Montag, Juli 21, 2008

FCS-Zitat spezial: Horst Hinschberger

Seit nunmehr über einem Jahr regiert Horst Hinschberger das FCS-Land als Präsident seines allerliebsten Fußballvereins. Mit einem fast komplett neuausgerichteten Kurs und einer nie dagewesenen Medienpräsenz machte Hinschberger einiges richtig und, was kaum zu bestreiten ist, auch einiges falsch. Interessant ist die Fortführung einer alten FCS-Tradition, die unter Hinschberger ihre Renaissance erlebte: die Phrasendrescherei.



Kein anderer Präsident erfüllte eine so hohe Quote an flotten Sprüchen, spektakulären Ankündigungen und altbackenen Floskeln. Eine Auswahl der interessantesten Äußerungen des Neu-Präsidenten in seinem ersten Jahr stellt das FCSBlog hier vor:

1. "Meine Affinität zum Fußball ist so richtig entstanden durch die Fußball-Weltmeisterschaft."
Quelle: sr-online.de

Direkt zu Beginn überraschte Hinschberger Fans und Vereinsmitglieder mit einer (immerhin) einjährigen Affinität zum Fußball.

2. "Wir werden es nicht dulden, dass der FCS da bleibt, wo er jetzt ist"

Quelle: Saarbrücker Zeitung

Dies kann man 2008 als bestätigt abhaken.

3. "Der FCS ist der Leuchtturm des Saar-Fußballs."
Quelle: Saarbrücker Zeitung

Bei diesem modernen Klassiker der Hinschberger-Prosa ist keine Erläuterung mehr nötig.

4. "In zehn Jahren soll man im deutschen Fußball mit Hochachtung von dem Saarbrücker Modell reden."
Quelle: Saarbrücker Zeitung

Noch bleiben neun Jahre. Genug Zeit für neun Aufstiege, wird sich jetzt jeder Optimist sagen können.

5. "Bescheidenheit ist eine Zier, aber nicht unser Maß, wenn es um unsere internen Ziele geht."
Quelle: Saarbrücker Zeitung

Nachdem man sich schon selbst mit dem "Leuchtturm" und dem "Modell Saarbrücken" über alle anderen saarländischen Vereine hinweggelobt hat, dürfte es auch schwer fallen, irgendwo noch Bescheidenheit einzubauen.

6. "Wir haben gezeigt, dass wir uns vor niemandem fürchten müssen."
Quelle: Die Wilden Kerle Band X Saarbrücker Zeitung

Schöner hätte es kein Kinderbuchautor formulieren können.

7. "Der Aufstieg ist nicht in Gefahr." (November 2007!)
Quelle: Saarbrücker Zeitung

Das Frühwarnsystem von Horst Hinschberger stimmte im November doch noch recht zuversichtlich, selbst wenn der Vorsprung langsam schmolz.

8. "Wenn wir so weitermachen, werden wir in der Regionalliga nicht bestehen können."
(aus demselben Artikel wie 7.)
Quelle: Saarbrücker Zeitung

Oder vielleicht wird man gar nicht erst aufsteigen?

9. "Spielerberater haben mit Sicherheit großen Einfluss auf die Spieler."
Quelle: sr-online.de

Und Steuerberater haben eben nunmal einen Einfluss auf die Steuererklärung! Wie soll man dieses Thema sonst noch auf den Punkt bringen?

10. "Das ist genau die arrogante Haltung, die uns bewogen hat, die Klage auf den Weg zu bringen."
Quelle: sr-online.de

Eines muss man Horst Hinschberger lassen: mit dieser Aussage über Uli Hoeneß scheint er das Prinzip der "Abteilung Attacke" des Wurstkönigs Bayern-Managers verstanden zu haben.

11. "Alle Beteiligten sind wild entschlossen, das in diesem Jahr zu Ende zu bringen. Es geht nur noch um Detailfragen." (Februar 2008)
Quelle: Saarbrücker Zeitung

Der Stadionneubau, der sicher bald beginnen wird. Über die korrekte Auslegung des "bald" streitet sich die Philosophie bekanntlich seit Jahrzehnten.

12. "Der FCK II ist in dieser Formation die stärkste Mannschaft der Liga. Insofern war das ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung."
Quelle: Saarbrücker Zeitung

Ein 1:1 will verdient sein!

13. "Das ist die schwärzeste Stunde der Vereinsgeschichte." (nach dem 0:1 gegen Worms)
Quelle: Saarbrücker Zeitung

Auch ein Horst Hinschberger darf mal seine Vorgänger zitieren.

14. "Für das Land und für die Region brauchen wir ein Fußballstadion, das modernen Fußballgenuss bietet und andere Veranstaltungen beheimaten kann."
Quelle: sr-online.de

Die Verpackung macht noch keinen Inhalt.

Und zum Abschluss wollen wir doch einmal sehen, dass Horst Hinschberger ein Mann ist, der zu seinem Wort steht:

15. "Ich hatte den Fans am Samstag versprochen, dass wir einen erfahrenen Trainer mit blau-schwarzem Herzen mitten aus dem Saarland suchen würden. In Dieter Ferner haben wir ihn gefunden."

Quelle: sr-online.de

Es geht aufwärts!

Freitag, Juli 18, 2008

Unter anderem Überherrn

SSV Überherrn - 1. FC Saarbrücken 0:6 (0:3)

Dass der FCS seine Testspiele aus Duellen gegen klassenhöhere Gegner aus dem Südwestraum oder klasseniedrigere Kontrahenten aus dem Saarland austrägt, gehört seit Jahren zur Saisonvorbereitung. 2008 durfte unter anderem der SSV Überherrn den FCS empfangen, welcher als "letztjähriger Oberligist" (sic) vorgestellt wurde. Ob sich die Lacher der Einheimischen eher auf den Abstieg des Vereins in die Fünftklassigkeit bezog oder ob man wusste, dass der FCS auch dieses Jahr als "Oberligist" zu bezeichnen ist, durfte man sich selbst aussuchen. Der Gastgeber nennt sich jedenfalls "Die Macht an der Bist".



Das Spiel selbst verlief zu Beginn sehr verhalten. In der Defensive erlaubte sich Dieter Ferners Truppe noch eine kleine Unsicherheit, versuchte es dann in der Folge mit schnellen Vorstößen über die Flügel. Marcel Schug spielte auf ungewohnter Position weit zurückgezogen und sollte das Spiel aufbauen. Den Ball sollten dann Caner Metin oder Nabil Dafi vor das Tor bringen. Der zuletzt als Stürmer agierende Lukas Kohler wurde auf der rechten Seite mit einer etwas defensiveren Rolle bedacht. So konnte die drückende Überlegenheit erst nach über 20 Minuten ausgenutzt werden, indem Pierre Hallé Ball und seinen eigenen Körper über die Torlinie beförderte.



Danach war es wieder Pierre Hallé, der das 2:0 besorgte. Vor der Pause durfte noch einmal Nico Weißmann, der mit einem Dribbling die gesamte Abwehr aushebelte, den Ball einnetzen. Mit dem Halbzeitstand von 3:0 war der Gastgeber sichtlich bedient und ließ sich zu einigen unschönen Fouls hinreißen. Eine andere Möglichkeit existierte jedenfalls nicht, wenn man Caner Metin stoppen wollte.
In der zweiten Hälfte sollten Niveau und Tempo der Begegnung zurückgehen. Der einsetzende Regen hatte wohl den Mannschaften die Lust am Freundschaftskick geraubt, da jetzt mehr oder minder Routine angesagt waren. Auf der einen Seite erarbeitete sich der FCS einige Großchancen, die aber zumeist fahrlässig vergeben wurden, auf der anderen hielt Maxi Böhmann den Kasten sauber. Groß geprüft wurde der Neuzugang aus der Jugend dabei jedoch nicht.

Der Endstand von insgesamt sechs Toren auf Saarbrücker Seite kam dann doch noch zustande, weil die überaus unvorsichtige Abwehr der Überherrner zwei Elfmeter verursachte, die von Neuzugang Strohmann und Lukas Kohler verwandelt wurden. Vor dem letzten Elfmeter kam noch Marcel Schug zu seinem Tor zum 5:0. Der Ex-Freiburger zeigte sich erneut von seiner vielseitigen und übersichtigen Seite.





Fazit:

Mit Nico Weißmann und Caner Metin besitzt der FCS ein überragendes Mittelfeld, das in der Oberliga den Unterschied zu den Mitbewerbern um den Aufstieg darstellen könnte. Zudem sind mit Kohler und Schug vielseitige Spieler vorhanden, die immer wieder überraschen können. Spannend bleibt die Frage, welches Stürmerduo Dieter Ferner zum Auftakt gegen Elversberg auflassen lässt. Gregory Strohmann könnte den kopfballstarken Nebenmann zu einem dribbelstarken Angreifer geben.

Weitere Fotos:


Mittwoch, Juli 16, 2008

Juchei, wir sind 12.!

Eigentlich grenzt es schon ans Verwerfliche, an Boshaftigkeit oder gar Nestbeschmutzung, eine schöne, gutgemeinte Idee durch den Kakao ziehen zu wollen. Aber ein symbolischer Akt, bei dem ein Trikot mit der Nummer 12 an die Fanvertretung des Oberligisten 1. FC Saarbrücken verliehen wird, ist geradezu unwiderstehlich.



So stimmt es in Zukunft


Wo sich Virage Est seit Jahren exklusiv der 12. Mann nennen wird dieses Feld nun auch für alle FCS-Fans zugänglich gemacht.
Trugen in der Vergangenheit Leute wie Harald Ebertz, Peter Eich oder auch ... Peter Eich (verdammt, da war ja nie ein anderer!?) das Trikot mit der 12, so wird in Zukunft einzig und allein "der Fan" der zwölfte Mann des FCS sein. Nun gut, in den Testspielen oder den Zeiten, als Namen von den Trikots verschwanden, waren halt Fabian Seel oder Maxi Böhmann auch FCS-Fans. Jedenfalls gibt es nun dieses stille, längst überfällige Denkmal für den einzig wahren, den unerschütterlichen und treuen Fan des FCS. In Zukunft wird jeder, der die 12 auf dem Rücken trägt, voller Inbrunst laut herausschreien können:

"Ich bin stolz ein FCS-Fan zu sein!"

Oder Fan von Bayern München.
Oder Fan von Borussia Dortmund.
Oder Fan der Österreichischen Nationalmannschaft.

Immerhin wird man kaum ein Fan der ehemaligen Krüger-Loosertruppe aus Braunschweig sein, da hier die "1" für den gemeinen Fan reserviert wurde. Ist das nicht ein wenig edler?
Jedenfalls springt der FCS somit auch auf diesen Zug auf und wird wohl getreu dem Motto "Liebe kennt keine Liga" auch keine Kosten und Mühen scheuen, alle vorhandenen Torwarttrikots auf eine andere Rückennummer umzurüsten. Das sollten einem die Fans schon wert sein!

Wir wünschen uns für die Zukunft, dass der 12. Mann in der Oberliga zuwachs bekommt und es dann auch bei dieser symbolischen Funktion dieser Zahl bleibt. Platz 12 wäre alles andere als fanfreundlich.

