Montag, Juli 16, 2007

Testspieleindrücke

Es ist ein altbekanntes Ritual, das sich jeden Sommer wiederholt: Testspiele des FCS gegen saarländische Verbands- und Landesligisten. Lagen die Vereine vor Jahren bis zu vier Ligen auseinander, so sind die Unterschiede heute deutlich geschrumpft, auch aus sportlicher Sicht.

Riegelsberg (4:2-Sieg):

'fcs07 008' von Carsten_FCS

Leider war es mir nur vergönnt, die zweite Halbzeit zu sehen. Verpasst hatte ich damit aber keine großartige Leistung des FCS in der ersten Halbzeit, die mit 1:1 endete. Als ich ankam, fiel gerade das 2:1 durch Alexander Otto und kurz darauf das 3:1, bei dem Charles Haffner den Ball per Freistoß verwandelte. Dem gelungenen Auftakt folgte ein Spiel, welches nur Richtung Riegelsberger Tor ging, allerdings ein wenig Treffsicherheit vermissen ließ. Im Großen und Ganzen war die Leistung jedoch zufriedenstellend, da auch Neuverpflichtungen wie Jülich eine solide Arbeit leisteten.
'fcs07 003' von Carsten_FCS
Auch Özgün zeigte, dass er seine Rolle als Stürmer nicht so egoistisch wie manch anderer interpretiert. Leider blieb sein Torerfolg aus, da er sich nur wenig ernsthafte Chancen erarbeiten konnte. Gegen Ende des Spiels durften die Tornetze beider Gehäuse noch einmal zappeln: Gökham Impis traf zum 4:1 und kurz darauf retteten die Riegelsberger mit ihrem zweiten Tor die Ehre. Der abgefälschte Schuss war dabei für Fabian Seel unhaltbar.
'fcs07 009' von Carsten_FCS

Dudweiler (1:0-Sieg):

'fcs07 055' von Carsten_FCS

Über dieses Spiel sollte eigentlich der Mantel des Schweigens gedeckt werden. Nachdem man über eine halbe Stunde brauchte, um ein Schiedsrichtergespann aufzutreiben, ging es sehr müde los. Die Spieler wirkten, wohl aufgrund der Strapazen des Trainings und der vergangenen Testspiele, ausgelaugt. Man trat in Dudweiler nicht in Bestbesetzung an und wechselte auch nur zweimal. So dauerte es wieder eine knappe halbe Stunde, bis der Ball im Tor landete. Özgün lief alleine auf das Tor zu, wurde vom Torwart von den Beinen geholt, der Schiedsrichter erkannte auf Vorteil und Hajdarovic drückte den Ball über die Linie(Remember Lehmann vs. Eto´o!).
'fcs07 057' von Carsten_FCS
Bis auf einzelne Vorstöße über die linke Seite lief wenig beim FCS, positiv aufgefallen sind mir nur Luft und Humbert, die im Mittelfeld spielten. Lange Bälle wurden nicht zum Erfolgsrezept in Dudweiler. In der zweiten Halbzeit hätte Karaoglan noch das 2:0 erzielen können, jedoch gab es auch Phasen, in denen Dudweiler nahe am Ausgleich war. Kurz vor Schluss nahm Zydko noch den kürzeren Weg in die Kabine, nachdem ihm der Schiedsrichter die zweite Gelbe Karte zeigte. Alles in allem ein mehr als müder Kick in Dudweiler, bei dem auf den Rängen mehr Aktivität als auf dem Platz herrschte. Den Mangel an Kreativität konnte auf dem Platz niemand kompensieren. Vielleicht sollte man noch einmal über einen neuen Spielmacher nachdenken.
'fcs07 065' von Carsten_FCS

Samstag, Juli 14, 2007

Gemeinsam gegen das Sommerloch: Bücher

Obwohl der Ligastart gegen Neunkirchen nicht mehr in allzu weiter Ferne liegt, beginnt Mitte Juli die Zeit, in der das Sommerloch sein Unwesen treibt. Die Internetforen quillen vor sinnlosen und unnötigen Beiträgen über, die einem die Lust am Schreiben erschweren. Wer arbeitet, muss teilweise bei brütender Hitze(Danke an Markus für den Hinweis ;-) im Büro sitzen oder hat ganze Tage nur Regen im Blickfeld. Schüler gehen zumeist ins Schwimmbad, wissen oft nicht was sie mit der Zeit anfangen sollen und abends gammelt jeder vor der Glotze herum, wenn nicht irgendwo ein Fest ansteht.
Diesen Sommer werde ich ein paar Anregungen und Empfehlungen zu Dingen, die mir interessant oder sehenswert erscheinen, abgegen. Ich fange einfach mal mit den lesenswerten Dingen an und gebe eine Auswahl meiner Lieblingsbücher.

Top 5 Fußball:

1. 100 Jahre 1. FC Saarbrücken - Das Fanbuch (Herausgeber: Müller/Rodenbüsch)

Man kann es vielleicht als optimale Ergänzung zur offiziellen Jubiläumsschrift "Die Molschder" sehen, aber ich sehe es immernoch als eigenständiges, liebevoll aufgearbeitetes Werk von Fans für Fans. Neben zahlreichen Texten aus Fanzines und historischen Rückblicken, gibt es auch Interviews mit ehemaligen Spielern. Erwähnen muss man auch den ausführlichen Statistikteil, welcher bis zur Saison 2003/2004 reicht und auch Fanclubs erfasst.

2. 1.000 ganz legale Fußballtricks (Autor: Arnd Zeigler)

Obwohl ich Werder Bremen nicht sonderlich mag, gefallen mir Zeiglers Kolummnen, die sich von Ende 2002 bis Anfang 2006 in gesammelter Form in diesem Buch finden lassen. Abgerundet wird das Werk durch zahlreiche Schnappschüsse von Spielern, welche diesen heute wohl mehr als peinlich sind. Wer es einmal gelesen hat, wird zu dem Schluss kommen, dass Zeiglers Buch gut für den deutschen Fußball ist.

3. Die 100 >>schönsten<< Schikanen gegen Fußballfans (Herausgeber: BAFF)

Ein Buch für jeden, der seine Mannschaft auch auswärts unterstützt. Die Geschichten unterscheiden sich zwar häufig in der Länge, was jedoch keinen davon abhält, sich Gedanken über das Gelesene zu machen. Auch Leuten, die noch nie irgendwelche Probleme mit Ordnern oder Polizei hatten, sei das Lesen empfohlen, da man nach dem Lesen nur selten aus dem Staunen herauskommt. Das entschuldigt die stilistischen Schwächen einiger Geschichten. Das Nachfolgewerk wurde zwar für den vergangenen Sommer angekündigt, lässt aber leider weiterhin auf sich warten.

4. Fast alles über Fussball (Autor: Christoph Biermann)

Gelungene Mischung aus Daten, Fakten und Anekdoten. Es ist wohl nicht alles über Fußball, aber mehr als man wirklich wissen muss. Wer selbst ein Statistikenfanatiker (wie ich) ist und von Aufzählungen aller Weltmeister in diversen Büchern gelangweilt ist, wird an diesem Buch von Christoph Biermann seine helle Freude haben.

5. Top Boys (Autor: Cass Pennant) bisher nur auf Englisch erschienen

Auf meiner Englandreise musste ich mir natürlich auch englische Fußballbücher zulegen. Meine Wahl fiel auch auf dieses Buch zum Thema "Fußballgewalt", in welchem Cass Pennant (der wohl bekannteste Autor zu diesem Thema) Interviews mit Hooligans aus Großbritannien, Russland und Holland führt. Richtige Beweggründe bleiben leider aus, jedoch ist das Buch interessant zu lesen und bietet neben vielen Anekdoten auch einen anderen Blick auf dieses kontroverse Thema. Wer dieses Buch lesen will, sollte einigermaßen gute Englischkenntnisse haben (und sich nicht vor Umgangssprache fürchten) und sich zu diesem Thema (wie immer) Gedanken machen.

Top 5 Allgemein:

1. Der Aufmacher (Autor: Günter Wallraff)

Ein Meilenstein des investigativem Journalismus. Günter Wallraff ist hier "Hans Esser" und berichtet für die BILD-Zeitung. Was heute BILDblog nur aus einer gewissen Distanz betrachten kann, erlebte "Esser" in den 70ern aus nächster Nähe.

2. Die purpurnen Flüsse (Autor: Jean-Christophe Grangé)

Ich habe das Buch gelesen, nachdem ich den Film gesehen habe und bin trotzdem begeistert gewesen. Bis ins letzte Detail geplant, erzählt Grangé die Geschichte zweier Polizisten, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können und lässt beide in den französischen Alpen ermitteln. Im Gegensatz zum Film gibt es einige gravierende Veränderungen, welche man vor allem am Ende des Romans bemerkt.

3. Molwanîen. Land des schadhaften Lächelns (Autoren: Cilauro, Gleisner & Sitch)

Der Buchtipp für jeden, der den Sommer über nicht in Urlaub fährt. Die fiktive Reise nach Lutenblag oder in die Große Ebene macht auch zuhause richtig Spaß. So mancher Urlauber wird wohl beim Lesen an seine schlimmsten Ferienerlebnisse erinnert werden.

4. Im Kabinett des Todes (Autor: Stephen King)

Diese Sammlung von Kurzgeschichten des berühmten Horrorautors deckt die verschiedensten Geschmäcker ab. Er spielt mit den menschlichen Ängsten, versucht sich an den letzten Tagen John Dillingers und gibt sogar ein modernes Märchen zum Besten. Die Kurzgeschichten zeigen sich vielseitig, sodass man nicht immer von einem "typischen King" sprechen kann.

5. Geschichten aus dem Wiener Wald (Autor: Ödön von Horváth)

Ein Drama, welches die Kritik an der Einfältigkeit des kleinbürgerlichen Milieus der 30er Jahre nicht besser hätte verpacken können. Szenen, die auf den ersten Blick komisch wirken, gewinnen schnell einen anderen Charakter und zeigen die Verlogenheit der Wiener Gesellschaft, in der sich auch der Nationalsozialismus ausbreiten konnte. Dargestellt wird dies alles am Absturz der Protagonistin Marianne, deren Situation sich nur zum Schein ins Bessere verkehrt, als sie ihren Verlobten Oskar für den Frauenhelden Alfred verlässt.


Beim nächsten Mal werde ich einige Filmempfehlungen präsentieren.
Fortsetzung folgt!

Dienstag, Juli 10, 2007

Mitgliederversammlung

Saarbrücken, Saarlandhalle 09.07.2007.

Es ist kurz nach fünf, als ich am Gelände des Ludwigsparks angekommen bin. Einige Meter von mir entfernt macht sich auch Reinhard Klimmt auf den Weg zum Eingang der Saarlandhalle. Aus der Menschenleere hinaus geht es in den Vorraum der Halle, wo mich ein hohes Aufgebot von Ordnungspersonal erwartet. Einer Kontrolle werde ich nicht unterzogen, sondern freundlich darauf hingewiesen, dass ich den Mitgliedsausweis im Nebenraum erst vorweisen muss. Dort angekommen gehe ich an einen der vier Tische und trage mich in der Liste mit meinem Namen ein. Zusätzlich muss ich noch meinen Mitgliedsausweis und meinen Personalausweis vorzeigen. Dafür erhalte ich vier verschiedenfarbige Wahlzettel, Essens- und Getränkebons für je zwei Euro und einen Kugelschreiber.

'fcs07 036' von Carsten_FCS

In einem weiteren Nebenraum lässt sich bereits unschwer erkennen, dass hier der offizielle Teil des Abends stattfinden wird. Grüne Stühle füllen den Raum, der saarländische Rundfunk hat bereits ein Kamerateam aufgebaut, FCS-Fahnen hängen an den Wänden und unter dem Banner mit der Aufschrift "1. FC Saarbrücken e.V." sind das Rednerpult sowie die reservierten Plätze für die Vereinsoberen. Langsam treffen die Protagonisten des Abends ein: Ebertz, Hinschberger, Weller, Klimmt und Meiser. Die Räumlichkeiten füllen sich mit Mitgliedern, die meisten davon im Anzug. Der Ansturm auf die Veranstaltung ist mit augenscheinlich 400 Menschen recht groß. Unter ihnen sind auch einige Virage-Est-Leute, welche, eigens mit passenden T-Shirts erschienen, sich neben den Pressevertretern niederlassen.

