Dienstag, Juli 31, 2007

Happy End ohne Sieg in Neunkirchen

"Totgesagte leben länger."
-Deutsches Sprichwort


'neunkirchen 045' von Carsten_FCS

Es gibt diese Momente im Leben, die einem Hoffnung schenken und einen glücklich machen, selbst wenn es einem so dreckig geht wie nie zuvor. Das sind diese Schlüsselerlebnisse, die einem Kraft, Mut und die Chance, etwas zu ändern, geben. Und, um diese hochtrabenden Worte nicht im Kitsch enden zu lassen: das 2:2-Unentschieden in Neunkirchen könnte einer dieser Momente für den FCS sein. Aber erst einmal der Reihe nach...

Schon ziemlich früh kam ich am Ellenfeld an, welches zurecht als eines der schönsten Stadien im Südwesten gilt(Kenner behaupten ja, es sei das schönste im Saarland, wobei ich aus parteiischer Sicht hier nicht zustimmen kann). Es waren schon einige Saarbrücker anwesend, was eine vielversprechende Aussicht auf die spätere Begegnung gab. Nachdem ich am Eingang die Ersatzbatterien für meine Digitalkamera abgeben musste(löblicherweise bekam ich eine Pfandmarke, was man auch nicht überall erlebt), betrat ich den Gästeblock. Dieser begann sich zu diesem Zeitpunkt kontinuirlich zu füllen, sodass ich meine Chance ergriff und die Stufen bis ganz nach oben hinaufging, um für ein paar Minuten die Aussicht zu genießen. Das Ellenfeld versprüht ein wenig den Geist der erfolgreichen 60er Jahre, in denen Neunkirchen noch in der Bundesliga spielte und der FC Bayern München noch im Schatten der etablierten Sechzger stand.

'neunkirchen 011' von Carsten_FCS

Nun begannen die letzten Vorbereitungen einer groß angelegten Choreographie seitens der Mitglieder der Virage Est. Im unteren Teil des Gästeblocks befand sich ein Spruchband mit einer symbolträchtigen Passage des Vereinsliedes und eine Überziehfahne mit der oberen Hälfte des FC-Wappens. Der besondere Reiz lag diesmal in der Verwendung von hunderten von blauen, schwarzen und gelben Luftballons, welche in verschiedenen Teilen des Blocks von den Zuschauern benutzt werden sollten. Die Ballons wurden noch an Ort und Stelle aufgeblasen und dann kurz vor Spielbeginn an die Leute "verteilt". Man könnte aber auch sagen, dass viele Leute die Aufforderung zum Weiterreichen der Ballons missinterpretierten und diese einfach nach oben warfen. Wer mit den physikalischen Gegebenheiten eines handelsüblichen Luftballons kennt, weiß, dass das nicht unbedingt die beste Idee ist. Am Ende fanden fast alle Ballons dann doch ihren Platz in der Kurve und eine Choreographie, die für die Oberliga wohl fast monumental daherkommt, nahm ihren Lauf(vielleicht ist das Wort "monumental" ein wenig übertrieben, jedoch passt es voll und ganz zur Grundaussage des Abends).

'ballons' von Carsten_FCS

Das Spiel nahm nun seinen Lauf. Vor einer Kulisse von 10.000 Zuschauern(!) an einem Montagabend(!!) in der Oberliga(!!!) agierte erstmals die neue, junge FCS-Mannschaft in einem Pflichtspiel. Man merkte ihr noch einige Kinderkrankheiten an, sodass ihr Spielaufbau und Spielgestaltung noch schwer fiel. Allerdings sollte man noch erwähnen, dass die Heimmannschft überaus hart in die Zweikämpfe ging, was leider viel zu spät vom Schiedsrichter mit Gelben Karten sanktioniert wurde. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit fand dann eine Flanke von Neukapitän Charly Haffner den Kopf von Nazif Hajdarovic, der den Ball unhaltbar für Marina im Tor unterbrachte. Knapp 4.000 Saarbrücker, die zuvor für abwechslungsreichen und lauten Gesang sorgten, brachten nun das altehrwürdige Ellenfeld zum Beben. Selten hat man in der vergangenen Saison solche Jubelausbrüche gesehen!

Mit der Pausenführung im Rücken war dem Team trotzdem anzumerken, dass zum Saisonstart noch einige Unsicherheiten vorhanden waren. Neunkirchen nutzte dies aus und brachte das Tor von Pascal Formann in Gefahr. Teilweise unsicher wirkend, konnte der Neuzugang aus Bielefeld trotzdem einige gute Aktionen vorweisen. In der 55. Minute war es dann leider eine Stadardsituation, welche den Ausgleich für die Hüttenstadt brachte. Erstmals nahm man nun das Heimpublikum auch akustisch war, da sich zuvor die Lautstärke ganz auf Seiten des FCS befand. Doch nun wurde der junge FCS wieder etwas frecher und lauerte vor allem auf Konter. Keine fünf Minuten später brachte Mike Frantz den Ball mit einer Klasseleistung in den gegnerischen Strafraum, wo die verzweifelte Abwehr und Torwart Marina zwei Schüsse mit letzter Kraft abwehren konnten, bis Rouven Wiesner das Leder mit dem Kopf ins verwaiste Tor beförderte. Erneut jubelten 4.000 Saarbrücker grenzenlos.

Für Diskussionen sorgte indessen das eigenwillige Wechselspiel der Anzeigetafel im Ellenfeld. Hatte es schon in der ersten Halbzeit Minuten gebraucht, das 0:1 festzuhalten, so war nach dem Ausgleich von einem 7:1 oder gar 8:1 die Rede. Nachdem der FCS auf 7:2 "verkürzte", ehöhte man kurzerhand auf 37:2. Irgendwann hatten Selbstzweifel auch die Elektronik erreicht, sodass man nun von einem 0:2 ausgehen konnte. Schließlich kehrte man zur Realität zurück und es hieß schlicht und ergreifend 1:2 auf der Anzeigetafel.

'neunkirchen 031' von Carsten_FCS

Der FCS zeigte noch einmal, was alles an Ideen und Kraft in dieser neuen Mannschaft steckt und erarbeitete sich noch einige hochkarätige Chancen. Leider blieben diese ungenutzt und das Spiel, sowie die Stimmung der Blau-Schwarzen, verflachte. In diesen Zustand schaltete sich der Hausherr ein und wurde mit dem 2:2-Ausgleich zehn Minuten vor Schluss dann doch noch zum Spielverderber. Nach dem Schlusspfiff in der Partie zeigte sich auch ein seltenes Bild: trotz der doppelt-verspielten Führung applaudierte der Gästeblock seiner Mannschaft und erwies den nötigen Respekt vor dieser ersten Leistung.

Es ist vielleicht ganz gut und symbolisch für den Neuanfang, dass dieses Spiel nur 2:2 endete. Mannschaft wie Fans zeigten großes Potenzial, jedoch noch einige Unsicherheiten/Unstimmigkeiten. Damit ist die Erwartungshaltung vor den nächsten Spielen nicht zu hoch, wie es im letzten Jahr der Fall war. Man hat an diesem Tage teilgenommen, als sei er richtungsweisend. Dies wird er aber nur sein, wenn alle ihre Ziele beherzigen. Die Mannschaft ist sicherlich keine Übermannschaft, wohl aber jung und erfolgshunrig, nachdem der Ruf des Vereins angeschlagen ist. Man muss nun unnachgiebig, nicht überheblich agieren, dann kann man sich am Anfang auch einige Fehler erlauben. Wenn man sich konzentriert, diese abzubauen, wird es auch zum Saisonende ein Happyend für den FCS geben.

Nachtrag 11.50 Uhr:

Hier
gibt es weitere Fotos vom Spiel.

Sonntag, Juli 29, 2007

Auf zum Ellenfeld!

Es wurde ja schon viel über diese ominöse Oberliga Südwest diskutiert, welcher der FCS jetzt auch angehört. Richtig spüren, was diese Zugehörigkeit bedeutet, werden wir aber erst in den kommenden Wochen, wenn es gegen klangvolle Namen wie Bad Kreuznach, Wirges oder Mechtersheim ernst wird. Das Spiel in Neunkirchen könnte dabei, zumindest was die Zuschauerzahlen angeht, über die eigentliche Tristesse der (noch) vierthöchsten Spielklasse Deutschlands hinwegtäuschen.

Die Gestalter der Oberliga-Spielpläne werden sich wohl etwas dabei gedacht haben, die neue Saison mit einem traditionsreichen Derby zweier (ehemaliger?) Aushängeschilder des Saarfußballs beginnen zu lassen. Der Kartenvorverkauf ist nach dieser Rechnung voll aufgegangen, sodass bis jetzt ca. 4000 Karten abgesetzt wurden und mit noch mehr Zuschauern am Montagabend zu rechnen ist. Man kann also mit einer Kulisse rechnen, die mindestens gutes Regionalliganiveau besitzt, auch wenn sich die Befürchtung einschleicht, dass eine allzu große Masse einen geschlossenen, guten Support einschränken wird. Jedenfalls kann man sich trotz des Abstiegs auf ein gut gefülltes Ellenfeld freuen, welches ein sehr feines Stadion ohne Laufbahn (dafür aber auch ohne Flutlicht) ist.

Was die Tradition anbelangt, trifft der FCS auf eine der wenigen Oberligakonkurrenten mit interessanter Vergangenheit. Als DFB-Pokalfinalist 1959 und zweitem saarländischen Verein in der Fußball-Bundesliga (3 Spielzeiten insgesamt) kann Borussia Neunkirchen auf eine ruhmreiche Vergangenheit zurückblicken und brachte auch berühmte Bundesligaspieler wie Stefan Kuntz und Jay Jay Okocha hervor. Die letzten Jahre waren dabei eher turbulent als erfolgreich. Nach dem Regionalligaabstieg 2003 durfte man zwar den großen FC Bayern im DFB-Pokal in Empfang nehmen, musste aber den sportlichen Wiederaufstieg 2005 in die Drittklassigkeit finanziellen Gründen geschlagen geben. Unlängst versank die Borussia im Chaos, als ein Großsponsor ein kurzes Intermezzo als Vorsitzender gab und sich Gerüchte um eine Fusion mit der SV Elversberg verdichteten. Auch die Mannschaft litt unter dieser Unruhe und beendete die Saison auf einem mageren zehnten Tabellenplatz.

Sportlich gesehen, ist der FCS wohl Favorit in der Begegnung am kommenden Montag. Warscheinlich rührt diese Annahme daher, dass die Borussia selbst in den letzten Testspielen nicht überzeugte. Nimmt man den Verbandsligisten Riegelsberg als Gradmesser, so stellt man fest, dass Neunkirchen gegen diesen mit 0:3 verloren hat, während der FCS gegen selbigen Gegner 4:2 gewann. Dieser Vergleich ist zwar sehr schwammig, wird aber gerne herangezogen, da für die meisten Zuschauer am Montag eine Wundertüte mit vielen Unbekannten wartet. Eine modifizierte Oberligamannschaft des FCS trifft auf eine Borussia, die im wichtigen Qualifikationsjahr auf dem Transfermarkt sehr aktiv war. Ich hätte niemals gedacht, dass irgendwann ein ehemaliger Pokalheld des FCS in einer Mannschaft mit einem ehemaligen Klassenkameraden von mir spielt.



Eine Prognose gebe ich für das erste Saarderby der neuen Saison nicht ab, jedoch scheint mit vielen jungen Gesichtern, ambitionierten Spielern und einem erfahrenen Duo auf dem Trainer- und Managerposten der Weg für einen erfolgreichen Neuanfang geebnet. Ob dieser glückt, müssen wir selbst herausfinden.

Links zum Thema:

- Offizielle Seite Borussia Neunkirchen
- Fanseite Borussia-Online.de

Donnerstag, Juli 26, 2007

Generalprobe bestanden

Der FCS hat seine Generalprobe in Dillingen bestanden. Mehr muss zu diesem Testspiel gegen den Landesligisten FV 07 Diefflen nicht mehr gesagt werden.

'fcsdiefflen 018' von Carsten_FCS

In einem recht ansehnlichen Spiel konnte der FCS endlich mal wieder in einem Testspiel überzeugen und gewann mit 7:1. Mir persönlich gefielen vor allem Pascal Stelletta, Arif Karaoglan und Mike Brückerhoff, die zusammen für fünf Tore an diesem Abend sorgten. Weniger überzeugend wirkte Volkan Özgün, dem auch gegen eine schwache Dieffler Abwehr kein Tor gelang. Man kann nur hoffen, dass sich die Torflaute des Neuzugangs in den Testspielen damit erklären lässt, dass er sich seine Treffer für die Oberliga spart. Wechselhaft verlief auch das Spiel für Jean-Claude Mpassy-Nzoumba, der ein wenig an Mansour Assoumani erinnerte, als er die Aufgaben des Innenverteidigers übernahm. Zwar gewann er viele Kopfballduelle, produzierte aber auch einige Fehlpässe, die ein Gegner in der Oberliga besser verwertet hätte als der Landesligist Diefflen.
Bewährt hat sich leider auch die Tradition, dass sich in jeder Saisonvorbereitung mindestens ein Spieler verletzt und für längere Zeit ausfällt. Diesmal traf es Gökhan Impis, einen der jungen Hoffnungsträger der neuen FCS-Offensive. Trotzdem hinterlässt der Test in Diefflen einen positiven Eindruck, da man mit vielen Ersatzspielern und jungen Talenten mehr Dominanz als zuletzt in Luxemburg versprühte. Was zählt, ist jedoch das erste Spiel in Neunkirchen, welches den FCS-Kompass entweder auf Euphorie oder Ernüchterung stellen wird.
Hier noch einige Schnappschüsse aus Dillingen (einfach anklicken):

'fcsdiefflen 003' von Carsten_FCS 'fcsdiefflen 004' von Carsten_FCS 'fcsdiefflen 005' von Carsten_FCS 'fcsdiefflen 008' von Carsten_FCS 'fcsdiefflen 012' von Carsten_FCS 'fcsdiefflen 024' von Carsten_FCS 'fcsdiefflen 013' von Carsten_FCS 'fcsdiefflen 022' von Carsten_FCS

Dienstag, Juli 24, 2007

Was Carsten denkt (7)

Genau vor einem Monat habe ich mich in dieser Rubrik zuletzt zu Wort gemeldet. Warum also nicht einfach mal wieder drauf losschreiben und loswerden, was sich in letzter Zeit angesammelt hat?