Montag, Juli 14, 2008

Der Tag an dem Steven Gerrard den 1.FC Saarbrücken kennenlernte

Was macht man nicht alles für seinen Verein? Man geht zu den Heimspielen, fährt zu den Auswärtsspielen und zeigt insbesondere in guten Zeiten sein freudiges Fan-Gesicht.

Gute Zeiten? Was bitte ist denn das, ist der heutige FCS Fan geneigt zu fragen.
Gute Zeiten, da erinnere ich mich doch an Anthony Yeboah oder Manni Bender oder aber auch an Eric „Ich ess’ den Lyoner auch mit Haut“ Wynalda im blau-schwarzen Dress.
Gute Zeiten, da durfte man noch zu den Heimspielen auf der Camphauser Strasse parken, wenn der Aldi Parkplatz an der Russhütte wieder mit FCS Fans voll geparkt war.
Gute Zeiten, da waren 30'000 im Park und wir hatten den besten Libero Deutschlands, der’s aber nie in die Nationalmannschaft schaffte, dafür aber ins Dschungelbuch.

Und wie es im Leben geht, gehen die guten Zeiten und es folgen die schlechten. Dass diese Erkenntnis stimmt sieht man täglich um 19:45 Uhr bei RTL.
Die schlechten Zeiten beim FCS! Lohnt es darüber überhaupt noch ein Wort zu verlieren?
Ist nicht genügend geschrieben, zitiert und gesprochen wurden?

Was sind eigentlich schlechte Zeiten?

Sind schlechte Zeiten, wenn ein Verein in der fünften Liga spielt? Moment, da habe ich eine ungünstige Wortwahl gewählt, also noch einmal. Sind schlechte Zeiten, wenn ein Leuchtturm in der fünften Liga spielt? Das sind doch keine schlechten Zeiten! Das sind gute Zeiten!

Überlegen wir doch einmal und nehmen die hohen Spritpreise. Ich habe kein Bock bei diesen Kosten den FCS in Rostock, Freiburg oder Ingolstadt zu unterstützen, denn bei einer Niederlage wiegen die Kosten doppelt. Stattdessen müssen wir nur wenige Kilometer fahren und schon sind wir in Niederauerbach, einem unserer stärksten Gegner in der fünften Liga.
Da tut auch eine Niederlage nicht weh, denn was wir vorher beim Einkauf im Outlet Center Zweibrücken gespart haben, hätten wir ansonsten für Sprit nach Rostock verpulvert. Somit schonen wir die Umwelt und der FCS macht aktiv etwas gegen den CO2 Ausstoss. Bravo FCS.

Schlechte Zeiten sind also besser wie gute Zeiten? Nicht wirklich für den FC Fan.

Machen wir uns doch einmal Gedanken wie wir wieder attraktiven Fussball geboten bekommen und mit geschwellter Brust über die Strassen flanieren können? Richtig, wir müssen selber Spieler verpflichten die zu uns passen, uns vorwärts bringen und das Zeug zum Publikumsliebling haben. Wir müssen alles daran setzen Spieler für unseren Verein zu gewinnen. Was unser Präsidium nicht schafft, weil es aus Dilettanten besteht, müssen wir selber in die Hand nehmen. Und genau mit diesen Gedanken konfrontierte ich Steven Gerrard, seines Zeichen Captain des FC Liverpool und der englischen Nationalmannschaft, mit meinem Vorhaben ihn nach Saarbrücken zu holen.

Saarbridge? What’s that? Ich erklärte ihm vom Leuchtturm und von Niederauerbach, aber er machte auf mich nicht den Eindruck, dass er gewillt ist ab der Saison 2009/2010 seine Fussballschuhe im Lupa zu binden. Denn wie meinte er so schön, er stehe mehr auf gute Zeiten und das ich total crazy bin. Wer kann es ihm verübeln? Wenigstens Saarbrücken kennt er nun! Morgen versuche ich das gleiche bei Dirk Kuyt.

Sonntag, Juli 13, 2008

Was aus "unseren" Talenten wurde (2)

Olivier Caillas



Foto: ludwigspark.de

Eigentlich dürfte man ihn garnicht als eines "unserer" Talente in dieser Reihe präsentieren. Olivier Caillas wechselte in einer der schwärzesten FCS-Perioden, der Kooperation zwischen FCS und FCH, vom Waldstadion in den Ludwigspark. Vielleicht war dies ein Umstand, der dem Deutschfranzosen nie zu wirklicher Beliebtheit verhalf. Andere wiederum behaupten, dass es seine Spielweise war, die bei den Blau-Schwarzen nicht ankam: der quirlige Mittelfeldspieler fiel oft bei der kleinsten Berührung zu Boden. Für viele ein Unding.

Unbestritten blieb jedoch, dass Caillas ein gewisses fußballerisches Potenzial besaß, welches ihn 2000 nach dem Aufstieg des FCS einen Wechsel zur von Eugen Hach geführten Alemannia Aachen einbrachte. Zwei Jahre blieb Caillas dort und entwickelte sich zum Leistungsträger in der 2. Bundesliga. Unnötig zu sagen, dass er nicht gerade herzlich empfangen wurde, wenn sein Club gegen den FCS antreten musste.
2002 folgte Caillas seinem Ex-Trainer Eugen Hach zu seiner zweiten Station im Unterhaus des deutschen Fußballs. In Fürth zählte Caillas als Stammspieler auf der linken Außenbahn zu den Spitzenspielern in dieser Liga, auch wenn seine Bilanz an Verwarnungen nun schlagartig anstieg. Der "Schwalbenkönig" brachte es in drei Jahren auf stolze 29 Gelbe Karten und einem frühzeitigem Abgang nach Ampelkarte.

Im Sommer 2005 zog es ihn ins französische Grenoble, wo er beim dortigen Zweitligisten zu den gewohnten Stammkräften gehörte. Dennoch blieb er dort nur für eine Saison, um am Ende seines Frankreichgastspiels zurück zu Greuther Fürth zu gehen, wo er aber nicht mehr zu alter Form zurückfand.
Beim Neuzweitligisten Wehen-Wiesbaden wollte Caillas wieder Fuß in "seiner" Liga fassen, was ihm aber Misslang. Als einer der Fehleinkäufe musste er die Hessen und deren Stahlrohrstadion schon in der Winterpause verlassen, wobei er in neun Spielen nie über die volle Distanz zum Einsatz kam.

Seit Januar 2008 spielt Olivier Caillas nun für Fortuna Düsseldorf, wo der nun 30-Jährige in der Startformation gesetzt ist. Zwar verpasste er den Aufstieg in die 2. Bundesliga, darf nun aber am historischen Erstlingsjahr der neuen 3. Bundesliga teilnehmen und wieder auf der linken Seite dribbeln und sich auch mal einfach fallen lassen.

Freitag, Juli 11, 2008

Sieg gepachtet

SSV Pachten - 1. FC Saarbrücken 0:8 (0:2)

Der 1. FC Saarbrücken geht nicht mehr auf die Dörfer, er ist längst in ihnen angekommen. Trotzdem gibt es sie immernoch, die Vorbereitungsspiele gegen das halbe Saarland des Amateurfußballs. Waren dabei früher Begegnungen gegen Verbandsligisten rein obligatorische Kantersiege, muss man nun einige Ligen tiefer ansetzen.




Im Flachsfeld zu Pachten/Dillingen war es der traditionsreiche A-Klassist SSV Pachten, der den FCS empfing. Dabei liegen die ruhmreichen Zeiten der Pähter auch schon etwas zurück und dass man mit einem Michael Krätzer (mehr oder weniger) erfolgreich spielte ist längst Geschichte. Da für den FCS gleiches mit Zeit- und Klassenverschiebung gilt, war es nicht verwunderlich, dass die Wege beider Vereine sich irgendwann mal kreuzen würden.
Und obwohl man nur den geringsten Teil der Spieler noch als bekannte Gesichter empfangen konnte, war man doch irgendwie froh den FCS mal wieder in Aktion erleben zu dürfen.
Doch was heißt "Aktion"? Die erste Halbzeit verlief eher dröge. Pierre Hallé spielte weitestgehend unauffällig, Marcel Rozgonyi recht souverän und die Mannschaften schienen etwas lahm und anfällig für Fehlpässe. Der typische Freundschaftskick am Mittwochabend eben oder hatte doch der Auftritt einer Kindertanzgarde vor Anpfiff die Akteure etwas angeödet? Für Unterhaltung sorgte allenfalls Enver Marina, der mehr Ballkontakte außerhalb des Strafraums als im Inneren hatte und sich einen Spaß daraus machte, überfordete Stürmer ins Leere laufen zu lassen. Sein Abwehrchef Marcel Rozgonyi machte hingegen fast eine unliebsame Begegnung mit einigen Hunden, die ihn an der Außenlinie ankläfften und dem Rückkehrer einen Wachrüttler besorgten.



Irgendwann erlöste dann Lukas Kohler die Zuschauer und knallte den Ball an die Unterkante der Latte. Auf das 1:0 folgte kurz darauf ein typisches Stürmertor für Pierre Hallé, der den Ball nur noch über die Linie drücken musste. Danach kehrte man zum Fehlpassfestival zurück und verlor obendrein noch den "Zehner" Pascal Stelletta, der sich eine Verletzung zuzog.



In der zweiten Halbzeit hatte sich Dieter Ferners blau-schwarzer Trupp dann doch noch dazu entschlossen, die Zuschauer nicht weiter mit liebloser Ballbehandlung zu langweilen und zeigte dann noch einen passablen Abgang. Noch sechsmal brachte der FCS den Ball im Tor des Gastgebers unter, wobei Nazif Hajdarovic seine Qualitäten als Strafraumstürmer unterstrich und manchmal unnachvollziehbar den Ball am Torwart vorbeibrachte. Auch Lukas Kohler stellte sich ein exzellentes Arbeitszeugnis aus, indem er zwei weitere Tore hinbeisteuerte. Dann durften noch Marc Hümbert und Marcel Schug ihrerseits treffen und am Ende stand ein 8:0 zu Buche.
Dabei wäre es zu einfach nur die Offensivabteilung zu loben. Die Abwehr stand in Halbzeit 1 souverän und wenn nach dem Seitenwechsel mal die Konzentration der Hinterreihe nachließ, gab es immerhin noch Philippe Stelletta. Der Neuzugang aus Trier (und gleichzeitig Bruder von Pascal Stelletta) zeigte zum Erstauenen der Zuschauer zwei Großtaten, als er den freistehenden Gästestürmern einen Ehrentreffer verwehrte. Wäre ja noch schöner gewesen!



Fazit:

Einem schwachen Beginn folgte eine passable Leistung, bei der sich der ein oder andere Spieler unerwartet stark zeigte. Für die endgültige Elf von Dieter Ferner bleibt aber die Rückkehr von Weißmann, Mozain und Strohmann abzuwarten. Am spannendsten dürfte dabei wohl die Frage nach den Stürmern werden, da hier das größte Angebot herrscht. Die Vorbereitung läuft und der FCS ist immerhin schon wach.

Mittwoch, Juli 09, 2008

Was Carsten denkt (16)

Hallo FCSBlogleserinnen und -leser,

ich muss mich für die Stille der letzten Tage in diesem Blog bei verhältnismäßiger Aktualität des Zweitblogs entschuldigen, es ist einfach nichts bis wenig passiert und der Alltag (bzw. der Zivildienst) beansprucht mich. Inzwischen haben sich einige Kleinigkeiten gesammelt, die man ruhig mal erwähnen kann. Die Informationspolitik im FCSBlog will immerhin transparent sein.