Als Klaus Meiser die Verantstaltung offiziell einläutet, ist die Zeit bereits fortgeschritten. Hartmut Ostermann lässt sich aus gesundheitlichen Gründen entschuldigen. Es folgt die erste längere Rede, die nicht wirklich viel Interessantes in sich birgt. Die Stimmung im Saal ist dabei noch ruhig, da man auch weiß, dass die interessanten Punkte der Tagesordnung erst später anstehen. Schier endlose Reden sind der erste Teil des Programms, gefolgt von Ehrungen verdienter Mitglieder. Der erste Programmpunkt, der genaueres Zuhören lohnt, ist der Bericht des Präsidiums. Klaus Meiser wiederholt zunächst den Inhalt vieler vorheriger Interviews, in welchen das hervorragende Abscheiden der Frauen- und Jugendabteilung gelobt wurde. Natürlich stünde der FCS in keiner so auswegslosen Situation, wie es oft dargestellt, und ohne das Engagement von Hartmut Ostermann ginge es dem Verein bedeutend schlechter, lässt Meiser verlauten. Um den Bericht des Präsidiums mit Zahlen zu versehen, darf Dieter Weller erläutern, mit welchen Etats der Verein in die kommende Saison geht. Dieser liegt insgesamt bei ca. 2,8 Mio. Euro, wovon allein 2 Mio. Euro für die 1. Mannschaft eingeplant sind. Mit dem restlichen Geld werden Verbandsligamannschaft, Frauen-, Jugend- und Tischtennisabteilung bezahlt. Selbst Klaus Meiser scheint die Summe wohl ungewöhnlich hoch zu erscheinen, da er zunächst davon ausgeht, dass sich der Gesamtetat auf 2 Mio. Euro belaufen würde. Desweiteren hat der Verein laut Weller keine offenen Kredite, könne aber auch keine Kredite annehmen, was auf die Kirch-Krise zurückzuführen ist.

Im Bericht des Aufsichtsratsvorsitzenden Reinhard Klimmt wird erneut vieles, was längst gesagt wurde, paraphrasiert und der persönliche Standpunkt miteinbezogen. Den Mitgliedern hält Klimmt vor Augen, dass im Falle einer Nichtwahl des Aufsichtsrats der Verein keinerlei Alternativen hat, was von einigen Mitgliedern als "Friss oder stirb!" gedeutet wurde. De facto hat Klimmt jedenfalls recht, da es keine anderen Vorschläge an den Ehrenrat gab. Jedenfalls ist damit eine weitere Wahlempfehlung gegeben.

Danach folgen zahlreiche Berichte zu den einzelnen Abteilungen, die sich im Inhaltsschema gleichen. Immer wird auf die erfolgreiche Arbeit aller Beteiligten unter finanzieller Unterstützung des Hauptsponsors verwiesen, wofür es immer von denselben Personen Beifall gibt. Ich entziehe mich für diesen langweiligen Teil des Abends des Geschehens und gehe meine Essens- und Getränkebons einlösen.

Interessant wird es bei der "Aussprache zu den Berichten". Die erste Frage dreht sich darum, ob das (für die Oberliga hohe) Budget denn auch abgesichert ist. Anstelle einer klaren Antwort bekommen wir erneut Vorträge von Weller und Meiser mit der Erkenntnis, dass man zwar nicht voll abgesichert, aber optimistisch ist. Danach meldet sich ein älterer Herr zu Wort, welcher fast rührend Kritik am Vorstand übt und vollkommen zurecht großen Applaus erntet. Doch wie erwartet wird erneut repetiert und repetiert. Es folgen Fragen zum Sponsoring und der entstandenen Abhängigkeit. Diese werden meist mit dem schwierigen Prozess, Sponsoren aus dem Saarland zu finden, beantwortet.

Nachdem der, von der DFB-Mustersatzung vorgesehene, Wahlmodus kritisiert wird, erstarkt die Forderung nach einer Satzungsänderung. Es folgt eine Frage nach dem Ehrenrat, welche für große Verwirrung sorgt. Wann wurde der Ehrenrat zuletzt gewählt und wie wird er gewählt?
Das Besondere an dieser Frage ist die Tatsache, dass in der Satzung kein Wort über ein Wahlverfahren zum Ehrenrat steht. "Ad hoc" kann niemand die Frage beantworten und die Beteiligten am Rednerpult werden nervös. Nach einer Wartezeit ist zumindest klar, dass der Ehrenrat 2004 nach Verabschiedung einer DFB-gemäßen Satzung gewählt wurde. Klar ist nun auch, dass nur bei Ausscheiden eines Mitglieds aus dem Ehrenrat eine neue Personalie in dieses Gremium aufsteigen kann. Jedenfalls scheint in Sachen Vorbereitung auf solche Fragen bei MV noch ein dringender Nachholbedarf zu bestehen.

Die Kritik wird immer lauter, sodass sich irgendwann auch die Verteidiger des Aufsichtsrats und Präsidiums zu Wort melden. Totschlagrgumente wie "der Vorstand steht nicht auf dem Platz" oder "Söldnertruppe", wie sie seit Wochen auch auf ludwigspark.de publiziert werden, ziehen die Fragestunde so in die Länge, dass einige Mitglieder ungeduldig werden. Schließlich will man ja noch sein Bierchen trinken. Also wird irgendwann relativ flott festgestellt, dass es keine Fragen mehr gibt und die Vorstellung von Horst Hinschberger beginnt.

Hinschbergers Vorstellung ist dabei kurz, aber prägnant. Kämpferisch betont er den hohen Stellenwert des FCS, will neue Sponsoren an den Verein binden (was würde Herr Meiser dazu sagen?) und will bis Jahresende die Mitgliederstärke auf 2500 Leute bringen. An Ehrgeiz scheint es ihm also nicht zu fehlen. Als er seine Wunschvorstellung für den FCS in mehreren Jahren offenbart, kommt zum Glück nicht das befürchtete Wort "Bundesliga", jedoch der Begriff "Modell Saarbrücken", was wiederum überaus interessant klingt. Eines ist sicher: Hinschberger hat sich sehr viel Arbeit vorgenommen.
Man erfährt nebenbei, dass Hinschberger unter der Bedingung Präsident wird, dass Ostermann noch für weitere drei Jahre dem Verein als Sponsor erhalten bleibt.

Als nächster darf sich Harry Ebertz vorstellen, welcher routiniert und relativ ruhig ins Mikrofon spricht. Seine Worte scheinen vernünftig, wenn auch weniger aufsehenerregend wie die von Hinschberger.

Für die Durchführung des Wahlprozedere wird Werner Cartarius zum Wahlleiter bestimmt, dessen Auftritt für allgemeine Erheiterung sorgt. Nun soll der Abend nach dem verbalen Schlagabtausch in die Wahlen übergehen.
Bei den darauffolgenden Entlastungen zeichnet sich stets dasselbe Bild ab: ca. 30 Leute stimmen per Handzeichen gegen eine Entlastung, während der Rest einer Entlastung zustimmt.

Die Wahl des Aufsichtsrats folgt. Ein Mitglied stellt den Antrag auf geheime Wahlen, was bei vielen Anwesenden zu großer Entrüstung führt, da sich diese mental bereits auf den inoffiziellen Teil des Abends an der Theke und am Büffet eingestellt haben. Da Demokratie zum Glück doch noch ein klein wenig bedeutender als das Trinken ist, wird nun von den orangenen Wahlzetteln Gebrauch gemacht. Auf diesen kann man nur den Aufsichtsrat als Kollektiv wählen, was geschickt nach dem Motto "ganz oder garnicht" konzipiert wurde. Nach Einsammeln der Zettel wird die Wahl der ausbleibenden Ämter im Schnelldurchlauf per Handzeichen durchgeführt. Alle aufgestellten Kandidaten werden mit überwältigender Mehrheit gewählt, auch wenn ich die meisten Namen zum ersten Mal höre.

Der offizielle Teil wird nun, ganz inoffiziell, für beendet erklärt. Die meisten stehen schon draußen an der Theke, als das Ergebnis der geheimen Wahl bekannt gegeben wird: 62 Gegenstimmen, ca. 20 ungültige Stimmen und weit über 200 Stimmen für den neuen (fast unveränderten) Aufsichtsrat. Damit steht auch fest, dass Horst Hinschberger und Harry Ebertz ab sofort das Kommando über den FCS haben.

Fazit:
Erfreulich ist die Tatsache, dass 62 Gegenstimmen von einer wachsenden Opposition zeugen, wie sie in den letzten Jahren nicht der Fall war. Diese soll ein wichtiger und vor allem hinterfragender Begleiter des Vereins bleiben.
Horst Hinschberger ist ein Mann mit visionären Ansichten. Wenn er seine Worte auch in Taten umsetzt, könnte es einen wirklichen Neuanfang geben, trotz der größtenteils unveränderten Besetzung des Aufsichtsrats, welcher auch die Mitschuld an zwei Abstiegen in Folge trägt.
Im Übrigen war der Abend recht interessant, ein wenig unterhaltsam, hatte aber auch seine Längen. Alles in allem konnte man aber erwarten, dass sich vieles wiederholt.
Es bleibt, wie so oft, abzuwarten, ob jetzt der erste Schritt zum Neuanfang getan ist. Namen sind schließlich (noch) keine Taten!

Montag, Juli 09, 2007

Tag des Neuanfangs

Einen Tag nach dem eher schmeichelhaften 4:2-Testspielerfolg gegen Riegelsberg soll er also handfest gemacht werden, der Neuanfang des FCS.
Bei diesem Testspiel war er schon gegenwärtig, der Umbruch von alt zu neu: während (Noch-)Vizepräsident Klaus Meiser wie immer abseits des Sportplatzes zu sehen war, genoss der baldige Ostermann-Nachfolger Horst Hnschberger die Aufmerksamkeit der Menge, als er über die Laufbahn stolzierte.

Was wird/soll sich ändern?

Zunächst einmal die Besetzung des Präsidiums. Hinschberger und Ebertz nehmen die Plätze von Ostermann und Meiser ein, während Weller als Schatzmeister dem Verein weiterhin erhalten bleibt. Somit wird dieses Gremium auch keine großen Veränderungen in Sachen Parteizugehörigkeit vollziehen, auch wenn Hinschberger nicht gleichzeitig Hauptsponsor des FCS sein wird. Dafür hat Hinschberger angekündigt, vermehrt mittelständische Betriebe für ein Engagement beim FCS begeistern zu wollen.

Mit Harald Ebertz wird zudem ein alte Forderung der Fans erfüllt: ein ehemaliger Profi, welcher sportliche Kompetenz besitzt, wird Mitglied des Präsidiums. Der vorherigen Vereinsführung wurde nämlich stets vorgeworfen, sich trotz fehlendem Fachwissen in sportliche Belange einzumischen.

Ein wenig ernüchternd klingt die Ankündigung, dass der Vorschlag des Ehrenrats für den Aufsichtsrat insgesamt nur eine(!) personelle Veränderung vorsieht. Vor allem Reinhard Klimmt haftet der Vorwurf an, über Jahre hinweg alle Entscheidungen des Präsidiums unkritisch abgenickt zu haben und somit den Absturz des FCS mitverantwortet zu haben. Derweil pocht der Aufsichtsratsvorsitzende stets auf seine Leistungen in der Vergangenheit und die Mitschuld der Fans am Abstieg.
Ist Klimmt noch der richtige Mann für den Aufsichtsrat, wenn er nichteinmal in der Vergangenheit zum richtigen Moment handeln konnte?

Was ein wenig an dem geplanten Neuaufbau zweifeln lässt, ist ein Interview mit Hinschberger und Klimmt in der BILD-Zeitung vom 6. Juli 2007. Hier sagte Reinhard Klimmt:
"Klar ist, wenn diese angestrebte Konstellation nicht das Vertrauen findet, ist der Verein führungslos und in seiner Existenz bedroht."
Daraufhin benannte Hinschberger die Folge konkret: Ostermann und Meiser wären weiterhin kommissarisch im Amt.

Kontrastieren diese Worte nicht mit Klimmts Ankündigung aufhören zu wollen, würde sich ein Nachfolger für ihn finden?

Einerseits sieht es sehr nach einem faulen Kompromiss aus, den Neuanfang nur so zu bekommen, wie Ehrenrat und Aufsichtsrat ihn planen, andererseits offenbart sich erneut die alte Schwäche des FCS, die einer nichtvorhandenen/unstrukturierten Opposition. Für viele Mitglieder stellt sich bereits die Frage, wer denn überhaupt Präsident werden könnte, wenn nicht Hinschberger. Wunschkandidaten wie Seel oder Arnold haben schließlich längst eine Absage an das Präsidentenamt erteilt.

Der FCS steht vor der Wahl: eine vollkommen ungewisse, wie gefährliche Zukunft oder der Versuch eines Neuanfangs, auch wenn einige Ungereimtheiten die Hoffnung trüben könnten.

Dass ca. 100 Neuanmeldungen im Vorfeld der Mitgliederversammlung getätigt wurden ist jedenfalls positiv zu bewerten und hoffentlich werden einige dieser Neumitglieder auch den heutigen Abend mit konstruktiven, wie interessanten Redebeiträgen begehen. Ich selbst werde wohl auch bei dieser bedeutsamen Versammlung anwesend sein und hoffe, dass die Weichen für eine bessere Zukunft endlich gestellt werden und alte, festgefahrene Strukturen endlich über Bord geworfen werden.

Der FCS am Abgrund? Unvorstellbar!
Für einen konsequenten Neuanfang!

