Mittwoch, April 23, 2008

Das historische Spiel und der "Alltag"

Bevor ich heute zum eigentlichen Inhalt dieses Beitrags im FCSBlog komme, will ich noch ein paar Worte zum vieldiskutieren Pokalfinale der FCS-Frauen loswerden.

Der 1.FC Saarbrücken hat 1:5 verloren - Meiner Meinung nach war jedoch an diesem Samstag das Ergebnis vollkommen irrelevant. Man hatte die Chance sich seit langer Zeit wieder national zu etablieren und auf sich aufmerksam zu machen, und das ist erfolgreich gelungen!

Die FCS-Fahne auf einer Höhe mit der des weltbesten Frauen-Fußballvereins, dem FFC Frankfurt, dem FC Bayern München und Borussia Dortmund. Und auch unsere Fans trugen zum perfekten Auftritt in Berlin bei. Beispielsweise gaben Touristen auf der Fanmeile am Brandenburger Tor an, dass die Fans des FCS die einzigen seien, die wirklich Stimmung machen würden. Aber auch im Stadion - wann hat man 1200 Saarbrücker beim Stande von 1:0 schon einmal so laut vernommen? Selbst beim Stande von 1:5 ließ die Stimmung nicht viel nach.

Was ich damit sagen will: Der 1.FC Saarbrücken hat sich national perfekt präsentiert.
Vielleicht ist es ja irgendwann einmal wieder möglich eine Mannschaft des 1.FC Saarbrücken im Pokalfinale in Berlin zu sehen. Da man das aber wohl für die nächsten Jahre nicht wirklich annehmen kann, habe ich dieses - man möge mir den Ausdruck verzeihen - historische Wochenende mit dem Spiel in einem Videotagebuch mit vielen Impressionen dokumentiert, auf das ich an dieser Stelle einmal hinweisen möchte.

Link: sevenload.com


Nun gilt es, die Gedanken wieder auf den "Alltag" zu richten und die Frauen zum Klassenerhalt und die Männer zum Aufstieg anzutreiben. Folglich steht am Samstag das eminent wichtige Spiel zwischen dem Turn- und Sportverein Mayen und unserem 1.FC Saarbrücken an.

Wie wir gestern gesehen haben, gewinnt auch die zweite Mannschaft aus Kaiserslautern ihre Spiele mehr oder weniger glücklich und folglich sind es (wieder) lediglich 2 Punkte Abstand auf den fünften Platz, den der FCK II derzeit belegt.

Für unseren FCS stehen nun einige "leichtere" Gegner auf dem Programm, gegen die es aber erst einmal zu gewinnen gilt. So ist ein Sieg am Samstag in Mayen fast schon Pflicht, wenn man den zweiten Platz halten will.

Für Mayen geht es in dieser Saison um nichts mehr, sie stecken mit 30 Punkten im sogenannten "Nichts" der Tabelle. Man kann jedoch annehmen, dass der TuS Mayen die 2:0 Niederlage, die sie vorige Woche gegen Neunkirchen einstecken mussten, im "Spiel des Jahres" gegen den FCS wieder gutmachen wollen.

So muss der FCS die Zweikämpfe der Mayener annehmen und selbst mithilfe des guten Fußballs, den man bei den Spielen in Trier und besonders gegen Mainz gesehen hat, - und den Mayen sicherlich nicht zeigen kann - den Gegner unter Druck setzen und das Spiel für sich entscheiden.

Ich denke, wir können zuversichtlich sein, dass es unserem FCS gelingt, weitere 3 Punkte zur Mission Regionalliga einzufahren.

Bis dahin
Florian Kern aka. "Bobbes"

Montag, April 21, 2008

Was Carsten denkt (13)

Hallo FCSBlogleserinnen und -leser,

das Pokalfinale ist rum und es werden sich nach diesem Höhepunkt in der bisher jungen Geschichte des Frauenfußballs beim 1. FC Saarbrücken wohl leider nur noch wenige dafür interessieren, dass die Frauen weiterhin um den Verbleib in der Bundesliga kämpfen. Sobald man nicht mehr in Form eines Pokalendspiels Profit aus den starken Leistungen der Mannschaft von Guido Mey ziehen kann, ist vielen das weitere Schicksal der FCS-Frauen egal. Um die Euphorie aufrecht zu erhalten, gibt es an dieser Stelle einen kleinen Aufruf:

Unterstützt die FCS-Frauen auch (bzw. gerade erst recht) im Kampf um den Klassenerhalt! Sie haben es mehr als verdient!

Die nächsten Heimspiele auf dem Kieselhumes finden am 01.05 und am 04.05. gegen Freiburg und Bad Neuenahr statt. Zumindest eines der beiden Spiele will ich mir selbst auch ansehen.

Wo wir gerade beim Finale der Frauen sind, müssen natürlich drei Randereignisse aus der Liveübertragung erwähnt werden:
1. Für die geringe Masse der FCS-Fans im wenig ausgelasteten Berliner Olympiastadion war die akustische Anfeuerung respektabel und deutlich vernehmbar.
2. Wo kamen die vielen Dortmund- und Bayern-Fans zwischen den Blau-Schwarzen her? Waren das etwa die "Alibi-Gucker", die nur wegen dem Männerfinale mitreisten?
3. Guido Meys Auftritt (Kaugummi fällt beim Schreien aus dem Mund und auf den Boden, Mey hebt auf und kaut knallhart weiter) ist an Männlichkeit schwer zu überbieten und hätte mindestens eine Erwähnung bei TV Total verdient ;-).

Bei der nächsten Ankündigung in diesem Beitrag werden sich wohl einige diesen Satz denken: "Kaum ist er mal da, schon ist er wieder weg."
Ich muss an dieser Stelle eine weitere, einwöchige Pause meinerseits ankündigen. Zum Abitur gehört natürlich auch eine Abifahrt, die in meinem Falle Dienstagmorgen nach Mallorca führt. Somit wird es zum Auswärtsspiel in Mayen von mir keinerlei Berichterstattung geben. Aus diesem Grund habe ich Flo die Möglichkeit gelassen, bei Interesse wieder einmal auszuhelfen. Hat er ja auch in der jüngeren Vergangenheit mehr als gut bewältigt ;-). Ich werde in dieser Zeit auf Mallorca mein Unwesen treiben und mir vielleicht die Partie RCD Mallorca - Racing Santander am kommenden Sonntag geben.

Votet weiterhin fleißig für euer bevorzugtes FCSBlog-Gewand (nach derzeitigem Stand kehren wir bald in die alte Unleserlichkeit zurück) und wir sehen uns in einer Woche wieder!

Bis bald!

Nachtrag 22.04.08 00:05 Uhr:
In dieser Woche ist die Kommentarfunktion natürlich wieder im moderierten Modus. Es kann also etwas dauern, bis der Kommentar erscheint, spätestens bei meiner Rückkehr werden eure Meldungen freigeschaltet.

Samstag, April 19, 2008

Der Gesamtverein auf dem Vormarsch

Der FCS lebt! Wer nach dem Abstieg 2007 seine blau-schwarzen Fan-Utensilien auf den Scheiterhaufen warf und fortan mit der Masse ins Elversberger Waldstadion schwamm, muss im April 2008 feststellen, dass er die falsche Entscheidung getroffen hat. Der Gesamtverein 1. FC Saarbrücken befindet sich wie kein anderes balltretendes Unternehmen im Saarland auf dem Vormarsch.

Die Männer:


Das einstmals größte Sorgenkind des Vereins hat sich wieder gefangen! Nach einkalkulierten Erfolgen über schwache Treverer und Meenzer steht man mit einem Fuß wieder in der 2. Bundesliga. Der Vorsprung auf die saarländischen Neider aus Homburg oder der Hüttenstadt Neunkirchen vergrößert sich immer weiter, sodass man sich nun mit der Frage beschäftigen kann, ob es noch für die Meisterschaft in der Oberliga Südwest reicht. Gemäß der Devise des ehemaligen FCS-Präsidenten Hartmut O. will man sich nämlich nicht mit den unattraktiven Plätzen von 4 bis 2 abfinden, sondern strebt nach der Krone der Liga. Schließlich will man gegenüber der Konkurrenz Dominanz ausstrahlen und lieber heute als morgen den Grundstein für die neue FCS-Arena legen. Am liebsten ohne Elversberg.

Die Jugend:

Wer kennt nicht die berümte Talentschmiede des FCS, welche die Fußballwelt schon mit Talenten wie Andreas Haas oder Christoph Holste versorgt hat? Zu Saisonbeginn wurde von Manager Loos (mittlerweile nur noch Vereinsmitglied) die A-Jugendmannschaft als das zentrale Mannschaft des Vereins propagiert, die als Spielerpool für die 1. Mannschaft dienen müsse. Tatsächlich spielten sich die Jugendmannschaften in die Herzen der Fans und die Köpfe der Talentscouts. Die Besten der Besten, Spieler wie Patrick Herrmann oder Muhittin Bastürk, folgen dabei dem Beispiel zahlloser Vorgänger: sie verlassen den FCS in Richtung Jugendinternate der Bundesligisten.

Die Frauen:

Der heimliche Star (die heimliche Star? das heimliche Starlet?) des Gesamtvereins war über Jahre hinweg für den testosterongeladenen Teil der Anhängerschaft nur auf Kalenderblättern präsent. Warscheinlich nahm man nichtmal war, dass die Mannschaft in der höchsten Liga im deutschen Frauenfußball vertreten ist. Dies änderte sich schlagartig, als man erneut ins Pokalhalbfinale einzog. Dieses Mal erwischte man jedoch anstelle der Übermannschaft 1. FFC Frankfurt nur die "Tussen" aus Köln. Schlagartig vergrößerte sich die Fanbasis der FCS-Frauen. Der Einzug ins Endspiel erhöhte das Interesse an Eintrittskarten dem Team so sehr, dass gar eine CD mit den Goldkehlen von "Schaafa Sämpf" aufnahm.
In Berlin freuen sich die FCS-Frauen vor allem über die Unterstützung zahlreicher Ebay-Kunden, Dortmund- und Bayern-Fans, dem eigens angereisten 250-Mann-Sponsoren-Mob und natürlich den eigenen Fans. Es wäre schön, wenn man nicht direkt nach dem 0:1-Rückstand die eigene Mannschaft auspfeift, auch wenn es bei den Männern Usus ist!

Wie man sieht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis man wieder die Weltherrschaft ergreift nominell die Nummer 1 im Saarland ist. Der Grundstein für eine Zukunft in Ruhm und Reichtum ist gelegt, auch dank Vict... ach, vergessen wir es, bevor wieder jemand meckert.

Dienstag, April 15, 2008

Die Gunst der Stunde

Für den FCS gilt gegen die Reserve des FSV Mainz 05 nur eine Devise: man muss die Gunst der Stunde nutzen!

Warum gerade jetzt ein Sieg gegen den unangefochtenen Tabellenführer von so großer Bedeutung sein kann, zeigen folgende Punkte:

1. Der FCS schwimmt wieder auf einer Welle der Euphorie

Auch vom Pokaleinzug der Damenmannschaft profitierend, hat das allgemeine Interesse für den FCS wieder zugenommen. Zuletzt verdeutlichte der Sieg gegen Eintracht Trier, dass man auch der Spitzenmannschaften der Liga gewachsen ist und die Schwächephase kurz vor ihrem Ende steht. Hier kann ein Sieg gegen den Tabellenführer für weiteren Optimismus und mehr Zuschauer sorgen.

2. Der FCS hat das Glück wieder auf seiner Seite
Der späte Ausgleich gegen Homburg deutete bereits an, dass Fortuna endlich wieder blau-schwarz tragen würde. Genauer gesagt hielt sie in Trier wieder zum FCS und sorgte trotz spielerischer Defizite für einen Dreier, der auch dem Ausflug des Trierer Tormanns in der letzten Spielminute zu verdanken ist. Der 1. FC Saarbrücken hat einfach wieder Glück!

3. Mainz 05 ist keine Übermannschaft
Mit einem komfortablen Vorsprung von 15 Punkten auf den ersten Nichtaufsteiger und immerhin elf Punkten vor dem Zweitplatzierten Saarbrücken könnte man Mainz 05 eigentlich die Übermannschaft der Liga nennen. Dennoch hat sich gezeigt, dass auch die überragende Mannschaft der Oberliga Südwest verwundbar ist. Die bisherigen drei Niederlagen der Rheimhessen (Worms, Pirmasens, Trier) erfolgten allesamt in der Fremde und somit ist der FCS in der Auswärtstabelle der Liga sogar an Mainz vorbeigezogen. Saarbrücken könnte zum nächsten "Null-Punkte-Spiel" des Spitzenreiters werden.

4. Der FCS braucht wieder einen Heimsieg
Trotz aller Euphoriewellen und Glückssträhnen besitzt der FCS inzwischen eine schlechtere Heimbilanz als der FC 08 Homburg. Seit sechs Heimspielen wartet man nun auf einen Dreier, Alfred Kaminski wartet auf seine Heimsiegpremiere. Würde das nicht ein Sieg gegen den Tabellenführer noch schmackhafter erscheinen lassen?