Die des FCS ist es nicht. Ignoriert von der saarländischen System-Presse halten sich die Informationen über Transfers in Grenzen und selbst so manch verschwörerisch auftretender Kiebitz im FCS-Umfeld wirkte bei dem ein oder anderen Wechsel selbst überrascht. Wirklich überraschend war dann doch nicht, dass Manuel Hornig den FCK II dem FCS vorzog.
Verschwiegen gibt sich auch die offizielle FCS-Homepage. War das neue Forum und eine "total neugestaltete" Seite für den 01.07.2008 angekündigt, wartet man bisher vergebens. Die alte Homepage steht fest wie der Fels in der Brandung und liefert sporadisch neue, halbinteressante Informationen wie die Speisekarte im FC-Sportfeld.

Unheimlich mutet diese Stille aber erst im Kontext der jüngsten medialen Pannen ab, bei denen sich vor allem Präsident Hinschberger nicht mit Ruhm bekleckerte und die FCS-kritische Saarbrücker Zeitung wieder einmal etwas zu berichten hatte. Diese Verknüpung von steter Unprofessionalität, die immer wieder durchsickert, mit schemenhaft ablaufenden Saisonplanungen haben etwas kafkaeskes (neues Lieblingswort).

Wenn ich heute Abend mir wohl den FCS in Pachten/Dillingen gebe, wo ich schon oft als Schiedsrichter antreten musste (und auch meine erste Rote Karte überhaupt zeigen durfte/musste), wird in einem anderen Blog wohl etwas von mir erscheinen. Das mir bisher unbekannte, aber überaus lesenswerte Blog Thor Waterschei hat einen Platz im Gästeblock für mich reserviert. Die Anfrage von Macher Björn Hoeftmann traf mich also relativ unerwartet, da ich bisher noch nie für ein anderes Fußballblog den Gastkommentator gab (bisher hab ich das nur andere für mich machen lassen). Natürlich konnte ich aber nicht "nein" sagen und war umso überraschter, als schon vor ein paar Tagen ein kleiner Verweis auf den letzten Beitrag im FCSBlog bei Thor Waterschei erschien. Chapeau, nicht nur für die Werbung, sondern auch das aktuelle und unbedingt zu empfehlende Fußballblog.

Ich wünsche noch einen angenehmen Abend und einen guten Start in die Saison 2008/2009!

Carsten

Samstag, Juli 05, 2008

Ein Plädoyer gegen Seriosität

Die Rehabitilation des FCS in die Kreise der "Vereine, über die man spricht" mutet als Sisyphusarbeit an: immer dann, wenn man sich einmal in die Medien gebracht hat, ist es eine desolate Leistung der ersten Mannschaft, verbunden mit dem dritten Abstieg in Folge, der zum letzten Aufflackern des FCS in den Medien vor dem Tod des einstigen Stars des Saarfußballs führt. Und wieder einmal berichtet die Presse lieber über den zwanzigsten Neuzugang in Elversberg oder einen weiteren Mietnachlass für das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern als ein Sterbenswörtchen über die Blau-Schwarzen zu verlieren.

Der einzig wirksame Gegenschlag, der dem FCS wieder die mediale Vormachtstellung bescheren kann, besteht in der Abschaffung jeglicher Seriosität. Raus mit Ernsthaftigkeit, weg mit einem guten Image, ja zu Skandalen und Skandälchen, Klatschseiten und Tagesgespräch!




Das Erfolgsgeheimnis ständiger Medienpräsenz liegt in zwei klitzekleinen Punkten, die keinesfalls zu vernachlässigen sind:

1. Verwirre alle (auch die eigenen Fans/Mitarbeiter) mit falschen/sich ändernden Angaben!


Wirklich schwierig ist die Durchführung dieser Devise nicht. Man kann Gerüchte über mögliche Testspiele gegen Dortmund oder Mönchengladbach streuen (eine offizielle Meldung verstärkt den Effekt), um kurze Zeit später das Thema wieder unter dem Mantel des Schweigens verschwinden zu lassen. Kleinigkeiten, wie die Ankündigung einer neuen Homepage mit topaktuellen Features, machen von sich reden! Auch wenn die Umsetzung noch ewig auf sich warten lässt. Und ein gewünschter Stadionneubau gehört schon fest zum Inventar solcher Meldungen, dass man sie nur mit einem Augenzwinkern aussprechen muss, um auf Seite 1 zu landen...

2. Neues Personal ist immer ein Anlass für eine Pressemitteilung.

Man muss auch mal den Mut haben und sich von Leuten trennen, die seit Jahren dem Verein in guten wie schlechten Zeiten die Treue gehalten haben. Vor allem bietet sich hier die Möglichkeit unliebsamen und illoyalen Mitarbeitern "Adieu!" zu sagen.
Die wahre Kunst besteht jedoch in der Art und Weise personeller Veränderungen. Was einige "schlechten Stil" nennen würden, ist es, wenn der betreffende Mitarbeiter seine Demission über die Presse oder das Internet erfährt. In Wirklichkeit bedeutet dies kostenlose PR und mit Sicherheit einige Zeitungsartikel, die den Bekanntheitsgrad des Vereins wieder aufsteigen lassen.
Lassen Sie sich nur Zeit! Wenn schon eine Einigung mit einem neuen Mitarbeiter kurz davor ist, in trockenen Tüchern zu liegen: wenden sie Punkt 1.) an und machen die Kehrtwende! Lassen Sie sich nicht von Spottausdrücken wie "Zweite Wahl" oder "Unprofessionalität" einschüchtern: hier verbirgt sich die beste Werbung, die man mit Unseriosität erreichen kann!

Was nützt das Image als "Karnevalsverein" à la FSV Mainz 05, wenn man es richtig machen kann und sich mit allerlei Ereignissen außerhalb des Sportplatzes vor Langweiler wie Elversberg oder Homburg drängeln kann? Der FCS ist auf einem guten Wege, sich wieder zu etablieren. Der Aufsichtsratsvorsitzende Reinhard Klimmt hatte schon bei der 100-Jahresfeier des FCS in der Saarlandhalle recht, als er sagte, dass Titel und Erfolge im Abonnement doch nie den selben Charme haben können, wie das stete Auf und Ab einer turbulenten Achterbahnfahrt. Mit Seriosität fährt man allerhöchstens Kinderkarussell.

Mittwoch, Juli 02, 2008

Was aus "unseren" Talenten wurde (1)

Nicht wenige Spieler, die später zu höheren Aufgaben berufen werden sollten, betraten im Dress des 1. FC Saarbrücken das Rampenlicht der Fußballbühne. Beim FCS verkannt oder in den Himmel gelobt, zogen sie aus um Torschützenkönig, Nationalspieler oder gar Weltmeister zu werden.
Mit Mike Frantz hat wieder einer dieser ambitionierten Spieler den Verein verlassen, dem man die Anlagen zum Durchbruch im Profifußball bescheinigt. Gespannt wird man verfolgen, ob der "Saarbrücker Bub" seinen Weg in Nürnberg gehen wird. Doch was wurde aus den anderen Spielern, die sich über den FCS empfahlen? In unserer neuen Rubrik wird dieser Frage nachgegangen.

Christian Weber

Der mittlerweile 24-Jährige legte ein fulminantes Debüt unter Thomas von Heesen in der Rückrunde 00/01 hin: in seinem ersten Heimspiel für den FCS erzielte er gleich im Alter von 17 Jahren sein erstes Profitor. In der kommenden kam der Rechtsverteidiger dann schon auf 19 Einsätze, was keine maßgebliche Veränderung am Abstieg des FCS aus der Zweiten Liga herbeiführen konnte. Weber blieb der Liga erhalten, streifte nun aber das grün-weiße Trikot von Greuther Fürth über. In den kommenden vier Spielzeiten reifte er zum Stammspieler und zeigte meist beständige Leistungen, bevor der ehemalige FCS-Trainer den Saarländer nach Duisburg holte. Im Zweitliga-Aufstiegsjahr gehörte er dort zu den Leistungsträgern, verlor in der Ersten Liga dann aber seinen Stammplatz auf der rechten Abwehrseite.
In die Zweite Liga wird er sehr warscheinlich nicht zurückkehren, dafür aber bald in Griechenland die Schuhe schnüren. In das zukünftige Anforderungsprofil des MSV (jung und deutsch) passt Weber scheinbar nicht mehr, aber der Erstligist AE Larisa will in Zukunft auf das ehemalige FCS-Talent setzen.

Marc Birkenbach




Foto: fc-saarbruecken.de

Der ehemalige U19-Nationaltorwart kam aus der Jugend von Borussia Neunkirchen zum FCS und machte mit ständigen Nominierungen für die Nachwuchsauswahl von sich reden. Wo im Verein noch Peter Eich vor ihm stand, konnte man ihn wenigstens im Fernsehen bei Jugendländerspielen bewundern. In der Chaossaison 06/07 traf ihn das Pech, sich in einer Phase zu verletzen, in der das FCS-Tor verwaist war. So gab es für Birkenbach erst eine Chance, als sich auch Enver Marina verletzte. In sieben Spielen blieb er nur zweimal mit weißer Weste und konnte auch nur zwei Siege feiern.
In der Aussicht auf einen Stammplatz in der Regionalliga wechselte Birkenbach nach Siegen - um dort wieder zwei Torleute vor sich zu haben. Als der erfahrene Wulnikowski ausfiel, wurde der Lübecker Michael Frech verpflichtet. Am Ende kam Birkenbach in Siegen auf zwei Einsätze weniger als in der Vorsaison und musste den sportlichen und wirtschaftlichen Niedergang der Sportfreunde miterleben.
Nun ist Birkenbach doch noch in der Zweiten Liga angekommen: wieder als dritter Mann, nur diesmal hinter Walke und Richter beim SV Wehen-Wiesbaden.

Sonntag, Juni 29, 2008

Die DFB-Elf im Finale - Ansichten eines Saarländers

Es ist doch schon wirklich seltsam. An allen Ecken und Enden begegnen einem knapp 60 Jahre nach Entstehung des Saarlandes Aufkleber mit dem alten "Sarre"-Wappen, Lyoner und alle klischeehaften Auswüchse eines ausgeprägten Lokalismus: saarvoir vivre!

Umso interessanter anzusehen ist es, dass trotz diesen Beobachtungen seit der WM 2006 auch die neue Euphoriewelle in Sachen Nationalmannschaft das Saarland erobert hat, obwohl das Saarland wohl am wenigsten in dieses "Fußballfest für die Welt" involviert gewesen ist. Dennoch gibt es auch hier nach jedem Sieg von Joachim Löws Mannschaft einen Autokorso und jubelnde Massen zu bestaunen. Und das, obwohl spätestens im Jahre 2000 die Mannschaft mit dem Adler auf dem Brust unter Erich Ribbeck ganz unten angekommen war. Woran liegt das und was denkt jemand, der 365 Tage im Jahr eigentlich einem einzelnen Verein die Daumen drückt?

