Sonntag, Juni 28, 2009

Woran mich das neue Trikot erinnert

Der 1. FC Saarbrücken wechselt in der kommenden Saison nach zwei Jahren wieder einmal den Dress. Bislang wurde das hier nur kurz einmal erwähnt, was wohl auch daran liegt, dass der letzte Trikotwechsel nicht großartig abgehandelt wurde. Und um diesem Beitrag noch die Ehrlichkeit zu verleihen, die er verdient: sonderlich interessant war dieses Thema nie. Meist bekam der FCS diesselben Trikots wie der Zweitligist aus Koblenz (mittlerweile hat dieser den Ausstatter gewechselt) und der Unterschied lag einzig und allein im Wappen und im Schriftzug des Trikotsponsors. Ein schönes Thema für ein bis zwei Wochen in einem FCS-Fanforum, mehr aber auch nicht.

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Das neue Trikot (Grafik: www.fc-saarbruecken.de)

Nun gibt es einen Grund, warum ich dennoch über ein Thema, was ich eigentlich als uninteressant erachtete, einen Beitrag schreibe. Und dieser liegt im Jahre 2000, dem Aufstiegsjahr des FCS unter Klaus Toppmöller.

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Das Trikot der Saison 2000/2001 (Foto: www.saarbrueckentrikot.de)

Von der Grundform her ähnelt der neue Arbeitsanzug von Weißmann und Co. nämlich an eben jenes Hemd, was in der Zweitligasaison 2000/2001 getragen wurde. Damals war man nach dem Aufstieg zu einem neuen Ausrüster gewechselt (der alte Ausrüster war eher für Geschmacksverirrungen als schicke Trikots bekannt) und präsentierte ein Hemd im schlicht gehaltenen Design mit breiten Längsstreifen. Zwar trug zur gleichen Zeit Alemannia Aachen auch jenes Modell in gelb-schwarzer Farbgebung, allerdings änderte dies nichts daran, dass es erstmals seit Jahren wieder ein Trikot in beiden Vereinsfarben gab, für das man sich nicht zu schämen brauchte.

Für mich war es damals das erste FCS-Trikot, was ich je bekam. Damals noch ohne Rückennummer oder Spielernamen, aber mit dem wichtigen Wappen und dem Vereinsnamen auf dem Rücken. Der Stoff wirkte etwas fest und schwer, fester als bei vielen späteren Hemden, allerdings konnte ich erstmals in der Schule und auf der Straße stolz mein FCS-Trikot präsentieren und mich zu meinem Verein bekennen, der damals noch mit Spielern wie Bender und Hutwelker Vereine wie Nürnberg, Hannover oder St. Pauli besiegte.

Aus dem Alter, dass ich zwanghaft bei jedem FCS-Spiel im Trikot erscheinen muss, bin ich raus (was nicht unbedingt von Nachteil ist, wenn man ein Auswärtsspiel besuchen will), das Trikot von 2000 wird von Zeit zu Zeit dennoch hervorgeholt und zum Sport getragen. Immerhin verbinde ich damit Erinnerungen an eine recht erfolgreiche FCS-Zeit. Vielleicht ist auch die optische Verwandtschaft zum neuen Dress ein gutes Omen für die kommende Saison. Solange man nicht auf Vorstandsebene auf die Idee kommt, ausgerechnet zur Spielzeit 2010/11 eine Retro-Welle zu starten:

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Das Trikot der Saison 1995/1996 (Foto: www.saarbrueckentrikot.de)

Donnerstag, Juni 25, 2009

SBSDSS (Staffel 2009/2010)

Vorsicht, Satire!

Herzlich Willkommen zur neuesten Auflage der beliebten Casting-Show aus dem Hause FCS:

Saarbrücken sucht den Superstürmer

Zum zweiten Mal nach 2006 übernimmt das FCSBlog die Berichterstattung zum Medienereignis des Jahres. Werden wir am Ende einen Superstürmer mit seiner neuen Liebe, einem blau-schwarzen Trikot und einem hochdotierten Vertrag über zwölf Monate, vereinigen? Wie übersteht der "Neue" das Haifischbecken Saarbrücken? Und was sagt eigentlich Harald Ebertz?


Der neue Kracher? (Foto: www.ludwigspark.de)

Das Prinzip der Sendung:

Der FCS sucht seinen KRACHER, einen kopfballstarken, raketenschnellen, angriffslustigen, chancenerarbeitenden, herzerobernden, einmaligen Recken, der in der kommenden Regionalligasaison für den erhofften Aufstieg sorgen soll.

Veränderte Regeln 2009/2010:

- Frühere Auslandsaufenthalte in Österreich oder Luxemburg werden nicht mehr bevorzugt berücksichtigt.
- Doppelte Chancen für frühere FCS-Spieler (Ausnahme: Manuel Rasp)
- Wer vor oder während der Show Wechselabsichten in Richtung Nürnberg äußert, muss SBSDSS sofort verlassen.
- Das neue Präsidium des FCS hat die Altershöchstgrenze von 45 auf 37,5 Jahre herabgesetzt.

Die Jury:

- Horst Hinschberger (Präsident FCS)
- Alfred Kaminski (ehemaliger Starcoach)
- Tobias Rößler (Ex-Kandidat DSDS, Saarländer)
- Bruce Darnell (Fernsehprominenter, kein Saarländer)
- Christian "Manne" Bost (Redakteur Leuchtturm)

Fünf Experten sollen bei der Suche nach dem Superstürmer helfen. Eine Verpflichtung von Dieter Bohlen scheiterte in letzter Sekunde an der Ablöseforderung, Klaus Meiser wurde garnicht erst angefragt.

Der Weg zum Ruhm:

SBSDSS besteht aus mehreren Mottosendungen, deren Ziel darin besteht, auf möglichst umständliche wie unterhaltsame Art und Weise einen oder mehrere Kandidaten pro Woche zu eliminieren.

1. Die richtige Videobewerbung: Ohne professionelle Hilfe muss der Kandidat innerhalb eines Tages sein ganz spezielles, erstes Fußballvideo zur Bewerbung drehen. (Gastjuror: Michael Henke)
2. Das richtige Image: Wird man als "Strafraumstolperer" wahrgenommen, so fehlt der Respekt beim Gegner! Die richtige Härte, ein paar Tritte an der richtigen Stelle und es läuft wieder, sobald die Sperre abgesessen ist. (Gastjuror: Sammer Mozain)
3. Medienpräsenz: Die Vertragsverlängerung will einfach nicht klappen, die Angebote flattern nicht ins Haus? Mithilfe eines Spielerberaters freier Wahl muss der Spieler in dieser Runde zeigen, wie er die saarländischen Tageszeitungen nutzt, um die richtige "Stimmung" zu erzeugen. (Gastjuror: Daniel Fischer)
4. Fast Tor ein Treffer: Manchmal will es nicht so recht laufen, man vergibt selbst den einfachsten Ball freistehend vor dem Torhüter, während der Fernschuß von eben jenem gerade so noch abgewehrt wird. Wie man auch ohne Treffer auf dem Platz überlebt. (Gastjuror: Nazif Hajdarovic)
5. La grande finale: Ob Mann oder Maus zeigt sich hier: im Testspiel gegen den SC Freiburg II im altehrwürdigen Betzentalstadion zu St. Ingbert. Wird man sich mit einem historischen Hattrick auf ewig in die Ahnentafel der Superstürmer einreihen oder bleibt man "The next Peter Buljan"? (Gastjuroren: Die Zuschauer via SMS-Voting)

Und wieder heißt es: nix wie hin zum FCS, es könnte DEINE Chance auf die drei Rs sein: Ruhm und Reichtum in der Regionalliga!

Dienstag, Juni 23, 2009

Der Fall Zeitz

Manuel Zeitz steht dieser Tage wie kein anderer FCS-Spieler im Fokus, nicht aus Sicht der Medien. Das mag kaum verwundern, gilt er als Juwel des 1. FC Saarbrücken, das der hohen Belastung in A-Jugend und 1. Mannschaft trotzte und eine Schlüsselrolle in beiden Mannschaften einnahm. Während die A-Jugend in der Aufstiegsrelegation zur Bundesliga knapp an Darmstadt scheiterte, gab es in der Oberliga Südwest den ersten FCS-Aufstieg seit 2004.

Da verwundert es kaum, dass die Clubs ihre Fühler nach dem talentierten Mittelfelder ausstrecken. Im Fall von Zeitz kann man allerdings von "dem Club" sprechen, nämlich dem Bald-Bundesligisten 1. FC Nürnberg. Laut BILD-Zeitung soll die gebotene Ablösesumme der Franken bei 250.000 Euro liegen. Während Spielerberater Guido Nickolay von einer konkreten Anfrage sprach, schloss Vizepräsident Ebertz gegenüber der Saarbrücker Zeitung einen Wechsel von Zeitz kategorisch aus:

Es gibt kein konkretes Angebot vom 1. FC Nürnberg, nur einen Anruf. Aber das ist völlig belanglos.


Neben diesem ganz speziellen, tiefsitzenden Konflikt zwischen Verein und Spielerberater muss dennoch eine Frage geklärt werden: wovon profitieren sowohl Zeitz, als auch der Verein?

Für einen sofortigen Wechsel von Zeitz spricht zunächst einmal die Ablöse. Eine Viertel Million Euro würde den Saisonetat beträchtlich aufstocken, sodass weitere Verstärkungen für die Regionalliga möglich wären. Zudem hat man im Mittelfeld mit Nico Zimmermann einen Spieler verpflichtet, der den Part von Zeitz übernehmen könnte.
Desweiteren spielt die Zufriedenheit eine große Rolle. Wenn ein Wechsel am Unwillen des Vereins scheitert, so schlägt sich das oft in der Leistung des betreffenden Spielers nieder, die merklich nachlässt. So würde man auch ohne Wechsel letztlich die Mannschaft schwächen.

Vorsicht ist allerdings geboten, wenn man einmal die Probleme im Fall Zeitz aufzeigt.

Zunächst erweckt die Verbindung des Spielerberates nach Nürnberg nicht den Eindruck, rein aus sportlichen Gründen zu bestehen. Nach Frantz und Wollscheid wäre Zeitz der Dritte, der in den Aktivenbereich wechselt, zudem schließen sich vier Spieler der B-Jugend des FCS im Sommer den Franken an. Frantz spielte sich zwar in die erste Elf der Zweitligamannschaft, verlor seinen Platz allerdings in der Endphase der Saison wieder. Auch bleibt die Frage, ob man dauerhaft bei einem Bundesligisten mit eigenem Nachwuchsleistungszentrum Gefallen daran haben wird, stets neue Spieler von einem einzelnen Verein integrieren zu müssen. Vielmehr scheinen in diesem Falle wirtschaftliche Interessen den sportlichen Teil in den Schatten zu stellen.

