Dienstag, Februar 12, 2008

Problemfeld: Stadionneubau

Das altbekannte Winterloch zieht wieder einmal seine Kreise und hat in der saarländischen Medienlandschaft und als Thema musste erneut der seit gefühlten 20 Jahren geplante Stadionneubau herhalten. Tatsächlich lagen schon zu Zweitligazeiten Pläne für eine Modernisierung des Ludwigsparkes in den Schubladen der Vorstandsriege und eine Neugestaltung dieser altehrwürdigen Sportanlage wäre eigentlich angebracht, wenn man bedenkt, dass das größte saarländische Stadion vor rund 55 Jahren aus Bauschutt errichtet wurde.

'Gegengerade Ludwigspark' von Carsten_FCS

So verlockend ein neues Stadion klingen mag, so machen sich die wenigsten Gedanken über die Probleme, die eine solche Idee mit sich bringt.

- Finanzierung

In der Saarbrücker Zeitung(SZ) schreibt Wulf Wein zwar, dass man "im Saarland (...) dem Vernehmen nach sogar 20 Millionen Euro locker machen" will, dennoch bleibt die Frage offen, mit welchen Investoren man diese Geldsummen zusammenträgt. Immerhin herrscht im Saarland ständiger Mangel an Geldgebern, wenn man den Reden auf den Jahreshauptversammlungen des FCS ernsthaft Glauben schenkt. Außerdem bleibt die Frage des Namensponsorings. Viele Bundesligisten haben den angestammten Namen ihrer Spielstätte bereits an irgendeinen Werbepartner veräußert und somit den Zorn ihrer Kunden Fans auf sich geladen. Ein solches Thema würde auch in Saarbrücken zu Kontroversen führen.

- Kooperation mit der SV Elversberg

Eine mögliche Kooperation mit dem derzeitigen Drittligisten Elversberg ist ein zweischneidiges Schwert: einerseits ermöglicht ein gemeinsames Projekt viel mehr Chancen und einen sichereren finanziellen Rahmen, andererseits läuft man hier Gefahr, dass nach Fertigstellung des Projekts die ersten Probleme einsetzen. Angefangen beim gegenseitigen Missmut der Anhänger beider Vereine, der auch die Fanarbeit beschäftigen würde, käme man zur Frage nach dem Spielplan. Vor allem bei unterschiedlicher Ligenzugehörigkeit könnte es zu Auseinandersetzungen kommen, wenn beide Seite nur auf ihren Vorteil bedacht sind.
Auch das mahnende Beispiel der Allianz Arena und 1860 München, der quasi zum "Untermieter" im neuen Stadion wurden, wird als mögliches Szenario vorab bedacht sein. Was gäbe es Schrecklicheres als einen FCS, der nur noch ein Juniorparter der SVE ist?

- Standort

Gerade im Fall einer Kooperation mit Elversberg würde die Standortfrage zum Streitthema geraten. Ein Neubau schließt den Standort Ludwigspark zwar nicht unbedingt aus, erscheint aber sinnfrei, da man zusätzlich noch den Abriss vornehmen müsste und der FCS in der Übergangsphase einen Ausweichspielort finden müsste. Ein möglicher Standort für ein neues "Saarstadion" ist Saarbrücken-Ensheim, was wohl den Zuschauern nicht sehr munden dürfte: die Nähe zum Eurobahnhof, welche sich für Fans entlang der Saar als günstig erwies, fällt weg und auch die Leute, die normalerweise den Weg zum Stadion zu Fuß zurücklegen können, werden davon betroffen sein.
Zudem würde man das Stadion in einer Gegend errichten, wo jegliche Stadionkneipen erst einmal fehlen.

Der FCS wird sich in Fragen Stadion weder der Moderne noch möglichen Kooperationen auf ewig verschließen können. Bis es soweit kommt, sollte man sich zumindest im Hintergrund schon einmal mit den anstehenden Hürden und Aufgaben eines Stadionneubaus auseinandersetzen. Damit es dazu überhaupt kommen kann, zählt im Grunde eigentlich nur eine Sache, nämlich sportlicher Erfolg. Über diesen können wir uns aber erst nach Ende der Winterpause unterhalten.

Samstag, Februar 09, 2008

Nichtraucherzonen?

Dieser Blogbeitrag wird als E-Mail an fanservice@fc-saarbruecken.de gesendet, um sich an der Debatte zur Einrichtung von Nichtraucherzonen in deutschen Stadien zu beteiligen.

Ein Fußballstadion ist Ballungszentrum unterschiedlichster Menschen. Rentner, Eltern mit ihren Kindern und Jugendliche, die sich erneut in einzelne Gruppen spalten. Einige wollen nur das Spiel sehen, andere lassen ihrer Leidenschaft vollen Lauf und feuern die Mannschaft an, während viele einfach nur kommen, um Freunde und Bekannte zu treffen. Für die meisten Menschen machen alle drei genannten Faktoren in Kombination den Reiz des Stadionbesuchs aus.

Als Nichtraucher würde mich die Einrichtung von Nichtraucherzonen stören, da man hiermit einen Keil zwischen Nichtraucher und Raucher treibt. Viele der Menschen, mit denen ich den Nachmittag im Ludwigspark verbringe, sind selbst Raucher. Trotzdem stört mich das nicht, da mich nicht das qualmende Tabakstäbchen interessiert, sondern der Mensch, der dieses Ding mit sich trägt. Der oftmals propagierte "Nichtraucherschutz" ist in meinen Augen zu einer Hetzjagd verkommen, bei der es nicht mehr darum geht, Nichtraucher vor der Belastung des Passivrauchens zu schützen, sondern das Gewissen der Politik zu beruhigen. Dies führt zu Verboten an der falschen Stelle.
So wie Raucher sich dafür entschieden haben, ihr Leben mit Tabak und Nikotin zu belasten, so haben Nichtraucher die Wahl, den Umgang mit Rauchern zu pflegen oder eben nicht. Der reine Hass auf Raucher ob ihrer Leidenschaft/Sucht ist oberflächlicher Natur und wird in einem Fußballstadion wohl genauso häufig wie in einer Kneipe anzutreffen sein, wo die Wirte schon lieber heute als morgen das kommende Rauchverbot aufhalten würden.
Zudem kommt der Aufbau des Ludwigsparkes eigentlich jedem Nichtraucher entgegen, da dieses altehrwürdige Stadion noch keine der modernen Fußballhallen wie in Gelsenkirchen oder Arnheim ist. Im Grunde steht man im Ludwigspark immer an der frischen Luft und aufgrund der eher geringen Auslastung dürfte es für jeden Nichtraucher kein großes Problem darstellen, einen rauchfreien Fleck Erde zu finden. Sinn machen würde ein Nichtraucherbereich allenfalls für Familien auf den Sitztribünen, welche in ihrer Platzwahl leicht eingeschränkt sind.

Im Endeffekt wäre den Zuschauern im Ludwigspark sicherlich am meisten damit gedient, wenn man ihnen weiterhin die Freiheit lässt, selbst zu entscheiden, wo sie ihr Spiel rauchend oder nichtrauchend verbringen wollen. Schließlich wählen wir unser ganzes Leben lang selbst aus, wessen Gesellschaft wir pflegen wollen und wen wir lieber meiden. Ich meide entschieden intolerante (Mit-)Nichtraucher, welchen die Zigarette wichtiger als der Kopf dahinter erscheint.

Dienstag, Februar 05, 2008

Verein non grata

Ein (satirisches) Gedicht aus der fiktiven Sicht des Managers und Elfmeterschützen Uli H.

Ünerwünscht seid ihr ganz oben
und anmaßend noch dazu.
Euer Präsident kann nur sich loben
und hofft auf einen Clou.

Good-will-Aktionen vergesst ihr schnell
und wie wir euch gerettet!
Seid ihr im Köpfchen noch ganz hell?
Den Verstand verwettet?

Was können wir für unsere Spieler
und all ihre Ausweise?
Das ist Papierkram, und sehr vieler!
Ihr habt doch wohl 'ne Meise!

Unsere Schuld? Ist inexistent!
Wir haben uns angezeigt!
Und bevor ihr hier nun weiterflennt:
ihr habt es selbst vergeigt!

Diesen Dreck kann ich nicht hören!
Ich habe immer recht!
Ihr wollt nur meine Kreise stören,
davon wird mir schlecht.

Uns große Wohltäter zu diffamieren
ist euer letzter Halt.
Den Prozess werdet ihr verlieren!
Oberligisten mach ich kalt!

Samstag, Februar 02, 2008

Newsletter aus dem Paralleluniversum (7)

Hinweis: Entgegen aller Erwartungen handelt es sich hierbei um Satire. Die Meldungen spiegeln keine tatsächlichen Ereignisse wider. Also nimmt es nicht zu ernst und genießt den "Newsletter" ;-)

Klage des 1. FC Saarbrücken gegen Bayern München erfolgreich

München/Saarbrücken - Die Klage des 1. FC Saarbrücken auf Schadensersatz vor dem Landgericht München war erfolgreich. Der deutsche Rekordmeister FC Bayern München muss eine Summe von 15 Mio. Euro Schadensersatz an den Oberligisten entrichten und wurde darüber hinaus dazu verpflichtet, an jedem freien Wochenende ein Testspiel beim 1. FC Saarbrücken zu absolvieren. Die Testspieleinnahmen fließen zu 100 % in den Fond "Suizidgefährdeter FCS-Anhänger e.V.", welcher als Reaktion auf zwei Abstiege in Folge gegründet wurde. Präsident Hinschberger zeigte sich nach der Urteilsverkündung zufrieden und kündigte an, das Geld in ein neues Stadion investieren zu wollen. Bundesligisten aus ganz Deutschland gratulierten dem FCS zur erfolgreichen Einklagung des Schadenersatzes.
Bayern-Manager Uli Hoeneß wurde mit einem Ordnungsgeld bestraft, nachdem er den Richter mit den Worten "Ich soll für diesen *zensiert* gefälschten Pass verantwortlich sein? Wenn es nach euch ginge, würde der FCS vor 12.000 Zuschauern gegen die Bolton...ähem TSG Hoffenheim spielen! Was glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid? Ich brauche Google nicht!" angriff. RTL sicherte sich bereits die Filmrechte für den Prozess, welcher 2009 unter dem Titel "Der Fall Ngwat-Mahop - Ein Komplott?" ins Fernsehen kommen soll.

FCS verpflichtet Karsten Hutwelker und Manfred Bender

Saarbrücken/Altach - Der 1. FC Saarbrücken hat sich kurz vor dem Ende der Winterpause noch einmal im Mittelfeld verstärkt. Vom österreichischen Erstligisten kommt "Wandervogel" Karsten Hutwelker, welcher bereits unter Klaus Toppmöller für den FCS spielte. Er unterschrieb einen Vertrag bis 2012 unter der Bedingung, dass sein ehemaliger Mitspieler und letztmaliger Trainer Manfred "Discomanni" Bender gleichfalls einen Kontrakt bis 2012 erhält - als Spieler! Den mutigen Schritt begründete Trainer Kaminski wie folgt: "Die Mannschaft ist zu jung, um den Aufstieg im Alleingang zu packen. Nach ausführlichen Gesprächen mit Präsidentem und Spielerberater sind wir zum Entschluss gekommen, Hutwelker und Bender zu verpflichten." Erfahren sind Hutwelker und Bender ohne Zweifel: zusammen bringen sie es auf stolze 77 Jahre. Fraglich ist nur, ob FC-Sportheim und Trainer Kaminski den kommenden Herausforderungen gewachsen sind.

Buchtipp: Ich bin dann mal weg! Mit Sven Lintjens durch den Fußball (Lintjens/FCSBLOG-Verlag)


Siegen/Saarbrücken/Maastricht/Wuppertal/Paderborn - Der 31-jährige Mittelfeldakteur Sven Lintjens wird gerne auch als "Rudi Gutendorf Mitteleuropas" bezeichnet. In seiner Autobiographie "Ich bin dann mal weg! Mit Sven Lintjens durch den Fußball" berichtet er erstmals von seinen Erfahrungen in den Topligen Hollands und Deutschlands, wo er sich mit besonderer Vereinsverbundenheit in die Herzen der Fans spielte. Die Erstauflage seines Buches ist in Saarbrücken, Essen und Siegen bereits restlos ausverkauft.

Fanfoto der Woche


'fcs-fcb 032' von Carsten_FCS

Freudige Saarländer begrüßen den Rekordmeister Bayern München mit einem kleinen Feuerwerk zu Ehren der Gäste (Januar 2007)

Kurzmeldungen:

Wir dementieren, dass:


- das Handy von Guido N. besonders gerne an Chatabenden klingelt.
- das FC-Sportfeld nun endlich saniert wird. Die angekündigten Ausgaben fallen unter den Bereich "Denkmalpflege".
- die Oberligisten Deutschlands ihre Trainingslager in der Mehrzahl in türkischen Luxushotels verbringen.

Mittwoch, Januar 30, 2008

Was Carsten denkt (11)

Hallo FCSBlogleserinnen und -leser,

passend zum morgigen Fetten Donnerstag erscheint also der Beitrag in dieser Kategorie, welcher die närrische Zahl "11" mit sich trägt. Es ist mittlerweile wieder an der Zeit, einige mehr oder minder bedeutende Fakten, Kuriositäten, Anmerkungen und Gedanken aufzuarbeiten, welchen zurzeit (noch) nicht die Ehre eines eigenen Blogbeitrags zuteil kommt.