Interessanterweise gab es ein leichtes Aufflammen im Jahre 2002. Deutschland schaffte es vier Jahre vor der WM im eigenen Land mit Völlers Sicherheitsfußball bis ins Finale, wo man lange mit Brasilien mithielt und doch nicht gewann. Dennoch gab es hier noch nicht das Interesse, wie man es heute kennt. Und die Skeptiker sahen sich 2004 wieder im Recht, als Deutschland einem weiteren Tiefpunkt entgegensteuerte.
Diese Skepsis sollte erst 2006 abnehmen. Dies lag nicht unbedingt am sportlichen Abschneiden, da Deutschland zwar offensiver agierte, aber "nur" den dritten Platz bei einem angestrebten Titelgewinn erreichte. Was war passiert?

Der Fußball an sich ist zur Nebensache geworden. Im Vordergrund steht nicht mehr allein der Gewinn, sondern die eigene Präsentation, die möglichst kreativ, friedlich und medientauglich sein soll, aber dabei doch eine fanatische Komponente in sich trägt: vor dem Spiel existieren keine Zweifel am Sieg, bei einer Niederlage ist die Niedergeschlagenheit nicht von großer Dauer. Die "Partystimmung" muss um jeden Preis aufrecht erhalten werden.
Ein weiterer Faktor wurde auch von der WM 2006 beigesteuert: selbst im Fall einer Niederlage bleibt Deutschland das bevorzugte Team. War es früher so, dass selbst vor einem großen Turnier Solidaritätsbekundungen eher an Mannschaften gehobener Spielkultur gingen und man die "Deutschen Panzer" unter Vogts und Ribbeck verspottete, gilt man heutzutage eher als Spielverderber, wenn man Deutschland kritisiert. Keine Brasilien- oder Italien-Trikots mehr, sondern überall Schwarz-Rot-Gold. Schließlich ist man spätestens seit der WM 2006 auch in sportlicher Hinsicht von den ehemaligen "Fußballnationen" enttäuscht, da selbst die früher belächelten Deutschen offensiver zu Werke gingen und dabei ansehnlicher als italienische Betonmischer wirkten.

Als FCS-Fan müsste ich eigentlich angewidert von der Entwicklung sein, dass der Fußball zum Spektakel verkommt. Man wird mit unnötigen "Fansongs" gequält, muss "DIE Artikel für DEN Fan" ertragen, deren Qualität gegen Null strebt, aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht haben. Leute, die über Jahre hinweg Fans von Vereinsmannschaften als "bemitleidenswert" betrachteten und diese immer wieder mit dem sportlichen Misserfolg aufziehen wollten, nennen sich nun selbst "Fans", obwohl sie nicht einmal wissen, wer "dieser Enke" ist. Leute, die David Odonkor für einen Fußballer halten!

Und doch: all dies kann bei mir nicht die Freude trüben, dass Deutschland nach Jahren untersten Spielniveaus endlich wieder eine "goldene Generation" hervorgebracht hat. Schließlich drücke ich der DFB-Elf bei allen großen Turnieren (solange sie noch im Turnier vertreten ist) seit 1998 die Daumen. Als Mannschaft, nicht als Land oder Nation. Ich kann mich zwar nicht immer für Spieler erwärmen, die ihr Klubdasein bei entsprechenden Unsympathen wie Kaiserslautern oder Homburg fristeten, aber die Mannschaft an sich ist für mich doch die Elf, mit der ich immer sympathisieren kann. Selbst der FCS hat sich schon solcher Spieler bedient und wer soll es ihm auch verdenken, wenn diese am Ende gute Leistungen zeigen?

Sobald die EM beendet ist, hängen die meisten ihre Deutschland-Flaggen ab und vergessen den Fußball. Ich kehre dann wieder zu meinem eigentlichen Geschäft zurück: der heimlichen Nationalmannschaft des Saarlandes. Schließlich kann man die eigenen Leidenschaften nicht einfach in einen Schrank hängen und dann wieder auspacken, wenn es einem Recht ist. Und 1954 wär Deutschland ohne uns nie Weltmeister geworden ;-)

Donnerstag, Juni 26, 2008

EM-Querschnitt 08

Auf dem Boulevard gehts rund,
heut auch gern zu später Stund.
Rausgekramt die alte Fahn'
und ab aufs Auto, freie Bahn!

"Deutschland, Deutschland ist so geil",
schallt es noch auf der Fanmeil'
oder anders, man wills nicht wissen,
sonst womöglich noch zerissen.

Hupend an der Welt vorbei,
heute störts nicht Polizei
bei diesem friedlich Feste,
es feiern auch die Gäste.

Denn alle lieben unser Schland
und haben schnell ne Fahn zur Hand,
für Überdeutsche und Patrioten
und deren Seelenheil. Idioten!

Ein buntes Völkchen doch die Leute:
rechtes Pack, Gegnerfans und die Meute
von Modefans mit Schwarz-Rot-Gold.
Wer nicht hinging, hat geschmollt!

Eine Frage bliebe nur noch offen,
auf deren Antwort nur zu hoffen:
Wo sind die Leute nur geblieben,
die den Fußball an sich lieben?

Ganz ohne Nazis oder Leinwand
und ohne Fanmeil', höchstens Bierstand,
und ohne Kommerz und Fanlieder,
sind die wirklich schon zu bieder?

Montag, Juni 23, 2008

Fazit 2007/2008

Wie der Schnauzer zu Dieter Ferner gehört das Saisonfazit untrennbar zum Inventar des FCSBlogs. Auch in diesem Jahr werden wieder alle bekannten Kategorien durchleuchtet und der endgültige Schlussstrich unter die erste (und vorerst letzte) Saison in der Viertklassigkeit gezogen.

1. Punktspiele:

Direkt zu Beginn der Saison setzte man Ausrufezeichen und erzielte drei Kantersiege (7:0, 5:0, 6:1) und unterstrich den Anspruch auf einen Aufstiegsplatz. Einen folgenschweren Knick erlitt der FCS nach den eher enttäuschenden Auftritten gegen die Erzrivalen Homburg und Trier mit folgender Niederlage in Mainz. Bis Ende der Hinrunde stabilisierte man sich und blieb fünf Punkte vor einem Nichtaufstiegsplatz. In der Rückrunde holte man zwar insgesamt drei Punkte mehr als in der Hinrunde und gewann auch gegen Trier und Mainz, konnte aber nicht mit der Aufholjagd des FCK II mithalten. Mit einer Heimniederlage gegen den direkten Konkurrenten Worms war der Nichtaufstieg (= Fünftklassigkeit) so gut wie besegelt.

2. Trainer Nr. 1:

Michael Krüger wurde zu Beginn seines Engagements als erfahrener Fachmann anerkannt, obgleich seine enge Bindung an Manager Wolfgang Loos kritisch beäugt wurde. Deshalb wurde ihm Beeinflussbarkeit vorgeworfen. Nach einer eher dürftigen Vorbereitung schien er aber die Mannschaft perfekt aufgestellt zu haben, sodass unter ihm eine überwiegend junge Mannschaft blühte. Gegenüber der Presse blieb Michael Krüger meistens ruhig, was vom Saarbrücker Umfeld ab der Schwächephase Ende 2007 mit Unkenrufen quittiert wurde. Zudem sagte man ihm nach, systematisch eine Zweiklassengesellschaft innerhalb der Mannschaft zu etablieren, was im Abgang von Tim Schwartz gipfelte. Kurz nachdem Wolfgang Loos von seinen Aufgaben entbunden wurde, ging Krüger in den Sudan.



3. Manager:

An Wolfgang Loos wurden wohl seinerzeit die höchsten Erwartungen gestellt. Anders als der ruhige Krüger war Loos von Beginn seiner Tätigkeit in der Presse präsent und Sprechrohr der sportlichen Entscheidungen des FCS. Dies erhöhte auch die Kritik auf seine Person, da er mit Luft, Jülich, Schug und Özgün Spieler verpflichtete, für die man vielerorts keinerlei Bedarf sah und die sich auch in den Testspielen nicht empfehlen konnten. Vor allem bei Luft und Jülich gab es den Verdacht einer "Niedersachsen-Connection".
Als Loos in der Zeit des offenkundigen Leistungsabfalls der Mannschaft eher beschwichtigen wollte, als die Mannschaft mahnend zu kritisieren, entzog ihm der Vorstand auch öffentlich das Vertrauen. Nach dem Eklat um Tim Schwartz wurde klar, dass das Verhältnis zwischen Manager und Vorstand zerrüttet war und die Vorstellungen beider keine Schnittmenge mehr bildeten. Der polarisierende Loos musste gehen.

4. Trainer Nr. 2:

Alfred Kaminski war bei seiner Verpflichtung allen noch bestens als Co-Trainer unter Henke und Trainer der Reserve in Erinnerungen. Seine unkonventionellen Trainingsmethoden ordneten ihn in die Ecke der Motivationskünstler und Jungtrainer mit Erfolgshunger. Nach einigen Ausrutschern wurde er dieser Rolle gerecht und erzielte Siege gegen die bis dahin fast Unschlagbaren Trier und Mainz II.
Sein folgenschwerster Fehler war die psychologisch kontraproduktive Verteidigungsrede für Pascal Formann, welche seinem Torwart das Vertrauen nur noch mehr entzog und die Fans verärgerte. Ein endgültiges Armutszeugnis stellte sich Kaminski aus, indem er bei theoretischer Minimalchance auf den Aufstieg diesen schon vor dem letzten Spieltag abhakte und seinem Vorgänger die Schuld an der Misere gab.

5. Vorstand:

Mit zwei Neubesetzungen im Präsidium und einem ehemaligen Spieler im Aufsichtsrat gab es vor der Saison einige Änderungen im Vorstand. Horst Hinschberger war dabei zu Beginn seiner Arbeit "fachfremd", versuchte dies aber mit einem offensiven Engagement auszugleichen. Die Sympathien im FCS-Umfeld erarbeitete er sich nicht zuletzt durch seine stete Präsenz bei Spielen und in den Medien, sowie der "Liebe kennt keine Liga"-Kampagne. Für Kritik sorgte die parteiliche Nähe zu Vorgänger Ostermann und die mitunter übertriebenen Aussagen vor Presse, Funk und Fernsehen ("Leuchtturm des Saarfußballs"), die nach den ersten Misserfolgen mit Hohn und Spott quittiert wurden. Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit holte der FCS unter Hinschberger/Ebertz Verlorenes auf und zeigte sich hier fanfreundlicher, jedoch zeigte man sich auf sportlicher Ebene noch recht unerfahren, was sich auch im Personalkarussell im Winter manifestierte. Wenn Hinschberger und Ebertz in der nächsten Saison ihre Chance bekommen, sollten sie daraus lernen.

6. Die Mannschaft:

Im Gegensatz zu den letzten beiden Spielzeiten setzte sich 2007/2008 ein festes Mannschaftsgefüge zusammen, welches maßgeblichen Anteil an einer starken Saison trug. Die Symbiose aus Jung und Alt funktionierte in der Hinrunde perfekt: Führungsspieler wie Jülich oder Haffner harmonierten auf den Platz mit Spielern wie Mike Frantz. Das Spiel über die Flügel florierte, nur wurde nach einigen Spielen schon klar, dass ein klassischer "Zehner" fehlte. Als die Euphorie der ersten Spiele abflachte, musste man in der Taktik variieren, was nicht immer gelang. In allen Mannschaftsteilen wechselten Licht und Schatten, wobei am Ende das Licht überwog.