Fangen wir mal mit den FCS-Filialen in Österreich und Holland an. Wem meine Aussage, dass das "Modell Saarbrücken"(Zitat Hinschberger) Schule gemacht hätte, zu albern erscheint, möge mal kurz nach Wiesbaden schauen. Der (nun) dort ansässige Neu-Zweitligist SV Wehen-Wiesbaden hat mit Caillas, Bick und Reuter nicht nur drei Ex-FCSler in seinen Reihen, sondern auch noch den gleichen Trikotsponsor auf seiner Brust. Wem das noch nicht reicht, dem sei noch gesagt, dass auch mit Herrn Rossi und Frau Lutter zwei alte Bekannte nun erneut in der Zweiten Liga ihr Glück suchen. Das "Modell Saarbrücken" existiert prächtig und jeder weitere Kommentar erübrigt sich.

Vor einem Monat hatte ich auch das England-Gewinnspiel im FCSBlog angekündigt, welches mittlerweile wieder beendet ist. Die Fragen scheinen doch nicht ganz einfach gewesen zu sein, sodass am Ende die Auslosung nicht allzu kompliziert verlief und sich ein glücklicher Gewinner den Preis sichern konnte.
Das Gewinnspiel und der dazugehörige Reisebericht waren nicht der einzige Ausflug des FCSBlogs auf fremdes Terrain in letzter Zeit. Ich habe ja die Tage genutzt, um mal ein paar Buch- und Filmempfehlungen zu geben, was auch in den Kommentaren zu interessanten Diskussionen geführt hat. Interessant, weil sich manchmal auf in kleinen Dingen Bezug auf unseren FCS nehmen lässt, wie z.B. im Film "FC Venus – Elf Paare müsst ihr sein".

Natürlich werden einige denken, dass unser aller FCS dabei ein wenig zu kurz kommt. Dafür will ich nun ankündigen, dass wohl im Laufe dieser Woche das erste Highlight der neuen Saison im FCSBlog erscheinen wird. Mehr sei an dieser Stelle mal noch nicht verraten. Jedenfalls wird es auch für mich selbst eine äußerst interessante Angelegenheit werden.
Der FCS selbst bestreitet heute ja seine Generalprobe vor dem Ligastart in Neunkirchen. Dafür reist die Mannschaft in die Stahlstadt Dillingen, um dort gegen den Landesligisten FV 07 Diefflen anzutreten. Ich selbst werde vor Ort sein, da Dillingen fast wie ein Heimspiel für mich ist. Auch das Parkstadion, sicherlich eine der schönsten, sowie kultigsten Sportstätten des Saarlandes, lohnt den Besuch:

'dillingen 002' von Carsten_FCS

Zum Abschluss des heutigen Beitrags eine Sache, die ich per Zufall entdeckt habe. Es ist ja die Neugier jedes Bloggers, zu sehen, wo man auf ihn Bezug nimmt, wo er verlinkt wird oder wo sein Werk gar zum Gesprächsthema wird. Ich hätte jedoch nie erahnen können, dass mein Blog eines Tages zur Quelle für einen Eintrag in der Wikipedia wird. Scheinbar hat ein aufmerksamer Leser Bemerkungen aus meinem Portrait über Daniel Kovacevic(bzw. Danijel Kovačević) in den Wikipedia-Artikel des Spielers(Version vom 16.02.07) übernommen.
Sollte über mich irgendwann ein Wikipedia-Artikel geschrieben werden, hoffe ich aber nicht, als "Spötter" bezeichnet zu werden (-_o).

Bis bald!

Carsten

Samstag, Juli 21, 2007

Gemeinsam gegen das Sommerloch: Filme (aus Deutschland und Frankreich)

Da meine Empfehlungen für die Zeit des Sommerlochs bisher zu einigen Diskussionen angeregt haben und mir bei meiner Stoffsammlung (oder wie einige Pädagogen auf Neudeutsch sagen würden: "Braimstorming") nicht nur Sportfilme begegnet sind, will ich die Zeit vor dem Saisonstart noch mit weiteren Filmvorschlägen begehen(was nicht heißen soll, dass der FCS hier ganz untergeht).
Falls ihr selbst noch irgendwelche Filme habt, die ihr für unbedingt sehenswert haltet, so lasst sie uns doch alle über die Kommentare wissen ;-). Dieses Mal habe ich als Motto "Filme aus Deutschland und Frankreich" gewählt, da das Saarland, auch aus historischen Gründen, enger als andere Bundesländer mit Frankreich verbunden war (was man ja teilweise noch am FCS sieht) und meiner Meinung nach viele Produktionen aus diesen beiden Ländern im Glanz teurer Hollywood-Produktionen ein wenig untergehen. Also habe ich mir jeweils fünf Filme aus Deutschland und Frankreich herausgesucht, die ich hier kurz erwähnen möchte.(Notiz am Rande: Bei einigen Filmen sind, wie es oft im Filmgeschäft der Fall ist, mehrere Länder an der Produktion beteiligt.)

Filme aus Frankreich:

1. Der Schakal (1973)

Spannender Polit-Thriller mit dem damals noch relativ unbekannten Schauspieler Edward Fox, der hier einen Profikiller spielt. Er soll im Auftrag einer französischen Untergrundorganisation den französischen Präsidenten Charles de Gaulle ermorden. Damit beginnt eine stetige Verfolgungsjagd, bei welcher "der Schakal" sein gesamtes Können als Verkleidungskünstler und effizienter Berufskiller aufbieten muss.
Einer der wenigen Filme, der den Spannungsbogen konsequent bis zur letzten Minute oben hält.

2. Vidocq (2001)

Wer hier eine nüchternen, biographischen Film über den ehemaligen Verbrecher und späteren Direktor der Sûreté Nationale erwartet, hat den falschen Film erwischt. Vielmehr wird auf der historischen Persönlichkeit des Eugène François Vidocq eine fantasievolle Geschichte aufgebaut, die sich hauptsächlich um die Gestalt des "Alchimisten" dreht. Als Vidocq(Gérard Depardieu) diesen aufhalten soll, stirbt er. Der Film erzählt von nun an in Rückblenden und aus der Sicht des jungen Etienne Boisset(Guillaume Canet), der die Geschichte rekonstruieren will.
Bildgewaltiger Film, der ständig zwischen Horror und Fantasy gleitet.

3. Tanguy – Der Nesthocker (2001)

Eigentlich ist das Leben des 28-jährigen Tanguy(Eric Berger) bisher das reinste Vergnügen gewesen. Er genießt alle Freiheiten, die man nur genießen kann und nutzt dies für sein Studium aus. Das einzige Problem ist, dass er immernoch bei seinen Eltern wohnt, die ihn langsam als störend und nervig empfinden. Es beginnt ein Krieg auf psychologischer Ebene, der nur auf ein Ziel richtet: Tanguy soll endlich selbstständig werden!
Herrlich schwarzhumorige Komödie, in der vor allem die Eltern groß aufspielen und sowohl Liebe, als auch Hass für ihren Sohn empfinden.

4. Taxi (1998)


Daniel(Samy Naceri) ist gerade vom Pizzaboten zum Taxifahrer geworden, als er zufällig die Bekanntschaft des erfolglosen Polizisten Émilien(Frédéric Diefenthal) macht. Da Daniel seinen eigentlichen "Beruf" aber lieber als Rennfahrer interpretiert, steht er nach einer Fahrt mit Émilien davor, seinen Führerschein zu verlieren. Es bietet sich ein Deal an, der es ihm ermöglicht, doch nicht zum Fußgänger zu werden: er muss der Polizei im Kampf gegen die "Mercedes-Bande" helfen.
Erster Teil einer von Luc Besson produzierten, erfolgreichen Filmreihe. Der Film lebt vor allem vom ungleichen Hauptdarstellerpaar und seinen hervorragenden Effekten.

5. Der Boß (1985)

Der Verbrecherboss Grimm(Jean-Paul Belmondo) überfällt in seiner Verkleidung als Clown die größte Bank Montreals und nimmt Kunden wie Bankangestellte als Geiseln. Innerhalb kürzester Zeit ist das Gebäude von der Polizei umstellt, was den "Boss" jedoch noch lange nicht aus dem Konzept bringt.
Einer von Belmondos besten Filmen(wenn nicht gar der beste) mit faustdicken Überraschungen und unvorhergesehenen Wendungen, der vor allem durch den Witz Belmondos und Kim Cattrall brilliert.

Filme aus Deutschland:

1. 23 – Nichts ist so wie es scheint (1998)

23 erzählt die Geschichte des wohl bekanntesten deutschen Hackers Karl Koch, welcher im Film überzeugend von August Diehl dargestellt wird. Bekannt wurde er vor allem für den sogenannten KGB-Hack in den 80er Jahren.
Auf wahren Begebenheiten beruhend erzählt der Film die Geschichte Kochs mit Tiefgang, zeigt seine Anfänge als Hacker und den Absturz in eine Welt aus Kriminalität, Drogenkonsum und der fortwährenden Angst vor Verschwörungen. Zum Ende hin wird der Film selbst zur Verschwörungstheorie, da Kochs Schicksal nie endgültig aufgeklärt werden konnte.

2. NVA (2005)

Für Henrik(Kim Frank) beginnt mit dem Eintritt in die "Nationale Volksarmee" ein neuer Lebensabschnitt. Einzig die Bekanntschaft mit dem rebellischen Krüger(Oliver Bröcker) bringt Leben in den tristen Armeealltag, würde er nicht bei einem Manöver die junge Marie(Jasmin Schwiers) kennenlernen. Doch diese ist die Tochter des autoritären Oberst Kalt(Detlev Buck)...
In Zeiten der Ostalgie finden sich auch zunehmend Filme über die DDR-Zeit im Kino. NVA gehört dabei sicherlich zu den besten Vertretern. Vor allem Detlev Buck spielt seine Rolle herrlich komisch.

3. Das Experiment (2001)

Am Anfang ist alles nur ein wissenschaftliches Experiment, das den Teilnehmern 4000 Mark verspricht und einer Studie über menschliches Verhalten dient. 21 Teilnehmer werden in Gefangene und Gefängniswärter eingeteilt und sollen den Alltag in einer Justizvollzugsanstalt simulieren. Jedoch beginnt Taxifahrer Tarek(Moritz Bleibtreu) die Wärter zu provozieren.
Auch dieser Film hat ein reales Vorbild und zeigt, wie schnell Macht Menschen gewissenlos werden lässt. Einer der besten deutschen Psycho-Thriller der letzten Jahre.

4. Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding (1999)

Keek(Oliver Korittke) hat einige Probleme. Nachdem er den Anteil des inhaftierten Kalle(Ralf Richter) an einem Banküberfall selbst ausgegeben hat und dieser auf einmal vor seiner Tür steht, kann er ihm nicht den versprochenen Mercedes kaufen. Die Zeit, sowie der psychopathische Kalle drängen zu einem erneuten Überfall. Dieses Mal ist die Spedition von Werner Kampmann(Diether Krebs) das Ziel.
Schräge Ruhrpottkomödie, die vor allem durch witzige Einfälle glänzt. Erster Teil der sogenannten "Unna-Triologie" von Regisseur Peter Thorwarth.

5. Anatomie (2000)

Die junge Paula(Franka Potente) begibt sich zur Universität Heidelberg , um dort Medizin zu studieren. Auf der Zugfahrt rettet sie einem Mann, indem sie ihn wiederbelebt. Genau jener Mann liegt kurze Zeit später als Leiche auf ihrem Seziertisch. Doch das ist erst der schockierende Anfang dessen, was Paula erwartet.
Ein deutscher Horrorfilm, der sich von der Masse an Teenie-Slashern zu abheben vermag? In meinen Augen ja, da hier die Geschichte glaubwürdig und mystisch zugleich erscheint und auch das Verwenden der Plastinate Bezug zu aktuellen Themen verspricht. Zudem ist die Rolle wie perfekt für Franka Potente geschaffen und lässt einige frühere Klischees über Frauenrollen im Horrorfilm verblassen.

Das waren meine Tipps für heute, vielleicht findet der ein oder andere ja einen Film für ein verregnetes Wochenende!

Donnerstag, Juli 19, 2007

Erst Altach, jetzt Maastricht?

Es ist jetzt kurz vor eins, am 19.07.2007. Eigentlich wollte ich in wenigen Minuten den Rechner herunterfahren und mich dann mit Döblins "Berlin Alexanderplatz", was meine derzeitige Schullektüre ist(und ein so dicker Schinken, dass ich ihn schon jetzt für das kommende Schuljahr lesen muss). Wie gesagt, "eigentlich"...