Zunächst gibt es ein paar Worte an die Leute, welche dieses Blog (oder einen beliebigen Blog-Artikel) über das FCS-Forum gefunden haben. Vielleicht habt ihr bereits bemerkt, dass die letzten Einträge nicht mehr unter meinem Benutzernamen verlinkt wurden, sondern verschiedene andere User dies übernommen haben. Ich habe mich nämlich vor einiger Zeit offiziell aus dem Forum verabschiedet und Spriddi und Bobbeslein haben den "FCSBlog-Kult" im Forum etwas aufrecht erhalten. Danke hierfür!
Die Gründe für meinen Rückzug möchte ich hier nicht im Einzelnen erneut ausdiskutieren, da ich schon im Forum eine kleine Stellungnahme veröffentlicht hab. Wenn konträre Meinungen zu Diskussionen unter der Gürtellinie führen und persönliche Drohungen als Folge mit sich tragen, ist eine gewisse Grenze überschritten. Die Verlinkung dieses Forums hier im Blog wird natürlich weiter bestehen bleiben, auch wenn ich dort nicht mehr schreiben werde und es nicht unbedingt als Plattform für den Austausch zum FCS empfehlen möchte. Ich denke, dass da jeder seine eigenen Vorlieben besitzt (FCS-Forum, LuPa, Fußballstammtisch).

Der FCS-Chat, welcher noch relativ neu in der Linkliste unseres Blogs ist, hat an seinem letzten geselligen Chatabend einen vorläufigen Höhepunkt erlebt. Nachdem die "Sprechstunde" mit dem Neu-Elversberger Tim Schwartz in letzter Sekunde scheiterte, begab sich kein geringerer als der kontrovers diskutierte Spielerberater Guido Nickolay in den Chatraum, zu dessen Adminteam auch ich seit Kurzem gehöre. Zunächst muss man einmal festhalten, dass Herr Nickolay für den Mut, sich in die Höhle des Löwen zu begeben, Applaus verdient hat. Als Kritikpunkt muss angemerkt werden, dass Herr Nickolay nicht alle Fragen beantwortete und damit natürlich einige Erkenntnisse, die von Interesse gewesen wären, ausblieben. Dazu gehört sicherlich auch die Frage eines Chatteilnehmers, welche Fehler Herr Nickolay in seiner eigenen Tätigkeit als Spielerberater begangen habe. Jedenfalls sorgte der User "socceragent" für etwas Stimmung im FCS-Chat und ein Protokoll des Abends befindet sich in der Entstehung. Bevor es veröffentlicht wird, will Herr Nickolay natürlich noch einmal seinen eigenen Antworten überprüfen. ;-)

Der FCS hat heute übrigens sein Testspiel gegen die Sportfreunde aus Siegen mit dem gleichen Ergebnis wie in der Vorsaison, als beide Mannschaften noch der Regionalliga angehörten, beendet: 1:1. Ich selbst war nicht vor Ort, will aber an dieser Stelle mal meinen Respekt für all diejenigen aussprechen, die sich bei diesem Wetter an einem Mittwochnachmittag zu einem Testspiel des FCS begeben. Macht ja nicht jeder!

Der letzte Beitrag im FCSBlog liegt jetzt schon einige Jahre Tage zurück. Einerseits gab es wenig über den FCS zu berichten (von der heutigen Verpflichtung Philipp Wollscheids abgesehen), andererseits war die kurze 3-Tage-Woche umso erfüllter von Klausuren. Immerhin ist jetzt in vielen Fächern für kurze Zeit Ruhe angesagt und die anstehenden Faschingsferien (offiziell: Winterferien) werden die Erinnerung an diese Woche hoffentlich erfolgreich verdrängen. Vielleicht gibt es dann auch ein wenig mehr Lesestoff im FCSBlog. Zudem will ich nochmal auf mein Zweitblog aufmerksam machen, welches seit der letzten Erwähnung in diesem Blog doch deutlich gewachsen ist. Ich hoffe, dass man sich in Zukunft auf beiden Seiten öfters liest!

Ich wünsche an dieser Stelle allen nochmal ein buntes Karnevalstreiben und (hoffentlich) keinen großen Kater am nächsten Morgen.

Allez hopp!

Carsten

Samstag, Januar 26, 2008

Hutwelker - Eine Triologie?

Die BILD-Zeitung ist ja immer wieder für einige Überraschungen gut. Heute berichtete man zur Abwechslung mal über einen Ex-FCSler, der angeblich gerne seinen dritten Frühling bei einem dritten Engagement in Saarbrücken erleben würde.

Die Rede ist natürlich von Karsten Hutwelker. Dieser ist mittlerweile stolze 36 Jahre alt und spielt derzeit, wie vor längerer Zeit berichtet, für den SCR Altach in der höchsten Liga Österreichs. Die BILD-Zeitung behauptet, er hätte sich dem 1. FC Saarbrücken als "Leitwolf und Häuptling im Mittelfeld" angeboten, dieser hätte sich aber auf Präsidiumsebene gegen das Angebot Hutwelkers entschieden und damit eine "Chance vertan", den Fans ein Signal zu geben.

Messias oder Abzocker? Retter oder Trikothure?
Diese Extrema tauchen in der Diskussion über das Hutwelker-Angebot immer wieder auf. Dabei muss man erst einmal Chancen und Risiko einer Verpflichtung des Altstars abwägen.

Es ist nicht abzustreiten, dass der FCS gerade auf der Spielmacherposition erhebliche Probleme hat. Im Grunde besitzt der FCS mehrere Spielmacher, die jeweils auf die Tagesform des anderen und das gegenseitige Verständnis auf dem Spielfeld angewiesen sind. So entsteht zumeist über Mike Frantz, Charly Haffner oder Julien Humbert vor allem ein ausgeprägtes Flügelspiel, aber einen Mann, der auch einmal einen Vorstoß auf eigene Faust zu wagen versucht, hat der Ludwigspark in dieser Saison noch nicht gesehen. Vielmehr existiert immernoch zum Teil die Praxis des "den-Ball-ins-Tor-Tragens".
Zudem scheint auch die finanzielle Frage lösbar, da sich Hutwelker FCS wohl nicht zu unbezahlbaren Konditionen angeboten hat. Welcher 36-jährige Spieler bietet sich denn schon einem Viertligisten über Wert an?
Karsten Hutwelker hat vor allem zur Zeit Toppmöllers den Rasen mit Genialität erfüllt und dem FCS in der Offensive gute Dienste vollbracht. Genau diese Kombination aus Spielübersicht und Torgefährlichkeit könnte der FCS auch in der Oberliga gut gebrauchen.

So verlockend das Angebot für den FCS klingen mag, gibt es dennoch einige Bedenken:

Hutwelker würde wohl automatisch zu den Topverdienern der Mannschaft gehören. Der FCS hat zwar ein recht ansehnliches Budget für die Oberliga, gehört dennoch zu den Vereinen, die besser jeden Euro mehrmals umdrehen, bevor sie ihn blind ausgeben. Bei verpasster Qualifikation für die Regionalliga wäre diese Investition umso ärgerlicher.
Der FCS würde sich damit auch zurück zum "Starkult" vergangener Tage hinentwickeln, der vornehmlich von den Medien forciert und von den Fans zelebriert wurde. Spieler wie Faysal El Idrissi oder Mustapha Hadji sorgten schnell dafür, dass man Sympathiewerte über alle anderen Bewertungskriterien stellte und auch Frühzeichen für eine Niederlagenserie nicht beachtete. Hadji war zwei Jahre hintereinander der unumstrittene Starspieler im Ludwigspark, einer der "immer kämpfte" und "alles gab". In diesen zwei Jahren stieg der FCS jedoch zweimal ab.
Dieser Starkult verbindet sich auch mit einem weiteren Faktor: Neid innerhalb der Mannschaft. Wenn ein 36-Jähriger als "Retter" präsentiert würde, stünde das im krassen Gegensatz zum neuen propagierten Jugendstil mit Spielern wie Hajdarovic, Frantz oder Wiesner. Dass sich im Gegensatz ein älterer Spieler wie Hutwelker wohl viele Freiheiten, auch im Privatleben, herausnehmen würde, wär der Mannschaftsharmonie unter Umständen nicht sehr zuträglich. Nicht zu vergessen ist das mögliche Konfliktpotenzial zwischen dem jovenilen Trainer Kaminski, der vor allem gut mit jungen Spielern arbeiten kann, und dem Altstar Hutwelker, welcher natürlich eine entsprechend hohe Stellung in der Mannschaft fordern würde.

Am problematischsten ist jedoch die sportliche Seite des Transfers. Hutwelker ist im fortgeschrittenen Fußballeralter, hat jüngst den Krebs besiegt und war kurz davor seine Karriere zu beenden, als er zu seinem ehemaligen Saarbrücker Mitstreiter Manfred Bender nach Altach wechselte. In der österreichischen "Operrettenliga" kam er zwar auf 21 Einsätze und zwei Treffer, spielte insgesamt aber nur fünfmal über die gesamte Distanz. Für einem Spieler in diesem Alter ist das sicherlich keine ungewöhnliche Tatsache, jedoch sollte man bedenken, dass gerade hohe Ausdauer gefragt ist, wenn man sich zur absoluten Spitze der Oberliga zählen will, da hier die Grenze zwischen Feierabendfußballern und Profis liegt.

Fazit:
Die Frage nach dem "Ja" oder "Nein" lässt sich im Falle Hutwelkers nur schwerlich klar beantworten. Die Chance, dass er zur schnellen Verstärkung im Aufstiegskampf werden könnte, ist gegeben, jedoch liegt genauso hoch die Gefahr, dass der FCS immer weiter von seinem Jugendwahn abweicht und dies auch das Mannschaftsgefüge belastet. Eine langfristige Lösung könnte Hutwelker in seinem Alter sicherlich nicht darstellen.
Vielleicht ist es mit Hutwelker wie mit einem grandiosen Film: ein Sequel reicht nicht immer an die Qualität des Originals heran und gute Triologien sind rar gesät. Sie können einem Filmdenkmal nur schaden.

Donnerstag, Januar 24, 2008

Post von Gerhard

Stellungnahme des Fanbeauftragten zu Wolfgang Loos

Ich habe lange überlegt, ob ich zu diesem Thema überhaupt einen Blogeintrag verfassen soll. Immerhin kommt es nicht selten vor, dass genau diese Diskussion in endlose Beschimpfungen und sinnlose Diskussionen mündet. Dabei ist eigentlich nicht viel passiert, außer dass Günter Gerhard (von vielen auch "GG" genannt) mal wieder einen Brief geschrieben hat. Und das kann man erstmal sachlich und nüchtern betrachten.

GG ist als fleißiger Briefeschreiber ohne ausgeprägten Hang zum Korrekturlesen bekannt. Wer sich über die Rechtschreibung und die (merkwürdige) Grammatik des Fanbeauftragten beklagt, dem sei nur gesagt, dass diese eigentlich schon fast wie das Unkraut zum E-Block gehören. Eigentlich sollte man über diese wiederkehrenden Sprachklopse mittlerweile Schmunzeln können, sie bereicherten das ludwigspark.de-Blog um einige unterhaltsame Stunden.

Sein letzte Korrespondenz sorgte allerdings für einige Aufregung, vor allem im Gästebuch auf eben jener Fanseite. Der Brief, den man auf der Seite in der Nachrichtenleiste veröffentlichte, sei ausschließlich an Fanclubs gerichtet gewesen, hieß es von einigen Fanclubvorsitzende. Brisant ist der Veröffentlichung weniger wegen der unnachahmlich ungelungenen Rechtschreibung des Briefes, sondern eher wegen seines Inhaltes.

GG berichtet davon, dass er von verschiedenen Seiten um eine Stellungnahme zur Personalie Wolfgang Loos gebeten wurde. An sich ist es nichts neues, dass viele Leute über GG an vermeintlich geheime Informationen und Internas gelangen wollen. Warum GG diesen Wünschen auch noch nachkommt, bleibt jedenfalls sein Geheimnis.
GG berichtet nun kurz von einem Gespräch mit Präsident Hinschberger, um danach, vor jeglichen "Internas" die Saarbrücker Zeit von Wolfgang Loos Revue passieren zu lassen. Hier finden sich wirklich keinerlei brisante oder gar neue Informationen.

Irgendwann erfolgt dann der Schwenk zurück auf das Gespräch mit Horst Hinschberger und der Brief nimmt Fahrt auf. Nun wird Loos als "eigensinnig" beschrieben. Das Bild, welches hier vom Ex-Manager wiedergegeben wird, ist alles andere als positiv und wird wohl noch zu Diskussionen führen. Gerade jetzt, wo die Lage am Ludwigspark eigentlich beruhigt schien, wirken diese Zeilen wie ein unnötiges "Nachtreten", auch wenn damit (indirekt) die lang geforderte Stellungnahme des Vereins erfolgt ist.

Kommen wir nun zur Frage, ob es denn wirklich verwerflich ist, dass dieser für Fanclubs bestimmte Brief an die Öffentlichkeit gedrungen ist. Ich habe mehrere Gründe, dies zu bezweifeln:

- GG ist ein erwachsener Mann, also sollte er auch wissen, was er per Rundmail an die Fanclubs weiterleiten kann und was er besser diskret weitergibt. Die kontroversen Reaktionen auf diesen Brief hat GG selbst zu verantworten.

