Montag, März 12, 2007

Jäger spielt sich ins Rampenlicht

Er machte den letzten Samstag zum Fußballfeiertag:

Jonathan Jäger



Foto: fc-saarbruecken.de

Mit seinem zweiten Hattrick in der Saison 2006/07 bestätigte Jäger erneut seinen guten Ruf und wurde selbst vom Gästetrainer Starzmann mit folgenden Worten gelobt:
"Der einzige Erstligastürmer der Liga war heute nie unter Kontrolle zu halten."

Den FCS-Fans stärkte Jäger mit seinen Toren den Glauben in einen sportlichen Aufschwung. Dieser ist nicht unbegründet, da Jäger in den letzten drei Heimspielen insgesamt siebenmal(!) getroffen hat und seine lange Torflaute aus der Hinrunde beendet ist. Dies liegt wohl auch daran, dass das Zusammenspiel zwischen Jäger und der Kreativabteilung des FCS wieder effektiver geworden ist und der schnelle Franzose nun seine Stärken ausspielen kann. Mit seinen Treffern gegen Reutlingen zog er nicht nur mit Sturmkollege Saglik gleich, er wurde auch vom Kicker als Mann des Tages geehrt. Man darf gespannt sein, wie sich die Offensive des FCS entwickeln wird, wenn Saglik gegen Pirmasens wieder spielberechtigt ist.

Damit hat sich Jäger auch für höherklassige Vereine interessant gemacht. Der ehemaliga Stürmer von Metz und Le Havre (1. und 2. französische Division) hat in der Vergangenheit auch bewiesen, dass er auf höherem Niveau mithalten kann. So berichtete die BILD Saarland heute, dass Jäger derzeit von Hansa Rostock beobachtet wird. Gestützt wird diese Meldung von Augenzeugen, die am Samstag Perry Bräutigam im Ludwigspark sahen. Der ehemalige Hansa-Torwart war selbst vor Ort, um sich ein Bild von Jägers Fähigkeiten zu machen. Nach dem 4:0 gegen Reutlingen wird Jäger wohl einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, sodass er bald nicht mehr so einfach beim FCS zu halten ist.

Ein Abgang Jägers würde nicht nur den Verlust meines Lieblingsspielers (warscheinlich ist er das nicht nur für mich) darstellen, sondern auch dem FCS eine der zentralen Stützen der Mannschaft kosten. Mit seinen 12 Toren hat er diese Saison bisher ein Drittel aller FCS-Tore erzielt. Gute Leistung führt ja bekanntlich immer zu Abwerbungsversuchen anderer Vereine. Im Falle eines Weggangs würde der FCS wohl leer ausgehen, da laut verschiedenen Quellen der Vertrag von Jäger zum Saisonende ausläuft.

Quellen:

-Jäger Mann des Tages (Kicker.de)
-BILD Saarland vom 12.03.07
-FCS-Homepage
-transfermarkt.de

Sonntag, März 11, 2007

Die Trendwende?

Der FCS hat 4:0 gegen Reutlingen gewonnen. Ich selbst war nicht dabei. Eigentlich ärgere ich mich einerseits, mal ein anständiges Spiel des FCS verpasst zu haben, andererseits gönne ich vor allem Jonathan Jäger seinen Hattrick. Wo man vor nicht allzu langer Zeit die Worte "Abstieg" und "Oberliga" hörte, ist die Stimmung nun wieder optimistischer. Doch war das wirklich eine Trendwende?

Aus sportlicher Sicht war der Sieg keineswegs eine eindeutige Trendwende, da der FCS die zweitstärkste Heimmannschaft der Regionalliga Süd ist. Deswegen wird sich erst in den kommenden beiden Spielen zeigen, was der Sieg gegen Reutlingen wert war. Beim Auswärtsspiel in Pirmasens stehen sich eine heimschwache und eine auswärtsschwache Mannschaft gegenüber. Sollte der FCS hier endlich den Teufelskreis durchbrechen und den zweiten Auswärtssieg der Saison einfahren, hätte man eine wunderbare Ausgangsposition gegen die Stuttgarter Kickers, welche derzeit den 4. Tabellenplatz belegen. Kurz ausgedrückt: Die Mannschaft muss das Selbstvertrauen aus dem Sieg gegen Reutlingen mit nach Pirmasens mitnehmen. Sollte man nun wirklich eine kleine Serie starten, dürfte sich auch das Thema Abstieg erledigt haben.

In einer Hinsicht dürfte das Spiel gegen Reutlingen eine Trendwende dargestellt haben: Nach dem mißlungenen Versuch eines umfassenden Boykotts wird dieses Thema für viele abgehakt sein. Damit bewahrheitet sich das Vorurteil gegenüber FCS-Fans, die nach einem gewonnenen Spiel gleich wieder an Aufstieg denken. Ich will das jetzt nicht als negativ abstempeln, aber es ist tatsächlich ein wenig naiv (Welcher Fußballfan ist nicht ein klein wenig naiv, wenn es um seinen eigenen Verein geht?). Bedenklich dagegen ist es, sich durch kurzfristige Erfolge von der Arbeit des Vorstands und der sportlichen Leitung in den letzten Monaten ablenken zu lassen.
So betonte FCS-Präsident Ostermann jüngst in einem Interview mit der Saarbrücker Zeitung(SZ), dass der FCS "genügend Fußball-Kompetenz in den eigenen Reihen" habe. Dies wirkt genauso unfreiwillig komisch wie Didier Philippes Aussage, "er könne sich vorstellen, noch zehn Jahre in Saarbrücken zu arbeiten und die Mannschaft möglicherweise sogar in die Bundesliga führen". Da werden eigentlich nur Erinnerungen an Eugen Hach wach, der am Abend vor seiner Beurlaubung ankündigte, noch für mindestens vier Jahre in Saarbrücken zu bleiben.

So scheint auch in der Grundhaltung des Vereins vorerst keine "Trendwende" möglich zu sein. Einzig die Mannschaft hat dazu in sportlicher Hinsicht die Möglichkeit und dafür ist ein Sieg beim Abstiegskandidaten Pirmasens Pflicht.

Quellen:
-SZ vom 10.03.07 "FCS-Präsident redet Klartext" von M. Kipp und W. Wein

Mittwoch, März 07, 2007

Das Interesse ist da

Die Vormachtstellung der SV Elversberg im saarländischen Fußball ist gefährdet! Der alte Throninhaber ist noch lange nicht geschlagen und das Medieninteresse zeigt deutlich: Der FCS ist selbst dann noch ein Thema, wenn der Verein dem Abgrund so nahe steht, wie schon seit Jahren nicht mehr. Oder ist das Interesse vielleicht gerade deshalb vorhanden!?
Am Montag durfte sich die kleine SVE für kurze Zeit als moralischer Sieger des letzten Spieltags fühlen: Mit großem Foto und der Überschrift "Elversberg die Nr. 1 im Saarland" widmete die Saarlandausgabe der BILD-Zeitung unserem Nachbarverein fast eine halbe Seite im Sportteil, während sich der FCS mit einem kleinen Bericht über den via Internet angekündigten Fanboykott begnügen musste.
Doch so schnell verschwindet ein FCS nicht aus den Gazetten. Zuerst sorgten die Vertragsverlängerungen von Marina und Birkenbach dafür, dass man nun von einem baldigen Karriereende des Urgesteins Peter Eich ausgeht. Natürlich hätten es bessere (bzw. schönere) Umstände für einen Abschied Eichs sein können, jedoch erhält so die Jugend ihre Chance. So sind auch die Spekulationen um einen Abgang Birkensbachs erst einmal ad acta gelegt. Allein die Tatsache, dass bei Birkenbach eine Vertragsoption zur Verlängerung gezogen wurde, lässt Raum für Interpretationen frei. Ob diese Verträge für die Oberliga gelten, ist übrigens nicht bekannt.
Ein Ereignis, welches nur in Fankreisen Beachtung fand, war die peinliche Testspielpleite gegen den Verbandsligisten FV Eppelborn. Ein lustloses Gemisch aus Eich, Saglik, der Oberligamannschaft und einigen A-Jugendlichen ließ sich im FC-Sportfeld vorführen und verlor mit 2:5. Man mag alle möglichen Ausreden Entschuldigungen für dieses Ergebnis vorbringen, was nichts daran ändert, dass von vier Spielen gegen Verbandsligisten diese Saison genau eins gewonnen wurde (4:0 gegen Halberg-Brebach). Hier schützte die Presse den FCS mit dem "Mantel des Schweigens".
Ein weiteres Gerücht dreht sich um einen geplanten Stadionneubau in Zusammenhang mit dem Bau einer neuen Saarlandhalle. Schließlich würde bei einem Neubau der Saarlandhalle an gleicher Stelle Teile des FCS-Trainingsgeländes einfordern. Inwiefern ein neues Stadion für den FCS finanzierbar ist, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt, ist bei diesem Gerücht wohl eine eher unbedeutende Frage, auch wenn z.B. in der Oberliga wohl kein Bedarf an einem Neubau vorhanden ist.
Das wohl bemerkenswerteste Gerücht fand sich heute in der Saarbrücker Zeitung(SZ). Dort brachte man mit Mario Basler und Frank Fleschenberg zwei neue Namen mit dem FCS in Verbindung. Basler, der zuletzt mit Jahn Regensburg glücklos was, wird als Nachfolger von Didier Philippe gehandelt, während man dem FCS Interesse an Fleschenberg als Manager in Reihen der Blau-Schwarzen nachsagt. Zum einen wäre damit für ein prominentes Gesicht aus dem Trainersessel gesorgt, zum anderen hätte man wieder einen Manager, dem schon einmal in Saarbrücken gute Arbeit attestiert wurde, hätte der FCS nicht bereits ein Interesse dementiert. So war wenigstens der Gesprächsstoff vorhanden, welcher die Erinnerung an alte Zeiten (Saison 01/02) aufleben ließ.
Man kann keinesfalls behaupten, dass niemand mehr am FCS interessiert wäre. Doch sind es wirklich die essentiellen Themen, die von der Presse immer wieder in den Vordergrund gebracht werden, oder liegen diese versteckt und unbeachtet unter dem "Mantel des Schweigens"?

Quelle:
-BILD Saarland vom 05.03.07
-SZ vom 07.03.07

Sonntag, März 04, 2007

Wohin gehen wir?

Das Leben ist wie eine große Wanderung. An jeder Abzweigung fällt entscheidet man für ein Neues, welche Richtung man einschlägt. Bei unserer Wanderung kommen wir dabei eigentlich jeden Tag an mehrere Abzweigung, von denen einige von größerer, andere nur von kleinerer Bedeutung sind. Als FCS-Fan ist man genau jetzt an der Abzweigung angelangt, die neben unzähligen Richtungen auch die Ungewissheit birgt, ob man nicht in einer Sackgasse landet.

Ihren Ursprung hat diese verzwickte Ausgangslage auch im sportlichen Weg des Vereins, der miserabel in die Rückrunde gestartet ist. Das Thema "Oberliga" spukt bereits in den Köpfen vieler, wohl auch vom Schicksal des Lokalrivalen Eintracht Trier genährt. Deswegen ist es wohl für alle FCS-Anhänger an der Zeit, sich mit Themen wie Vorstand, Einkaufspolitik oder Mannschaft zu befassen.

Erster Anlaufpunkt während den Spielen sind da natürlich die Internetforen. Da wird dann zuerst von einigen Usern dann zum Boykott des nächsten Heimspiels gegen Reutlingen aufgerufen (Link). In der Selbstdarstellung dieser Aktion wird der Aufruf damit begründet, dass "diese Truppe" keine finanzielle Unterstützung mehr verdient habe. Die Sache ist damit auch in sich logisch, da die schlechten Ergebnisse in letzter Zeit, gepaart mit einer Mannschaft, mit der man sich nicht mehr wirklich identifizieren kann (was daran liegt, dass der FCS in letzter Zeit immer weniger auf die eigene Jugend setzt), dazu geführt haben, dass man eigentlich keinen Lust mehr hat, sich die Mannschaft anzusehen.
Das Manko dieses Aufrufs lässt sich schon in der Bezeichnung "Online-Aktion" erkennen. Wenn man das Ziel, die Fans aus allen Fanblöcken zum Boykott zu bewegen, erreichen will, darf man eine solche Aktion nicht alleine über das Internet starten. Eine Bekanntmachung über Handzettel beim nächsten Heimspiel würde mehr Fans erreichen und auch ein gewisses Medieninteresse sicherstellen. Für die eigentliche Aktion müsste man sich da mehr Zeit lassen. So sehe ich die Erfolgsaussichten als gering an.

Zu diesem Vorschlag gibt es auch Gegenstimmen, welche sich frei nach dem Motto "graad selääds" (Jetzt erst recht!) das Ziel verfolgen, alle Fangruppen für ein dauerhaftes Anfeuern beim Reutlingen-Spiel zu vereinen. Die Grundidee an sich ist eigentlich löblich, entbehrt sich aber nicht eines gewissen Idealismus. So machen sich einige Befürworter dieses Vorschlags Sorgen, ob nicht sie am Ende auch Schuld daran tragen, wenn die Mannschaft verliert. So lautet die Devise dann halt "Dauersupport". Doch auch er Erfolg dieser Idee ist fraglich, da es zum einen gilt, eine zerstrittene Fanszene zu einigen, andererseits mit dem Boykottaufruf ein konkurrierendes Modell existiert. Am Ende könnte es zwar eine Gruppe von supportwilligen Fans diese Aktion durchführen, jedoch glaube ich nicht, dass dies einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird.