Für Zeitz bedeutet dies gleichzeitig die Frage, ob dieser Sommer auch der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel ist. Mit 18 Jahren hat er bereits eine volle Saison für den FCS absolviert, allerdings profitierte er auch von einer erfahrenen Mannschaft mit einem erfahrenen Trainer in einer Liga aus Feierabendfußballern. Die Regionalliga wäre ein weiterer Schritt in der Reifung des Spielers Zeitz, der sich zwar auch weiterhin als Stütze des FCS beweisen muss, allerdings in Nürnberg unter einem größeren Konkurrenzdruck stünde, zunächst womöglich erst in der Reservemannschaft. Hier liegt die Gefahr sehr hoch schnell verheizt zu werden, den Anforderungen nicht gerecht zu werden und am Ende nur auf wenige Einsätze zu kommen.

Das Talent von Zeitz ist unbestritten, allerdings kamen und verschwanden schon viele talentierte Jungfußballer nach einem Wechsel zum falschen Zeitpunkt oder zum falschen Verein. Der beste Weg ist für Zeitz und den FCS in der Saison 2009/2010 ein gemeinsamer durch die Regionalliga West. Im Sommer 2010 wird man dann sehen, ob Zeitz wirklich 250.000 Euro oder gar mehr wert ist und dann kann man sich von beiden Seiten wieder an einen Transfer wagen. Dann wird auch das FCS-Präsidium offener mit diesem Thema umgehen.

Donnerstag, Juni 18, 2009

Das große FCS-Zitate-Raten - Auflösung

Mit einem Tag Verspätung komme ich heute meiner Pflicht nach, die Auflösung für das "große FCS-Zitate-Raten" zu präsentieren. Die Zitate waren teilweise offensichtlich ausgewählt und schnell zuzuordnen, andere tauchten gar bereits in diesem Blog an anderer Stelle auf, andere waren sehr speziell und nur auf den blau-schwarzen Mikrokosmos in den FCS-Internetforen bezogen.

Man hätte es kaum anders erwarten können, dass zwei Stammleser (und Leuchtturm-Redakteure) sich an der Lösung versuchen würden. Die vollständige und korrekte Aufzählung aller Urheber gelang dabei keinem von beiden, wenngleich sich Florian mit zehn Richtigen knapp gegen Frederic (8,5 Richtige, da immerhin Zitat Nr. 7, was Florian zur kompletten Lösung fehlte, in die passende Richtung gedeutet wurde) durchsetzen konnte.

Hier alle Urheber im Überblick:

1. Scheinbar Uli Glup, Marketingmanager von Borussia Neunkirchen, allerdings wurden ihm diese Worte von ludwigspark.de-User "The Edge" in die Worte gelegt. Die BILD schrieb ab, die FCS-Fans amüsierten sich.
2. Nazif Hajdarovic
3. Horst Hinschberger
4. Jörg Rodenbüsch
5. Das FCS-Fanradio in Pirmasens
6. Erneut Horst Hinschberger, in Bezug auf die FCS-Frauen.
7. Manuel Hornig
8. Frank Schmelczyrsch
9. Reinhard Klimmt
10. Leuchtturm-Redakteur Florian im Fanradio
11. Ludwigspark.de-Legende Andre vom FC

Ich bedanke mich für die Teilnahme, und natürlich den Urhebern für das ein oder andere verbale Glanzstück.

Mittwoch, Juni 17, 2009

Weitere Neuzugänge für die Saison 09/10

Man kann den FCS-Verantwortlichen, zumindest was die Seite der FCS-Herren betrifft, derzeit nicht vorwerfen auf der faulen Haut zu liegen. Die Mannschaft befindet sich noch in der wohlverdienten Ruhepause vor dem Trainingsauftakt am 5. Juli, während der Verein regelmäßig bekannt gibt, wer alles in der kommenden Saison das neue blau-schwarze Trikot überstreifen wird. Seit der letzten Bestandsaufnahme vor drei Wochen hat es wieder drei Neuverpflichtungen gegeben, die man näher betrachten sollte.

Marc Lerandy:

Der 27-jährige Deutsch-Franzose ist ein weiterer Mann für die Abwehr, genauer gesagt die Innenverteidigung, und kommt vom VfR Willstätt. Es mag einem an dieser Stelle vielleicht etwas seltsam vorkommen, denn Willstätt ist Bezirksligist und verpasste in dieser Saison knapp den Klassenerhalt. Warum sich Dieter Ferner dann ausgerechnet für einen Spieler eines Bezirksligaabsteigers entschieden hat, lässt sich erst anhand der Vita Lerandys klären: zuvor für Pfullendorf spielend pausierte Lerandy nach Vertragsstreitigkeiten im Sommer 2008 ein halbes Jahr, um sich erst in der Winterpause den Willstättern anzuschließen. Der ehemalige Pirmasenser kann also immerhin Drittligaerfahrung vorweisen, wenn auch gerade einmal 33 Spiele für den SC Pfullendorf. Es bleibt abzuwarten, ob er sich nach dem Bezirksliga-Intermezzo dauerhaft in der Regionalliga etablieren kann.

Nico Zimmermann:

Ganz und gar nicht unbekannt ist Nico Zimmermann. Bis Anfang 2007 spielte der aus der FCK-Jugend stammende Zimmermann für den FCS, zumeist blieb es jedoch bei Auftritten in der 2. Mannschaft, wo er meist überzeugte. Nicht überraschend kam zusammen mit den anderen unzufriedenen Reservisten Florian Weber und Pascal Olivier der Wechsel nach Elversberg. Nach eineinhalb durchwachsenen Jahren folgte in dieser Saison der Durchbruch, während Weber und Olivier scheiterten.
Die Zahlen sprechen für den 23-Jährigen: in 30 Spielen für die SVE traf er sechsmal und bereitete zehn Treffer vor. Zudem gilt der defensive Mittelfeldmann als guter Standard-Schütze, was dem FCS nicht schaden kann, blieben diese 2008/2009 doch relativ harmlos.
Unumstritten ist Zimmermann jedoch nicht, vor allem aufgrund seines Wechsels nach Elversberg. Die Voraussetzungen sind jedoch vorhanden, um sich diesen verlorenen Kredit wieder einzuspielen.

Marcus Mann

Der Mann mit dem eingägigen Namen kommt direkt aus der 3. Liga von den Stuttgarter Kickers und ist der vierte Neuzugang für die Abwehr. Ebenfalls für die Innenverteidigung geholt, kann sich die Statistik des 25-Jährigen durchaus sehen lassen: mit 3085 Minuten Spielzeit in 35 Spielen war er einer der Aktivposten seiner Mannschaft. Relativiert wird diese Zahl allerdings durch die Tatsache, dass die Stuttgarter Kickers zu Saisonende als Tabellenletzter abstiegen und zudem neben den meisten Niederlagen auch die meisten Gegentore in der Saison kassierten.
Akuter Geldprobleme seines Noch-Vereins ist es wohl geschuldet, dass der FCS einen Spieler aus der 3. Liga verpflichten konnte. Für einen Innenverteidiger stehen bei einem Wechsel in eine tiefere Liga die Chancen auf einen Stammplatz immerhin nicht schlecht.

Zwei Innenverteidiger und ein defensiver Mittelfeldspieler zeigen weiter die Tendenz, dass der FCS sich einerseits in der Defensive, andererseits in der Kaderbreite verstärkt. Das ist auch notwendig, offenbarte die beste Abwehr der Oberliga Südwest doch zu Saisonende hin die ein oder andere Schwäche. Damit diese Anfälligkeiten nicht von den Gegnern in der Regionalliga bitter bestraft werden, ist es nur konsequent gerade hier auf dem Transfermarkt gezielt zu suchen.
Eine Frage bleibt jedoch weiterhin ungelöst: wen präsentiert uns Dieter Ferner als Nachfolger für Nazif Hajdarovic?
Die Antwort darauf werden wir sicherlich noch früh genug erfahren.

Montag, Juni 15, 2009

Ein Fall in das Sommerloch

Die Sommerpause ist der Gewebeschock für den Körper eines Fußballfans. Die Spieler genießen ihren Urlaub, man selbst geht weiter arbeiten, ohne dass man am Wochenende im Stadion gestanden hat. Oder man fährt selbst in Urlaub und schaut sich in einem halbleeren Irish Pub mit holländischem Besitzer auf Mallorca Spiele des Konföderationen-Pokals an, bei dem wieder mal die B-Mannschaften um einen zweifelhaften Titel streiten. Es ist ein langer und tiefer Fall.

In der Zwischenzeit, man hat vergeblich sich wieder für die Formel 1 oder den Radsport zu interessieren, sucht man verzweifelt nach etwas Fußballartigem, nach einem Fußball-Bezug, irgendwo zwischen Meldungen den Themen, den man auch das restliche Jahr unbeachtet lässt, wie Promihochzeiten oder (mal wieder) eine Europawahl.
Ein Blick in das Zeitungsregal verläuft recht mau. Die aktuelle 11 Freunde hat man längst gelesen, der Kicker versprüht in der Sommerpause wenig Reiz und die Sport Bild bleibt unbeachtet, und das schon seit dem Abstieg des FCS aus der Zweiten Liga.
Ein halbherziger Versuch dem Sommerloch entgegenzuwirken bleibt das Sonderheft zum Saisonfinale der Bundesliga, für die Mittagspause oder den Klogang reicht die Ansammlung von Zahlen, Namen und Fakten allemal, längere Ablenkung verschafft einem Statistiken darüber, in welchen Spielen Mahir Saglik nicht für den KSC getroffen hat, dann auch nicht.
Viel tröstlicher sieht es in den Bücherregalen, über denen Sport prangt, auch nicht aus. Werke zur Trainingslehre braucht man nicht unbedingt, es sei denn, man trainiert eine Hobbymannschaft. Die Geschichte vom "Wunder von Hoffenheim" klingt hingegen nach Etikettenschwindel, da ein Wunder normalerweise mit etwas Unerwartetem zu tun hat und nicht etwa mit millionenschweren Investitionen.

Wo wir dann auch beim Thema wären. Wenn man dann versucht, den Fußballentzug mit Meldungen aus den Weiten des glamourösen internationalen Fußballs abzuwürgen, überkommt den einen dann das Staunen, den anderen tatsächlich das Würgen. 94 Millionen Euro für einen Fußballer, den albanische Fans zuletzt (nicht ganz zu unrecht) zur Miss World kürten? Ohne jetzt auch noch das Thema Weltwirtschaftskrise großartig abzuhandeln: dass zwei hochverschuldete Fußballclubs (das Wort "Verein" wirkt hier äußerst deplatziert) für einen neuen Transferrekord sorgen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Eigentlich dachte ich den Fall an dieser Stelle schon beendet und mich mit gebrochenem Genick auf dem Boden eines Sommerlochs, das noch etwas länger als zwei Wochen andauern wird. Zwischen Konfetti Pokal, C. Ronaldo, Kicker-Sonderheften und unerträglicher Hitze, bei der es trotzdem noch aus Eimern schütten kann, fühlte ich mich verloren, bis ich dann unter mir den Boden der Tatsachen erkannte, in den mich das Sommerloch zwischenzeitlich fallen ließ:

- Der FCS steckt in den Personalplanungen, was an sich immer ein Grund zum freudigen Rätselraten ist.
- Die A-Jugend befindet sich mitten in der Aufstiegsrelegation gegen Darmstadt.
- Die Vorbereitungen auf das nächste Fanmagazin sind in vollem Gange.