7. Neuzugänge:

Von den nominellen Neuzugängen konnten nur wenige überzeugen. Schug bekam fast keine Chancen, obwohl er gute Ansätze zeigte, und war oft verletzt. Özgün, Wollscheid und Luft kamen nur selten zu Einsätzen und setzten nicht viele Glanzpunkte. Wechselhaft waren die Auftritte vom jungen Rouven Wiesner, der als Defensivspieler oft torgefährlich agierte, jedoch nicht immer stabilisierte. Ebenso wechselhaft, meistens aber unauffällig waren die Leistungen von Torsten Jülich. Nie unumstritten war hingegen Pascal Formann, der erst sehr spät den Platz im Tor verlor. Florian Hornig erzielte zwar einige Tore, ließ die sogenannten "Big Points" aber aus und wird den Verein nach nur einem halben Jahr wohl wieder verlassen.
Die "unechten" Neuzugänge aus dem Jugend- oder Reservebereich spielten fast allesamt engagierter als die "Hinzugekauften", was Spieler wie Brückerhoff, Stelletta oder Dekoun zu echten Gewinnen machte.

8. Die Pokalsaison:

Wie im Vorjahr war schon das erste Spiel im Saarlandpokal Endstation für den FCS. In Mettlach verlor man knapp nach unterirdischer Leistung mit 0:1. Ironischerweise gelang der Verbandsligamannschaft des FCS Wochen zuvor im Stadion am Schwimmbad ein überzeugender 3:1-Auswärtssieg unter der Federführung von Mike Brückerhoff.

9. Fans:

Der Ära der beiden Fanblöcke stand mit der Oberliga eine Bewährungsprobe bevor. Trotz aller Befürchtungen unterschieden sich Stimmung und Zuschauerschnitt nicht großartig im Vergleich zur Vorsaison. Eher war nach dem 10.000-Zuschauer-Spiel in Neunkirchen eine Euphoriewelle Grund für die neue "Liebe" zum Verein. Erst nach sportlicher Ernüchterung und einigen (zu erwartenden) Auseinandersetzungen bei Derbyspielen kam die Diskussion über die Spaltung der Fanszene, die nach wie vor nicht zu enden scheint, wieder auf.



Bei Auswärtsspielen setzte sich das altbekannte Bild der letzten Jahre fort: nur bei großen Gegnern gab es die entsprechend große Masse an FCS-Fans. Aufgrund kürzerer Entfernungen und kleinerer Heimanhänge fiel dies jedoch nicht zu sehr ins Gewicht. Bei Auswärtsspielen waren es zumeist Virage Est und andere Allesfahrer, die den Verein unterstützten. Das Polizeiaufkommen bei FCS-Spielen blieb hoch, was bei einigen Spielen zu erwarten (Homburg, Trier), bei anderen unverständlich (Hauenstein, Wirges, Engers...) war. Die Diskussion über gewaltätige Fans sollte vor allem nach dem Heimspiel gegen Homburg wieder aufkommen und die Berichterstattung bestimmen. Eine neue Dimension erhielt diese Diskussion nachdem seitens einiger Fans auch psychischer Druck auf Torwart Pascal Formann ausgeübt wurde: zu Saisonende wurde wieder einmal den Fans maßgebliche Schuld am Abstieg gegeben.
Abzuwarten bleibt, ob die Gegebenheiten der beiden Fanblocks bei Zuschauerschwund in der Fünftklassigkeiten in dieser Form aufrecht erhalten bleiben.

10. Mein persönliches Fazit:

Diese Saison ist persönlich viel schwieriger zu bewerten als die vorherige Spielzeit, da im Grunde die Ergebnisse das triste Vorjahr oftmals weit übertrafen, am Ende jedoch das Verpassen des Saisonziels de facto einen weiteren Abstieg bedeutet. Einigen tristen Heimspielen gegen Dorfclubs stehen Duelle vor zweitligareifer Kulisse in Trier oder Neunkirchen gegenüber. Am Ende fühlt man sich ob weiterer Enttäuschungen trotz einer jungen, vielversprechenden Mannschaft erneut geprellt: ein geordneter Neuaufbau schließt es eigentlich aus, dass alte Fehler wiederholt werden. Die Verpflichtung des Victors-nahen Kaminski war damit ein Schritt zurück, der am Ende vielleicht auch die Qualifikation zur Regionalliga kostete. Auch wurde bei allen Neuerungen im Bereich Fanservice oder dem Generationenwechsel in der Fanbetreuung immer noch keine Konstanz auf sportlicher und organisatorischer Ebene entwickelt.

Im Grunde ist man keinen Schritt weiter als vor einem Jahr, außer dass man noch einmal gesehen hat, dass in Saarbrücken das Potenzial, die Massen zu begeistern durchaus vorhanden ist. Auch ohne einen FC Saar.

Fotos: 1,2 Saarkicker.de, 3 fcsblog.de

Samstag, Juni 21, 2008

Ankunft Amsterdam? Eine EM Erfahrung in orange!

Es ist kurz nach 15.00 Uhr des 17.Juni 2008, die Türen des Zuges gehen auf und ich begebe mich auf den Bahnsteig. Die ersten Gedanken schiessen durch meinen Kopf.
Ich habe den falschen Zug genommen! Ich bin in Amsterdam angekommen. Was bitte schön ist in dem verdammten Bahnhof los?

Als ich meine ersten Eindrücke verarbeitet habe und endlich ein Schild sehe „Herzlich Willkommen in Bern“ geht’s mir wieder ein wenig besser.
Hier bin ich nun also – In Bern, der Hauptstadt der Schweiz, 120'000 Einwohner und heutiger Austragungsort des EM Vorrundenspiels Holland gegen Rumänien.
Bereits im Vorfeld meiner Reise habe ich mich bei guten Berner Freunden schlau gemacht, was während der EM in der Stadt läuft. Immer und immer wieder kam der gleiche Wortlaut – Unglaublich, so was haste noch nie gesehen.
Ich gebe eigentlich nicht viel auf solche Superlative, dafür habe ich schon zuviel gesehen und erlebt, aber um es vorab auf den Punkt zu bringen, es war UNGLAUBLICH. Welch eine Fan-Kultur, welch eine Identifizierung mit dem Vaterland, welch ein Stolz, welch eine Party.

Eine Stadt sieht orange

Inzwischen habe ich mich in meiner neutralen Kleidung (nichts schwarz-rot-goldenes und schon gar nichts orangenes) auf den Bahnhofsvorplatz gekämpft, wo ich mich mit besagten Kumpels verabredet habe. Sie lachen mich an und fragen mich – Na zuviel versprochen?
Ich blicke mich um und konnte das ganze nicht glauben. Eine Stadt sieht orange! Wo haben die alle ihre Wohnwagen stehen? Und wer ist denn noch in den Niederlanden? Ein Paradise für jedes Wohnwagen-Verkaufshaus, so viele potenzielle Kunden.

Wir kämpfen uns durch diesen Oranjes Hype und befinden uns auf den Weg zum Bundesplatz, einer von 3 offiziellen Fan-Zonen der UEFA. Wofür man normalerweise 1min braucht, haben wir 30 benötigt. Meine Vorahnungen wurden bei Ankunft bestätigt, die Fan Zone war aufgrund Überfüllung geschlossen. Somit blieben wir in einer neutralen Zone und laberten ein wenig über die EM und warum es in Holland keine schönen Frauen gibt.

Ein Fangedanken – Gemeinsam ins Stade de Suisse

Gegen 17.00 Uhr machten wir uns startklar für den ca.30min Fussweg Richtung Stadion und gerieten in mitten einer holländischen Völkerwanderung.
Diese Prozession zog nicht nach Marpingen zur Marien Erscheinung und schon gar nicht in die Campingabteilung eines Warenhauses, sondern zum Stade de Suisse, der sonstigen Heimspielstätte der Berner Young Boys.
Nach unzähligen holländischen Liedern, Heineken Flaschen aus dem Weg räumen und Blindheit vor lauter orange kamen wir zur Spielstätte des WM Finales von 1954

Platz nehmend sahen wird dann auch zum ersten Mal eine rumänische Gruppierung. Zum Anpfiff sollte der Ostblock mit rund 3'000 Balkan Fans gefüllt gewesen sein, war aber der Übermacht an Holländern nicht gewachsen. Wir vertrieben uns, während dem unansehnlichen Spiels, mit testen der Speisekarte im ehemaligen Wankdorfstadion die Zeit. Von Kebab bis Currywurst gab’s alles was der Magen verarbeiten musste. Als Essenfazit kann man sagen:
Die Speisen waren ok – Das Spiel vor 30'777 Zuschauern zum kotzen. Ach fast vergessen 2:0 für Holland.

Nach dem Spiel ging’s zügig Richtung Bahnhof. Ich wollte den ersten Sonderzug nehmen, in der Hoffnung nicht so viele Holländer an Board zu haben. Meine Worte wurden erhört und ich konnte den Tag entspannt Revue passieren lassen.

Auf der Rückfahrt blieb nur noch eine Frage offen:

Wenn man vom Eingang bis zur Theke des McDonalds Bern 25min benötigt, wie viele verdammte Burger müssen die an diesem Tage verkauft haben?

Die Holländer waren ein wirtschaftlicher (in doppelter Hinsicht) Segen für Bern.
Und leider schaffen sie es auch diesmal nicht bis ganz nach vorne.

Eine weitere schöne EM und möge der Beste gewinnen - also Deutschland!


Freitag, Juni 20, 2008

Günter geht

Nach zwölf Jahren Tätigkeit als Fanbeauftragter des 1. FC Saarbrücken wird Günter Gerhard (GG) zum 01.07.2008 "den Stab weiterreichen" und Platz für eine jüngere Generation von Fanbetreuern beim FCS machen. Lange habe ich überlegt, ob ich tatsächlich einen eigenen Artikel zu diesem Wechsel verfassen soll oder ob ich dieses Thema lieber schneide. Aber gerade ein kontroverses Thema wie dieses braucht ein wenig Beachtung, selbst wenn es sich "nur" um das Amt des Fanbeauftragten dreht.

GG genoss Zeit seiner Tätigkeit in der Fanbetreuung beim 1. FC Saarbrücken nicht immer den größten Rückhalt. Oft wurde ihm sein Alter als Nachteil angelastet, da ihm das Verständnis für jüngere Fans, vor allem die aufkommenden Ultras (auch in Saarbrücken), fehlte. Auch gab es oftmals den Vorwurf der "Vetternwirtschaft" (siehe eine Meldung aus dem Jahr 2003) und zuletzt waren es die Rundschreiben des Fanbeauftragten, die Kritik erregten. Dabei konnte man letzteres mit einer Humor Portion problemlos ertragen. Problematisch war da eher die mangelnde Akzeptanz für den 72-Jährigen, der nun, ob freiwillig oder unfreiwillig wird offen gelassen, sein Amt an die neue Troika aus Meiko Palm, Dirk-Sören Prophet und Peter Thielges abgibt.