Neben diesen Vorschlägen zum Reutlingen-Spiel gibt es noch die Grundsatzdiskussion, ob man überhaupt gegen einen Vorstand protestieren kann, wenn man nicht im Stadion ist, ob zu viele Franzosen in der Mannschaft sind oder ob sich der FCS überhaupt einen Wechsel in der Führungsetage leisten kann. Somit sind die Diskussionen eigentlich gleich geblieben, wohingegen sich die sportliche Situation nicht entspannt hat.

Inwiefern diese Aktionen umgesetzt werden und ihren Erfolg haben, wird sich bei den nächsten Spielen zeigen. Kritiker haben nicht umsonst schon angemahnt, dass solche Aktionen oft von "Tastaturtätern" ins Leben gerufen werden, aber keine praktischen Auswirkungen auf die Mannschaft und die Fanszene haben.
Wohin wir letztlich gehen, müssen wir für uns selbst entscheiden. Falsch wäre es, wenn wir uns die Entscheidung durch jemand anders vorschreiben lassen.
Die Mannschaft muss ihren Weg jedoch auf dem Platz alleine gehen. Und damit dieser nicht in die Oberliga führt, ist ein Sieg dringend notwendig.

Freitag, März 02, 2007

In Siegen nichts Neues

Zuerst beginne ich mal mit den guten Nachrichten:
Der FCS hat zum ersten Mal seit 540 Minuten wieder auswärts getroffen. Das waren ziemlich genau 9 Stunden ohne einen Treffer in der Fremde. Außerdem hat Taifour Diane erstmals seit dem 7. November 2005 wieder mal ein Tor geschossen.
Damit sind die guten Nachrichten aber auch schon abgehandelt.

Ich will mich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, da ich schließlich nicht den Weg nach Siegen angetreten bin. Jedoch kann man auch aus der Ferne sagen, dass sich der Verein wieder als Abstiegskandidat präsentiert hat. Schon die Aufstellung von Trainer Didier Philippe wirft einige Fragen auf:
Warum war Victor Samb nicht in der Startaufstellung?
Wieso lässt man den stärksten Verteidiger Assoumani auf der Bank?
Warum spielt man ohne einen gelernten, rechten Mittelfeldspieler?

Darf man dem FCS-Liveticker glauben (dem SFS-Liveticker übrigens auch), so muss Enver Marina ständigen Angriffen ausgesetzt gewesen sein. Zudem müssen die Sportfreunde recht fahrlässig mit ihren Chancen umgegangen sein. Dass es am Ende bei nur 2 Gegentoren blieb, kann sich am Saisonende vielleicht noch als glücklicher Zufall erweisen. Das selbstgesteckte Saisonziel (Platz 3) ist zurzeit 10 Punkte entfernt, ein Abstiegsplatz nur 4 Punkte, wobei dieser Vorsprung morgen auf einen Punkt schrumpfen könnte.

Das, was bei Sportjournalisten "klassischer Fehlstart" genannt wird, ist somit eingetreten. Der FCS hat von 6 möglichen Punkten nur einen aus den ersten beiden Spielen geholt und darf sich somit wieder in den Abstiegskampf begeben.

Was tun? Dass jetzt einige Leute in Abstiegsängste und Panik verfallen, kann ich schon verstehen. Der Verein ist der Oberliga auf einmal deutlich näher. Laut Trainer Philippe wissen er und seine Mannen, um was es geht (zumindest behauptete er das auf der Pressekonferenz in Siegen). Doch sind sich Vorstand/Trainer/Mannschaft wirklich ihrer Situation bewusst?

Der FCS steht vor dem Sturz in die Bedeutungslosigkeit.

Daran kann sich zuerst nur auf sportlicher Ebene etwas ändern, unabhängig davon, dass schnellstens ein Paradigmenwechsel im FCS her muss. Fraglich ist nur, ob sich das mit einer gespaltenen Fanszene realisieren lässt.
Doch dieses Thema gibt es ein anderes Mal. Gegen Reutlingen muss gewonnen werden, damit wir nächste Saison nicht nach die Reise nach Salmrohr, Hasborn oder Homburg antreten.

Mittwoch, Februar 28, 2007

Fremde Zahlen

Der FCS macht mich immer wieder sprachlos. Also werfe ich heute mal ein paar Zahlen in den Raum.

Der letzte Auswärtssieg des 1. FC Saarbrücken war am 05.08.2006. Das war am 1. Spieltag. Somit ist der FCS seit 9 Spieltagen und 205 Tagen ohne Auswärtssieg. In der Fremde hat der FCS bisher 8 Tore erzielt und hat somit den zweitschlechtesten Wert der Liga inne. In dieser Saison konnte der FCS erst 7 Punkte aus der Fremde entführen. 50% aller Auswärtsspiele gingen verloren. Unter Trainer Philippe erreichte der FCS bisher 2 Auswärtspunkte in 4 Spielen. Das letzte FCS-Tor außerhalb des Ludwigsparks erzielte Mahir Saglik am 30.09.2006 im Stadion an der Grünwalder Straße gegen die Reserve der Münchner Löwen. Damit ist der FCS seit 479 Minuten ohne Auswärtstor. Das sind fast 8 Stunden ohne ein Jubeln in der Fremde.

Braucht man noch mehr Belege für die Auswärtsschwäche der Blau-Schwarzen? In Siegen gilt es die Negativserie zu beenden, bevor die Abstiegspanik in Saarbrücken ausbricht. Sonst heißt es ganz schnell: Ab nach Hause!

Samstag, Februar 24, 2007

Marina bekommt neue Chance

Es gibt sie noch, die mutigen und unerwarteten Personalentscheidungen beim FCS!



Enver Marina, der sich nach seinem Patzer in Stuttgart einige Kritik einhandelte, wird morgen in München zwischen den Pfosten stehen. Weder das lebende Denkmal Peter Eich, noch der ambitionierte Jungstar Birkenbach haben das Tauziehen um die Nummer 1 gewonnen. In München selbst wird die ehemalige Nummer 1 Peter Eich nicht einmal auf der Bank sitzen. Gegenüber der Saarbrücker Zeitung sagte Trainer Philippe:
"Für Peter ist es schwieriger, auf der Bank zu sitzen. Davor habe ich zuviel Respekt."

So kann man es auch sagen, wenn es eine leistungsbedingte Umbesetzung in der Mannschaftshierarchie gibt.
In den bekannten Fanforen ist man derweil geteilter Meinung. Während die Anhängerschaft von Peter Eich eine baldige Rückkehr ihres Idols fordert und die Birkenbach-Fraktion sich über die Nichtberücksichtigung der Nachwuchshoffnung beschwert, gibt es auch Leute, die mit der Entscheidung Philippes zufrieden ist.
Genau diesen Leuten schließe ich mich hiermit an.
Mir gefällt es, dass Enver eine neue Chance erhält. Man darf nicht wegen einem Patzer einen ganzen Torhüter als untauglich abstempeln (Nicht auszudenken, was los wäre, wenn man das ausnahmslos bei allen FCS-Torhütern anwenden würde!) und dabei sein Können in Frage stellen. Dass Enver Marina auch auf hohen Leistungsniveau mithalten kann, hat er in eindrucksvoller Weise im Pokal gegen Mainz bewiesen.
Vor allem Marinas Sicherheit bei hohen Bällen und die Tatsache, dass ihm von allen drei FCS-Torhütern die zielsichersten und weitesten Abschläge gelingen, dürften am Ende für ihn gesprochen haben.
Ich wünsche Enver morgen viel Erfolg, auch wenn er es wohl nicht einfach haben wird, da mit Assoumani und Hornig die beständigsten Innenverteidiger fehlen.

Quellen zum Beitrag:
-SZ-Artikel "Eich ist nicht mehr die Nummer 1" von T.Klein
-SR-Online

Dienstag, Februar 20, 2007

Eindrücke vor dem Spiel in München

Es sind nur noch wenige Tage bis zum Ende der Winterpause, welches praktisch mit dem Auswärtsspiel in München eingeleitet wird. Darum ist genau jetzt der Zeitpunkt gekommen, um sich ein paar Gedanken zu machen, vor allem, wenn man das Testspiel gegen Pfullendorf miterleben durfte.

Ein Besuch dieser Partie erschien doch irgendwie lohnenswert. Schließlich ist ein Vergleich mit einem Ligakonkurrenten immer aussagekräftiger als das Kräftemessen mit einer Millionentruppe aus München. Nicht zuletzt der kostenlose Eintritt und das altehrwürdige FC-Sportfeld als Spielort sollten das Testspiel schmackhaft machen. Immerhin erschien die Atmosphäre eines halbwegs gefüllten FC-Sportfeldes bei schönem Wetter doch weitaus angenehmer als ein gähnend leerer Ludwigspark.



Das Spiel bot dagegen das krasse Gegenteil der netten Kulisse. Von Spielaufbau her sah man zwei Abstiegskandidaten, welche nur selten mal einen kreativen Einfall für sich verbuchen konnten, dafür aber eine harte Gangart an den Tag legten. Didier Philippe hatte den Mut erbracht und ließ mit drei Angreifern spielen: Diane als Mittelstürmer, Deschamps und Jäger als Flügelstürmer. Leider konnte weder Jäger seine Schnelligkeit, noch Diane seine Kopfballstärke ausspielen, sodass der FCS gegen solide Pfullendorfer machtlos blieb. Deschamps Stärken konnten sich bei diesem Testspiel noch nicht zeigen. Bis auf 1-2 Chancen war vom FCS in der 1. Halbzeit wenig zu sehen.

Auch bei Pfullendorf entwickelte sich wenig aus dem Spiel heraus, sodass der einzige Treffer des Tages nach einer Standardsituation. EIn Freistoß von links fand seinen Abnehmer in Marc Lerandy, welcher den Ball ins Tor köpfte. Peter Eich verschätzte sich und traf mit dem Herauslaufen die falsche Entscheidung. Dieser Torwartfehler bescherte schon in der 22. Minute den Endstand.
Danach ging alles im gleichen Trott weiter. Die Verteidigung des FCS spielte unauffällig, das FCS-Mittelfeld spielte uneffektiv und der FCS-Angriff spielte nur selten mal vor des Gegners Tor.

In der zweiten Halbzeit wurde kräftig durchgewechselt und auch der derzeitig gesperrte Stürmer Mahir Saglik durfte ran. Aber auch er konnte nicht wirklich etwas ändern. Positiv zu vermerken ist, dass sich kein konditioneller Einbruch in Form des "späten Gegentreffers" bemerkbar machte, jedoch blieben auch hier erspielte Chancen Mangelware. Ein geordneter Spielaufbau war leider nicht erkennbar. Der neu ins Spiel gekommene Torhüter Enver Marina spielte eine souveräne Partie, auch wenn er nicht oft geprüft wurde.



Am Ende bleibt das Fazit, dass der FCS, vielleicht auch aufgrund der Krankheitswelle in der Mannschaft, zurzeit sehr schwach auftritt und noch nicht zur richtigen Taktik gefunden hat. Ein 4-3-3 scheint doch nicht die beste Option zu sein, auch wenn ich in dieser Konstellation noch gerne einen Victor Samb sehen würde, der einem Dreierangriff sicherlich dienlicher ist als Hadji oder Nehrbauer. Trotzdem verstärkt dieses Testspiel nur die Sorge auf das bevorstehende Spiel im Stadion an der Grünwalder Straße. So spielt keine Mannschaft, die sich von den Abstiegsrängen absetzen will!

Freitag, Februar 16, 2007

Ein Jahr FCSBlog

Heute vor einem Jahr habe ich den Eröffnungsbeitrag hier im FCSBlog geschrieben. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht was mich erwartet. Das Terrain der Blogosphäre war damals Neuland für mich und nur das Ende von blutgraetsche.de war Anlass, dieses Blog zu eröffnen. Nun liegt der Tag der Eröffnung genau ein Jahr zurück und über 100 Beiträge haben sich in dieser Zeit angesammelt. Das ist Grund genug, um mal die vergangene Zeit Revue passieren zu lassen.
Anfangs hatte ich so meine Zweifel, ob überhaupt jemanden die Meinung eines damals 16-Jährigen zum FCS interessieren würde. Durch das erste Feedback, auch durch ältere FCS-Fans, haben sich diese Zweifel dann beseitigt. Nach kurzer Anfangsphase fiel mir dann auch das eigentliche Bloggen leichter. Auch wenn in diese Zeit der vermeidbare und schmerzliche Abstieg des FCS fiel, habe ich mit dem Bloggen durchgehalten. Vielleicht ist auch der Unmut über die FCS-Führung genug Ansporn gewesen, dass ich noch heute meinen Senf über den Verein abgebe. So ganz wird man seiner Mannschaft nie den Rücken kehren können.
Nach dem Abstieg habe ich dann versucht Abwechslung in die Themen zu bringen, was zur FCS-Flopserie und später zu den Videobeiträgen führte, welche im Nachhinein wohl in der Anfangsphase wirklich schlecht waren. Für diese Jugendsünden bekam ich auch einiges an Kritik zu hören. Für diese Kritik, die ich mal im Stadion, mal hier im Blog mitbekam, bin ich sehr dankbar. Ohne Verbesserungsvorschläge würden die Beiträge wohl heute noch aus grottenschlechten Witzen über die Abschlussschwäche des FCS bestehen.
Persönlich hat mir neben "FCSBlog on Tour" das Interview mit Dieter Ferner am meisten Spaß gemacht, wohl gerade deshalb, da es das erste Video mit einem längeren Interview wurde. Für die Zukunft hoffe ich, mal wieder einige Gespräche mit Leuten rund um den Fußball führen zu können. Hoffentlich haben die dann auch die Bereitschaft, mal einige Minuten für das FCSBlog und die Digitalcamera, die mich seit einiger Zeit begleitet, zu opfern.

