagen für schlechte Laune sorgen!

In diesem Sinne

Mittwoch, Januar 31, 2007

Abgang mit Ankündigung

Was gab es nicht alles über Michael Henke zu berichten? Nach seinem Kurzinterview hier im Blog, einigen weniger guten Auftritten, der erzwungenen Entmachtung als Trainer und seinen großen Leistungen für das Saarland, ist es an der Zeit, Abschied zu nehmen. Michael Henke wird seinem alten Chef Ottmar Hitzfeld nach München folgen, um dort den angeschlagenen Rekordmeister FC Bayern aus der Krise zu befreien. Doch schon die Art, wie sich dieser Abschied vor kurzem ankündigte, ist schon interessant.

In der gestrigen Ausgabe der Saarbrücker Zeitung (SZ) erschien ein kritischer Artikel von Thorsten Klein zur Personalpolitik des FCS. Schon in der Überschrift wird Henke zitiert ("Ich hätte Olivier nicht abgegeben") und man bekommt den Eindruck nicht los, dass im Transferkomitee (laut SZ bestehend aus "Bernd Coen, Fritz Fuchs, Michael Henke, Didier Philippe und Alfred Kaminski") kein Mitspracherecht für den ehemaligen Cheftrainer vorhanden war. Dass das aktuelle Gesprächsthema in wohl jeder Diskussionsrunde irgendwann undurchsichtig wird, stellte auch Henke fest:
"Wir haben nur darüber diskutiert, ob wir die Freigabe erteilen. Für mich aber ist entscheidend, wenn wir sie abgeben, wohin wir sie abgeben. Darüber ist nie gesprochen worden."

Am Ende stand der Abgang der jungen Spieler Zimmermann, Olivier und Weber zum Ligakonkurrenten Elversberg fest. In bester Manier eines kritikfreudigen Fans oder eines Talkshowgasts äußerte Michael Henke noch einmal seinen geballten Ärger über die Verfahrensweise bei diesen Abgängen:
"Von mir hätte ein Spieler ablösefrei für Elversberg keine Freigabe bekommen. ... Über Olivier ist nie diskutiert worden. Sportlich ist diese Entscheidung nicht zu vertreten."


Dabei kann man Henke eigentlich ganz gut verstehen! Wer würde sich nicht übergangen fühlen, wenn auf einmal ein Spieler wechselt, von dem man sich noch so einiges erhofft hatte. Zumindest ist es sehr ungewöhnlich, mitten im Abstiegskampf Spieler an einen direkten Konkurrenten abzugeben, auch wenn allenfalls einer dieser Kandidaten ernsthaft ein Thema für die 1. Mannschaft hätte werden können. Was bleibt sind neue (eigentlich alte) Informationen über Bernd Coen, den ehemaligen (?) Sportdirektor, und ein lautstarker Abgang Henkes.

Nun ist Henke Geschichte und sein Abgang lässt für Interpretationen freien Raum. Mit hoher Warscheinlichkeit wollte Henke noch einmal vor seinem Abgang die Gelegenheit nutzen und die Arbeitsbedingungen in Saarbrücken kritisieren. Und selbst wenn man schon oft im Stadion den Rauswurf Henkes beschwört hat, zeigen seine Worte, dass in Saarbrücken noch längst nicht alle Ungereimtheiten Geschichte sind.

Quellen zu diesem Beitrag:
-SZ-Artikel "Ich hätte Olivier nicht abgegeben" von T.Klein (30.01.07)
-Sportdirektor Henke verlässt FCS (fc-saarbruecken.de)

Montag, Januar 29, 2007

L’identité française et les transferts

Beim FCS herrscht ein latentes Stürmerproblem, trotz der beiden Goalgetter Jäger und Saglik. Wenn man bedenkt, dass beide nicht die Konstanz aufweisen, um dauerhaft zu treffen, dazu noch berücksichtigt, dass Saglik für die nächsten drei Pflichtspiele gesperrt ist und man dann noch die Sturmkonkurrenz betrachtet, kommt man nicht an einem weiteren Angreifer vorbei. Hajdarovic und Karaoglan zeigten in letzter Zeit selbst in der Oberliga, dass sie in ihrer Entwicklung zurzeit auf der Stelle treten und Tai Dianes Verletzungspech und hohes Alter lassen nur wenige an seine Rückkehr glauben.

Einen neuen Stürmer hat der Verein mit Guillaume Deschamps bereits gefunden. Für viele ist das schon jetzt ein weiterer Kritikpunkt an der Transferpolitik des Vereins.

Was von vielen Seiten bemängelt wird, ist die fehlende Nachwuchsförderung. So verließen in der Winterpause auffällig viele junge Spieler, meist aus der Oberligamannschaft, den Verein. Einige zog es dabei nach Elversberg. Vielen ist auch die steigende Zahl an Spielern mit französischem Pass ein Dorn im Auge.

Auch wenn viele spöttische Kommentare den FCS zurzeit eher als französischen Zweitligisten sehen, will ich das Thema doch sachlich angehen:
Einen Spieler sollte man nach seinen fußballerischen Fähigkeiten und nicht nach seinem Pass beurteilen!