- GG schreibt vordergründig kein Informationsschreiben, sondern seine eigene Meinung. Ob es zur Aufgabe des Fanbeauftragten gehört, halbjährlich den Fanclubs die eigenen Gedanken mitzuteilen, sei mal dahingestellt, jedoch enthält der Brief keinerlei Informationen, welche erkennbar nur für Fanclubvositzende zugänglich sein sollten. Wenn GG dies anders sehen würde, hätte er ein naives bemerkenswertes Vertrauen in die Integrität von dutzenden von Fanclubvorsitzenden. Die Ankündigung eines Fantreffes, welches für jedermann zugänglich ist, kann wohl kaum exklusiv an Fanclubs gerichtet sein. Ergo: Die Argumentation, dass der Brief ausschließlich Informationen für Fanclubvorsitzende enthalte, ist hinfällig.

- Gerade um die Glaubwürdigkeit des Fanbeauftragten und die Transparenz der Fanarbeit zu wahren, sollte es eigentlich selbstverständlich sein, dass GG derartige Mitteilungen allen Fans zugänglich macht, ob Fanclubmitglied oder nicht.

Vielleicht hätte GG seine Stellungnahme zum Fall Loos (anders kann man diesen Brief nicht bezeichnen) besser direkt an Pressesprecher Kühlein weitergeleitet, damit dieser die Worte des Fanbeauftragten auf der offiziellen Vereinsseite veröffentlicht. Kühnlein hätte den Brief sicherlich vorher noch einmal auf Rechtschreibung und Grammatik überprüft.

Mittwoch, Januar 23, 2008

Newsletter aus dem Paralleluniversum (6)

Hinweis: Entgegen aller Erwartungen handelt es sich hierbei um Satire. Die Meldungen spiegeln keine tatsächlichen Ereignisse wider. Also nimmt es nicht zu ernst und genießt den "Newsletter" ;-)

Buchtipp: Oberligatraining im 21. Jahrhundert (Kaminski, Klimaschefski/FCSBLOG-Verlag)

Saarbrücken - Neu-FCS-Coach Alfred Kaminski ist kein Mann leiser Töne. Er ist dafür bekannt, seine Spieler Fahrzeuge aus dem Schlamm ziehen oder sie einfach über die Planke des Sportfelds gehen zu lassen. Zusammen mit der Trainerlegende Uwe Klimaschefski hat Kaminski nun ein Buch über Trainingsmethodik geschrieben, welches sich speziell an die Bedürfnisse junger Oberligaspieler und -trainer richtet. In dem Buch lernt man verschiedene Knoten, um Platzwärte an Torpfosten zu binden, die Kunst des "Grasfressens" und natürlich auch, wie man blind durch tiefste Wälder läuft, ohne dabei mit Kastanienbäume oder Buchen zusammenzustoßen. Als innovativ kann man auch die Rubrik "Leistungssteigerung mit Ziegelsteinen" betrachten. Einziger Kritikpunkt bleibt das Kapitel über Konditionstraining, welches aus vier Seiten mit drei ganzseitigen Trainingsgrafiken besteht.

Ludwigspark wird zum Eventpalast

Saarbrücken - War der Saarbrücker Ludwigspark noch wenigen Jahren eine Schrottimmobilie, welche nur von einem unterklassigen Fußballverein und einem Erstligisten einer amerikanischen Randsportart genutzt wurde, wird die Veranstaltungsstätte bald einige neue Mieter bekommen. Neben der glorreichen SV Elversberg/Saar steht die Stadt derzeit mit dem 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Trier in Verhandlungen. Der FC 08 Homburg ließ sein Interesse an einem Wechsel nach Saarbrücken bereits verstreichen, da die finanzielle Mittel nicht für einen Mietvertrag ausreichen. Desweiteren gibt es Überlegungen des Französischen Fußballverbands pro Saison mindestens 20 Partien in Saarbrücken auszutragen, um den deutsch-französischen Austausch zu fördern. Das plötzliche Interesse am Standort Saarbrücken bezeichnen Politologen als "irrational" und führen es am ehesten auf die einmalige Infrastruktur zurück (Stadion, Casino und Nachtbar im Umkreis von 200 m).

Florian Hornig nach Völklingen ausgeliehen

Saarbrücken - Der 1. FC Saarbrücken leiht mit sofortiger Wirkung Stürmer Florian Hornig bis Saisonende zum Verbandsligisten Röchling Völklingen aus. Trainer Kaminski zeigte sich enttäuscht von der Leistung seines Stürmers im Testspiel in Orscholz. Von 14 Toren erzielte die vermeintliche Sturmhoffnung des FCS kein einziges. Die Saarbrücker Zeitung sprach daraufhin vom "Strafraumstolperer Hornig".

Fanfoto der Woche

'riegelsberg 033' von Carsten_FCS

Diesen Schnappschuss machte ein treuer FCS-Fan in der Riegelsberghalle in Riegelsberg. Es verdeutlicht die einmalige Ästhetik eines FCS-Fanblocks nach Spielende: ein buntes Meer aus Zeitungschnipseln, Toilettenpapier und Mülltüten verleihen der Tribüne Charakter.

Kurzmeldungen:

Wir dementieren, dass:


- die Wut der vergangenen Wochen still und leise verflogen ist.
- der FCS seine Vereinsfarben in absehbarer Zeit in "gelb-blau" ändern wird.
- die FCS-Homepage noch nie so aktuell war, wie im Augenblick.
- die sanitären Anlagen im FC-Sportfeld aus der Steinzeit stammen. Abwassersysteme haben die alten Römer ins Sportfeld gebracht.
- Günter Gerhard seine Briefe nur einmal Korrektur liest.

Sonntag, Januar 20, 2008

Hallenterror mit der Zweiten

An Hallenturnieren scheiden sich die Geister. Für die einen ist es willkommene Abwechslung zum Fußball auf dem großen Platz, der in den Herbstmonaten immer durchnässter wird, für die anderen ist es eine unerträgliche Fußballvariante mit hoher Verletzungsgefahr. Wenn sich der 1. FC Saarbrücken in die Halle begibt, in diesem Falle die zweite Mannschaft, ist für einen großen Zuschauerandrang jedoch gesorgt.

Die Riegelsberghalle in Riegelsberg (logisch!) war Austragungsort eines Qualifikationsturniers zum saarländischen Hallenmasters und gleichzeitig eines der wenigen Turnieren, an dem der FCS II teilnehmen würde. Im Hinblick auf das bevorstehende Endturnier des Hallenmasters sollte der FCS II also keine Rolle spielen, jedoch bot sich für die Fans des FCS eine nette Gelegenheit, sich mal wieder in der Disziplin des Support zu versuchen. Ungefähr 100 FCS-Anhänger versammelten sich in einem seperaten Block, um sich voll und ganz der Unterstützung ihrer Mannschaft zu widmen.

In der letzten Gruppe startend, musste der FCS II erst kurz vor 14 Uhr sein erstes Spiel bestreiten. Für das Spiel gegen den SV St. Ingbert hatte man im FCS-Fanblock mehrere Doppelhalter und eine gefühlte LKW-Ladung an Konfetti vorbereitet, sehr zum Leidwesen der Veranstalter, welche zum Besen greifen mussten.

'riegelsberg 012' von Carsten_FCS

Auf dem Platz zeigten die FCS-Amateure eine überzeugende Leistung und fegte St. Ingbert mit 5:1 aus der Halle. Vor allem Sascha Bickelmann erwies sich als wahrer Hallenkenner und erzielte im ersten Spiel zwei Tore. Auf den Rängen sprang und sang alles, was an diesem Tag für die Blau-Schwarzen hielt. Dabei wurde auch die Treppe im Saarbrücker Block um einen halben Meter nach unten verlagert. Fortan mieden fast alle Zuschauer diesen Weg, da man stets fürchten musste, dass die Treppe endgültig zusammenbrechen würde.

'riegelsberg 032' von Carsten_FCS

In den Pausen zwischen den Spielen erwies sich die Lage der Riegelsberghalle als Glücksfall, sodass man in wenigen Metern Entfernung mehrere Supermärkte zur Verfügung hatte und sich entsprechend mit Lebensmitteln versorgen konnte.
Auch das zweite Spiel wurde zum Schaulaufen für den FCS II. Gegen die Reserve des Gastgebers Riegelsberg wurde ein 4:1-Sieg eingefahren, welcher bereits das sichere Weiterkommen bedeutete. Den Höhepunkt der Begegnung konnte allerdings der Gastgeber für sich verbuchen: der Schiedsrichter musste dem Riegelsberger Torwart die Schuhe binden, da diesem mit den Torwarthandschuhen quasi die Hände gebunden waren.

'riegelsberg 015' von Carsten_FCS

Das dritte Spiel gegen den SV Reiskirchen klärte dann nur noch, dass der FCS II als Gruppenerster die Vorrunde beenden würde, da man auch hier mit 3:1 gewann. Vor dem Spiel bedeckte ein Regen aus Klopapierrollen den Hallenboden und sorgte bei manch ahnungslosem Hallenbesucher für verdutzte Blicke.
Weniger anstrengend wurde für das Hallenpersonal das Viertelfinale gegen Geislautern. Mit 3:1 gewann der FCS II und sicherte sich den Platz unter den ersten Vieren, während der Fanblock zu beginn eine Choreographie aus Plastikschals zeigte und zumindest einen Teil der Halle in blau-schwarz tauchte.

Im Halbfinale endete der Weg des FCS vorerst. In einem hitzigen Spiel mit Provokationen auf beiden Seiten verlor der FCS gegen Gastgeber Riegelsberg mit 2:3. Ob man dem Schiedsrichter vorwirft, nicht auf den Ablauf der Hallenuhr geachtet zu haben oder ob man dem Zeitnehmer vorwirft, hier zugunsten seiner Mannschaft nicht einmal die Zeit bei der Spielunterbrechung kurz vor Ende gestoppt zu haben, bleibt wohl jedem selbst überlassen.
Das Spiel um den dritten Platz gegen Halberg-Brebach verlor man erneut mit 2:3, diesmal noch ein wenig unglücklicher als zuvor. Dennoch ließen sich die Spieler mit einer Humba verabschieden, was eine erneute Verspätung des Endspiels bedeutete. Der Hallensprecher nannte dies eine "nette Einlage der FCS-Fans", der Missmut der übrigen Zuschauer war jedoch deutlich spürbar. Dessen ungeachtet zückten die Anhänger seitlich des FCS-Blocks über das gesamte Turnier hinweg immer wieder ihre Handykameras, um sich die Filmchen vom FCS-Support als Trophäe zu sichern. Wo liegt da der Sinn, wenn man selbst betont, wie "unsinnig" man diese Prozedur findet?

'riegelsberg 029' von Carsten_FCS

In einem emotionslosen Finale gewann dann der Gastgeber noch den Pokal und "Mr. Hallenmasters" Paul Scheer wünschte allen Mannschaften noch dreimal "viel Glück" für die kommende Rückrunde. Zu diesem Zeitpunkt war der Zauber schon längst aus der Halle verflogen und jede Menge Müll blieb zurück. Für die FCS-Fans hat sich dieser Tag auf jeden Fall gelohnt.

Mittwoch, Januar 16, 2008

I'm so hornich

Das große (Nicht-)Geheimnis ist gelüftet und der 1. FC Saarbrücken darf den ersten Neuzugang für die erste Mannschaft im Jahre 2008 präsentieren:

Florian Hornig

Damit wechselt auch einer der Wunschkandidaten für den Sturm an die Saar. In den vergangenen Wochen tauchten in den Zeitungen (vor allem in der BILD Saarland) immer wieder Gerüchte auf, dass Florian Hornig kurz davor stünde, beim FCS zu unterschreiben. Warum auch eigentlich nicht?
Sein Bruder Manuel Hornig (heute in Offenbach aktiv) bewies vergangene Saison Defensivqualitäten und nutzte seine Körpergröße auch im Kopfballspiel aus, sodass er als bester Verteidiger des FCS am Ende der Saison Vertragsangebote aus der 2. Liga bekam. Dort scheint er nun kurz vor dem Durchbruch zu stehen, da er kurz vor der Winterpause zum ersten Mal über die volle Distanz spielen durfte und gleich ein Tor erzielte - per Kopf natürlich.

Sein Bruder ist mit einer Größe von 191 cm auch hervorragend für das Kopfballspiel geeignet, bedient aber eine andere Position auf dem Platz. Mit elf Toren liegt der Mittelstürmer in der laufenden Oberligasaison auf dem zweiten Platz in der Torjägerliste - ein Tor hinter Nazif Hajdarovic.
Nun besitzt der FCS also offiziell die beiden gefährlichsten Angreifer der Oberliga Südwest. Die Verstärkung für den Sturm ist sinnvoll, da die Torflut der ersten Spiele schon lange verflogen ist und nach dem 14. Spieltag nur noch höchstens zwei Tore pro Spiel erzielen konnte. Wenn dann selbst ein Gegner wie Hasborn durch die Abwehrreihen marschiert und gleich dreimal ins Tor der Blau-Schwarzen trifft, reicht das eben nicht mehr.