GG war sicherlich in seiner Rolle als Fanbeauftragter engagiert. Er hat gegenüber dem Verein ein gutes Verhältnis aufgebaut, was er auch für die Fans nutzte und Vergünstigungen und ähnliches erwirkte. Problematisch war dabei die unklare Rolle GGs: war er Fan oder Vereinsangestellter? Sich zum Verein bekennend verließ er so umgehend wieder eine Krisensitzung im Saarbrücker Fanprojekt nach den Vorfällen beim Heimspiel gegen Rostock.
Dies war außerdem einer der Momente, indem man den sturen GG erlebte, der sich nicht mit der jüngeren Fangeneration identifizieren konnte. Es spricht Bände über sein Verhältnis zur Virage Est, als er nach der verkündeten Schließung des E-Blocks ledeglich immer wieder die Worte von Wolfgang Loos betonte. Hier hätte ein Fanbeauftragter sich auch für Faninteressen einsetzen müssen. Aber war es auch nicht die Amtszeit GGs, in der die Trennung zwischen D-Block und E-Block vollzogen wurde?
Die Antwort auf all diese Fälle muss in der Problemlösungsfähigkeit GGs gesucht werden. Gegenüber dem Verein war GG ein hervorragender Diplomat, aber auch viel zu oft bequem und stur. Zu bequem um Probleme offensiv anzugehen, zu stur um den Blickwinkel anderer Fans einzunehmen.

Deshalb ist die Besetzung der vereinseigenen Fanbetreuung mit drei Leuten, gerade da sich das Fanprojekt "Innwurf" in steter existenzbedrohlicher Lage sieht, nur konsequent. Es gibt keinen Mann, der die Interessen der heterogenen FCS-Fanszene alleine vertreten könnte. An dieser Stelle wünsche ich den "Neuen" auch gutes Gelingen bei ihrer Aufgabe. Sie wird nicht immer einfach sein.

Zu GG bleibt mir abschließend nur zu sagen, dass ich hoffe, dass er doch auf seine alten Tage noch zur Einsicht kommt, dass er in seiner Amtszeit nicht nur einen Fehler begangen hat. Wer zum Vertreter seiner eigenen Interessen gerät, vertritt keine Fangemeinschaft mehr, sondern wird zum Monarchen über eben jene. Wenigstens klingt sein neuer Titel "Ehrenfanbeauftragter" leicht nach Monarchie, selbst wenn es in diesem Falle bei einer rein repräsentativen Funktion bleiben wird. Ich wünsche ihm an dieser Stelle neue Erkenntnisse im Alter und alles Gute für die Zukunft.

Mittwoch, Juni 18, 2008

100 Gründe, warum es NICHT peinlich ist, FCS-Fan zu sein II

Der Gründe zweiter Teil:

51. Harald Ebertz. Erst Torwart, dann Feldspieler bei den Amateuren und Stand-by-Profi, danach Jugendtrainer und Vizepräsident. Was macht der Mann eigentlich nicht?
52. Das VIP-Zelt. Gibt dem ländlichen Saarbrücker einen Fixstern, zu dem er aufblicken kann. Zudem schnell abtransportierbar.
53. Die Nähe zu Frankreich. Verlieh dem FCS eine einzigartige Identität als "Rucksackfranzosen". Allez les Bleus!
54. Michael Thurk. Spielte nie für den FCS, bescherte aber zahlreiche wohlklingende Pfeifkonzerte im Ludwigspark.
55. Der C-Block. Kein Fünftligigst hat einen derart geräumigen Block für seine Gäste reserviert.
56. Eric Wynalda. He's so gudd.
57. Der SV Auersmacher. Eine ausbaufähige Erzfeindschaft für die kommenden Jahre.
58. Mingo Due. "Zu FCS da geh ich hin, weil ich so super sexy bin!"
59. Sebastian Pelzer. Trotz unglücklichem Nachnamen letzter guter Linksverteidiger beim FCS.
60. Der FC Saar. Solange es ihn noch nicht gibt ein Grund, den FCS nicht peinlich zu finden.
61. Erich Honecker. Pate des Fangesangs "Erich war ein Saarländer".
62. Das Ministerium für Inneres und Sport. Nahm Gebrauchtes freiwillig wieder zurück.
63. Leergut. Bescherte uns stimmige FCS-Lieder.
64. Marcel Mahouvé. Verkanntes Fußballgenie auf Videobändern.
65. Die Frau von Gunter Thiebaut. Model, machte zeitweise in der Boulevardpresse Sylvie van der Vaart Konkurrenz.
66. Gunter Thiebaut. Danke übrigens für die Tore!
67. FC Venus. In einer Szene dieses Kinofilms befindet sich eine kleine Anspielung auf den FCS. Man dankt!
68. Guido Meys Kaugummi. Erlangte im DFB-Pokalfinale 2008 und später bei TV Total Berühmtheit.
69. Die Trikots von Nike. Der FCS stieg immer stilvoll gekleidet ab.
70. Yilmaz Örtülü. Unvergessene Auftritte in Burghausen und München.
71. Die FDP. Stellte dem FCS gerne leihweise Präsidenten zur Verfügung.
72. Nudelsalat. Verschönerte jede Busfahrt mit den Saareagles.
73. Uwe Klimaschefski. Setzte als Trainer rhetorische Maßstäbe, die seither allenfalls angekratzt werden konnten.
74. Die friedliche Konkurrenz von E-Block und D-Block. Fankultur in Stereo!
75. Die Saar-Tiere. Die heimlichen FCS-Maskottchen mit spitzer Zunge.
76. Charly Mey. Sicherheitsbeauftragter der Herzen.
77. Das Ludwigspark.de-Gästebuch. Kontroverses Gästebuch und Hauptquelle der Bildzeitung.
78. 78 registrierte Fanclubs. Viel für einen Fünftligisten, nicht?
79. Goran Curko. Torwart des SSV Reutlingen, der dachte, es sei abgepfiffen und den Ball für Ante Covic vorlegte.
80. Ante Covic. Siehe 79. Hatte außerdem schöne Haare.
81. Die BILD Saarland. Erfreut uns immer wieder mit lustigen Geschichten mit umstrittenen Aussagegehalt.
82. Saarbrücker Zeitung. Der leicht seriösere Bruder der BILD Saarland. Berichtet selten schlecht über den FCS, da die Berichterstattung über den FCK im Vordergrund steht.
83. Taifour Diane. Durfte in Saarbrücken beweisen, dass Alter und Vergangenheit keine Rolle spielen.
84. Die FCS-Frauen. Brachten den FCS 2008 noch einmal live ins Fernsehen.
85. Oskar Lafontaine. Prominentester FCS-Fan und gern gesehener Streitparter bei Anne Will.
86. Das FCS-Forum. Hort niveauvoller Diskussionen.
87. Kurt Beck. Der Peinlichste unter den prominenten Fußballfans. Drückt zum Glück dem FCK die Daumen.
88. Hany Ramzy. Ehemaliger Weltklasseabwehrspieler, gab sich 2005 die Ehre im Park zu spielen.
89. Tony Yeboah. Das Alter spielt doch keine Rolle.
90. Das Projekt "Stadtmitte am Fluss". Hiervon werden der FCS und die Stadt Saarbrücken profitieren. Bestimmt.
91. Peter Neururer. Trotz vieler Stationen als Trainer dem FCS verbunden geblieben.
92. Der Aufstieg 1992. Wenn man bedenkt, dass der FCS im letzten Jahrzehnt noch Bundesliga spielte, ist da ja garnicht mal sooo lange her.
93. Kalle Roland. Ohne ihn wäre das Fernsehen nur halb so lustig.
94. Das Trommlerteam im D-Block. Gewaltig und mit Rhytmus im Blut.
95. Karlsberg Urpils. Wird im Ludwigspark immer handwarm serviert und sorgt für Stimmung, auch nach dem Spiel.
96. Der Ludwigskreisel. Hier wird nicht nur im Verkehr getanzt. Das Ergebnis wird oft 95. zugeschrieben.
97. Didier Philippe. Lustiger Geselle von Jaques Bistro.
98. Das FCSBlog. Sammelt gerne Gründe, warum es nicht peinlich ist, FCS-Fan zu sein. Außerdem schadet etwas Selbstbeweihräucherung nicht.
99. Manuel Rasp. Schießt nicht viele Tore, aber wenigstens schöne.
100. Günter Gerhard. Erster und damit bester Ehrenfanbeauftragter aller Zeiten!

Dienstag, Juni 17, 2008

100 Gründe, warum es NICHT peinlich ist, FCS-Fan zu sein I

Nach dem dreimaligen Verpassen des Klassenerhaltes ist für viele (bald ehemalige?) FCS-Anhänger die Frage zum Programm geworden, ob es nicht peinlich sei, wenn man noch die blau-schwarze Flagge hochhält. Hier gibt es nun die ersten 50 Gründe, warum es doch toll ist, FCS-Fan zu sein. In den kommenden Tagen folgt der Rest.

1. Peter Eich. Nicht viele hatten einen Stammtorwart, der schon der Vater vom Sturmtalent hätte sein können.
2. Das Wappen. Wo wurde denn noch so stilvoll vom FC Barcelona abgekupfert?
3. Das FC-Sportfeld. Das Schmuckkästchen unter den Reservestadien.
4. Dieter Ferner. Der Chuck Norris unter den harten Hunden unter den Fußballtrainern.
5. Die Anzeigentafel über dem Marathontor. Nostalgie pur.
6. Die Tischtennisabteilung. Zweite Bundesliga!
7. Die Wasserballabteilung. Solange es sie nicht gibt, ist sie auch kein Schandfleck des Vereins.
8. Die alte Dampfeisenbahn. Ja die hats mir angetan!
9. Alfred Kaminski. Seit er weg ist, gibt es eine Peinlichkeit weniger im Verein.
10. Die Berliner Promenade. Herz und Seele der Innenstadt beherbergen die Geschäftsstelle.
11. Preußen Münster. Überließen uns 1963/1964 kampflos die umgedrehte Tabellenspitze.
12. Die Festivitäten zum 100. Geburtstag. Eine Sternstunde der Saarlandhalle.
13. 13. Trikotnummer von Giganten wie Hutwelker oder Mustapha Hadji.
14. Das 6:1 gegen Bayern. Man wird es noch in 100 Jahren feiern.
15. Hermann Neuberger. Ehemals beliebtester DFB-Präsident.
16. Lui. Wird uns als Maskottchen wohlwollend in Erinnerung bleiben.
17. Der Stadionneubau. Gut Ding will Weile haben!
18. Herry Klemm. Sängs ju for se Gäm!
19. Nobutaka Suzuki. Exzellenter Dribbler aus Japan.
20. Die Karlsberg-Vortribüne. Bundesligatauglich im Meckern und Pöbeln.
21. Das Eppers-Würzmobil. Der wahre Treuebeweis für echte Fans.
22. Peter Müller. Der sympathische Landesvater lässt sich gerne beim FCS blicken.
23. Michael Henke. Holte die Bayern in den Ludwigspark. Das Saarland dankt.
24. Das Autogrammkartenalbum im Fanshop. Welcher Fünftligist hat sowas zu bieten?
25. Das FC-Magazin. Akkurate Infos für den Fan von heute.
26. Das 7:0 gegen Bad Kreuznach. Geburt des Saarbrücker Offensivdrangs 2007.
27. Der Rasen im Ludwigspark. Agiert zuverlässig, vor allem wenn Fanproteste im Winter anstehen.
28. Der Saarlandpokal. Einer der qualitativ hochwertigsten und interessantesten Verbandspokale im DFB-Gebiet.
29. Michael Oelkuch. Mittelfeldregisseur in goldenen Regionalligazeiten. Tolle Frisur.
30. Der Bundesliga-Skandal 1971. Wir waren nicht beteiligt!
31. Die Saargalerie. Beliebter Treffpunkt für FCS-Fans zu Heimspielen.
32. Marc Birkenbach. Kommender Nationaltorhüter, wurde beim FCS entdeckt.
33. Die sanitären Anlagen im Ludwigspark. Hier kommt ein traditionelles Fußball-Feeling auf.
34. Das 1:0 im Pokal gegen Mainz 2006. Bisher letzter Erfolg in der Vereinsgeschichte.
35. Die Discofox-Version von "You'll never walk alone". Seit dem Abgang von Herry Klemm leider verschollen.
36. Thomas Winklhofer. Abwehrchef und Österreich-Legende.
37. Der SCRA. FCS-Auffangstelle Nr. 1.
38. Maastricht. FCS-Auffangstelle Nr. 2.
39. Sambo Choji. Perle aus Nigeria.
40. Die Ludwigskirche. Hat zwar mit dem FCS nichts zu tun, sieht aber schön aus und steht in Saarbrücken.
41. "Kniet nieder ihr Bauern, Saarbrücken ist zu Gast!". Beliebter Gesang auf Auswärtsspielen und längst Kult.
42. Die KuFa. Hier trifft man vor allem die jungen FCS-Spieler. Oder man wurde von ihren getroffen.
43. Stefan Beckenbauer. Das Kaiserchen.
44. Die Saar. Verantwortlich für das "Saar" im Namen "Saarbrücken".
45. Die Westspange. Verdeutlicht mit ihren Staus, dass doch noch viele Leute zu Heimspielen des FCS kommen.
46. Robert Hoyzer. Konnte auch nicht den Sieg in Unterhaching verhindern.
47. Schwenker. Schmeckt nirgends so gut wie im E-Block.
48. Der Mannschaftsbus. Flexibel im Entfernen von Aufklebern für Bundes- oder Regionalliga.
49. Das 2:0 gegen Köln 2004. Da sah Lukas Podolski alt aus!
50. Der FC 08 Homburg. Es gibt doch peinlichere Dinge als den FCS auf dieser Welt.