Man behalte sich für die Zukunft, dass jedes noch so Tiefe Sommerloch nicht gegen die kleinen Freuden des Lebens ankommt, wie zum Beispiel der Meldung, dass die Regionalliga West in der kommenden Saison auch Waldhof Mannheim beherbergen wird. Das Warten soll den Frust, den man im zwischenzeitlichen Sommerloch erlebt, ja immerhin lohnen.

Freitag, Juni 12, 2009

Was aus "unseren" Talenten wurde (3)

Tim Schwartz

'schwartz2' von Carsten_FCS

Tim Schwartz war einmal in aller Munde. Das lag zunächst an seinem Aufstieg in die ersten Mannschaft des FCS. Sein erstes Spiel für die damalige Regionalliga-Mannschaft unter Didier Philippe machte er am 28.04.2007 gegen einen Verein, der damals noch weitläufig als TSG Hoffenheim bekannt war und später in dieser Saison aufsteigen sollte. Der FCS verlor mit 1:3 im heimischen Ludwigspark, Schwartz spielte volle 90 Minuten und sollte auch in der Mannschaft bleiben. Zusammen mit Mike Frantz galt er damals als Vereinsjuwel und wechselte mit dem Abstieg des FCS auch eine Klasse tiefer, blieb allerdings dem Verein treu.

Eigentlich sollte es unter dem neuen Gespann Krüger/Loos seine Saison werden. Tim Schwartz war in der Abwehr gesetzt, spielte in der Hinrunde 14-mal und erzielte dabei auch ein Tor.
Danach war Tim Schwartz wieder in aller Munde. Nachdem er laut Verein im Kabinengang eine Zeitung gelesen hat, wurde er von Manager Loos suspendiert, was auch zur Offenlegung des Konflikts zwischen einem Saarbrücker Spielerberater und der Vereinsführung führte.
Vorerst sollte die Karriere des jungen Spielers, der bereits in der Jugend von Energie Cottbus spielte, einen kleinen Schub bekommen, die Suspendierung ermöglichte einen Wechsel nach Elversberg. Doch auch dieser Neuanfang sollte erste Kratzer bekommen, als bekannt wurde, dass Schwartz nach dem Abgang des FCS-Trainers Krüger wohl doch lieber einen Neustart im alten Verein versucht hätte.
Mit dieser Hypothek verlief der Start durchwachsen, Schwartz kam zwar auf acht Saisonspiele in der Rückrunde, sollte allerdings mit seinem Verein das Ziel 3. Liga verpassen. Seinem Ruf als Talent wurde Schwartz nicht wirklich gerecht, sodass er auch hier aussortiert wurde, zu Beginn der neuen Saison von Trainer Vasic.

Ende August 2008 sollte Schwartz dann nach Karlsbrunn gehen, von der vierten (Regionalliga) in die siebte (Landesliga) Liga. Zwar versuchte er sich zuvor im Probetraining in Nürnberg, wurde im Gegensatz zu vielen anderen Ex-Saarbrückern dann jedoch nicht von den Franken verpflichtet und zog den Wechsel zum SV Karlsbrunn anderen Angeboten vor. Ein konsequenter Schritt, um "den Spaß am Fußball wieder zu finden" (SZ-Artikel vom 04.09.08).

Mit leichter Verwunderung wird der ein oder andere Saarbrücker diesen Wechsel des einstigen Talentes begutachtet haben und ihn in die Schublade der Tarillions oder Quacks oder anderer vermeintlicher Rohdiamanten gesteckt haben, hätte einen nicht Anfang des Jahres Tim Schwartz erneut überrascht. Nämlich damit, nach vielen Gerüchten und Spekulationen wieder in eine höhere Liga zu wechseln.

Kickers Offenbach II sollte den Ex-Saarbrücker Anfang des Jahres verpflichten, nachdem dieser seit Oktober kein Spiel mehr in der Landesliga bestritten hatte. Für die Reserve des Drittligisten absolvierte Schwartz in der Rückrunde noch 13 Spiele und traf sogar dreimal ins gegnerische Tor, was ihm mehr Erfolg als dem anderen Ex-FCSler in der Mannschaft, Gökhan Impis, einbrachte.

Es bleibt abzuwarten, wie die weitere Karriere des einst beachteten Talentes verläuft. Begonnen hat er mit 18 Jahren in der Regionalliga Süd und nun steht er derzeit mit 21 Jahren in der Hessenliga, zwei Spielklassen tiefer, dafür jederzeit mit der Chance, sich für die erste Mannschaft der Offenbacher zu bewerben, vorausgesetzt er schafft es sich dauerhaft in einer Mannschaft zu etablieren, was bisher weder in Saarbrücken, noch in Elversberg oder Karlsbrunn der Fall war.
Denn nicht immer ist auf der Weg, wie ihn Tim Schwartz in der Saarbrücker Zeitung präsentierte, der zum Erfolg:

"Ob du einen Vertrag in der Regionalliga bekommst oder in einer noch höheren Liga, hängt nicht unbedingt von deinen fußballerischen Qualitäten ab. Wenn du entscheidende Leute kennst und zudem etwas Glück hast, bist du im Geschäft."


Für Tim Schwartz ist nun in Offenbach die Zeit gekommen, zumindest ersteres zu beweisen.

Update 17. Juli 2009:
Tim Schwartz ist trotz der Perspektive in die 1. Mannschaft der Offenbacher aufzusteigen zum Oberligisten SVN Zweibrücken (den FCS-Fans als SV Niederauerbach bekannt) gewechselt. Wir wünschen ihm viel Glück!

Mittwoch, Juni 10, 2009

Das große FCS-Zitate-Raten

Als kleinen Zeitvertreib in der Sommerpause, in der eigentlich einige Gastbeiträge kommen sollten, die sich bislang noch nicht eingestellt haben, veranstalte ich ein kleines Rätsel im FCSBlog, das mit der geläufigen Rubrik "FCS-Zitat der Woche" zusammenhängt. Nachdem sich der letzte Beitrag in dieser Reihe des Interesses eines anonymen Jugendspielers erfreute, der sich vehement gegen zugegebenermaßen polemisierende Worte im Blog zu verteidigen versuchte, geht es diesmal weniger um den Aussagegehalt im Einzelnen als darum, wer denn für dieses Zitat verantwortlich ist.

Die Zitate:

1. In anderen Stadion wurden die Fans des FCS bis dato zumeist zusätzlich zur Kasse gebeten, in Neunkirchen wollen wir ihnen das Gefühl vermitteln, dass sie bei uns willkommene Gäste sind.
2. Doch ich würde auch auf Geld verzichten, um hier beim FCS zu bleiben.
3. Wir sind schon recht weit bei der Planung eines Funktionsgebäudes am Sportfeld (...).
4. Demonstrationen und Dorfkirmes sind keine Fußballspiele (...).
5. Jetzt ist das Spiel aus, wir haben die Schnauze voll.
6. Der Verein hat nichts falsch gemacht.
7. Man hatte den ein oder anderen Vorteil, wenn man beim richtigen Spielerberater war.
8. In einem Internetforum hatten sich 600 Leute gemeldet, um beim ,Tag der Vernichtung' dabei zu sein (...).
9. Immer wenn es sportlich nicht so wie gewünscht läuft, verlagert sich die Unzufriedenheit - und mit ihr die Diskussion - auf andere Themen.
10. Es is mehr odda wenischer ein Groddenkick.
11. Neues Stadion: Randgruppe Vorteil FCS Fan
Neue Kindergärten: Randgruppe Vorteil Eltern
Neue Schule: Randgruppe Vorteil Schüler
Neue Infrastruktur um Lupa: Randgruppe Vorteil FCS Fans und Veranstaltungsbesucher

Wer dem ein oder anderen Zitat den richtigen Urheber zuordnen kann, möge seinen (Elfer-)Tipp in den Kommentaren abgeben, Extrapunkte gibt es für die richtige Benennung des Zusammenhangs. Alle Zitate stammen aus der Saison 2008/2009 und sind zum Teil auch schon im FCSBlog selbst aufgetaucht. Die richtige Auflösung gibt es in einer Woche am 17.06.09.

Diesmal gibt es nichts zu gewinnen, es geht rein um Fachwissen und, wie immer, um die Ehre!

Sonntag, Juni 07, 2009

Endabrechnung 2008/2009

Eigentlich habe ich die Saison 2008/2009 ja offiziell schon in diesem Blog mit einem der vergangenen Beiträge abgeschlossen. Da dieser Beitrag die Saison in Worten resümierte, wäre wohl noch eine kleine, hoffentlich vollständige Endabrechnung für alle "Zahlenmenschen" (D. Weller) interessant, die vielleicht auch gerade mitlesen. Eine kleine Auflistung aller Spiele der Herren, Frauen, Reserve und A-Jugend, die ich in dieser Saison besucht habe.

Oberliga Südwest:


1. Spieltag: 05.08. 1. FC Saarbrücken - SV Elversberg II 0:0
3. Spieltag: 16.08. 1. FC Saarbrücken - Borussia Neunkirchen 4:0
4. Spieltag: 22.08. SV Rot-Weiß Hasborn - 1. FC Saarbrücken 2:2
5. Spieltag: 30.08. 1. FC Saarbrücken - SV Niederauerbach 0:0
8. Spieltag: 19.09. 1. FC Saarbrücken - SC 1919 Hauenstein 3:0
9. Spieltag: 27.09. SpVgg EGC Wirges - 1. FC Saarbrücken 0:4
10. Spieltag: 04.10. 1. FC Saarbrücken - SV Alemannia Waldalgesheim 5:0
12. Spieltag: 25.10. 1. FC Saarbrücken - Sportfreunde Köllerbach 1:0
13. Spieltag: 31.10. 1. FC Saarbrücken - FK Pirmasens 8:1
14. Spieltag: 08.11. SV 1920 Mettlach - 1. FC Saarbrücken 1:5
15. Spieltag: 15.11. 1. FC Saarbrücken - FC 08 Homburg 2:0
17. Spieltag: 29.11. 1. FC Saarbrücken - TuS Mechtersheim 3:1
18. Spieltag: 10.03. SV Elversberg II - 1. FC Saarbrücken 0:4
19. Spieltag: 13.12. 1. FC Saarbrücken - SC 07 Idar-Oberstein 3:0
20. Spieltag: 11.04. Borussia Neunkirchen - 1. FC Saarbrücken 0:0
21. Spieltag: 31.03. 1. FC Saarbrücken - SV Rot-Weiß Hasborn 2:0
23. Spieltag: 07.03. 1. FC Saarbrücken - SV Roßbach/Verscheid 5:1
25. Spieltag: 21.03. 1. FC Saarbrücken - SpVgg EGC Wirges 1:1
27. Spieltag: 04.04. 1. FC Saarbrücken - SG 06 Betzdorf 2:1
29. Spieltag: 26.04. 1. FC Saarbrücken - SG Bad Breisig 3:0
31. Spieltag: 05.05. 1. FC Saarbrücken - SV 1920 Mettlach 6:2
32. Spieltag: 09.05. FC 08 Homburg - 1. FC Saarbrücken 2:1
33. Spieltag: 16.05. 1. FC Saarbrücken - TuS Mayen 3:0