Auch altersbedingt passt die Verpflichtung von Florian Hornig sicherlich in das Konzept des neuen Trainers Alfred Kaminski, der in der Vergangenheit vor allem aus vielen jungen Spielern eine Einheit formen konnte. Mit 22 Jahren gehört Florian Hornig auch noch zu dieser Spielergeneration, auf der die Hoffnung aller FCS-Fans liegt.

Jetzt, wo man im Sturm nachgelegt hat, sollte man auch noch für das Mittelfeld und die Abwehr auf Spielersuche gehen. Beide Bereiche offenbarten sich kurz vor der Winterpause als verbesserungsbedürftig und vor allem auf der Spielmacherposition scheint der FCS noch "nackt" zu sein. Es bleibt abzuwarten, was der FCS aus seinen finanziellen Mitteln macht und ob die angekündigten Verstärkungen vor der Partie in Völklingen (gegen Köllerbach) präsentiert werden. Bei Florian Hornig hat es am Ende immerhin geklappt.

Ein kleines Kuriosum am Rande leistete sich der Onlineauftritt von Radio Salü. Dort wurde der Familienname von Florian und seinem Bruder Manuel kurzerhand umgeändert und zeigte sich wie folgt:

"Florian Hornich unterschreibt beim 1. FC Saarbrücken"

Phonetisch wird man wohl keinen Unterschied bemerken, peinlich ist es jedoch schon, wenn "Saarlands bester Musikmix" sich nicht einmal an Namen erinnert, die schon zu Zweitligazeiten durch den Ludwigspark geisterten (der Pressemeldung zufolge kennt man ja "Manuel Hornich"). Dem Zeugwart wird kein Fehler unterlaufen, da seit dieser Saison keine Spielernamen mehr auf den FCS-Trikots zu finden sind. Vielleicht lernt man ja den richtigen Namen spielend, wenn Florian Hornig erst einmal für den FCS auf Torejagd geht.

Der Konkurrenzkampf im Sturm ist eröffnet!

Sonntag, Januar 13, 2008

FCS-Frauen haben historische Chance

Eine Saarbrücker Mannschaft im DFB-Pokalfinale?

Was sich schon sehr absurd und für alle FCS-Hasser wie ein schlechter Witz anhört, könnte schon bald Realität sein. Wo die Herrenmannschaft zum letzten Mal 1985 im Halbfinale des DFB-Pokals stand, hat es die Damenmannschaft zum dritten Mal insgesamt (zum zweiten Mal hintereinander) unter die letzten Vier geschafft. Das allein wäre ja noch nicht der Anlass, auf eine Endspielteilnahme zu spekulieren.

Im vergangenen Jahr wurde den FCS-Damen der 1. FFC Frankfurt zugelost, was meist gleichbedeutend mit dem Ausscheiden im Pokal ist. Schließlich beherbergen die Frankfurterinnen eine Reihe von aktuellen und ehemaligen Nationalspielerinnen, die selbst den Laien im Frauenfußball ein Begriff sein könnten: Steffi Jones, Renate Lingor, Pia Wunderlich und nicht zuletzt Birgit Prinz. Mit 0:4 musste sich der FCS in Frankfurt geschlagen geben. Dieses Mal sieht die Sache aber weitaus hoffnungsvoller als 2007 aus.

Die Ausgangssituation war für die FCS-Damen folgende: mit Bayern München und dem 1. FFC Frankfurt befanden sich zunächst zwei starke Erstligisten im Lostopf, welche in drei vergangenen Spielzeiten für das Ausscheiden der Saarländerinnen verantwortlich waren. Dritter im Bunde war der Zweitligist TuS Köln rrh., welcher sozusagen als bestmögliches Los für den FCS im Vorfeld beschworen wurde.
Und was passierte? Tatsächlich dürfen die FCS-Damen am 24. März nun als Favoritinnen nach Köln reisen, während Bayern München und der 1. FFC Frankfurt ihrerseits gegeneinander antreten.

Eine nicht zu unterschätzende, jedoch machbare Aufgabe steht für die Mannschaft von Guido Mey an. In der Bundesliga hat man als Aufsteiger zwar erst einen Sieg eingefahren, befindet sich aber noch zwei Punkte vor einem Abstiegsplatz. Spielerinnen wie Nadine Keßler machten dabei schon mit dem Gewinn der U19-Europameisterschaft mit der Nationalelf auf sich aufmerksam.

Man darf also gespannt sein, ob tatsächlich am 19. April 2008 eine saarländische Mannschaft im Berliner Olympiastadion auflaufen wird. Wenn dem so wäre, hätten die FCS-Damen vor ihren männlichen Pendants dieses Kunststück geschafft. Im Finale wäre man sicherlich Außenseiter. Diese haben jedoch zumeist eines auf ihrer Seite: die Sympathie der Zuschauer.

Donnerstag, Januar 10, 2008

Verfälschter Neuanfang im Neuanfang

Was über die letzten Tage mehr wie ein absurdes Gerücht klang, dann aber von Michael Krüger nur halbherzig dementiert wurde, hat sich heute nun bestätigt:

Krüger wird den FCS in Richtung Sudan verlassen und das Traineramt bei Al-Merrikh übernehmen.

'q11' von Carsten_FCS
Foto: saarkicker.de

Damit fühlen sich ersteinmal viele Fans vor den Kopf gestoßen. Zurecht?

Blickt man auf den propagierten Neuaufbau im Sommer 2007 zurück, so muss man feststellen, dass hier bereits neues Konfliktpotenzial geschaffen wurde. Ebertz und Hinschberger müssen sich dessen bewusst gewesen sein, da Krüger und Loos schon vorher als eng zusammenarbeitendes Duo bekannt waren. Dass dieses Duo irgendwann mit den festgefahrenen Saarbrücker Strukturen aneinandergeraten würde, war absehbar.

Auch wenn Loos und Krüger von Beginn an als Heilsbringer der gerade eingeläuteten "Liebe kennt keine Liga!"-Ära galten, blieb ihr Handeln nicht frei von Fehlern. Die Einkaufspolitik stand ständig in der Kritik, das unverständliche Rotationsprinzip Krügers brachte Unfrieden in die Mannschaft und Loos reagierte auf alarmierende Misserfolge in der Presse zu locker, als wäre der Kampf um den Aufstieg für den FCS bedeutungslos. Damit handelten sich Krüger und Loos nicht zuletzt auch die Kritik des Präsidiums ein, welche leicht blauäugig über die Presse vorgetragen wurde.

Dieser neue Unfrieden im Verein ging zu Lasten der sportlichen Leistung und verlief parallel mit dem Einbruch der Mannschaft in der Liga. Irgendwann zog Horst Hinschberger seine Konsequenzen und trennte sich von Manager Loos. Diese Handlung stieß auf unterschiedliche Meinungen, war aber auch das erste Zeichen dafür, dass auch Krüger nicht mehr lange FCS-Trainer sein wird. Wurde Krüger noch lange als "kompetentester Mann im Verein" beworben und die Annäherung zwischen Präsidium und Paul Linz scharf kritisiert, sorgten zunehmende Gerüchte für den Schwund von Krügers Popularität. Als sein Wechsel in den Sudan bekannt wurde, hatte er sich angesichts mehrfacher Dementis im Vorfeld für viele Fans endgültig als "charakterlos" offenbart. Unrecht hatten diese wohl nicht.

Sein Nachfolger ist nun Alfred Kaminski. Kaminski war Co-Trainer unter dem erfolglosen Michael Henke und damit auch mitverantwortlich für den schlechten Fitnesszustand der damaligen Mannschaft. Als Trainer der Oberliga-Reserve in der Rückrunde 2006/2007 erzielte er Achtungserfolge, welche man jedoch nicht überbewerten sollte, da damals bereits ein Großteil der Mannschaft aus den Spielern bestand, die heute in der ersten Mannschaft spielen. Kritisch wird auch das Verhältnis von Kaminski zum Hauptsponsor Victor's betrachtet, für welche er nach dem Abstieg aus der Regionalliga tätig wurde.

Was wir so gerne als Neuanfang gesehen hätten, entpuppt sich als Etikettenschwindel. Vermeintliche Heilsbringer machten vermeidbare Fehler und mussten den Hut nehmen, das Präsidium agiert in manchen Fällen noch zu unerfahren, der Einfluss von Spielerberatern und Sponsoren ist weiterhin ein aktuelles Thema und nun sollen die es richten, die schon einmal hier waren. Man kann nur hoffen, dass sich der FCS unter Kaminski noch zum Aufstieg rettet. Sonst war der verfälschte Neuanfang im Neuanfang das Geld nicht wert, für das man die ganzen "Liebe kennt keine Liga!"-Flyer drucken ließ.

Links zum Thema:

- Krüger nicht mehr FCS-Chefcoach (sr-online.de)
- offizielle Mitteilung auf der FCS-HP
- Kaminski folgt auf Krüger (sr-online.de)

Sonntag, Januar 06, 2008

Podolski, Rooney und Elvis in der Bahnhofsstrasse gesichtet!

Im Grunde gibt es für den kleinen Mikrokosmos im World Wide Web, der die Internetfangemeinde des 1. FC Saarbrücken umfasst, nichts schlimmeres als die Winterpause. Einen ruhigen Saarbrücker Sommer gibt es per Definition nicht, weil eigentlich alle nur vom nächsten Aufstieg, Trainerwechseln oder spektakulären Neuzugängen am Reden sind. Die Winterpause unterscheidet sich davon doch erheblich, weil erst einmal die Halbzeitbilanz gezogen wird und man dann feststellt, dass das Saisonziel in Gefahr, das Geld fast aufgebraucht und der erste Trainer/Manager beurlaubt wurde.

Trotz dieser grauen Wolkendecke (oder vielleicht gerade deshalb) wird nun von den Internetnutzern versucht, ein wenig Stimmung aufkommen zu lassen. Die letzten Spiele liegen zu lange zurück, als dass man ernsthaft eine Stimmungsdiskussion provozieren könnte, sodass man sich nun auf die Neuzugänge konzentriert.
Zuerst wird eine Standortbestimmung vorgenommen, welche die Schwachstellen in der Mannschaft auslotet. Während User A gerne im offensiven Mittelfeld und Sturm nachlegen möchte, wünscht sich User B einen neuen Torwart samt erfahrener Innenverteidigung. Hat man sich nun darauf geeinigt, dass es in allen Mannschaftsteilen einer Verstärkung bedarf, werden nun die ersten Vorschläge gesammelt. Inbegriffen in dieses Brainstorming ist natürlich ein kleiner Wettbewerb, der sich immer dadurch auszeichnet, die eigenen Kandidaten möglichst heilsbringend anzupreisen und alle restlichen Vorschläge als "Söldner", "Rentner" oder "Pälzer" zu bezeichnen.

Im Winter 2007/2008 besinnt sich die Mode auf die traditionellen FCS-Werte zurück: Wildern bei der Konkurrenz und die Rückkehr ehemaliger Spieler. Schnell kamen für den FCS Daniel Debus (Engers), Florian Hornig (Mechtersheim) oder die Ehemaligen Birkenbach, Thiebaut oder Nehrbauer in Frage. Während im Internet der Geldbeutel des FCS offenbar keine Grenzen kannte, hatte sich die Presse auf Namen wie Almir Delic oder Sergej Kern konzentriert. Nachdem sich das Delic-Gerücht zum Glück schnell als unbegründet herausstellte, wurde zu Kern nichts näheres bekannt. Vielleicht kam ja gerade deshalb dieses Gerücht auf, weil Kern sein einziges Tor in der Hinrunde gegen den FCS erzielte. Hatten wir das nicht schonmal mit Delic und Kovacevic?

Wie groß die Macht der Internetgemeinde wirklich ist, zeigte sich immer wieder in den vergangenen Jahren. War da zunächst die Zeit, in der man im Gästebuch auf ludwigspark.de die Standardfloskel "Spieler XY in der Bahnhofsstrasse gesichtet!" unter Gebrauch des Gastschreibrechts anwendete, so hat in den letzten Jahren vor allem transfermarkt.de an Bedeutung gewonnen. So sorgte vor kurzem das offenbar erfundene Gerücht um Tobias Schweinsteiger für Wirbel. Der als Quelle angegebene Radiosender wusste jedenfalls nichts von dem bevorstehenden Wechsel, was der Popularität der Geschichte keinen Abbruch tat und sie in die Medienlandschaft beförderte. Unter anderem griffen die Lübecker Nachrichten die Meldung kurz auf.

Während das Internet weiterhin seine Blüten treibt, will Krüger angeblich zumindest zwei neue Spieler für seine Mannschaft finden. Ob es ein Hornig, Schweinsteiger oder Wynalda wird, zeigen die kommenden Wochen. Vielleicht wird Krüger ja in der Bahnhofsstrasse fündig. Dort tummelt sich bekanntlich halb Fußballdeutschland.

Freitag, Januar 04, 2008

Newsletter aus dem Paralleluniversum (5)

Hinweis: Entgegen aller Erwartungen handelt es sich hierbei um Satire. Die Meldungen spiegeln keine tatsächlichen Ereignisse wider. Also nimmt es nicht zu ernst und genießt den "Newsletter" ;-)

Michael Krüger bleibt in Saarbrücken

Saarbrücken - In den letzten Tagen häuften sich Spekulationen, dass FCS-Trainer Michael Krüger kurz vor dem Absprung Richtung Aue oder Kaiserslautern stünde. Nach dem Abgang von Wolfgang Loos als Manager sah es so aus, als müsste der FCS nun auch auf Trainersuche gehen. Auf eine Anfrage teile Michael Krüger heute mit, dass er in Saarbrücken bleibe.
Morgen fragen wir ihn wieder.