Montag, Juni 16, 2008

FCS-Zitat der Woche (13)

Erst die Männer, dann die A-Jugend und zum krönenden Abschluss auch noch die Frauen. Dieses Jahr wird im Vorstand nach den verpassten Saisonzielen in allen drei Bereichen kaum jemand mit Worten wie "nur bei den Männern hapert es jetzt ein bisschen" den sportlichen Niedergang des 1. FC Saarbrücken beschönigen können. Wo sich vorher Fans der Frauenmannschaft mit dem Erfolg ihrer Spielerinnen vom Männeranhang abkanzeln konnten, sind jetzt alle auf dem gemeinsamen Nenner der Niederlage angekommen.

Umso interessanter ist es, welche(s) Wort(e) Frauen-Trainer Guido Mey laut Saarkicker.de für den unglücklichen Abstieg in letzter Minute fand:

Betriebsunfall


Tatsächlich scheint der gute Herr Mey bei dieser Wortwahl ins Schwarze getroffen zu haben. Es erinnert wirklich an einen Betriebsunfall, wenn man schusseligerweise die Sperre einer Spielerin glatt vergisst und am Grünen Tisch den Punkt verliert, der am Ende zum Klassenerhalt gereicht hätte. Auch der ärgerliche Ausfall von Schlüsselspielerin Nadine Kessler gerät zum ungeplanten Betriebsunfall, der am Ende trotz grandioser Pokalsaison den Abstieg bedeutet.

Moment einmal: Abstieg? Bedeutet ein Abstieg in Saarbrücken mittlerweile nur noch eine ungeplante wie ungeahnte Neigung des Zufalls, die am Ende gar für den Gesamtbetrieb kompensierbar erscheint?
Dieses kleine Wörtchen "Betriebsunfall", selbst wenn es von Guido Mey wohl willkürlich ausgewählt ist und seinen Spielerinnen den mutigen Gang in die kommende Saison erleichtern soll, verdeutlicht doch die Misere des Gesamtvereins: der Verein ist zu einem Betrieb geworden, in dem das sportliche Versagen immer wieder relativiert wird.
Hat der Vorstand falsche Entscheidungsträger eingekauft, so waren es doch Imagekampagnen, die den Verein weitergebracht haben.
Hat ein Trainer nicht das Saisonziel erreichen können, so lag es halt an der Arbeit seines Vorgängers.

Die Betriebsmannschaft nimmt es gelassen zur Kenntnis und geht in die nächste Saison. Egal wo.

Freitag, Juni 13, 2008

Kontra Kritik an Ferner und Co.!

Es gibt kaum eine Zeit, in der nicht irgendwelche Stimmen beim FCS die sportliche Seite kritisieren. Diese Kritik pendelt je nach Abscheiden der Mannschaft zwischen überfällig und haarsträubend. Wirklich bedenklich wird es aber, wenn der neue Trainer und die neuen Spieler noch nicht einmal die Gelegenheit hatten, sich zu beweisen.

Zunächst war da ein Auftritt von Dieter Ferner im Aktuellen Bericht des Saarländischen Rundfunks, der positiv als "volksnah" und negativ als "provinziell und peinlich" kommentiert wurde. Wer schon eh und je Ferner als Legende betrachtete, sah sich bestärkt, Ferners Gegner hatten einen Anlass für die erste Kritik am neuen Trainer gefunden. Man kann viel über die Außenwirkung von Dieter Ferner diskutieren, aber sieht es nicht folgendermaßen aus?

-Trainer mit Medienkompetenz und Erfahrung im Umgang mit der Presse wie Michael Henke oder Rudi Bommer sind nicht per se Erfolgsgaranten.
-Die Vorbereitungszeit auf die neue Saison ist garantiert nicht der Zeitpunkt um qualifizierte Aussagen über das Handeln des Trainers zu sprechen.
-Der FCS ist nur noch fünftklassig, d.h. jegliche mediale Aufmerksamkeit konzentriert sich auf das Saarbrücker Umfeld, die wenigen Konkurrenten (die zu 70 % aus Dorfclubs bestehen und sicherlich keine Berufsrhetoriker als Trainer besitzen) und den hartgesottenen Saaramateur-Lesern.

Gesondert muss man jedoch die Kritik an der Personalpolitik Ferners betrachten. Kaum waren die Neuzugänge (und gleichzeitigen Rückkehrer) Marcel Rozgonyi und Pierre Hallé verkündet, gab es schon Diskussionen. Von Begeisterung und Optimismus, über gemäßigte Meinungen ("Wir sind halt Oberliga!") bis hin zu totaler Ablehnung war hierbei alles vorhanden.
Auch hier gilt zunächst einmal die Tatsache, dass auch den beiden Rückkehrern, so sehr man der Überzeugung ist, dass diese schon im Vorhinein schlechte Verpflichtungen sind, eine faire Chance eingeräumt werden muss. Noch hat die neue Saison nicht begonnen und noch kann niemand die Leistung der beiden Spieler einschätzen, da ihre letztmaligen Saarbrücker Engagements weit in der Vergangenheit liegen.

Dabei verkennen viele der schärfsten Kritiker zudem gewichtige Tatsachen, die beide Neuverpflichtungen nachvollziehbar und sinnvoll machen. Zum einen verlassen beide ihre Vereine ablösefrei und sind die geforderten "Korsettstangen": Erfahrung haben beide, nicht nur im Saarbrücker Umfeld.
Zudem darf man nicht vergessen, dass Marcel Rozgonyi zwar bei seinem Engagement Boulevardpresse und Defizite in der Schnelligkeit die Arbeit erschwerten, aber nach der Umfunktionierung zum defensiven Mittelfeldmann auch er seinen Anteil am Aufschwung unter Rudi Bommer hatte. In einer tieferen Liga dürfte der Kämpfer Rozgonyi sich problemlos in jede Defensivrolle einfügen können.
Die Verpflichtung von Pierre Hallé wundert hingegen kaum. Zwar wirkt seine Torquote von 12 Treffern in 46 Spielen relativ mager, aber unter Ferner bzw. in tieferen Gefilden als der Oberliga agierte der Kameruner erfolgreich und als Stützpfeiler von Mannschaften wie Saarbrücken II, Kutzhof oder Homburg.

Berücksichtigt man dies alles, so muss man feststellen, dass der Kritik Überzeugungskraft fehlt. Viel eher lässt man sich auf altbekannte Meckereien ein, die den Verein aus der 2. Liga in die Fünftklassigkeit begleitet hat. Was der Kritik jegliche Berechtigung entzieht, ist der Zeitpunkt. Solange noch kein Spiel absolviert ist, gibt es keine Grundlage die Neuzugänge oder die Arbeit des Trainers zu bewerten.

Montag, Juni 09, 2008

Was Carsten denkt (15)

Hallo FCSBlogleserinnen und -leser,

die Sommerpause ist offiziell eingeläutet, weshalb hier im Moment nicht viel zu bestaunen ist (aktueller geht es da schon drüben zu). Trotzdem mal ein paar lose Gedanken im Fußballkosmos, bevor ich mich mental dazu aufraffen kann, das Saisonfazit zu ziehen.

Zunächst die Gretchenfrage schlechthin, da nun in der Fünftklassigkeit viele Leute den FCS nicht mehr richtig unterstützen können/wollen: das FCSBlog wird weiterhin bestehen (vorausgesetzt das leidliche Thema des "FC Saar" bleibt nur Ergebnis eines mittelschweren Colarausches verschiedener Funktionäre und Erfolgsfans). Im Moment gibt es da leider nicht viel zu berichten, abgesehen davon, dass Yannick Dekoun, von dem ich als Spieler viel halte, und leider Richtung Elversberg verlässt. Ich denke, dass wir ihn in Zukunft irgendwann mindestens in der 3. Liga sehen werden.
Der FCS lässt hingegen eine alte, kontroverse Methode walten und verstärkt sich, indem er die Konkurrenz schwächt. Nabil Dafi verlässt deshalb die Hüttenstadt Neunkirchen und streift ab sofort das blau-schwarze Trikot über.

Wo wir gerade bei blau-schwarzen Trikots, Taktiken und Ablenkungsmanövern angelangt sind: die Schuldfrage in Sachen FCS ist ein wenig aus der aktuellen Diskussion abhanden gekommen. Im Voting sprach sich die Mehrheit der Blogbesucher für das Präsidium als Hauptschuldigen aus. Tatsächlich hat der angepriesene Versuch, das Image des Vereins positiv zu gestalten, nicht unbedingt funktioniert. Man hat die schon vorhandene Basis an FCS-Fans zwar in ihrer Treue bestärken können und auch neue Mitglieder gewonnen. Jedoch dürfte über den Tellerrand hinaus das Auftreten von Präsident Hinschberger nebst verpasstem Saisonziel nur für Hohn und Spott gesorgt haben. Jedoch ist es in einem Beitrag wie diesem müßig, die Schuldfrage ausführlich zu behandeln, da die Diskussion beim nächsten Misserfolg wieder auftauchen wird.