Saarlandpokal:

Achtelfinale: 18.11. FV Lebach - 1. FC Saarbrücken 0:4
Viertelfinale: 17.03. 1. FC Saarbrücken - SF Köllerbach 6:1
Halbfinale: 14.04. 1. FC Saarbrücken - SV 07 Elversberg 0:2

2. Bundesliga Süd (Frauen):

11. Spieltag: 15.02. 1. FC Saarbrücken - Bayer 04 Leverkusen 5:0
12. Spieltag: 22.02. 1. FC Saarbrücken - FCR 2001 Duisburg II 4:0
14. Spieltag: 15.03. 1. FC Saarbrücken - VfL Sindelfingen 3:0
20. Spieltag: 10.05. 1. FC Saarbrücken - SG Wattenscheid 09 4:1
21. Spieltag: 17.05. 1. FC Saarbrücken - FSV Jägersburg 4:0
22. Spieltag: 24.05. Bayer 04 Leverkusen - 1. FC Saarbrücken 2:3

Verbandsliga Saar (Reserve):

1. Spieltag: 02.08. SG Noswendel/Wadern - 1. FC Saarbrücken II 2:7
9. Spieltag: 20.09. 1. FC Saarbrücken II - SV Auersmacher 0:3

A-Junioren-DFB-Pokal:

Viertelfinale: 12.04. 1. FC Saarbrücken - Türkiyemspor Berlin 5:3 n. E.

Testspiele:

09.07. SSV Pachten - 1. FC Saarbrücken 0:8
16.07. SSV Überherrn - 1. FC Saarbrücken 0:6
22.01. 1. FC Saarbrücken - SV Wehen-Wiesbaden II 1:1
25.01. FV 07 Diefflen - 1. FC Saarbrücken 0:11
31.01. 1. FC Saarbrücken - FSV Fernwald 0:2
21.02. 1. FC Saarbrücken - SC Friedrichsthal 9:1

Das sind 41 besuchte Spiele, ca. 62 Stunden FCS. Sehr zufrieden bin ich damit kein einziges Heimspiel in dieser Oberliga-Saison verpasst zu haben, auch zufrieden bin ich mit dem ersten besuchten Auswärtsspiel bei den FCS-Frauen, nachdem ich in der Vorsaison gerade ein Heimspiel auf dem Kieselhumes besucht hatte. Etwas ernüchternd fällt dagegen meine Anwesenheitsrate bei der Verbandsliga-Reserve aus, die ich ledeglich in der Hinrunde zweimal verfolgen konnte.

Nicht jedes dieser Spiele habe ich mit einem Erlebnisbericht gewürdigt, weil ich nicht immer konnte oder wollte, aber im Endeffekt bin ich doch ein wenig stolz darauf, bei jedem einzelnen dabeigewesen zu sein. Denn eines steht fest: das kommende Jahr (Beginn der Studienzeit) wird mir den Besuch von FCS-Spielen garantiert nicht vereinfachen.

Donnerstag, Juni 04, 2009

Wo muss der FCS aufrüsten?

Es klang den einen vielleicht ein wenig martialisch, andere sahen es vielleicht als übertrieben selbstkritisch an, dennoch bleibt es die zentrale Frage einer jeden Sommerpause und so auch dieser:

Wo muss der FCS aufrüsten?

Aufruest

Das Ergebnis dieser Umfrage, die einen Monat lang die Navigationsleiste in diesem Blog zierte, fällt relativ eindeutig aus und kommt in dieser Weise keineswegs überraschend, trifft es auch die zentralen Baustellen für die Regionalliga. Betrachten wir zunächst einmal alle Mannschaftsteile der Reihe nach.

Die Torhüterposition, in der Umfrage an letzter Stelle liegend, scheint auch für die Regionalliga feststehend. Enver Marina, sofern er zur kommenden Saison wieder vollständig einsatzbereit sei, hat als Spielführer und herausragender Schlussmann in der Oberliga keine wirkliche Konkurrenz. Dies hängt jedoch, wie seit langem bekannt, vom Gesundheitszustand Marinas ab, der dazu führen könnte, dass Tobias Rott sein kurzfristiges Einspringen als etatmäßige Nummer eins um ein Jahr verlängert. In diesem Falle könnte der (vom Verein noch nicht bestätigte) Wechsel von Michael Müller zum FCS einen kleinen Konkurrenzkampf mit sich bringen.

In der Abwehr sieht dies schon ganz anders aus, hier sahen 67% der Blogleser Handlungsbedarf. Diesem ist inzwischen der Verein nachgegangen und hat mit Bauer, Zydko und Lerandy zwei Außen- und einen Innenverteidiger verpflichtet. Dass der FCS schon länger ein Problem auf den Außenpositionen besitzt, blieb auch vielen Oberligisten nicht verborgen, allein die spielerische Klasse machte dieses Wissen nutzlos. Feststeht, dass es in der Regionalliga schon schwieriger wird dauerhaft einen gelernten Offensivspieler wie Kohler in der Abwehrkette aufzustellen. Zudem erfoderte der Abgang von Wollscheid einen neuen Mann für die Innenverteidigung, der mit Marc Lerandy kommen wird.

Das Mittelfeld, fast genauso unumstritten wie die Torhüterposition, blieb bisher von Bewegungen auf dem Transfermarkt unberührt, sieht man einmal vom Abgang Pascal Stellettas ab. Dennoch verwundert es nicht wirklich, dass noch kein Neuzugang für die Schaltstelle der Mannschaft verkündet wurde, präsentierten sich Weißmann, Dafi und Zeitz als die Erfolgsgaranten in der vergangenen Saison. Bei Zeitz schwingt jedoch für jeden FCS-Fan stets die Angst vor dem frühzeitigen Abgang mit, der gute Draht nach Nürnberg macht es möglich. Man kann trotzdem erwarten, dass das Mittelfeld zumindest noch in der Breite gestärkt wird, wenn auch die Besetzung aus dem Vorjahr weiterhin vollstes Vertrauen genießt.

Im Sturm sahen ca. drei von vier Teilnehmern der Umfrage Bedarf nach neuen Spielern. Auch hier hält sich die Überraschung in Grenzen, gibt der FCS schließlich mit Nazif Hajdarovic den Torschützenkönig der vergangenen Saison (21 Treffer) in Richtung München ab. Den Spielertyp Hajdarovic zu ersetzen kann dabei nicht die Aufgabe Ferners lauten, da die Anforderungen in der Regionalliga anders sein werden. Neben den langen kopfballstarkten Petry und Strohmann, dem guten, jedoch unbeständigen Schug und dem quirligen Mozain müsste also ein Spieler her, der Torgefahr, Übersicht und eine gute Ballbehandlung in sich vereint. Dass dies als Viertligist eine alles andere als leichte Aufgabe ist, muss man Dieter Ferner wohl nicht sagen.

Die ersten Schritte in Richtung Saison 2009/2010 sind gemacht, der Kader des FCS nimmt Konturen an, in denen sich kein großer Umbruch, sondern nur punktuelle Änderungen abzeichnen. Einige dieser Punkte müssen in den kommenden Wochen noch bearbeitet werden, bis sich zeigen kann, ob man im Ganzen auch wirklich reif für die Regionalliga ist.

Dienstag, Juni 02, 2009

Was Carsten denkt (24)

Liebe FCSBlogleserinnen und -leser,

dieser erste Juni-Beitrag in eben jenem Weblog über den Verein, der nun bald in der Regionalliga spielt, bedeutet, wie jeder Text in dieser Rubrik, ein wenig Selbstentblößung. Zumindest was die Zukunft und die tieferen Zusammenhänge (auch das hört sich wieder unnötig hochtrabend an, passt aber zu der leicht abgeänderten Anrede heute) betrifft.

Der Juni wirft dieses Weblog stets in ein Loch, welches dieses Mal ungünstiger denn je auszufüllen ist. Vergangenes Jahr gab es eine Fußballeuropameisterschaft, zu der man ein paar Verlegenheitsbeiträge schreiben konnte, dazu gab es noch einen Gastbeitrag, es gab Bewegung auf dem Transfermarkt und in der Fanarbeit beim FCS. Nicht, dass ich mir erneut eine EM oder neue Fanbeauftragte wünschen würde, allerdings fehlen derzeit solche Themen. 2007 schrieb ich diverse Tipps gegen das Sommerloch und über die heute schon legendäre Mitgliederversammlung mit Hinschbergers Antrittsrede. Ersteres wäre wohl eine weitere Verlegenheitslösung, allerdings nutzen sich Hinweise dieser Art mit der Zeit ab, der Markt an Sportfilmen oder -büchern ist limitiert und nicht immer besonders beachtenswert und eigentlich kaue ich in meinem Zweitblog schon oft genug Literatur durch.
Im ersten Jahr FCSBlog war die Lösung noch gewitzter, ich ließ eine Abstimmung über mögliche Themen abhalten, am Ende triumphierten die FCS-Flops, was eine ganz interessante Reihe wurde.

Für 2009 stellt sich also das Problem ein, dass Jahr für Jahr die Sommerpause immer leidiger wurde und auch dementsprechend ungeliebt von mir abgehandelt wurde. Um die Leser dieses Blogs nicht ganz zu verlieren, muss also mal wieder Ersatz her, keine halbgaren Empfehlungen oder halbgare Spieler, sondern etwas Frisches. Das kann ein ganz neues Konzept für eine Beitragsreihe in diesem Blog bedeuten. Hier stellt sich bei mir nur die Frage, welches Konzept blogtauglich ist und welches ich lieber für mein anderes Projekt, den Leuchtturm, verwenden sollte.
Denkbar ist auch ein Rückblick auf zwei Jahre Oberliga in Form eines Videobeitrags oder einige Gastbeiträge von anderen Bloggern, FCS-Fans oder Fußball-Verrückten, die nicht unbedingt etwas mit den drei Lettern in unserem Vereinswappen zu tun haben.

Wie ich mich selbst kenne, wird es wohl am Ende wieder eine konfuse Mischung aus diesen drei Komponenten, was bei den meisten Stammlesern gut ankommt, bei anderen Stammlesern kurze Kommentare der Art "Hoffentlich ist die Pause bald vorbei!" provoziert und von den Gelegenheitslesern von allgegenwärtigem Schweigen umhüllt wird. Bis mal wieder jemand kommt und fragt: "Warst das wirklich Du?"