Zu diesem Zeitpunkt der Saison hat das Spiel gegen Mainz vielleicht schon vorentscheidenden Charakter, jedoch sollte man die Gunst der Stunde nutzen, die Wende zurück zum Erfolg der Vorrunde vollbringen und den schleichenden Absturz seit dem 14.09.2007 aufhalten. Endet das Spiel mit einer Niederlage oder einem Unentschieden, wird dies für Kritker der Anlass sein, den Auswärtssieg in Trier zu relativieren und der Mannschaft Qualitäten absprechen, die sie in sich wecken können.

Sonntag, April 13, 2008

Warum Eintracht Trier doch nicht gewann

Die Regionalbahn kam zum Stillstand. Es war kurz vor 12 Uhr Mittags und außer drei jüngeren Fans mit Schals waren keine Saarbrücker auf dem Trierer Hauptbahnhof in Sicht. Ich hatte mich für den frühen Zug und neutrale Kleidung entschieden, um vor dem Spiel noch einen kleinen Stadtbummel unternehmen zu können. Wer sich um diese Uhrzeit mit optischen Hinweisen auf die FCS-Nähe am Bahnhof aufhielt, erregte sofort die Aufmerksamkeit der anwesenden Ordnungshüter. Kein Wunder, auf dem Bahnhofsvorplatz erste Trierer auf die Ankunft der Gäste warteten. Ich ging zunächst in den Zeitungsladen im Bahnhofsinneren, um mir die Schlagzeilen des "Trierischen Volksfreundes", dem moselfränkischen Äquivalent zur Saarbrücker Zeitung, anzusehen. 6 Gründe, weshalb die Eintracht an diesem Tag gewinnen sollte, wurden einem offeriert. Über die Chancen für die Gäste war nichts zu lesen.

Die Trierer Innenstadt schien von Touristen und Schulklassen überflutet: Heilig-Rock-Tage. Ob man irgendwann auch mal zu Ausstellungen urzeitlicher Fußballtrikots in Scharen pilgern wird? Jedenfalls war das Stadtbild an diesem Tag nicht vom fußballinteressierten Teil der Bevölkerung dominiert. Beim Besuch der Porta Nigra wurde man auf so manches Detail aufmerksam, was dann doch auf das anstehende Derby schließen ließ.



Um das Moselstadion herum dominierte nun die Farbe Grün. Die Polizei schien nach den Vorfällen der vergangenen Woche besonders alarmiert zu sein und war omnipräsent. Dies äußerte sich auch bei der Einlasskontrolle. Als mich ein Ordner routinemäßig abtastete, wurde ich von einem Polizisten aufgefordert, meinen Personalausweis vorzuzeigen. Offensichtlich war meine bewusst neutral gewählte Kleidung einen Tick zu auffällig unauffällig, sodass mein Name nun in der Liste der Stadionverbotler gesucht wurde. Nachdem mein Name in eben jener Liste nicht auftauchte, verlangte der Polizist noch nach meinem Schiedsrichterausweis, mit dem ich gerade in den Block gelangt war, um dann von weiteren Kontrollen abzulassen.

Im Gästeblock bekam ich eine Rote Karte zugesteckt. Als Schiedsrichter hab ich so etwas natürlich bereits, hier handelte es sich jedoch um ein Flugblatt der örtlichen Polizei, welche einen Leitfaden herausgab, wie man selbst der "Gewalt im Fußball" einen Platzverweis erteilen könne. Dieser Leitfaden verhinderte nicht, dass nur ein Kassenhäuschen für alle Gästefans zu erheblichen Behinderungen und kleineren Verletzungen am Einlass führte. Dieses Manko hätte seitens der Gastgeber sicherlich vermieden werden können.



Fußball gespielt wurde dann übrigens auch noch, nachdem der Heimblock mit dem doppeldeutigen Plakat "Heute werdet ihr zerschmettert!" die Frage nach den Zerschmetterten offen ließ und es im Gästeblock neben Rauch auch ein pressekritisches Plakat gab. Die erste Chance gehörte den Gastgebern und ließ schon früh den Gedanken auf anstrengende folgende 90 Minuten aufkommen. Doch dann kam alles ganz anders und der FCS trat entschlossen und frech auf, sodass eine wunderbar herausgespielte Chance in der 7. Minute Manuel Rasp fand, welcher aus kurzer Distanz den Ball nur noch an Ulrich Schneider vorbei ins Tor schieben musste - 1:0.
Der FCS drängte weiter nach vorne und erarbeitete sich teilweise Großchancen, die im letzten Moment geklärt wurden. Einer dieser Bälle, die auf der Linie gestoppt wurden, wechselte schnurstracks in einen Konter für die Heimmannschaft, welcher vom ehemaligen Elversberger Wittek in die sträflich offen gelassene kurze Ecke vollendet wurde - 1:1. In der Folge war das Spiel ausgeglichen. Nach einer halben Stunde musste Mike Brückerhoff das Feld verletzt verlassen. Für ihn kam der wiedergenesene Mike Frantz ins Spiel.

Nach der Pause hatte man den Eindruck, dass die FCS-Abwehr die Distanz zu ihren Gegenspielern noch vergrößerte. Fast jeder Pass der Heimmannschaft fand den richtigen Mann, nur im Abschluss tat sich die Trierer Eintracht schwer. Dies eröffnete Möglichkeiten für den FCS, welcher die wenigen Chancen, die er erarbeiten konnte, umso effektiver ausnutzte. Nach einer Hereingabe von Mike Frantz ging Manuel Rasp mit vollem Einsatz auf den Ball und bugsierte ihn am rechten Pfosten vorbei ins Netz zur 2:1-Führung. Während die eine Hälfte des Moselstadions erstarrte, brachen im leiser gewordenen Gästeblock alle Dämme.



Kurz vor Schluss muss Trier-Torwart Schneider dann die Idee überkommen haben, wie am vergangenen Donnerstag Oliver Kahn es getan hat, in den letzten Minuten des Spiels nach vorne zu gehen. Tatsächlich befand sich die Eintracht in einer weiteren Drangphase und stand kurz vor dem Ausgleich. Es kam jedoch so, wie es immer kommt, wenn man die Ideen der Großen kopieren will: Schneiders Kollegen konnten den Ball nicht halten, dafür fasste sich Mike Frantz aus 50 Metern ein Herz und ließ den Ball gemächlich mit einem platzierten Lupfer ins Netz rollen, zusammen mit dem zurückgeeilten Schneider. Den Betriebausflug nach Trier ließ man im Block nach einer gemeinsamen Humba mit der Mannschaft unter Federführung von Mike Frantz ausklingen. Die Rückfahrt verlief harmonisch unter dem guten Stern des zweiten Tabellenplatzes.



Spielerisch hat der FCS zwar keine Glanzlichter gesetzt, jedoch besaß er den größeren Einsatzwillen und den nötigen Biss in der Offensive, den man beim Gastgeber nicht gesehen hat. Es sind eben nicht die Gründe aus der Zeitung, die für einen Sieg sprechen, sondern es ist das Quentchen Glück oder das Beenden einer langen Pechsträhne, wie im Falle von Manuel Rasp.

Trierfetzen

Zerschmettert werden heute?
Heim oder Gast?
5150 Leute,
nicht alle polizeilich erfasst.

Führung ganz flott,
ungeahnter Schrei,
danach nur Trott
- Ausgleich, ohwei!

Wechsel und Leuchtspur,
Arme, Lamentieren - Tor!
Es tickt nun die Uhr,
Gesang geht ins Ohr.

Torwart will groß sein,
will etwas wagen.
Frantz haut aufs Tor ein;
Trier geschlagen.

(Der richtige Erlebnisbericht folgt wohl am späten Abend, dieses kleine Gedicht ist nur eine erste Verarbeitung der Ereignisse von gestern. 3:1-Auswärtssieg!!!)

Freitag, April 11, 2008

6-Punkte-Spiel am Samstag

Wenn es beim FCS um Zahlenspiele geht, ist der Hintergrund meist dramatisch oder zumindest alarmierend. Dramatisch, weil es um die Zukunft des Vereins geht, alarmierend, weil der Schlendrian der Heimspiele gegen Wirges und Homburg Mannschaft und Zuschauer verunsichert.

Kommen wir aber nun zur Tabellensituation, die sich wie folgt gestaltet:

1 FSV Mainz 05 II 58:12 46 57 P.
2 SV Eintracht Trier 05 42:21 21 48 P.

3 VfR Wormatia Worms 42:25 17 48 P.
4 1. FC Saarbrücken 53:26 27 46 P.
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5 VfB Bor. Neunkirchen 33:21 12 45 P.
6 1. FC Kaiserslautern II 42:19 23 44 P.

Gleichermaßen interessiert dürften sich alle FCS-Fans morgen an folgenden Partien zeigen:

SV Eintracht Trier 05 - 1. FC Saarbrücken
1. FC Kaiserslautern II - FK Pirmasens
1. FSV Mainz 05 II - Borussia Neunkirchen

Nun sind es wieder die Szenarien, die in allen Köpfen herumspuken. In der "worst-case"-Situation, d. h. der kleine FCK und Neunkirchen gewinnen ihre Spiele bei gleichzeitiger Niederlage in Trier, würde der FCS bis auf Rang 6 zurückfallen. Sollte der FCS hingegen in Trier erfolgreich sein, während der FCK II gegen Pirmasens patzt und Neunkirchen beim Tabellenführer verliert, wäre das Balsam für die geschundene FCS-Fanseele.

Umso brisanter wird die Partie dadurch, dass es sich um das erste Moselsaarderby in Trier seit der letzten gemeinsamen Saison im Profifußball handelt. Am 12.12.2004 verlor der FCS mit schwacher Leistung im ausverkauften Trierer Moselstadion. Es war damals das letzte Spiel vor der Winterpause und zeigte erstmals negative Tendenzen, die bis in die Rückrunde andauern sollten. Am Ende waren es die Vertreter aus Rheinland-Pfalz, die im Ludwigspark abstiegen. Der FCS folgte ein Jahr später und nun treffen sich beide als Konkurrenten um den Aufstieg in der Oberliga Südwest wieder. Natürlich möchte man da dem alten Rivalen in Sachen Regionalliga zuvorkommen.

Auf Saarbrücker Seite besteht weiterhin eine hohe Fluktuation im mannschaftsinternen Lazarett: Impis, Haffner, Özgun, Schug und Halet sind verletzt und/oder noch nicht fit. Der Rest der Mannschaft ist einsatzbereit, auch wenn Spieler wie Hajdarovic und Rasp gerade in den letzten Heimspielen eher eine Empfehlung für die Verbandsligamannschaft von Jörg Schampel abgaben. Aber auch auf Seiten der Heimmannschaft hängt der Haussegen schief. Die 0:3-Niederlage in Neunkirchen schmerzte das Team von Werner Weiß sehr und stellte die eigenen hohen Ansprüche in Frage. Von dieser Verunsicherung könnte der FCS bei den Zuhause noch ungeschlagenen Trierern nur profitieren.

Für die Fans wird dieses Spiel auch noch in anderer Hinsicht von besonderer Brisanz sein: nach den Ausschreitungen beim Heimspiel gegen Homburg scheinen weitere Polizeimaßnahmen zu folgen. In einem Brief der Trierer Polizei an die Gästefans erwartet eben jene auf jeglichen Verzicht von Provokationen und "Distanz zu Gewalttätern und Aggressoren". Ob diese Erwartungen erfüllt werden, erscheint äußerst zweifelhaft. Es bleibt zudem zu hoffen, dass die Vorgabe "friedliche Fans [zu] schützen" umgesetzt wird, da gerade bei den vergangenen FCS-Heimspielen unnachvollziehbare Polizeistrategien, wie die Behandlung der Gästefans nach Spielende, immer wieder kritisiert wurden.

Links:

- Vorbericht auf eintracht-trier.com
- Vorschau sr-online.de
- satirischer Vorbericht im A-Blogg

Mittwoch, April 09, 2008

FCS-Zitat der Woche (12)

Lange war das Zitat der Woche nicht aktiv, aber zum Ende der abiturbedingten Blogpause gibt es wieder ein interessantes Zitat zu begutachten. Mit diesem Zitat gibt es ein kleines Gedankenexperiment.

Was wäre wohl der Erwartungshorizont in folgender fiktiven Abituraufgabe?

Literarische Erörterung

1. FC Saarbrücken - FC 08 Homburg 1:1 (0:0)

"Man hat gesehen, dass unsere Mannschaft den Sieg wollte. Das Ergebnis ist daher enttäuschend."
(Alfred Kaminski, Trainer des FCS)

Erörtern Sie, in wiefern die Aussage Kaminskis berechtigt ist.