Mitgliederzahl auf über 25.000 gestiegen

Saarbrücken - Mit großer Überraschung gab der 1. FC Saarbrücken heute morgen bekannt, dass sich die Mitgliederzahlen innerhalb kürzester Zeit vervielfacht hätten. Neuesten Schätzungen zufolge ging gestern bereits der 25.000. Mitgliedsantrag auf der Geschäftsstelle in der Berliner Promenade ein. Hinschberger erklärte gegenüber erstaunten Pressevertretern, dass man nun weitere Mitarbeiter zur Bearbeitung aller Anträge einstellen müsse.
Indessen sind verschiedene gefälschte Anmeldebogen aufgetaucht, welche als Verein den "1. FC Saarbrücken e.V." angeben, aber im Briefkopf die Wappen des FC Barcelona, von Inter Mailand oder dem FC Bayern München tragen.

Mit dem Fanbus nach Riegelsberg!

Saarbrücken/Riegelsberg - Zum Auftritt der 2. Mannschaft beim Hallenturnier in Riegelsberg setzt der ANF(Anonyme Nudelsalat-Fetischisten) Saarbrücken e.V. einen modernen Reisebus mit Klimaanlage ein. An Bord wird es diesmal auch Glühwein geben, welcher von der Weihnachtsfeier des ANF übriggeblieben ist. Anstelle des beliebten Microwellen-Schnitzels wird es diesmal Christstollen geben. Für Gemecker über das Schiedsrichtergespann, Bepöbelung der anderen Mannschaften und Stimmung (Trommeln, Rasseln, Tröten) ist bestens gesorgt.
ACHTUNG: Aufgrund des Ausfalls der Heizung bei der letzten Fahrt nach Bad Kreuznach sind alle Mitreisenden angehalten, ihre Wärmflaschen selbst mitzubringen. Dafür können wir mit Stolz zum ersten Mal kühles Bier auf einer Reise des ANF versprechen!

Fan-Foto der Woche im Paralleluniversumsnewsletter

'Idar-Oberstein' von Carsten_FCS

Freudige Saarbrücker, die Erleuchtung ist über sie gekommen! Sie bejubeln ihre glorreiche Mannschaft. Grimmige Gesellen wollen sie indessen vom Feiern abhalten, was ihnen aber zum Glück nicht gelingt. Aufgenommen in Bad Kreuznach (2007).

Kurzmeldungen:

Wir dementieren, dass:


- die Nachrichtenmeldung mit Tobias Schweinsteiger eine Ente ist.
- die FDP im FCS nun noch stärker vertreten ist.
- ein Testspiel gegen Borussia Dortmund jemals angesetzt wurde.
- Fritz Fuchs den FCK retten wird. Er ist natürlich im Herzen Saarbrücker!

Sonntag, Dezember 30, 2007

Geschwätz üwwer de Eff-Zeh Folge 16: Jahresrückblick


Link: sevenload.com

18 Minuten geballter FCSBlog in Videoform beenden an dieser Stelle das Blogjahr mit dem 141. Beitrag. Wir bedanken uns bei allen Lesern und Zuschauern und wünschen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Mittwoch, Dezember 26, 2007

Die größte Peinlichkeit 07

...steht nun fest! Und wer hat auch nur eine Sekunde daran gezweifelt, dass sich bei unseren Lesern nicht der absolute Titelanwärter durchsetzen würde? Der Tiefpunkt des Jahres 2007 lautet:

Der Abstieg in die Oberliga


'peinlichkeit' von Carsten_FCS

Als sich der 1. FC Saarbrücken mit einem 2:0-Heimsieg gegen Eintrach Braunschweig von der Bühne des Profifußballs verabschiedete, war die Saarbrücker Fanseele zwar gekränkt, aber keinesfalls von Resignationsgedanken befallen. Obwohl das Beispiel von Eintracht Trier von vielen Seiten als mahnendes Beispiel genannt wurde, waren alle Weichen Richtung Aufstieg gestellt und selbst T-Shirts mit dem Aufdruck "Regionalliga-Tour 06/07" kursierten vor Saisonbeginn in der Fanszene. Als Trainer hatte man mit Michael Henke einen Mann verpflichtet, der schon von Beginn einen schweren Stand hatte, nicht zuletzt aufgrund der Tätigkeit bei Bayern München oder in Kaiserslautern. Dieser hatte einen Kader zur Verfügung, welcher wohl auch einem Zweitligisten gut zu Gesicht gestanden hätte: Leistungsträger wie Jäger, Hadji oder Halet hielten dem Verein die Treue und wurden durch vielversprechende Neuzugänge wie Lintjens, Saglik und Reuter ergänzt.

Nach einem Auswärtssieg in Ingolstadt kehrte schlagartig Ernüchterung ein, da man gegen Darmstadt zum Heimspielauftakt eine 0:1-Niederlage gegen Darmstadt kassierte. Schnell wurde Kritik an Henkes defensiver Aufstellung laut. Zudem entpuppen sich die Assistenztrainer Kaminski und Rauscher als Konditionskiller, welche keinen unerheblichen Anteil daran hatten, dass zumeist nach 70 Minuten die Luft raus aus dem Saarbrücker Spiel war. War man zu Saisonbeginn noch der Meinung, einen Aufsteiger vor sich zu haben, wurden zumindest in Fankreisen die Erwartungen stetig nach unten korrigiert, während das Präsidium noch im Frühjahr 2007 die Devise "Platz 3" ausgab.

Zu diesem Zeitpunkt war der Trainer bereits jemand anders: Didier Philippe, der schon als Trainer der Oberligamannschaft nicht unumstritten war, wurde befördert und sollte bis zu Saisonende die Geschicke der ersten Mannschaft leiten. Dabei wurde er zu der Person, die den bereits angeschlagenen Traditionsverein noch bis auf den ersten Abstiegsplatz herunterwirtschaften sollte.
Besondere Tragisch sind die folgenden Fakten:

- Erst am 34. Spieltag rutschte der FCS zum ersten Mal in der Saison auf einen Abstiegsplatz.
- Als einzige Mannschaft stieg man mit einem positiven Torverhältnis ab.
- Mit Jonathan Jäger (17 Treffer) stellte man zudem einen der beiden Torschützenkönige der Regionalliga Süd.
- Der FCS stieg als viertbeste Heimmannschaft ab.
- Der Abstieg beförderte den FCS zum ersten Mal in 104 Jahren Vereinsgeschichte in die Viertklassigkeit.

Dabei ist der Abstieg keinesfalls ein Zufallsprodukt oder das Ergebnis einer Verkettung unglücklicher Umstände. Bis zum letzten Auswärtsspiel in Stuttgart hatte der FCS selbst alle Fäden in der Hand, um den kompletten Absturz zu verhindern. Verhindert wurde der Klassenerhalt von anderen Faktoren.

Leistungsträger wie Hadji, Gebhardt oder Haffner erwiesen sich gegen jüngere, agilere Gegenspieler als Rohrkrepierer, die vielleicht einige Male den Willen, aber keine ausreichende Leistung zeigten. Ihnen wurde auch die fehlende Ausdauer der Anfangszeit zum Handicap. Junge Spieler wie Marc Birkenbach oder Victor Samb wurden als neue Hoffnungsträger gefeiert, ohne ihnen die nötige Spielpraxis zugestanden zu haben. Beide verließen den Verein aufgrund von verschiedenen Versäumnissen des Vereins und internen Konflikten. Jäger und Saglik sahen sich dem Vorwurf ausgesetzt, in den entscheidenden Momenten keinen "Killerinstinkt" zu besitzen und Kapitän Nehrbauer war mehr Sympathie- denn Leistungsträger.
Am Ende des Abstiegs stand auch der Abgang von Hartmut Ostermann und Klaus Meiser, welche diese Konsequenzen ziehen mussten, da sie zu lange die Möglichkeit des Abstiegs verkannt hatten.

Zusammen ergab alles das Bild eines einstigen Bundesligisten, der in die Tragödie schlidderte, um dort einen Neubeginn zu versuchen. Doch zu welchem Preis?

Montag, Dezember 24, 2007

Geschwätz üwwer de Eff-Zeh Folge 15: Weihnachtsspezial II


Link: sevenload.com

GÜFC kehrt mit der zweiten Weihnachtssondersendung im FCSBlog zurück. Auch dieses Mal gibt es eine kleine Weihnachtssgeschichte zu hören, die ein klein wenig mit der aktuellen Lage des FCS zu tun hat. Und nicht umsonst lautet der Titel der neuen Geschichte auch "Der Leuchtturm".
Jegliche Ähnlichkeiten mit lebenden oder bereits verstorbenen Personen sind auch diesmal wieder rein zufällig ;-)

Viel Spaß beim Zuhören und frohe Weihnachten wünsch ich euch!

Samstag, Dezember 22, 2007

Ein weiterer Wunschzettel

Liebes Christkind,

vor einem Jahr habe ich schonmal einen Brief an dich geschrieben. Einige meiner Wünsche hast du sogar erfüllt und einigen schlechten Spielern den Weg aus dem Park gewiesen und uns dafür Leute wie Mike Frantz oder Julien Humbert beschert. Du hast uns einen Wolfgang Loos gegeben und den Verein ungeahntes Fanpotenzial endlich nutzen lassen und ihn weitaus freundlicher gestaltet, als ich es mir erhofft hatte. Andere Wünsche ließen sich leider nicht erfüllen.

Heute habe ich die Zeitung aufgeschlagen und wurde promt daran erinnert, wie grauenhaft das Jahr 2007, durch die FCS-Brille gesehen, doch war. Der zweite Abstieg, der Führungswechsel, die anfängliche Euphorie und der große Krach vor der Winterpause haben unser Nervenkostüm auf eine Achterbahnfahrt geschickt. Deshalb möchte ich dich um diese vier Sachen bitten, die uns allen das Leben erleichtern würden:

-Bescheidenheit:

Bescheidenheit wünsche ich allen!
Zunächst wünsche ich all denjenigen etwas Bescheidenheit, die sich auf der Tradition und dem großen Namen unseres Vereins zuviel einbilden. Nur weil wir der "große FCS" sind und vor Jahren mal in der Bundesliga waren, heißt das noch lange nicht, dass wir besser als die "Bauern aus Elversberg" sind. Noch spielen die eine Liga über uns.
Dann wünsche ich allen Vereinsvertretern etwas Bescheidenheit, bevor sie erneut den FCS als "Leuchtturm des Saarfußballs" bezeichnen, was Verwunderung hervorrufen könnte, wenn man mal gegen "die Bauern" aus Hasborn oder Neunkirchen verliert.
Zuletzt wünsche ich der Mannschaft ein großes Maß an Bescheidenheit, bevor sich erneut nach einem 6:1-Sieg der Schlendrian einschlecht.
Bitte schenke uns viel, sehr viel Bescheidenheit!

-Geduld:

Geduld wünsche ich mir vor allem für unsere Führungsetage, sowie für das gesamte FCS-Umfeld. Es ist zwar bereits mehr als eine halbe Saison vergangen. Trotzdem meinen viele, dass die Halbwertszeit eines Trainers nach fünf Wochen überschritten sei.
Völliger Blödsinn!
Bitte schenke vor allem den wichtigen Entscheidungsträgern das richtige Maß an Geduld und Behutsamkeit, sodass es nie mehr passiert, dass ein Manager nicht einmal ein komplettes Jahr hier arbeiten kann.

-Kreativität:

Kreativität wünsche ich mir für unsere Mannschaft. Sie hat zwar gezeigt, dass sie den Aufstieg aus eigener Kraft erreichen kann, hat in letzter Zeit jedoch enorme Probleme darin, überzeugend aufzutreten. Kreativität ist es eben nicht, wenn man jeden Eckball auf den kurzen Pfosten schlägt oder wenn man jeden Angriff über den linken Flügel einleiten will.
Bitte schenke uns einen Spielmacher, der nicht zu divenhaft oder abgehalftert ist!

-Rückgrat:

Rückgrat wünsche ich jedem von uns, vor allem aber denjenigen, die meinen, sie müssten in irgendeiner Weise gezielt Unruhe im Umfeld des FCS streuen. Dazu gehören Offizielle, die lieber Wortgefechte über die Zeitungen austragen, anstatt sich einmal vernünftig unter vier Augen auszusprechen. Dazu gehören aber auch die Fans, die sich hinter Pseudonymen verstecken und via Internet die Blockdiskussion immer wieder anheizen und unvorhandene Sachkenntnis mit Beleidigungen und Drohungen ausgleichen wollen.
Bitte schenke uns allen viel Rückgrat, vor allem denjenigen, die bisher ihre Schwierigkeiten mit der Aufrichtigkeit haben.

Einen kleinen, nicht ganz bescheidenen Wunsch habe ich dann doch noch:

Bitte schenke unserer ersten Mannschaft den Aufstieg in die Regionalliga!