Um diesen Beitrag wenigstens mit etwas Handfesterem enden zu lassen, will ich noch einmal alle Leser auffordern an der Umfrage des Leuchtturms teilzunehmen, die sich mit den neuen Dauerkartenpreisen beschäftigt. Immerhin kann ich hier noch behaupten, diesen halbkreativen Einfall vor wenigen Tagen gehabt und auch umgesetzt zu haben. Ein kleiner Sieg des Egos gegen die Sommerpause.

In diesem Sinne

Carsten

Freitag, Mai 29, 2009

Fazit 2008/2009

Zum vierten Mal in der nicht ganz so langen Geschichte des FCSBlogs beginnt ein Beitrag mit dem kleinen, aber feinen Wort "Fazit", gefolgt von zwei Jahreszahlen. Was folgt, dürfte jedem bekannt sein.

1. Punktspiele:

Drei Unentschieden in den fünf ersten Spielen stimmten die Anhängerschaft des FCS unruhig, erste Pfiffe im Ludwigspark straften die Ferner-Elf ab, die auf bestem Wege in eine weitere Chaos-Saison schien. Eine Kehrtwende folgte nach der legendären Halbzeitrede Dieter Ferners in Roßbach, das nächste Unentschieden sollte erst im Dezember erfolgen.
Stolzen 43 Punkten aus der Hinrunde sollten in der Rückrunde noch weitere 38 folgen, allerdings ließ man nach dem vorzeitigen Erreichen des Saisonziels Aufstieg auch etwas nach und verlor zum Saisonende hin drei Auswärtsspiele in Folge (Homburg, Pirmasens, Mechtersheim).

2. Trainer:

Alleine die Tatsache, dass der FCS erstmals seit 2004/2005 eine volle Saison mit dem gleichen Trainer bestreitet, spricht für Dieter Ferner. Das Torwart-Idol der 70er hatte bereits mit einer Vielzahl der aktuellen FCSler in der Saarbrücker Reservemannschaft gearbeitet und kannte somit von Anfang an Schwächen und Stärken seiner Spieler. Dies nutzte er aus und im Gegensatz zu vielen Vorgängern vollbrachte Ferner die Leistung, seinen Schützlingen im Training nicht nur das erfolgreiche und offensive Spielsystem zu vermitteln, sondern auch die Ausdauer zu stärken. Erst gegen Saisonende gab es leise Kritik an Ferner, die auf den Umgang mit einzelnen Spielern wie Wollscheid zielte, dem er erst Einsätze zugestanden habe, als dessen Wechsel bereits feststand.
Dessen unberührt ist der Aufstieg 2009 vor allem Dieter Ferners Arbeit geschuldet.

Ferner

3. Manager:

3. Vorstand:

Im zweiten Jahr als Präsident hatte Hinschberger mit viel Kritik zu kämpfen, die sich vor allem auf die markigen Worte im Vorjahr und das spätere Scheitern bezogen. Auch in dieser Saison erlebte das FCS-Präsidium mehrere unrühmliche Stunden, hier zu nennen sei exemplarisch die angekündigte Bewerbung für das DFB-Pokalfinale der Frauen, die letztlich nicht umgesetzt wurde oder die Querelen im Frauen-Sektor generell. Desweiteren machte man auch in der Stadionfrage große Rückschritte. Hatte man noch vor nicht allzu langer Zeit über einen Neubau im Stile des Wiesbadener Provisoriums geredet, so gewann man auf der Mitgliederversammlung den Eindruck, der FCS-Vorstand würde Wirtschaft und Politik mit einer kleinen Portion Verzweiflung um einen Neubau anbetteln.
Keinen Fehler gemacht hat man hingegen in der Verpflichtung Dieter Ferners als Trainer, der sich auch in der Kadergestaltung größtenteils frei entfalten konnte. Auf einen Manager Marke Loos wurde in diesem Jahr verzichtet, gestört hat das niemanden.

4. Die Mannschaft:

Erneut vollzog der Kader einen Umbruch, von den Kräften des Vorjahres blieben nur wenige wie Hajdarovic, Schug, Kohler oder Stelletta erhalten. Im Endeffekt war dies auch nötig, um sich von den Altlasten befreien, die letztlich die Teilnahme an der Regionalliga verspielt haben, dafür fand eine groß angelegte Verjüngung statt, das Durchschnittsalter lag zu Saisonbeginn bei ca. 23,5 Jahren. Dies sollte in der Oberliga kein Problem werden, eine eingeschworene Truppe spielte erfrischend offensiv, bewies gegen direkte Konkurrenten Nervenstärke und war nur dann angreifbar, wenn der Gegner alle Anstrengungen in die Defensive verlagerte. Zeitz, Weißmann, Mozain, Hajdarovic und die Kollegen sorgten mit 94 Treffern für den Aufstieg.

5. Die Neuzugänge:

Überproportional viele Neuzugänge schlugen ein wie eine Rakete und gehörten von Beginn an zu den Leistungsträgern. Dazu gehörten vor allem die Rückkehrer Marina, Weißmann, Rozgonyi und Mozain, aber auch ein Nabil Dafi zeigte sich von unschätzbarem Wert für die Stabilität der Elf auf dem Platz und Pietro Berrafato zeigte sich für sein junges Alter überraschend abgeklärt in der Innenverteidigung. Mit Manuel Zeitz spielte sich ein weiteres Juwel aus der Jugendabteilung in die Startelf. Wechselhaft verlief die Saison für Metin und Strohmann, Letzterer wurde allerdings verletzungsbedingt in der Hinrunde zurückgeworfen und konnte nicht sein volles Leistungsvermögen aufbieten (Metin hingegen wird zur kommenden Saison erst einmal ausfallen). Die verletzungsbedingten Nachverpflichtungen Petry und Rott fügten sich ebenfalls wunderbar in die Ferner-Elf ein, was nicht nur für die individuelle Stärke der Spieler spricht.
Einziger Fehleinkauf der Saison bleibt Pierre Hallé, der nicht einmal in der Verbandsliga dauerhaft zu alter Klasse zurückfand.

Diefflen09 166

6. Die Pokalsaison:

Diesmal war das Kapitel Saarlandpokal für den FCS erst im Halbfinale gegen Elversberg beendet, wo man relativ unglücklich mit 0:2 die erste Pflichtspielniederlage der Saison einfuhr. Das Gedankenspiel, was möglich gewesen wäre, wenn der Abseitstreffer von Wollscheid gezählt hätte, kann man getrost zu den Akten legen. Auf dem Weg ins Halbfinale warf der FCS Wiesbach, Lebach und Köllerbach aus dem Rennen.

7. Fans:

Auf den Rängen änderte sich nicht viel, D- und E-Block bekamen jedoch in dieser Oberliga Südwest fast keine gegnerischen Fans im C-Block zu Gesicht, was wohl die Attraktivität der Fünftklassigkeit noch einmal unterstreicht.
Äußerst positiv verlief hingegen die Entwicklung der Fanarbeit, drei neue Fanbeauftragte brachten Schwung in diesen stagnierenden Bereich und zeigten sich hilfsbereit und offen für Fanbelange jeder Art. Rückschläge wie Theley oder Homburg trübten nur kurzfristig das Bild einer Fanszene, die erhobenen Hauptes den Gang durch die Oberliga antrat und auf diese Weise den Verein positiv vertrat. Ein neues Fanmagazin und auch die Mitgliederversammlung sprechen dafür, dass hier Strukturen voranwachsen, die den Verein kritisch, offen und konstruktiv prägen könnten.

8. Mein persönliches Fazit:

Man kann nicht wirklich von einem glanzvollen Aufstieg reden, wenn man gerade in die vierthöchste Liga Deutschlands aufgestiegen ist, aber zuvor dreimal in Folge eine Spielklasse nach unten gewechselt ist. Und trotzdem wäre es irgendwie selbstverleugnend, vielleicht auch masochistisch, wenn ich jetzt sagen würde, dass es mir nicht auch Spaß gemacht hätte, einen FCS zu sehen, der endlich mal Erfolg und Sympathie in sich vereinen konnte. Und wann haben wir das zuletzt gesehen?
Zudem halfen mir fünf FCS-Verrückte (und noch eine Unzahl anderer, ebenfalls positiv verrückter Leute) einen alten Traum zu verwirklichen, nämlich den eines Fanmagazins (als Leser kennen Sie sicher den "Leuchtturm"), das inzwischen mehr als nur eine Offline-Version der bekannten Weblogs zum FCS darstellt.

Leuchtturm-Red. plus Greg

Nicht nur der Fall wurde in dieser Saison gestoppt, auch der Grundstein für einen Neuaufbau wurde gelegt, wenn man jetzt nicht wieder in alte FCS-Gewohnheiten verfällt. Warten wir es ab!

Mittwoch, Mai 27, 2009

Erste Personalien 09/10

Die Saison in der Oberliga Südwest hat am vergangenen Samstag ihr unspektakuläres und unglanzvolles Ende gefunden, die Fußballwelt schaut heute Abend nach Rom zum Finale der UEFA Champions League und beim FCS wird diskutiert wie eh und je, mal über das neue Trikot, mal über die Erhöhung der Eintrittspreise oder aber über die bereits feststehenden Neuzugänge. Auf diese werfen wir nun einen kurzen Blick.

Tim Bauer:

Sein Wechsel wurde vor Wochen bereits vermutet, noch öfter gefordert und nun ist er Realität geworden, Tim Bauer kommt von der Regionalligamannschaft des 1. FC Köln (U23) zum 1. FC Saarbrücken. Werden die einen noch nie etwas von dem Spieler mit dem Allerweltsnamen gehört haben, so ist den anderen Bauer ein fester Begriff. Bis 2004 kickte der 21-Jährige in der FCS-Jugend, danach wurde er von Köln abgeworben.
Man erhofft sich viel vom Linksverteidiger, der in der noch laufenden Regionalliga-Saison in 25 Spielen bisher drei Tore und fünf Vorlagen für sich verbuchen konnte und mit seiner Mannschaft einen mehr als ordentlichen dritten Tabellenplatz belegt. Die Position auf der linken Außenseite gilt seit Jahren als Schwachstelle des FCS, meist waren Lösungsansätze aufgrund der hohen Spielerfluktuation alles andere als nachhaltig. Zuletzt war diese Position meist mit Lukas Kohler besetzt, einem gelernten Mittelfeldspieler.