Beim Schreiben einer Erörterung sind die Argumente nicht zu vergessen. Sammeln wir zunächst einige:

Punkte, die für Kaminskis Behauptung sprechen:

- die Leistung war kämpferisch in Ordnung.
- der FCS hatte die besseren Torchancen.
- der FCS hatte mehr Torchancen als Homburg.
- in der ersten Halbzeit war der FCS seinem Gegner feldmäßig überlegen.
- das Mittelfeld wusste zu überzeugen.

Ergebnis: Da der FCS die größeren Erfolgsaussichten hatte, ist das Unentschieden enttäuschend.

Punkte, die gegen Kaminskis Behauptung sprechen:

- die Leistung war spielerisch nicht eines Aufsteigers würdig.
- der FCS ist mit seinen Chancen fahrlässig umgegangen.
- Homburg hatte die bessere Chancenauswertung.
- in der ersten Halbzeit wurden die Feldvorteile nicht konsequent genutzt.
- Abwehr und Sturm konnten nicht überzeugen.

Ergebnis: Das Ergebnis ist leistungsgerecht.


Ein Erwartungshorizont ist natürlich keine Musterlösung, sondern ein Rahmen, innerhalb dessen man eine stimmige Lösung finden muss. Das Spiel gegen Homburg eignet sich deshalb für dieses Gedankenexperiment, da nach Spielende die Meinungen stark auseinandergingen. Während die einen die Verbesserungen im Gegensatz zu den vergangenen Auftritten priesen, wurde auf der anderen Seite das Spiel als Bankrotterklärung der Mannschaft gewertet. Tatsächlich gibt es keine allumfassende Wahrheit, sondern nur einen subjektiven Eindruck. Deshalb kann man sich auch endlos um den Wert eines solchen Remis streiten. Ob Punktgewinn oder Punktverlust wird spätestens dann als Frage unwichtig, wenn man sich folgender Tatsachen bewusst wird:

1. Es gibt in dieser Prüfung nur einen Korrektor: die Tabelle!
2. Der Erwartungshorizont lautet einfach: "Platz 4 und höher!"

Dass alleiniger Siegeswille der jungen FCS-Mannschaft zum Erreichen dieses Reifezeugnisses nicht ausreicht, dürfte selbst Alfred Kaminski wissen. Enttäuscht eure Lehrer Fans nicht!

Dienstag, April 08, 2008

Was "Bobbes" denkt

Wir befinden und in einer sehr wichtigen Woche der Saison 2007/2008. Wenn nicht sogar in den beiden wichtigsten Wochen des Jahres. Denn diese werden wohl entscheidend dafür sein, wo sich der 1.FC Saarbrücken nächstes Jahr wieder findet.

In den kommenden 11 Tagen spielt der FCS gegen die direkten Konkurrenten im Aufstiegskampf, in Trier und gegen die zweite Mannschaft des FSV Mainz 05.

Diesen Spielen schreibe ich selbst eine überaus hohe Bedeutung zu. Zum Einen hat der FCS nur noch einen Punkt Vorsprung auf Rang 5, zum Anderen geht es gegen die direkte Konkurrenz.

Direkte Konkurrenz – da war doch was? Richtig. Leider konnte unser 1.FC Saarbrücken diese Saison lediglich in Kaiserslautern gewinnen. Gegen Mainz (0:3), Trier (1:1), Worms (0:2), Neunkirchen (2:2, 0:1) und Homburg (1:1, 1:1) gab es leider nur trostlose Remis bzw. Niederlagen.

Deshalb ist es nun entscheidend, den direkten Gegner zu besiegen. Mit beispielsweise 4 Punkten aus beiden Spielen würde man den überaus wichtigen 4-Punkte-Schnitt halten und einen entscheidenden Richtung Qualifikation gehen.

Man möge erst gar nicht an den Fall von zwei Niederlagen denken, denn was es bedeutet auf Platz 5 oder 6 zu stehen kann sich ja jeder denken.

Insofern geht (zumindest bei mir) die Angst vor dem Absturz um. Die Auswirkungen beim dritten Abstieg in Folge wären fatal. Aber damit will und kann ich mich vorerst nicht beschäftigen.

Wir sollten aber positiv denken und die beiden Spiele gegen Trier und Mainz gut abliefern.

Nach beiden Spielen steht dann ein sehr erfreuliches Ereignis an: das DFB-Pokalfinale in Berlin

Hierfür haben sich unsere Frauen verdientermaßen qualifiziert und werden wohl auch kräftige Unterstützung von unseren Fans erhalten. So ergibt sich auch mal wieder eine Chance national auf unseren Verein aufmerksam zu machen, was insbesondere einen extremen Imagegewinn für den Verein bedeutet.

An den Sieg glaube ich selbst nicht, das wäre etwas utopisch. Jedoch darf man ja noch etwas träumen und wer weiß, vielleicht gelingt ja dann doch eine Überraschung à la „Wir haben keine Chance, aber diese werden wir nutzen!“.

Übrigens: Alles Gute an Carsten zum Geburtstag und Abschluss der Schullaufbahn!

Ich wünsche unserem FCS für die Zukunft alles gute und verbleibe mit dem Motto:
“Über Trier und Mainz fahrn wir nach Berlin!“

Florian Kern (aka. "Bobbes")

Samstag, April 05, 2008

Gut versichert

Hätte der FCS ne Lebensversicherung, so hieße die



Besser als 1:1 ist gegen Homburg ne Klatsch' nie.

(Offiziell pausiert das Blog natürlich noch, Spielbericht kommt also von jemand anders und/oder später. Das hier soll nur das Niveau der heutigen Partie widerspiegeln.)

Donnerstag, April 03, 2008

Time to be DERBYSIEGER

Samstag, 05.April 2008 – 14.30 Uhr – Ludwigsparkstadion

Es steht das überaus wichtige Derby gegen den FC 08 Homburg an.

Warum eigentlich diese immense Bedeutung dieses Spiels?
  • Die aktuelle Situation in der Tabelle
  • Die bestehende Rivalität zwischen beiden Vereinen 
  • Der unbedingte Wille ein Spiel gegen den direkten Konkurrenten, insbesondere den FC Homburg, zu gewinnen
Es könnte unserem FCS bei einem Sieg gelingen auf Platz 2 vorzudringen und sich eine besonders gute Ausgangssituation für die letzten 9 Spiele der Saison zu verschaffen.

Doch beginnen wir zuerst mit der üblichen Statistik:

Im Hinspiel gab es zwischen beiden Vereinen vor ca. 10.000 Zuschauern ein 1:1 Unentschieden auf nicht ganz so hohem Niveau. Für viele Fans stellte das Spiel der Wendepunkt unter unserem ehemaligen Trainer Michael Krüger dar. Die Ergebnisse der nachfolgenden Spiele kennt ja jeder. (Remember Hasborn)

Die Umstände unter denen beide Teams zusammentreffen, sind auch recht bemerkenswert. Jens Kiefer, derzeit noch B-Jugend-Trainer des FCS wird kommende Saison den FC Homburg trainieren. Hierzu wird er lediglich 9 Spieler des aktuellen Kaders in die neue Saison übernehmen. Man ist also finanziell bzw. sportlich gesehen sicherlich nicht zufrieden bei unserem Gegner.

Der FCS ist im Ludwigsparkstadion verhältnismäßig schwach, liegt in der Heimtabelle „nur“ auf Platz 5 – ist seit 6 Spielen ungeschlagen und hat in diesen nur 3 Tore kassiert.

Der FCH ist im Gegensatz dazu auf des Gegners Platz eher schwach, liegt in der Auswärtstabelle auf Platz 9 – war 7 Spiele ungeschlagen, bis sie letzte Woche jedoch gegen Neunkirchen verloren.

Es steht wohl fest, dass beim FCS wieder einige Spieler verletzungsbedingt ausfallen werden, so wahrscheinlich auch Mike Frantz. Die Zuschauerzahl ist wie üblich beim FCS ein großes Rätsel – ich persönlich rechne mit ca. 5.000 Zuschauern. Die 10.000 Zuschauer aus dem Hinspiel werden wohl aufgrund der schlechteren Leistungen nicht mehr kommen. Aus Homburg werden meiner Meinung nach wohl nicht mehr als 300 Fans kommen, die Angabe von 2000 sollte man doch für reine Utopie halten.

Abgesehen davon, dass Homburg für uns Fans einen großen Rivalen darstellt, wäre ein Sieg im Derby sehr wichtig für unseren FCS. Hier ein paar „Rechenspielchen“ über die Situation nach einem Sieg:
  • Bei einem Sieg von Neunkirchen gegen Trier käme der FCS erstmalig 2008 auf den zweiten Tabellenplatz.
  • Im umgekehrten Fall betrüge der Abstand zu Platz 6 sechs Punkte, gleichzeitig hätte man Homburg aus dem Aufstiegskampf beseitigt.
Weitere Infos für das Spiel findet man wohl morgen im Vorbericht auf der Homepage des 1.FC Saarbrücken, einen weiteren Bericht gibt es wohl auch in der im Blog der Blau-Schwarzen Belletristik und im im A-Blogg.

Also, packt eure T-Shirts wieder aus, zieht sie an und sorgt für gute Stimmung. Unsere Jungs werden uns dann den Samstag mit 3 Punkten gegen Homburg verschönern!

Zum Schluss möchte ich Carsten noch alles Gute für sein Abitur wünschen und mich bei ihm bedanken, dass ich hier im FCSBlog sozusagen als kurze Aushilfe einen kleinen Vorbericht schreiben darf.

Florian Kern

Dienstag, April 01, 2008

Blogprojekt beendet (Aprilscherz)

An dieser Stelle möchte ich das Projekt FCSBlog offiziell beenden. Es war eine sehr lehrreiche, von schönen wie traurigen Ereignissen geprägte Zeit, die ich nie missen wollte. Dennoch stellt sich mir die Frage, welchen Sinn es hat, einen Verein zu unterstützen, der seine Fans dermaßen im Stich lässt, an festgefahrenen Strukturen krankt und dabei jedes Jahr eine Spielklasse nach unten fällt.

Wie viel Elend kann man als Mensch überhaupt ertragen?

Aus diesen und weiteren Gründen, die ich aufgrund der Fairness gegenüber Dritten (wer sich angesprochen fühlt, tut dies zurecht!) nicht ausbreiten möchte, bleibt dies der letzte FCSBlog-Beitrag von mir. Vielleicht wird das geistige Erbe des FCSBlogs von anderen, jungen Autoren aufgegriffen, deren Flamme für den Verein noch nicht zu brutal von einer unfähigen Vereinsadministration und noch unfähigeren Spielern ausgelöscht wurde, deren Existenz einzig auf Kapitalstreben und persönlichen Seilschaften gründet, ausgelöscht wurde. Die Abiturpause hat mich zu der Überzeugung gebracht, dass ein kritisches Weblog ein Kampf gegen Windmühlen ist.

Adieu!

Nachtrag 20:10 Uhr:


Natürlich war dieser Beitrag, wie von Markus erkannt, ein Aprilscherz, wenn auch ein ziemlich böse klingender Aprilscherz. Das FCSBlog geht weiter, auch wenn es zurzeit noch streikt pausiert.

Freitag, März 28, 2008

Blogpause wegen Abitur

Ich habe eine Ankündigung zu machen, die den Stammlesern des FCSBlogs nicht gefallen wird, aber leider unumgänglich ist:

Das FCSBlog pausiert bis zum 09.04.2008


Die letzten Tage vor dem schriftlichen Abitur nehmen viel in Anspruch (Lernen, Abizeitung, etc.), sodass ich leider nicht genug Zeit und vor allem Energie aufbringen kann, ordentliche Vorberichte zu schreiben. Wer will schon in fünf Minuten hingeklotze Wortbausteine lesen, in denen Mann nur die Namen von Spielern und Gegnern austauschen muss? Immerhin ist das FCSBlog (noch) nicht die Stadionzeitung!

Wer trotzdem einen guten Vorbericht für das morgige Spiel gegen Mechtersheim lesen will, dem sei der Besuch von Frederics Blog empfohlen. Wann habe ich zuletzt so akribisch an einem Vorbericht gearbeitet, wie er es heute getan hat? Desweiteren rate ich natürlich auch dazu die anderen Blogs in der kleinen FCS-Blogosphäre aufzusuchen. Vielleicht ergibt sich in Zusammenarbeit mit den Kollegen auch eine Lösung für das Auftreiben eines passablen Vorberichts für das Heimduell gegen den Nachbarn aus dem Zonenrandgebiet Homburg. Den fälligen Spielbericht gibt es dann auch wohl erst mit einigen Tagen Verspätung, aber im Moment stehen erst einmal andere Dinge für mich im Mittelpunkt als das FCSBloggen.

Bis bald!

Carsten

Montag, März 24, 2008

Halbleer oder halbvoll?