In letzter Zeit bin ich wieder verstärkt zu den "normalen" Beiträgen übergegangen, wobei hier in letzter Zeit oft die Presse den Gesprächsstoff geliefert hat. Irgendwann sind auch fiktionale Texte Bestandteil des FCSBlogs geworden, wobei diese eher einen geringeren Anteil der Beiträge darstellen.
Und somit sitze ich jetzt hier und mache genau dasselbe wie vor einem Jahr: Bloggen.

Zuletzt will ich noch ein paar Grüße und Danksagungen loswerden:
-Danke an alle Kommentatoren für ihre Meinungen und Anregungen
-Danke an meine Familie, die meinen FCS-Wahn unterstützt
-Danke an alle "Kameramänner" (Helge, Spriddi und Ogge)
-Danke an die Foren auf ludwigspark.de und fc-saarbruecken.de, die mir viele Anregungen liefern und immer interessante Diskussionen liefern
-Danke an die saarländischen Medien
-Grüße an meine "Mitleistungskursler" in Englisch, Deutsch und Politik
-Grüße an alle FCS-Fans

Das war es dann auch fast mit meinem Jubiläumsartikel. Als kleines Extra und als Beweis dafür, wie groß mein Redefluss bzw. meine Blogeinträge manchmal wirklich sein können, gibt es den kompletten Spielbericht zum Testspiel gegen den FCS als "Author's cut" hier als Download.

Bis zum nächsten Beitrag!

Donnerstag, Februar 15, 2007

Trainer + Präsident = Sportdirektor?

So wie die Saarbrücker Zeitung (SZ) gestern berichtete, wird wohl die vakante Position des Sportdirektors beim 1. FC Saarbrücken ab sofort von einer Doppelspitze ausgefüllt: Didier Philippe und Hartmut Ostermann!

Der Pressebericht stützt sich auf die Angaben von FCS-Pressesprecher, welcher erklärte, dass man noch überlege, "die Stelle perspektivisch neu zu besetzen". Jedoch gibt es keinen zeitlich festgesetzten Rahmen, in welchem man einen neuen Sportdirektor verpflichten will.

Kurz vor Rückrundenbeginn wird Ostermann damit ungewohnt aktiv. Schon in einem Interview auf der FCS-Homepage gab der FCS-Präsident letzte Woche die Ziele für die aktuelle und die kommende Saison aus (gewohnt "optimistisch" lauten die Vorgaben: 06/07: erste Sechs 07/08: Aufstieg). Das hartnäckige Gerücht, Ostermann hätte sein Verbleiben als Präsident vom Schicksal Henkes abhängig gemacht, bestreitet er im Interview mit diesen Worten:
Es war die Spekulation eines Journalisten, mit dem gar nicht gesprochen habe. Wir haben vor der Saison einen 2-Jahres-Plan ausgegeben und den halten wir ein. Sollten wir nach der Saison 2007/2008 nicht in die Zweite Liga zurückgekehrt sein, dann müssen sich andere um eine neue Konstellation bemühen.

Aufgrund dieser Wortwahl stellt sich natürlich sofort die Frage, ob mit dieser "neuen Konstellation" ein FCS-Präsidium ohne Hartmut Ostermann gemeint ist. Die Antwort darauf wird man jedoch frühestens im Sommer 2008 erfahren.

Jedoch beschäftigt viele schon jetzt die Frage:
Was ändert sich mit Ostermann als "halbem" Sportdirektor?

Vermutlich wird sich nichts ändern!
Fraglich ist, ob mit dieser personellen Umbesetzung sich auf einmal ein Aufgabengebiet findet. Ein solches wurde nämlich für Michael Henke schon vergeblich gesucht, was Anlass zur Spekulation gibt, dass Geschäftsführer Dr. Coen im Hintergrund den Aufgaben des Sportdirektors nachgeht. In Fankreisen wurde stets die Glaubwürdigkeit des Rücktritts von Dr. Coen als Sportdirektor im November 2005 angezweifelt.
Ein anderes Manko der neuen Rollenverteilung beim FCS ist die augenscheinliche Ungleichberechtigung des Sportdirektorduos Ostermann/Philippe. Als Präsident hat Ostermann per Definition den größeren Einfluss auf das Transfergeschehen und könnte somit leicht Entscheidungen über Philippe hinweg fällen. Ostermann stand schon früher in der Kritik, das sportliche Geschehen zu sehr mitbestimmen zu wollen. So z.B. beim 0:4 gegen Offenbach im Sommer 2006, als er laut SZ in der Halbzeitpause die Auswechslung Tam Nsaliwas gefordert habe.

Genauen Aufschluss darüber, welche Wirkung das neue Sportdirektorduo zeigt, werden erst die kommenden Wochen geben. Jedenfalls werden in dieser Konstellation weiterhin die Interessen des Präsidiums gedeckt sein.

Quellen und weiterführende Links:

- SZ-Artikel "Philippe und Ostermann übernehmen Henkes Job" vom 15.02.07
- "Ich erwarte eine deutliche Steigerung" Interview mit Hartmut Ostermann (Link)
- SZ-Artikel "Der Rausschmiss kam per Telefon" vom 05.05.06

Sonntag, Februar 11, 2007

Neuer Fanshop in Saarbrücken

Es geschehen immer wieder Zeichen und Wunder.

Dieses mal ist dieses kleine Wunder im Bereich des Fanartikelverkaufs eingetreten. Demnächst wird nämlich in der Saarbrücker Diskontopassage ein neuer Fanshop eröffnet! Und wenn wir mal ganz ehrlich sind: Das war doch eigentlich schon längst überfällig. Wer hat es nicht satt, für jede Winzigkeit (Schals, Kartenvorverkauf etc.) in die Berliner Promenade abzubiegen und in einem der unzähligen Gebäude den 3. Stock zu erklimmen? Wem das Treppensteigen nicht behagt, muss sich mit einem Fahrstuhl zufrieden geben, der im 3. Stock jedes Mal anstatt der zu erwartenden "3" komischerweise die "7" im Display anzeigt. Diese Tage dürften damit gezählt sein, selbst wenn die offizielle Geschäftsstelle weiterhin ihren angestammten Platz behält.

Während das ludwigspark.de-Blog heute schon mit einem Bild dieses neuen Fanshops berichtete, gelang es einem User des FCS-Forums eine Meldung, die aus der Zukunft zu stammen scheint, zu entdecken.
Frank Falkenauer hat entweder die Macht über Zeit und Raum, oder er schreibt seine Meldungen für die offizielle im Seite schon im Vorraus mit dem dazugehörigen Datum der Veröffentlichung. So erklärt sich auch die Tatsache, dass über die Eröffnung des Fanshops in der Vergangenheitsform geschrieben wird.
Zentraler geht's nicht! Am Freitagmorgen um 10 Uhr hat der neue FCS-Fanshop gegenüber der Sparkasse in der Saarbrücker Diskontopassage eröffnet.


Daneben wird auch mit Didier Philippe und einigen Spielern als Gästen geworben. Man darf also gespannt sein, wie sich der Fanshop machen wird. Ich denke, dass vor allem die Laufkundschaft dem FCS nun nicht mehr fehlen wird, da die Diskontopassage öfters besucht wird, als so manches Bürogebäude in der Berliner Promenade. Darf man der Pressemeldung von Falkenauer glauben, so wird die Eröffnung am kommenden Freitag, dem 16.02.07 stattfinden.

Auch ich werde mir wohl bei Gelegenheit den neuen Fanshop näher ansehen und dann hier mein endgültiges Urteil abgeben.

Donnerstag, Februar 08, 2007

Von der Winterpause und ihren Folgen

Nach einem halben Jahr in der Regionalliga, merkt man mal wieder, was durch den Abstieg wirklich verlorenen gegangen ist. In dieser Liga, welche mit Provinzclubs, Bundesligareserven und heruntergekommenen Traditionsvereinen bestückt ist, fehlen irgendwie doch der zu einem Viertel gefüllte Ludwigspark (statt nur 1.500 Zuschauern), Chadlj Amri, die wenigen Mannschaften, die mal mehr als 50 Fans mitbringen und vor allem die relativ kurze Winterpause. Während in der 2. Bundesliga schon seit dem 19 Januar wieder das Leder rollt, müssen wir noch bis zum 25. Februar warten, bevor wir wieder ein Pflichtspiel des FCS miterleben dürfen.

Auch wenn die Winterpause für ein paar Wochen die grausamen Auftritte unserer Mannschaft in der Hinrunde verdrängt, so wird man spätestens Mitte Januar ungeduldig und erwartet sehnsüchtig die Rückrunde. Nach den Abgängen von Henke, Lintjens, Reuter und Haastrup werden auch viele den ein oder anderen Grund mehr haben, endlich wieder in den Ludwigspark zu gehen. Doch bewältigt man in der Winterpause seine eigene Blau-Schwarzsucht?

Mit einem Internetanschluss ist die Beantwortung dieser Frage wohl kein Problem. Zuerst einmal ist das Forenzapping an der Reihe. Dies ist eine der schöneren Beschäftigungsarten, wobei auch immer die Gefahr lauert, dass ein Thema zu Tode diskutiert wird. Hierbei gilt die Faustregel, dass bei geringer Themendichte auf die Klassiker "Stimmungsdiskussion" oder "Haben wir zu viele Franzosen im Team?" zurückgegriffen wird. Das einzige Thema, welches über einen längeren Zeitraum die Leute fesselt, ohne dass es je zu abgedroschen wird, ist die Diskussion um das Präsidium. So wird es wohl auch bei den meisten anderen Vereinen der Fall sein.
Ganz seltsame Blüten treibt dabei Gesichterparty.de, wo pro Tag warscheinlich zig FCS-Gruppen gegründet werden und bald darauf wieder verschwinden.

Schaut man sich zur Abwechslung in der Presse um, wird man nicht gerade mit vielsagenden Texten erschlagen. So berichtete die BILD-Zeitung jüngst über Hadjis gestohlene Unterhose oder man konnte Didier Philippes Zielsetung in der Saarbrücker Zeitung verfolgen. Nach dem Bayerntestspiel hat das Medieninteresse wieder deutlich abgenommen. Es bleiben nur sporadische Berichterstattungen des SR über die Testspiele und minimale Ereignisse übrig. So eine Winterpause ist nämlich in der Regel sehr langweilig.

Was also tun, wenn man so langsam mal wieder ins FCS-Fieber gerät?

-alte Videoberichte aus früheren Zeiten ansehen! Ein Videoabend mit ein paar Freunden könnte schon helfen.
-in alten Stadionheften lesen! Nur muss hier die Menge stimmen, da der Berg an Werbeanzeigen die Freude leicht trüben kann.
-nach alten FCS-Büchern stöbern! Auf dem Flohmarkt oder im Internet wird man relativ leicht fündig.
-die Autogrammkartensammlung mal wieder durchsehen und sortieren! Sei es Felix Magath oder Sambo Choji, Erinnerungen werden immer wach.
-mal wieder einen FCS-Schal tragen! Auch wenn es nicht zum Stadion geht, hat man im Winter immernoch einen guten Anlass, seine Schalsammlung im Alltag zu tragen.

Wem diese Ansammlung von Ratschlägen zu seltsam erscheint, kann sich auch der eigentlichen Herausforderung des Alltags stellen und sich in der Winterpause einfach nur seinem Leben widmen. Denn eines ist klar: In der WInterpause können keine FCS-Niederlagen für schlechte Laune sorgen!

In diesem Sinne

Mittwoch, Januar 31, 2007

Abgang mit Ankündigung

Was gab es nicht alles über Michael Henke zu berichten? Nach seinem Kurzinterview hier im Blog, einigen weniger guten Auftritten, der erzwungenen Entmachtung als Trainer und seinen großen Leistungen für das Saarland, ist es an der Zeit, Abschied zu nehmen. Michael Henke wird seinem alten Chef Ottmar Hitzfeld nach München folgen, um dort den angeschlagenen Rekordmeister FC Bayern aus der Krise zu befreien. Doch schon die Art, wie sich dieser Abschied vor kurzem ankündigte, ist schon interessant.

In der gestrigen Ausgabe der Saarbrücker Zeitung (SZ) erschien ein kritischer Artikel von Thorsten Klein zur Personalpolitik des FCS. Schon in der Überschrift wird Henke zitiert ("Ich hätte Olivier nicht abgegeben") und man bekommt den Eindruck nicht los, dass im Transferkomitee (laut SZ bestehend aus "Bernd Coen, Fritz Fuchs, Michael Henke, Didier Philippe und Alfred Kaminski") kein Mitspracherecht für den ehemaligen Cheftrainer vorhanden war. Dass das aktuelle Gesprächsthema in wohl jeder Diskussionsrunde irgendwann undurchsichtig wird, stellte auch Henke fest:
"Wir haben nur darüber diskutiert, ob wir die Freigabe erteilen. Für mich aber ist entscheidend, wenn wir sie abgeben, wohin wir sie abgeben. Darüber ist nie gesprochen worden."