Jonathan Zydko:

Jeder, der die Etappen des Saarbrücker Niedergangs mitverfolgt hat, kennt den Namen Jonathan Zydko, was direkt die Problematik dieser Neuverpflichtung offenbart: warum holt man ausgerechnet einen Spieler zurück, der in zwei scheiternden FCS-Mannschaften auflief?
Geht man einen Schritt weiter und schaut sich die Leistungsdaten der letzten Saison Zydkos hat, fühlen sich die Zweifler bestätigt: für UN Käerjeng 97 lief Zydko in 20 Spielen auf, brachte es auf jeweils ein Tor und eine Torvorlage und die stolze Zahl von insgesamt 11 Gelben Karten. Wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um die höchste Spielklasse Luxemburgs handelt, deren sportliches Niveau irgendwo zwischen Dritter Liga und Saarländischer Verbandsliga anzusiedeln ist, stimmen einen diese Fakten nicht sehr positiv.
Dennoch könnte Jonathan Zydko einige Lücken beim 1. FC Saarbrücken füllen: zum einen handelt es sich bei ihm um einen sicheren Elfmeterschützen (und ein solcher hat in dieser Saison definitiv gefehlt), zum anderen sorgt der Ausfall von Caner Metin, der wohl ein Jahr verletzt pausieren wird, für Nachholfbedarf auf der rechten Außenposition in der Abwehr.
Zydko startet nicht unter besten Voraussetzungen, könnte aber unter diesen Umständen den verlorenen Kredit bei den Zuschauern wieder einspielen.

Michael Müller:


Ein gänzlich unbekannter Torhüter aus dem Breisgau soll in der kommenden Saison, warscheinlich auf Leihbasis, beim FCS wirken. Auffällig ist dabei zum einen die allseits bekannte Saarbrücker Spielerberaterfirma, die auch Müller unter Vertrag hat, zum anderen die recht durchwachsene Bilanz von Müller, der in bislang 18 Einsätzen für die Regionalligamannschaft des SC Freiburg nur in drei Spielen die Null festhielt und seit dem 23. Spieltag keine Partie mehr bestritten hat. Den recht hohen Schnitt von mehr als zwei Gegentoren pro Spiel hat, wenn wir nicht ungerecht werden wollen, keine große Aussagekraft, rangiert die Mannschaft des SCF II derzeit auf dem zwölften Tabellenplatz.
Man darf wohl davon ausgehen, dass der 19-jährige Schlussmann in erster Linie verpflichtet wurde, um die Torhüter in der Breite zu stärken, da Stelletta und Seel den Verein verlassen, der Verbleib von Rott und die weitere Ausfallzeit von Marina weiterhin ungewiss sind.

Die ersten Schritte für den FCS-Kader 2009/2010 sind getan, die punktuellen Verstärkungen in der Abwehr machen Hoffnung auf eine vernünftige Einkaufpolitik in diesem Sommer, allerdings muss nun auch für die Offensive nach Verstärkungen gesucht werden. Die größte Lücke hinterlässt nämlich kein Torwart oder Abwehrspieler, sondern Nazif Hajdarovic.

Links:

- FCS verstärkt sich für die Regionalliga (FCS-HP)
- Saarbrücken leiht Müller (transfermarkt.de)

Montag, Mai 25, 2009

Auch ein Aufstieg

Vier Baukräne ragen derzeit über dem neuen Dachgebilde der Leverkusener BayArena, die wohl symptomatisch für die Baustellen der Mannschaft um Bruno Labbadia und noch symptomatischer für das Erscheinungsbild dieser Metropole stehen, deren Panorama mehrere Fabriken am Rhein bildet, wenn man die Autobahn entlangfährt. Hier sollte mich ein ganz normaler Sonntagnachmittag hinführen.

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Die "Kurt-Rieß-Sportanlage" neben der Autobahnbrücke sah dann sehr nach Sportschule aus und wirkte so idyllisch, dass man den vorherigen Anblick gar vergessen glaubte. So friedlich und grün, so sommerlich und ruhig, dass man fast die recht distanziert auftretenden Ordner am Eingang übersah. Etwas verwunderte die Anwesenheit eines recht seriös erscheinenden Ordnungsdienstes schon, allerdings sollte dieser auch noch später in Aktion treten. Nach dem Verzehr einer recht großen, teuren und dennoch geschmacksneutralen Rostwurst ging es auf die Stehtraversen der ansehnlichen Anlage.

Im Saarbrücker Gästeblock, der die natürliche Umgrenzung von grünen Wiesen statt irgendwelcher Zäune besaß, verteilte sich ein gemischtes, blau-schwarzes Publikum, was eine sichtlich lange Fahrt hinter sich hatte. Neben Plakaten wie "Wo ein Winnie ist, ist auch ein Weg!" und Dankesbekundungen an die Spielerinnen, die den Verein verlassen, wurde erstaunlicherweise weder optisch noch akustisch Kritk an der Vereinsführung geäußert, wohl auch um die Mannschaft für 90 Minuten vorbehaltslos zu unterstützen.

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Nach diversen Verabschiedungen rollte dann endlich der Ball unter der heißen Mittagssonne. Und das vorzugsweise auf das Tor der Heimmannschaft; Dzenifer Maroszan sorgte gleich zu Beginn mit einem gekonnten Dribbling für die erste Torgelegenheit, in letzter Sekunde nahm ihr Torfrau Lisa Schmitz den Ball vom Fuß. Keine gefühlte Minute später stand es dann aber auch wirklich 1:0 für den 1. FC Saarbrücken, diesmal war es der Bald-Frankfurterin Maroszan vergönnt, den Ball ins Tor zu schieben. In der Folge erspielte sich der FCS Chance um Chance, spielte überlegen und kam nach einer Viertelstunde zur 2:0-Führung. Ausgerechnet (in diesem Falle sei dieser Begriff ausnahmsweise angebracht) Lisa Schwab schlenzte den Ball in das Gehäuse ihres baldigen Arbeitgebers. Zwei Tore von zwei Spielerinnen, die man nicht halten konnte.
In der Folge bot Saarbrücken Leverkusen mehr Raum zum spielen, sodass nach über einer halben Stunde der, zugegebenermaßen kuriose, Anschlusstreffer für die Gastgeberinnen erfolgte: ein Klärungsversuch im Sechzehner wurde mit einer solchen Wucht in das Gesicht von Maren Henseler getreten, dass der Ball ins Tor abprallte und sich die Torschützin im ersten Augenblick nicht wirklich freuen konnte, tat ihr Einsatz doch ziemlich weh.
Kurz vor der Pause sorgte dann erneut Maroszan mit einem wunderbaren Heber für wohlige Erleichterung, keinesfalls Ekstase, im Saarbrücker Fanblock. Schließlich führte Sinderfingen zu diesem Zeitpunkt bereits mit 2:0 gegen Wacker München.

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Nach der Pause wurde das Spiel hitziger und zugespitzter, da Leverkusen nun den Druck erhöhte, sich als ebenbürtig erwies und Saarbrücken sich nur schwer aus dieser Umklammerung lösen konnte. Vorstöße wurden oftmals vom Abseitspfiff der Schiedsrichterin beendet, die Konzentration ließ nach und so wurde es in der 60. Minute wieder spannend, aus Saarbrücker Sicht etwas unangenehmer: Maren Henseler traf erneut, diesmal ohne Kopfschmerzen, nach einem Freistoß ins Tor von Romina Holz. Von nun an musste der Vorsprung von einem Tor über die Zeit gerettet werden.
Während die Mannschaften gegeneinander rannten und nicht immer die volle Bandbreite des Spielfeldes ausnutzen konnten, gelang dies sehr wohl zwei Flitzern, die in einer stillen Sekunde den Platz stürmten. Nun wurde mir auf einen Schlag klar, dass man wohl nicht grundlos einen Ordnungsdienst aufgestellt hatte, der allerdings gegen die wendigen Nackedeis, die anscheinend zu Ehren der Leverkusener Spielführerin Vanessa Wurth, die den Verein zu Saisonende verlässt, mit der aufgemalten Rückennummer 7 den Platz betraten. Dieses kurze Intermezzo sorgte für den letzten Stimmungshöhepunkt in einer sehr zerfahrenen zweiten Halbzeit.

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Nach Abpfiff war das jedoch egal. Alle Dämme brachen, in Windeseile hatten die Spielerinnen die gleichen Aufstiegshemden übergestreift, wie man sie vor einigen Wochen beim Aufstieg der Herren bewundern konnten (zusätzlich eines Sponsoraufdrucks auf dem Rücken) und fiel sich in die Arme. Eine Mannschaft, wie sie so nie wieder zusammen auf dem Platz stehen wird, feierte ungeachtet der internen Zerwürfnisse der vergangenen Woche ihren Trainer, ihre Fans und vor allem sich selbst. Als Randnotiz sollte man dabei noch erwähnen, dass die Bayer-Spielerinnen plötzlich ebenfalls an den Feierlichkeiten teilnehmen wollten, was nicht wirklich glückte und man wohl davon ausgehen darf, dass nicht viele Trainingsbälle nach Spielhände wieder im ursprünglichen Ballnetz landeten.

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Sei's drum, die FCS-Frauen bescheren dem Gesamtverein einen weiteren Aufstieg für die Statistik, den geneigten Auswärtsfahren mögliche Touren nach Potsdam, München oder Hamburg und der Vereinsführung einen Berg an Arbeit für die kommende Saison, will man sich gegen die starke Konkurrenz behaupten.
Nur eine einzige Feier soll der Aufstieg dann doch nicht wert gewesen sein.

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Samstag, Mai 23, 2009

Adieu 2. Bundesliga?

Das Fußballjahr neigt sich dem Ende, der 1. FC Saarbrücken verliert zum Abschluss zwar in Mechtersheim, steigt dennoch als souveräner Meister der Oberliga Südwest in die Viertklassigkeit auf und eigentlich könnte man diesen Beitrag an dieser Stelle mit wenigen Worten schnell und schmucklos abschließen, gäbe es da nicht noch die Frauenmannschaft.

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Den FCS-Frauen sprechen einige treue FCS-Anhänger immernoch die Existenzberechtigung ab, die Forderung nach einer Ausgliederung dieser Abteilung wurde nach dem Theater der vergangenen Wochen vor allem im Internet laut und vor lauter organisatorischem Chaos scheint derzeit schwer erkennbar, ob man sich über die morgige Ausgangslage freut oder ob man den möglichen Aufstieg gar fürchtet.
Nicht lange ist es her, da schien die Bundesliga in weiter Ferne: unter dem neuen Trainer Winfried Klein, dessen Verpflichtung schon fast zum Debakel für die Vereinsführung geriet, begann man die Saison entkräftet von internationalen Turnieren und einer erfolgreichen DFB-Pokalsaison. Frühe Patzer gegen Duisburg, Sindelfingen und Hagsfeld sollten sich spät rächen, nämlich dann als der Platz an der Spitze greifbar wurde, man allerdings auf Schützenhilfe der Konkurrenten hoffen musste. Niemand glaubte mehr so recht an einen Frankfurter Sieg gegen Sindelfingen, erst recht nicht als diese im Nachholspiel die zweite Mannschaft des 1. FFC mit 5:0 abschossen.
Interne Probleme setzten den FCS-Frauen stark zu, Leistungsträgerinnen gaben ihren Abschied mitten im Kampf um den Aufstieg bekannt. Was andernorts wohl als Aufgabe gewertet worden wäre, wandelte sich in Saarbrücken überraschenderweise zu einer kompromisslosen Siegesserie, die man mit einem Sieg in Leverkusen abschließen könnte. Dies wäre gleichbedeutend mit dem Wiederaufstieg in die Bundesliga.