Es war wieder einmal ein trister Samstagnachmittag in der gefühltermaßen kältesten Landeshauptstadt Deutschlands. Als ich die Rolltreppe des neuen Saarbrücker Eurobahnhofs hinabfuhr, bepöbelten die ersten Blau-Schwarzen einige wenige rot-weiß-gekleidete Fans. Ich dachte mir nichts dabei und ging erst einmal über den neu geschaffenen Durchgang Richtung Ludwigspark. Auf einer Treppe überhalb des Bahnhofs drehte ich mich um und hörte die ersten Gesänge aus der roten Pfalz. Scheinbar übte das kleine Derby doch einen gewissen Reiz aus.

'FCS-FCKI' von Carsten_FCS

Im Stadion war auch sofort klar, dass es sich doch nicht ganz um ein "kleines Derby" handelte. Der FCK entschloss sich mit acht(!) Lizenzspielern anzutreten, darunter auch der derzeit beste Torschütze der Zweitligamannschaft, Erik Jendrisek. Allerdings ist es keine große Kunst in dieser Spielzeit bester Torschütze der roten Teufel zu sein, bei Jendrisek reichen bisher gerade einmal fünf Treffer für diesen zweifelhaften Titel. Der FCS spielte hingegen in gewohnter Besetzung, darunter auch zum zweiten Mal Michael Müller, vormals Kapitän der Verbandsligareserve.

Das Spiel begann vor 4.500 Zuschauern recht flott und bestätigte zunächst alle großen Befürchtungen, indem die Profiabteilung der Roten Teufel im Toreschießen aushelfen musste. Nach einem zögerlichen Tackling der Saarbrücker Abwehr konnte Erik Jendrisek auf der linken Seite den Ball vor das Gehäuse von Pascal Formann passen, wo Björn Runström, weiterer FCK-Profi, zur Gästeführung einschieben konnte.
Dass der FCS mit dem Konkurrenten um Platz 4 mithalten kann, bewies ein wunderbarer Spielzug aus der neunten Minute. Florian Hornig bekam den Ball von Pascal Stelletta, doch anstatt eines weiteren Schussversuches spielte er ihn klug zur Nummer 10 zurück, welche mit einem sehenswerten Treffer Luis Robles im Gästetor keine Chance ließ: 1:1!
In der Folgezeit zeigte sich der FCS offensiv sehr bemüht, wobei immer wieder Mike Brückerhoff und Pascal Stelletta auffielen. Leider nahm auch die Häufigkeit an Ballverlusten zu, viele Pässe in die Spitze wurden von der Gästeabwehr abgefangen. Die Gäste lieferten hingegen neben einiger, weniger Druckphasen zumeist Gründe dafür, warum sie in der 2. Bundesliga zu den heißen Anwärtern auf den Abstieg gehören: neben einer Vielzahl versteckter Foul waren sie es, die bei dem geringsten Kontakt mit dem Körper ihres Gegenspielers (scheinbar) verletzt zu Boden gingen. Gleichzeitig stellt sich hier auch die Frage, warum der FCK die grandiose Taktik verfolgt, bei Lizenzspielern durch Einsätze in der 2. Mannschaft die Verletzungsgefahr noch zu erhöhen.

'FCS-FCKII' von Carsten_FCS

In der zweiten Halbzeit erkannte man bei beiden Mannschaften kein Konzept mehr. Es entbrannte ein Kampf um den Ballbesitz, Chancen blieben die Ausnahme. Zu allem Überfluss war es dann mit Mike Frantz ein Schlüsselspieler, der verletzt gegen Manuel Rasp ausgetauscht werden musste. Dieser zeigte in der Folge wenig Einsatz und unterstrich den Verlust seines Stammplatzes an Florian Hornig. Dieser blieb im Sturm einziger Aktivposten, Nazif Hajdarovic war selten zu beobachten.
Der FCK erhöhte den Druck, ließ aber auch in der Oberliga spielerische Mittel komplett vermissen. Der FCS kam noch zu zwei Kopfballchancen, versteifte jedoch in Ringen um den Ball. Zu allem Überfluss holte sich Nazif Hajdarovic kurz vor Ende der Partie noch eine Gelb-Rote-Karte ab, indem er den Gegenspieler bei der Ausführung eines Freistoßes behinderte.

'FCS-FCKIII' von Carsten_FCS

Da waren alle Augen schon auf den C-Block gerichtet. Einige Gästefans versuchten über die Zäune auf den Oberrang zu klettern, was offensichtlich an mangelnder körperlicher Fitness scheiterte. Nun flogen Gegenstände, während auf der Tribüne einige Zuschauer sich zu weiteren Provokationen hinreißen ließen. Diese Aktion kann man als peinlich und dumm zu bezeichnen, da gerade die Gegengerade ein Bereich ist, den vor allem Familien oder Rollstuhlfahrer besuchen, welche ihr samstägliches Vergnügen wohl nicht in der Auseinandersetzung mit gegnerischen Fans suchen.

Ein Unentschieden ist je nach Sichtweise des Betrachters das halbvolle oder halbleere Glas Wasser. In diesem Falle tendiere ich eher zum halbleeren Glas, da der FCS in der zweiten Halbzeit eine Leistung zeigte, die auch nicht mit der Leistung des Schiedsrichters oder der Vielzahl an Profis (die keinesfalls profihaft auftraten) zu entschuldigen ist. Als positiv kann man hingegen die Leistung von Michael Müller, Yannick Dekoun und Pascal Stelletta betrachten.
Eine kampfbetonte Leistung reicht eben nicht immer aus, wenn man sich zur Spitze der Liga zählen will. Dazu gehört noch das gewisse Etwas, was man auch teilweise "Spielwitz" oder "Kreativtät" nennt. Davon hat der FCS gegen den FCK II viel zu wenig gezeigt.

Freitag, März 21, 2008

Just like watchin' 2. Bundesliga

Wieder einmal steht das Duell mit dem ungeliebten Nachbarn aus dem genauso ungeliebten Nachbarbundesland bevor. Aufgrund diverser Abstiege, zuletzt dem gemeinsamen Abschied aus der Regionalliga, kommt es, dass auch nach bitteren Jahren auf Sportplätzen in Idar-Oberstein oder Hasborn der FCS weiterhin nur die Zweitvertretung aus Kaiserslautern zu Gast im Ludwigspark hat.

Gerade der morgige Vergleich beider Mannschaften verspricht jedoch einiges mehr als ein dröger Nachmittag in der Oberliga Südwest zu werden. Aufgrund der bescheidenen Leistungen der ersten Mannschaft des FCK und der daraus resultierenden Schrotflintentaktik der sportlichen Leitung, es einfach einmal mit allen Spieler aus den ersten beiden Herrenmannschaften auszuprobieren, herrscht eine Fluktuation von Spielern, die wohl in ganz Deutschland ihresgleichen sucht. So liefen in Hasborn insgesamt sechs Lizenzspieler auf, beim Spiel gegen Neunkirchen musste sogar Aimen Demai eine Halbzeit in der U23 des krisengeplagten Zweitligisten auflaufen.

Ob es am regen Austausch zwischen den ersten beiden Herrenmannschaften liegt, dass der FCK II seit mittlerweile acht Spielen ungeschlagen ist? Sogar Wormatia Worms musste sich in Kaiserslautern knapp mit 0:1 geschlagen geben. Damit hat sich der FCK II still und heimlich bis auf den fünften Platz vorgeschoben und steht nur noch vier Punkte hinter dem FCS.

Für die Blau-Schwarzen kann das nur höchste Vorsicht beim Spiel gegen den direkten Konkurrenten bedeuten. In Pirmasens konnte man einem 4:0 in der zweiten Halbzeit längst verlorenen Kredit bei den Fans wieder aufholen, jedoch musste dazu Alfred Kaminski erst zur neuen Wunderwaffe greifen: Florian Hornig
Der Neuzugang aus Mechtersheim war an drei von vier Treffern beteiligt und zeigte damit erstmals, wofür er verpflichtet wurde. Auf ihm liegen die Hoffnungen für das Heimspiel gegen Kaiserslautern.

Die Lage ist klar: gewinnt der FCS, wird der derzeit gefährlichste Widersacher im Kampf um Platz 4 in seine Schranken verwiesen und man baut den Vorsprung auf sieben Punkte aus. Eine Niederlage bedeutet Angst um den Aufstieg. Diese sollte man garnicht erst aufkommen lassen, selbst wenn der FCK II mit elf Spielern aus der Zweitligamannschaft antritt. Der FCS sollte den Gegner kennen (Weißmann, Reuter, Demai?) und dies dementsprechend ausnutzen. Schließlich spielt man nicht gegen den Nochzweitligisten, sondern wohl gegen die Zukunft des 1. FC Kaiserslautern, welche sich einige Ligen tiefer abspielen könnte.

Links:

- Vorbericht auf sr-online.de
- Lautern schlagen, Aufstieg wagen! (Blau-Schwarze Belletristik)
- Derbytime im Ludwigspark! (Bobbeslein)

Dienstag, März 18, 2008

Peter Eich hätte gehalten

An den Pfosten
keine Kosten
ohne Abwehr
keine Abkehr
von den Problemen im Tor
so schlau wie zuvor
Beim Schuss keine Anstalten!
Peter Eich hätt' den gehalten!

Samstag, März 15, 2008

Der FCSBlog-Liveticker (Pirmasens)

14:21 Uhr: Das Fanradio ist eingeschaltet. Im Moment läuft grandios nervige Technomukke mit dem tiefgründigen Text "I wanna dance all night", welche von den Tönen des Pirmasenser Stadionsprechers begleitet wird.
14:24 Uhr: "Wir kommen wieder" von Leergut hört sich heute etwas seltsam an. Die doppelte Beschallung durch Stadionsprecher und Stadionradio wirkt nervtötend.
14:27 Uhr: "Eye of the tiger" und "Wir kommen wieder" gleichzeitig...
14:28 Uhr: "Hells Bells", die wohl meist zitierteste Einlaufhymne im Fußball wird zitiert.
14:29 Uhr: Manuel Rasp ist wieder in der Anfangself. Lichtblick: ein weiterer Mann aus der Zweiten feiert sein Debüt: Michael Müller
14:31 Uhr: Immerhin sind die Moderatoren bestens über den Verlauf des Hinspiels informiert.

1. Halbzeit

14:34 Uhr: Der Schiedsrichter hat wohl endlich angepfiffen.
14:35 Uhr: Kaum eine Minute in der ersten Mannschaft wird Michael Müller schon gelegt.
14:37 Uhr: Erste Großchance für "die Klub". Das wird noch heiter.
14:38 Uhr: "Begeisterung ja, Chaoten nein" lautet der Kommentar des Moderators zu einem Feuerwerkskörper im Gästeblock.
14:40 Uhr: Gewaltige Abwehrprobleme machen dem FCS-Fan zu schaffen.
14:42 Uhr: Erste Alibi-Chance - Karaoglan verzieht.
14:44 Uhr: Freistoß von Jülich, der vom Torwart abgefangen wird.
14:46 Uhr: Formann unsicher. Aha.
14:48 Uhr: Zwei Eckbälle für den FCS
14:49 Uhr: Dekoun scheint seine Sache gut zu machen. Erfreulich.
14:51 Uhr: Kopfballchance für Hajdarovic, der von den Kommentatoren mit dem Schrei alter Männer quittiert wird: "Ahhhhhhhhhh!"
14:54 Uhr: Der FCS hat eine Druckphase.
14:56 Uhr: Die Kommentatoren wollen Marc Scherschel verpflichten.
14:59 Uhr: Es "ist garnicht so wahr", dass Pirmasens ein schweres Pflaster ist. Aha.
15:01 Uhr: Der FCS spielt gut ohne zu spielen.
15:04 Uhr: Der Schiedsrichter nimmt das nichtvorhandene Tempo aus dem Spiel.
15:06 Uhr: "Viele viele Zweikämpfe am Mittelkreis", viel mehr bleibt nicht zu sagen.
15:09 Uhr: Jetzt gab es wieder zwei Chancen für Pirmasens. Offenes Spiel, oder?
15:12 Uhr: Der Saarbrücker Sturm braucht ein Zweikampftraining.
15:14 Uhr: Langweilige Halbzeit, zum Glück gleich rum!
15:19 Uhr: Halbzeitpfiff!