Eine der Fragen, die mich in letzter Zeit beschäftigte, war, was denn Julien Lücke so treibt. In keiner Spielerliste des FCS ist er aktuell aufgeführt. Bei einem meiner letzten Besuche am Sportfeld meinte ein älterer Herr, dass niemand wüsste, wo sich Lücke gerade befinde. Ein Blick ins Internet bewältigt dieses Problem: Julien Lücke befindet sich im Probetraining beim holländischen Verein MVV Maastricht.

Beim Namen "Maastricht" dürften die Ohren aller FCS-Fans hellhörig werden. Ist das nicht der Verein, der uns in der Winterpause schon Sven Lintjens und Philipp Haastrup abgenommen hat?
Und schon damals erschien es wohl vielen geradezu suspekt, dass zwei Spieler, die beim FCS selten glänzten für diesen Verein doch von Interesse waren. Aber damit sind die Merkwürdigkeiten noch lange nicht zuende...

-Sven Lintjens hat Maastricht, wie Saarbrücken, nach einem halben Jahr wieder verlassen. Zufall?
-Der Trikotsponsor Maastrichts ist ein Anbieter von Parkplätzen, der alleine in Saarbrücken insgesamt 15-mal(!) vertreten ist. Zufall?
-Schon Raymond Beerens, einer der Einkäufe der T.v.H.-Ära, verließ den FCS Richtung MVV Maastricht. Zufall?

Ich könnte nun sagen, dass ich mir da ein Gehirngespinst eingefangen habe und genauso gut endlich zu meiner Lektüre übergehen sollte, hätte ich nicht fatalerweise den Entschluss gefasst, mich zur offiziellen Seite des Vereins durchzuklicken. Dort findet man zurzeit nur eine Ansammlung von Nachrichten, u.a. einen Spielbericht zu einem Test gegen unseren pfälzischen Erzrivalen. Und welcher FCS-Spieler fällt einem sofort, ohne auch nur ein Wort gelesen zu haben auf?

'thiebaut' von Carsten_FCS

Gunter Thiebaut, ehemaliger Publikumsliebling und Kanonier in Diensten des FCS!
Auf dem Foto zum Spielbericht verdeckt er geschickt Philipp Haastrup, den einzigen Treffer für die Holländer markierte hingegen der dritte Ex-FCSler und Testspieler Julien Lücke. Bemerkenswerterweise scheinen alle einen Verein gefunden zu haben, in dem sie sich bewähren und bestehen können.

Bei der österreichischen FCS-Filiale SCR Altach war ich schon dazu geneigt, die ganze Sache als bizarr zu betrachen, mit der Umgestaltung Maastrichts zu einem niederländischen FCS ist jedoch alles klar:

Hinschbergers Vision von einem "Modell Saarbrücken" ist keinesfalls haarsträubende Fantasie! Das "Modell Saarbrücken" hat längst Schule gemacht und wurde bereits nach Österreich und Holland exportiert!


So schnell hat vermutlich noch keine Vision, geschweige denn Ankündigung, eines FCS-Präsidenten so schnell eine Umsetzung in die Realität gefunden.
Was folgt wohl als nächstes?

Ein detailgetreuer Nachbau des Ludwigsparks in Schottland?
Eine Delegation ehemaliger, französischer FCS-Spieler in Georgien?
Oder verpflichtet Maastricht sogar den vertragslosen Faysal El Idrissi (siehe Abbildung oben)?

Es bleiben weiterhin viele offene Fragen, aber wir haben heute ein weiteres Stück des Puzzles erhalten...

Mittwoch, Juli 18, 2007

Gemeinsam gegen das Sommerloch: Filme (Sport)

Als ich beim letzten Mal Tipps gegen die Langeweile, die so manche Sommerpause beherrscht, gab, handelte es sich um Bücher, die ich alle für lesenswert halte. Einige Leute schien dies wirklich zu interessieren, was mich freut, aber damit will ich es noch nicht enden lassen. Da man aber aber nicht immer die Zeit und Lust zum Lesen hat(ich hoffe doch, dass zumindest die Leser dieses Blogs hier gerne lesen ;-)), habe ich mich entschlossen, noch ein paar Filmtipps zu geben. Als ich dann anfing, mir alle möglichen Filme, die mir grade einfielen, aufzuschreiben, stellte mich das wiederum vor ein weiteres Problem: es waren zu viele!

Dies bedeutet entweder, dass mein Filmgeschmack zu anspruchslos ist oder ich einfach zu viele Filme sehe. Oder sind am Ende gar alle sehenswert? Ich denke, dass man diese Entscheidung nur für sich selbst treffen kann. Jedenfalls fange ich heute mit herausragenden Filmen über Sport an(schließlich sind wir in einem Fußballblog), die ich jedem nur weiterempfehlen kann.

1. Fever Pitch (1997)

Die Erstverfilmung von Nick Hornbys Bestseller gehört zu den besten Vertretern des "Fußball-im-Film"-Genres. Die Leidensgeschichte des FC Arsenal ist dabei eng mit der des Protagonisten Paul verbunden, der trotz seiner Tätigkeit als Lehrer im Herzen immernoch derselbe Junge ist, der früher Legenden wie Charlie George in Highbury zujubelte. Die Beziehung zwischen Paul und einer Kollegin wird dabei witzig umgesetzt, sodass sich Liebe und Fußball im Film perfekt ergänzen und ihm zu einer gelungenen Verfilmung des Stoffes machen. Um die 2005er Version von "Fever Pitch" mit Jimmy Fallon und Drew Barrymore sollte man lieber einen großen Bogen machen.

2. Goal - Lebe deinen Traum (2005)

Das von der FIFA unterstützte Filmprojekt erzählt die Geschichte des mexikanischen Einwanderers Santiago Muñez, der in den USA von einem Talentscout entdeckt wird. Sein Weg führt ihn zunächst zum Traditionsverein Newcastle United, wo ihn ein harter Konkurrenzkampf und die Schwierigkeiten des Profilebens erwarten.
Die Stärken der Filmtriologie (von der bisher zwei Teile erschienen sind) liegt in der glaubwürdigen Umsetzung der Gepflogenheiten der Fußballszene. Wem die Rahmengeschichte zu vorhersehbar erscheint, wird mit den unglaublich guten Darstellungen der Fußballsequenzen entschädigt.

3. Rollerball (1975)

Obwohl die Sportart, welche dieser Film behandelt, (glücklicherweise) nicht existiert, nenne ich ihn hier. Die düstere Zukunftsvision, in der Individualität ausgelöscht wurde und nur die brutale Sportart "Rollerball" die Bedürfnisse der Masse befriedigt, gehört in jede gute Filmsammlung. Ein einzelner Spieler namens Jonathan E. (James Caan) bringt dabei mit seinem Herausragen aus der Masse die Ideologie der herrschenden Konzerne ins Wanken und sein Leben in Gefahr.
"Rollerball" gehört sicher zu den kontroversesten Filmen, auch aufgrund seiner, für damalige Zeiten, extremen Gewaltdarstellung.

4. Fußball ist unser Leben (2000)

Sympathische Ruhrpottkomödie mit Uwe Ochsenknecht und Ralf Richter, die ganz im Zeichen von Schalke 04 steht. Der eigentliche Star des Films heißt aber Pablo Antonio "Dios" Di Ospeo (Óscar O. Sánchez) und ist der überbezahlte Spielmacher mit Starallüren. Körperlich unfit, koksend und auf dem Sprung zu Inter Mailand wird er von seinem Fanclub entführt und vor dem Saisonfinale in einen komplett neuen Spieler verwandelt. Parallelen zu einigen realen Fußballspielern sind hierbei kaum zu übersehen. Man muss Schalke 04 nicht mögen, um diesen Film zu lieben. Vor allem die Szene, in der Dios seine Glaubwürdigkeit beschwört, genießt Kultstatus.

5. The Football Factory (2005)

Exzellenter britischer Film über den Alltag des Chelsea-Anhängers Tommy Johnson (Danny Dyer), der nur für das Wochenende und die damit verbundenen Schlägereien mit gegnerischen Fans lebt. Wo es "Hooligans" an Glaubwürdigkeit mangelt, punktet dieser Film mit Humor, lässt aber auch nicht den inneren Konflikt des Protagonisten unbeachtet. Brilliant besetzt ist auch die Rolle des leicht psychopathischen Billy Bright (Frank Harper), der schonmal in einem Pub ausrastet, nur um die Pokalauslosung verfolgen zu können.
Ich kann den Film, sowie den guten Soundtrack, jedem nur empfehlen!

6. Schlappschuss (1977)

Natürlich darf auch dieser Film in dieser Aufzählung nicht fehlen. Die Komödie beginnt mit den "Charlestown Chiefs", die in der Eishockeywelt eigentlich nur noch den chronischen Punktelieferant geben. Dies ändert sich jedoch mit der Verpflichtung der Hanson-Brüder, die zunächst von Spielertrainer Reggie Dunlop (Paul Newman) als unfähig angesehen werden, aber schon bald maßgeblich zum Erfolg des Teams, das eigentlich aufgelöst werden soll, beitragen. Herrlicher Film über die Eigenheiten des Eishockeys.

7. FC Venus – Elf Paare müsst ihr sein (2006)

Das MTV-Moderatorenpaar Christian Ulmen und Nora Tschirner spielt hier ein Ehepaar(Paul und Anna), das von der Großstadt Berlin ins beschauliche Imma, den Heimatort von Paul zieht. Hintergrund ist der Fußballverein "Eintracht Imma 95", der die Hilfe seines ehemaligen Führungsspielers Paul benötigt. Anna, die Fußball bis auf den Tod hasst, nimmt das zum Anlass selbst eine Fußballmannschaft aufzustellen. Sie geht mit Paul eine Wette ein, die über das Schicksal der fußballverrückten Männer Immas entscheiden soll.
Witziger Film mit überraschenden, wie interessanten Wendungen.

8. Mean Machine (2001)

Remake des Footballfilms "The Longest Yard" mit Burt Reynolds. Die Handlung ist geblieben, jedoch spielt sie nun in England und dreht sich um Danny Meehan (Vinnie "The Axe" Jones), den ehemaligen Kapitän der englischen Nationalmannschaft, der nach einer Prügelei im betrunkenen Zustand im Knast sitzt. Vinnie Jones ist wohl der bekannteste Fußballer (Wimbledon, Chelsea), der ins Schauspielfach gewechselt hat und in diesem Film spielt der den gefallenen Helden mehr als glaubwürdig. "Mean Machine" lebt von Jones wie von seinen schrägen Mithäftlingen (u.a. Jason Statham als Torwart des Gefängnisteams).

9. Das große Basketball-Kidnapping (1996)

Film mit Starbesetzung (Daniel Stern, Dan Aykroyd) über zwei Anhänger von Celtic Boston, die den Starspieler des Finalgegners Utah Jazz entführen. Wer nun vermutet, dass dieser Basketballfilm einen ähnlichen Verlauf wie "Fußball ist unser Leben" (siehe oben) nimmt, irrt. Als der Spieler aus der Gefangenschaft entkommt, dreht dieser den Spieß kurzerhand um und stellt die beiden Celtic-Fans vor eine folgenschwere Entscheidung. Kurzweiliger Film über eine der beliebtesten US-Sportarten.

10. Deutschland. Ein Sommermärchen (2006)

Jeder, der wissen wohl, warum Klinsmanns Methoden innovativ und erfrischend waren, sollte sich diese Dokumentation ansehen. Die Kamera begleitet die Deutsche Nationalelf vor und während der WM 2006 und gibt einen Einblick in den harten Trainingsalltag. Stellenweise ein wenig trocken wirkend, verfehlt der Film an wichtigen Stellen wie dem Neuville-Tor gegen Polen seinen Effekt nicht. Es bleibt nur zu hoffen, dass "Poldi" und "Schweini" lieber weiterhin Fußball spielen und nicht ins Filmgeschäft wechseln. Jedoch ist das Sommermärchen einer der wichtigsten und zweifelsohne prägensten Fußballfilme überhaupt. Heimlicher Star des Films: "Adi" Katzenmeier.

Das waren meine ersten Filmtipps, die euch hoffentlich Anregungen liefern, wie man einen verregneten Nachmittag oder einen gemütlichen Abend verbringen könnte. Beim nächsten Mal folgen weitere Empfehlungen, die sich dann einmal vom Sport wegbewegen und weit über den Rand des FCSBlogs hinausblicken werden.

Montag, Juli 16, 2007

Testspieleindrücke

Es ist ein altbekanntes Ritual, das sich jeden Sommer wiederholt: Testspiele des FCS gegen saarländische Verbands- und Landesligisten. Lagen die Vereine vor Jahren bis zu vier Ligen auseinander, so sind die Unterschiede heute deutlich geschrumpft, auch aus sportlicher Sicht.