Die Nähe zu Frankreich und die Vorgeschichte des FCS als inoffiziellem Meister der 2. französischen Division sollte nicht als nötiges Übel angesehen werden, sondern als historisch interessanter und bedeutsamer Abschnitt in der FCS-Historie gewürdigt werden, unabhängig davon, wie viele Franzosen man zurzeit im Kader hat.

Ob Deschamps als Stürmer den gewünschten Erfolg bringen wird, ist allerdings fraglich. Aus der Jugend von Olympique Marseille stammend, fasste er dort nach einer schweren Verletzung nie Fuß. Seine Torausbeute von 25 Toren in 108 Spielen der 2. französischen Liga erscheint eher mager. Trotzdem wird erst die Rückrunde zeigen, wie sich Deschamps in die Mannschaft einfügt. Sprachprobleme sollte es wohl nicht geben.

Abseits aller Diskussionen um das "Französischsein" des FCS, sollte man nun auch auf dem Transfermarkt nachlegen und noch nach einem Abwehrspieler für die linke Seite und vor allem einer wirkungsvollen Verstärkung im Mittelfeld suchen, ob diese diese Spieler jetzt aus der eigenen Jugend oder Frankreich kommen.

Freitag, Januar 26, 2007

Reimsbach - Ein Wintermärchen

Die Wintermonate stellen für den deutschen Fußball im Normalfall eine Durststrecke dar. Nun befinden wir uns gerade in dieser Zeit, in welcher wir uns entweder des englischen Fußballs, der Erinnerung an erfolgreiche Zeiten (beim FCS müssen wir besonders weit zurückgehen) oder der Hallenturniere bedienen. Vor allem die Regionalliga wurde vom Fußballgott mit einer Winterpause gestraft, welche erst Ende Februar wieder verschwindet und den regulären Spielbetrieb freigibt.

Die Ausweichmöglichkeiten, welche der eigene Verein anbietet, beschränken sich dabei auf Testspiele und die Vorbereitung, wobei am Ende wohl nur das Testspiel gegen Bayern München die Massen in die frostige Kälte des Winterfußballs lockte.
Die Informationsmöglichkeiten für den Fan, der nicht gerade das Geld/die Zeit hat, seinem Verein überall hin zu folgen, sollten im Zeitalter des Web 2.0 eigentlich relativ groß sein. Beim FCS ist dies leider nicht der Fall. Bis auf einige, wenige Pressemeldungen, welche in aller Kürze die neuesten Testspieler und Testspiele abhandeln, bleibt die Berichterstattung auf der offiziellen FCS-Homepage farblos.

Als ich heute wieder einmal diese Website mit den nervtötenden Werbeeinblendungen besucht habe, fiel mir ein Artikel ins Auge, der schon seit dem 22.01.2007 online verfügbar ist. Es handelt sich dabei um einen Bericht über das Trainingslager der 2. Mannschaft in Reimsbach.
Der Artikel von Stephan Probst bleibt dabei stets auf der Ebene eines Trainingsberichts und dokumentiert akribisch die Erlebnisse der Oberligamannschaft, ohne dabei in eine nüchterne Objektivität zu verfallen. Detailgetreu und mit vielen Schnappschüssen ausgestattet gelingt es Probst mit einen Artikel zu schaffen, welche wohl am ehesten einer Mischung aus einem Fanzinebericht und Sönke Wortmanns Dokumentation "Deutschland - Ein Sommermärchen" gerecht wird.

Der ehemalige Co-Trainer Henkes, Alfred Kaminski, wandelt dabei stets auf Pfaden innovativer Trainerkollegen wie Jürgen Klinsmann. Als Trainer der 2. Mannschaft oftmals schon für die zuletzt schwachen Leistungen der Saarbrücker Jungtalente verantwortlich gemacht, zeigt er ins Reimsbach seine Ideen für eine bessere Rückrunde und bringt seinen Schützlingen die wichtige Lektion bei, dass Erfolg eine Sache des Mannschaftsgeists ist. So lässt er erst einmal einen alten Traktor aus dem Dreck ziehen.

Der Artikel bleibt stets nah am Geschehen und sammelt sowohl Eindrücke von den seltsamen, jedoch sehr interessanten Trainingsmethoden von Alfred Kaminski und nimmt dabei auch die Stimmung innerhalb der Mannschaft auf, sei es in Form von Bildern oder Textpassagen. Die Anspielungen zur Deutschen Nationalmannschaft werden auch mit dem Zitieren von Xavier Naidoos "Dieser Weg" noch einmal deutlich, selbst wenn letztlich die amerikanischen Fitnesstrainer mit Gummibändern fehlen.

Am Ende bleibt ein sehr lesens-/sehenswerter Bericht aus dem Trainingslager in Reimsbach, wenn auch ein Wermutstropfen bleibt: Der oft als "Teamleader" beschworene Nico Zimmermann wechselte heute zur benachbarten SV Elversberg, um dort sein Glück in der Regionalliga zu finden. Stefan Probst ist eine sehr interessanten dokumentarischen Aufarbeitung eines Trainingslagers der 2. Mannschaft gelungen. Solche Artikel würden auch der Rubrik zur 1. Mannschaft sehr gut zu Gesicht stehen!

Die 2. Mannschaft des 1. FC Saarbrücken bestreitet übrigens morgen ein Testspiel bei Eintracht Trier. Anpfiff ist um 14:30 Uhr.

Weblink: Artikel zum Trainingslager der 2. Mannschaft