2. Halbzeit

15:35 Uhr: Nur so am Rande: das Spiel läuft wieder!
15:39 Uhr: Der Torhüter pfeift das Spiel nicht ab, das haben auch die Kommentatoren erkannt.
15:41 Uhr: "Der Junge kann sooooooo gut Fußball spielen" - offenbar nicht gut genug.
15:43 Uhr: Das Fanradio grüßt die User von ludwigspark.de während sich ein Pirmasenser verletzt hat.
15:46 Uhr: Karaoglan geht für Florian Hornig vom Platz. Gleichzeitig gibt es eine riesige Chance für den FCS!
15:48 Uhr: JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!!! Endlich wieder ein Hajdarovic-Tor!
15:50 Uhr: Und schon fast direkt der Ausgleich! "Typisch FC!", sagen wohl die schnauzbärtigen Tribünenhocker.
15:51 Uhr: JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!! JAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!!! DOPPEL-JAAAAAAA!!!!!! Die einfache Chance letzte Woche hat er vergeben, doch heute macht er alles richtig, unser Florian Hornig! Eine Torvorlage und sein erster Treffer für den FCS!!!
15:54 Uhr: Was ist denn auf einmal mit dem FCS los? Die Blau-Schwarzen spielen Fußball!
15:57 Uhr: Pascal Stelletta gibt grade seine Bewerbung für "The next Uri Geller Mustapha Hadji" ab.
16:00 Uhr: "Der baumlange Attila" - Wortwitzalarm im Fanradio
16:03 Uhr: Stelletta genießt das Bad im Applaus. Für ihn kommt Humbert ins Spiel.
16:04 Uhr: Frustrierte Damenschuhverkäufer Pirmasenser treten nun Mike Frantz kontinuirlich um - perfide!
16:08 Uhr: 3:0!!!!!! Mike Frantz rächt sich für die Fouls und schiebt ein! Bestellt schon mal den Autokorso!
16:11 Uhr: Mike Frantz macht Feierabend, der Neuzugang aus Hasborn darf nun ran: Wollscheid!
16:14 Uhr: Fast das 4:0! Was man denen wohl in der Kabine erzählt hat...
16:17 Uhr: TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOR!!!!!! Florian Hornig hat auch noch einen Kopf!
16:19 Uhr: Wo sind die Hornig-Hasser von letzter Woche auf einmal hin?

16:21 Uhr: ABPFIFF! Endlich mal wieder ein mehr als überzeugendes Spiel, dass die Hoffnung auf Platz 4 wieder stärkt. Aber jetzt bitte nicht überheblich werden!

-Ticker Ende-

Freitag, März 14, 2008

Fehler vermeiden

Am Samstag tritt der FCS in der Schuhstadt Pirmasens an, um den Abstand auf Borussia Neunkirchen zu halten. Das 1:1 im Heimspiel gegen Wirges stimmt dabei alles andere als positiv und verstärkt die Zweifel an der jungen Mannschaft. Doch eigentlich können die Blau-Schwarzen nur zwei Fehler begehen.

1. Unterschätzung des Gegners

Als der 1. FC Saarbrücken vor knapp einem Jahr zu einem der abstiegsvorentscheidenden Spiele in Pirmasens auflief, ging man blind vor Annahme dreier geschenkter Punkte in die Katastrophe. Mit einem fehlenden Spielsystem, einem hochmotivierten Gastgeber und schlechten Platzverhältnissen konnte auch Mustapha Hadji das Spiel nicht retten. Sein letztes Aufbäumen gegen den Außenseiter Pirmasens endete mit einer Roten Karte. Der Gegner wurde schlicht unterschätzt.

2. Selbstüberschätzung


Betrachtet man nun das Hinspiel gegen Pirmasens, muss man feststellen, dass es einer der letzten Kantersiege in der bisherigen Oberligasaison war. Dies lässt Rückschlüsse offen, ob nicht der daran anknüpfende Leistungsabfall auch daraus resultierte, dass sich die Spieler nach hohen Siegen und Traumtoren bereits bundesligareif sahen. Die Entwicklung tat der Mannschaft nicht gut und ließ die Anfangseuphorie abebben. Die Möglichkeiten wurden überschätzt.

Beim FCS sind Unterschätzung des Gegners und Selbstüberschätzung sehr enge Verwandte, die stets Hand in Hand die Leistung der Mannschaft beeinflussen. Gerade deswegen sollte schleunigst vergessen werden, dass Pirmasens mit einem verfehlten Saisonstart weit hinter den Aufstiegsaspiranten zurückblieb. Auch sollte man nicht Pirmasens einfach deshalb unterschätzen, weil Leistungsträger wie Nico Weißmann und Andreas Haas den Verein verlassen haben.
Genauso darf man nicht auf die Idee kommen, im FCS noch die Übermannschaft der Hinrunde 2007 und sicheren Aufsteiger zu sehen. Die letzten Spiele haben deutlich bewiesen, dass man sich dem Oberligadurchschnitt angepasst hat und sich selbst gegen Gegner wie Köllerbach zum Sieg zittern muss.

Es gilt für den FCS jegliche Fehler zu vermeiden und sich deshalb auf Pirmasens gewissenhaft vorzubereiten. Immerhin geht es nicht um weniger als um den Aufstieg und die Bewahrung der sportlichen Relevanz. Wenn der FCS mal in der fünften Liga auflaufen muss, ist der Zeitpunkt gekommen, dass Über- und Unterschätzung unkontrollierbare Ausmaße angenommen haben. Oder haben sie das vielleicht schon?

Links zum Thema:

-Interview mit Alfred Kaminski (FCS-HP)

Dienstag, März 11, 2008

Wirges runter!

Manche Spiele sollte man schleunigst wieder aus dem Gedächtnis streichen oder jegliche Erinnerungen daran einfach verbieten lassen. Das Heimdebüt unter Alfred Kaminski gehört zu dieser Sorte glanzloser Auftritte.

'schule 062' von Carsten_FCS

Vieles stand im Zeichen vereinspolitischer Anlegenheiten. Vor dem Stadion verteilte die Virage Est ihre Stellungnahme zum Stadionneubau in gedruckter Form, während man auf den Rängen selbst noch einmal deutliche Zeichen in Form von Spruchbändern setzte. Weitere Veränderungen auf den Rängen in aller Kürze:

-die Droogs SB sind in die Virage Est gewechselt
-vor dem D-Block hingen zwei neue Gruppenfahnen (United SB und L.E.S. 2008)
-die allgemeine Zuschauerzahl war erneut nicht berauschend, auch wenn der Besuch aus Frankreich den Stadionbesuch kurzweilig gestaltete.

Mit leicht verändertem Personal ging der FCS ins Spiel und zeigte dabei wenig Spielaufbau, selbst wenn man mit den Chancen klar im Übergewicht war. Die Abwehr erstickte zwar jegliche Angriffsbemühungen der Gäste im Keim, das eigene Mittelfeld war jedoch nicht dazu in der Lage, die Überlegenheit in Spielzüge umzuwandeln. So kam es, dass Chancen meist durch lange Bälle oder Befreiungsschläge zustande kamen. Bei den Standardsituationen verbesserte sich der FCS im Gegensatz zur Vorrunde: eine neue Freistoßvariante mit Kurzpass und Flanke an den langen Pfosten brachte die erste Großchance für den FCS, welche nur durch eine blitzschnelle Reaktion des Gästetorwarts vereitelt wurde. Eine weitere Standardsituation ging dann dem Treffer von Mike Frantz voraus: ein zunächst abgewehrter Eckball wurde vom Gästetorwart nicht gesichert, sodass der dritte Kapitän des FCS den Abpraller nur noch verwandeln musste. Die wichtigste Erkenntnis nach diesem Tor bleibt jedoch, dass Alfred Kaminski die Fähigkeit, Ecken in Tore zu verwandeln, wieder vermittelt hat.

In der zweiten Halbzeit schien der FCS die Bemühungen auszubauen und belagerte fast kontinuirlich das gegnerische Tor. Nach einem Freistoß von der rechten Seite hätte Manuel Rasp auf 2:0 erhöhen können, er erwischte den Ball jedoch nur mit dem Rücken, sodass der Torwart die frühe Entscheidung verhindern konnte. Sonst hatte der Stürmer einen rabenschwarzen Tag erwischt und wurde gegen Neuzugang Florian Hornig ausgetauscht.
Ein verunglückter, unüberlegter Klärungsversuch von Yannick Dekoun fand seinen Weg zu einem Querpass, welchen Pineker vor dem Tor von Formann in einen Flachschuss umwandelte. Dieser wurde dann noch von einem Abwehrspieler abgefäscht, kam somit abgelenkt auf den oftmals kritisieren Formann kam, sodass dieser ihn nicht mehr entscheidend ablenken konnte: 1:1!
Eigentlich könnte man meinen, dass damit die Enttäuschungen an diesem Tag schon abgehandelt sein. Dies war auch der Fall bis Florian Hornig klug auf den Fehler seines Gegenspielers spekulierte, eine kurze Kopfballrückgabe abfing, den Torwart aussteigen ließ, sich Zeit für seinen Schuß nahm...und dann den Ball hilflos am langen Pfosten vorbeischob. Damit verpufften auch alle Vorschusslorbeeren für Hornig im Bruchteil einer Sekunde.

Es bleibt nur zu hoffen, dass dieses Unentschieden untypisch für Kaminskis Regentschaft als FCS-Trainer bleibt. Positiv anzumerken ist, dass der Trainer seine Mannschaft nach Spielende aufforderte, sich den Fans zu stellen. Natürlich kann man schon jetzt sagen, dass Kaminski in einigen Bereichen deutliche Verbesserungen hervorbrachte (Standards, Abwehrarbeit), jedoch bleiben die Problemfelder unverändert (fehlender Spielmacher, schmelzender Abstand auf die Verfolger). Man muss das Ergebnis einfach herunterwürgen und auf die kommenden Spiele hinarbeiten.

Freitag, März 07, 2008

Sicherheitspolitik

Nachdem der FCS den ersten Pflichtspielauftritt 2008 erfolgreich beendet hat, steht mit der SpVgg Eintracht Glas Chemie Wirges die nächste Herausforderung an. Dabei gilt es vor allem die Sicherheit auf dem Platz wiederzugewinnen, da gerade diese maßgeblich für den Erfolg in der Hinrunde war.

Der Auftritt beim Hinspiel im Wirges gehörte zu den hart erkämpften Punkten der Saison. Mit 2:1 gewann man das Spiel sehr knapp, was nicht zuletzt die Erwartungen derer, welche die Oberliga Südwest als Selbstläufer angesehen haben, etwas bremste. Dieses kleine Hemmnis in Sachen Euphorie hob sich zwar sogleich durch gelungene Heimspiele wieder auf, dennoch wurde die Erkenntnis greifbar, dass es keine strikte Trennung zwischen großen und kleinen Vereinen in der Oberliga Südwest gibt.
Tatsächlich hat der erste Auftritt unter dem neuen Trainer Alfred Kaminski dazu beigetragen, dass man einerseits den Glauben an den Aufstieg trotz der Demission des Gespanns Krüger/Loos keinesfalls verloren hat, trotzdem hat sich der Glaube an einen Selbstläufer verabschiedet. So traurig es für die unerbitterlichen Anhänger des Dogmas "De Eff-Zeh geheert in die Zwoot Liga!" anhört:
der FCS muss sich auch erst einmal unter den Feierabendmannschaften behaupten.

Diese Sicherheit muss gegen Wirges zurückgewonnen werden. Die EGC Wirges gehört zwar nicht zu den klangvollen Namen der Liga und ist zudem mit einer Heimniederlage gegen Neunkirchen ins Jahr 2008 gestartet, muss aber trotzdem als Neunter mit 27 Punkten ernst genommen werden. In der Hinrunde schlug sich Wirges nämlich vor allem gegen die Spitze der Liga hervorragend, erreichte gegen Mainz II und Worms jeweils ein Unentschieden und konnte Eintracht Trier sogar mit 3:2 besiegen.

Die Blau-Schwarzen sollten also gewarnt sein. Am morgigen Samstag fehlt eine Reihe vom Spielern im Kampf um den Aufstieg: neben Haffner, Impis, Karaoglan und Hümbert sind auch die Einsätze von Wollscheid, Wiesner und Hajdarovic gefährdet. Aus dem vorhandenen Personal muss Alfred Kaminski nun eine passende Mannschaft bilden. Im Gegensatz zur Vorwoche wird man also auf mindestens zwei Positionen Veränderungen vornehmen müssen, wobei die Auswahl im Sturm traditionsgemäß größer als in der Abwehr erscheint und der Platz neben Hornig wohl Rasp, Schug oder Özgün zufallen dürfte. In der Abwehr darf man auf die Rückkehr von Mpassy spekulieren, welcher mit dem Trainerwechsel wieder mit neuen Chancen auf einen Platz im Oberligakader ausgestattet ist.

Der FCS hat nur ein wirksames Mittel zum Ausbau der eigenen Sicherheit. Dies besteht weder aus einem neuen Stadion, noch aus einem neuen Bürogebäude am FC-Sportfeld: nur Siege wahren die Ambitionen und verbreiten ein Gefühl der Erleichterung.

Links:

- Vor dem Spiel gegen die SpVgg EGC Wirges (FCS-HP)
- Vorbericht auf sr-online.de

Donnerstag, März 06, 2008

Die Virage Est und das Stadion

Die Virage Est, ihres Zeichens Fanverbund aus verschiedenen Gruppierungen und Einzelpersonen, hat sich nun öffentlich in einer Stellungnahme zum geplanten Stadionneubau geäußert. Schnell wurde der Ruf laut, dass es sich bei der Gruppierung, überwiegend in Richtung der Ultrà-Szene orientiert, um "Ewiggestrige" und betonköpfige Traditionalisten handelt. Doch stimmt dies wirklich oder haben hier wieder einmal viele Leute einfach nur gelesen, was sie lesen wollten?