Mittwoch, Juli 04, 2007

FCSBlog on Tour 1.5

Zunächst einmal: Warum heißt dieser Beitrag "FCSBlog on Tour 1.5"?
Wie vorausgesehen ergaben sich in England wenig Chancen, um eine Videoreportage wie beim letzten Mal auf die Beine zu stellen. Da die Zeit für genügend Videoaufnahmen nicht vorhanden war, will ich die Eindrücke zumindest in Worten und Bildern wiedergeben.

Fotos in der Slideshow:



Über Calais ging es für mich mit der Fähre nach Dover. Der unruhige Wellengang machte das zu einem eigenwilligen Erlebnis, das ich nicht unbedingt allzu schnell wiederholen möchte. Nach Zwischenstopps in Canterbury und Rochester kamen wir gegen Abend im Londoner Stadtteil Eltham bei den Gastfamilien an. Für mich war es die erste Reise dieser Art und wer sich im Vorfeld wegen der "englischen Küche" ziert, sollte seine Vorurteile über Bord werfen. In keiner Pension und in keinem Hotel habe ich je so gut im Urlaub gespeist wie in der Gastfamilie, die uns darüber hinaus noch sehr freundlich aufnahm.
Der folgende Tag wurde für einen Besuch im British Museum genutzt. Diesem eilt natürlich ein großer Name voraus, welcher sich durch die Vielfalt der Ausstellungsgegenstände bestätigt. Desweiteren gewann man an diesem ersten Tag in London einen Überblick über die Ausmaße der Stadt.
Am nächsten Morgen ging es trotz wechselhaftem Wetters nach Brighton, an die Südküste Englands. Es schlossen sich endlose Wanderungen über Hügel an der weißen Kliffküste an, die einiges an Kraft kosteten. Die meisten benutzten den Besuch in Hastings zur Regeneration an den Spielautomaten. Innerhalb einer Stunde war die Geldbörse um einige Pfund erleichtert. Einem abendlichen Pubbesuch im "Dicken's Inn" schloss sich eine Bustour an, um London im Dunkel der Nacht genießen zu können.

Am vorletzten Tag in London entschloss ich mich dazu, endlich das durchzuführen, was für mich den interessantesten Teil der Reise darstellte: ein Abstecher nach Islington. Vorher wurde noch dem neuerbauten Globe Theatre in Southwark ein Besuch abgestattet, bevor ich über die U-Bahn-Linien "Northern Line" und "Picadilly Line" zur Station "Arsenal" kam. Beim Verlassen der U-Bahn erblickt man schon den freundlichen Hinweis, wie man zum neuen "Emirates Stadium", auch "Ashburton Grove" genannt, gelangt. Schon von weitem erblickten wir das Stadion, welches zwischen den eher traditionellen, englischen Bauten fehl am Platze wirkt. Nachdem ein Besuch im Stadioninneren aus Zeitgründen scheitert, wollen wir das alte Highbury aufsuchen. Da ich schon auf dem Hinweg die hohen Baukräne sah, ahnte ich, was auf mich zukommen würde, als ich einen älteren Mann, nach dem alten Stadion fragte. Er erklärte mir, dass nur noch zwei Wände davon übrig wären und Luxuswohnungen hingebaut werden würden. Fortschritt und Tradition sind im Fußball des 21. Jahrhunderts leider schwer zu vereinigen. Einerseits beeindruckt vom neuen Stadion, andererseits auch ein wenig enttäuscht, zieht es uns Richtung Picadilly Circus. Die Gefahr des Terrors, welche durch Autobomben ausgelöst wurde, nehmen wir nicht wirklich war. Wir durchqueren die Oxford Street und Soho, bis sich die gesamte Truppe wieder zum Umtrunk in einem Pub trifft.
Am letzten Tag nutzten wir die letzte Gelegenheit um Sehenswürdigkeiten wie die Houses of Parliament oder den Buckingham Palace aus nächster Nähe zu betrachten. Die zeremonielle Wachablösung am Palast der Königin ist dabei schon ein sehenswertes Spektakel, welches die Massen in Scharen anzieht. Zu Fuß geht es ein letztes Mal durch London, wobei ich mich noch mit einigen letzten Büchern eindecke. Danach ist aber leider auch diese Reise wieder beendet und die Heimfahrt über Dover und Calais schließt sich an.
London war ein einmaliges Erlebnis und ich würde diese Stadt jederzeit wieder besuchen.

Meine Tipps für London:
-Regenfeste Kleidung nicht vergessen!
-Die One Day Travel Card der U-Bahn besorgen!
-Waterstones am Picadilly Circus! Einer der größten Bücherläden der Welt.
-Ein Preisvergleich lohnt immer! Manche Sachen findet man nur einige Meter weiter entfernt zu billigeren Preisen.
-Um London möglichst ausführlich zu sehen und genießen zu können, sollte man sich einige Tage Zeit nehmen.
-Im Vorfeld über Stadionbesuche informieren, um Terminprobleme zu vermeiden!

Montag, Juni 25, 2007

FCSBlog on Tour(England-Gewinnspiel)


Link: sevenload.com

Alle Infos zur geplanten, zweiten Ausgabe von "FCSBlog on Tour" gibt es im Video. Hier gibt es die Fragen zum Gewinnspiel:

1.) Welche englische Mannschaft bestritt zuletzt ein Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken? Wie endete die Begegnung damals?

2.) Unter welchem Nationaltrainer bestritt England sein letztes Spiel im "alten" Wembley-Stadion?

3.) Der Titelgewinn bei der Weltmeisterschaft 1966 im eigenen Land war auch ein weiterer Beweis für die Klasse der damaligen Mannschaft von West Ham United. Wie viele Spieler von ihnen standen im Finale gegen Deutschland auf dem Platz und wie hießen sie?

4.) Für welche englischen Vereine spielte der neue FCS-Torwart Pascal Formann?

5.) Gegen welchen Spieler wurde der erste Platzverweis im "neuen" Wembley-Stadion ausgesprochen?


Die richtigen Antworten schickt ihr per E-Mail an folgende Adresse:

blog@saarlandfcs.de
Stichwort: "England"

Einsendeschluss ist der 3. Juli 2007. Teilnahme am Gewinnspiel aus Deutschland, Österreich und der Schweit möglich.
Unter allen richtigen Einsendungen wird ein kleiner, gewinnspielbezogener Preis verlost. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Glück beim Beantworten der Fragen!

Carsten

Nachtrag 28.06.2007 19:30 Uhr:

Morgen geht es Richtung London, d.h. heute ist der letzte Abend vor der Reise. Die Koffer sind größtenteils gepackt, nur die Technik muss noch untergebracht werden. Ein Konzept hingegen fehlt noch komplett. Vielleicht schieb ich das in die endlosen Stunden der Busfahrt zwischen Sudokus und Schlaf rein. Aber eigentlich ist es doch das, was eine Low-Budget-Reportage ausmacht, oder!?
Jedenfalls wird in den kommenden Tagen die Kommentarfunktion erneut in den moderierten Modus geschaltet, sodass ihr zwar eure Meinung abgeben könnt, diese aber erst nach meiner Rückkehr freigeschaltet wird.

Bis demnächst

Carsten

Sonntag, Juni 24, 2007

Was Carsten denkt (6)

Obwohl unter dem Label "Gedanken" schon mehr Beiträge abgelegt sind, wird heute das halbe Dutzend der losen Beiträge, die mit "Was Carsten denkt" beginnen. Freut euch wieder auf einen Beitrag mit dem verkrampften Versuch, den letzten Rest nichtvorhandener Kreativität in einer Woche in einen Text zu pressen.

Beginnen wir mal mit Präsidium des 1. FC Saarbrücken. Dieses soll ja in naher Zukunft aus Dieter Weller, Harry Ebertz und Horst Hinschberger bestehen. Die BILD titelte ja einst "Horst wer?", als Horst Köhler zum Bundespräsidenten gewählt wurde und wenn ich ehrlich bin, hätte ich mir diesen Titel für einen Beitrag zu dieser Personalie ausleihen können(aber welcher Blogger übernimmt schon Schlagzeilen aus der Boulevardpresse?). Diese Frage stellte sich nämlich den meisten FCS-Fans(so auch mir) und die Tatsache, dass seine "Affinität zum Fußball" erst seit der Fußball-Weltmeisterschaft vorhanden ist, so Hinschberger im SR-Interview, machte noch mehr von ihnen stutzig. Sein wirtschaftliches Konzept klingt jedenfalls durchdacht und für sportliche Fragen stehen ihm mit Ebertz und Seel zwei bekannte Gesichter aus dem Fußballgeschäft zur Verfügung. Die nächsten Monate werden zeigen, ob es für den FCS unter neuer Führung bergauf geht und dann werden wir auch ein Urteil über die Arbeit von Hinschberger und Co. fällen können.

Ich hab mir ein paar Gedanken über die Gestaltung des Blogs gemacht, ein wenig herumexperimentiert und ein erstes Ergebnis ist der neue Header, der euch vermutlich schon aufgefallen ist. Das Foto wurde während einer Trainingseinheit im Ludwigspark aufgenommen. Ob das jetzt so bleiben wird, weiß ich noch nicht, da ich auch gerne die Wünsche, Ratschläge und Kritiken von euch Lesern berücksichtigen möchte. Irgendwie gehört es ja zum Bloggen selbst, dass der Leser ständig der schärfste Kritiker des Bloggers ist(^_~).

In der Sommerpause geht es hier ja traditionell ruhiger zu. Trotzdem soll dieses Blog nicht einschlafen und da ich in der kommenden Woche wieder einmal verreisen werde, ist das vielleicht der richtige Zeitpunkt für die Rückkehr von "FCSBlog on Tour". Dieses Mal geht es nach London und sollte ich genug Videomaterial auf dieser Fahrt zusammenbekommen, wäre die zweite Reisereportage gepackt. Ein Blick über den Tellerrand des FCSBlogs ist willkommene Abwechslung zu manch tristen Einträgen der letzten Wochen, die irgendwie den Abstieg verdauen mussten.
Natürlich darf auch zu diesem Anlass ein Gewinnspiel nicht fehlen. Ein Hinweisgewinnspiel wie beim letzten Mal wird es dabei nicht geben, da ich schlicht keine Zeit dafür habe, noch zusätzlich Videos mit ausgefeilten Hinweisen zu drehen(man ist halt bis zur letzten Minute immer beschäftigt!). Stattdessen wird es ein konkretes Gewinnspiel mit einige Fußballfragen mit Bezug zum Reiseziel England aber auch einer Prise FCS geben. Allzu leicht werden diese Fragen natürlich nicht, es soll ja auch eine kleine Herausforderung sein(^_~). Die Teilnahmebedingungen, sowie die Quizfragen und alles Wissenswerte zum Gewinnspiel wird es kommende Woche vor meiner Abreise geben. Der Preis wird natürlich von mir spontan auf der Insel erworben. Ich hoffe auf viele Teilnehmer und eine gelungene Reportage, auch wenn es schon eine Herausforderung wird, in den wenigen Tagen in England etwas auf die Beine zu stellen.

Bis bald!

Carsten

Mittwoch, Juni 20, 2007

E-Block geschlossen

Sieht so der Oberligaalltag aus?

'E2 Ludwigspark' von Carsten_FCS

Mit einem Paukenschlag verbreitete sich im Zuge der Veröffentlichung der neuen Eintrittspreise die Meldung, dass in der kommenden Saison der E-Block (sowie ein Bereich der Gegentribüne) nicht mehr geöffnet sein wird:

Aus organisatorischen und wirtschaftlichen Gründen ist ein Betrieb des E-Blocks und der Victor`s Vortribüne nicht mehr möglich.


Ein weiterer Betrieb des E-Blocks erscheint dem FCS in der Oberliga also unrentabel. Aufgrund dessen werden in der kommenden Saison nur die Blöcke A, D und F für die Heimspielbesucher geöffnet sein. Das dürfte wohl jedem zunächst einleuchten. Der eher mäßige Zuschauerschnitt der letzten Saison wird abstiegsbedingt aller Warscheinlichkeit nach noch weiter sinken. Bei einem Stadion mit einer Kapazität von über 30.000 Zuschauern können mit der Schließung einzelner Bereiche unnötige Kosten eingespart werden.

Es bleibt jedoch die Frage danach, ob man nicht gerade deswegen den E-Block geschlossen hat, weil dort die vereinskritische Virage Est beheimatet ist. Diese hat während der vergangenen Saison eine fundiert, geschlossen und konsequent ihre Meinung vertreten und den bekannten "Vorstand raus!"-Banner präsentiert. Davon abgesehen feuerten die Mitglieder der Virage Est zuhause und in der Fremde die Mannschaft des FCS an, auch wenn der Spielstand aussichtslos erschien.

Dieser Gruppe will man nun die Tore der Kurve, in der vor zwei Jahren das Projekt "Virage Est" startete, verschließen. Eigentlich ist das ziemlich peinlich und undankbar, wenn man bedenkt, dass es die Mitglieder der V.E. waren, die im Winter die Stehränge des E2-Blocks von Eis und Schnee befreit haben. Grade nach dem Rostockspiel sollte der Umgang mit kritischen Fans eigentlich offen und konstruktiv sein. Es scheint so, als sei die veränderte Zuschauer- und Finanzsituation ein willkommener Anlass, den ungeliebten Kritikern vorläufig die bekannte Plattform zu entziehen. Ob die Akzeptanz für die V.E. in ihrer jetzigen Form in den anderen Blöcken vorhanden wäre, lässt sich bezweifeln.