Riegelsberg (4:2-Sieg):

'fcs07 008' von Carsten_FCS

Leider war es mir nur vergönnt, die zweite Halbzeit zu sehen. Verpasst hatte ich damit aber keine großartige Leistung des FCS in der ersten Halbzeit, die mit 1:1 endete. Als ich ankam, fiel gerade das 2:1 durch Alexander Otto und kurz darauf das 3:1, bei dem Charles Haffner den Ball per Freistoß verwandelte. Dem gelungenen Auftakt folgte ein Spiel, welches nur Richtung Riegelsberger Tor ging, allerdings ein wenig Treffsicherheit vermissen ließ. Im Großen und Ganzen war die Leistung jedoch zufriedenstellend, da auch Neuverpflichtungen wie Jülich eine solide Arbeit leisteten.
'fcs07 003' von Carsten_FCS
Auch Özgün zeigte, dass er seine Rolle als Stürmer nicht so egoistisch wie manch anderer interpretiert. Leider blieb sein Torerfolg aus, da er sich nur wenig ernsthafte Chancen erarbeiten konnte. Gegen Ende des Spiels durften die Tornetze beider Gehäuse noch einmal zappeln: Gökham Impis traf zum 4:1 und kurz darauf retteten die Riegelsberger mit ihrem zweiten Tor die Ehre. Der abgefälschte Schuss war dabei für Fabian Seel unhaltbar.
'fcs07 009' von Carsten_FCS

Dudweiler (1:0-Sieg):

'fcs07 055' von Carsten_FCS

Über dieses Spiel sollte eigentlich der Mantel des Schweigens gedeckt werden. Nachdem man über eine halbe Stunde brauchte, um ein Schiedsrichtergespann aufzutreiben, ging es sehr müde los. Die Spieler wirkten, wohl aufgrund der Strapazen des Trainings und der vergangenen Testspiele, ausgelaugt. Man trat in Dudweiler nicht in Bestbesetzung an und wechselte auch nur zweimal. So dauerte es wieder eine knappe halbe Stunde, bis der Ball im Tor landete. Özgün lief alleine auf das Tor zu, wurde vom Torwart von den Beinen geholt, der Schiedsrichter erkannte auf Vorteil und Hajdarovic drückte den Ball über die Linie(Remember Lehmann vs. Eto´o!).
'fcs07 057' von Carsten_FCS
Bis auf einzelne Vorstöße über die linke Seite lief wenig beim FCS, positiv aufgefallen sind mir nur Luft und Humbert, die im Mittelfeld spielten. Lange Bälle wurden nicht zum Erfolgsrezept in Dudweiler. In der zweiten Halbzeit hätte Karaoglan noch das 2:0 erzielen können, jedoch gab es auch Phasen, in denen Dudweiler nahe am Ausgleich war. Kurz vor Schluss nahm Zydko noch den kürzeren Weg in die Kabine, nachdem ihm der Schiedsrichter die zweite Gelbe Karte zeigte. Alles in allem ein mehr als müder Kick in Dudweiler, bei dem auf den Rängen mehr Aktivität als auf dem Platz herrschte. Den Mangel an Kreativität konnte auf dem Platz niemand kompensieren. Vielleicht sollte man noch einmal über einen neuen Spielmacher nachdenken.
'fcs07 065' von Carsten_FCS

Samstag, Juli 14, 2007

Gemeinsam gegen das Sommerloch: Bücher

Obwohl der Ligastart gegen Neunkirchen nicht mehr in allzu weiter Ferne liegt, beginnt Mitte Juli die Zeit, in der das Sommerloch sein Unwesen treibt. Die Internetforen quillen vor sinnlosen und unnötigen Beiträgen über, die einem die Lust am Schreiben erschweren. Wer arbeitet, muss teilweise bei brütender Hitze(Danke an Markus für den Hinweis ;-) im Büro sitzen oder hat ganze Tage nur Regen im Blickfeld. Schüler gehen zumeist ins Schwimmbad, wissen oft nicht was sie mit der Zeit anfangen sollen und abends gammelt jeder vor der Glotze herum, wenn nicht irgendwo ein Fest ansteht.
Diesen Sommer werde ich ein paar Anregungen und Empfehlungen zu Dingen, die mir interessant oder sehenswert erscheinen, abgegen. Ich fange einfach mal mit den lesenswerten Dingen an und gebe eine Auswahl meiner Lieblingsbücher.

Top 5 Fußball:

1. 100 Jahre 1. FC Saarbrücken - Das Fanbuch (Herausgeber: Müller/Rodenbüsch)

Man kann es vielleicht als optimale Ergänzung zur offiziellen Jubiläumsschrift "Die Molschder" sehen, aber ich sehe es immernoch als eigenständiges, liebevoll aufgearbeitetes Werk von Fans für Fans. Neben zahlreichen Texten aus Fanzines und historischen Rückblicken, gibt es auch Interviews mit ehemaligen Spielern. Erwähnen muss man auch den ausführlichen Statistikteil, welcher bis zur Saison 2003/2004 reicht und auch Fanclubs erfasst.

2. 1.000 ganz legale Fußballtricks (Autor: Arnd Zeigler)

Obwohl ich Werder Bremen nicht sonderlich mag, gefallen mir Zeiglers Kolummnen, die sich von Ende 2002 bis Anfang 2006 in gesammelter Form in diesem Buch finden lassen. Abgerundet wird das Werk durch zahlreiche Schnappschüsse von Spielern, welche diesen heute wohl mehr als peinlich sind. Wer es einmal gelesen hat, wird zu dem Schluss kommen, dass Zeiglers Buch gut für den deutschen Fußball ist.

3. Die 100 >>schönsten<< Schikanen gegen Fußballfans (Herausgeber: BAFF)

Ein Buch für jeden, der seine Mannschaft auch auswärts unterstützt. Die Geschichten unterscheiden sich zwar häufig in der Länge, was jedoch keinen davon abhält, sich Gedanken über das Gelesene zu machen. Auch Leuten, die noch nie irgendwelche Probleme mit Ordnern oder Polizei hatten, sei das Lesen empfohlen, da man nach dem Lesen nur selten aus dem Staunen herauskommt. Das entschuldigt die stilistischen Schwächen einiger Geschichten. Das Nachfolgewerk wurde zwar für den vergangenen Sommer angekündigt, lässt aber leider weiterhin auf sich warten.

4. Fast alles über Fussball (Autor: Christoph Biermann)

Gelungene Mischung aus Daten, Fakten und Anekdoten. Es ist wohl nicht alles über Fußball, aber mehr als man wirklich wissen muss. Wer selbst ein Statistikenfanatiker (wie ich) ist und von Aufzählungen aller Weltmeister in diversen Büchern gelangweilt ist, wird an diesem Buch von Christoph Biermann seine helle Freude haben.

5. Top Boys (Autor: Cass Pennant) bisher nur auf Englisch erschienen

Auf meiner Englandreise musste ich mir natürlich auch englische Fußballbücher zulegen. Meine Wahl fiel auch auf dieses Buch zum Thema "Fußballgewalt", in welchem Cass Pennant (der wohl bekannteste Autor zu diesem Thema) Interviews mit Hooligans aus Großbritannien, Russland und Holland führt. Richtige Beweggründe bleiben leider aus, jedoch ist das Buch interessant zu lesen und bietet neben vielen Anekdoten auch einen anderen Blick auf dieses kontroverse Thema. Wer dieses Buch lesen will, sollte einigermaßen gute Englischkenntnisse haben (und sich nicht vor Umgangssprache fürchten) und sich zu diesem Thema (wie immer) Gedanken machen.

Top 5 Allgemein:

1. Der Aufmacher (Autor: Günter Wallraff)

Ein Meilenstein des investigativem Journalismus. Günter Wallraff ist hier "Hans Esser" und berichtet für die BILD-Zeitung. Was heute BILDblog nur aus einer gewissen Distanz betrachten kann, erlebte "Esser" in den 70ern aus nächster Nähe.

2. Die purpurnen Flüsse (Autor: Jean-Christophe Grangé)

Ich habe das Buch gelesen, nachdem ich den Film gesehen habe und bin trotzdem begeistert gewesen. Bis ins letzte Detail geplant, erzählt Grangé die Geschichte zweier Polizisten, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können und lässt beide in den französischen Alpen ermitteln. Im Gegensatz zum Film gibt es einige gravierende Veränderungen, welche man vor allem am Ende des Romans bemerkt.

3. Molwanîen. Land des schadhaften Lächelns (Autoren: Cilauro, Gleisner & Sitch)

Der Buchtipp für jeden, der den Sommer über nicht in Urlaub fährt. Die fiktive Reise nach Lutenblag oder in die Große Ebene macht auch zuhause richtig Spaß. So mancher Urlauber wird wohl beim Lesen an seine schlimmsten Ferienerlebnisse erinnert werden.

4. Im Kabinett des Todes (Autor: Stephen King)

Diese Sammlung von Kurzgeschichten des berühmten Horrorautors deckt die verschiedensten Geschmäcker ab. Er spielt mit den menschlichen Ängsten, versucht sich an den letzten Tagen John Dillingers und gibt sogar ein modernes Märchen zum Besten. Die Kurzgeschichten zeigen sich vielseitig, sodass man nicht immer von einem "typischen King" sprechen kann.

5. Geschichten aus dem Wiener Wald (Autor: Ödön von Horváth)

Ein Drama, welches die Kritik an der Einfältigkeit des kleinbürgerlichen Milieus der 30er Jahre nicht besser hätte verpacken können. Szenen, die auf den ersten Blick komisch wirken, gewinnen schnell einen anderen Charakter und zeigen die Verlogenheit der Wiener Gesellschaft, in der sich auch der Nationalsozialismus ausbreiten konnte. Dargestellt wird dies alles am Absturz der Protagonistin Marianne, deren Situation sich nur zum Schein ins Bessere verkehrt, als sie ihren Verlobten Oskar für den Frauenhelden Alfred verlässt.


Beim nächsten Mal werde ich einige Filmempfehlungen präsentieren.
Fortsetzung folgt!

Dienstag, Juli 10, 2007

Mitgliederversammlung

Saarbrücken, Saarlandhalle 09.07.2007.

Es ist kurz nach fünf, als ich am Gelände des Ludwigsparks angekommen bin. Einige Meter von mir entfernt macht sich auch Reinhard Klimmt auf den Weg zum Eingang der Saarlandhalle. Aus der Menschenleere hinaus geht es in den Vorraum der Halle, wo mich ein hohes Aufgebot von Ordnungspersonal erwartet. Einer Kontrolle werde ich nicht unterzogen, sondern freundlich darauf hingewiesen, dass ich den Mitgliedsausweis im Nebenraum erst vorweisen muss. Dort angekommen gehe ich an einen der vier Tische und trage mich in der Liste mit meinem Namen ein. Zusätzlich muss ich noch meinen Mitgliedsausweis und meinen Personalausweis vorzeigen. Dafür erhalte ich vier verschiedenfarbige Wahlzettel, Essens- und Getränkebons für je zwei Euro und einen Kugelschreiber.

'fcs07 036' von Carsten_FCS

In einem weiteren Nebenraum lässt sich bereits unschwer erkennen, dass hier der offizielle Teil des Abends stattfinden wird. Grüne Stühle füllen den Raum, der saarländische Rundfunk hat bereits ein Kamerateam aufgebaut, FCS-Fahnen hängen an den Wänden und unter dem Banner mit der Aufschrift "1. FC Saarbrücken e.V." sind das Rednerpult sowie die reservierten Plätze für die Vereinsoberen. Langsam treffen die Protagonisten des Abends ein: Ebertz, Hinschberger, Weller, Klimmt und Meiser. Die Räumlichkeiten füllen sich mit Mitgliedern, die meisten davon im Anzug. Der Ansturm auf die Veranstaltung ist mit augenscheinlich 400 Menschen recht groß. Unter ihnen sind auch einige Virage-Est-Leute, welche, eigens mit passenden T-Shirts erschienen, sich neben den Pressevertretern niederlassen.

Als Klaus Meiser die Verantstaltung offiziell einläutet, ist die Zeit bereits fortgeschritten. Hartmut Ostermann lässt sich aus gesundheitlichen Gründen entschuldigen. Es folgt die erste längere Rede, die nicht wirklich viel Interessantes in sich birgt. Die Stimmung im Saal ist dabei noch ruhig, da man auch weiß, dass die interessanten Punkte der Tagesordnung erst später anstehen. Schier endlose Reden sind der erste Teil des Programms, gefolgt von Ehrungen verdienter Mitglieder. Der erste Programmpunkt, der genaueres Zuhören lohnt, ist der Bericht des Präsidiums. Klaus Meiser wiederholt zunächst den Inhalt vieler vorheriger Interviews, in welchen das hervorragende Abscheiden der Frauen- und Jugendabteilung gelobt wurde. Natürlich stünde der FCS in keiner so auswegslosen Situation, wie es oft dargestellt, und ohne das Engagement von Hartmut Ostermann ginge es dem Verein bedeutend schlechter, lässt Meiser verlauten. Um den Bericht des Präsidiums mit Zahlen zu versehen, darf Dieter Weller erläutern, mit welchen Etats der Verein in die kommende Saison geht. Dieser liegt insgesamt bei ca. 2,8 Mio. Euro, wovon allein 2 Mio. Euro für die 1. Mannschaft eingeplant sind. Mit dem restlichen Geld werden Verbandsligamannschaft, Frauen-, Jugend- und Tischtennisabteilung bezahlt. Selbst Klaus Meiser scheint die Summe wohl ungewöhnlich hoch zu erscheinen, da er zunächst davon ausgeht, dass sich der Gesamtetat auf 2 Mio. Euro belaufen würde. Desweiteren hat der Verein laut Weller keine offenen Kredite, könne aber auch keine Kredite annehmen, was auf die Kirch-Krise zurückzuführen ist.

Im Bericht des Aufsichtsratsvorsitzenden Reinhard Klimmt wird erneut vieles, was längst gesagt wurde, paraphrasiert und der persönliche Standpunkt miteinbezogen. Den Mitgliedern hält Klimmt vor Augen, dass im Falle einer Nichtwahl des Aufsichtsrats der Verein keinerlei Alternativen hat, was von einigen Mitgliedern als "Friss oder stirb!" gedeutet wurde. De facto hat Klimmt jedenfalls recht, da es keine anderen Vorschläge an den Ehrenrat gab. Jedenfalls ist damit eine weitere Wahlempfehlung gegeben.