Die noch längst nicht bewältigten Unruhen im Verein und die Abgänge, pikanterweise mit dem Lisa Schwabs auch einer nach Leverkusen, zum morgigen Gegner, stehen im Raum, wenn auf dem Rasen die Partie angepfiffen wird. Und feststeht, dass sich egal wo der FCS in der kommenden Saison spielen wird, Abteilungsleiter Grewenig und der FCS-Vorstand um Präsident Hinschberger die Verantwortung und das kommende Handeln tragen müssen.
Verbleibt man in der Zweitklassigkeit, so wird man eingestehen müssen in der Personalplanung mit Zögerlichkeit und diversen öffentlichen Pannen (Trainersuche, Bewerbung für das DFB-Pokalfinale der Frauen) nicht nur zum sportlichen Misserfolg beigetragen zu haben, sondern auch die Voraussetzungen für einen Angriff in der kommenden Saison verpasst zu haben.

Steigt man hingegen, was aus Saarbrücker Sicht natürlich die beste Werbung für den Frauenfußball und den Verein wäre, auf, so muss der Erfolg ein Anreiz für die Entscheidungsträger sein, eine schlagkräftige Truppe für die kommende Saison auf die Beine zu stellen und den Unterbau zu stärken. Dann darf man der jungen und erfolgreichen Sparte des Gesamtvereins 1. FC Saarbrücken nicht die finanzielle Unterstützung versagen, die sie verdient, aber auch braucht.

Freitag, Mai 22, 2009

Adieu Oberliga!

Der 2. Juni 2007 scheint eine Ewigkeit her. Zumindest in den vergangenen Wochen, denn sonst war er so allgegenwärtig wie viele andere Tage der Regionalligasaison 2006/2007. Namen wie Jonathan Jäger, Mahir Saglik oder Mike Frantz, die heute im Profifußball keine Unbekannten sind, waren dabei, als der FCS in die Oberliga abstieg. Es macht die Zeit zwischen diesen beiden Momenten, Juni 07 und Mai 09, umso unwirklicher.

Seine zweijährige Oberligaodyssee beendet der 1. FC Saarbrücken morgen in Mechtersheim. Mechtersheim, gerade mal ein Ortsteil der Gemeinde Römerberg, steht dabei symbolisch wohl ganz am Ende und veranschaulicht sowohl zwei Jahre bitterste Tristesse als auch den Wandel, den die Mannschaft im Sommer 2008 vollzog. Beim ersten Gastspiel in der vergangenen Saison ging es noch ins größere Südweststadion nach Ludwigshafen, der FCS war der Fremde auf der Durchreise in einer Liga weniger Glanzlichter, die dabei nur bedingt strahlten, und gewann am Ende nur knapp mit 1:0.
Der FCS verpasste nach schwacher Rückrunde in seiner ersten Oberligasaison den Aufstieg, offenbarte die eigene Überheblichkeit, die überhaupt erst zum tiefen Fall geführt hat.

Ironischerweise beendet man das Kapitel Oberliga nun nicht mehr auf dem "Ausweichplatz" in Ludwigshafen, sondern in Mechtersheim, wo die FCS-Fans ein sportplatzähnliches Gebilde, wie so oft in dieser Saison erwartet. Die Fans mussten Demut lernen, mussten die harte Realität des zweiten Oberliga-Jahres in Form vieler Sportplätze, matschiger Stehränge und notdürftiger Rostwurstbuden erfahren. Die Spieler mussten ebenfalls Demut lernen, bekamen statt eines kumpelhaften Dampfplauderers einen erfahrenen Trainer, der eine Mannschaft formte und vorhandene körperliche Schwächen eingrenzte. Und das war auf den Sportplätzen der Oberliga dringend nötig.

Nur noch wenige Zuschauer besuchten die vergangenen Spiele des FCS, nur noch wenige Worte werden über die Oberliga verschwendet und auch der Verein offenbarte erste Personalien der Zukunft: Tim Bauer und Jonathan Zydko, die beide nach Saarbrücken zurückkehren werden. Für andere, die den Weg durch die Oberliga bestreitet haben, endet dagegen dieses Kapitel in der Geschichte des 1. FC Saarbrücken morgen. So ist diese Begegnung in Mechtersheim die letzte Chance, noch einige Momente einer scheidenden Zeitrechnung einzufangen, die stets zwischen Gut und Böse, zwischen Verzweiflung und Aufbruch pendelte. Ob die Zukunft für den FCS mit zwei Rückkehren gänzlich Neues mit sich bringt, erfahren wir morgen noch nicht, dafür kann man sich vorbehaltslos dem Wunsch der Heimmannschaft anschließen, der auf der offiziellen Vereinsseite nachzulesen ist:

Freuen wir uns auf ein unterhaltsames Match.


Mehr kann dieses Spiel nämlich nicht werden.

Links:

- FCS verstärkt sich für die Regionalliga (FCS-HP)
- Oberliga-Endspurt (SR-Online.de)

Montag, Mai 18, 2009

Ein paar Randnotizen zum letzten Heimspiel in der Oberliga

1. Erstmals seit der Saison 1999/2000 darf sich der FCS wieder "Meister" nennen, diesmal Meister der Oberliga Südwest, wofür die Spieler auch vor Spielbeginn geehrt wurden.
2. Nico Weißmann erzielte eines seiner nicht allzu häufig vorkommenden Kopfballtore. Bei einer Körpergröße von 1,75 m ist das jedoch keine Schande.
3. Sammer Mozain und Marcel Rozgonyi durften aufgrund ihrer Platzverweise in Pirmasens nicht auflaufen, Nazif Hajdarovic war für diesen Spiel noch nicht gesperrt.
4. Da Nazif allerdings nachträglich für drei Oberliga-Spiele gesperrt wurde, gab er gleichzeitig sein Abschiedsspiel für den FCS.
5. Einer der verabschiedeten Spieler, Stephan Otte, wurde ob seines Wechsels zum Lokalrivalen nach Homburg ausgepfiffen. Eine etwas unfeine Geste.
6. Auch unschön: Caner Metin erlitt im vorletzten Heimspiel noch eine Verletzung und musste ausgewechselt werden.
7. Nabil Dafi verschoss seinen Elfmeter und bleibt damit bester torloser Feldspieler des FCS.

Mayen09 007

8. Maxi Böhmann blieb im dritten Saisonspiel erstmals ohne Gegentor.
9. Trotz einiger vergebener Chancen gelang Nazif Hajdarovic zum Abschied noch ein Tor.
10. Michael Petry durfte mit dem Treffer zum 3:0 sein zehntes Saisontor feiern.
11. Erstmals wurde das Trikot der kommenden Saison getragen. Auf dem Rücken war statt der Spielernamen der Slogan "Erster! FC Saarbrücken" zu lesen.

Mayen09 022

12. Die neuen Hemden ähneln denen der Saison 2000/2001.
13. Der Gegner hieß "TuS Mayen".
14. Nach Spielende sah man, was in dieser Saison nicht sehr häufig vorkam, pyrotechnische Mittel im D-Block.

Mayen09 010

15. Auch dieses Spiel wird in wenigen Monaten nur noch eine Randnotiz aus zwei Jahren Oberliga darstellen.

Regionalliga, wir kommen!

Freitag, Mai 15, 2009

Raus aus der Oberliga!

Zwei Niederlagen hintereinander und noch keine Trainerdiskussionen wären vor einigen Jahren in Saarbrücken wohl undenkbar gewesen, vor allem dann, wenn man kurz vor Saisonende gegen die direkte Konkurrenz gepatzt hätte. Schließlich steht der FCS auch als Aufsteiger fest, was ihn allerdings nicht davon entbindet, die Oberliga Südwest mit Anstand aus dem Ludwigspark zu verabschieden.

Der TuS Mayen als Vertreter eben jener ungeliebten Liga weckt nicht zuletzt schmerzliche Erinnerungen an die vergangene Saison. Eine 1:2-Niederlage in Mayen versetzte der damaligen Kaminski-Elf einen herben Dämpfer im Aufstiegsrennen und machte die Arbeit der vorherigen Spiele, in denen man die späteren Aufsteiger Trier und Mainz II niederkämpfte, gar zunichte. Dass Mayen selbst nur eine sehr durchwachsene Runde spielte und auf Rang 13 landete, macht diese Niederlage nur noch unverständlicher.
Der 13. Tabellenplatz wird auch derzeit von eben jenem Verein aus Mayen belegt, der die letzten beiden Heimspiele zwar verlor, allerdings seit Mitte März auswärts ungeschlagen ist. Diese Serie könnte im Ludwigspark reißen.

Auch beim FCS rissen zuletzt mehr Serien, als einem lieb sein konnte. Zunächst verlor man mit dem Spiel in Homburg das erste Spiel in der laufenden Oberliga-Spielzeit, dann folgte in Pirmasens sogleich die zweite Niederlage und zu allem Überfluss rissen bei einigen Spielern die Nerven. Am Mittwoch sahen Sammer Mozain und Marcel Rozgonyi die Rote Karte, Ferner und Fellhauer wurden des Platzes verwiesen und Nazif Hajdarovic verwickelte sich nach dem Schlusspfiff in Handgreiflichkeiten. Dies mag wohl auch der inkosequenten Leistung eines völlig überforderten Schiedsrichters geschuldet sein, der die harte Vorgehensweise der Hausherren nicht mit Karten eindämmte, zudem haben laut Saarbrücker Zeitung rassistische Beleidigungen die Stimmung dementsprechend aufgeheizt. Allerdings spricht all das keinen FCS-Akteur von dem Vorwurf frei, sich mit diesem Spiel die Fair-Play-Wertung und den Abgang aus der Oberliga gründlich vermiest zu haben.

Mit Freibier-Coupons und einem Sieg über Mayen will man sich nun also aus der Oberliga verabschieden. Das kommt auch mehr als gelegen, die vergangenen Spiele waren fußballerische Rohkost und trotz einseitiger Ergebnisse nicht immer glanzvoll. Wichtig wäre es da gerade im letzten Heimspiel mit einer fairen Spielweise aufzutrumpfen und noch einmal den Fußball der Hinrunde zu zeigen, der für den Erfolg dieser Saison stand. Auch wenn man von der Oberliga mittlerweile übersättigt ist, darf man nicht so wirken, als hätte man keinen Hunger mehr auf die Regionalliga. Zwei Spiele muss man noch aushalten können.

Links zum Spiel:

- Freibier zur Meisterschaft (FCS-Homepage)
- Vorberichte SR-Online.de
- Rassistische Äußerungen beim FCS-Spiel? (sol.de)

Mittwoch, Mai 13, 2009

Der FCSBlog-Liveticker (Pirmasens 08/09)

18:45 Uhr: Neuauflage also im FCSBlog. Schon 2008 war das Bloggen parallel zum FCS-Fanradio mit einem 4:0-Auswärtssieg versüßt worden. Auch diesmal?