Ich frage mich, warum man nicht im Vorfeld schon nach einer sinnvolleren Lösung gesucht hat. Das FC-Sportfeld hätte genügend Platz für das Oberligapublikum geboten, sodass sich die wenigen, nötigen Anpassungsmaßnahmen für den Spielbetrieb eventuell gelohnt hätten. Es ist auch die Frage, ob nicht ein Kompromiss, wie die Schließung der Blöcke E1 und E3 oder des A-Blocks. Manager Wolfgang Loos könnte nun Einfühlungsvermögen beweisen, indem er die enorme Wichtigkeit der Fans in schweren Zeiten respektiert und vielleicht eine derartige Lösung des Problems findet.

Sollte der Saison wirklich ohne eine V.E. an ihrem Geburtsort beginnen, wäre das eine Fortsetzung der alten Fehler der FCS-Führungsetage in einer neuen Liga.

Links zum Thema:
-Meldung auf ludwigspark.de

Nachtrag 04.07.07:

Mittlerweile ist auf ludwigspark.de auch eine Stellungnahme der Virage Est zu diesem Thema zu lesen.

2. Nachtrag 20.07.07:

Die Entscheidung ist gefallen! Wie in mehreren Foren zu vernehmen ist, bleibt der E-Block geöffnet.
Gute und vor allem wichtige Entscheidung, da der Verein sich seinen Fans gegenüber gesprächs- und kompromissbereit zeigt und in diesem Fall eine zufriedenstellende Lösung gefunden hat. Ein großes Lob an die Vertreter der Virage Est für ihr Durchhaltevermögen, sowie an Manager Loos für sein Verständnis für die Fans.
Solche Nachrichten hört man sehr gerne!

Sonntag, Juni 17, 2007

Der geheimnisvolle SCRA

Es gibt einen Fußballverein in Österreich, der seit Wochen immer wieder in die Schlagzeilen kommt und dabei eine äußerst interessante Verbindung zum 1. FC Saarbrücken aufweist:
Der SC Rheindorf Altach

Über Jahrzehnte hinweg war der Verein aus dem idyllischen Vorarlberg wohl nur den hartgesottensten Kennern des österreichischen Fußballs ein Begriff, jedoch vollzog sich in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung, welche vielleicht mit den rasanten Aufstiegen(und Abstürzen) von Vereinen wie Unterhaching oder Ulm in Deutschland vergleichbar ist. Nach eher kurzen Gastspielen in der zweithöchsten Spielklasse des Landes schaffte Altach im Jahre 2006 den Aufstieg in die Bundesliga und konnte dort überraschenderweise im ersten Jahr die Klasse halten, während der einst ruhmreiche GAK den Gang in eine ungewisse Zukunft antreten musste.

Doch was ist es, was den Verein für uns FCS-Fans im Moment so seltsam erscheinen lässt?

'Manfred Bender im FCS-Training' von Carsten_FCS

Alles begann mit Manfred Bender oder "Discomanni", wie man ihn in Saarbrücken noch gerne nennt. Dieser darf ab der kommenden Spielzeit in Altach sein Trainerdebüt in der höchsten Spielklasse eines Landes feiern(auch wenn im Hinterkopf der Name "Operettenliga" sitzt). Dass eben jedern "Discomanni" fortan auf der Bank die Geschicke der Altacher leiten darf, entlockte einigen FCS-Fans wohl ein Schmunzeln, auch aufgrund seiner Saarbrücker Zeit.

Das nächste interessante Ereignis in Verbindung zum SCRA betraf dann den aktuellen Kader des FCS. Bender beendete seine Suche nach einem Linksverteidiger mit der Verpflichtung des allseits bekannten Dauerverletzten Stephan Kling. Dieser kommt wie der Trainer selbst aus der Nähe von München und hatte nach starkem Debüt in der Rückrunde 2005 nie die Erwartungen der Fans erfüllen können. So war es "Discomanni", der uns diesen Gefallen tat und Stephan Kling endlich das blau-schwarze FCS-Trikot gegen seinen neuen SCRA-Dress eintauschen ließ.

Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte diese Altach-Manie, als der Verein gestern die Verpflichtung zweier absoluten Kracher für das Mittelfeld bekanntgab:

Moussa(Faysal) El Idrissi und Karsten Hutwelker

Die beiden ehemaligen FCS-Idole erhöhen die "Saarbrücken Connection" des SCRA auf vier Mitglieder. Vor allem die Verpflichtung El Idrissis löste im FCS-Forum die verschiedensten Emotionen hervor. Die andauernde Aura des früheren Aufstiegshelden aus Marokko, welche in Saarbrücken präsent war und ihn gerne ins Gespräch brachte, dürfte nun vorerst verschwunden sein. Dafür darf man nun gespannt sein, ob El Idrissi endlich den Club seines Lebens findet oder bald schon wieder auf Vereinssuche ist. Gleichzeitig zerschlagen sich die Hoffnungen einiger FCS-Fans auf ein Comeback von Karsten Hutwelker im FCS-Trikot.

Es bleiben viele offene Fragen zurück:
Wer oder was ist dieser geheimnisvolle SC Rheindorf Altach?

Warum werden auffällig viele Ex-Saarbrücker verpflichtet?

Ist dieser SCRA eine österreichische FCS-Filiale oder doch nur ein Auffangbecken für all die Spieler, die besser nicht mehr ins Saarland zurückkehren sollte, unter Leitung des Schutzengels Manni Bender?

Werden Deschamps und Genet die letzten gesuchten Verstärkungen für Altach?

Vielleicht werden wir es herausfinden oder es bleibt für immer unserer Fantasie überlassen...

Links zum Thema:
-Offizielle Seite SCRA
-Fanseite altachfans.com

Update 21.06.07

Oh Schreck! Heute vermeldeten verschiedene Internetseiten, dass der SCRA El Idrissi nun doch nicht verpflichten wird! Scheinbar hatte es der Mittelfeldspieler trotz "mündlicher Annahme" des Angebots der Voralberger nicht für nötig gehalten, zum Trainingsauftakt zu erscheinen. In seinem Herzen scheint El Idrissi eben der "Amateur", der Liebhaber des Fußballs, zu sein. Eine profihafte Einstellung verträgt sich mit der Liebe zum Leder nicht, also wird auch Altach nicht der Verein seines Lebens. Aber so ist halt der El Idrissi, wie wir ihn kennengelernt haben. Leider ist hier ein großartiger Fußballer verloren gegangen!

Obwohl...der FCS wird doch jetzt nicht auf dumme Gedanken kommen!?

Donnerstag, Juni 14, 2007

Das Personalkarussel dreht sich

Wer hätte gedacht, das erst der dritte Abstieg des 1. FC Saarbrücken in der Ära Ostermann das Personalkarussel in den obersten Vereinsgremien in Bewegung versetzt?

Nachdem jetzt schon einige Tage bekannt ist, dass Ostermann und Meiser ihre Ämter eigentlich schon längst abgeben wollten, gibt es nun endlich die ersten konkreten Namen derer, die nun das Ruder des FCS übernehmen sollen. Interessanterweise setzt man nun auf zwei Ex-Profis, die wohl allen FCS-Fans noch in bester Erinnerung sind: Harald Ebertz und Egon Schmitt. Ebertz soll dabei den Sprung vom Jugendtrainer zum Vize-Präsidenten vollziehen, während Schmitt als Ersatz für Leo Petry in den Aufsichtsrat rücken soll. Es stellt sich die Frage, ob diese Neubesetzung alleine die Wogen glätten soll oder ob man hier auf fussballerische Kompetenz setzt.
Die Suche nach einem Präsidenten ist damit noch nicht beendet, da mögliche Kandidaten wie Arnold oder Marquardt laut dem (Noch-)Aufsichtsratvorsitzenden Klimmt abgesagt hätten. Der Wunschkandidat vieler FCS-Fans, der ehemalige Nationalspieler Wolfgang Seel, scheint auch nicht neuer Präsident zu werden. Jedoch wird er eine beratende Funktion im Verein übernehmen, was immerhin als positiv zu bewerten ist.
Mit Michael Krüger wurde gestern der Mann vorgestellt, der als Trainer die Qualifikation für die neue, dreigleisige Regionalliga bewerkstelligen soll. Damit scheint die Gerüchteküche bestätigt, in der seit dem Amtsantritt von Wolfgang Loos dessen ehemaliger Partner aus Braunschweiger Zeiten für den Trainerposten favorisiert wurde.
Was kann man schon jetzt zu diesen Personalien sagen?

Harald "Harry" Ebertz:
Dass er große Verantwortung für den Neuaufbau übernehmen soll, überrascht ein wenig. Grund zum Zweifeln gibt allenfalls Ebertz relativ junges Alter und die damit verbundene Unerfahrenheit für ein solches Amt. Man sollte jedoch berücksichtigen, dass mit Ebertz endlich Fußballfachverstand in das Präsidium wechselt, was wohl das wesentliche Defizit der letzten Jahre beheben könnte.

Egon Schmitt:
Hier verhält es sich ähnlich wie mit Harry Ebertz, wobei Schmitt über eine größere Lebenserfahrung verfügt. Er soll in den Aufsichtsrat, ein Gremium mit derzeit sieben Mitgliedern, berufen werden. Als ehemaliger Spieler kann man sich von ihm erhoffen, dass auch der Aufsichtsrat auf Fußballballebene kompetenter wirkt und auch dementsprechend agiert. Zusammen mit Ebertz könnte Schmitt die Identifikation der Fangemeinde mit dem Verein und seinen Offiziellen stärken.

Michael Krüger:
Für ein erfolgreiches Wechselspiel zwischen Manager und Trainer ist es notwendig, dass diese beide sich kennen und einander vertrauen können. Deshalb ist die Verpflichtung Krügers ein konsequenter Schritt für den Neuaufbau. Dieser muss die Qualifikation für die Regionalliga mit einer Arbeitsweise erreichen, die auch für höhere Ligen angemessen wäre, da es nur vier Startplätze gibt. Die Oberliga ist mit ihrer Mischung aus ehemaligen Traditionsvereinen und Mannschaften aus der Provinz wohl als Zweiklassengesellschaft zu sehen, in der schon für der Kampf um die ersten Plätze beginnt. Deshalb muss der FCS möglichst viele profihafte Strukturen besitzen, unter denen das Traineramt eines der wichtigsten ist.

Ob diese Neubesetzungen auch in der Zukunft zu echten Glücksgriffen werden, lässt sich nur sagen, wenn das Personalkarussel sich nicht aufhört zu drehen, bevor die letzten Verantwortlichen am Niedergang der letzten Jahre das Feld geräumt haben. Dann können wir mit Sicherheit sagen, dass Ebertz, Schmitt und Krüger nicht einfach die klangvollen Namen sind, die den Fans nur den äußeren Schein vermitteln sollen, dass sich etwas ändert, während im Hintergrund kein wirklicher Neuanfang stattfindet.

Links zum Thema:
-Personelle Veränderungen in der FCS-Spitze (FCS-HP)
-Interview mit Michael Krüger (sr-online)
-Ebertz soll neuer Vize werden (sr-online)

Samstag, Juni 09, 2007

Fazit 2006/2007

Wie schon vor rund einem Jahr, wage ich hier im FCSBlog ein abschließendes Saisonfazit zu ziehen und die wichtigstens Stationen einer verkorksten Saison Revue passieren zu lassen.

1. Punktspiele:

Nach dem ersten Spiel beim Aufsteiger aus Ingolstadt zeigte man, wohin man eigentlich wollte: nach oben. Der zweite Tabellenplatz war dabei die höchste Platzierung, die der FCS in dieser Saison erreichen sollte. Peinliche Auftritte gegen Darmstadt und Siegen, sowie die Schwäche auf fremden Plätzen zeigten schnell das wahre Gesicht des Henketeams. Eine Serie von sechs Spielen ohne Sieg besiegelte dann das Schicksal des Hitzfeldadjutanten, welcher fortan nur noch Sportdirektor genannt werden durfte. Unter dem ehemaligen Amateurtrainer Philippe zeigten sich zwar zwischenzeitliche Hochs, jedoch war mit Jahresbeginn 2007 der Abwärtstrend deutlich spürbar. Unter Henke sammelte der FCS in 13 Spielen 15 Punkte, unter Philippe waren es in 21 Spielen 27 Punkte. Ironie des Saisonverlaufs: erst am letzten Spieltag rutschte man zum ersten Mal auf einen Abstiegsplatz.