Danach folgen zahlreiche Berichte zu den einzelnen Abteilungen, die sich im Inhaltsschema gleichen. Immer wird auf die erfolgreiche Arbeit aller Beteiligten unter finanzieller Unterstützung des Hauptsponsors verwiesen, wofür es immer von denselben Personen Beifall gibt. Ich entziehe mich für diesen langweiligen Teil des Abends des Geschehens und gehe meine Essens- und Getränkebons einlösen.

Interessant wird es bei der "Aussprache zu den Berichten". Die erste Frage dreht sich darum, ob das (für die Oberliga hohe) Budget denn auch abgesichert ist. Anstelle einer klaren Antwort bekommen wir erneut Vorträge von Weller und Meiser mit der Erkenntnis, dass man zwar nicht voll abgesichert, aber optimistisch ist. Danach meldet sich ein älterer Herr zu Wort, welcher fast rührend Kritik am Vorstand übt und vollkommen zurecht großen Applaus erntet. Doch wie erwartet wird erneut repetiert und repetiert. Es folgen Fragen zum Sponsoring und der entstandenen Abhängigkeit. Diese werden meist mit dem schwierigen Prozess, Sponsoren aus dem Saarland zu finden, beantwortet.

Nachdem der, von der DFB-Mustersatzung vorgesehene, Wahlmodus kritisiert wird, erstarkt die Forderung nach einer Satzungsänderung. Es folgt eine Frage nach dem Ehrenrat, welche für große Verwirrung sorgt. Wann wurde der Ehrenrat zuletzt gewählt und wie wird er gewählt?
Das Besondere an dieser Frage ist die Tatsache, dass in der Satzung kein Wort über ein Wahlverfahren zum Ehrenrat steht. "Ad hoc" kann niemand die Frage beantworten und die Beteiligten am Rednerpult werden nervös. Nach einer Wartezeit ist zumindest klar, dass der Ehrenrat 2004 nach Verabschiedung einer DFB-gemäßen Satzung gewählt wurde. Klar ist nun auch, dass nur bei Ausscheiden eines Mitglieds aus dem Ehrenrat eine neue Personalie in dieses Gremium aufsteigen kann. Jedenfalls scheint in Sachen Vorbereitung auf solche Fragen bei MV noch ein dringender Nachholbedarf zu bestehen.

Die Kritik wird immer lauter, sodass sich irgendwann auch die Verteidiger des Aufsichtsrats und Präsidiums zu Wort melden. Totschlagrgumente wie "der Vorstand steht nicht auf dem Platz" oder "Söldnertruppe", wie sie seit Wochen auch auf ludwigspark.de publiziert werden, ziehen die Fragestunde so in die Länge, dass einige Mitglieder ungeduldig werden. Schließlich will man ja noch sein Bierchen trinken. Also wird irgendwann relativ flott festgestellt, dass es keine Fragen mehr gibt und die Vorstellung von Horst Hinschberger beginnt.

Hinschbergers Vorstellung ist dabei kurz, aber prägnant. Kämpferisch betont er den hohen Stellenwert des FCS, will neue Sponsoren an den Verein binden (was würde Herr Meiser dazu sagen?) und will bis Jahresende die Mitgliederstärke auf 2500 Leute bringen. An Ehrgeiz scheint es ihm also nicht zu fehlen. Als er seine Wunschvorstellung für den FCS in mehreren Jahren offenbart, kommt zum Glück nicht das befürchtete Wort "Bundesliga", jedoch der Begriff "Modell Saarbrücken", was wiederum überaus interessant klingt. Eines ist sicher: Hinschberger hat sich sehr viel Arbeit vorgenommen.
Man erfährt nebenbei, dass Hinschberger unter der Bedingung Präsident wird, dass Ostermann noch für weitere drei Jahre dem Verein als Sponsor erhalten bleibt.

Als nächster darf sich Harry Ebertz vorstellen, welcher routiniert und relativ ruhig ins Mikrofon spricht. Seine Worte scheinen vernünftig, wenn auch weniger aufsehenerregend wie die von Hinschberger.

Für die Durchführung des Wahlprozedere wird Werner Cartarius zum Wahlleiter bestimmt, dessen Auftritt für allgemeine Erheiterung sorgt. Nun soll der Abend nach dem verbalen Schlagabtausch in die Wahlen übergehen.
Bei den darauffolgenden Entlastungen zeichnet sich stets dasselbe Bild ab: ca. 30 Leute stimmen per Handzeichen gegen eine Entlastung, während der Rest einer Entlastung zustimmt.

Die Wahl des Aufsichtsrats folgt. Ein Mitglied stellt den Antrag auf geheime Wahlen, was bei vielen Anwesenden zu großer Entrüstung führt, da sich diese mental bereits auf den inoffiziellen Teil des Abends an der Theke und am Büffet eingestellt haben. Da Demokratie zum Glück doch noch ein klein wenig bedeutender als das Trinken ist, wird nun von den orangenen Wahlzetteln Gebrauch gemacht. Auf diesen kann man nur den Aufsichtsrat als Kollektiv wählen, was geschickt nach dem Motto "ganz oder garnicht" konzipiert wurde. Nach Einsammeln der Zettel wird die Wahl der ausbleibenden Ämter im Schnelldurchlauf per Handzeichen durchgeführt. Alle aufgestellten Kandidaten werden mit überwältigender Mehrheit gewählt, auch wenn ich die meisten Namen zum ersten Mal höre.

Der offizielle Teil wird nun, ganz inoffiziell, für beendet erklärt. Die meisten stehen schon draußen an der Theke, als das Ergebnis der geheimen Wahl bekannt gegeben wird: 62 Gegenstimmen, ca. 20 ungültige Stimmen und weit über 200 Stimmen für den neuen (fast unveränderten) Aufsichtsrat. Damit steht auch fest, dass Horst Hinschberger und Harry Ebertz ab sofort das Kommando über den FCS haben.

Fazit:
Erfreulich ist die Tatsache, dass 62 Gegenstimmen von einer wachsenden Opposition zeugen, wie sie in den letzten Jahren nicht der Fall war. Diese soll ein wichtiger und vor allem hinterfragender Begleiter des Vereins bleiben.
Horst Hinschberger ist ein Mann mit visionären Ansichten. Wenn er seine Worte auch in Taten umsetzt, könnte es einen wirklichen Neuanfang geben, trotz der größtenteils unveränderten Besetzung des Aufsichtsrats, welcher auch die Mitschuld an zwei Abstiegen in Folge trägt.
Im Übrigen war der Abend recht interessant, ein wenig unterhaltsam, hatte aber auch seine Längen. Alles in allem konnte man aber erwarten, dass sich vieles wiederholt.
Es bleibt, wie so oft, abzuwarten, ob jetzt der erste Schritt zum Neuanfang getan ist. Namen sind schließlich (noch) keine Taten!

Montag, Juli 09, 2007

Tag des Neuanfangs

Einen Tag nach dem eher schmeichelhaften 4:2-Testspielerfolg gegen Riegelsberg soll er also handfest gemacht werden, der Neuanfang des FCS.
Bei diesem Testspiel war er schon gegenwärtig, der Umbruch von alt zu neu: während (Noch-)Vizepräsident Klaus Meiser wie immer abseits des Sportplatzes zu sehen war, genoss der baldige Ostermann-Nachfolger Horst Hnschberger die Aufmerksamkeit der Menge, als er über die Laufbahn stolzierte.

Was wird/soll sich ändern?

Zunächst einmal die Besetzung des Präsidiums. Hinschberger und Ebertz nehmen die Plätze von Ostermann und Meiser ein, während Weller als Schatzmeister dem Verein weiterhin erhalten bleibt. Somit wird dieses Gremium auch keine großen Veränderungen in Sachen Parteizugehörigkeit vollziehen, auch wenn Hinschberger nicht gleichzeitig Hauptsponsor des FCS sein wird. Dafür hat Hinschberger angekündigt, vermehrt mittelständische Betriebe für ein Engagement beim FCS begeistern zu wollen.

Mit Harald Ebertz wird zudem ein alte Forderung der Fans erfüllt: ein ehemaliger Profi, welcher sportliche Kompetenz besitzt, wird Mitglied des Präsidiums. Der vorherigen Vereinsführung wurde nämlich stets vorgeworfen, sich trotz fehlendem Fachwissen in sportliche Belange einzumischen.

Ein wenig ernüchternd klingt die Ankündigung, dass der Vorschlag des Ehrenrats für den Aufsichtsrat insgesamt nur eine(!) personelle Veränderung vorsieht. Vor allem Reinhard Klimmt haftet der Vorwurf an, über Jahre hinweg alle Entscheidungen des Präsidiums unkritisch abgenickt zu haben und somit den Absturz des FCS mitverantwortet zu haben. Derweil pocht der Aufsichtsratsvorsitzende stets auf seine Leistungen in der Vergangenheit und die Mitschuld der Fans am Abstieg.
Ist Klimmt noch der richtige Mann für den Aufsichtsrat, wenn er nichteinmal in der Vergangenheit zum richtigen Moment handeln konnte?

Was ein wenig an dem geplanten Neuaufbau zweifeln lässt, ist ein Interview mit Hinschberger und Klimmt in der BILD-Zeitung vom 6. Juli 2007. Hier sagte Reinhard Klimmt:
"Klar ist, wenn diese angestrebte Konstellation nicht das Vertrauen findet, ist der Verein führungslos und in seiner Existenz bedroht."
Daraufhin benannte Hinschberger die Folge konkret: Ostermann und Meiser wären weiterhin kommissarisch im Amt.

Kontrastieren diese Worte nicht mit Klimmts Ankündigung aufhören zu wollen, würde sich ein Nachfolger für ihn finden?

Einerseits sieht es sehr nach einem faulen Kompromiss aus, den Neuanfang nur so zu bekommen, wie Ehrenrat und Aufsichtsrat ihn planen, andererseits offenbart sich erneut die alte Schwäche des FCS, die einer nichtvorhandenen/unstrukturierten Opposition. Für viele Mitglieder stellt sich bereits die Frage, wer denn überhaupt Präsident werden könnte, wenn nicht Hinschberger. Wunschkandidaten wie Seel oder Arnold haben schließlich längst eine Absage an das Präsidentenamt erteilt.

Der FCS steht vor der Wahl: eine vollkommen ungewisse, wie gefährliche Zukunft oder der Versuch eines Neuanfangs, auch wenn einige Ungereimtheiten die Hoffnung trüben könnten.

Dass ca. 100 Neuanmeldungen im Vorfeld der Mitgliederversammlung getätigt wurden ist jedenfalls positiv zu bewerten und hoffentlich werden einige dieser Neumitglieder auch den heutigen Abend mit konstruktiven, wie interessanten Redebeiträgen begehen. Ich selbst werde wohl auch bei dieser bedeutsamen Versammlung anwesend sein und hoffe, dass die Weichen für eine bessere Zukunft endlich gestellt werden und alte, festgefahrene Strukturen endlich über Bord geworfen werden.

Der FCS am Abgrund? Unvorstellbar!
Für einen konsequenten Neuanfang!

Mittwoch, Juli 04, 2007

FCSBlog on Tour 1.5

Zunächst einmal: Warum heißt dieser Beitrag "FCSBlog on Tour 1.5"?
Wie vorausgesehen ergaben sich in England wenig Chancen, um eine Videoreportage wie beim letzten Mal auf die Beine zu stellen. Da die Zeit für genügend Videoaufnahmen nicht vorhanden war, will ich die Eindrücke zumindest in Worten und Bildern wiedergeben.

Fotos in der Slideshow:



Über Calais ging es für mich mit der Fähre nach Dover. Der unruhige Wellengang machte das zu einem eigenwilligen Erlebnis, das ich nicht unbedingt allzu schnell wiederholen möchte. Nach Zwischenstopps in Canterbury und Rochester kamen wir gegen Abend im Londoner Stadtteil Eltham bei den Gastfamilien an. Für mich war es die erste Reise dieser Art und wer sich im Vorfeld wegen der "englischen Küche" ziert, sollte seine Vorurteile über Bord werfen. In keiner Pension und in keinem Hotel habe ich je so gut im Urlaub gespeist wie in der Gastfamilie, die uns darüber hinaus noch sehr freundlich aufnahm.
Der folgende Tag wurde für einen Besuch im British Museum genutzt. Diesem eilt natürlich ein großer Name voraus, welcher sich durch die Vielfalt der Ausstellungsgegenstände bestätigt. Desweiteren gewann man an diesem ersten Tag in London einen Überblick über die Ausmaße der Stadt.
Am nächsten Morgen ging es trotz wechselhaftem Wetters nach Brighton, an die Südküste Englands. Es schlossen sich endlose Wanderungen über Hügel an der weißen Kliffküste an, die einiges an Kraft kosteten. Die meisten benutzten den Besuch in Hastings zur Regeneration an den Spielautomaten. Innerhalb einer Stunde war die Geldbörse um einige Pfund erleichtert. Einem abendlichen Pubbesuch im "Dicken's Inn" schloss sich eine Bustour an, um London im Dunkel der Nacht genießen zu können.