Am Ende stand der Abgang der jungen Spieler Zimmermann, Olivier und Weber zum Ligakonkurrenten Elversberg fest. In bester Manier eines kritikfreudigen Fans oder eines Talkshowgasts äußerte Michael Henke noch einmal seinen geballten Ärger über die Verfahrensweise bei diesen Abgängen:
"Von mir hätte ein Spieler ablösefrei für Elversberg keine Freigabe bekommen. ... Über Olivier ist nie diskutiert worden. Sportlich ist diese Entscheidung nicht zu vertreten."


Dabei kann man Henke eigentlich ganz gut verstehen! Wer würde sich nicht übergangen fühlen, wenn auf einmal ein Spieler wechselt, von dem man sich noch so einiges erhofft hatte. Zumindest ist es sehr ungewöhnlich, mitten im Abstiegskampf Spieler an einen direkten Konkurrenten abzugeben, auch wenn allenfalls einer dieser Kandidaten ernsthaft ein Thema für die 1. Mannschaft hätte werden können. Was bleibt sind neue (eigentlich alte) Informationen über Bernd Coen, den ehemaligen (?) Sportdirektor, und ein lautstarker Abgang Henkes.

Nun ist Henke Geschichte und sein Abgang lässt für Interpretationen freien Raum. Mit hoher Warscheinlichkeit wollte Henke noch einmal vor seinem Abgang die Gelegenheit nutzen und die Arbeitsbedingungen in Saarbrücken kritisieren. Und selbst wenn man schon oft im Stadion den Rauswurf Henkes beschwört hat, zeigen seine Worte, dass in Saarbrücken noch längst nicht alle Ungereimtheiten Geschichte sind.

Quellen zu diesem Beitrag:
-SZ-Artikel "Ich hätte Olivier nicht abgegeben" von T.Klein (30.01.07)
-Sportdirektor Henke verlässt FCS (fc-saarbruecken.de)

Montag, Januar 29, 2007

L’identité française et les transferts

Beim FCS herrscht ein latentes Stürmerproblem, trotz der beiden Goalgetter Jäger und Saglik. Wenn man bedenkt, dass beide nicht die Konstanz aufweisen, um dauerhaft zu treffen, dazu noch berücksichtigt, dass Saglik für die nächsten drei Pflichtspiele gesperrt ist und man dann noch die Sturmkonkurrenz betrachtet, kommt man nicht an einem weiteren Angreifer vorbei. Hajdarovic und Karaoglan zeigten in letzter Zeit selbst in der Oberliga, dass sie in ihrer Entwicklung zurzeit auf der Stelle treten und Tai Dianes Verletzungspech und hohes Alter lassen nur wenige an seine Rückkehr glauben.

Einen neuen Stürmer hat der Verein mit Guillaume Deschamps bereits gefunden. Für viele ist das schon jetzt ein weiterer Kritikpunkt an der Transferpolitik des Vereins.

Was von vielen Seiten bemängelt wird, ist die fehlende Nachwuchsförderung. So verließen in der Winterpause auffällig viele junge Spieler, meist aus der Oberligamannschaft, den Verein. Einige zog es dabei nach Elversberg. Vielen ist auch die steigende Zahl an Spielern mit französischem Pass ein Dorn im Auge.

Auch wenn viele spöttische Kommentare den FCS zurzeit eher als französischen Zweitligisten sehen, will ich das Thema doch sachlich angehen:
Einen Spieler sollte man nach seinen fußballerischen Fähigkeiten und nicht nach seinem Pass beurteilen!

Die Nähe zu Frankreich und die Vorgeschichte des FCS als inoffiziellem Meister der 2. französischen Division sollte nicht als nötiges Übel angesehen werden, sondern als historisch interessanter und bedeutsamer Abschnitt in der FCS-Historie gewürdigt werden, unabhängig davon, wie viele Franzosen man zurzeit im Kader hat.

Ob Deschamps als Stürmer den gewünschten Erfolg bringen wird, ist allerdings fraglich. Aus der Jugend von Olympique Marseille stammend, fasste er dort nach einer schweren Verletzung nie Fuß. Seine Torausbeute von 25 Toren in 108 Spielen der 2. französischen Liga erscheint eher mager. Trotzdem wird erst die Rückrunde zeigen, wie sich Deschamps in die Mannschaft einfügt. Sprachprobleme sollte es wohl nicht geben.

Abseits aller Diskussionen um das "Französischsein" des FCS, sollte man nun auch auf dem Transfermarkt nachlegen und noch nach einem Abwehrspieler für die linke Seite und vor allem einer wirkungsvollen Verstärkung im Mittelfeld suchen, ob diese diese Spieler jetzt aus der eigenen Jugend oder Frankreich kommen.

Freitag, Januar 26, 2007

Reimsbach - Ein Wintermärchen

Die Wintermonate stellen für den deutschen Fußball im Normalfall eine Durststrecke dar. Nun befinden wir uns gerade in dieser Zeit, in welcher wir uns entweder des englischen Fußballs, der Erinnerung an erfolgreiche Zeiten (beim FCS müssen wir besonders weit zurückgehen) oder der Hallenturniere bedienen. Vor allem die Regionalliga wurde vom Fußballgott mit einer Winterpause gestraft, welche erst Ende Februar wieder verschwindet und den regulären Spielbetrieb freigibt.

Die Ausweichmöglichkeiten, welche der eigene Verein anbietet, beschränken sich dabei auf Testspiele und die Vorbereitung, wobei am Ende wohl nur das Testspiel gegen Bayern München die Massen in die frostige Kälte des Winterfußballs lockte.
Die Informationsmöglichkeiten für den Fan, der nicht gerade das Geld/die Zeit hat, seinem Verein überall hin zu folgen, sollten im Zeitalter des Web 2.0 eigentlich relativ groß sein. Beim FCS ist dies leider nicht der Fall. Bis auf einige, wenige Pressemeldungen, welche in aller Kürze die neuesten Testspieler und Testspiele abhandeln, bleibt die Berichterstattung auf der offiziellen FCS-Homepage farblos.

Als ich heute wieder einmal diese Website mit den nervtötenden Werbeeinblendungen besucht habe, fiel mir ein Artikel ins Auge, der schon seit dem 22.01.2007 online verfügbar ist. Es handelt sich dabei um einen Bericht über das Trainingslager der 2. Mannschaft in Reimsbach.
Der Artikel von Stephan Probst bleibt dabei stets auf der Ebene eines Trainingsberichts und dokumentiert akribisch die Erlebnisse der Oberligamannschaft, ohne dabei in eine nüchterne Objektivität zu verfallen. Detailgetreu und mit vielen Schnappschüssen ausgestattet gelingt es Probst mit einen Artikel zu schaffen, welche wohl am ehesten einer Mischung aus einem Fanzinebericht und Sönke Wortmanns Dokumentation "Deutschland - Ein Sommermärchen" gerecht wird.

Der ehemalige Co-Trainer Henkes, Alfred Kaminski, wandelt dabei stets auf Pfaden innovativer Trainerkollegen wie Jürgen Klinsmann. Als Trainer der 2. Mannschaft oftmals schon für die zuletzt schwachen Leistungen der Saarbrücker Jungtalente verantwortlich gemacht, zeigt er ins Reimsbach seine Ideen für eine bessere Rückrunde und bringt seinen Schützlingen die wichtige Lektion bei, dass Erfolg eine Sache des Mannschaftsgeists ist. So lässt er erst einmal einen alten Traktor aus dem Dreck ziehen.

Der Artikel bleibt stets nah am Geschehen und sammelt sowohl Eindrücke von den seltsamen, jedoch sehr interessanten Trainingsmethoden von Alfred Kaminski und nimmt dabei auch die Stimmung innerhalb der Mannschaft auf, sei es in Form von Bildern oder Textpassagen. Die Anspielungen zur Deutschen Nationalmannschaft werden auch mit dem Zitieren von Xavier Naidoos "Dieser Weg" noch einmal deutlich, selbst wenn letztlich die amerikanischen Fitnesstrainer mit Gummibändern fehlen.

Am Ende bleibt ein sehr lesens-/sehenswerter Bericht aus dem Trainingslager in Reimsbach, wenn auch ein Wermutstropfen bleibt: Der oft als "Teamleader" beschworene Nico Zimmermann wechselte heute zur benachbarten SV Elversberg, um dort sein Glück in der Regionalliga zu finden. Stefan Probst ist eine sehr interessanten dokumentarischen Aufarbeitung eines Trainingslagers der 2. Mannschaft gelungen. Solche Artikel würden auch der Rubrik zur 1. Mannschaft sehr gut zu Gesicht stehen!

Die 2. Mannschaft des 1. FC Saarbrücken bestreitet übrigens morgen ein Testspiel bei Eintracht Trier. Anpfiff ist um 14:30 Uhr.

Weblink: Artikel zum Trainingslager der 2. Mannschaft

Samstag, Januar 20, 2007

Das Bayerntestspiel - Ein Erlebnisbericht

Im Vorfeld habe ich schon viel über dieses Spiel geschrieben. Eigentlich ging es um die Vermarktung des Spiels, meine persönlichen Erwartungen und die Pressereaktionen zum Spiel. Doch erst jetzt lässt sich das Ereignis an sich beschreiben. Und das erfolgt im FCSBlog mit einem kleinen Erlebnisbericht:

Schon am Bahnhof umgab mich eine sonderbare Atmosphäre: Wenn man im Ligaalltag daran gewöhnt ist, dass jedes Wochenende dieselben 5-10 Gesichter mit blau-schwarzen Schals am Bahngleis warten, ist der Anblick von ca. 30 rot-weiss gekleideten Bayernfans etwas gewöhnungsbedürftig. Jedoch bestätigte sich schon hier das erste Vorurteil, da es sich vorwiegend um Eltern mit ihren Kindern und Mädchen zwischen 13 und 16 Jahren handelte. Wenn die "großen Bayern" kommen, herrscht sogar Dillinger Bahnhof Hochbetrieb. Ich wurde von einem alten Bekannten, Helge, und dessen Schwester begleitet. Im Zug selbst fand man keinen Sitzplatz mehr. Man fühlte sich eingeengt wie die Ölsardine in der Büchse. Am Saarbrücker Hauptbahnhof angekommen, strömten sofort die Massen aus dem engen Transportmittel ins Freie. Die Bewegungsfreiheit stieg wieder an.

Langsam strömte die Menschenmenge Richtung Ludwigspark. Auch eine erstaunlich hohe Zahl von Leuten mit FCS-Utensilien bahnte sich den Weg zum Stadion. Leute, die man wohl seit dem Abstieg aus der 2. Liga vergeblich im Stadion sucht.
Nun waren wir am Eingang des E-Blocks angekommen. Nach ungefähr zehnminütiger Wartezeit passierten wir den Eingang, ohne das unsere Karten auf ihre Gültigkeit kontrolliert wurden. Bei nur drei Kartenabreissern dürfte das vielen so ergangen sein. Nach einer knappen Abtastung durch den Ordnungsdienst war endlich das Innere des Stadions erreicht.

Wir positionierten uns zwischen im unteren Teil des Blocks, wo wir ungefähr zwischen D-Block und dem Standort der Virage Est standen. So langsam begann auch das Geschehen auf dem Rasen: Die beiden Torhüter Marina und Birkenbach begannen ihr Aufwärmprogramm während Stadionsprecher Frank Falkenauer den wohl besten FCS-Fansong, "Wir kommen wieder" von Leergut, durch das Stadionradio dröhnte. Diesen Pluspunkt verspielte er jedoch kurz darauf, als er zur FC Bayern Hymne "Stern des Südens" griff. Kurz darauf schien die Situation gerettet: Die Mannschaft des FCS betrat den Rasen, was Falkenauer natürlich sofort kommentieren musste. Und noch während die Mannschaft am Einlaufen war und sich für den Applaus bedankte, geschah, was abzusehen war: Falkenauer drückte auf die Playtaste und der Bayernsong schallte lautstark durch das Stadion. Damit hatte das Stadionradio zum ersten Mal in diesem Spiel seinen altbekannten Ruf bestätigt.

Dass es aber noch ein anderes Rahmenprogramm neben der Musik gab, zeigte das Interview von Frank Falkenauer mit Bayern-Manager Uli Hoeneß. Neben dem vergeblichen Versuch neue Erkenntnisse über die Transferpolitik des Rekordmeisters zu gewinnen, stellte Falkenauer dem Anlass gemäß auch die Frage, was Hoeneß denn mit dem Saarland verbinde. Diesem fiel außer der guten saarländischen Küche nichts ein. Falkenauer griff das Thema geschickt auf und fragte direkt nach der kulinarischen Meisterleistung des Saarlandes: "Haben sie schonmal Lyoner gess...ähm...gegessen?"
Natürlich kannte der Uli den berühmten Lyoner. Dies blieb dann auch die gewichtigste Kenntnis aus diesem Interview.