Die Stellungnahme beginnt mit der Quintessenz des Inhalts:

Die Heimat abgerissen und auf Tradition geschissen!

Heute ein neues Stadion – morgen ein gemeinsamer Verein (FC Saar)?

Pro Umbau und Modernisierung – gegen Neubau!


Wer genau verstehen möchte, was die Virage Est mit ihrer Wortmeldung in der Stadionfrage mitteilen will, müsste eigentlich nur diese Worte lesen. Dennoch verstärkt der historische Rückblick auf die Standortfrage den Eindruck, dass Tradition das einzige Argument gegen einen Stadionneubau sei. Der Verweis auf Hans Helmer als große Persönlichkeit der Vereinsgeschichte passt dennoch in die Argumentation, da er verdeutlicht, welchen Wandel der Fußball innerhalb der letzten Dekaden vollzog. Somit wirkt die Möglichkeit des Stadionneubaus von Beginn an unsympathisch und steril.

Wer denkt, dass sich die Argumentation der Virage Est in Fußballromantik verliert, irrt jedoch gewaltig ("Doch wir wollen nicht nur das Argument „Tradition“ in die Wagschale werfen."). Hier entfaltet die Stellungnahme ihre starken Argumente und gleichzeitig wichtige Streitpunkte, welche zwar nicht neu, aber immer wieder nennenswert sind:

-Verkauf des Stadionnamens
-Zusammenlegung saarländischer Vereine
-Umzug

Das ist eigentlich nichts anderes als das, was schon seit Wochen diskutiert wird und berechtigterweise Bedenken gegenüber einem neuen Stadion schürt. Der Teufel liegt jedoch im Detail, besser gesagt in der Wendung "Wir müssen uns die Frage stellen, welche Veränderungen und vor Allem welche Nachteile sich für uns Fans ergeben werden...". Diesen Satz interpretierten die Virage-Est-Kritiker als Angst vor der erneuten Zusammenlegung zu einem gemeinsamen Fanblock. Tatsächlich scheint dies eine deutliche Fehlinterpretation zu sein, da dieser Satz eine Einleitung zu oben genannten Themen ist. Nirgendwo fällt auch nur das geringste Wort über Stimmung oder die Fanszene an sich, da diese einfach nicht Gegenstand der Stadiondiskussion darstellen, solange der erste Spatenstich noch nicht getan ist.

Die Virage Est stellt sich in ihren Ausführungen nicht gegen das Moderne, sie macht sich jedoch stark für die Beibehaltung des Standorts Ludwigspark und somit der Erhaltung der traditionellen Spielstätte des Vereins. Hier ist die Frage mehr als berechtigt, ob man wirklich das Modell Wehen-Wiesbaden, also ein "Einwegstadion" der Möglichkeit der Modernisierung und des Umbaus vorziehen soll. Verwerflich ist der Gedanke keinesfalls und der von Kritikern propagierte Zündstoff im Text der Virage Est fehlt gänzlich. Vielmehr handelt es sich um einen einfachen, legitimen Beitrag zur Stadiondiskussion, der zwar leicht subjektiv sein mag, in den Kernpunkten dennoch Sachlichkeit bewahrt.

Vielleicht sollten sich die Virage-Est-Kritiker vor allem den Schluss der Stellungnahme durchlesen, da hier auf den Punkt gebracht wird, was in so vielen Diskussionen zu bestimmten Themen leider fehlt:
"Öffnet die Augen und Ohren, nehmt konstruktiv an Diskussionen teil und denkt über die Argumente der Anderen nach. Es ist nicht alles Gold was glänzt."

Sonntag, März 02, 2008

Was Carsten denkt (12)

Hallo FCSBlogleserinnen und -leser,

wie erwartet hat der FCS in Völklingen mit einem 2:1-Sieg das erste Pflichtspiel 2008 gewonnen. Leider konnte ich mir selber kein Bild vor Ort machen, dennoch scheint die Leistung nicht allzu überragend gewesen zu sein, sodass die altbekannten Auflösungserscheinungen auf den FCS-Portalen ihre Kreise ziehen.

Wo ich gerade beim Thema FCS-Foren bin: im letzten "Was Carsten denkt"-Beitrag hatte ich ja meinen Rückzug aus dem FCS-Forum angesprochen. Mittlerweile habe ich meinen Schreibboykott unterbrochen, hauptsächlich weil man den vielen Unsinn, der tagein tagaus auf das Internet losgelassen wird, nicht mit ruhigem Gewissen unkommentiert lassen kann. Absoluter Höhepunkt war dabei ein Beitrag, der behauptete, dass sich die Boys Saarbrücken aufgelöst hätten. Nunja...
Von der bleibenden Reaktionslosigkeit der Administratoren auf Kritik an ihrer Arbeit will ich jetzt mal nicht schreiben.

Euch ist sicherlich aufgefallen, dass seit den vergangenen Wochen die Abstände zwischen den Blogbeiträgen leicht variieren, auch wenn die Anzahl der Beiträge im Vergleich zu 2007 zunimmt. Dies liegt wohl am nahenden Ende meiner Schullaufbahn und wird auch in den kommenden Wochen leicht spürbar sein. In meinem Zweitblog habe ich über das Thema schon ausführlicher geschrieben. Dort lohnt der Besuch natürlich auch immer ;-) !

Heute bekam ich noch einen interessanten, wie lustigen Link zur offiziellen Homepage unserer Landeshauptstadt geschickt, welcher die "Fluss-Arena" als angestrebtes Projekt der Stadt vorstellt. Schön, dass es noch so etwas wie Humor auf einer sonst so trockenen Webseite gibt :-) . Der Autor wurde von mir gleich per E-Mail beglückwünscht und es wäre sicherlich nett, wenn er sich zu erkennen geben würde. Mein Modell eines perfekten Stadions sieht im Vergleich mit der "Fluss-Arena", welche sogar als Warmfreibad nutzbar ist, doch sehr alt aus.

Zum Abschluss dieses Beitrags gibt es noch einen kleinen Hinweis in (fast) eigener Sache. Die sonntäglichen Chatabende im FCS-Chat dürften ja spätestens seit dem Auftritt von "socceragent" Guido Nickolay bekannt sein. Am kommenden Dienstag wird sich ein weiterer Gast im FCS-Chat die Ehre geben: Stefan Kühlein, der Leiter von Kommunikation und Presse beim 1. FC Saarbrücken, wird von 18 bis 19 Uhr im Chat Fragen beantworten. Eingeladen zum Chat ist natürlich jeder, der Zeit hat.

Man sieht sich!

Carsten

Freitag, Februar 29, 2008

Der FCS 2008 auf dem Prüfstand

Der FCS scheint in der Winterpause 07/08 eine Generalüberholung verpasst bekommen zu haben.

Musste man kurz nach Beginn der Winterpause im tiefsten FCS-Jammertal angelangt sein, so wandelte sich dieses Bild wieder innerhalb kürzester Zeit: waren Loos und Krüger vor ihren Demissionen die gefeierten Profis des Vereins, wurde man nach eben selbiger mit dem Bild starrköpfiger Gutsherren mit professionellem Gehalt konfrontiert und Alfred Kaminski als volksnahe Lösung präsentiert. Zudem ging ein Jubelschrei um die Welt (oder das Saarland) als sich der 1. FC Saarbrücken unter der federführung von Horst Hinschberger endlich zu einer Klage gegen die "großen Bayern" durchrang und dafür Anerkennung wie Spott und Häme gleichermaßen bekam. Immerhin wittert der Verein die Chance auf eine finanzielle Entschädigung, nachdem die Rechtsschutzversicherung dem FCS heute die Kostendeckungszusage erklärte. Abgerundet wird dieses Bild von den Stadionplänen, die sogar eine Neugestaltung des Trainingsgeländes vorsehen.

Doch jetzt wird sich erst beweisen, was die Generalüberholung wirklich wert war.

Dabei hat der kommende Gegner des 1. FC Saarbrücken, die Sportfreunde aus Köllerbach, genug eigene Probleme, die das Spiel schon im Vorfeld als Selbstläufer für den FCS erscheinen lassen. Man befindet sich selbst in der Situation, dass es in der Winterpause einen Trainerwechsel gab: mit Jörg Nehren wurde der ehemalige Trainer von Borussia Neunkirchen als Garant für den Klassenerhalt verpflichtet. Zurzeit liegt man auch mit 21 Punkten auf dem 13. Tabellenplatz, was vor einem halben Jahr wohl die wenigsten erwartet hätten. Die gewachsene Erwartungshaltung, gerade vor dem Vergleich mit dem großen Nachbarn aus der Landeshauptstadt, macht die Arbeit für Nehren nicht einfacher. Zudem fehlen ihm gegen den FCS auch Leistungsträger wie Benjamin Angel oder Jörg Reeb, welche beide die Sportfreunde nach Ende der Saison verlassen werden. Andererseits zeigt der Pokalsieg gegen Rot-Weiß Hasborn, dass man Köllerbach nicht als zu angeschlagen einschätzen sollte.

Angeschlagen ist das Wort, was auf die sportliche Ebene des 1. FC Saarbrücken zutrifft. Mit Charles Haffner und Torsten Jülich fehlen zwei erfahrene Mittelfeldkräfte, was allerdings vor allem für die jungen Spieler eine Chance darstellen dürfte, Akzente im Kampf um einen Stammplatz zu setzen. Einer dieser jungen Spieler fällt mit Neuzugang Philipp Wollscheid definitiv aus. Da auch der Einsatz von Nazif Hajdarovic fraglich erscheint, werden viele Hoffnungen auf Neuzugang Florian Hornig liegen, was einerseits bei dessen Empfehlungsschreiben in Form von elf Treffern in der laufenden Saison (noch für Mechtersheim) kein Wunder ist, andererseits den jungen Spieler auch von Beginn an unter Druck setzen wird. Nach sehr wechselhaften Testspielen in der Winterpause bei Trainerwechsel und einigen Veränderungen im Kader ist es unklar, was den blau-schwarzen Anhänger in Völklingen erwartet.

Obwohl die Vorteile für den FCS klar auf der Hand liegen und auch der 5:0-Sieg im Hinspiel alle Vorzeichen für einen erfolgreichen Start ins Jahr 2008 geben, muss sich der FCS in den Prüfstand begeben. So sehr in den letzten Wochen an den Rahmenbedingungen Änderungen durchgeführt wurden, welche mit notwendiger Konsequenz, aber auch mit einem leichten Mut zur Extravaganz alle Weichen auf eine Rückkehr in die Professionalität gestellt haben. Auf sportlicher Ebene muss der FCS jedoch erst beweisen, dass er der restlichen Liga gewachsen ist, da dies die letztlich entscheidende Bedingung für den Aufstieg bedeutet. Eine Niederlage nach der Winterpause würde die scheinbar heile Welt im FCS-Umfeld nicht zerstören, sie würde aber die Frage nach der Glaubwürdigkeit des Vereins stellen und zumindest die Fußballsparte des Vereins zurück in die Werkstatt schicken.

Links zum Thema:

- Vorbericht auf sr-online.de
- Vorbericht auf fc-saarbruecken.de
- Seite der Sportfreunde Köllerbach

Dienstag, Februar 26, 2008

Das perfekte Stadion

Seit die Möglichkeit des Stadionneubaus, welche zu früheren fußballfreien Übergangsphasen (oftmals als "Winterpause" oder "Sommerpause" bezeichnet) ledeglich als dürftiger Pausenfüller herhalten musste, schon so tief in das blau-schwarze Bewusstsein eingedrungen ist, dass man sich bei einem Blick in die Diskussionsforen kaum mehr vor Meinungen zum Stadionneubau retten kann, weiß niemand mehr so recht:
Wie soll das neue Stadion aussehen?

'Sonnenuntergang' von Carsten_FCS

Das FCSBlog hat alle verfügbaren Daten und Meinungen in den FCSBlog-Hauptrechner eingegeben und die unabdingbaren Kriterien und die mögliche Gestaltung der neuen Spielstätte unseres 1. FC Saarbrücken rechnerisch ermittelt!

Kapazität:

-Das neue Stadion muss für mindestens 50.000 Besucher gebaut sein. Geringere Maßstäbe sind ab einem möglichen Aufstieg in die 3. Bundesliga nicht mehr vertretbar.

Standort und Verkehrsanbindung:


-Der Ludwigspark muss als Standort bleiben, da man sonst die einmalige Infrastruktur dieses Stadions (Stadion, Casino und Nachtbar im Umkreis von 200 m, vgl. hier) aufgibt.
-Neben der Nähe zum neuen Eurobahnhof muss eine Anbindung zur Saarbahn und ein neues Parkhaus eingerichtet werden. Ein vereinseigener Flugplatz wird erst mit dem Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga notwendig.

Stadionname:

-Sponsornamen sind unter einem jährlichen Betrag von 20 Mio. Euro nicht möglich, der Name bleibt also vorerst "Ludwigspark".