Am vorletzten Tag in London entschloss ich mich dazu, endlich das durchzuführen, was für mich den interessantesten Teil der Reise darstellte: ein Abstecher nach Islington. Vorher wurde noch dem neuerbauten Globe Theatre in Southwark ein Besuch abgestattet, bevor ich über die U-Bahn-Linien "Northern Line" und "Picadilly Line" zur Station "Arsenal" kam. Beim Verlassen der U-Bahn erblickt man schon den freundlichen Hinweis, wie man zum neuen "Emirates Stadium", auch "Ashburton Grove" genannt, gelangt. Schon von weitem erblickten wir das Stadion, welches zwischen den eher traditionellen, englischen Bauten fehl am Platze wirkt. Nachdem ein Besuch im Stadioninneren aus Zeitgründen scheitert, wollen wir das alte Highbury aufsuchen. Da ich schon auf dem Hinweg die hohen Baukräne sah, ahnte ich, was auf mich zukommen würde, als ich einen älteren Mann, nach dem alten Stadion fragte. Er erklärte mir, dass nur noch zwei Wände davon übrig wären und Luxuswohnungen hingebaut werden würden. Fortschritt und Tradition sind im Fußball des 21. Jahrhunderts leider schwer zu vereinigen. Einerseits beeindruckt vom neuen Stadion, andererseits auch ein wenig enttäuscht, zieht es uns Richtung Picadilly Circus. Die Gefahr des Terrors, welche durch Autobomben ausgelöst wurde, nehmen wir nicht wirklich war. Wir durchqueren die Oxford Street und Soho, bis sich die gesamte Truppe wieder zum Umtrunk in einem Pub trifft.
Am letzten Tag nutzten wir die letzte Gelegenheit um Sehenswürdigkeiten wie die Houses of Parliament oder den Buckingham Palace aus nächster Nähe zu betrachten. Die zeremonielle Wachablösung am Palast der Königin ist dabei schon ein sehenswertes Spektakel, welches die Massen in Scharen anzieht. Zu Fuß geht es ein letztes Mal durch London, wobei ich mich noch mit einigen letzten Büchern eindecke. Danach ist aber leider auch diese Reise wieder beendet und die Heimfahrt über Dover und Calais schließt sich an.
London war ein einmaliges Erlebnis und ich würde diese Stadt jederzeit wieder besuchen.

Meine Tipps für London:
-Regenfeste Kleidung nicht vergessen!
-Die One Day Travel Card der U-Bahn besorgen!
-Waterstones am Picadilly Circus! Einer der größten Bücherläden der Welt.
-Ein Preisvergleich lohnt immer! Manche Sachen findet man nur einige Meter weiter entfernt zu billigeren Preisen.
-Um London möglichst ausführlich zu sehen und genießen zu können, sollte man sich einige Tage Zeit nehmen.
-Im Vorfeld über Stadionbesuche informieren, um Terminprobleme zu vermeiden!

Montag, Juni 25, 2007

FCSBlog on Tour(England-Gewinnspiel)


Link: sevenload.com

Alle Infos zur geplanten, zweiten Ausgabe von "FCSBlog on Tour" gibt es im Video. Hier gibt es die Fragen zum Gewinnspiel:

1.) Welche englische Mannschaft bestritt zuletzt ein Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken? Wie endete die Begegnung damals?

2.) Unter welchem Nationaltrainer bestritt England sein letztes Spiel im "alten" Wembley-Stadion?

3.) Der Titelgewinn bei der Weltmeisterschaft 1966 im eigenen Land war auch ein weiterer Beweis für die Klasse der damaligen Mannschaft von West Ham United. Wie viele Spieler von ihnen standen im Finale gegen Deutschland auf dem Platz und wie hießen sie?

4.) Für welche englischen Vereine spielte der neue FCS-Torwart Pascal Formann?

5.) Gegen welchen Spieler wurde der erste Platzverweis im "neuen" Wembley-Stadion ausgesprochen?


Die richtigen Antworten schickt ihr per E-Mail an folgende Adresse:

blog@saarlandfcs.de
Stichwort: "England"

Einsendeschluss ist der 3. Juli 2007. Teilnahme am Gewinnspiel aus Deutschland, Österreich und der Schweit möglich.
Unter allen richtigen Einsendungen wird ein kleiner, gewinnspielbezogener Preis verlost. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Glück beim Beantworten der Fragen!

Carsten

Nachtrag 28.06.2007 19:30 Uhr:

Morgen geht es Richtung London, d.h. heute ist der letzte Abend vor der Reise. Die Koffer sind größtenteils gepackt, nur die Technik muss noch untergebracht werden. Ein Konzept hingegen fehlt noch komplett. Vielleicht schieb ich das in die endlosen Stunden der Busfahrt zwischen Sudokus und Schlaf rein. Aber eigentlich ist es doch das, was eine Low-Budget-Reportage ausmacht, oder!?
Jedenfalls wird in den kommenden Tagen die Kommentarfunktion erneut in den moderierten Modus geschaltet, sodass ihr zwar eure Meinung abgeben könnt, diese aber erst nach meiner Rückkehr freigeschaltet wird.

Bis demnächst

Carsten

Sonntag, Juni 24, 2007

Was Carsten denkt (6)

Obwohl unter dem Label "Gedanken" schon mehr Beiträge abgelegt sind, wird heute das halbe Dutzend der losen Beiträge, die mit "Was Carsten denkt" beginnen. Freut euch wieder auf einen Beitrag mit dem verkrampften Versuch, den letzten Rest nichtvorhandener Kreativität in einer Woche in einen Text zu pressen.

Beginnen wir mal mit Präsidium des 1. FC Saarbrücken. Dieses soll ja in naher Zukunft aus Dieter Weller, Harry Ebertz und Horst Hinschberger bestehen. Die BILD titelte ja einst "Horst wer?", als Horst Köhler zum Bundespräsidenten gewählt wurde und wenn ich ehrlich bin, hätte ich mir diesen Titel für einen Beitrag zu dieser Personalie ausleihen können(aber welcher Blogger übernimmt schon Schlagzeilen aus der Boulevardpresse?). Diese Frage stellte sich nämlich den meisten FCS-Fans(so auch mir) und die Tatsache, dass seine "Affinität zum Fußball" erst seit der Fußball-Weltmeisterschaft vorhanden ist, so Hinschberger im SR-Interview, machte noch mehr von ihnen stutzig. Sein wirtschaftliches Konzept klingt jedenfalls durchdacht und für sportliche Fragen stehen ihm mit Ebertz und Seel zwei bekannte Gesichter aus dem Fußballgeschäft zur Verfügung. Die nächsten Monate werden zeigen, ob es für den FCS unter neuer Führung bergauf geht und dann werden wir auch ein Urteil über die Arbeit von Hinschberger und Co. fällen können.

Ich hab mir ein paar Gedanken über die Gestaltung des Blogs gemacht, ein wenig herumexperimentiert und ein erstes Ergebnis ist der neue Header, der euch vermutlich schon aufgefallen ist. Das Foto wurde während einer Trainingseinheit im Ludwigspark aufgenommen. Ob das jetzt so bleiben wird, weiß ich noch nicht, da ich auch gerne die Wünsche, Ratschläge und Kritiken von euch Lesern berücksichtigen möchte. Irgendwie gehört es ja zum Bloggen selbst, dass der Leser ständig der schärfste Kritiker des Bloggers ist(^_~).

In der Sommerpause geht es hier ja traditionell ruhiger zu. Trotzdem soll dieses Blog nicht einschlafen und da ich in der kommenden Woche wieder einmal verreisen werde, ist das vielleicht der richtige Zeitpunkt für die Rückkehr von "FCSBlog on Tour". Dieses Mal geht es nach London und sollte ich genug Videomaterial auf dieser Fahrt zusammenbekommen, wäre die zweite Reisereportage gepackt. Ein Blick über den Tellerrand des FCSBlogs ist willkommene Abwechslung zu manch tristen Einträgen der letzten Wochen, die irgendwie den Abstieg verdauen mussten.
Natürlich darf auch zu diesem Anlass ein Gewinnspiel nicht fehlen. Ein Hinweisgewinnspiel wie beim letzten Mal wird es dabei nicht geben, da ich schlicht keine Zeit dafür habe, noch zusätzlich Videos mit ausgefeilten Hinweisen zu drehen(man ist halt bis zur letzten Minute immer beschäftigt!). Stattdessen wird es ein konkretes Gewinnspiel mit einige Fußballfragen mit Bezug zum Reiseziel England aber auch einer Prise FCS geben. Allzu leicht werden diese Fragen natürlich nicht, es soll ja auch eine kleine Herausforderung sein(^_~). Die Teilnahmebedingungen, sowie die Quizfragen und alles Wissenswerte zum Gewinnspiel wird es kommende Woche vor meiner Abreise geben. Der Preis wird natürlich von mir spontan auf der Insel erworben. Ich hoffe auf viele Teilnehmer und eine gelungene Reportage, auch wenn es schon eine Herausforderung wird, in den wenigen Tagen in England etwas auf die Beine zu stellen.

Bis bald!

Carsten

Mittwoch, Juni 20, 2007

E-Block geschlossen

Sieht so der Oberligaalltag aus?

'E2 Ludwigspark' von Carsten_FCS

Mit einem Paukenschlag verbreitete sich im Zuge der Veröffentlichung der neuen Eintrittspreise die Meldung, dass in der kommenden Saison der E-Block (sowie ein Bereich der Gegentribüne) nicht mehr geöffnet sein wird:

Aus organisatorischen und wirtschaftlichen Gründen ist ein Betrieb des E-Blocks und der Victor`s Vortribüne nicht mehr möglich.


Ein weiterer Betrieb des E-Blocks erscheint dem FCS in der Oberliga also unrentabel. Aufgrund dessen werden in der kommenden Saison nur die Blöcke A, D und F für die Heimspielbesucher geöffnet sein. Das dürfte wohl jedem zunächst einleuchten. Der eher mäßige Zuschauerschnitt der letzten Saison wird abstiegsbedingt aller Warscheinlichkeit nach noch weiter sinken. Bei einem Stadion mit einer Kapazität von über 30.000 Zuschauern können mit der Schließung einzelner Bereiche unnötige Kosten eingespart werden.

Es bleibt jedoch die Frage danach, ob man nicht gerade deswegen den E-Block geschlossen hat, weil dort die vereinskritische Virage Est beheimatet ist. Diese hat während der vergangenen Saison eine fundiert, geschlossen und konsequent ihre Meinung vertreten und den bekannten "Vorstand raus!"-Banner präsentiert. Davon abgesehen feuerten die Mitglieder der Virage Est zuhause und in der Fremde die Mannschaft des FCS an, auch wenn der Spielstand aussichtslos erschien.

Dieser Gruppe will man nun die Tore der Kurve, in der vor zwei Jahren das Projekt "Virage Est" startete, verschließen. Eigentlich ist das ziemlich peinlich und undankbar, wenn man bedenkt, dass es die Mitglieder der V.E. waren, die im Winter die Stehränge des E2-Blocks von Eis und Schnee befreit haben. Grade nach dem Rostockspiel sollte der Umgang mit kritischen Fans eigentlich offen und konstruktiv sein. Es scheint so, als sei die veränderte Zuschauer- und Finanzsituation ein willkommener Anlass, den ungeliebten Kritikern vorläufig die bekannte Plattform zu entziehen. Ob die Akzeptanz für die V.E. in ihrer jetzigen Form in den anderen Blöcken vorhanden wäre, lässt sich bezweifeln.

Ich frage mich, warum man nicht im Vorfeld schon nach einer sinnvolleren Lösung gesucht hat. Das FC-Sportfeld hätte genügend Platz für das Oberligapublikum geboten, sodass sich die wenigen, nötigen Anpassungsmaßnahmen für den Spielbetrieb eventuell gelohnt hätten. Es ist auch die Frage, ob nicht ein Kompromiss, wie die Schließung der Blöcke E1 und E3 oder des A-Blocks. Manager Wolfgang Loos könnte nun Einfühlungsvermögen beweisen, indem er die enorme Wichtigkeit der Fans in schweren Zeiten respektiert und vielleicht eine derartige Lösung des Problems findet.

Sollte der Saison wirklich ohne eine V.E. an ihrem Geburtsort beginnen, wäre das eine Fortsetzung der alten Fehler der FCS-Führungsetage in einer neuen Liga.

Links zum Thema:
-Meldung auf ludwigspark.de

Nachtrag 04.07.07:

Mittlerweile ist auf ludwigspark.de auch eine Stellungnahme der Virage Est zu diesem Thema zu lesen.

2. Nachtrag 20.07.07:

Die Entscheidung ist gefallen! Wie in mehreren Foren zu vernehmen ist, bleibt der E-Block geöffnet.
Gute und vor allem wichtige Entscheidung, da der Verein sich seinen Fans gegenüber gesprächs- und kompromissbereit zeigt und in diesem Fall eine zufriedenstellende Lösung gefunden hat. Ein großes Lob an die Vertreter der Virage Est für ihr Durchhaltevermögen, sowie an Manager Loos für sein Verständnis für die Fans.
Solche Nachrichten hört man sehr gerne!

Sonntag, Juni 17, 2007

Der geheimnisvolle SCRA

Es gibt einen Fußballverein in Österreich, der seit Wochen immer wieder in die Schlagzeilen kommt und dabei eine äußerst interessante Verbindung zum 1. FC Saarbrücken aufweist:
Der SC Rheindorf Altach

Über Jahrzehnte hinweg war der Verein aus dem idyllischen Vorarlberg wohl nur den hartgesottensten Kennern des österreichischen Fußballs ein Begriff, jedoch vollzog sich in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung, welche vielleicht mit den rasanten Aufstiegen(und Abstürzen) von Vereinen wie Unterhaching oder Ulm in Deutschland vergleichbar ist. Nach eher kurzen Gastspielen in der zweithöchsten Spielklasse des Landes schaffte Altach im Jahre 2006 den Aufstieg in die Bundesliga und konnte dort überraschenderweise im ersten Jahr die Klasse halten, während der einst ruhmreiche GAK den Gang in eine ungewisse Zukunft antreten musste.