Es folgten Interviews mit Felix Magath und Egon Schmidt, doch der eigentliche Höhepunkt des Vorprogramms war der O-Ton vom legendären 6:1-Erfolg gegen Bayern München. Die Reportage von Karl-Heinz Roland gehört zum Standardrepertoire eines jeden Rückblicks auf die FCS-Historie und zeugt von der vorhandenen Selbstironie im Fanlager des FCS: Jeder, egal ob jung oder alt, schwärmt vom Kantersieg aus dem Jahr 1977, selbst wenn es sonst nur noch wenig zu schwärmen gibt. Dabei erreicht kein anderes Ereignis, weder der Europapokalsieg in Mailand, noch die zwei Vizemeisterschaften, je die Popularität der vier Stegmeyer-Tore.

Nach der Aufstellung des FCS begann so langsam die Choreografie des D-Blocks. An Material wurde augenscheinlich nicht gespart, jedoch hatte der obere Teil des Blocks sichtbare Probleme mit der Durchführung, was eventuell auf die lange Abstinenz einiger Zuschauer während des Ligaalltags zurückzuführen ist.
Das Spiel begann endlich. Die Bayern ließen dem FCS in der Anfangsphase keine Chance und führten schon nach einer Viertelstunde mit 3:0. Der D-Block versuchte sich trotz der schlechten Leistung der Mannschaft darin, die Stimmung zu heben. Nach ein paar Anläufen hatte auch der "FCS"-Wechselgesang mit dem F-Block eine sehr beachtliche Lautstärke erreicht. Wo normalerweise die Virage Est steht, passierte eine lange Zeit nichts, bis einige Leute das bekannte "Vorstand raus!"-Transparent hochhielten und ihren Unmut in Form von Sprechchören äußerten. Der Protest wurde von der stillen Masse regelrecht geschluckt. Nur wenige schienen das Anliegen der Protestler nachzuvollziehen. Doch es sollte noch lange nicht der letzte Protest an diesem Abend werden.

Da ich mich dem Gedränge vor der Rostwurstbude in der Halbzeitpause entziehen wollte, ging ich schon 5 Minuten vorher den Aufgang hinauf. Selbst zu einem dürftigen Fußballspiel gehört noch eine Rostwurst. Diese war zusammen mit zwei Getränken für die Mitfahrer relativ schnell organisiert. Doch jetzt trat das eigentliche Chaos ein: Der Weg nach unten war versperrt. Die Idee, dass man während der Pause endlich mal ein paar Worte mit anderen wechseln kann ohne auf den Platz zu achten, ist eine feine Sache. Die Aufgänge sind dafür jedenfalls nicht der richtige Ort. Sei es die Arroganz, seinen Körper nicht ein paar Meter weiter nach unten zu bewegen oder die bockige Sturheit, seinen Platz mit der "besten Sicht" nicht aufgeben zu wollen gewesen: Der gesunde Menschenverstand wurde am Eingang oder irgendwo schon vorher abgegeben. Dass der Ordnungsdienst nicht mehr Herr der Lage war, erwähne ich nur am Rande, da es an diesem Abend Gott sei Dank nichts passierte, was eine Massenpanik verursachte und zu Verletzen führte. Die Vorraussetzungen dafür waren durch die blockierten Aufgänge auf jeden Fall vorhanden.

Der Trend, der sich schon in der 1. Halbzeit abzeichnete, wurde nun bestätigt: Das Spiel verflachte. Vielmehr rückte nun das Geschehen auf den Rängen in den Fokus. Sowohl im E2-, als auch im D1-Block wurde Pyrotechnik gezündet. Während diese Aktionen im E2 meist mit lautstarken "Vorstand raus!"-Rufe begleitet wurde, diente im D-Block dieses Feuerwerk wohl eher der Selbstinszinierung. Man mag Pyrotechnik beim Fußball gegenüberstehen wie man will, aber wenn es immer noch Leute gibt, die nicht kontrolliert zündeln können und andere Menschen in Gefahr bringen, wird es auch nie Akzeptanz seitens der Verbände für dieses Thema geben. Kontrolliertes Zünden heißt nicht, dass man Bengalos auf den Platz werfen darf, wenn gerade niemand in der Nähe steht.

Mitte der 2. Halbzeit kam der große Auftritt des Mustapha Hadji: er zwirbelte einen Freistoß durch die Mauer an den rechten Innenpfosten und erzielte damit den Ehrentreffer für die Hausherren. Trotz der Tatsache, dass man wohl wenig Chancen auf einen Sieg hatte, wurde dieses Tor gefeiert, als gäbe es keinen Morgen.

Auch auf den Stehrängen ging das muntere Treiben weiter: Genau einmal wurde auch im D-Block das Thema "Vorstand raus!" aufgegriffen. Dies geschah als Wechselgesang mit dem E-Block. So laut und kraftvoll er auch war, direkt wehrten sich das Trommelteam des D-Blocks und einige Leute im Fanblock, indem sie sofort auf einen anderen Rhytmus/Gesang wechselten. Es wirkte auf jeden Fall sehr seltsam, da in der Liga selten an Gesängen gegen den Vorstand gespart wurde. Dieser Mittwochabend zeigte erneut das Bild einer uneinigen Fanszene.

Nach zwei weiteren Toren für den FC Bayern war das Spiel zuende. Ich machte mich mit Helge und seiner Schwester auf, diesen Ort zu verlassen.
Und so ging ein einmaliger Tag zuende, welcher seine guten, wie schlechten Seiten hatte. Jedenfalls sehne ich mich wieder dem Ligaalltag entgegen und danke dafür, dass auch ein Michael Henke die Bayern nur einmal zum 50. Geburtstag des Saarlandes kommen lassen kann. Auf ein weiteres organisatorisches Chaos verzichte ich liebend gerne.

Montag, Januar 15, 2007

Das Bayernspiel (Vorschau)

Es sind mittlerweile ein paar Tage vergangen, seit ich mich schon im Vorfeld über das Testspiel gegen den FC Bayern geäußert habe. Trotzdem gibt dieses Thema weiterhin genug Diskussionsstoff her, sodass ich einen weiteren Blog-Eintrag zu diesem Spiel verfassen kann.
Die Hauptdiskussion ist auch in meinem Blog angekommen: Die Frage, wie man mit diesem Spiel umgehen soll.
Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass man sich über dieses Spiel freuen kann und dass es wohl sehr interessant wird, Spieler von internationalem Niveau im Ludwigspark zu erleben.
Was mich an dem Spiel und der dazugehörigen Vermarktung stört, habe ich schon beim letzten Mal größtenteils geschrieben.

Deshalb denke ich, dass es sich zu viele Menschen sehr einfach machen, indem sie jegliche Kritik am Spiel als "Meckerei" einstufen. Jeder, der sich nicht auf dieses "Fußballfest" bei "großartiger Stimmung" freut, ist scheinbar sofort ein Miesepeter und sollte zugunsten der "wahren Fans" am Mittwoch zuhause bleiben und seine schlechte Laune dort lassen.
Diese Einstellung erinnert mich an den genialen BILDblog-Beitrag "Seid patriotisch oder schweigt!".
Diese unhinterfragte Hörigkeit gegenüber dem FCS-Präsidium und Ministerpräsident bleibt dabei hoffentlich genauso schnelllebig wie der hohe Andrang auf ein Testspiel des FCS.
Die Verkaufszahlen können sich jedenfalls sehen lassen. Schon jetzt wurden über 25000 Karten abgesetzt, die Sitzplätze sind restlos ausverkauft.
Dies allein ist für viele schon Grund genug, eine bundesligareife Stimmung zu erwarten. Nur bedenken die wenigsten, dass ein ausverkauftes Haus kein Selbstläufer ist. In der SZ vom 13.01.07 kündigte sich schon an, dass viele der Fans, die Woche für Woche im Ligaalltag für Stimmung sorgen, nichts mit dem Testspiel gegen den FCB zu tun haben werden. Ich teile übrigens auch Jörg Rodenbüschs Meinung bezüglich des Publikums, das am kommenden Mittwoch zu erwarten ist:
"Das ist das WM-Event-Publikum. Der Großteil kommt, um seinen Kindern zu zeigen: Da unten spielt der Poldi."

Was ich konkret am Mittwoch an Zuschauertypen erwarte?
-Familien mit ihren Kindern, die mal den großen FC Bayern sehen wollen
-weibliche Schweini-/Poldi-Fans
-saarländische Bayernfans, die ihren Verein endlich mal im Stadion sehen werden
-Schönwetterfans, die einfach nur sich selbst feiern werden
-echte FCSler (die nach meinen Schätzungen wohl deutlich in der Unterzahl sein werden)

Bin ich jetzt wirklich schon im Vorfeld ein Miesepeter? Ich will dem Vorwurf einfach mal damit entgegnen, dass ich meine eigenen Erwartungen schon so weit runterschraube, dass ich am Mittwoch einfach keine Enttäuschung erleben werde.

Sportlich gesehen kann man sich wohl vorher denken, wer das Spiel für sich entscheiden wird. Das ist alles, was ich vor dem Spiel zu sagen habe und deshalb wünsche ich allen einen interessanten Fußballabend.

euer Carsten

Donnerstag, Januar 11, 2007

Wie man ein Testspiel vermarktet

Der FCS wird nun doch ein Testspiel gegen den FC Bayern München bestreiten! Was eigentlich schon längst ins Reich der Legenden verbannt wurde und nur gelegentlich von Fans zwischen 10 und 14 Jahren immer wieder zum Thema gemacht wurde, hat sich in ein reales Gebilde verwandelt. Dabei mutet allein schon seltsam an, dass dieses Spiel wie aus heiterem Himmel weniger als eine Woche vor Anpfiff erst engekündigt wird. Dabei ist es erst die Rahmengeschichte, die dieses Spiel ein wenig interessanter erscheinen lässt.
Eigentlich wollte der FC Bayern am 17.01.06 garnicht ins Saarland reisen! Ein geplantes Testspiel in Istanbul wurde aus "organisatorischen Gründen" abgesagt. Damit hat der FCS freie Bahn für das lang ersehnte Testspiel oder anders gesagt: Der FCS muss als Notlösung herhalten.
Dass man trotz dieser eher fragwürdigen Umstände der Sinn für cleveres Marketing dennoch im Saarland vorhanden ist, zeigt die Ankündigung für das Spiel. Auf einmal heißt es, das Spiel fände "im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums des Saarlandes" statt. Und auf der offiziellen FCS-Seite prangt das Bild von Landesvater Peter Müller, welcher vor allem den Bayern sehr herzlich dankt:
"Ich freue mich sehr über diese tolle Geste zu unserem Jubiläum. Das wird sicherlich ein tolles Fußballfest. Schön, dass ihr kommt!"

Ich will ja nicht gehässig sein, aber kündigt man ein solches "Fußballfest" nicht normalerweise früher als eine Woche vor dem Spiel an?
Schließlich ist das Saarland auch nicht erst gestern 50 Jahre alt geworden. Oder weißt hier die Marketingstrategien einige Unglaubwürdigkeiten auf?

Sensationell durchdacht ist auch die Kartenvergabe für das Spiel: Jeder Besitzer einer Dauerkarte für einen Stehplatz bekommt für die Partie Freien Eintritt, jeder Besitzer einer Sitzplatzdauerkarte nur ein Vorverkaufsrecht. Dieses läuft Dienstagabend ab. Wenn man bedenkt, dass das Spiel erst seit heute bekannt ist, kann man die Wut manch Betroffener verstehen. Aber dafür bekommt jeder saarländische Fußballverein ganze 5 Freikarten. Freie Stehplätze gibt es ja genug!

So wird der Ludwigspark warscheinlich größenteils von Kindern mit Bayerntrikots und Poldi/Schweini-Groupies bevölkert werden. Auch wenn ich mir denken kann, dass die Zuschauerzahl unter den Erwartungen liegen wird. Neben der sehr kurzfristigen Bekanntgabe des Spiels ist da auch noch der ungünstige Termin. Wer will schon während der Woche abends in der Kälte stehen?
Der Termin überschneidet sich zudem mit dem 28. Filmfestival Max Ophüls Preis, was wohl die Cineasten unter den FCS-Fans ärgern wird.

Bleibt zuletzt das Spiel an sich. Blendet man die ganze Rahmengeschichte mit ihren kleinen Macken aus, bleibt ja nur noch ein normales Testspiel übrig. Zumindest die Freude daran sollte man sich nicht nehmen lassen, da das nächste Punktspiel noch in weiter Ferne liegt.
Trotzdem finde ich allein die Vermarktung des Spiels weitaus interessanter als das eigentliche Ereignis auf dem Rasen. Man darf gespannt sein, welche findigen Ideen noch auf der Pressekonferenz vor dem Spiel mit Peter Müller, Klaus Meiser und Reinhard Klimmt präsentiert werden. Bisher passt nämlich nur ein Ausspruch:
"Typisch FC!"

Quellen zu diesem Beitrag:
-Die Bayern gratulieren zum Jubiläum (FCS-HP)
-Ministerpräsident Peter Müller: "Schön, dass ihr kommt!" (FCS-HP)
-Bayern testen beim 1. FC Saarbrücken (FCB.de)
-Saarbrücker Zeitung vom 13.01.07
-"Schön, dass Ihr da seid!" - Pressekonferenz in der Staatskanzlei(16.01.07)
Nachtrag 13.01.07 20:15 Uhr

Die SZ leistete sich heute einen interessanten Beitrag: Im Artikel "Das Saarland im Bayern-Fieber" von Thorsten Klein fand sich folgender Ausschnitt:
Problem-Fans werden nicht erwartet."Die aktive Fanszene wird mit dem Spiel auch nichts zu tun haben", sagt Jörg Rodenbüsch. Der Leiter des FCS-Fanprojekts Innwurf erklärt: "Das ist das WM-Event-Publikum. Der Großteil kommt, um seinen Kindern zu zeigen: Da unten spielt der Poldi."