Architektur:

-Das ideale Stadion ist eine Mischung von internationaler Atmosphäre, Wehener Stahlrohrkonstruktion und Ludwigspark-Kult. Aus diesem Grund bleiben Marathontor samt A- und C-Block in ihrer ursprünglichen Form erhalten, der restliche Ludwigspark wird niedergerissen und von erweiterbaren Stahlrohrtribünen ersetzt. Ein ausfahrbares Spielfeld mit ständig zu erneuerndem Rollrasen und ein ausklappbares Faltdach sollen einen Hauch Internationalität in den Ludwigspark tragen.

Sanitäre Anlagen:

-Die Toilettenanlagen aus dem alten Ludwigspark werden übernommen und unter Denkmalschutz gestellt.

Verpflegung und Fanshop:

-Die Bezahlung wird in Zukunft bargeldlos über den Mitgliedsausweis erfolgen. Logischerweise werden Essen und Getränke nur noch an Vereinsmitglieder ausgegeben.
-Jede Tribüne wird einen eigenen, zweistöckigen Fanshop bekommen.

Extras:

-Neben eigenem 5-Sterne-Hotel, einem Kino, vierzig Rostwurstbuden mit integrierter Wurstkühlung, sechzig Brezelständen, einer Tiefgarage und einem eigenen Hubschrauberlandeplatz ist auch ein 20 m² großer Raum für die Fangruppierungen geplant.
-Von den Sitzschalen bis hin zum Klopapier wird alles in blau-schwarz dekoriert sein.

Finanzierung, Nutzung etc.:

-Eine Kooperation mit der SV Elversberg oder anderen Vereinen wird unter Strafe gestellt.
-Die Kosten für den Stadionneu- und umbau werden zu 70% vom Land, zu 20% von der Stadt Saarbrücken und zu 10% vom 1. FC Saarbrücken getragen.
-Der 1. FC Saarbrücken ist Stadioneigentümer.

Sonntag, Februar 24, 2008

Bilden Sie mal einen Satz mit FCS-Namen II

Die Fortsetzung:

-Stelletta

Heute ab ins Trainingslager nach Reimsbach!
Stell Etagenbetten auf, sonst bleib ich wach.

-Brückerhoff

Brrrrr....Rückkehr hoff ich ist bald.
Langsam wird's in Reimsbach kalt!

-Zydko

Wären wir mal besser nach Südkorsika,
das Wetter ist viel schöner da!

-Impis

Im Bistro ist es sehr gemütlich,
das Training war nicht sehr vergnüglich.

-Dekoun

Für den Saisonstart müssen wir noch bauen,
nicht nur Deko und so, man wird schauen!

-Spyrka

Schau mal nach uns spür Kaminski auf,
der will nen neuen Spieler, Topeinkauf!

Donnerstag, Februar 21, 2008

Doch keine olle Kamelle: Stadionneubau

Die Winterpause ist ja bekanntermaßen ein beliebter Zeitpunkt, all die Themen durchzukauen, die man während der Saison zurückstellt. Manchmal muss ich mich dieser Taktik bedienen, um dieses Blog frei von Staub zu halten und auch in der spielfreien Zeit die Blogsleser zu unterhalten. Tatsächlich katapultierte sich mit dem heutigen Fanmeeting einer dieser vermeintlich "ollen Kamellen" zum neuen Gesprächsthema Nr 1:
der Stadionneubau!

Wie die Besucher des Fanmeetings berichten, wird auf dem Gelände des Ludwigsparkstadions eine Stahlrohrkonstruktion nach Wehener Vorbild entstehen, welche schon im August diesen Jahres bespielbar sein soll. Dabei soll es nur noch zwei Stehplatzbereiche geben, was auch die Fanszene vor eine weitere Bewährungsprobe stellen wird. Voraussichtlich wird die Kapazität der neuen Spielstätte bei etwa 15.000 Plätzen liegen.
Einige Meter vom Ludwigspark entfernt würde sich auch einiges ändern. Auf dem derzeitigen Gelände des FC-Sportfeldes soll ein vierstöckiges Bürogebäude mit Geschäftsstelle, Fanshop und weiteren Einrichtungen entstehen.

Dem FCS stehen damit einschneidende Veränderungen bevor: einerseits werden sie zur finanziellen, wie sportlichen Bewährungsprobe für den Oberligisten, andererseits muss bei der Umsetzung auch darauf geachtet werden, dass man die Interessen der Zuschauer und Fans im besonderen Maße berücksichtigt. Die Spannungsfelder wie Namenssponsoring oder Kooperation mit der SV Elversberg wird der Verein wohl nicht umgehen, sodass hier Konflikte vorprogrammiert sind.

Es bleibt abzuwarten, wie sich das genaue Konzept des Stadionneubaus gestaltet, um eine endgültige Bewertung dieser Pläne abzugeben. Sie sind zurzeit noch eine Chance, die Zukunft des Vereins sowohl im positiven als auch im negativen Sinne zu gestalten. Unvermeidlich wird damit wohl leider auch der Abriss des altehrwürdigen Ludwigsparks, welcher den FCS über ein halbes Jahrhundert begleitet hat. Es wäre ein mehr als würdiger Abschied, wenn in der letzten Spielzeit des derzeit größten saarländischen Stadions noch einmal die Zuschauer den Ludwigsberg hinaufströmen und, hoffentlich zum Aufstieg, noch einmal die 20.000er Marke geknackt wird. Verdient hätte es der Ludwigspark zum Abschied.

Nachtrag 22.02.08 19:31 Uhr:


Einem Bericht von sr-online.de zufolge scheint Horst Hinschberger zwar den Neubau angekündigt zu haben, jedoch bleibt die Standortfrage weiterhin unbeantwortet. Interessanterweise ist es der ehemalige Vizepräsident und jetzige Sportminister Klaus Meiser, der gegenüber dem Saarländischen Rundfunk angab, dass diese Frage noch nicht entschieden ist. Für Herrn Meiser wäre es wohl als äußert peinlich zu bezeichnen, wenn er nicht in der Lage wäre, den Standort Ludwigspark für ein mögliches neues "Saarstadion" durchzusetzen.

Mittwoch, Februar 20, 2008

Bilden Sie mal einen Satz mit FCS-Namen I

In Anlehnung an den leider bereits verstorbenen Dichter Robert Gernhardt gibt es als Zeitvertreib gegen Ende der Winterpause das berühmte "Bilden Sie mal einen Satz mit..." mit Namen rund um den FCS. Danke an Olli S. für diese Anregung!

-Kaminski

Zimmer mit Kamin, Skifahren umsonst.
Das alles gibt's, wenn du zu Victor kommst.

-Formann

Bevor man die Mauer stellt,
der Abwehr eine Rede hält.

-Mpassy

Komm, pass ihn rüber!
Schießt du, fliegt er drüber!

-Hornig

Ins Bockshorn ich ihn soll jagen?
Kann er's denn vertragen!?

-Wollscheid

Wolle scheidet für die Hemden aus,
gleich geht ihr da in Polyester raus!

-Hadji

Hat Schimanski je so geschossen?
Bei dem sind doch nur Tränen geflossen...

-Rasp

Die Grasparzellen auf dem Platz:
für Jäger und Sammler ein Goldschatz!

-Haffner

Hab auf der Schaff ner Frau nachgepfiffen.
Sie war zu lahm, hat's nicht begriffen.

Samstag, Februar 16, 2008

2 Jahre FCSBlog

Anstelle eines außerordentlich langen und umfassenden Rückblicks auf das verflixte zweite Jahr im FCSBlog gibt es heute das FCSBlog einmal in Zahlen:

11811 Besucher
469 Minuten Einsatzzeit für Sven Lintjens
264 Beiträge
226 Kommentare
111 Tore
96 Gegentore
31 Erlebnisberichte
24 Besucher, die nach "Manuel Rasp" googelten
16 Folgen "Geschwätz üwwer de Eff-Zeh"
8 Besucher, die nach "Guido Nickolay" googelten
6 Offene Briefe
5 Trainer (Bommer, Phlippe, Henke, Krüger, Kaminski)
5 Gedichte zum FCS
4 Besucher, die nach "Frank Falkenauer" googelten
4 Interviews, die halbwegs glückten
2 Abstiege
2 Präsidenten (Ostermann, Hinschberger)
1 Gastbeitrag
1 Testspiel gegen Bayern München
1 Rauswurf als Moderator im Offiziellen Internetforum des FCS
1 Beitrag über Thomas Winklhofer

Unterm Strich waren das also zwei mehr als interessante, anstrengende, aber auch unterhaltsame Jahre, die auf ihre Fortsetzung warten.
Grüße gehen an alle Mitleser, moralischen Unterstützer, konstruktiven Kritiker und natürlich an die Leidensgenossen in meinen Leistungskursen.

Freitag, Februar 15, 2008

FC Saar? Nein danke!

Wenn in der kommenden Ausgabe der SR-Sportarena das Interview mit dem Präsident der SV Elversberg, Frank Holzer, ausgestrahlt wird, dringt vielleicht die Debatte um den sogenannten "FC Saar" ein weiteres Mal in das öffentliche Bewusstsein vor. Als ließe sich das langsame Verschwinden des Saarlandes von der Fußballlandkarte nicht mehr anders aufhalten, wird der Begriff "FC Saar" von einigen Leuten schon seit Jahren wie ein Mantra als einzige Lösung dieses Problems präsentiert. Doch warum ist eine Fusion zum Scheitern verurteilt und welche Alternativen existieren?

Für einige mag es den Klang traditionalistischer Verbissenheit haben, andere empfinden es als selbstverständlich, dass Vereinsvergangenheit und Vereinsidentität zu wichtig sind, als dass man sie für eine schnöde Vereinsfusion aufgeben würde. Wie soll man weiterhin zwei deutsche Vizemeisterschaften, die Teilnahme am Europapokal der Landesmeister oder andere Sternstunden weiterhin als Teil des eigenen Vereins ansehen, wenn man nun als "FC Saar" auch konsequenterweise die Anteile von Neunkirchen, Elversberg oder gar Homburg an diesem Verein berücksichtigen müsste?

Hier kommt man auch zu dem Punkt, der wohl Fans, Mitglieder und Gönner aller saarländischen Vereine vor einer Fusion abschreckt: die gegenseitige Rivalität. Kein Blau-Schwarzer könnte sich ernsthaft vorstellen, sich einen Verein und dazu noch das Stadion mit Grün-Weißen teilen zu müssen. Genauso wenig werden alte Borussen es gerne sehen, wenn ihr Verein von dem alten Gegner Saarbrücken geschluckt wird. Und auch der aufkeimende Neid/Hass, den Elversberg auf sich zieht, spielt eine Rolle in diesem Konflikt.

Damit bleibt die Frage, inwiefern sich dieses Projekt überhaupt lohnen soll. Man kreiert einen Verein, der eine Melange aus dem Besten aller saarländischen Vereine mit überregionaller Relevanz sein soll und vernichtet nebenbei einige Traditionsvereine, an die man sich (vielleicht) im Bundesgebiet doch gerne erinnert. Ein "FC Saar" könnte das ihm attestierte, hohe Zuschauerpotenzial nie nutzen, da sich niemand mehr mit einem Retortenverein identifizieren könnte. Zu groß ist auch der Graben zwischen den verschiedenen saarländischen Vereinen. Es fragt sich auch, wie ein solcher Verein für mögliche Sponsoren und Investoren von Interesse sein soll, wenn Großteile der Zuschauerschaft eben jenes Interesse verlieren?

Ein Ansatz könnte darin liegen, dass man erst einmal die vorhandenen Kräfte zu stärken versucht, bevor man ihnen mit einer unnötigen Bündelung jegliche Euphorie seitens der Zuschauer nimmt. Einerseits beklagen sich Unternehmen über die zunehmende Attraktivität der Bundesligaspielorte, andererseits lassen sie oftmals das Engagement bei den regionalen Fußballvereinen vermissen. Die Jugendmannschaften des 1. FC Saarbrücken zeigen, dass es genug Ambitionen nach oben gibt, aber fehlende Sponsorengelder bei zunehmendem Wettbewerb schon um talentierte Jugendspieler, fehlen Perspektiven und Anreize, kontinuirliche Aufbauarbeit zu leisten. Auch der oftmals thematisierte Stadionneubau wäre ein möglicher Anreiz, welcher einerseits Sponsoren anlockt, andererseits auch Euphorie im gesamten Umfeld verbreitet. Der große Name eines Traditionsvereins zählt heute nicht mehr allzu viel, wodurch überhaupt erst solche Debatten über eine mögliche Fusion aufkommen.

Es ist nicht eine Bündelung der Kräfte auf sportlicher Ebene, die das Saarland braucht, sondern eine Bündelung der Kräfte auf Sponsorenebene, um eine moderne Infrastruktur und Perspektiven zu bieten. Das Saarland braucht keinen "FC Saar", sondern Perspektiven für die vorhandenen Vereine.