2. Trainer Nr. 1:

Michael Henke als Trainer und Sportdirektor zugleich zu verpflichten, konnte man von Anfang an als gewagt bezeichnen. Schließlich hatte dieser zuvor beim Erzrivalen aus Rheinland-Pfalz gearbeitet und schon dort den Grundstein für den Abstieg einer Mannschaft gelegt. Sein Trainerstab mit Kaminski und Rauscher machte zu Beginn einen kompetenten Eindruck, wobei nach wenigen Spieltagen das lasche Konditionstraining sich auf die Leistung der Spieler niederschlug. Nach einem Disput mit Hadji musste Rauscher gehen. Henkes Hilflosigkeit in den Medien, die Mahouvé-Vertragsverlängerung und utopische Namen als mögliche Neuzugänge (Bobic, Elber) brachten Henke nur noch mehr Unverständnis entgegen. Bei der Halbierung von Henkes Aufgabengebiet wurden die Fans als Sündenböcke für die schlechten Leistungen der Mannschaft dargestellt.

'(vmerzig)henke' von Carsten_FCS

3. Trainer Nr. 2:

Nachfolger wurde Didier Philippe, der schon die letzten beiden Spieltage der Saison 05/06 als Trainer auf der FCS-Bank saß. Die Wahl fiel auf den in der Regionalliga unerfahrenen Philippe, da man sich von ihm erhoffte, die französischen Spieler besser in die Mannschaft einbinden zu können. Auch wenn die Entdeckung von Victor Samb und das überragende 6:0-Torefestival gegen Ingolstadt in die Ära Philippe fielen, musste er schon für das Ausscheiden im Saarlandpokal gegen Verbandsligist Gresaubach viel Kritik einstecken. Man warf ihm Überheblichkeit bei der Aufstellung der Mannschaft vor. Mit der Zeit und den vielen Auswärtspleiten kam man unverweigerlich zur Überzeugung, dass Philippe im Abstiegskampf die nötige Erfahrung und Ruhe fehlte. Der Umgang mit den Medien gestaltete sich für Philippe noch schwieriger als für Henke, sodass er den Ruf eines "Phrasendreschers" erlangte. Die nichtvorhandene Ausdauer der Mannschaft wurde auch für Philippe zum Stolperstein in der Regionalliga.

4. Sportdirektor:

Die Position des Sportdirektors begleitete zu Beginn der Saison Trainer Henke. Dieses idealtypische Bild des Teammanagers mit allen Fäden in der eigenen Hand bekam erste Kratzer, als Namen wie Bobic oder Elber durch den Ludwigspark geisterten und am Ende ledeglich Mahir Saglik heraussprang. Ein zweiter, kopfballstarker Stürmer, welcher lange gesucht wurde, blieb dem FCS verwehrt.
Nach Henkes Entmachtung als Trainer blieb er dem FCS weiterhin als Sportdirektor erhalten, wobei nun die monatelange Suche nach einem Aufgabengebiet für ihn entstand, welche mit Henkes Wechsel nach München endete. Viele fragen sich bis heute, ob er je ein wirkliches Aufgabengebiet hatte. Die Position des Sportdirektors wurde von nun an kommissarisch von Ostermann und Philippe begleitet.

5. Manager:

Wolfgang Loos kam als Manager nach Saarbrücken zu einem Zeitpunk, an dem das Thema "Oberliga" zwar allgegenwärtig war, jedoch nicht ernst genommen wurde. In seiner bisher kurzen Amtszeit hatte er zwar noch nicht viele Gelegenheiten sein Können zu demonstrieren, jedoch zeigte er Medienkompetenz und vermittelte stets einen fachkundigen Eindruck, was man in Saarbrücken nicht alle Tage sieht. Seine ständige Präsenz und sein Wille, in Saarbrücken Aufbauarbeit zu leisten, gibt Hoffnung für die Zukunft, stellt allerdings auch hohe Erwartungen an Loos.

6. Vorstand:

Auch nach dieser Spielzeit kann man eigentlich nichts Positives zum Vorstand vermelden. Der erste Fehler, die Verpflichtung Henkes, wurde zwar behoben, jedoch setzte man den Kurs mit vielen Unstimmigkeiten fort. Das Experiment, Philippe als Cheftrainer zu etablieren, konnte man spätestens nach der peinlichen Niederlage in Pirmasens als gescheitert ansehen. Während das Präsidium weiterhin frohen Mutes agierte, erhob der Aufsichtsrat nie mahnend den Zeigefinger. Der FCS wurde somit in die Katastrophe gesteuert, in welcher die Verantwortlichen noch die Saison mit den Ergebnissen der Damen- und Jugendmannschaften beschönigen wollten. Davon ließ sich niemand mehr blenden und so stellten Meiser und Ostermann ihre Ämter zur Verfügung. Wie es hier weitergeht, wird die nächste Mitgliederversammlung zeigen.

7. Die Mannschaft Spieler:

Mike Frantz formulierte nach dem Abstieg gegenüber dem SR treffend, dass die Spieler nie eine Mannschaft bildeten. Neben mangelnder Ausdauer müssen sich die Spieler also auch eine Einstellung vorwerfen, welche nicht dem Charakter eines Fußballprofis entsprach. Herausragende Akteure wie Jäger, Saglik oder Hadji konnten dies nicht ausgleichen. Thorsten Nehrbauer schaffte es nicht, die Mannschaft zumindest auf dem Platz zu einer Einheit zusammenzuführen, sodass Worte wie "Grüppchenbildung" oder "French connection" auch 2007 nicht aus dem Vokabular der FCS-Fans verschwanden. Viel zu spät/selten gab man Talenten wie Frantz, Schwartz, Impis oder Hajdarovic eine Chance.

8. Neuzugänge:

Ledeglich Mahir Saglik lässt sich (mit Abstrichen) als "Volltreffer" unter den Neuzugängen bezeichnen, da er mit 15 Toren für Furore sorgte. Marco Gebhardt lieferte zwar viele Flanken, hatte dafür aber Defizite im Bereich der Schnelligkeit und Ausdauer, wie Charles Haffner, welcher auch für die linke Seite verpflichtet wurde. Torsten Reuter und Sven Lintjens wurde zum Verhängnis, dass sie nicht in das System passten. Nachdem die taktische Variante mit Nehrbauer und Reuter als Staubsauger vor der Abwehr als zu defensiv empfunden wurde, musste der einstige Held gegen Trier weichen. Lintjens durfte nicht auf seiner Lieblingsposition, der des Spielmachers, ran, da dort Hadji gesetzt war. Dies schlug sich in schlechten Leistungen und mentalen Problemen nieder. Mansour Assoumani sah Licht und Schatten, während man Guillaume Deschamps praktisch NIE sah. Enver Marina leistete sich zwar in Stuttgart einen Patzer, spielte aber ansonsten eine solide Saison und wurde gar zum Pokalhelden gegen Mainz.

'(vmerzig)reuter' von Carsten_FCS

9. Fans:

Mit der bekannten Blockteilung in Virage Est und D-Block startete man auch in die Regionalliga, wobei zwischenzeitlich die Besucherzahlen der Virage Est (wie die des gesamten Stadions) wieder sanken. War man zunächst mit großen Erwartungen ("Die Liga zu Gast beim Meister") in die Saison gestartet, verfinsterten sich die Mienen der FCSler zunehmend. Bilder des Protests waren in dieser Saison keine Seltenheit. Selbst wenn die Masse des Protests nach dem Rostockspiel 2005 nicht aufrecht erhalten wurde, blieb die Vorstandskritik auf dem Banner der Virage Est präsent und, zumindest in den Internetforen, meist fundiert.
Nach Henkes halbem Abgang und der unnötigen Bengaloaktion beim Spiel gegen die Stuttgarter Kickers rückten die Fans immer wieder in den Fokus der Kritik und wurden als wahre Unruhestifter im Umfeld des FCS propagiert. Diese Benachteilung der FCS-Fans seitens der saarländischen Medien ließ jedoch nach und heute kann man sagen, dass uns von einigen Medienvertretern sehr viel Gehör geschenkt wird und sich der Sachverhalt fast komplett gedreht hat.

'fcsstuk 028' von Carsten_FCS

In Sachen Stimmung kam es im Internet immer wieder zur leidigen Diskussion, ob man denn nun nicht die Blocktrennung aufheben sollte oder wie man die akustische Untersützung der Mannschaft fördern könne. Im Stadion blieb der sog. "Hexenkessel" aufgrund der Ligazugehörigkeit und der mauen Ergebnisse dann meist aus. Die V.E. etablierte sich als Alternative zum D-Block. Nach dem Spiel gegen die Stuttgarter Kickers und dem Verschwinden vieler Fans aus dem D-Block konnte man einen höheren Andrang in der V.E. feststellen, auch wenn einige dieser Neuankömmlinge den Gedanken von 90 Minuten geschlossener Unterstütung noch nicht verinnerlicht haben.

10. Mein persönliches Fazit:

Dieses Mal ist der FCS an Überheblichkeit und Unprofessionalität gescheitert. Wenn man gestandene Profis verpflichtet, sollte man diese auch wie Profis und nicht wie Feierabendkicker trainieren lassen. Wir Fans können uns doppelt verschaukelt fühlen: zum einen erleben wir die schwersten Stunden des FCS, zum anderen werden wir als "treue Seelen" des Vereins weiterhin als Mitschuldige am Abstieg gesehen, während die Verantwortung für den jahrelangen Abstieg nun sehr zögerlich von den Hauptschuldigen übernommen wird.
Kurzum war es für mich war es die bisher schlimmste FCS-Saison meines Lebens (auch wenn ich wohl weniger als andere erlebt habe).
Man sollte sich jetzt auf den Neuaufbau konzentrieren und auch wir Fans sollten in dieser Zeit die Chance ergreifen und den Neuaufbau aktiv mitgestalten, u.a. auf der nächsten Mitgliederversammlung. Auch zwei Abstiege in Folge dürfen uns nicht ermutigen!
Wenn nicht jetzt, wann soll dann ein Neuaufbau stattfinden?

Freitag, Juni 08, 2007

FCS-Zitat der Woche (9)

Nach einer Woche Pause (immerhin gab es beim letzten Mal ein ganzes Spezial mit Sprüchen von Didier Philippe) kehrt das FCS-Zitat der Woche noch einmal nach Saisonende zurück, um sich dem Thema der "Saisonbilanz" zu widmen. Es gehört schon zum guten Ton eines Fußballvereins, wenn nach dem letzten Spieltag die Verantwortlichen eines Vereins über das sportliche Ergebnis schwadronieren. Besonders interessant ist das Fazit von Reinhard Klimmt:

"Die B-Jugendmannschaft hat den Sprung in die Bundesliga geschafft, die A-Jugend hat den Sprung knapp verpasst. Die Frauen spielen ordentlichen Fußball, nur bei den Männern hapert es jetzt ein bisschen."
-Reinhard Klimmt


Weiterhin erscheint es einem so, als sei der Saisonabschluss für den Gesamtverein 1. FC Saarbrücken mehr als ordentlich. Diese Sicht der Dinge teilte schon der scheidende Präsident Hartmut Ostermann den treuen FCS-Anhängern mit.
Was sollen wir uns denn großartig über den Abstieg der ersten Mannschaft aufregen?
Die Lage beim FCS ist doch so rosig wie schon lange nicht mehr! Unsere Jugendmannschaften sammeln Pokale wie Thorsten Nehrbauer gelbe Karten, die Frauenmannschaft verhilft dem Wappen des FCS zu Glanz, indem sie die blau-schwarze Fahne in der Bundesliga hochhält und die Tischtennisabteilung konnte auch für Achtungserfolge sorgen. Warum sollen wir denn nun diese großartige Leistungen des Gesamtvereins 1. FC Saarbrücken schlechtreden, indem wir Kritik an der laschen Vereinsführung äußern?
Mutieren wir damit nicht selbst zu Miesepetern, Meckerziegen oder Schwarzmalern, die nicht einmal der F-Jugend-Mannschaft den Meistertitel gönnen?

Natürlich sollten wir den anderen Mannschaften ihre Erfolge gönnen und die Leistungen der Sportler und Sportlerinnen würdigen. Es ist jedoch sehr billig von Herrn Klimmt, sich mit den Federn dieser Mannschaften gerade jetzt zu schmücken, wenn die 1. Herrenmannschaft zwei Abstiege in Folge hinter sich hat. Die Jugend- und Damenmannschaften sind ja nicht über Nacht erfolgreich geworden. Die Arbeit, die dort geleistet wird, ist schon seit Jahren mehr als ordentlich. Wenn es nun gelte, "die hervorragenden Rezepte des Jugendbereichs auf die erste Mannschaft zu übertragen"(Zitat Klimmt), müssen wir uns fragen, warum das nicht schon zu Zweitligazeiten umgesetzt wurde.
Warum wurden immer wieder teure Spieler verpflichtet, wenn man auch junge, hungrige Spieler an den Profifußball hätte heranführen können?

Dass es bei den Männern nicht nur "ein bisschen" hapert (die Worte Klimmts sind schon fast ein Euphemismus), haben wir in den vergangenen Jahren zur Genüge gesehen. Jetzt wäre es an der Zeit, die Konsequenzen daraus zu ziehen und den Platz für neue Gestalter freizumachen. Auch Herr Klimmt sollte darüber nachdenken. Seine Worte waren früher diplomatischer, jetzt treffen sie jeden FCS-Fan nur noch wie einen Stich ins Herz.