Dein FCSBlogger Carsten

Mittwoch, Dezember 19, 2007

Wahl: Die größte FCS-Peinlickeit 07

Neues Jahr, neues Glück? Nicht ganz, wenn man den 1. FC Saarbrücken betrachtet! Dachte man, dass sich nach dem Jahr der Peinlichkeiten 2006 dieses Jahr einiges ändern würde, so muss man doch feststellen, dass diese Annahme eher enttäuscht wurde. Aus diesem Grund steht die Weihnachtszeit im FCSBlog wieder im Zeichen der Wahl zur größten FCS-Peinlichkeit 2007, so wie sie schon im vergangenen Jahr durchgeführt wurde.

1. Sportdirektoren Ostermann und Philippe

Mit der Vorgabe "unter die ersten Sechs zu kommen" und einer gehörigen Portion Tatendrang teilten sich der damalige Präsident Ostermann und der damalige Trainer Philippe brüderlich das Amt als Sportdirektor. Ihr Vorgänger Michael Henke blieb meist ohne Aufgabengebiet. Das Ergebnis ist bekannt.

2. Die "Bengalo-Aktion"

Missbräuchlich verwendete Seenotfackeln erregten beim Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers die Gemüter und führten zu Stadionverboten und der Diskussion, inwiefern die Fans eine Mitschuld am Abstieg tragen.

3. Der Abstieg

Trier, Oberhausen und andere warnende Beispiele wurden u.a. von Jonathan Jäger oder Reinhard Klimmt offensichtlich nicht ernst genug genommen, sodass sich der FCS gegen die Zweitvertretungen aus Kaiserslautern und Stuttgart seinem Schicksal ergab. Für viele Fans bedeutete der erstmalige Abstieg in die Viertklassigkeit der Tiefpunkt in 104 Jahren Vereinsgeschichte.

4. Die "Leuchtturm"-Rede

Knapp ein halbes Jahr später wäre man wohl dankbar, wenn Horst Hinschberger bei seiner Vorstellung auf der Mitgliederversammlung weniger markige Worte gefunden hätten. Sobald es beim "Leuchtturm" des Saarfußballs anfing zu kriseln, war der Spott der Konkurrenz aus Elversberg, Homburg und Neunkirchen gewiss.

5. Pokalaus gegen Mettlach

Wollte man nicht eigentlich die Schmach von Gresaubach vergessen machen? Immerhin war diese der peinliche Höhepunkt des Jahres 2006 gewesen. Mit leicht verändertem Personal gelang auch Michael Krüger das Kunststück, sich von einem Verbandsligisten vorführen zu lassen und Nazif Hajdarovic sah zum wiederholten Male die Rote Karte. Mettlach wurde nicht zum Ruhmesblatt für den FCS.

6. Die Entlassung von Manager Loos

Wolfgang Loos ist jemand, der "langfristig arbeiten und planen kann", wenn man Reinhard Klimmt und Klaus Meiser glauben darf. Weniger als acht Monate später musste er jedoch wieder gehen. Zurückbleibt die Frage nach der Glaubwürdigkeit des "Modells Saarbrücken" von Hinschberger und Ebertz und die Diskussion um den Einfluss des Umfelds von Spielerberatern, Sponsoren und Politikern auf den 1. FC Saarbrücken. Diese Entlassung hat allenfalls die einkehrende Unruhe noch weiter gestärkt, nicht unbedingt die Mannschaft.

Die Wahlurnen sind ab sofort geöffnet! Wer tritt die Nachfolge des sensationellen Pokalaus gegen Gresaubach an? Da die Entscheidung diesmal knifflig ist, sind auch Mehrfachantworten möglich! Die Umfrage endet am 26.12.2007 um 13:00 Uhr.

Sonntag, Dezember 16, 2007

Was Carsten denkt (10)

Hallo FCSBlogleserinnen und -leser,

es gibt ein kleines Jubiläum! Zehnmal habe ich jetzt für diese Sorte Blogartikel den Titel "Was Carsten denkt (X)" gewählt und hoffentlich bleibt das noch zehn erfolgreiche Jahre so, auch in der Verbandsliga. Bevor ich weiter das Vorwort im "FC-Magazin" imitiere, will ich doch mal alle Neuigkeiten, die mir als nennenswert erscheinen, anschneiden.

Das letzte Spiel vor der Winterpause hat der FCS auch gewonnen, sogar mit einem 5:1-Kantersieg. Dass es nur ein Freundschaftskick gegen die Sportfreunde Saarbrücken war, lassen wir einfach weg. Schließlich wurde ja in vergangener Zeit viel gemeckert, kritisiert oder heraufbeschworen. Der FCS ist zum hundertsten Male verstorben, in die Niederungen der Kreisliga B verschwunden oder gleich zur mafiaähnlichen Vereinigung erklärt worden und das innerhalb weniger Stunden. Was kann man als Fußballverein eigentlich mehr erreichen?

Interessant ist dabei, wie so oft, die Diskussionen, die sich in den bekannten Foren entwickeln. Während die einen angebliches Insiderwissen auf dem Silbertablett präsentieren, um dann, wenn es spannend wird, die entscheidenden Informationen zu verweigern, erheben andere Wolfgang Loos direkt in den Status eines Märtyrers und verteufeln Hinschberger und Ebertz. Auch die Diskussion um den Spielerberater Guido Nickolay wird mehr als emotional geführt. Immerhin verdanke ich es Herrn Nickolay, dass zahlreiche Google-Anfragen nach seinem Namen auf mein kleines, bescheidenes Blog hinführend und mir so den ein oder anderen zusätzlichen Besucher verschaffen.

Die Mannschaft ist nach der jüngsten Serie von Misserfolgen übrigens wieder aus dem Header verschwunden, dafür ist zurzeit ein Ausschnitt der Choreographie des Heimspiels gegen Pirmansens zu sehen. Manchmal, wenn ich meine Seite aufrufe, fehlt der Header allerdings komplett und nur eine nackte Überschrift ist zu lesen. Ich bitte diese technischen Probleme zu entschuldigen.

Da Weihnachten vor der Tür steht, wird es wohl wieder ein kleines Extra-Bonbon für alle Leser geben. Ich denke hier z.B. an eine Fortsetzung zur erfolgreichen Wahl der größten FCS-Peinlichkeit. Genug Material wäre vorhanden, um die Wahl durchzuführen (leider). Eventuell gibt es auch wieder eine Überraschung wie die letztjährige Weihnachtsgeschichte, die man sich auch diesen Heiligabend wieder bei knisterndem Kaminfeuer anhören kann (wer nicht warten will, kann sie auch jetzt hören).

Für mich selbst hat der Stress der letzten Arbeiten des Halbjahres 13/1 vor kurzem geendet und ich kann mich wieder erfreulicheren Dingen zuwenden, Freunden, FCS (naja, nicht sehr erfreulich, manchmal), Lesen. Vor allem letzteres wird in der Oberstufe zu einer besonderen Hürde, weil man quasi jederzeit ein Buch in die Hand gedrückt bekommt (nicht wirklich, man muss es ja selbst kaufen) und sich gezwungen sieht, es zu lesen. Zuletzt war das bei mir Molières "Menschenfeind" in der Übersetzung von Enzensberger, was sich allerdings positiv von den letzten Pflichlektüren abhob, die nur sehr schwer zu bewältigen waren. Zurzeit bin ich "Naokos Lächeln" von Haruki Murakami am Lesen, ein sehr lesenswerter Roman, auch wenn sich der Untertitel "Nur eine Liebesgeschichte" nicht sehr prickelnd anhört. Ein Dank geht hierbei noch an meinen Stammleser in Schwaben, der dieses Buch damals im FCS-Forum empfohlen hat.

Bevor ich meinen heutigen Beitrag beende, will ich noch auf eine kleine Sache aufmerksam machen: mein neues Blog "Sekundärliteratur". Der Link zum FCSBlog wird zwar der größte Fußballeinfluss in diesem neuen Online-Tagebuch bleiben, jedoch ist jeder herzlich willkommen, mal reinzuschauen.

Bis dann!

Carsten

Samstag, Dezember 15, 2007

Der Unrealist II

Was macht denn der Manager bloß?
Versucht am Spieler ne Kopfnuss!
Ob der das wirklich muss?
Bald geht es hier aber lo(o)s!

Wir haben der Liga jungen Wilden,
bis auf den Ex-Braunschweiger.
Der bringt uns allen nur Ärger!
Spieler dürfen sich was einbilden!

Wie der Trainer wieder rotiert,
die guten Spieler neckt,
die schlechten Spieler deckt
und sich gegen Hasborn blamiert.

Wir haben der Liga jungen Wilden,
doch der Trainer wollte zuviel
und in diesem Oberligaspiel
brauch er sich nix mehr einbilden!

Was ist das nur ein Tormann!?
Greift bei jedem Ball vorbei,
fängt sich oft der Tore drei.
Raus mit diesem Formann!

Wir haben der Liga jungen Wilden,
außer diesem Fliegenfänger.
Nur ein weit'rer Blindgänger!
Der Rest darf sich was einbilden!

Doch halt, die verhandeln rum!
Nürnberg und Altach und so weiter,
was für 'ne miese Karriereleiter!
Wer hier nicht bleibt ist dumm!

Wir hatten der Liga jungen Wilden,
doch die wollten nur Geld!
Was für eine Fußballwelt!
Auf Geld kann man sich was einbilden.

Jetzt geht auch noch mit Wolfgang Loos
die letzte Fußballkoryphäe.
In dieser unglückseel'gen Ehe
regiert doch nur das eine: Moos.

Wir hatten der Liga jungen Wilden
und einen Chaosvorstand dazu!
Geben die denn niemals Ruh'?
Auf was soll ich mir was einbilden?

Spielerberater, Vorstand, Geldgier,
das kann doch nicht mein FC sein!
Da such ich mir lieber nen Zweitverein,
ich bin fertig mit all dem hier!

Mittwoch, Dezember 12, 2007

Chancenlo(o)s

Die Jahreszeit heißt Winter, der Monat Dezember und während wir wohl darauf bedacht sind, jeden Adventssonntag eine neue Kerze an unserem Kranz anzuzünden, spekulierte man heute weitläufig darüber, ob nicht der 1. April einfach vorverlegt wurde. Spätestens als gen Abend dann das Handy ging und eine Kurzmitteilung bestätigte, was viele schnell als schlechten Scherz verstanden, wurde einem schlagartig klar, dass es die heile FCS-Welt nie gab: der 1. FC Saarbrücken und Wolfgang Loos arbeiten ab sofort nicht mehr zusammen. Hintergründe der Trennung wurden bislang nicht bekannt, abgesehen von der Äußerung Hinschbergers, dass die Auffassungen beider Parteien in Sachen Organisation und sportlicher Führung zu unterschiedlich waren.

Um nachzuvollziehen, was passiert ist, sollte man kurz einmal den Weg von Wolfgang Loos als Manager in Saarbrücken nachzeichnen. Wolfgang Loos kam als erfahrener Manager, der zuvor u.a. in Köln und Braunschweig tätig war, in die Provinz und sollte dort dem angeschlagenen Traditionsverein ein neues Profil verleihen. Als Loos geholt wurde, war der Abstieg zwar noch vermeidbar, wurde jedoch auch dadurch begünstigt, dass man zu lange an Didier Philippe als Trainer festhielt. Die Unantastbarkeit des Franzosen behinderte, dass Loos den FCS schon zu Beginn reformieren konnte. Sein wahrer Anteil am Abstieg lässt sich von daher schwer beziffern, im Grunde ist Wolfgang Loos hier der geringste Vorwurf zu machen, da sich der FCS bereits im unaufhaltsamen Sturzflug befand.
Nach dem Abstieg und den damit verbundenen, personellen Strukturwechseln hätte die Gelegenheit kaum besser sein können, einen neuen FCS zu gestalten. Loos verbesserte viel, was von früheren Marketingmanagern unbeachtet blieb, zeigte sich für die Mitinitiierung einer Imagekampagne verantwortlich und versuchte auch das Fanpotenzial des FCS stärker auszunutzen. Was Loos hier machte, könnte man eigentlich als "Pionierarbeit" bezeichnen, verglichen damit, wie karg die Arbeit seiner Vorgänger ausfiel.
Der erste Fehler von Loos ist im Nachhinein warscheinlich die Besetzung seines alten Bekannten Michael Krüger als FCS-Trainer. Sehr schnell wurde das weitere Vorgehen des Managers umso kritischer begutachtet und die Vorwürfe der Kumpanei wurden laut. Die Verpflichtung von Danny Luft brachte zusätzliche Spekulationen über eine mögliche "Braunschweig Connection", die ähnlich der oft beschworenen "French Connection" als einflussreiches Netzwerk den FCS insgeheim regierte. Vergessen wurde bei diesen starken Vorwürfen oft, dass der FCS gleichzeitig auch auf Vorstandsebene einen kleinen Wandel vollzog. Mit Hinschberger und Ebertz sollte nicht nur auf rein sportlicher Ebene eine neue Zeitrechnung beginnen.
Der Anfang verlief für alle Parteien gut: sportlicher Erfolg ließ das Duo Krüger/Loos als Heilsbringer erscheinen, Hinschberger konnte mit aktiver Mitgliederwerbung und einer Imagekampagne zusätzliche Sympathiepunkte sammeln. Als die Erfolgswelle abflachte und die Ergebnisse auf der Stelle traten, machte Loos seinen zweiten, folgenschweren Fehler: war er zunächst in der Presse rhetorisch kompetent aufgetreten, setzte bei ihm das ein, was von vielen als "Schönreden" abgestempelt wurde. Was wohl eher dazu gedacht war, Schaden von der Mannschaft abzuwenden, die ihre erste Krise zu bewältigen hatte, erwiesen sich die Auswirkungen eher als negativ, was sogar so weit ging, dass das Präsidium Trainer und Manager öffentlich angriff. Der sportliche Misserfolg entzog Loos und Krüger das breite Vertrauen, das beide zu Saisonbeginn genossen und die Personalpolitik wurde zunehmends Gegenstand der Kritik.
In den letzten Tagen präsentierte sich Wolfgang Loos anders als in den vorherigen Wochen - kein Blatt vor den Mund nehmend, offensiv und schonungslos. Dies geschah offensichtlich zu spät. Inwiefern die Geschichte um die Suspendierung von Tim Schwartz oder andere Gründe eine Rolle für die Scheidung zwischen Loos und dem FCS spielen, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch niemand zweifelsfrei behaupten. Feststellen lässt sich nur, dass der FCS jetzt zu seinen Wurzeln als Chaosverein zurückgekehrt ist: ein erfahrener Manager und Fußballlehrer verlässt nach "einem mehrstündigen konstruktiven Gespräch" den Verein, welcher von einem Politiker und Unternehmer geleitet wird, unterstützt von jemanden, der bis vor wenigen Jahren noch selbst auf dem Platz stand. Nichtmal eine ganze Saison hat sie gehalten, die heile FCS-Welt, eine Vision von einer besseren Zukunft für den "Leuchtturm des saarländischen Fußballs". Jetzt kehren wieder Spekulationen über den Einfluss von Personen außerhalb des Spielfeldes (Sponsoren, Spielerberater etc.) auf den Verein in das Tagesgeschäft ein und der weitere Verbleib des Loos-Vertrauten Krüger scheint auch sehr zweifelhaft. Es ist hierbei nicht in erster Linie der Abgang der Person Loos, der die Lage misslich erscheinen lässt, sondern die Erkenntnis, dass man aus all den Fehlern der Vergangenheit nicht gelernt hat und auch die neuen Kräfte in der Vereinsführung den Versuch eines kontinuirlichen Neuaufbaus jäh beendeten.