Dienstag, Februar 12, 2008

Problemfeld: Stadionneubau

Das altbekannte Winterloch zieht wieder einmal seine Kreise und hat in der saarländischen Medienlandschaft und als Thema musste erneut der seit gefühlten 20 Jahren geplante Stadionneubau herhalten. Tatsächlich lagen schon zu Zweitligazeiten Pläne für eine Modernisierung des Ludwigsparkes in den Schubladen der Vorstandsriege und eine Neugestaltung dieser altehrwürdigen Sportanlage wäre eigentlich angebracht, wenn man bedenkt, dass das größte saarländische Stadion vor rund 55 Jahren aus Bauschutt errichtet wurde.

'Gegengerade Ludwigspark' von Carsten_FCS

So verlockend ein neues Stadion klingen mag, so machen sich die wenigsten Gedanken über die Probleme, die eine solche Idee mit sich bringt.

- Finanzierung

In der Saarbrücker Zeitung(SZ) schreibt Wulf Wein zwar, dass man "im Saarland (...) dem Vernehmen nach sogar 20 Millionen Euro locker machen" will, dennoch bleibt die Frage offen, mit welchen Investoren man diese Geldsummen zusammenträgt. Immerhin herrscht im Saarland ständiger Mangel an Geldgebern, wenn man den Reden auf den Jahreshauptversammlungen des FCS ernsthaft Glauben schenkt. Außerdem bleibt die Frage des Namensponsorings. Viele Bundesligisten haben den angestammten Namen ihrer Spielstätte bereits an irgendeinen Werbepartner veräußert und somit den Zorn ihrer Kunden Fans auf sich geladen. Ein solches Thema würde auch in Saarbrücken zu Kontroversen führen.

- Kooperation mit der SV Elversberg

Eine mögliche Kooperation mit dem derzeitigen Drittligisten Elversberg ist ein zweischneidiges Schwert: einerseits ermöglicht ein gemeinsames Projekt viel mehr Chancen und einen sichereren finanziellen Rahmen, andererseits läuft man hier Gefahr, dass nach Fertigstellung des Projekts die ersten Probleme einsetzen. Angefangen beim gegenseitigen Missmut der Anhänger beider Vereine, der auch die Fanarbeit beschäftigen würde, käme man zur Frage nach dem Spielplan. Vor allem bei unterschiedlicher Ligenzugehörigkeit könnte es zu Auseinandersetzungen kommen, wenn beide Seite nur auf ihren Vorteil bedacht sind.
Auch das mahnende Beispiel der Allianz Arena und 1860 München, der quasi zum "Untermieter" im neuen Stadion wurden, wird als mögliches Szenario vorab bedacht sein. Was gäbe es Schrecklicheres als einen FCS, der nur noch ein Juniorparter der SVE ist?

- Standort

Gerade im Fall einer Kooperation mit Elversberg würde die Standortfrage zum Streitthema geraten. Ein Neubau schließt den Standort Ludwigspark zwar nicht unbedingt aus, erscheint aber sinnfrei, da man zusätzlich noch den Abriss vornehmen müsste und der FCS in der Übergangsphase einen Ausweichspielort finden müsste. Ein möglicher Standort für ein neues "Saarstadion" ist Saarbrücken-Ensheim, was wohl den Zuschauern nicht sehr munden dürfte: die Nähe zum Eurobahnhof, welche sich für Fans entlang der Saar als günstig erwies, fällt weg und auch die Leute, die normalerweise den Weg zum Stadion zu Fuß zurücklegen können, werden davon betroffen sein.
Zudem würde man das Stadion in einer Gegend errichten, wo jegliche Stadionkneipen erst einmal fehlen.

Der FCS wird sich in Fragen Stadion weder der Moderne noch möglichen Kooperationen auf ewig verschließen können. Bis es soweit kommt, sollte man sich zumindest im Hintergrund schon einmal mit den anstehenden Hürden und Aufgaben eines Stadionneubaus auseinandersetzen. Damit es dazu überhaupt kommen kann, zählt im Grunde eigentlich nur eine Sache, nämlich sportlicher Erfolg. Über diesen können wir uns aber erst nach Ende der Winterpause unterhalten.

Samstag, Februar 09, 2008

Nichtraucherzonen?

Dieser Blogbeitrag wird als E-Mail an fanservice@fc-saarbruecken.de gesendet, um sich an der Debatte zur Einrichtung von Nichtraucherzonen in deutschen Stadien zu beteiligen.

Ein Fußballstadion ist Ballungszentrum unterschiedlichster Menschen. Rentner, Eltern mit ihren Kindern und Jugendliche, die sich erneut in einzelne Gruppen spalten. Einige wollen nur das Spiel sehen, andere lassen ihrer Leidenschaft vollen Lauf und feuern die Mannschaft an, während viele einfach nur kommen, um Freunde und Bekannte zu treffen. Für die meisten Menschen machen alle drei genannten Faktoren in Kombination den Reiz des Stadionbesuchs aus.

Als Nichtraucher würde mich die Einrichtung von Nichtraucherzonen stören, da man hiermit einen Keil zwischen Nichtraucher und Raucher treibt. Viele der Menschen, mit denen ich den Nachmittag im Ludwigspark verbringe, sind selbst Raucher. Trotzdem stört mich das nicht, da mich nicht das qualmende Tabakstäbchen interessiert, sondern der Mensch, der dieses Ding mit sich trägt. Der oftmals propagierte "Nichtraucherschutz" ist in meinen Augen zu einer Hetzjagd verkommen, bei der es nicht mehr darum geht, Nichtraucher vor der Belastung des Passivrauchens zu schützen, sondern das Gewissen der Politik zu beruhigen. Dies führt zu Verboten an der falschen Stelle.
So wie Raucher sich dafür entschieden haben, ihr Leben mit Tabak und Nikotin zu belasten, so haben Nichtraucher die Wahl, den Umgang mit Rauchern zu pflegen oder eben nicht. Der reine Hass auf Raucher ob ihrer Leidenschaft/Sucht ist oberflächlicher Natur und wird in einem Fußballstadion wohl genauso häufig wie in einer Kneipe anzutreffen sein, wo die Wirte schon lieber heute als morgen das kommende Rauchverbot aufhalten würden.
Zudem kommt der Aufbau des Ludwigsparkes eigentlich jedem Nichtraucher entgegen, da dieses altehrwürdige Stadion noch keine der modernen Fußballhallen wie in Gelsenkirchen oder Arnheim ist. Im Grunde steht man im Ludwigspark immer an der frischen Luft und aufgrund der eher geringen Auslastung dürfte es für jeden Nichtraucher kein großes Problem darstellen, einen rauchfreien Fleck Erde zu finden. Sinn machen würde ein Nichtraucherbereich allenfalls für Familien auf den Sitztribünen, welche in ihrer Platzwahl leicht eingeschränkt sind.

Im Endeffekt wäre den Zuschauern im Ludwigspark sicherlich am meisten damit gedient, wenn man ihnen weiterhin die Freiheit lässt, selbst zu entscheiden, wo sie ihr Spiel rauchend oder nichtrauchend verbringen wollen. Schließlich wählen wir unser ganzes Leben lang selbst aus, wessen Gesellschaft wir pflegen wollen und wen wir lieber meiden. Ich meide entschieden intolerante (Mit-)Nichtraucher, welchen die Zigarette wichtiger als der Kopf dahinter erscheint.

Dienstag, Februar 05, 2008

Verein non grata

Ein (satirisches) Gedicht aus der fiktiven Sicht des Managers und Elfmeterschützen Uli H.

Ünerwünscht seid ihr ganz oben
und anmaßend noch dazu.
Euer Präsident kann nur sich loben
und hofft auf einen Clou.

Good-will-Aktionen vergesst ihr schnell
und wie wir euch gerettet!
Seid ihr im Köpfchen noch ganz hell?
Den Verstand verwettet?

Was können wir für unsere Spieler
und all ihre Ausweise?
Das ist Papierkram, und sehr vieler!
Ihr habt doch wohl 'ne Meise!

Unsere Schuld? Ist inexistent!
Wir haben uns angezeigt!
Und bevor ihr hier nun weiterflennt:
ihr habt es selbst vergeigt!

Diesen Dreck kann ich nicht hören!
Ich habe immer recht!
Ihr wollt nur meine Kreise stören,
davon wird mir schlecht.

Uns große Wohltäter zu diffamieren
ist euer letzter Halt.
Den Prozess werdet ihr verlieren!
Oberligisten mach ich kalt!

Samstag, Februar 02, 2008

Newsletter aus dem Paralleluniversum (7)

Hinweis: Entgegen aller Erwartungen handelt es sich hierbei um Satire. Die Meldungen spiegeln keine tatsächlichen Ereignisse wider. Also nimmt es nicht zu ernst und genießt den "Newsletter" ;-)

Klage des 1. FC Saarbrücken gegen Bayern München erfolgreich

München/Saarbrücken - Die Klage des 1. FC Saarbrücken auf Schadensersatz vor dem Landgericht München war erfolgreich. Der deutsche Rekordmeister FC Bayern München muss eine Summe von 15 Mio. Euro Schadensersatz an den Oberligisten entrichten und wurde darüber hinaus dazu verpflichtet, an jedem freien Wochenende ein Testspiel beim 1. FC Saarbrücken zu absolvieren. Die Testspieleinnahmen fließen zu 100 % in den Fond "Suizidgefährdeter FCS-Anhänger e.V.", welcher als Reaktion auf zwei Abstiege in Folge gegründet wurde. Präsident Hinschberger zeigte sich nach der Urteilsverkündung zufrieden und kündigte an, das Geld in ein neues Stadion investieren zu wollen. Bundesligisten aus ganz Deutschland gratulierten dem FCS zur erfolgreichen Einklagung des Schadenersatzes.
Bayern-Manager Uli Hoeneß wurde mit einem Ordnungsgeld bestraft, nachdem er den Richter mit den Worten "Ich soll für diesen *zensiert* gefälschten Pass verantwortlich sein? Wenn es nach euch ginge, würde der FCS vor 12.000 Zuschauern gegen die Bolton...ähem TSG Hoffenheim spielen! Was glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid? Ich brauche Google nicht!" angriff. RTL sicherte sich bereits die Filmrechte für den Prozess, welcher 2009 unter dem Titel "Der Fall Ngwat-Mahop - Ein Komplott?" ins Fernsehen kommen soll.

FCS verpflichtet Karsten Hutwelker und Manfred Bender

Saarbrücken/Altach - Der 1. FC Saarbrücken hat sich kurz vor dem Ende der Winterpause noch einmal im Mittelfeld verstärkt. Vom österreichischen Erstligisten kommt "Wandervogel" Karsten Hutwelker, welcher bereits unter Klaus Toppmöller für den FCS spielte. Er unterschrieb einen Vertrag bis 2012 unter der Bedingung, dass sein ehemaliger Mitspieler und letztmaliger Trainer Manfred "Discomanni" Bender gleichfalls einen Kontrakt bis 2012 erhält - als Spieler! Den mutigen Schritt begründete Trainer Kaminski wie folgt: "Die Mannschaft ist zu jung, um den Aufstieg im Alleingang zu packen. Nach ausführlichen Gesprächen mit Präsidentem und Spielerberater sind wir zum Entschluss gekommen, Hutwelker und Bender zu verpflichten." Erfahren sind Hutwelker und Bender ohne Zweifel: zusammen bringen sie es auf stolze 77 Jahre. Fraglich ist nur, ob FC-Sportheim und Trainer Kaminski den kommenden Herausforderungen gewachsen sind.

Buchtipp: Ich bin dann mal weg! Mit Sven Lintjens durch den Fußball (Lintjens/FCSBLOG-Verlag)


Siegen/Saarbrücken/Maastricht/Wuppertal/Paderborn - Der 31-jährige Mittelfeldakteur Sven Lintjens wird gerne auch als "Rudi Gutendorf Mitteleuropas" bezeichnet. In seiner Autobiographie "Ich bin dann mal weg! Mit Sven Lintjens durch den Fußball" berichtet er erstmals von seinen Erfahrungen in den Topligen Hollands und Deutschlands, wo er sich mit besonderer Vereinsverbundenheit in die Herzen der Fans spielte. Die Erstauflage seines Buches ist in Saarbrücken, Essen und Siegen bereits restlos ausverkauft.

Fanfoto der Woche


'fcs-fcb 032' von Carsten_FCS

Freudige Saarländer begrüßen den Rekordmeister Bayern München mit einem kleinen Feuerwerk zu Ehren der Gäste (Januar 2007)

Kurzmeldungen:

Wir dementieren, dass:


- das Handy von Guido N. besonders gerne an Chatabenden klingelt.
- das FC-Sportfeld nun endlich saniert wird. Die angekündigten Ausgaben fallen unter den Bereich "Denkmalpflege".
- die Oberligisten Deutschlands ihre Trainingslager in der Mehrzahl in türkischen Luxushotels verbringen.