Darf man Herrn Klein glauben, sind die Begriffe "aktive Fanszene" und "Problemfans" gleichzusetzen. Ein wenig mehr Objektivität wäre angesagt, Herr Klein!

2. Nachtrag 16.01.07 17:35

Dass Ministerpräsident Peter Müller immer wieder für einen Lacher gut ist, bewies er auf der heutigen Pressekonferenz mit diesen Worten:
"Gerade Michael Henke ist das Saarland zu Dank verpflichtet. Alleine ihm ist es zu verdanken, dass die Bayern nach Saarbrücken kommen. Es ist außerdem schön, dass wir das Spiel in die Jubiläumsfeierlichkeiten einreihen konnten", sagte Ministerpräsident Müller.

Es wird abzuwarten bleiben, ob Michael Henke für seine außerordentliche Leistung, den berühmten FC Bayern nach Saarbrücken zu holen, auch zum Ehrenbürger der Stadt ernannt wird. Ob Herr Müller in letzter Zeit die Ergebnisse des Vereins wirklich regelmäßig verfolgt hat, lassen wir einmal unkommentiert.

Mittwoch, Januar 10, 2007

Adieu!

Im Januar mag der Begriff "Frühjahrsputz" noch nicht ganz zu stimmen. Offiziell rechnet man den Januar zum Winter, auch wenn der Januar 2007 den Schnee vermissen lässt. Was zurzeit in Saarbrücken passiert, kann man aber wohl mit dem Wort "Frühjahrsputz" treffend bezeichnen. Was ich in Punkt 1 meines Wunschzettels vor Weihnachten forderte, scheint nun langsam in Erfüllung zu gehen: Das überflüssige Material an Spielern verabschiedet sich. Zuerst löste der glücklose Torsten Reuter seinen Vertrag auf, um danach zum derzeitigen Tabellenführer SV Wehen zu wechseln. Reuters Leistung rechtfertigte nie seinen Ruf als Talent, als bissiger Defensivmann. Seine Kritiker sehen sich in ihrer Behauptung bestätigt, dass Reuter schon 2005 maßlos überschätzt wurde, als er mit seinem Treffer am letzten Spieltag die Eintracht aus Trier in die Niederungen des Amateurfußballs schickte. In der konditionell schwachen Mannschaft des FCS kam er nicht an Kapitän Nehrbauer vorbei, der im defensiven Mittelfeld gesetzt ist.

Sven Lintjens hat Saarbrücken Richtung Maastricht verlassen. Für den Großteil der FCS-Fans stellt Lintjens, sowohl sportlich als auch menschlich, die größte Enttäuschung der Saison dar. Als neuer Mittelfeldmotor mit Torinstinkt sollte er einer der Aufstiegsgaranten werden. Laut eigener Aussage war es ein "unmoralisches Angebot", was ausschlaggebend für seinen Wechsel nach Saarbrücken war. In seinen wenigen Einsätzen zeigte sich Lintjens ideenlos und formschwach. Tore erzielte er keine und nur selten konnte er den tödlichen Pass liefern. Wie schon bei seinem letzten Verein Siegen fiel Lintjens Leistung immer weiter ab. Die Gründe waren schnell gefunden: Lintjens wollte zurück zu seiner Familie, fühlte sich nicht wohl in Saarbrücken. So wurde er freigestellt und wechselte nun in der Winterpause zum holländischen Zweitligist Maastricht. Neben dieser Version finden sich noch andere Motive für den verfrühten Abgang von Lintjens. Auf seiner Wunschposition, der des Spielmachers im offensiven Mittelfeld, ist Mustapha Hadji gesetzt. Also musste sich Lintjens unter Trainer Henke mit dem Platz im rechten Mittelfeld abfinden. Dazu kam der Druck durch Jungtalent Arif Karaoglan, welcher am 1. Spieltag für Lintjens eingewechselt wurde und promt ein Tor erzielte. Jedoch hielt sich Lintjens auch auf der Spielmacherposition zurück, als Hadji zwangsweise pausierte. Die FCS-Fans werden Lintjens jedenfalls auf ewig mit dem Prototyp eines Söldners verbinden. Der Abschied fällt den wenigsten schwer.

Schon bald könnte eine weitere positive Nachricht folgen: Philipp Haastrup, oftmaliger Unsicherheitsfaktor in der Abwehr, könnte bald seinem Ex-Mannschaftskameraden aus Essener und Saarbrücker Zeiten folgen und absolviert ein Probetraining in Maastricht. Ich wünsche ihm natürlich viel Erfolg, ganz ohne verwerfliche Hintergedanken!

Wo wir grad beim "Ausmisten" sind: Was macht eigentlich die sportliche Leitung, Trainer Sportdirektor Henke? Laut Saarbrücker Zeitung vom 09.01.07 habe er "immer noch kein Aufgabengebiet". Wie kann das sein? Die sportliche Leitung wurde Henke doch bereits mit seinem Amtsantritt übertragen, nicht erst bei seiner Entlassung. Warscheinlich bin ich da nicht der einzige, der das seltsam findet.

Auch wenn bei weitem noch nicht alles getan ist, was getan werden muss, finde ich es schön, dass mein Wunschzettel schon teilweise erfüllt ist ;-). Die Richtung ist vorgegeben, hier kann man es nachlesen.

Sonntag, Januar 07, 2007

Positive Schlagzeilen dank FCS-Frauen

Der FCS ist wieder in aller Munde! Dieses Mal findet man auch kein Wort über schlechte Leistungen, angebliche Fan-Kampagnen gegen den Trainer Sportdirektor oder sonstige Peinlichkeiten. Es sind wahrlich gute Schlagzeilen, die der FCS im Moment macht. Jedoch ist es nicht die Herrenmannschaft, sondern die Damenmannschaft, die den FCS wieder bekannt macht, sogar im Ausland.

Es hat mittlerweile schon Tradition, dass (fast) jedes Jahr der erotische Wandkalender der FCS-Frauen erscheint. Der Erlös geht dabei immer direkt in die Mannschaftskasse der Spielerinnen.

Erstaunlich an dieser Sache ist, dass gerade der FCS dabei in sehr vielen Blättern erscheint, obwohl solche Kalender schon seit Jahren gängige Praxis sind, sei es jetzt Fußball, Handball, Volleyball oder Basketball. Schon nach wenigen Tagen war der Kalender kurzzeitig ausverkauft und musste nachgedruckt werden. Das ist eigentlich kein Wunder, da die Mundpropaganda der letzten Jahre offensichtlich gewirkt hat und sich die BILD-Zeitung für dieses Thema interessiert. Daraufhin fand sich die Meldung bei den Stern Shortnews wieder und selbst El Mundo Deportivo, eine der bekanntesten Sportzeitungen Spaniens, wurde auf die FCS-Damenmannschaft aufmerksam. Es kann einen als FCS-Fan eigentlich nur freuen, dass selbst eine der bekanntesten, sowie ältesten Sportzeitungen Europas über den 1. FC Saarbrücken berichtet.

Damit trotzen die FCS-Frauen allein Neidern und Kritikern, die den Kalender als schädlich für den Verein sehen. Tatsächlich gab es im Jahre 2006 keinen Kalender der Frauenmannschaft. Von offizieller Seite gab es keine Aussagen dazu, warscheinlich wollte man einfach keinen Kalender mit Nacktmotiven mehr. Dieses Jahr ist das ein wenig anders und die FCS-Damen sorgen damit für die ersten Positivschlagzeilen 2007.

Doch das ist noch lange nicht genug: Auf sportlicher Ebene sind die FCS-Frauen ihren männlichen Kollegen weit vorraus. Die 1. Mannschaft belegt den 1. Tabellenplatz der 2. Frauen-Bundesliga Süd und hat dabei eine beachtliche Bilanz von 10 Siegen und einer Niederlage aus 11 Spielen erzielt. Der Vorsprung auf Platz 2 beträgt 7 Punkte. Auch im laufenden Wettbewerb des DFB-Pokals stehen die Damen im Halbfinale, welches Anfang April stattfinden wird.
Zumindest für die FCS-Frauen scheint 2007 ein erfolgreiches Jahr zu werden!

Mittwoch, Januar 03, 2007

2. Offener Brief an die DFL

Es ist zwar schon etwas her, aber ich habe am 31.10.06 einen Offenen Brief an die DFL verfasst. Dieser wurde uns recht schnell beantwortet, die Kernaussage dieser Mail findet sich im folgenden Brief wieder.

Von: blog@saarlandfcs.de
An: info@bundesliga.de


Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre Antwort auf mein Schreiben.

Meiner Ansicht nach kann man Verständnis dafür aufbringen, dass es Ihrem Unternehmen wirtschaftlichen Schaden zufügt, wenn im Internet Live-Übertragungen von Bundesligapartien oder Videomitschnitte der ARD-Sportschau o.Ä. zu finden sind.

Jedoch kann ich dieser Aussage aus Ihrem Antwortschreiben vom 03.11.06 um 15:30 in dieser Form nicht zustimmen:
"Der Wert dieser Übertragungsrechte wird durch die nicht lizensierte Präsentation von Videoausschnitten im Internet stark beeinträchtigt."

In dieser Aussage erkennt man, dass Ihr Unternehmen zurzeit nicht in der Lage ist zwischen Privataufnahmen von Amateurfilmern und Fernsehmitschnitten zu differenzieren. Vergleicht man die Inhalte der Videos, sowie ihre Bildqualität, wird man zu dem Ergebnis kommen, dass es große Unterschiede gibt.

Die Qualität eines privaten Amateurvideos ist nicht mit der eines Fernsehmitschnittes ebenbürtig.
Die Auflösung von Fotohandys oder Digitalen Kameras liegt im Normalfall unter der einer professionellen Videokamera.
Dadurch ergibt sich, dass nur in den wenigsten Fällen eine zufriedenstellende Aufnahme des Geschehens auf dem Spielfeld gelingt. Im Normalfall wird man in solchen Amateurvideos den Spielball nur schlecht erkennen.

Auch im Inhalt von Amateurvideos lassen sich die Differenzen zu professionellen Videoaufnahmen erkennen.
Im Gegensatz zur Berichterstattung im Fernsehen legen die Hobbyfilmer mehr wert auf das Geschehen in der Fankurve. Während sich die Sportschau und andere Sendungen nur in geringem Ausmaß mit Fanaktivitäten beschäftigen, macht dies für Webseiten und Videoportale den größten Anteil an Videos aus.

Unter dem Strich fehlt mir jegliches Verständnis dafür, wie qualitativ schlechte, kurze Videoausschnitte von Bundesligaspielen den "Wert der Übertragungsrechte" stark beeinträchtigen sollen.

Ich muss leider auch sagen, dass die Berichterstattung in den Medien ein sehr fanfeindliches Bild der DFL zeigt. Im Endeffekt treffen Maßnahmen wie Abmahnungen nur die eigenen Kunden - die Fans. Ob dies die Beliebtheit des Unternehmens DFL steigt muss ich stark anzweifeln. Meiner Meinung nach würde es von einer weitaus besseren und klügeren Öffentlichkeitsarbeit zeugen, wenn die DFL gemeinsam mit den Fans, also auch den eigenen Kunden, um eine Lösung bemühen würde, die beide Seiten zufrieden stellt.

mit freundlichen Grüßen

Carsten Pilger
Webmaster FCSBlog.de

PS: Ich bitte um Erlaubnis, diesen gegenseitigen Schriftwechsel auf Internetseiten und in Internetforen publik machen zu dürfen.

Danach war lange Zeit Funkstille, da ich keine Antwort erhielt. Ich habe dann vor wenigen Tagen erneut an die DFL geschrieben. Heute folgte dann eine Antwort, auf die ich nicht näher eingehen will. Schließlich bekam ich die Erlaubnis, die Kernaussage der ersten Mail zu zitieren.

Ich habe mein Fazit bereits gezogen und werde dankend auf Produkte und Dienstleistungen, die mit der DFL zu tun haben verzichten. Trotzdem sollte man sich dadurch nicht die Freude am Fußball rauben lassen! Fußball-Weblogs werden weiterhin Wege finden, ihr Publikum zu unterhalten, selbst wenn das letzte private Video mit Fangesängen längst aus dem Internet entfernt wurde.

Sonntag, Dezember 31, 2006

Gute Vorsätze für 2007

Nach "Ein normales Hallenturnier?" will ich heute noch den richtigen Jahresabschluss veröffentlichen. Denkt trotzdem auch an den anderen Eintrag an Silvester ;-)

Ich habe einige Tage überlegt, was man im letzten Eintrag in das FCSBlog im Jahre 2006 schreiben soll. Noch mehr Kritik am Präsidium, an den Medien, an der Mannschaft? Es wäre warscheinlich alles berechtigt gewesen, aber diese Themen hatten wir schon oft genug. Und wie die Erfahrung lehrt, wird sich auch daran nichts im neuen Jahr ändern.