Im Moment bewegt sich der FCS mit großen Schritten in die Ostermann-Vergangenheit zurück: Unruhe, Chaos, Misstrauen. Wird dieser Kurs nun beibehalten und all das vergessen, was man für eine kurze Zeit in diesem Sommer, diesem hoffnungsvollen Sommer, im Blick hatte, steht der FCS chancenlos vor dem Fall in den Abgrund der Fünftklassigkeit.

Links:

- 1. FCS trennt sich von Manager Loos (sr-online.de)
- Hinschberger trennt sich von Loos (ludwigspark.de)
- Die satirische Darstellung der Ereignisse im A-Block

Dienstag, Dezember 11, 2007

Mit Wasser gekocht

Das verfrühte Weihnachtsgeschenk für alle FCS-Fans im Jahre 2007 kam in Form des letzten Auswärtssieges vor der Winterpause, der einerseits den Abstand auf die Konkurrenz vergrößert und, was eigentlich viel wichtiger ist, den Verein auf dem bedeutsamen Aufstiegsplatz Nr. 4 überwintern lässt. In Bad Kreuznach sollte man dabei wieder auf die Mannschaft treffen, gegen die man den ersten Sieg der Saison (7:0) eingefahren hatte.

Kaum hatte man den großen, matschigen Parkplatz vor dem Kreuznacher Friedrich-Moebus-Stadion erreicht, stellte sich die Frage nach dem kulinarischen Angebot der Örtlichkeiten. Den Stand mit diversen Suppen überließ ich anderen, da ich mich auf die Suche nach der Stadionwurst machte. Hier wartete die nächste Enttäuschung des Tages auf mich: rote Brühwürste, die aufgrund eines Stromausfalls eiskalt waren. Mit leerem Magen überblickte ich nun das sich langsam füllende Stadion. Eine recht nett anzusehende Anlage mit grünen Wiesen, sauberen Sitzschalen und einigen Stehtraversen, sicherlich eines der besseren Stadien, welches man in der Oberliga Südwest besuchen kann.

'Bad Kreuznach' von Carsten_FCS

Getrübt wurde dieses Bild eines kleinen, aber feinen Stadions durch die übermäßig hohe Präsenz von Ordnungsdienst und Polizei nebst einem Baustellenzaun, welcher sich ähnlich seines Wirgeser Pendants als äußerst labil erweisen sollte und sich bei einer kleinen Auseinandersetzung zwischen Ordnern und Fans in seine Einzelteile auflöste.

Der FCS ging mit einer Mannschaft ins Spiel, wie man sie nie zuvor gesehen hatte. Nicht ganz überraschend mussten sich Hajdarovic und Rasp mit einem gemütlichen Platz auf der Bank begnügen, während im Sturm Stelletta und Özgün von Beginn an wirbeln durften. Lukas Kohler und Yannik Dekoun hatten eine weitere Chance in der 1. Mannschaft erhalten. Für viele Gegner von Formann wurde der Umstand zum Glücksfall, dass sich die etatmäßige Nummer 1 des FCS beim Aufwärmen verletzte und somit Fabian Seel tätig wurde. Mit diesem fast abenteuerlich zusammengewürfelten Haufen von Spielern sollte nun zumindest das Gesicht gegen einen der schwächeren Gegner der Liga gewahrt werden.
Anders als in den letzten Spielen trat der FCS von Beginn an merklich forscher an und suchte bereits früh die Führung. Diese gelang einem, dem man es wohl im Moment nicht unbedingt zugetraut hätte: Volkan Özgün. Sein Flachschuss fand nach gerade einmal elf Minuten den Weg ins linke untere Toreck und beruhigte erst einmal die Gemüter. In der Folge kam der FCS zu mehreren Torgelegenheiten, die mal am Pfosten oder mal am erhobenen Arm des Linienrichters scheiterten. Bad Kreuznach konnte sich zumeist nur noch mit einem harten Einsteigen in den Zweikämpfen behelfen und kam nur wenige Male vor das Tor. Hierbei machte Fabian Seel bei seiner Feuertaufe eine gute Figur und strahlte Sicherheit aus. Meine leicht ironische Bemerkung "Den dó hätt de Formann awwa nitt gehall!" veranlasste einen Mitfan sich umzudrehen und sogar noch weiterzugehen: "Den hätt der sich selwa rinngehau!". Mit Unernsthaftigkeit entlockt man vielen Leuten doch interessante Aussagen.
Besonders auffallend war der Arbeitsaufwand von Mike Frantz: er war wirklich ÜBERALL auf dem Feld. Wie er das angestellt hat, wird wohl sein Geheimnis bleiben, jedoch zeigte er, warum er bereits in seinem jungen Alter zweifellos zum Führungsspieler reift.

In der zweiten Halbzeit war das Bild unverändert: Bad Kreuznach fungierte als Spielball des 1. FC Saarbrücken, während dieser leider viele Chancen ungenutzt ließ. Mike Brückerhoff wirkte engagiert, blieb zumeist aber glücklos, auch weil er sich einige Male in umständlichen Dribblings verlor. Die Neulinge Dekoun, Kohler und Seel blieben fehlerfrei, was gegen schwache Kreuznacher allerdings keine allzu schwierige Aufgabe war. Gefestigt wurde der Sieg mit dem ersten Treffer von Marcel Schug für die Oberligamannschaft des FCS: ein Freistoß aus ca. 18 Metern landete im gegnerischen Tor und machte Hoffnung für zukünftige Standartsituationen.

Am Ende bleibt der Sieg zwar ein wichtiger Pflasterstein im Pfad zum Wiederaufstieg, andererseits wäre alles andere als drei Punkte gegen Bad Kreuznach unangemessen gewesen. Es bleibt zu hoffen, dass der FCS seinen Winter 07/08 nutzt, um die Mannschaft auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten, nötige Verstärkungen zu tätigen und in aller Deutlichkeit gegen die Unruheherde im Umfeld vorzugehen. Der FCS muss wie alle anderen Mannschaften auch mit Wasser kochen, was aber nur dann geht, wenn die Energie da ist. Sonst bleibt das Ergebnis auf dem Platz kalt und geschmacklos.

Freitag, Dezember 07, 2007

Ruhe

Wer erinnert sich an die Zeit als man sich den FCS in aller Ruhe anschauen konnte? Natürlich niemand, weil es diese Zeit niemals gab. Beim FCS ist das Glas grundsätzlich halbleer und nicht halbvoll und wenn es nach dem Gros der FCS-Anhänger geht, müsste eigentlich der Vergleich mit Giovanni Trapattonis geflügeltem Wort "Flasche leer!" herhalten, um die Entwicklung der vergangenen Spiele angemessen zu charakterisieren. Die Mannschaft befindet sich trotz einem gelungenen Saisonstart mitten im Existenzkampf.

Wer in den letzten Tagen einen Blick in die gängen Fanforen warf, musste schon ein großes Maß an Toleranz aufbringen. Schließlich ließen zwei Abstiege hintereinander nicht nur einen großen sportlichen und finanziellen Schaden zurück, sie schädigten auch die mehr als geschundene blau-schwarze Fanseele. So kann man auch halbwegs verstehen, wie jeden Tag wohl jeder, der in irgendeiner Art beim FCS tätig ist, sei es angestellt oder ehrenamtlich, am Rande des Platzes oder auf dem Spielfeld, zum Schuldigen an der derzeitigen Misere proklamiert wird. Vergessen wird dabei der Aspekt, dass es nie "den Hauptschuldigen" geben kann, da dies der Fußball als sogenannte "Mannschaftssportart" schon ausschließt. Deswegen ist die Hexenjagd, die in verbaler Form so exzessiv betrieben wird, eigentlich nur kontraproduktiv: man überlegt beim FCS bereits konkret, einen Psychologen einzusetzen. Daran lässt sich ablesen, wie der Druck von Außen auf den Zustand der Spieler niederschlägt.

Fahrlässig wäre es jedoch, die Kritik auszublenden. Neben der Frage, ob die Suspendierung von Tim Schwartz dem zugegebenermaßen jugendlich unerfahrenen Verhalten angemessen ist, muss sich Michael Krüger auch Kritik an seiner Rotationstaktik gefallen lassen. Viele Stimmen erklärten diese bereits zu einem zentralen Problem, welches maßgeblich zur Unsicherheit der Mannschaft beigetragen hat. Dass hier Wolfgang Loos als Vertrauter des Trainers oft dem Vorwurf der Subjektivität ausgesetzt ist, mag nicht verwundern, da sich auch gegenüber der Presse seine Worte bis zur vergangenen Woche noch viel zu "blumig" anhörten und nicht den Charakter des "Wachrüttelns" mit sich trugen. Da fehlt eigentlich die Mannschaft, welcher man Überheblichkeit vorwerfen kann, einige Stimmen sprechen bereits von einem Bruch in der Mannschaft. In der derzeitigen Situation muss sich zeigen, wer wirklich am Aufstieg MIT dem FCS interessiert ist, sprich:

-mannschaftsdienliches Spielen (keine Endlosdribblings ins Nichts!)
-sich der Verantwortung bewusst werden (keine Alibipässe, kein sinnloses Ballgeschiebe!)
-wachsame Defensivarbeit (dem Mitspieler immer in der Abwehr behilflich sein, flexibel spielen!)

Ohne Kapitän Haffner, die Langzeitverletzten Impis und Halet und den suspendierten Schwartz geht es für den FCS nach Bad Kreuznach zum Drittletzen. Für den FCS ist es die letzte Chance, mit einem Sieg den vierten Platz über die Winterpause zu wahren und somit wenigstens ansatzweise in diesen magischen, unerreichbaren Bereich zu kommen, den man stolz als "Ruhe" bezeichnet.

Links:

- FCS am Samstag in Bad Kreuznach (FCS-HP)
- Eintracht Bad Kreuznach

Mittwoch, Dezember 05, 2007

Schwartz-Weiß-Malerei

Der Blick in die saarländische Presse ist nach dem Abstieg des FCS nicht facettenreicher geworden, bleibt jedoch ein interessanter Zeitvertreib. Aus den Schlagzeilen ist der FCS noch nicht verschwunden, was ein Blick in die heutigen Ausgaben von BILD Saarland und Saarbrücker Zeitung (SZ) beweist. Dort lässt sich am Beispiel der Suspendierung von Tim Schwartz eindrucksvoll aufzeigen, wie unterschiedlich die Berichterstattung in einem kleinen, verschlafenen Bundesland über ein- und dasselbe Thema ausfallen kann.