Quelle:
-Klimmt: "Wir sind ja nicht tot" auf sr-online.de

Mittwoch, Juni 06, 2007

Neuanfang noch weit entfernt

Der Tag X ist gerade einmal vier Tage her und die Ereignisse beim 1. FC Saarbrücken überschlagen sich: Trainer weg, Spieler weg, Präsident weg, Manager bleibt.
Eigentlich könnte man nun frohen Mutes in die Welt gehen und sich denken, dass der Abstieg immerhin den lang erhofften Neuanfang mit sich bringt.
Weit gefehlt!

Es beginnt schon mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Reinhart Klimmt, welcher einerseits jegliche Verantwortung für das sportliche Versagen nicht im Aufsichtsrat sieht, andererseits weiterhin die Legende des von Fans verursachten Scheiterns Henkes verbreitet.
Genau solche Aussagen im Vorfeld einer eigens angekündigten Mitgliederversammlung in Interviews zu tätigen, erfordert besonderes taktisches (Un-)Geschick, da sich auch der Aufsichtsrat der Verantwortung nicht entziehen kann.
Wer hat denn in der Vergangenheit ein überfordertes Präsidium weiterarbeiten lassen, bis der FCS schließlich in der Oberliga gelandet ist?

Ein weiterer Schlag in das Gesicht aller Fans ist die Anregung, den scheidenden Präsidenten in den Aufsichtsrat zu integrieren. Hier läuft man Gefahr, dass in Zukunft die Machtverhältnisse nur auf dem Papier neu geregelt werden. Dass der Hauptsponsor sein Engagement weiterführen will, ist zwar recht löblich, jedoch muss die Frage gestellt werden, was daran denn nun der geforderte Neuaufbau ist.
Wenn jetzt nicht endlich ein Paradigmenwechsel stattfindet, muss man sich nicht wundern, wenn der FCS in einem Jahr fünftklassig spielt.

Um einen geregelten und sinnvollen Neuaufbau in Saarbrücken durchzuführen, ist es unabdinglich, dass Meiser, Ostermann und Klimmt ihre Positionen als Entscheidungsträger abgeben und Platz für neue Ideen, neue Funktionäre geschaffen wird. Tatsächlich sind Ostermann und Meiser noch solange "kommissarisch" in ihren Ämtern, bis ihre Nachfolger gewählt sind. Und das kann noch dauern. Ein möglicher Kandidat hat mit Michael Arnold schon abgesagt.
Aus Fansicht wäre es begrüßenswert, wenn anstelle eines weiteren Vertreters aus Wirtschaft oder Politik endlich mal ein ehemaliger FCS-Spieler die Verantwortung übernehmen würde und für das Präsidentenamt kandidiert. Obwohl die Aufgabe selbst wohl eine Herausforderung wäre, hätte man endlich wieder die Möglichkeit, sich mit einem Vereinsfunktionär zu identifizieren, was dessen Start in den Neuaufbau sicherlich erleichtern würde. Die Erwartungen müssen hierbei schließlich realistisch bleiben und darfen nicht in irgendwelche Träumereien ausufern. An solchen Verhaltensweisen ist auch das Präsidium um Ostermann gescheitert, da Anspruch und Realität oftmals zu weit auseinanderklafften.

Im Vorfeld der nun angekündigten Mitgliederversammlung muss jedem stimmberechtigten Mitglied bewusst werden, dass eine schwierige Entscheidung in ihren Händen liegt und jede einzelne Stimme zählt. Deshalb ist es wichtig, vorbereitet zu dieser Veranstaltung zu gehen und die Zukunft des Vereins mitzugestalten.
Für einen echten Neuaufbau mit neuen Leuten!

Link zum aktuellen Thema:
-Interviews mit verschiedenen Fans auf sr-online

Sonntag, Juni 03, 2007

Kurswechsel oder nicht?

Der FCS ist noch keine zwei Tage abgestiegen und schon gab es die ersten personellen Konsequenzen:
-Ostermann und Meiser treten zurück
-Philippe wird die 1. Mannschaft nicht mehr trainieren
-Loos will beim FCS bleiben


Somit ist für viele die Welt wieder in Ordnung. Doch eigentlich bleiben zu viele brisante Fragen offen, als dass man sich nun zurücklehnen könnte und den Neuanfang gelassen sieht.

Wer trägt die Schuld am Abstieg?
In erster Linie natürlich die Mannschaft, so habe ich es auch schon in meinem Offenen Brief formuliert. Darf man Mike Frantz glauben, war der Adressat jedoch der Falsche. Im SR-Interview sagte er, dass sich die Spieler nie zu einer Mannschaft gefunden hätten, auch wenn es mal kurzzeitige Verbesserungen gab. Auch die Qualität der Spieler scheint nicht ganz gestimmt zu haben, selbst wenn man herausragende Torschützen wie Jäger und Saglik im Kader hatte.
Desweiteren sind die Übungsleiter zu nennen. Zuerst war mit Michael Henke ein Mann im Amt, der zwar einige Präferenzen vorzuweisen hatte, aber schon früh Autorität, taktisches Geschick und vor allem ein konditionsförderndes Training vermissen ließ. Nachfolger Philippe setzte diesen Kurs fort.
Das Präsidium um Ostermann hat sicherlich den größten Anteil daran, dass unser Verein vor dem Abgrund steht. Vor Jahren wurde als Fernziel die Bundesliga ausgegeben, nun lautet die Spielklasse Oberliga. Dass Geld ohne anständiges Management im Fußball nichts wert ist, wurde damit eindrucksvoll bewiesen. Zwischenzeitliche Hochs konnten den Trend nach unten hin nicht verdecken. Aktionen wie der Ordnereinsatz beim Rostockspiel oder der Scheinrücktritt von Dr. Coen haben der Führungsetage jegliche Glaubwürdigkeit genommen.

Sind wir Fans Schuld?
Es gibt einige Stimmen, die immer wieder den Fans zumindest eine Teilschuld am sportlichen(!) Versagen attestieren wollen. Reinhard Klimmt beharrt so auf der Meinung, welche auch bei der offiziellen Pressemitteilung nach außen getragen wurde: die Fans seien Schuld daran, dass Henke nicht in Ruhe arbeiten konnte.
Tatsächlich stand Henke schnell im Brennpunkt der Fankritik. Jedoch ist es maßlos überzogen, den zahlenden Anhängern eines Vereins die Schuld für das Versagen der Sportler zu geben. Ein erfahrener (Co-)Trainer wie Henke hätte auch mit dem FCS-Umfeld zurecht werden können, selbst wenn ihm seine Tätigkeit beim roten Erzrivalen noch lange angehaftet hätte.
Die Schuld bei Einzelaktionen wie der Pyroattacke auf das Spielfeld gegen Stuttgart oder "Vorstand raus!"-Rufen zu suchen, ist billig, wenn man betrachtet, dass die entscheidenden Punkte gegen den FCK II verspielt wurden und die fundierte Vorstandskritik mehr als berechtigt war. Schließlich hat die Mannschaft auch in den Spielen versagt, in denen es die bedingungslose Unterstützung seiner Anhänger erfahren hatte. Dass Klimmt diesen Fans Schuld zuweist, ist ein weiteres Armutszeugnis der Führungsriege des FCS.

Wie geht es weiter?
Wenn man den Presseberichten glauben darf, so wird uns der Hauptsponsor erhalten bleiben. Einerseits stellt man damit sicher, dass Geld vorhanden ist, andererseits verliert man damit keinesfalls die Abhängigkeit zu Ostermann. Ein fader Beischmack bleibt, obwohl Ex-Vize Meiser in der SR-Sportarena betonte, dass es schwierig sei, im Saarland potenzielle Sponsoren zu finden. Dabei sollte eigentlich die Frage fallen, ob nicht das Image eines Vereins und seiner Führungsetage ein nicht unwesentlicher Faktor bei der Suche nach neuen Geldgebern ist.
Weiter geht es laut Loos auch innerhalb der nächsten acht Tage mit einem neuen Trainer. Die Spekulationen in den Fanforen gehen üblicherweise in Richtung Michael Krüger, welcher schon in Braunschweig mit Loos zusammenarbeitete.
Daneben soll es laut Klimmt schon in der kommenden Woche eine Mitgliederversammlung geben, was jedoch ein Verstoß gegen die Vereinssatzung wäre, die eine Einberufungsfrist von zwei Wochen vorschreibt.
Seltsamerweise wird wohl auch eine der umstrittensten Personalien dem FCS erhalten bleiben: Dr. Coen als Geschäftsführer.

Es bleibt abzuwarten, ob die Rücktritte von Meiser und Ostermann Grund zur Freude sind oder ob in Wirklichkeit kein Kurswechsel stattfindet und die Machtverhältnisse bestehen bleiben. Das wäre Gift für einen Neuaufbau in der Oberliga.

Samstag, Juni 02, 2007

Der Tag X

Ich sage jetzt, ohne dass ich übertreiben will:
Heute ist der wichtigste Tag für die weitere Zukunft des FCS!

Zur Erklärung: Ein Abstieg würde für den FCS bedeuten, dass man zur nächsten Saison in der Oberliga spielen wird. Diese wird in absehbarer Zeit nur noch die fünfthöchste Spielklasse im deutschen Fußball darstellen. Der FCS hätte sich damit die einmailige Chance verbaut, 2007/08 um einen Startplatz in der neuen 3. Profiliga zu kämpfen. Stattdessen hätte man den Abstieg vollzogen, den andere saarländische Traditionsvereine wie Neunkirchen oder Völklingen bereits hinter sich haben.

Doch zurück zur aktuellen Situation. Die Tabelle sieht folgendermaßen aus:

11. FC Bayern II 43
12. 1. FC Saarbrücken 42
13. Karlsruher SC II 42
14. Sportfr. Siegen 41
15. 1860 München II 40
16. SV Darmstadt 39

Es verhält sich also mit dem Klassenerhalt immernoch genauso wie in den letzten Wochen: Der FCS hat alles in seiner eigenen Hand!
Problem:
Der Gegner ist diese Woche nicht die schwächste Mannschaft der Liga, sondern die Reserve des neuen deutschen Meisters. Und ein Spieler hat sogar noch eine offene Rechnung mit dem FCS.

Die Ausgangslage ist klar: sollte der FCS sein Spiel gewinnen, ist der Klassenerhalt geschafft. Dem FCS würde es auch reichen, wenn Kassel und Bayern München II ihre Heimspiele gewinnen. Sollten diese Mannschaften verlieren, wären Siege für Reutlingen und den FCK II(!) die letzte Lebensversicherung für die Blau-Schwarzen (Muss ich erwähnen, dass es sehr glücklich, jedoch auch peinlich wäre, wenn der FCS die Schützenhilfe anderer benötigt?)

Ich habe die Hoffnung längst noch nicht verloren, aber mir auch meine Gedanken darüber gemacht, was passieren könnte, wenn der FCS tatsächlich die Blamage perfekt macht. Und ich bin ehrlich: man kann es noch nicht sagen. Niemand weiß, ob Ostermann weiterhin in Saarbrücken bleiben würde, niemand kann jetzt schon sagen, ob der FCS auch den Gang in die Oberliga antreten würde.

Um es mit anderen Worten zu sagen: noch bin ich ratlos wie Didier Philippe!
Ich glaube jedoch daran, dass der FCS es nicht zu diesem Fall kommen lässt und dass wir auch am Montag wieder normal zu unserer Arbeit/ in unsere Schule gehen können, ohne uns den Spott der FCS-Hasser anhören zu müssen. Der Schaden ist zwar schon groß, aber ich glaube/hoffe, dass der Totalschaden ausbleibt. Heute Nachmittag wissen wir mehr!

Das Spiel in der Livebetrachtung:

14:53 Uhr:
Jetzt müssen wir doch auf die Schützenhilfe anderer hoffen! Stuttgart führt 1:0! Bei Kassel gegen 1860 II steht es schon 1:1. Der Abstieg ist keineswegs utopisch, auch wenn das unser Vorstand lange Zeit glaubte.

14:55 Uhr:
Gerade hab ich gesehen, dass es schon 2:0 für Stuttgart steht. Was haben das Trainingslager und die ganzen Durchhalteparolen genutzt?

15:01 Uhr:
Das Drama geht weiter. 1860 II führt in Kassel nach einem Foulelfmeter mit 2:1. Das kann nur ein böser Traum sein.

15:04 Uhr:
Die Freunde des FCH aus Kassel zeigen keine ernsthafte Gegenwehr und lassen den Münchner Löwen viele Räume: 3:1
Der FCS bleibt unverändert schlecht, viel zu schlecht für die Regionalliga.

15:15 Uhr:
Philippe nimmt den langsamen Mittelfeldmann Gebhardt raus und bringt schon sehr früh Saglik. Ob das noch was hilft?