Ich dachte an Silversterbräuche. Feuerwerk ist an Silvester erlaubt, auch wenn es in deutschen Fußballstadien verboten ist. Trotzdem lässt es sich schlecht in ein Weblog einbinden. Man könnte ja die das Bleigießen zu Rate ziehen, um die Zukunft des FCS vorauszusagen. Diese Idee hab ich dann verworfen, weil es mir zu kitschig erschien. Vielleicht wird sie ja irgendwann reaktiviert, falls sich sonst kein Einfall mehr findet. Würde ich ein spanisches Silvester feiern, könnte ich hier meinen Lottoschein und die vorbereiteten zwölf Trauben prästentieren. Das hätte allerdings wenig mit Fußball zu tun. Doch kommen wir zurück zu den deutschen Silvesterbräuchen im Fernsehen. Eine Neujahrsansprache ist dem/der Bundeskanzler/in vorbehalten, auch wenn sich selbst da schon Wiederholungen eingeschlichen haben. Eine Skechtshow zum FCS, als "GÜFC"-Spezialsendung wäre eine interessante Variante gewesen. Jedoch stellt für mich Folge 12 schon den Jahresabschluss dar und ehrlich gesagt: So zum Lachen ist der FCS auch wieder nicht! Da hilft auch kein Didi Hallervorden. Wo ich grade an Fernsehsketche denke, kommt jedem warscheinlich direkt "Dinner for one" in den Sinn. Wobei ich hier doch noch einen kleinen Bezug zur aktuellen(?) Situation des FCS im wohl berühmtesten Zitat des Sketches gefunden habe:
„The same procedure as last year, Miss Sophie?“
-„The same procedure as every year, James.“

Irgendwann hatte ich dann den Silvesterbrauch gefunden, der sich in einem Blog sehen lassen kann, sowie gleichzeitig simpel und vielfältig ist:
Die guten Vorsätze fürs neue Jahr!

Es ist der Brauch, der sich Jahr für Jahr aufrichtig dagegen wehrt, gebrochen zu werden, um sich dann am Ende doch wieder geschlagen zu geben. Nach geraumer Zeit können sich nur noch die wenigsten daran erinnern, was ihre guten Vorsätze waren. Deshalb gehe ich auf Nummer sicher und schreibe die guten Vorsätze für das FCSBlog gleich an diese Stelle, sodass sie immer wieder in Erinnerung gerufen werden können, selbst wenn sie längst gebrochen sind.

1. Ich werde weiterhin regelmäßig bloggen!
Der sportliche Verlauf der bisherigen Saison macht das nicht unbedingt zu einer einfachen Sache!

2. Ich will mehr Interviews für mein Videocast!
Bei der Auswahl der Interviewpartner will ich nicht allzu wählerisch sein. Zumindest ein Interview mit Enver Marina will ich ergattern!

3. "FCSBlog on Tour 2" soll noch besser werden als sein Vorgänger!
Frei nach dem Motto "Football's coming home!" wird eine Reportage in England angestrebt, was nicht ausschließt, dass vielleicht eine weitere Ausgabe gedreht wird.

4. Ich will das Videocast abwechslungsreicher gestalten!
Einige meiner Zuschauer haben mir letztens vorgeworfen, dass meine Ideen für "GÜFC" knapp werden. Das habe ich selbst auch ein wenig gemerkt, weshalb ich mir vorgenommen habe, einige Sondersendungen einzubringen und neue Wege auszuprobieren.

5. Ich will vermehrt über das Geschehen im Stadion berichten!
Auch auf Auswärtsspiele soll näher eingegangen werden.

Das wäre meine gute Vorsätze für 2007. Ich hoffe mal, dass ich so viel wie möglich davon einhalten kann und dass auch ihr mit euren guten Vorsätzen auch ein leichtes Spiel habt.
Ich wünsche allen Bloglesern einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Ein normales Hallenturnier?

Eigentlich hatte ich schon fest geplant, wie ich den Jahresabschluss des FCSBlogs gestalte. Es ist jetzt doch ein Ereignis "dazwischengekommen", weshalb es heute wohl einmalig zwei(!) Beiträge im FCSBlog geben wird.

Eigentlich freute ich mich jedes Jahr auf das Waderner Hallenturnier, das wohl bekannteste Qualifikationsturnier zum saarländischen Hallenmasters. Schließlich ist die 2. Mannschaft des FCS so etwas wie ein "Stammgast" und auch der Kunstrasen (jedes Jahr von der AH-Abteilung des FCS ausgeliehen!) machte das Turnier zu einem Spektakel besonderer Art. Umso trauriger ist es, was sich dieses Jahr abgespielt hat.

Die FCS-Reserve wusste spielerisch zu überzeugen, war jedoch einer negativen Stimmung seitens der Zuschauer ausgesetzt. Letztlich übertrug sich diese Stimmung auf die Spieler und das Schiedsrichtergespann. Nach einer Provokation begang Hajdarovic eine Tätlichkeit und wurde vom Turnier ausgeschlossen. Dies ging auch im Finale weiter, als seltsame Schiedsrichterentscheidungen die Gemüter der FCS-Trainerbank erregten und die Mannschaft schließlich das Finale verlor. Die Zuschauer verabschiedeten die Mannschaft mit einem lauten "Nie mehr 2. Liga!". Der FCS hatte am Ende vier verletzte Spieler zu beklagen.

Es ist eine Sache, seinen Gegner verbal niederzumachen. Aber eine grundsätzlich andere, den Gegner noch zu verspotten, wenn er durch Verletzungen sowieso schon einen großen Schaden erlitten hat. In meinen Augen ist das ekelerregend und äußerst erbärmlich. Viel bedenklicher finde ich, dass weder Turnierleitung, noch das Schiedsrichtergespann den Mut hatten, einzuschreiten und die Gemüter zu beruhigen.

Man hat gesehen, dass in einer recht kleinen Sporthalle die Emotionen sehr leicht auf das Spielfeld übertragen werden. Dagegen kann ich auch nichts sagen, der Fußball hat eine Eigendynamik, die ihn sehenswert macht. Ich selbst habe auch meinen Spaß daran. Jedoch sollte man irgendwann seinen Verstand einschalten:
Wenn ich erwarte, dass die Spieler sich bis zu einem gewissen Grade profihaft verhalten, muss ich mich irgendwann als Zuschauer auch ein wenig zurückhalten.

Leider kannte in Wadern niemand den Begriff "Zurückhaltung" und so fühlten sich die FCS-Verantwortlichen sichtlich geprellt. Das finde ich schade, denn so wird der FCS II auch in den kommenden Jahren nicht allzu oft auf Hallenturnieren zu sehen sein. Zu Zeiten Dieter Ferners trat der FCS II noch regelmäßig zu diesen Qualifikationsturnieren an, dieses Jahr hat der FCS II nur zwei Auftritte in der Halle geplant. Dies geht natürlich auf Kosten der FCS-Fans, die auch im Winter den Fußball nicht vergessen.

Eigentlich finde ich es schade, dass das angeschlagene Image des FCS mittlerweile auch so stark auf die 2. Mannschaft übertragen wird. Schließlich sind das die Spieler, die auf ihre Chance in der Regionalliga hoffen, die sich noch beweisen müssen. Sie sind nicht die überbezahlte 1. Mannschaft, sie sind nicht der unbeliebte Vorstand!

Donnerstag, Dezember 28, 2006

Die größte Peinlichkeit...

... des FCS im Jahre 2006 ist per Votum von unseren Lesern ermittelt worden und lautet:
Das Pokalaus gegen Gresaubach



Die Niederlage gegen den Verbandsligisten SC Gresaubach im Saarlandpokal nach Elfmeterschießen dürfte den meisten wohl noch in bester Erinnerung sein. Mit einer Mannschaft, die größtenteils aus Spielern der Oberligareserve, sowie einigen Ersatzspielern der ersten Elf bestand, reiste der FCS in die Provinz, um sich dort zu blamieren. So trägt Cheftrainer Didier Philippe die Verantwortung, eine uneingespielten und unmotivierten Mannschaft aufgestellt zu haben.

Nach dem verlorenen Spiel war die Blamage keineswegs vorrüber. Geschäftsführer Dr. Coen protestierte kurzzeitig beim saarländischen Fußballverband gegen die Wertung des Pokalspiels. Die Niederlage, deren Ursprung wohl einzig und allein in der unprofessionellen Einstellung von Trainer und Mannschaft lag, wurde nun ganz anders begründet. Es hieß, dass die Sicherheit der Spieler nicht mehr gewährleistet war, da beim Elfmeterschießen Zuschauer (überwiegend FCS-Fans) auf dem Platz standen. Zudem machte man die Flutlichtanlage und das Schiedsrichtergespann für die Niederlage verantwortlich. Da die Erfolgsaussichten relativ mager waren, wurde der Protest kurzerhand zurückgezogen.

Eigentlich besagt ein altes Sprichwort ja: "Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht mehr zu sorgen."
Der FCS ist in dieser Situation einen anderen Weg gegangen und hat sowohl für Schaden in Form der Niederlage, als auch für den Spott der Nachbarvereine gesorgt. Betrachtet man den gesamten Jahresablauf 06 war dieses Spiel (und sein kurzes Nachspiel) auch chronologischer Tiefpunkt für den 1. FC Saarbrücken.

Persönlich kann ich diesem Urteil der Leser zustimmen, auch wenn mir selbst noch zwei Sachen einfallen:
1. Mein Favorit, die Pressemeldung zu Henkes (Fast-)Abschied, ist leider "nur" auf den 2. Platz gekommen, obwohl es eigentlich der größte Fauxpas war, der sich der FCS dieses Jahr gegenüber seinen Fans erlaubt hat.
2. Es ist schon fast erstaunlich, dass ein Ereignis gewonnen hat, welches nicht in das Engagement Henkes als Trainer fällt.

Man kann eigentlich nur mit dem Wunsch verbleiben, dass das kommende Jahr 2007 mit weniger Peinlichkeiten, Fehltritten und Dummheiten auskommt, als die Jahre 2005 und 2006!

Sonntag, Dezember 24, 2006

Geschwätz üwwer de Eff-Zeh 12: Weihnachtsspezial


Link: sevenload.de

Lieber spät als nie gibt es das FCSBlog-Weihnachtsspezial! Etwas länger als gewohnt gibt es eine kleine Geschichte, die ich simpel "Eine FCS-Weihnachtsgeschichte" genannt habe. Es ist eine kleine Hommage an Charles Dickens und Ähnlichkeiten mit lebenden oder bereits verstorbenen Personen sind natürlich rein zufällig.

Das FCSBlog wünscht frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2007!

Natürlich läuft unsere Umfrage noch bis zum 26.12.06.

Mittwoch, Dezember 20, 2006

Was Carsten denkt (3)

Ich melde mich mal wieder in einem meiner "Was Carsten denkt"-Beiträge, um die Dinge zu besprechen, für die es sich (noch) nicht lohnt, einen eigenen Beitrag zu verfassen. Wenn man es böswillig ausdrückt, befinde ich mich in einer "unkreativen Phase", was den FCSBlog anbelangt.
Trotzdem blogge ich auch heute. Eigentlich ist heute genau der Tag, an dem ich Bloggen muss.
Mit dem Beginn der Weihnachtsferien beginnt für mich die Zeit, in der jeglicher Zeitdruck allein von mir selbst ausgeht. Er hält sich zwar in Grenzen, ist aber vorhanden. So stecke ich mitten in der Planung und Umsetzung einer Sonderausgabe von "Geschwätz üwwer de Eff-Zeh", was gleichzeitig auch unser Extra zum Heiligabend sein wird. Im Laufe der letzten Woche kam mir eine Idee in den Sinn, die mir verrückt, jedoch originell, erschien. Ich kann schon jetzt verraten, dass es ein traditionelles Weihnachtselement mit dem FCS verbinden wird.
In der letzten Ausgabe von "Was Carsten denkt" hatte ich angekündigt, alle zwei Wochen die "FCS-Zeitmaschine" starten zu lassen. Ich musste in der Zwischenzeit feststellen, dass der Aufwand für diese fiktionalen Texte ziemlich hoch ist, da die Recherche und das Schreiben einige Zeit in Anspruch nimmt, vom Aufwand für die "Geschwätz"-Videos ganz zu schweigen. Deshalb lege ich mich einfach nicht fest, in welchem Zyklus diese beiden Serien im FCSBlog erscheinen werden. Für mich ist nur klar, dass beide ein festes Format bleiben werden und vorerst nicht in der Versenkung verschwinden, wie so mancher FCS-Spieler.
Etwas, was mich wirklich überrascht hat, war die hohe Beteiligung an der Umfrage "Was war die größte FCS-Peinlichkeit 06?", wobei ich jetzt nicht sagen kann, ob nicht die IP-Sperre manchmal ihre Wirkung verloren hat. Jedenfalls freut mich das rege Interesse an meiner Umfrage, vor allem da die Pressemeldung zurzeit die Nase vorne hat. Ich versichere auch, dass ich nichts manipuliert habe (um ehrlich zu sein: Ich habe auch noch keine Stimme abgegeben!), selbst wenn dieser Vorfall ein trauriges, obgleich wichtiges Thema ist, da es die Rechte eines jeden Fans betrifft. Mehr dazu gibt es hier. Bei der Umfrage zur Peinlichkeit des Jahres könnt ihr noch bis zum 26.12.06 abstimmen.
Ein weiterer Grund, warum ich gerade heute diesen Beitrag verfasse, ist die Umstellung von meinem Anbieter, Blogger. Zum einen werdet ihr es dadurch gemerkt haben, dass sich das Stöbern im Archiv nun einfacher und sinnvoller gestaltet, zum anderen sind jetzt auch auf der linken Seite alle Labels zu sehen, mit denen ich bestimmte Beiträge versehen habe. Demnächst werde ich versuchen, noch mehr aus diesen feinen Updates herauszuholen.
Eigentlich war es das für heute, jedoch wollte ich euch nicht den wirklichen Grund vorenthalten, warum ich heute blogge. Es ist nämlich so, dass genau gestern vor einem Jahr mein letzter Beitrag auf blutgraetsche.de erschienen ist! Zum einen ist es schade, dass diese einst sensationell gute Fanpage eingestellt wurde, andererseits hätte es durch dieses Ereignis vielleicht nie den FCSBlog gegeben. Aber wer weiß das schon?
Ich werde mir nun den Showdown zwischen Aachen und den Bayern im DFB-Pokal ansehen, wo es inzwischen nur noch 3:2 für die Hausherren steht. Bis zum nächsten Mal!

euer FCSBlogger Carsten

Sonntag, Dezember 17, 2006

Wahl: Die größte FCS-Peinlickeit 06

Zum dritten Advent habe ich mir folgendes Extra ausgedacht:

Ich habe das ganze Jahr lang sehr viel über alles, was den FCS betraf, geschrieben. Das Jahr 2006 stand dabei unter dem Stern der Peinlichkeiten, da sich eine an die andere reihte und nur selten Momente verblieben, in denen man stolz auf den Verein sein konnte. Darum habe ich hier eine Auswahl von bestimmten Ereignissen und Personalien aufgestellt, aus denen sie, liebe Blogleser, die größte FCS-Peinlichkeit 2006 wählen können!