'schwartz2' von Carsten_FCS

Der Artikel von Daniel Fischer (BILD) mit dem dramatischen Titel "Tim Schwartz gefeuert!" stellt sofort die rhetorische Frage, ob ein einzelner Spieler die Hauptschuld am Versagen einer ganzen Mannschaft tragen kann. Dieser subjektive Schreibstil ist für eine Boulevard-Zeitung sicherlich nicht unüblich und will zumeist eines erreichen: das wohlwollende Kopfnicken der Leser, die sich bestätigt fühlen. Die Betroffenheit für Schwartz wird noch zusätzlich gesteigert, indem sein Berater (wird namentlich nicht in der BILD erwähnt) mit den Worten "Tim wurde seit Wochen fertiggemacht." zitiert wird. Normal erwartet man solche Kommentare eher aus dem Mund einer besorgten Mutter, wenn die Boulevardpresse wieder einmal über Mobbing an deutschen Schulen berichtet. Tiefergehende Informationen darf man jedoch nicht erwarten, da nun ein Großteil des Artikels gesammelte Aussagen von Manager Wolfgang Loos einnehmen. Dieser rechtfertigt die Suspendierung, die seitens Trainer Michael Krüger ausgesprochen wurde, ohne genauer auf Hintergründe einzugehen. Der Schreibstil bleibt zwar subjektiv und betont das "Saarbrücker Kuddelmuddel", betont aber vor allem die mentale Stärke des Managers in dieser schwierigen Situation (Zitat: "Doch das haut Loos nicht um"). Der Artikel schließt mit einer Art Mahnung von Wolfgang Loos in Richtung einiger bestimmter Spieler, die den Verein "rasch verlassen" sollten.

Liest man nach diesem recht emotionalen Artikel voller Betroffenheit und suggerierten Stärke die Meldung, welche die SZ über Tim Schwartz' Suspendierung veröffentlicht hat, so bekommt man den Eindruck, in eine völlig andere Wirklichkeit zu blicken. Erwartet man nach der relativ nüchtern formulierten Überschrift "1. FC Saarbrücken suspendiert Verteidiger Tim Schwartz" auch einen entsprechend objektiven Artikel, so wird man enttäuscht. Man erhält zunächst im Gegensatz zum BILD-Artikel Auskunft darüber, welcher Vorfall angeblich der Anlass zur Suspendierung war (Schwartz soll vor dem vergangenen Heimspiel "in den Katakomben sitzend Zeitung gelesen" haben, wobei nicht überliefert ist, ob es denn nun BILD oder SZ war. Danach nehmen Zitate von Schwartz' Spielerberater Guido Nickolay (wird in der SZ mit Namen erwähnt) den größten Platz im kurzen Zeitungsartikel ein. Dieser berichtet der SZ von Kommunikationshürden mit Manager Wolfgang Loos und setzt das Strafmaß für seinen Schützling Schwartz mit einer gezielten rhetorischen Frage in Beziehung zur Aktion von eben jenem Loos aus dem Heimspiel gegen Mayen: "Welche Maßnahme müsste ein Verein gegenüber seinem Manager ergreifen, wenn dieser auf dem Platz versucht, einem gegnerischen Spieler eine Kopfnuss zu verpassen?"

Fassen wir nun zusammen: während die BILD-Zeitung den Vorfall bedauert, aber gleichzeitig Wolfgang Loos eine Chance zur Stellungnahme einräumt, wird in der SZ vor allem die Sichtweise von Schwartz' Spielerberater geschildert. Platz für eine objektive Betrachtung der Ereignisse findet sich in keiner der beiden Tageszeitungen. Es wäre müßig darüber zu spekulieren, ob hier bestimmte Absichten verfolgt werden, wenn die eine Zeitung den Standpunkt des Vereins und die andere die Meinung des Spielerberaters publiziert. Tatsächlich erscheint es schon sehr merkwürdig, wenn einerseits Wolfgang Loos keinerlei Aussagen über den Vorfall, der zur Suspendierung führte, gegenüber der BILD-Zeitung macht, der Vorfall selbst jedoch konkret in der SZ genannt wird, die ihrerseits nur den Spielerberater des Suspendierten zu Wort kommen lässt. Am Ende ist es der Leser, der um eine genaue Aufklärung der Ereignisse gebracht wird und sich mithilfe der beiden Artikel eine Wahrheit suchen muss, die wohl irgendwo zwischen den Zeilen verborgen liegt. Tim Schwartz selbst kam jedenfalls nirgends zu Wort. Vielleicht ist ihm das auch lieber, da die aktuelle Berichterstattung der Presse allenfalls noch mehr Unruhe in das brodelnde Saarbrücker Umfeld bringt.

Montag, Dezember 03, 2007

Der Unrealist I

Ein Präsident mit großen Zielen im Blick,
eine Liebe, die keine Liga kennt,
eine Mannschaft, die nach vorne rennt,
so klappt der Aufstieg auch ohne Trick!

Wir haben der Liga jungen Wilden,
die dribbeln alle Gegner aus,
holen sich ihren Applaus.
Die können sich was einbilden!

Eine Führungsetage mit viel Kompetenz
ein Trainer mit glücklicher Hand,
ein Manager mit viel Sachverstand,
die bringen viel Kohle und viele Fans!

Wir haben der Liga jungen Wilden,
für Erfahrung tun's die Recken,
die können auch was einstecken.
Die können sich viel einbilden!

Wir schießen die wunderschönsten Tore,
auch wenn wir mal nicht siegen.
Am Schiedsrichter wird's liegen!
Unsere Jungen sorgen für Furore!

Wir haben der Liga jungen Wilden,
außer den paar lahmen Säcken.
Die sollten sich verstecken!
Der Rest kann sich viel einbilden.

Was sind das wieder für Treter!
Bevor ich nach ner Niederlage wein,
beschimpf ich erst den Gastverein!
Immer dieses große Gezeter!

Wir haben der Liga jungen Wilden,
bis auf die Leute der Ersatzbank.
Spielen die, werd ich noch krank!
Die dürfen sich nix einbilden!

Samstag, Dezember 01, 2007

Vorbei ist vorbei

Chancen zur Wiedergutmachung gibt es im Leben nicht so oft wie die Gelegenheiten, auf einem Schlag wirklich viel zu verspielen. In einigen Fällen erhält man sogar nie mehr die Chance zur Rehabilitation. Es mag sich darüber streiten lassen, ob man das letzte Heimspiel vor der Winterpause als eine dieser Chance nennen kann, wenn der betreffende Verein gerade zweimal in Folge abgestiegen ist. Dennoch hat der FCS im Spiel gegen Neunkirchen eine Riesenmöglichkeit verstreichen lassen, die Wogen vor Weihnachten wieder ein wenig zu glätten.

Der eigentliche Fußballtag fing damit an, dass ich vor dem Spiel im Ludwigspark noch kurz im mindestens genauso altehrwürdigen und deshalb vermoderten FC-Sportfeld die ersten 25 Minuten der Bundesliga-Begegnung 1. FC Saarbrücken gegen den Karlsruher SC verfolgte. Was sich hier schon fast nach der großen Fußballbühne anhört, die der FCS schon so oft vergebens suchte, war dabei nur die Begegnung der B-Jugendmannschaften beider Vereine in der Bundesliga. Dieser Kurzbesuch sollte sich immerhin lohnen, da die Zeit ausreichte, um zwei sehenswerte Treffer des blau-schwarzen Nachwuchses zu begutachten.
Im Ludwigspark hatte man wieder eine gewisse Dimension des Rahmenprogramms erreicht, welche in den Grundzügen an Zweitligazeiten erinnerte. Zwecks einer Aktion, die sich gegen Rassismus richtet, wurde eine Trikotkette über die Laufbahn getragen.

'fcsnk 018' von Carsten_FCS

Die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer rein symbolischen Aktion für den Kampf gegen Rassismus wollen wir an dieser Stelle mal ausblenden. Jedenfalls habe ich mich mehr gefragt, wie die Trikots von Marco Gebhardt und Nobutaka Suzuki auf diese Leine gefunden haben. Wurde der Fanshopfundus dafür geplündert?

'fcsnk 020' von Carsten_FCS

Vor 3.800 Zuschauern (also einige tausend Zuschauer weniger als im Hinspiel) ließ bereits die Startaufstellung mit einigen Überraschungen auf sich warten. Auf Gästeseite kehrte die heiß diskutierte Personalie Enver Marina, der Neunkirchen wohl zur Winterpause verlassen wird, zurück ins Tor. Beim FCS hieß der Tormann trotz einiger Kritik weiterhin Pascal Formann, jedoch gab es zwei Veränderungen in der Viererkette. Auf der Position des rechten Verteidigers stand mit Lukas Kohler nach Tim Schwartz und Alexander Otto ein weiterer Mann bereit, der sich zu bewähren hatte. Für den gesperrten Mpassy rückte mit Yannik Dekoun ein Verbandsligaspieler nach, welchem einiges an Potenzial zugeschrieben wird.
Der FCS hatte über die gesamte erste Halbzeit Schwierigkeiten, Neunkirchen unter Druck zu setzen. Vor allem Enver Marina strahlte am Ball eine große Ruhe und Konzentration aus, was ihm sogar erlaubte, Mike Frantz kurzzeitig mit einigen Dribblings in die Knie zu zwingen. Sein Gegenüber Pascal Formann wirkte im Gegensatz zu den letzten Wochen auch ein wenig sicherer. In der Offensive tat sich auf Seiten der Hüttenstadt nichts, sodass der FCS eigentlich die Initiative hätte ergreifen können. Stattdessen wirkte man etwas gehemmt, sodass sich auch der talentierte Mike Brückerhoff zuweilen in Alleingängen verlor. Dafür sammelten die Blau-Schwarzen fleißig Eckbälle, welche trotz der Abwesenheit von Charles Haffner nur unwesentlich gefährlicher wirkten. So gab es immerhin etwas Abwechslung zur FCS-Standardvariante "Kurzer Pfosten". Über den ersten Durchgang verteilt gab es einige Großchancen, wobei das sichergeglaubte 1:0 von Manuel Rasp vergeben wurde, welcher freistehend vor Enver Marina den Ball zu nah am Schlussmann platzierte.

Auf den Rängen konnte man mit Borussia Neunkirchen endlich mal wieder einen Kontrahenten begrüßen, dessen Anhängerschaft im Stadion präsent ist. Auf Seiten des D-Blocks war eine optische Steigerung der Zuschauerzahlen unverkennbar, was wohl auch ein Verdienst des sog. "Saarderbys" war. Jedenfalls zeigte sich der D-Block in der ersten Halbzeit nicht von seiner schlechtesten Seite. Im E-Block wirkte man im ersten Durchgang ähnlich der Mannschaft ein wenig gehemmt, doch später mehr dazu.

Nach dem Seitenwechsel gab dann die Gästeführung. Wo beim FCS die Eckballvariante "Kurzer Pfosten mit Verlängerung in die Mitte" versagt, so war sie bei Borussia Neunkirchen erfolgreich, stiftete Verwirrung bei Pascal Formann und erlaubte Michael Müller ungehindertes Einköpfen. Von nun an sah es so aus, als wäre der FCS wieder mehr aktiv. Dass die Abwehr und der Torwart nicht unbedingt das Hauptproblem sind, zeigte sich, indem Yannik Dekoun eine nahezu fehlerfreie Partie ablieferte, Pascal Formann wieder sicherer stand und auch Lukas Kohler die Defensive stabilisierte. Dafür enttäuschten vor allem die Stürmer. Manuel Rasp scheint seit seinem magischen Treffer gegen Pirmasens wie verhext, sodass ihm die einfachsten Tore nicht mehr gelingen wollten. Nazif Hajdarovic spielte auffällig unauffällig und Mike Brückerhoff war als offensiver Mittelfeldpart eher schwach. Der FCS erzeugte zwar nun den nötigen Druck, so wie es in der Schlussphase von Roßbach zwar schon einmal der Fall war, das Glück im Abschluss blieb ihm jedoch verwehrt, was auch die eingewechselten Offensivkräfte Özgün und Karaoglan nicht veränderten. Der FCS kassierte somit seine zweite Heimniederlage in Folge.

Stimmungstechnisch muss man leider zugeben, dass über einige Abschnitte des Spiels der C-Block am deutlichsten und lautesten zu vernehmen war. Nach der Gästeführung brach die Unterstützung aus dem D-Block großflächig ab und der E-Block protestierte via Spruchband gegen diejenigen unter den FCS-Fans, welche bei Niederlagen lieber dem Gegner zujubeln, als der eigenen Mannschaft den Rücken zu stärken. Nebenher wurde noch bis lange nach Spielende ein geradezu euphorisches "Saarbrücken allez!" gesungen, was einerseits auf Ablehnung seitens alteingesessener Zuschauer stieß, andererseits einen trüben Fußballnachmittag doch ein wenig aufhellte. Wenn man schon nicht erfolgreich spielt, sollte das immerhin noch keine Ausrede sein, auf den Rängen zu verstummen.

Fazit: Man hätte sich eigentlich eher den 5:0-Sieg der B-Jugendmannschaft über den KSC ansehen können, als dieser Demontage beizuwohnen, aber was vorbei ist, ist bekanntlich vorbei.

'fcsnk 002' von Carsten_FCS

So wird dieser Tag vielen als neuer Tiefpunkt in der Vereinshistorie in Erinnerung bleiben, auch wenn es diesen in den vergangenen Jahren nicht wenige Male zu bestaunen darf. Die Kritik hat nun größten Nährboden erhalten und wird so schnell nicht wieder aus Saarbrücken verschwinden. Die Chance zur Beruhigung der Gemüter ist vertan, da ein Sieg in Bad Kreuznach nun gerade erst recht zur Pflichtsache wird. Dennoch sollte man die Mannschaft dieses eine Mal noch überstützen, da fundierte Kritik und Standortbestiummungen in der Winterpause sinnvoller sind, als dass man jetzt schon ein Bauernopfer fordert, in der vergeblichen Hoffnung, die Wurzel des Misserfolgs aus dem Verein zu entfernen. Vorbei ist jedenfalls nur eines nicht: die Leidenszeit für FCS-Fans.