Halbzeit:

Der FCS geht mit großen Schritten Richtung Oberliga. Mit 2:0 für Stuttgart zur Pause dürfte es schwer sein, nochmal zurück zu schlagen. Die 2. Mannschaft des TSV 1860 München führt in Kassel mit 4:2 und tatsächlich hält uns im Moment nur das Unentschieden des FCK II gegen Siegen (in Leverkusen!) in der Regionalliga. Aber wenn die spätestens jetzt erfahren, wie es beim FCS steht, wird es wohl den Pfälzern eine Freude sein, uns absteigen zu sehen.

12 1860 München II 34 3 43
13 Karlsruher SC II 34 0 43
14 1. FC Saarbrücken 34 2 42
15 Sportfr. Siegen 34 2 42
16 SV Darmstadt 98 34 -10 40

15:44 Uhr:
Der FCS spielt unverändert: mutlos, lustlos, charakterlos.
1860 II dürfte sich mit dem 5:2 in Kassel wohl gerettet haben, während uns die Lauternreserve immernoch in der Liga hält. So langsam wäre ein Tor für Reutlingen auch gut zur Beruhigung.

15:50 Uhr:
Alles sägt an meinen Nerven. Die Musik in der SR3-Fußballkonferenz, das Ergebnis in Leverkusen. Endlich kommt ein wenig Fußball. Jetzt erstmal einen Earl Grey trinken, für die Nerven. Kann das wirklich sein, was hier und heute passiert?

15:54 Uhr:
Das wars. Mein Earl Grey ist gerade fertig geworden, da kommt die Meldung, dass Siegen das 1:0 gegen den FCK erzielt hat. Wie hätte es auch anders kommen sollen? Nun bleibt in den kommenden 20 Minuten nur noch die Hoffnung auf Reutlingen, die den FCS noch retten könnten. Es sieht düster aus.

16:00 Uhr:
JAAAAAAAAAAAA!!!!!!!!!!! REUTLINGEN!!!!!

16:04 Uhr:
Und wieder heißt es "Oberliga FCS". Karlsruhe gleicht gegen Reutlingen aus.

16:15 Uhr:
Es dürften noch Sekunden sein, bis das Kapitel "Regionalliga" für den FCS beendet ist.

16:17 Uhr:
Abpfiff. Was macht Reutlingen?

16:26 Uhr:
Keine Meldung mehr zu Reutlingen, alle Webseiten brechen zusammen. Ich denke, dass es das endgültig war.
DANKE FÜR NICHTS, IHR VERSAGER!

Mittwoch, Mai 30, 2007

Meister der Freikarten

Ich habe eine gewisse Zeit lang, mit dem Gedanken gespielt, für den heutigen Beitrag im FCSBlog einfach nur auf den Beitrag "Der Kunde ist König", der vor ca. einem Jahr entstand, zu verlinken. So einfach will ich mich dann doch nicht aus der Affäre ziehen und liefere wenigstens erneut ein paar Denkanstöße zum leidigen Thema "Freikarten".

Zunächst einmal ist eine Freikartenaktion ein positives Zeichen seitens des Vereins. Es demonstriert gute Absichten gegenüber den Fans und zeigt, dass man diesen einen hohen Stellenwert zuweist. Wenn man seinen Fans sogar die Auswärtsfahrt bezahlt, gibt man auch denen die Chance, ein Spiel in der Fremde zu sehen, die normalerweise aufgrund Geldmangels die Reise nicht antreten. Schließlich liegt der Preis für eine Busfahrt schon durchschnittlich bei 20 €. Hinzu kommen noch die Kosten für den Eintritt und die Verpflegung, sodass man am Ende schon bei 30-40 € für ein einziges Spiel landen kann.

Es ist auch ein gutes Zeichen, dass gerade in solch einem wichtigen Spiel; es geht schließlich in Stuttgart um nicht weniger als den Klassenerhalt, der FCS auf die Unterstützung seiner Fans setzt. Die Botschaft, die hinter der Freikartenaktion steht, ist deutlich: die Mannschaft braucht in Stuttgart die Unterstützung der Fans. Indem man die Fahrt spendiert, sichert man sich zumindest die Anwesenheit zahlreicher Anhänger in der Ferne. Doch ist das wirklich das, was für die Unterstützung alleine reicht?

Dass Masse allein für ein runden, abwechslungsreiche Support der Mannschaft sorgt, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Bei 750 Leuten wird man nicht erleben, dass jeder über 90 Minuten den Verein anfeuert. Man darf sich eher darauf einstellen, dass die akustische Unterstützung von denselben Personen geleistet wird, die auch bei den Auswärtsspielen, die nicht vom Verein spendiert werden, dafür sorgen.
Natürlich muss man nicht von jedem Mitfahrer erwarten, dass er die Mannschaft mittels Gesängen nach vorne peitscht. Viele wollen sich sicher nur in Ruhe das Spiel ansehen. Jedoch sollten diese Leute auch den aktiven und engagierten Fans den Freiraum lassen, den sie zur Entfaltung brauchen. Wer sich von den Gesängen oder Schwenkfahnen gestört fühlt, stellt sich einfach an einen Ort, von dem aus er das Spiel in Ruhe und bei bester Sicht verfolgen kann. Ein gegenseitiges Anprangern der Art und Weise, wie man seine Zugehörigkeit zum FCS auslebt, ist zurzeit unangebracht.
Jedem stehen seine Freiheiten zu!

Was mich jedoch an der Freikartenaktion zum Stuttgartspiel wirklich stört, hat sich schon in den einleitenden Worten zu diesem Beitrag angekündigt: man wird den Eindruck nicht los, dass sich die FCS-Verantwortlichen "freikaufen" wollen. Diese werden sich wohl darüber im Klaren sein, dass trotz aller Erfolge der Frauen- und Jugendmannschaften die vergangenen beiden Jahre von Peinlichkeiten und Misserfolg geprägt war. Der zweite Abstieg in Serie würde dieser Misere, die von Skandalen, Niederlagen und Kritik am Präsidium geprägt ist, nur eine weitere Krone aufsetzen.
In dieser Saison gab es auffällig viele Freikartenaktionen. Vor allem in den ersten Heimspielen gab es Freikarten im Überfluss und es gab praktisch jedes zweite Wochendende einen speziellen Aktionstag.
Die Frage ist, ob sich hier ein ehrliches, schlechtes Gewissen gegenüber den Fans zeigt oder ob man nur die Anhänger bei Laune halten will, um jegliche Kritik verstummen zu lassen.
Die Freikartenaktionen in ihrer Fülle beim FCS 06/07 wirken irgendwann nicht mehr allzu glaubwürdig. Sie stumpfen immer zu einer fast gezwungenen Entschuldigung an die Fans ab.

Ich kann meine Wort vom 11.05.2006 nur noch einmal wiederholen:

Die Bedürfnisse eines Kunden hat der FCS vielleicht erfüllt, aber nicht die eines Fans!


Sportlicher Erfolg kann nicht durch irgendwelche Freikartengeschenke ersetzt werden. Was nützen einem Freifahrten nach Baden-Württemberg, wenn man in der kommenden Saison vielleicht nur noch nach Neunkirchen oder Wirges reisen kann?
Wenn Schalke 04 für viele der "Meister der Herzen" ist, so steht der Titel "Meister der Freikarten" zweifellos dem 1. FC Saarbrücken zu. Viel gebracht hat es bis jetzt keinem von beiden.

Montag, Mai 28, 2007

FCS-Zitat spezial: Didier Philippe

Als ich neulich mal wieder das interessante, wie vielseitige Weblog von Markus besuchte, laß ich dort den Beitrag "Pauli ist dort, wo Saarbrücken noch hin muss". In seiner kleinen Linksammlung gegen Ende des Beitrags findet man, neben dem Hinweis auf das FCSBlog (danke hierfür!), folgende Bemerkung über unseren Cheftrainer Didier Philippe:
Homepage FCS: (Noch-)FCS-Trainer Didier Philippe: (ein Phrasendrescher vor dem Herrn): «Werden nicht auf andere Plätze schauen»

Um sich mal genauer mit den Phrasen des Didier Philippe zu beschäftigen, hatte ich nach diesem Beitrag von Markus die Idee, unserem Trainer einen ganzen Blogbeitrag mit Zitaten zu widmen.
Hier ist also die kleine Top Ten der zehn interessantesten, lustigsten oder verwirrendsten Phillipe-Phrasen:

'didier' von Carsten_FCS

1. "Ich bin sicher, dass das Team top motiviert sein wird."
Quelle: fc-saarbruecken.de

Das waren die Worte Philippes vor der 0:3-Niederlage beim Aufsteiger aus Kassel.

2. "Marco Gebhardt ist dabei, eine Führungsrolle einzunehmen."
Quelle: fc-saarbruecken.de

Dieser Satz stammt aus der Winterpause. Die an ihn gestellten Erwartungen erfüllte Gebhardt bis heute nur mäßig erfolgreich.

3. "Ich kenne ihn natürlich sehr gut, er verfügt über ein enormes Potenzial, hatte zuletzt aber Verletzungsprobleme."

Quelle: fc-saarbruecken.de

Philippe sprach hier vor dessen Verpflichtung über den möglichen Neuzugang Guillaume Deschamps. Dieser wurde später verpflichtet und fiel bisher nur dadurch auf, unauffällig zu sein.

4. "Die Mannschaft hat super trainiert und wir werden offensiv auftreten."
Quelle: fc-saarbruecken.de

Dies kündigte Philippe vor der 0:4-Niederlage in Darmstadt an.

5. "Hoffentlich wissen die Spieler, wo Elversberg liegt. Wir müssen jetzt über die Emotionen ins Spiel kommen."
Quelle: Saarbrücker Zeitung(SZ) vom 05.05.07 "Philippe: „Spieler in der Pflicht“"

Normalerweise findet man in der Fußballrhetorik nur über den Kampf ins Spiel. Philippe beschwörte jedoch den Derbycharakter des Spiels in Elversberg und ließ so seine Schützlinge über Emotionen ins Spiel kommen.

6. "Einige wissen gar nicht, wo Pirmasens liegt."
Quelle: SZ vom 19.03.07 "Saarländer jubeln für den FKP"

Hier hatte die Beschwörung des angeblich brisanten Südwestderbys nicht geklappt.

7. "Wir müssen Gras fressen."
Quelle: SZ vom 24.03.07 "FCS-Trainer Didier Philippe sucht Mannschaft mit Charakter"

Hier bediente sich Philippe vor dem Spiel gegen die Stuttgarter Kickers eines Klassikers der Fußballrhetorik.

8. "Viel wichtiger ist, wie es mit dem Verein weitergeht."
Quelle: SZ vom 21.05.07 "Saarbrücken sammelt beim Sommerkick einen Punkt ein"

Philippe antwortete(?) hier auf die Frage, warum er erst in der 74. Minute den schwachen Hadji gegen Mahir Saglik einwechselte. Inwiefern die Frage damit beantwortet ist, sei mal dahingestellt.

9. "Wir müssen gewinnen, wir müssen aber auch Geduld haben und mit aller Ruhe unseren Fußball spielen."

Quelle: SZ vom 26.05.07 " FCS fürchtet Erwartungshaltung"

So lauteten die Worte von Didier Philippe vor dem Spiel gegen den FCK II. Dass es am Ende aber doch so ruhig zugeht, hätten wir uns vor dem Spiel nie gewünscht.

10. "Gute Frage (lange Pause). Arbeiten."
Quelle: sr-online.de

Didier Philippe beantwortete hier nach dem 0:0-Unentschieden gegen den FCK II, was denn auf ein "super Spiel" seiner Mannschaft in Stuttgart hoffen lasse. Immerhin scheint Philippe das Grundprinzip der Trainertätigkeit damit verstanden zu haben.
Hoffen wir einfach mal, dass es bis zum entscheidenden Spiel in Stuttgart seine Umsetzung findet und dem FCS endlich den Klassenerhalt sichert. Es wäre dringend an der Zeit!

Samstag, Mai 26, 2007

Eine Schande für den FCS

Es gibt Tage, an denen eine gute Tat für viele schlechte Taten in der Vergangenheit entschädigen kann. Solche Chancen bekommt man im Leben wahrlich nicht oft. Und eine dieser Chancen haben die Spieler des FCS heute vergeben:

'nullnummer' von Carsten_FCS

Mit einem Sieg hätte der FCS schon heute den Klassenerhalt gesichert, was laut Präsident Hartmut Ostermann auch "der Abschluss eines insgesamt ordentlichen Fussball-Jahres"(Zitat aus dem FC-Magazin) wäre. Immerhin haben ja die Frauen den Wiederaufstieg in die Bundesliga gepackt und auch die Resultate der Jugendmannschaften konnten sich sehen lassen. Einzig und allein die erste Mannschaft bildet das Sorgenkind im "Gesamtverein 1. FC Saarbrücken"(Zitat Ostermann).