Doch was ist es, was den Verein für uns FCS-Fans im Moment so seltsam erscheinen lässt?

'Manfred Bender im FCS-Training' von Carsten_FCS

Alles begann mit Manfred Bender oder "Discomanni", wie man ihn in Saarbrücken noch gerne nennt. Dieser darf ab der kommenden Spielzeit in Altach sein Trainerdebüt in der höchsten Spielklasse eines Landes feiern(auch wenn im Hinterkopf der Name "Operettenliga" sitzt). Dass eben jedern "Discomanni" fortan auf der Bank die Geschicke der Altacher leiten darf, entlockte einigen FCS-Fans wohl ein Schmunzeln, auch aufgrund seiner Saarbrücker Zeit.

Das nächste interessante Ereignis in Verbindung zum SCRA betraf dann den aktuellen Kader des FCS. Bender beendete seine Suche nach einem Linksverteidiger mit der Verpflichtung des allseits bekannten Dauerverletzten Stephan Kling. Dieser kommt wie der Trainer selbst aus der Nähe von München und hatte nach starkem Debüt in der Rückrunde 2005 nie die Erwartungen der Fans erfüllen können. So war es "Discomanni", der uns diesen Gefallen tat und Stephan Kling endlich das blau-schwarze FCS-Trikot gegen seinen neuen SCRA-Dress eintauschen ließ.

Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte diese Altach-Manie, als der Verein gestern die Verpflichtung zweier absoluten Kracher für das Mittelfeld bekanntgab:

Moussa(Faysal) El Idrissi und Karsten Hutwelker

Die beiden ehemaligen FCS-Idole erhöhen die "Saarbrücken Connection" des SCRA auf vier Mitglieder. Vor allem die Verpflichtung El Idrissis löste im FCS-Forum die verschiedensten Emotionen hervor. Die andauernde Aura des früheren Aufstiegshelden aus Marokko, welche in Saarbrücken präsent war und ihn gerne ins Gespräch brachte, dürfte nun vorerst verschwunden sein. Dafür darf man nun gespannt sein, ob El Idrissi endlich den Club seines Lebens findet oder bald schon wieder auf Vereinssuche ist. Gleichzeitig zerschlagen sich die Hoffnungen einiger FCS-Fans auf ein Comeback von Karsten Hutwelker im FCS-Trikot.

Es bleiben viele offene Fragen zurück:
Wer oder was ist dieser geheimnisvolle SC Rheindorf Altach?

Warum werden auffällig viele Ex-Saarbrücker verpflichtet?

Ist dieser SCRA eine österreichische FCS-Filiale oder doch nur ein Auffangbecken für all die Spieler, die besser nicht mehr ins Saarland zurückkehren sollte, unter Leitung des Schutzengels Manni Bender?

Werden Deschamps und Genet die letzten gesuchten Verstärkungen für Altach?

Vielleicht werden wir es herausfinden oder es bleibt für immer unserer Fantasie überlassen...

Links zum Thema:
-Offizielle Seite SCRA
-Fanseite altachfans.com

Update 21.06.07

Oh Schreck! Heute vermeldeten verschiedene Internetseiten, dass der SCRA El Idrissi nun doch nicht verpflichten wird! Scheinbar hatte es der Mittelfeldspieler trotz "mündlicher Annahme" des Angebots der Voralberger nicht für nötig gehalten, zum Trainingsauftakt zu erscheinen. In seinem Herzen scheint El Idrissi eben der "Amateur", der Liebhaber des Fußballs, zu sein. Eine profihafte Einstellung verträgt sich mit der Liebe zum Leder nicht, also wird auch Altach nicht der Verein seines Lebens. Aber so ist halt der El Idrissi, wie wir ihn kennengelernt haben. Leider ist hier ein großartiger Fußballer verloren gegangen!

Obwohl...der FCS wird doch jetzt nicht auf dumme Gedanken kommen!?

Donnerstag, Juni 14, 2007

Das Personalkarussel dreht sich

Wer hätte gedacht, das erst der dritte Abstieg des 1. FC Saarbrücken in der Ära Ostermann das Personalkarussel in den obersten Vereinsgremien in Bewegung versetzt?

Nachdem jetzt schon einige Tage bekannt ist, dass Ostermann und Meiser ihre Ämter eigentlich schon längst abgeben wollten, gibt es nun endlich die ersten konkreten Namen derer, die nun das Ruder des FCS übernehmen sollen. Interessanterweise setzt man nun auf zwei Ex-Profis, die wohl allen FCS-Fans noch in bester Erinnerung sind: Harald Ebertz und Egon Schmitt. Ebertz soll dabei den Sprung vom Jugendtrainer zum Vize-Präsidenten vollziehen, während Schmitt als Ersatz für Leo Petry in den Aufsichtsrat rücken soll. Es stellt sich die Frage, ob diese Neubesetzung alleine die Wogen glätten soll oder ob man hier auf fussballerische Kompetenz setzt.
Die Suche nach einem Präsidenten ist damit noch nicht beendet, da mögliche Kandidaten wie Arnold oder Marquardt laut dem (Noch-)Aufsichtsratvorsitzenden Klimmt abgesagt hätten. Der Wunschkandidat vieler FCS-Fans, der ehemalige Nationalspieler Wolfgang Seel, scheint auch nicht neuer Präsident zu werden. Jedoch wird er eine beratende Funktion im Verein übernehmen, was immerhin als positiv zu bewerten ist.
Mit Michael Krüger wurde gestern der Mann vorgestellt, der als Trainer die Qualifikation für die neue, dreigleisige Regionalliga bewerkstelligen soll. Damit scheint die Gerüchteküche bestätigt, in der seit dem Amtsantritt von Wolfgang Loos dessen ehemaliger Partner aus Braunschweiger Zeiten für den Trainerposten favorisiert wurde.
Was kann man schon jetzt zu diesen Personalien sagen?

Harald "Harry" Ebertz:
Dass er große Verantwortung für den Neuaufbau übernehmen soll, überrascht ein wenig. Grund zum Zweifeln gibt allenfalls Ebertz relativ junges Alter und die damit verbundene Unerfahrenheit für ein solches Amt. Man sollte jedoch berücksichtigen, dass mit Ebertz endlich Fußballfachverstand in das Präsidium wechselt, was wohl das wesentliche Defizit der letzten Jahre beheben könnte.

Egon Schmitt:
Hier verhält es sich ähnlich wie mit Harry Ebertz, wobei Schmitt über eine größere Lebenserfahrung verfügt. Er soll in den Aufsichtsrat, ein Gremium mit derzeit sieben Mitgliedern, berufen werden. Als ehemaliger Spieler kann man sich von ihm erhoffen, dass auch der Aufsichtsrat auf Fußballballebene kompetenter wirkt und auch dementsprechend agiert. Zusammen mit Ebertz könnte Schmitt die Identifikation der Fangemeinde mit dem Verein und seinen Offiziellen stärken.

Michael Krüger:
Für ein erfolgreiches Wechselspiel zwischen Manager und Trainer ist es notwendig, dass diese beide sich kennen und einander vertrauen können. Deshalb ist die Verpflichtung Krügers ein konsequenter Schritt für den Neuaufbau. Dieser muss die Qualifikation für die Regionalliga mit einer Arbeitsweise erreichen, die auch für höhere Ligen angemessen wäre, da es nur vier Startplätze gibt. Die Oberliga ist mit ihrer Mischung aus ehemaligen Traditionsvereinen und Mannschaften aus der Provinz wohl als Zweiklassengesellschaft zu sehen, in der schon für der Kampf um die ersten Plätze beginnt. Deshalb muss der FCS möglichst viele profihafte Strukturen besitzen, unter denen das Traineramt eines der wichtigsten ist.

Ob diese Neubesetzungen auch in der Zukunft zu echten Glücksgriffen werden, lässt sich nur sagen, wenn das Personalkarussel sich nicht aufhört zu drehen, bevor die letzten Verantwortlichen am Niedergang der letzten Jahre das Feld geräumt haben. Dann können wir mit Sicherheit sagen, dass Ebertz, Schmitt und Krüger nicht einfach die klangvollen Namen sind, die den Fans nur den äußeren Schein vermitteln sollen, dass sich etwas ändert, während im Hintergrund kein wirklicher Neuanfang stattfindet.

Links zum Thema:
-Personelle Veränderungen in der FCS-Spitze (FCS-HP)
-Interview mit Michael Krüger (sr-online)
-Ebertz soll neuer Vize werden (sr-online)

Samstag, Juni 09, 2007

Fazit 2006/2007

Wie schon vor rund einem Jahr, wage ich hier im FCSBlog ein abschließendes Saisonfazit zu ziehen und die wichtigstens Stationen einer verkorksten Saison Revue passieren zu lassen.

1. Punktspiele:

Nach dem ersten Spiel beim Aufsteiger aus Ingolstadt zeigte man, wohin man eigentlich wollte: nach oben. Der zweite Tabellenplatz war dabei die höchste Platzierung, die der FCS in dieser Saison erreichen sollte. Peinliche Auftritte gegen Darmstadt und Siegen, sowie die Schwäche auf fremden Plätzen zeigten schnell das wahre Gesicht des Henketeams. Eine Serie von sechs Spielen ohne Sieg besiegelte dann das Schicksal des Hitzfeldadjutanten, welcher fortan nur noch Sportdirektor genannt werden durfte. Unter dem ehemaligen Amateurtrainer Philippe zeigten sich zwar zwischenzeitliche Hochs, jedoch war mit Jahresbeginn 2007 der Abwärtstrend deutlich spürbar. Unter Henke sammelte der FCS in 13 Spielen 15 Punkte, unter Philippe waren es in 21 Spielen 27 Punkte. Ironie des Saisonverlaufs: erst am letzten Spieltag rutschte man zum ersten Mal auf einen Abstiegsplatz.

2. Trainer Nr. 1:

Michael Henke als Trainer und Sportdirektor zugleich zu verpflichten, konnte man von Anfang an als gewagt bezeichnen. Schließlich hatte dieser zuvor beim Erzrivalen aus Rheinland-Pfalz gearbeitet und schon dort den Grundstein für den Abstieg einer Mannschaft gelegt. Sein Trainerstab mit Kaminski und Rauscher machte zu Beginn einen kompetenten Eindruck, wobei nach wenigen Spieltagen das lasche Konditionstraining sich auf die Leistung der Spieler niederschlug. Nach einem Disput mit Hadji musste Rauscher gehen. Henkes Hilflosigkeit in den Medien, die Mahouvé-Vertragsverlängerung und utopische Namen als mögliche Neuzugänge (Bobic, Elber) brachten Henke nur noch mehr Unverständnis entgegen. Bei der Halbierung von Henkes Aufgabengebiet wurden die Fans als Sündenböcke für die schlechten Leistungen der Mannschaft dargestellt.

'(vmerzig)henke' von Carsten_FCS

3. Trainer Nr. 2:

Nachfolger wurde Didier Philippe, der schon die letzten beiden Spieltage der Saison 05/06 als Trainer auf der FCS-Bank saß. Die Wahl fiel auf den in der Regionalliga unerfahrenen Philippe, da man sich von ihm erhoffte, die französischen Spieler besser in die Mannschaft einbinden zu können. Auch wenn die Entdeckung von Victor Samb und das überragende 6:0-Torefestival gegen Ingolstadt in die Ära Philippe fielen, musste er schon für das Ausscheiden im Saarlandpokal gegen Verbandsligist Gresaubach viel Kritik einstecken. Man warf ihm Überheblichkeit bei der Aufstellung der Mannschaft vor. Mit der Zeit und den vielen Auswärtspleiten kam man unverweigerlich zur Überzeugung, dass Philippe im Abstiegskampf die nötige Erfahrung und Ruhe fehlte. Der Umgang mit den Medien gestaltete sich für Philippe noch schwieriger als für Henke, sodass er den Ruf eines "Phrasendreschers" erlangte. Die nichtvorhandene Ausdauer der Mannschaft wurde auch für Philippe zum Stolperstein in der Regionalliga.

4. Sportdirektor:

Die Position des Sportdirektors begleitete zu Beginn der Saison Trainer Henke. Dieses idealtypische Bild des Teammanagers mit allen Fäden in der eigenen Hand bekam erste Kratzer, als Namen wie Bobic oder Elber durch den Ludwigspark geisterten und am Ende ledeglich Mahir Saglik heraussprang. Ein zweiter, kopfballstarker Stürmer, welcher lange gesucht wurde, blieb dem FCS verwehrt.
Nach Henkes Entmachtung als Trainer blieb er dem FCS weiterhin als Sportdirektor erhalten, wobei nun die monatelange Suche nach einem Aufgabengebiet für ihn entstand, welche mit Henkes Wechsel nach München endete. Viele fragen sich bis heute, ob er je ein wirkliches Aufgabengebiet hatte. Die Position des Sportdirektors wurde von nun an kommissarisch von Ostermann und Philippe begleitet.

5. Manager:

Wolfgang Loos kam als Manager nach Saarbrücken zu einem Zeitpunk, an dem das Thema "Oberliga" zwar allgegenwärtig war, jedoch nicht ernst genommen wurde. In seiner bisher kurzen Amtszeit hatte er zwar noch nicht viele Gelegenheiten sein Können zu demonstrieren, jedoch zeigte er Medienkompetenz und vermittelte stets einen fachkundigen Eindruck, was man in Saarbrücken nicht alle Tage sieht. Seine ständige Präsenz und sein Wille, in Saarbrücken Aufbauarbeit zu leisten, gibt Hoffnung für die Zukunft, stellt allerdings auch hohe Erwartungen an Loos.

