Das Spiel gegen Köllerbach(von der FCS-Homepage nannte es "Stadtverbandsderby", was den fehlenden Derbycharakter ein wenig kaschiert) war dabei keinesfalls eine Kopie des 7:0-Sieges über Bad Kreuznach. Aber beginnen wir vorne...
Mit 4700 Zuschauern konnte man schon von einer Kulisse sprechen, wie sie zu Regionalligazeiten üblich war. Zur ersten Choreographie der neuen Saison gab es in der Virage Est eine Überziehfahne, die nebst Fahnen und Doppelhaltern auch mit einem Spruchband garniert wurde. Der zwölfte Mann in Form des Virage-Symbols sollte heute also durchgehend den Wind im Rücken des FCS darstellen(Zitat Spruchband: "...der Wind in deinem Rücken"). Ein Blick in den Gästeblock verriet, dass der Köllerbacher Anhang zwar zahlreich vertreten war, wohl aber keine akustische Unterstützung ihrer Elf vorgesehen hatte. Wenn man den Kopf ein wenig nach rechts wendete, sah man einen ansehnlich gefüllten D-Block, in den sich zeitweise noch drei Schwenkfahnen verirrten und auf der Tribüne einige Doppelhalter und Schwenkfahnen bei den beiden dortigen Gruppen. Man war also an allen Orten auf die kommenden 90 Minuten gerüstet!
Während im ersten Heimspiel der Beginn zerfahren, ungeordnet und ein wenig schlafmützig wirkte, legte der FCS in der Anfangsphase ein hohes Tempo vor. Schon in den ersten Minuten kamen die Blau-Schwarzen so zu guten Torgelegenheiten. Sichtlich überforderte Köllerbacher konnten sich nur durch eine überharte Spielweise Luft verschaffen, sodass Kay Rohrbacher nach einer Grätsche vor dem eigenen Strafraum die gelbe Karte sah und in der Folgezeit derart rotgefährdet war, dass er ausgewechselt wurde. Köllerbach war in den ersten Minuten noch durchaus in der Lage, das Gehäuse von Pascal Formann in Gefahr zu bringen, ein Flugkopfball verfehlte hierbei jedoch das leere Tor. Nach einer Viertelstunde war es soweit und Spielmacher Julien Humbert vollendete einen wunderbaren Angriff nach einer Flanke von rechts mit einer platzierten Direktabnahme - 1:0!
Die harte Spielweise der Köllerbacher führte indessen unverweigerlich zur Roten Karte von Morabit in der 30. Minute, dessen Tätlichkeit zuvor der aufmerksame Linienrichter beobachtet hatte. Damit war das Offensivspiel des Aufsteigers geschwächt, der ohnehin schon taktische Änderungen nach der Auswechslung von Rohrbacher vorzunehmen hatte. Der FCS machte sich diese Unruhe zunutze und erhöhte nach einem Abstaubertor von Manuel Rasp auf 2:0. Im Chancenverhältnis lag der FCS gefühlte 10:1 vorne und ein Ende schien noch lange nicht in Sicht. Nach einer Ecke bewies Verteidiger Rouven Wiesner erneut seine Offensiv-Qualitäten und nickte den Ball zur 3:0-Pausenführung in die Maschen ein. Die neue Köllerbacher Nummer Eins Jan Schäfer hatte einen maßgeblichen Anteil daran, dass es nach 45 Minuten "nur" 3:0 stand.
Als ob es keinen Seitenwechsel gegeben hätte, legte der FCS nach der Pause noch einmal richtig nach und baute seine Führung auf 4:0 aus. Torschütze war erneut Manuel Rasp, welcher heute als Sturmpartner von Nazif Hajdarovic glänzte und eine gute Bewerbung für den Stammplatz im Angriff zeigte.
In der Folgezeit verwaltete der FCS sein Ergebnis und schraubte die Angriffsbemühungen auf ein Minimum zurück, was auch den Köllerbachern wieder die Chance gab, in die Nähe des gegnerischen Tores vorzudringen. Dies blieb letztlich erfolglos.
Auf den Rängen zeichneten sich deutliche Verbesserungen im Gegensatz zum ersten Heimspiel ab. Die Unterstützung im E-Block erfolgte durchgängiger und mit höherem Nachdruck. Zeitweise ließen D- und E-Block die Spieler sogar Gesänge in stereo hören. Auch das gesamte Stadion konnte hin und wieder von der Stimmung mitgerissen werden. Unter dem Strich zeigte sich der Support von einer guten, wenn auch weiterhin ausbaufähigen Seite.
Zum Ende der Partie hin setzte Rouven Wiesner mit einem krachenden Flachschuss in die untere Torecke den Schlusspunkt.
Der junge Schwabe (hier in Neunkirchen) hat trotz seiner eigentlichen Bestimmung als Verteidiger bisher drei Saisontore für sich verbuchen können, was eine erstaunliche und auch lobenswerte Leistung ist!
Auch wenn man einen Sieg gegen eine Mannschaft, die warscheinlich im unteren Tabellendrittel stehen wird, nicht überschätzen sollte und gleich wieder die Ingolstadt-Gedächtnis-Polonaise im D-Block veranstalten muss, so hat doch die erste Halbzeit den Fußball gezeigt, den wir letzte Saison so schmerzlich vermisst haben: eine junge Mannschaft kombiniert ansehnlich und dominiert den Gegner auf voller Bandbreite. Erfahrene Köllerbacher wie Jörg Reeb oder Daniel Magno konnten sich nicht gegen den jugendlichen Drang des FCS zur Wehr setzten und kassiert somit die dritte Schlappe gegen einen saarländischen Oberligisten.
So soll es für den FCS weitergehen!