Wirges09 011

18:48 Uhr: Gestartet ist das Radio noch nicht, aber das Foto lässt diesen Liveticker schonmal etwas bunter erscheinen.
18:54 Uhr: Leergut mit "Wir kommen wieder" im Fanradio. Hört sich schonmal so an, als wäre die Anlage jetzt betriebsbereit. Wollen wir selbiges von den Moderatoren auch hoffen.
18:59 Uhr: "Wir dürfen ein bestimmtes Wort nicht mehr sagen." Petry darf man trotzdem noch schreiben, da ergibt sich ja der Unterschied zum Homburger Stürmer.
19:00 Uhr: Das freut doch sehr: Greg Strohmann ist heute der Spielführer beim FCS!

1. Halbzeit:

19:01 Uhr: Anpfiff!
19:02 Uhr: Die Aufstellung des FCS lautet übrigens wie folgt: Böhmann (TW), Metin, Berrafato, Schug, Zeitz, Dafi, Brückerhoff, Wollscheid, Strohmann (C), Otto, Stelletta
19:04 Uhr: Wenn man so will, wird heute die erste Mannschaft geschont.
19:05 Uhr: Fast das 1:0 für Pirmasens, jedenfalls eine Schrecksekunde im Fanradio.
19:08 Uhr: Zweimal Eckball für den FCS, zweimal nichts.
19:14 Uhr: "Ganz klar" und "natürlich" werden heute viele Einwürfe übernommen.
19:17 Uhr: Rüdes Foul gegen Manuel Zeitz, irgendwie kommt einem das bekannt vor, wenn man die letzten Spiele gesehen hat.
19:20 Uhr: Wieder fast das 1:0 für Pirmasens, Maxi Böhmann klärt zur Ecke.
19:21 Uhr: Und jetzt wirklich das 1:0, Ecke und Kopfballtor.
19:24 Uhr: Der FCS mit Trotzreaktionen, die allesamt abgeblockt werden.
19:25 Uhr: "Die Lichter gehen an, hoffentlich gehen sie beim FCS nicht aus." Moderatorenwechsel im Fanradio.
19:27 Uhr: Zweitligaergebnisse in der Verletzungspause bei einem Spiel der fünften Liga. Dafür muss man das Fanradio einfach lieben.
19:31 Uhr: "Maxi Böhmann kann halten, KANN HALTEN!" Wieder ein Konter der Pirmasenser abgewehrt.
19:33 Uhr: Marcel Rozgonyi läuft sich warm.
19:33 Uhr: 1:1!!!!!!!!!!!!
19:34 Uhr: Wird sich Rozgonyi jetzt wieder hinsetzen dürfen?
19:35 Uhr: Marcel Schug wohl der Torschütze für den FCS, im zweiten Versuch nach einem Kopfball von Zeitz.
19:35 Uhr: Wollscheid wird verletzungsbedingt (Schlag auf die Rippen) für Rozgonyi weichen.
19:37 Uhr: "Brückerholf"..."Wir machen dumme Witze, dumme Scherze hier..." Das Fanradio steigert sich.
19:40 Uhr: "Vielleicht gibt es Nudelsalat hier in Pirmasens."
-"Ich glaub das ist eines der meistverwendetsten Wörter hier im Ludwigspark.de-Gästebuch."
Die Wiederkehr der GG-Nudelsalat-Witze.
19:41 Uhr: Auf dem Platz scheint zu wenig zu passieren, könnte man derzeit meinen.
19:45 Uhr: Wirkungsloser Eckbal von Pascal Stelletta.
19:46 Uhr: Halbzeitpause, 1:1 auf der Husterhöhe.

19:48 Uhr: Ich kann ja an dieser Stelle mal verraten, dass ich weiß, wer der Interviewgast gleich sein wird. Und dass derjenige auch für ein relativ gutes, nicht überragendes Fanmagazin werben wird.
19:52 Uhr: Florian Kern, ein Redakteur des Leuchtturms, tada!
19:52 Uhr: "Es is mehr odda wenischer ein Groddenkick."
19:55 Uhr: Das waren mehr oder weniger kritische Fragen des Moderators, würde ich mal behaupten.
20:00 Uhr: Wie, um alles in der Welt, kann man auf die weltfremde Idee kommen und JAMES BLUNT in der Pause einer FUSSBALLÜBERTRAGUNG zu spielen?

Halbzeit 2:

20:02 Uhr: Rauch im Pirmasenser Block, sollte für die Statistik mal erwähnt werden.
20:03 Uhr: Nach dem Ausschlussprinzip suchen die Fanradio-Moderatoren den ausgewechselten Spieler.
20:07 Uhr: Es regnet mittlerweile über Pirmasens.
20:08 Uhr: Der gesuchte Wechsel zu Beginn der Halbzeit: Weißmann für Schug.
20:15 Uhr: Der FCS übt derzeit Druck auf Pirmasens aus, zählbar ist das leider nicht.
20:17 Uhr: "...unser guter Greg, Greg 'Attack' Strohmann..."
20:19 Uhr: Greg Strohmann wird im Strafraum runtergedrückt, kein Elfmeter.
20:22 Uhr: Eckball für den FCS, wieder nichts. Ein Dauerthema seit zig Jahren.
20:25 Uhr: "Da geht der Ball durch Freund und Feind."
20:27 Uhr: 2:1 für Pirmasens, Heber über Maxi Böhmann ins Tor.
20:28 Uhr: Damit ist der Tipp von Florian (2:1 für den FCS) schonmal hinfällig.
20:31 Uhr: Mozain für Stelletta, das hört sich schonmal nicht verkehrt an.
20:33 Uhr: Pirmsens ist dem 3:1 derzeit näher als der FCS dem Ausgleich.
20:35 Uhr: Rumble in the jungle, Dieter Ferner stürmt nach einem Foul den Platz!
20:37 Uhr: Dieter Ferner muss auf die Tribüne, es gibt Tumulte.
20:38 Uhr: "Jetzt gibt es hier Handgreiflichkeiten auf der Tribüne!"
20:40 Uhr: Könnte wohl an den harten Fouls der Hausherren liegen, oder?
20:43 Uhr: Und wieder Stürmerfoul.
20:47 Uhr: Irgendwie unfassbar, dass tatsächlich einige Tribünengänger dem Fanradio an den Kragen wollten.
20:48 Uhr: Rot für Sammer Mozain nach einem Frustfoul. Jetzt ist klar: das Spiel ist dem Schiedsrichtergespann entglitten.
20:49 Uhr: Rot für Marcel Rozgonyi, der zuvor böse gefoult wurde und seinen Gegenspieler umschubste. Der Schiedsrichter verabschiedet sich gerade wohl vom Aufstieg in eine höhere Klasse.
20:50 Uhr: "Jetzt ist das Spiel aus, wir haben die Schnauze voll."

20:51 Uhr: Eine Schlägerei auf dem Platz, nicht zwischen Fans, sondern Spielern.
20:52 Uhr: Zuschauer wollen mit Rick vom Fanradio diskutieren. Unglaubliche Zustände in Pirmasens, ich hoffe mal, dass die Moderatoren heil wieder zuhause ankommen.

---Ende des Livetickers---

Dienstag, Mai 12, 2009

Noch einmal Pirmasens

Trotz einer Niederlage im vorerst letzten Derby in Homburg steht der 1. FC Saarbrücken als Aufsteiger in die Regionalliga fest, was jedes ausstehende Spiel unbewusst zu einem Abschiednehmen vom jeweiligen Gegner macht. Aus der Masse sticht der FK Pirmasens etwas heraus, was wohl daran liegt, dass "die Klub" als einziger Kontrahent den FCS in der dritten Spielzeit hintereinander begleitet hat. Dies trug zwar nicht immer zum Attraktivitätsgewinn dieses Spiels bei, macht es aber als Entwickslungsprotokoll des FCS interessant.



Wer aus den Spielergebnissen Zusammenhängen ableiten will, bleibt wohl oder übel erfolglos. Täuschte der erste Sieg (4:1) im September 2006 über die desolate Form, sowie die schlechte Ausdauer der Henke-Elf hinweg, so spiegelte die 0:1-Auswärtsniederlage unter Philippe im Rückspiel die gesamte Abstiegssaison wider. In der Folgesaison, als unter Michael Krüger ein 6:1-Sieg gegen Pirmasens heraussprang, wurde dieses Ergebnis durchaus dem Zustand der damaligen Blau-Schwarzen gerecht, allerdings erfolgte nach dem 4:0-Auswärtssieg in der Rückrunde die totale Ernüchterung, es sollte eines der wenigen überzeugenden Spiele für Trainer Kaminski und Wintereinkauf Florian Hornig werden.

Nach genauer Betrachtung bleiben genau zwei einigermaßen außergewöhnliche Tatsachen, die mit der Entwicklung des FCS und dem morgigen Spiel zusammenhängen: zum ersten Mal wird mit Dieter Ferner ein FCS-Trainer Hin- und Rückspiel gegen Pirmasens bestreiten und Nazif Hajdarovic wird als einziger FCS-Spieler bei morgigem Einsatz in fünf von sechs möglichen Partien gegen Pirmasens aufgelaufen sein. Wie der FCS sich von Pirmasens verabschiedet, so verabschiedet sich derzeit auch Hajdarovic von den Blau-Schwarzen.

Mit dem 8:1-Hinrundenerfolg im Rücken und dem Aufstieg in der Hand reist man nun morgen in den Sportpark Husterhöhe. Für Pirmasens geht es allenfalls noch um Schadensbegrenzung bei den eigenen Anhängern, da man zuletzt vor 300 Zuschauern in einer mäßigen Oberligapartie zuhause gegen Idar-Oberstein mit 0:1 verlor. Ein Resultat, was auch den Trainer angesichts der mehr als schwachen Leistung auf die Palme brachte.
Auf Saarbrücker Seite sehen die Verhältnisse ein wenig anders aus, hat man in den letzten Spielen nichts mehr zu befürchten. Allerdings wurde mit der Derbypleite in Homburg auch die angestrebte Saison ohne Niederlage verpasst, was zwar keinen Sturm der Entrüstung provozierte, allerdings für kleine Verstimmungen sorgte, schätze man bislang die Konkurrenz nicht als ebenbürtig ein.

Mit der vorerst letzten Begegnung in Pirmasens steht für den FCS sowohl der Abschied von einem Konkurrenten an, als auch das Ende einer Entwicklung, die schrittweise Fall und Wiederaufstieg des Vereins kennzeichnete und sich ausgenscheinlich nun in eine vernünftige Richtung bewegt. Doch das entscheiden die Vereine, die uns in den kommenden Jahre als Gradmesser dienen werden.

Links:

- Vorbericht FCS-HP
- FKP-Trainer sauer auf das Team (fk-pirmasens.com)
- Vorberichte SR-Online.de