6. Vorstand:

Auch nach dieser Spielzeit kann man eigentlich nichts Positives zum Vorstand vermelden. Der erste Fehler, die Verpflichtung Henkes, wurde zwar behoben, jedoch setzte man den Kurs mit vielen Unstimmigkeiten fort. Das Experiment, Philippe als Cheftrainer zu etablieren, konnte man spätestens nach der peinlichen Niederlage in Pirmasens als gescheitert ansehen. Während das Präsidium weiterhin frohen Mutes agierte, erhob der Aufsichtsrat nie mahnend den Zeigefinger. Der FCS wurde somit in die Katastrophe gesteuert, in welcher die Verantwortlichen noch die Saison mit den Ergebnissen der Damen- und Jugendmannschaften beschönigen wollten. Davon ließ sich niemand mehr blenden und so stellten Meiser und Ostermann ihre Ämter zur Verfügung. Wie es hier weitergeht, wird die nächste Mitgliederversammlung zeigen.

7. Die Mannschaft Spieler:

Mike Frantz formulierte nach dem Abstieg gegenüber dem SR treffend, dass die Spieler nie eine Mannschaft bildeten. Neben mangelnder Ausdauer müssen sich die Spieler also auch eine Einstellung vorwerfen, welche nicht dem Charakter eines Fußballprofis entsprach. Herausragende Akteure wie Jäger, Saglik oder Hadji konnten dies nicht ausgleichen. Thorsten Nehrbauer schaffte es nicht, die Mannschaft zumindest auf dem Platz zu einer Einheit zusammenzuführen, sodass Worte wie "Grüppchenbildung" oder "French connection" auch 2007 nicht aus dem Vokabular der FCS-Fans verschwanden. Viel zu spät/selten gab man Talenten wie Frantz, Schwartz, Impis oder Hajdarovic eine Chance.

8. Neuzugänge:

Ledeglich Mahir Saglik lässt sich (mit Abstrichen) als "Volltreffer" unter den Neuzugängen bezeichnen, da er mit 15 Toren für Furore sorgte. Marco Gebhardt lieferte zwar viele Flanken, hatte dafür aber Defizite im Bereich der Schnelligkeit und Ausdauer, wie Charles Haffner, welcher auch für die linke Seite verpflichtet wurde. Torsten Reuter und Sven Lintjens wurde zum Verhängnis, dass sie nicht in das System passten. Nachdem die taktische Variante mit Nehrbauer und Reuter als Staubsauger vor der Abwehr als zu defensiv empfunden wurde, musste der einstige Held gegen Trier weichen. Lintjens durfte nicht auf seiner Lieblingsposition, der des Spielmachers, ran, da dort Hadji gesetzt war. Dies schlug sich in schlechten Leistungen und mentalen Problemen nieder. Mansour Assoumani sah Licht und Schatten, während man Guillaume Deschamps praktisch NIE sah. Enver Marina leistete sich zwar in Stuttgart einen Patzer, spielte aber ansonsten eine solide Saison und wurde gar zum Pokalhelden gegen Mainz.

'(vmerzig)reuter' von Carsten_FCS

9. Fans:

Mit der bekannten Blockteilung in Virage Est und D-Block startete man auch in die Regionalliga, wobei zwischenzeitlich die Besucherzahlen der Virage Est (wie die des gesamten Stadions) wieder sanken. War man zunächst mit großen Erwartungen ("Die Liga zu Gast beim Meister") in die Saison gestartet, verfinsterten sich die Mienen der FCSler zunehmend. Bilder des Protests waren in dieser Saison keine Seltenheit. Selbst wenn die Masse des Protests nach dem Rostockspiel 2005 nicht aufrecht erhalten wurde, blieb die Vorstandskritik auf dem Banner der Virage Est präsent und, zumindest in den Internetforen, meist fundiert.
Nach Henkes halbem Abgang und der unnötigen Bengaloaktion beim Spiel gegen die Stuttgarter Kickers rückten die Fans immer wieder in den Fokus der Kritik und wurden als wahre Unruhestifter im Umfeld des FCS propagiert. Diese Benachteilung der FCS-Fans seitens der saarländischen Medien ließ jedoch nach und heute kann man sagen, dass uns von einigen Medienvertretern sehr viel Gehör geschenkt wird und sich der Sachverhalt fast komplett gedreht hat.

'fcsstuk 028' von Carsten_FCS

In Sachen Stimmung kam es im Internet immer wieder zur leidigen Diskussion, ob man denn nun nicht die Blocktrennung aufheben sollte oder wie man die akustische Untersützung der Mannschaft fördern könne. Im Stadion blieb der sog. "Hexenkessel" aufgrund der Ligazugehörigkeit und der mauen Ergebnisse dann meist aus. Die V.E. etablierte sich als Alternative zum D-Block. Nach dem Spiel gegen die Stuttgarter Kickers und dem Verschwinden vieler Fans aus dem D-Block konnte man einen höheren Andrang in der V.E. feststellen, auch wenn einige dieser Neuankömmlinge den Gedanken von 90 Minuten geschlossener Unterstütung noch nicht verinnerlicht haben.

10. Mein persönliches Fazit:

Dieses Mal ist der FCS an Überheblichkeit und Unprofessionalität gescheitert. Wenn man gestandene Profis verpflichtet, sollte man diese auch wie Profis und nicht wie Feierabendkicker trainieren lassen. Wir Fans können uns doppelt verschaukelt fühlen: zum einen erleben wir die schwersten Stunden des FCS, zum anderen werden wir als "treue Seelen" des Vereins weiterhin als Mitschuldige am Abstieg gesehen, während die Verantwortung für den jahrelangen Abstieg nun sehr zögerlich von den Hauptschuldigen übernommen wird.
Kurzum war es für mich war es die bisher schlimmste FCS-Saison meines Lebens (auch wenn ich wohl weniger als andere erlebt habe).
Man sollte sich jetzt auf den Neuaufbau konzentrieren und auch wir Fans sollten in dieser Zeit die Chance ergreifen und den Neuaufbau aktiv mitgestalten, u.a. auf der nächsten Mitgliederversammlung. Auch zwei Abstiege in Folge dürfen uns nicht ermutigen!
Wenn nicht jetzt, wann soll dann ein Neuaufbau stattfinden?

Freitag, Juni 08, 2007

FCS-Zitat der Woche (9)

Nach einer Woche Pause (immerhin gab es beim letzten Mal ein ganzes Spezial mit Sprüchen von Didier Philippe) kehrt das FCS-Zitat der Woche noch einmal nach Saisonende zurück, um sich dem Thema der "Saisonbilanz" zu widmen. Es gehört schon zum guten Ton eines Fußballvereins, wenn nach dem letzten Spieltag die Verantwortlichen eines Vereins über das sportliche Ergebnis schwadronieren. Besonders interessant ist das Fazit von Reinhard Klimmt:

"Die B-Jugendmannschaft hat den Sprung in die Bundesliga geschafft, die A-Jugend hat den Sprung knapp verpasst. Die Frauen spielen ordentlichen Fußball, nur bei den Männern hapert es jetzt ein bisschen."
-Reinhard Klimmt


Weiterhin erscheint es einem so, als sei der Saisonabschluss für den Gesamtverein 1. FC Saarbrücken mehr als ordentlich. Diese Sicht der Dinge teilte schon der scheidende Präsident Hartmut Ostermann den treuen FCS-Anhängern mit.
Was sollen wir uns denn großartig über den Abstieg der ersten Mannschaft aufregen?
Die Lage beim FCS ist doch so rosig wie schon lange nicht mehr! Unsere Jugendmannschaften sammeln Pokale wie Thorsten Nehrbauer gelbe Karten, die Frauenmannschaft verhilft dem Wappen des FCS zu Glanz, indem sie die blau-schwarze Fahne in der Bundesliga hochhält und die Tischtennisabteilung konnte auch für Achtungserfolge sorgen. Warum sollen wir denn nun diese großartige Leistungen des Gesamtvereins 1. FC Saarbrücken schlechtreden, indem wir Kritik an der laschen Vereinsführung äußern?
Mutieren wir damit nicht selbst zu Miesepetern, Meckerziegen oder Schwarzmalern, die nicht einmal der F-Jugend-Mannschaft den Meistertitel gönnen?

Natürlich sollten wir den anderen Mannschaften ihre Erfolge gönnen und die Leistungen der Sportler und Sportlerinnen würdigen. Es ist jedoch sehr billig von Herrn Klimmt, sich mit den Federn dieser Mannschaften gerade jetzt zu schmücken, wenn die 1. Herrenmannschaft zwei Abstiege in Folge hinter sich hat. Die Jugend- und Damenmannschaften sind ja nicht über Nacht erfolgreich geworden. Die Arbeit, die dort geleistet wird, ist schon seit Jahren mehr als ordentlich. Wenn es nun gelte, "die hervorragenden Rezepte des Jugendbereichs auf die erste Mannschaft zu übertragen"(Zitat Klimmt), müssen wir uns fragen, warum das nicht schon zu Zweitligazeiten umgesetzt wurde.
Warum wurden immer wieder teure Spieler verpflichtet, wenn man auch junge, hungrige Spieler an den Profifußball hätte heranführen können?

Dass es bei den Männern nicht nur "ein bisschen" hapert (die Worte Klimmts sind schon fast ein Euphemismus), haben wir in den vergangenen Jahren zur Genüge gesehen. Jetzt wäre es an der Zeit, die Konsequenzen daraus zu ziehen und den Platz für neue Gestalter freizumachen. Auch Herr Klimmt sollte darüber nachdenken. Seine Worte waren früher diplomatischer, jetzt treffen sie jeden FCS-Fan nur noch wie einen Stich ins Herz.

Quelle:
-Klimmt: "Wir sind ja nicht tot" auf sr-online.de

Mittwoch, Juni 06, 2007

Neuanfang noch weit entfernt

Der Tag X ist gerade einmal vier Tage her und die Ereignisse beim 1. FC Saarbrücken überschlagen sich: Trainer weg, Spieler weg, Präsident weg, Manager bleibt.
Eigentlich könnte man nun frohen Mutes in die Welt gehen und sich denken, dass der Abstieg immerhin den lang erhofften Neuanfang mit sich bringt.
Weit gefehlt!

Es beginnt schon mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Reinhart Klimmt, welcher einerseits jegliche Verantwortung für das sportliche Versagen nicht im Aufsichtsrat sieht, andererseits weiterhin die Legende des von Fans verursachten Scheiterns Henkes verbreitet.
Genau solche Aussagen im Vorfeld einer eigens angekündigten Mitgliederversammlung in Interviews zu tätigen, erfordert besonderes taktisches (Un-)Geschick, da sich auch der Aufsichtsrat der Verantwortung nicht entziehen kann.
Wer hat denn in der Vergangenheit ein überfordertes Präsidium weiterarbeiten lassen, bis der FCS schließlich in der Oberliga gelandet ist?

Ein weiterer Schlag in das Gesicht aller Fans ist die Anregung, den scheidenden Präsidenten in den Aufsichtsrat zu integrieren. Hier läuft man Gefahr, dass in Zukunft die Machtverhältnisse nur auf dem Papier neu geregelt werden. Dass der Hauptsponsor sein Engagement weiterführen will, ist zwar recht löblich, jedoch muss die Frage gestellt werden, was daran denn nun der geforderte Neuaufbau ist.
Wenn jetzt nicht endlich ein Paradigmenwechsel stattfindet, muss man sich nicht wundern, wenn der FCS in einem Jahr fünftklassig spielt.

Um einen geregelten und sinnvollen Neuaufbau in Saarbrücken durchzuführen, ist es unabdinglich, dass Meiser, Ostermann und Klimmt ihre Positionen als Entscheidungsträger abgeben und Platz für neue Ideen, neue Funktionäre geschaffen wird. Tatsächlich sind Ostermann und Meiser noch solange "kommissarisch" in ihren Ämtern, bis ihre Nachfolger gewählt sind. Und das kann noch dauern. Ein möglicher Kandidat hat mit Michael Arnold schon abgesagt.
Aus Fansicht wäre es begrüßenswert, wenn anstelle eines weiteren Vertreters aus Wirtschaft oder Politik endlich mal ein ehemaliger FCS-Spieler die Verantwortung übernehmen würde und für das Präsidentenamt kandidiert. Obwohl die Aufgabe selbst wohl eine Herausforderung wäre, hätte man endlich wieder die Möglichkeit, sich mit einem Vereinsfunktionär zu identifizieren, was dessen Start in den Neuaufbau sicherlich erleichtern würde. Die Erwartungen müssen hierbei schließlich realistisch bleiben und darfen nicht in irgendwelche Träumereien ausufern. An solchen Verhaltensweisen ist auch das Präsidium um Ostermann gescheitert, da Anspruch und Realität oftmals zu weit auseinanderklafften.

Im Vorfeld der nun angekündigten Mitgliederversammlung muss jedem stimmberechtigten Mitglied bewusst werden, dass eine schwierige Entscheidung in ihren Händen liegt und jede einzelne Stimme zählt. Deshalb ist es wichtig, vorbereitet zu dieser Veranstaltung zu gehen und die Zukunft des Vereins mitzugestalten.
Für einen echten Neuaufbau mit neuen Leuten!

Link zum aktuellen Thema:
-Interviews mit verschiedenen Fans auf sr-online