Es grenzt zwar an Masochismus, das Spiel an dieser Stelle näher zu beschreiben, aber ich will es trotzdem versuchen:
Gegen eine Elf aus Lautern, die ohne große Namen antrat, ließ Philippe überraschenderweise Saglik wieder von Beginn an stürmen. Gebhardt saß zunächst nur auf der Bank.
Eigentlich sollte man meinen, dass mit einer Konstruktion aus jungen, wilden Spielern und gestandenen Spielern wie Hadji und Jäger ein neunzigminütiger Sturmlauf gegen schwache Pfälzer auf dem Programm steht. Doch dazu kam es nicht!
Der FCS war stets bemüht, arbeitete sich tief in die Hälfte der Lauterer vor, kam aber nur selten zu Torchancen. Jäger und Hadji waren stets in Aktion, konnten aber nur selten direkt zum Tor vordringen und versuchten viel zu selten, einfach mal draufzuhalten. Mahir Saglik vergab in der ersten Halbzeiten seine Kopfballchancen. Sonst war diese Hälfte von unnötigen Ballverlusten und großer Lustlosigkeit auf Seiten der Blau-Schwarzen (in den neuen Trikots) geprägt. Auf den Rängen war ein ähnliches, aktustisches Bild zu vernehmen. Viele waren bemüht, die Mannschaft anzufeuern, jedoch gab es immer wieder Leute, die sich in die singende Masse stellten und schwiegen. Jeglicher Kommentar dazu erscheint überflüssig.

Die zweite Hälfte setzte das Grauen fort. Wiederum verstand die Mannschaft es nicht, die wahren Stärken von Jäger und Saglik auszuspielen und versuchte es dummerweise immer wieder über die Flügel, was zwar zu einigen Kopfballchancen führte, welche jedoch kläglich vergeben wurden. Jäger wurde nie so angespielt, dass er den Ball hätte verwerten können. Saglik konnte man sein Formtief deutlich anmerken, sodass er bei seinen Kopfballchancen immer schlecht aussah. Nehrbauer fiel nur durch Ballverluste und einen missratenen Weitschuss auf, während der sonst dauerverletzte Kling den Gästen aus der Pfalz zu ihren wenigen Angriffen verhalf. Trainer Philippe leistete sich dann eine große Aktion: für den technisch unbegabten Nehrbauer brachte er den konditionschwachen Gebhardt. Dieser führte die Linie des Flügelspiels weiter, verhalf der Mannschaft damit aber nicht zum Erfolg. Eine weitere Großchance vergab dabei Gökhan Impis, der kurz vor Schluss eingewechselt wurde. Irgendwann war es dann amtlich: der FCS gewinnt keines seiner Spiele gegen den FCK II (die Mannschaft ohne Sieg in 33 Spielen)

'resignation' von Carsten_FCS

Einige Spieler traten geknickt den Weg in die Kabine an, während andere wie Saglik noch minutenlang mit leerem Blick auf dem Platz blieben.

'saglik' von Carsten_FCS

Auf den Rängen war indessen ein einziges Pfeifkonzert zu vernehmen, welches in "Vorstand raus!" und "Philippe raus!"-Rufe überging. Der FCS hat die große Chance zum Klassenerhalt, den Elfmeter zum Ziel, kläglich vergeben. Man kann dabei noch von Glück sagen, dass auch die Konkurrenz patzte und somit der FCS in Stuttgart noch selbst sein Schicksal beeinflussen kann. Trotzdem steht fest, dass die Mannschaft, die nicht einmal gegen die kleinen roten Teufel, die ganze zehn Punkte (zwei davon vom FCS) in dieser Saison eingefahren hat, gewinnen kann, eine Schande für den "Gesamtverein 1. FC Saarbrücken" ist.
In der Sommerpause muss, egal in welcher Spielklasse man die Saison 07/08 bestreiten wird, ein gewaltiger Umbruch stattfinden!

Freitag, Mai 25, 2007

FCS-Zitat der Woche (8)

Diese Woche beschäftigt sich das FCS-Zitat der Woche mit dem Thema "Mathematik" und doch erteilt Manager Wolfgang Loos gerade dem Rechnen eine klare Absage:

"Ich rechne überhaupt nicht. Denn in dieser Tabelle glaube ich an gar nichts mehr."
- Wolfgang Loos


Loos bezieht sich damit auf den Abstiegskampf, der rein vom rechnerischen her noch bis zum achten Tabellenplatz(Stuttgarter Kickers) reicht. Natürlich werden von diesen Mannschaften nur die absteigen, die sich am 34. Spieltag unterhalb von Platz 14 befinden(und dass die Stuttgarter Kickers sich darunter befinden werden, wag ich doch zu bezweifeln).

Dass Loos nicht rechnet, hat also den Hintergrund, dass die Glaubwürdigkeit der Tabelle spätestens mit dem rasanten Aufstieg des SC Pfullendorf von Platz 15 auf Platz 9 verloren gegangen ist. Fußball ist eben immernoch die Wundertüte, die von der Tagesform bestimmt ist. Da der FCS seine Hausaufgaben in Sachen Konditionstraining diese Saison leider allzu oft vergessen hat, war die gute Tagesform meist nur bis zur 70. Minute vorhanden.

Das wichtigste Faktum ist und bleibt im Abstiegskampf des FCS, dass man noch vor den Abstiegsplätzen steht und somit alles noch in der eigenen Hand hat. Der FCS braucht also nicht zu rechnen; es reicht, wenn er die letzten beiden Spiele gewinnt. Genau das ist es, was Loos propagiert: nicht von Rechenspielchen irritieren lassen und konzentriert zu Werke gehen!

Eine weitere Maßnahme, die auf Loos Bestrebungen hin am Samstag durchgeführt wird, ist das Ausbleiben der Zwischenstände der Regionalliga Süd auf der Anzeigetafel. Damit sollen wohl die Nerven der Spieler, als auch die der Fans, geschont werden und der Fokus auf das wichtige Spiel gegen den FCK II gelenkt werden. Ob es was bringt und die Spieler tatsächlich selbstbewusster gegen die kleinen Teufel auf den Platz gehen, ist eine andere Frage. Selbstbewusstsein und eine angriffslustige Mannschaft könnten am Samstag der Schlüssel zum Erfolg sein.

Quelle:
-Saarbrücker Zeitung vom 24.05.07 "FCS will punkten - nicht rechnen" von T. Klein

Mittwoch, Mai 23, 2007

Joyeux anniversaire JJ!

Wir gratulieren einem Mann zu seinem 29. Geburtstag, der wohl dafür gesorgt hat, dass der FCS in dieser Saison nicht alle Punkte gnadenlos verschenkt hat.

Joyeux anniversaire Jonathan Jäger!



Foto: fc-saarbruecken.de

Kaum ein anderer Spieler in Diensten des FCS kann ich solch Tristen Regionalligazeiten von sich behaupten, er habe Erstligaformat. Dabei sah es ziemlich düster in Saarbrücken aus, als er sich für den Wechsel in die saarländische Landeshauptstadt entschied. In Le Havre hatte er nie zu seiner Topform gefunden und in der Saison 2005/2006 nur wenige Einsätze für den französischen Zweitligisten bestritten.
Es war Anfang Februar, als der FCS neben Ivan Dudic noch einen schnellen, vielseitigen Stürmer suchte, der noch einmal im Abstiegskampf helfen sollte. Die Wahl fiel dabei auf Jäger, der sich schon beim FC Metz einen Namen gemacht hatte. Nachdem die Vertragsmodalitäten geklärt waren, kam Jäger beim Auswärtsspiel in Siegen zu seinem ersten Einsatz für die Blau-Schwarzen. Es sollte ein Auftakt nach Maß werden: Jäger bereitete das 3:0 vor und setzte den Schlusspunkt zum 4:0 mit einem frechen Fernschuss, der es sogar in die Auswahl zum "Tor der Woche" schaffte.
Mit weiteren Glanzvorstellungen, u.a. einem Seitfallziehertor in Cottbus, spielte sich Jäger schnell in die Herzen der Fans, obwohl der befürchtete Abstieg am Ende eintrat. Obwohl er mit seinen fünf Toren in elf Spielen die Aufmerksamkeit anderer Vereine erregte, trat er im Trikot des FCS den Gang in die Regionalliga an.

In der Regionalliga gab es leider auch einige Torflauten für Jäger. In einer Mannschaft aus fähigen Individualisten fand sich nur selten eine geschlossene Einheit zusammen und so gab es leider viele Spiele, in denen man sich nicht auf Jägers Stärken besinnte, die klar in seinen Dribblings, seinen schnellen Vorstößen und seiner Fähigkeit, aus allen Entfernungen treffen zu können, liegen. Irgendwann platzte der Knoten und so hat Jäger uns bisher mit 17 Toren in 32 Spielen erfreuen können. Das hat erneut das Interesse anderer Vereine, wie z.B. Hansa Rostock, geweckt. Jäger lehnte alle Verhandlungen mit anderen Vereinen ab und betonte in der Saarbrücker Zeitung, dass er trotz der sportlichen Misere seinen Vertrag bis 2008 erfüllen will. Damit bleibt für uns alle die Hoffnung, dass viel noch sehr häufig diese Grafik auf der Anzeigetafel über dem Marathontor sehen werden:



Link:
Spielerprofil Jonathan Jäger auf ludwigspark.de

Dienstag, Mai 22, 2007

Legendenbildung rund um das letzte Heimspiel

Der Fußball ist ein Hort der Mythen und Legenden. So wird noch von vielen behauptet, Jay-Jay Okocha habe beim FCS gespielt (er war bei Borussia Neunkirchen) oder der FCS zum französischen Zweitligameister gekürt (in Wirklichkeit war der FCS nur "inoffizieller Meister", da er mit Gastrecht antrat).
Vor dem letzten Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern haben sich in kürzester Zeit nun neue Gerüchte und Mythen aufgetan, die für viel Wirbel gesorgt haben. Das FCSBlog geht mit gutem Beispiel voran und wird diese Sachverhalte entschlüsseln.

Klären wir einmal die zentrale Sorge, die sich in den FCS-Foren breit macht:
Darf der FCK wirklich alle Profis der ersten Mannschaft einsetzen?
Nein! Liest man sich die Spielordnung des DFB durch, wird man irgendwann auf Seite 10 zu § 11. Dort heißt es unter Punkt 2, dass Stammspieler nur dann in anderen, aufstiegsberechtigen Mannschaften ihres Vereins auflaufen dürfen, wenn sie vier Spiele hintereinander nicht eingesetzt wurden, obwohl sie spielberechtigt waren. Das ist das, was in den letzten Tagen als magische "Vier-Spiele-Grenze" umhergeisterte.
Da die zweite Mannschaft des FCK eben nicht aufsteigen darf, lohnt es sich auf einen Blick auf Punkt 4 zu werfen. Hier wird geklärt, dass eben jene Einschränkung aus Punkt 2 bei Mannschaften wie dem FCK II nur in den letzten vier Spieltagen gilt. Also kann der FCS aufatmen, da sich der Kreis der spielberechtigten Lizenzspieler des FCK somit auf überschaubare Ausmaße reduziert.
Nur wer beim FCK nach dem 30. Spieltag der 2. Bundesliga nicht kein Stammspieler der 1. Mannschaft ist, darf in nun noch in der Regionalliga auflaufen!
Hätte der FCS den FCK II früher in der Saison im Ludwigspark empfangen, hätte dies wohl anders ausgesehen.

Eine Personalie, die immer wieder im Zusammenhang mit dem Spiel am Samstag genannt wird, ist Aimen Demai. Dieser hat seinen Status als Stammspieler durch seine lange Verletzungspause verloren und wäre somit gegen den FCS einsatzberechtigt. Sein Einsatz ist trotzdem sehr fraglich, da er gerade erst seinen Kreuzbandriss überstanden und wohl einen großen Trainingsrückstand hat.

Fazit:
Alle Befürchtungen, dass der FCS am Samstag gegen die halbe Profimannschaft des FCK spielt, können getrost vergessen werden. Vielmehr ist die Mannschaft zu erwarten, die die Schießbude der Liga darstellt. Der FCS hat also den Klassenerhalt am Samstag in seiner eigenen Hand und darf sich keinenfalls auf irgendwelche Ausreden wie "Wettbewerbsverzerrung" versteifen.

Falls jemanden eine Unstimmigkeit in meinen Ausführungen aufgefallen sein sollte, bitte ich dies mir kurz per Kommentar mitzuteilen. Für alle Interessierten gibt es die Spielordnung des DFB hier www.dfb.de zum Nachlesen:
Spielordnung DFB (pdf)

Freitag, Mai 18, 2007

Geschwätz üwwer de Eff-Zeh Folge 14


Link: sevenload.com

Die 14. Ausgabe von GÜFC stellt eine lockere Ausnahme vom sonstigen Blogalltag dar, obwohl es für mich selbst wohl das bisher anstrengenste Videocast war. In vier unterschiedlichen Disziplinen bin ich angetreten, um mein nichtvorhandenes sportliches Können unter Beweis zustellen.
Und wenn die saarländischen Medien neue, innovative Konzepte entwerfen, können wir das schon lange, oder?

Jedenfalls zeigt dieses Video, dass man beim Fußball immer einen Ersatzball dabeihaben sollte. Aber seht es euch selbst an!