1. Die 0:4-Heimpleite gegen Offenbach

Bis zum Heimspiel gegen Offenbach sah es eigentlich so aus, als würde der FCS nach einem langen und harten Abstiegskampf doch noch die Klasse halten. Doch die spielerische Bankrotterklärung gegen die Offenbacher Kickers machte in 90 Minuten alles zunichte, was vorher erarbeitet wurde.


2. Die Entlassung Rudi Bommers

Rudi Bommer, der zuvor eine tote Mannschaft wiederbelebt hatte, wurde nach der 0:4-Pleite gegen Offenbach entlassen. In der Folge entbrannte ein Mediengefecht zwischen Präsident Ostermann und Bommer um ausstehende Hotelkosten. Am Ende wurde von Vereinsseite Rudi Bommer als alleiniger Verschulder des Abstiegs angeprangert.

3. Michael Henke

Schon am Tag seiner Einstellung gab es die ersten kritischen Stimmen, die Michael Henke kein langes Engagement in Saarbrücken voraussagten. Als Bekannter von Dr. Coen und ehemaliger Trainer des Erzrivalen Kaiserslautern hatte Henke auch von Beginn an einen schweren Stand bei den Fans. Im Endeffekt war jedoch jede Kritik berechtigt und Henke noch vor der Rückrunde Geschichte, zumindest als Trainer. Als Sportdirektor ist Henke weiterhin im Amt, ohne einen vorweisbaren Erfolg, sieht man mal von "Noteinkauf" Mahir Saglik ab. Henkes "gute Kontakte" scheinen doch nur ein Märchen zu sein.

4. Sven Lintjens

Kam als Heilsbringer aus Siegen, ein torgefährlicher Mittelfeldspieler, der Saarbrücken dem Ausland vorzog, da man ihm ein "unmoralisches Angebot" machte. Bekommen hat der FCS einen weiteren Fehleinkauf, der zuletzt aus dem Kader gestrichen wurde und zu seiner Familie zurückkehrte, da er mit der Last eines Fußballers in der Regionalliga nicht zurecht kam.

5. Marcel Mahouvés Videobänder

Eigentlich gab es kaum jemanden, der noch mit Marcel Mahouvé gerechnet hätte. Vielmehr hatte der Verein nicht vor, mit ihm in die Regionalliga zu gehen, da er als größter Fehleinkauf Bommers nicht das nötige Format besaß. Michael Henke war nach gründlicher "Videoanalyse" anderer Meinung und verlängerte den Vertrag mit Mahouvé. Nach wenigen Spielen wurde der aber schon wieder aufgelöst. Die Gründe lagen in Mahouvés Stammplatzforderung und der Erkenntnis, dass der Vertrag doch unnötig war.

6. Das letzte Spiel unter Henke

Im Lokalduell gegen Elversberg kam man nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Beispielhaft für die schlechten Spiele unter Henke wurden auch 2 Punkte gegen einen Abstiegskandidaten liegen gelassen. Das Highlight des Spiels fand jedoch erst nach Abpfiff statt, als sich Klaus Meiser den Fans stellte (Video).

7. Die Pressemeldung zu Henkes Rücktritt

Die Pressemeldung zu Henkes Rücktritt auf www.fc-saarbruecken.de unterstrich die fanunfreundliche Haltung des Vereins sehr deutlich.

8. Das Pokalaus gegen Gresaubach

Die letzte große Peinlichkeit des FCS war das Pokalaus im Saarlandpokal gegen den Verbandsligisten Gresaubach. Mit einem besseren Reserveteam und viel Arroganz reiste man ins Schottenstadion, um im Elfmeterschießen auszuscheiden. Als ob das nicht peinlich genug gewesen wäre, legte Geschäftsführer Dr. Coen beim SFV Protest ein. Hauptgrund für eine Neuansetzung waren die eigenen FCS-Fans, die beim Elfmeterschießen schon auf dem Platz standen. Daneben wurde die Schiedsrichterleistung und das ausgefallene Flutlicht bemängelt. Wegen geringer Erfolgsaussichten wurde der Protest am Ende zurückgezogen.

Nachtrag 26.12.06

Das Endergebnis

Donnerstag, Dezember 14, 2006

Ein Wunschzettel für den FCS

Liebes Christkind,

es gibt Leute in meinem Alter, die längst nicht mehr an dich schreiben würden. Trotzdem wende ich mich an dich, da die Lage bei meinem Lieblingsverein, dem 1. FC Saarbrücken, ohne Ausweg scheint. Selten habe ich solch eine herzlose Mannschaft im guten, alten Ludwigspark gesehen, die Medien lassen kein gutes Haar an den FCS-Fans und lassen das eigentliche Versagen der Hauptverantwortlichen ungeachtet. Leidtragende sind in erster Linie die Fans, deren Mehrheit eigentlich zu Saisonbeginn mit einem Aufstieg gerechnet hatten.
Deshalb möchte ich dich bitten, dem FCS diese Wünsche zu erfüllen:

1. Gib Lintjens, Reuter, Genet, Halet, Haastrup und Kling neue Verträge...
... bei anderen Vereinen!


Vielleicht sind die genannten Leute privat alles sympathische und nette Menschen, jedoch haben sie in der Startelf der Blau-Schwarzen nichts zu suchen! Lintjens war vielleicht mal ein torgefährlicher Mittelfeldspieler, aber im Moment ist er jemand, der mit dem Druck, der auf ihm lastet, nicht fertig wird. Genet, Halet und Haastrup haben leider ein Zweikampfverhalten, welches höchstens in Luxemburg als erstklassig gesehen werden kann. Kling und Reuter sind leider zu oft verletzt, als dass sie uns weiterhelfen könnten. Sei gnädig und gib ihnen bitte Verträge bei Neunkirchen, in Luxemburg oder in der 2. holländischen Liga.

2. Schenke den saarländischen Medienvertretern mehr Objektivität und den Mut, kritischer über die Vorgänge "hinter den Kulissen" zu berichten!

Dies betrifft unseren Verein zwar nur indirekt, dient aber dazu, die wahren Verursacher der FCS-Misere kritischer zu begutachten und die allgemeine Außendarstellung der FCS-Fans zu bessern. Was ist die Meinungsfreiheit noch wert, wenn Fernsehreporter öffentlich ein Stadionverbot für friedlich protestierende Fans fordern?

3. Beschere Peter Eich einen würdevollen Abschied als Torhüter der Blau-Schwarzen!

Vielleicht ist Marc Birkenbach noch nicht so weit, um Peter Eich beerben zu können. Vielleicht kann der FCS noch von Eichs Erfahrung profitieren. Jedoch sollte auch klar sein, dass in allzu naher Zukunft Peter Eich nicht mehr sein Niveau halten wird. Wir wissen, wie viel Peter Eich zu verdanken ist. Also wünschen wir auch diesem FCS-Urgestein einen würdigen Abschied und dass er noch aktiv am Aufbau von Birkenbach als neuem FCS-Torhüter Nr. 1 mitwirken kann.

4. Zeige jungen, ambitionierten und motivierten Fußballern den Weg zum Ludwigspark!


Suche vor allem nach guten Abwehrspielern mit der nötigen Konstanz und einem Sturmtalent wie Chadlj Amri!

5. Sorge dafür, dass die Mannschaft zu gemeinsamer Stärke findet!

Ein sehr wichtiger Punkt wäre es, ein wenig Ordnung in das blau-schwarze Chaos auf dem Rasen zu bringen. Schenke dem FCS einen Jürgen Klinsmann, der das Gemeinschaftsgefühl den den Zusammenhalt stärkt. Das ist es, was zurzeit wahnsinnig fehlt. Ohne Einheit auf dem Platz gibt es keinen sportlichen Erfolg. Dass am Ende dieser Leidensgeschichte oftmals die Oberliga steht, sollte alle Alarmglocken klingen lassen!

6. Gib unserem Verein eine kompetente Führung mit dem nötigen Fachwissen auf den Gebieten "Fußball" und "Wirtschaft"!

Bitte, liebes Christkind, bitte beseitige den größten Kritikpunkt der FCS-Fans und schenke unserem Verein eine Führung, die es sowohl versteht, mit Geld umzugehen und Leute zu verpflichten, die dem FCS auf sportlicher Ebene helfen können. Bitte sorg dafür, dass Leute wie Henke in Zukunft einen großen Bogen um Saarbrücken machen, wenn sie gerade mal wieder auf Jobsuche sind!

7. Lass unseren Verein im allgemeinen fanfreundlicher werden!

Bitte mach unseren Verantwortlichen (am liebsten den neuen Verantwortlichen aus Punkt Nr. 6) klar, dass die Symbiose zwischen Fans und Mannschaft/Vorstand nur dann funktioniert, wenn klare Bekenntnisse in Richtung der Fans gemacht werden. Und das besteht nicht darin, Freikarten bis zum Umfallen zu verschenken. Es besteht darin, die Wichtigkeit der Fans zu akzeptieren und sie nicht bei der nächstbesten Gelegenheit zum Sündenbock zu stempeln.


Das sind meine Wünsche an dich, liebes Christkind, und auch wenn ich nur wenig Hoffnung habe, dass sich all dies in 2007 erfüllt, will ich doch meinen Glauben in bessere Zeiten des FCS nicht aufgeben. Denn nur mit eigenem Einsatz, mit einem kleinen Schritt in die richtige Richtung, kann es endlich besser werden. Und dann wird sich auch die größte Angst, der Sturz in die Bedeutungslosigkeit des Amateurfußballs, in Luft auflösen. Sollten dennoch alle Stricke reißen, schicke uns bitte Chuck Norris!

Dein FCSBlogger Carsten

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Das war mein Wunschzettel für den FCS. Gleichzeitig war das der hundertste Eintrag im FCSBlog! Wer hätte jemals gedacht, dass ich noch so lange die Zeit und Lust aufbringe, die Situation des FCS zu kommentieren. Jedenfalls bin ich noch längst nicht am Ende angelangt! Auch zum dritten Advent wird es ein kleines Special hier im FCSBlog geben. Bis dahin könnt ihr ja eure eigenen Wünsche als Kommentar in dieses Blog schreiben oder euch hier beteiligen.

Mittwoch, Dezember 13, 2006

Eugen is back!

Auch wenn dieses Ereignis nur unseren Nachbarn aus Elversberg betrifft, interessiert es dennoch wohl auch einige FCS-Fans.

Eugen Hach ist neuer Sportdirektor der SVE!



Im Normalzustand würde das bei den meisten von uns ein Gefühl kollektiver Schadenfreude auslösen. Natürlich war Eugen Hach kein schlechter Fußballer, vor allem schwärmte man noch Jahre später von seinem Kampfgeist. Dann kam die Saison 2003/2004 und Eugen Hach wurde schon bei seiner Ankunft als Heilsbringer gefeiert. Am Ende konnte man von Glück sagen, dass Hach nicht den Aufstieg verhinderte. Danach stieg er zuerst mit Oberhausen in die Regionalliga und danach mit Trier in die Oberliga ab.

Ich könnte jetzt die Frage stellen, wann der erste Australokroate zur SVE wechselt, oder ob die berühmte "Hachsche Fahrradkette" an Brent Goulet weitergegeben wird. Hätte der FCS nicht mit Michael Henke einen Sportdirektor, der Eugen Hach "ebenbürtig" ist.

Die Elversberger Seite "Projekt Klassenerhalt" hat jedenfalls eine sehr interessante und originelle Erklärung für die Verpflichtung von Hach.

In einer der letzten "Geschwätz üwwer de Eff-Zeh"-Ausgaben hatte ich ja bereits ermittelt, dass zumindest beim FCS Hach im Schnitt mehr Punkte geholt hat als Michael Henke. Man darf also auf ein wahres Gigantenduell der Sportdirektoren im Saarland warten! Auch wenn Dr. Coen nur noch Geschäftsführer des FCS ist.