Genauso wenden Hardliner unter der Anhängerschaft des "Victor's-FCS" immer wieder die alte Formel an: "Hätten damals die Fans nicht die Bengalos geworfen, hätten wir gegen die Stukis gewonnen!"
Die Mode, die Fans mitverantwortlich für sportliches Scheitern zu machen, hat sich auch mit einigen Zählern in der Blogumfrage bemerkbar gemacht. Hier bleibt die Frage interessant, wie sich dieses Umfeld weiterentwickeln wird und wie lange noch der allgemeine Glaube an die Schuld der in der Presse als "sogenannte 'Fans'" titulierten Zuschauer aufrecht erhalten werden kann.

Ein weiteres Beispiel für die regelrecht getrennten Gruppen im FCS-Umfeld ist der Fotografenstreit.
Immer wieder kommt es vor, dass Leute, die ihre Handykameras auspacken, weil mal eine Rauchbombe gezündet wurde oder eine Schlägerei im Gange ist. Dann kommt ein mehr oder weniger Beteiligter und fordert meist mit den Worten "Mach sofort die Sc***ß-Kamera aus!" die Einstellung filmischer Aktivitäten. Im Internet ist die Betroffenheit dann hoch und man schwört sich Rache, indem man keine Bilder mehr im Ganzen veröffentlichen will, aber weiterhin "Krawallmacher" beobachtet.
So einfach ist das nicht. Zum einen ist die Rechtslage auf einer öffentlichen Veranstaltung meist so geregelt, dass Fotos oder Videos nur geduldet sind, wenn sie hinterher privat genutzt werden. Es ist allerdings als gut im Sinne aller Fans zu betrachten, wenn man beim FCS noch seine Bilder ins Netz stellen darf.
Da wäre dennoch das Problem mit den Bildern, auf denen Gesichter und Personen klar zu erkennen sind. Zum einen gibt es (gewaltbereite) Fans verschiedenster Vereine, die mittlerweise ähnlich der Auseinandersetzungen zwischen Antifa und Nazis solche Fotos auswerten, zum anderen kann es sein, dass allein die Nähe zu polizeibekannten Personen ausreicht, um selbst zum Verdächtigen zu geraten. Wenn dann noch der Chef auf der Arbeitsstelle die letzten "Randale" in den Nachrichten mitbekommt und dann einen selbst auf den Fotos entdeckt, ist das Chaos perfekt.
Die fehlende Anonymisierung innerhalb der saarländischen Presse ist dabei auch kein Ruhmesblatt für eben jene.

Bei der ohnehin schon bescheidenen Qualität vieler Fotos bleibt zu sagen:
Fotografiert Spiel, Spieler oder den Fanblock im Ganzen! Es gibt viele sehenswerte Motive wie Fahnen und Choreographien. Aber wer ausschließlich darauf wartet, dass es "abgeht" und dann seine Handykamera zückt, hat etwas falsch verstanden. Man kann nicht auf der einen Seite den Überwachungsstaat fürchten und dann im Privatleben dem Überwachungsstaat die Arbeit abnehmen. Wer einen klaren Kopf bewahrt, sollte auch Provokationen und damit Gewalt aus dem Weg gehen.

In diesem Sinne hoff ich, dass ihr vielleicht, falls ihr selbst Fotografen seid, drüber nachdenkt. Sonst noch eine angenehme Woche!

Carsten

Mittwoch, Juni 04, 2008

Zwei Torhüter sollen es richten

Wer hätte diese Meldungen schon am gestrigen Dienstag erwartet?



Fotos: FCSBlog.de, Saarkicker.de


Dieter Ferner und Enver Marina sollen den FCS aus dem Tal der Tränen führen!

Ironischerweise schließen sich damit die Lücken auf zwei Positionen, die in dieser Saison fast dauerhaft Teil der Kritik am FCS waren. Die Torhüterfrage dürfte nun zugunsten des Rückkehrers Marina entschieden sein, der schon in Neunkirchen ständig mit Wechselgerüchten in Verbindung gebracht wurde. Dies hielt die Borussia nicht davon ab eine relativ erfolgreiche Saison zu spielen, in der es auch gelang, den FCS im eigenen Stadion zu besiegen. In 31 Spielen trug Marina maßgeblich zum Erreichen eines guten sechsten Platzes bei, den vor der Saison wohl nur Wenige der Borussia zugetraut hätten.

Kein Wunder also, dass der Mann, der 2007 als letzter Torwart beim FCS überhaupt Peter Eich aus dem Kasten verdrängte, mit einer gewissen Euphorie empfangen wird. Daran ändert auch ein kurioser Patzer aus dem Spiel in Stuttgart nichts, zu sehr überwiegen die großen Leistungen von Marina, der zu glorreichen Zeiten des FC Kutzhof zwischen Genie und Wahnsinn pendelte und in der Verbandsliga Saar eher unterfordert wirkte.

Dieter Ferner als einen "Rückkehrer" zu bezeichnen wäre eigentlich unwahr, da das Torwartidol der 70er Jahre dem FCS stets treu geblieben ist, auch wenn er 2005 den FCS II Richtung Kutzhof verließ und später den SC Friedrichsthal in die Verbandsliga führte und dort etablierte. Mit ihm verbindet der FCS drei Eigenschaften, die in der nächsten Saison Gold wert sein könnten:

1. Ferner verfügt über eine langjährige Erfahrung als Trainer. Dies unterscheidet ihn von Vorgängern wie Henke, Philippe oder Kaminski, die allesamt ehrgeizig, aber grün agierten.
2. Ferner kennt das Umfeld. Als ehemaliger "Trainergott" der zweiten Mannschaft hat er über Jahre hinweg einen Einblick in das Saarbrücker Umfeld gewonnen und könnte sich somit besser als seine Vorgänger zurechtfinden.
3. Ferner verfügt bei den Fans über ein hohes Ansehen. Die FCS-Fangemeinde erlebte den 59-Jährigen als ausgezeichneten Torwart und soliden Trainer, was Ferner auch den nötigen Kredit verleihen könnte, den er für die schwierige Aufbauarbeit braucht.

Die beiden Neuverpflichtungen sind ein erster, richtiger Schritt für die kommende Saison. Dennoch sollte dies nicht davon ablenken, dass hier nur (verständlicherweise) auf sportlicher Ebene gehandelt wurde. Bei drei Abstiegen in Folge ist eben nicht die Mannschaft oder der Trainer die einzige Konstante, sondern das "Team hinter dem Team", welches noch nicht die letzten Konsequenzen aus seinem Handeln gezogen hat und weiterhin offen (oder verdeckt) agiert. Jedoch dürfte mit diesen Zugängen feststehen, dass sich der Hauptsponsor Victor's noch nicht zurückzieht, obwohl ihm bereits in der Vergangenheit zu viel Einfluss nachgesagt wurde. Es bleibt abzuwarten, ob man wenigstens diesmal der sportlichen Ebene die Zeit lässt, die sie braucht und nicht wieder teure Einkäufe wie Loos oder Krüger tätigt, die man im Nachhinein als Fehler betrachtet.

Weiterführende Links:

- Enver Marina ist die neue Nummer 1 (FCS-HP)
- Dieter Ferner ist neuer Cheftrainer (FCS-HP)
- FCS holt Ferner und Marina (sr-online.de)

Samstag, Mai 31, 2008

Eigentlich...

...könnte ich mich an dieser Stelle lange über den (quasi) dritten Abstieg in Folge, den FC Saar, die Arroganz des Vereins oder andere Themen auslassen. Ich bin derzeit jedoch noch etwas sprachlos und eigentlich würde ich mich damit nur wiederholen. Deshalb habe ich folgende Collage zusammengestellt, die heute noch Aktualität besitzt:

"Ihr habt auf ganzer Linie versagt!(Und das ist nur die objektive Sicht der Dinge)

Natürlich muss ich jetzt auch sagen, wen ich damit ansprechen will.
Gemeint ist erst einmal die Mannschaft, welche für die sportliche Talfahrt verantwortlich ist. Wem die Cleverness fehlt, um selbst gegen Abstiegskandidaten zu gewinnen, kann nicht ersthaft Aufstiegsambitionen hegen."

aus "Ihr seid ein Haufen von Versagern!" (Oktober 2006)


"Im Moment bewegt sich der FCS mit großen Schritten in die Ostermann-Vergangenheit zurück: Unruhe, Chaos, Misstrauen. Wird dieser Kurs nun beibehalten und all das vergessen, was man für eine kurze Zeit in diesem Sommer, diesem hoffnungsvollen Sommer, im Blick hatte, steht der FCS chancenlos vor dem Fall in den Abgrund der Fünftklassigkeit."

aus "Chancenlo(o)s" (Dezember 2007)

"Das Werfen von Bengalos auf einen Fußballplatz hat mit Fankultur und einem geordneten Protest gegen die Vereinsführung nichts gemeinsam. Wirksamer Protest hat sich bisher selten bis nie durch Gewalt und Sachbeschädigung ausgezeichnet.

(...)

Bevor mit solchen Aktionen Fankultur ad absurdum geführt wird und jeder Fan seine Glaubwürdigkeit verliert, müssen wir uns alle in Zukunft überlegen, welchen Weg wir konsequent einschlagen. Ich persönlich halte nur friedliche und durchdachte Protestaktionen für angebracht und wirksam.

Wer sich lieber zu unreflektierten Pauschalisierungen (...) hinreißen lässt, anstatt sich mal ernsthaft Gedanken über die Zukunft des FCS zu machen, schadet damit dem Verein genauso wie Leute, die Feuerwerkskörper auf den Platz werfen!"

aus "Die Bengalo-Aktion" (April 2007)

"Was wir so gerne als Neuanfang gesehen hätten, entpuppt sich als Etikettenschwindel. Vermeintliche Heilsbringer machten vermeidbare Fehler und mussten den Hut nehmen, das Präsidium agiert in manchen Fällen noch zu unerfahren, der Einfluss von Spielerberatern und Sponsoren ist weiterhin ein aktuelles Thema und nun sollen die es richten, die schon einmal hier waren."

aus "Verfälschter Neuanfang im Neuanfang" (Januar 2008)

"Als ließe sich das langsame Verschwinden des Saarlandes von der Fußballlandkarte nicht mehr anders aufhalten, wird der Begriff "FC Saar" von einigen Leuten schon seit Jahren wie ein Mantra als einzige Lösung dieses Problems präsentiert.

(...)

Man kreiert einen Verein, der eine Melange aus dem Besten aller saarländischen Vereine mit überregionaller Relevanz sein soll und vernichtet nebenbei einige Traditionsvereine, an die man sich (vielleicht) im Bundesgebiet doch gerne erinnert. Ein "FC Saar" könnte das ihm attestierte, hohe Zuschauerpotenzial nie nutzen, da sich niemand mehr mit einem Retortenverein identifizieren könnte. Zu groß ist auch der Graben zwischen den verschiedenen saarländischen Vereinen."

aus "FC Saar? Nein danke!" (Februar 2008)

"Dieses Mal ist der FCS an Überheblichkeit und Unprofessionalität gescheitert. Wenn man gestandene Profis verpflichtet, sollte man diese auch wie Profis und nicht wie Feierabendkicker trainieren lassen. Wir Fans können uns doppelt verschaukelt fühlen: zum einen erleben wir die schwersten Stunden des FCS, zum anderen werden wir als "treue Seelen" des Vereins weiterhin als Mitschuldige am Abstieg gesehen, während die Verantwortung für den jahrelangen Abstieg nun sehr zögerlich von den Hauptschuldigen übernommen wird."

aus "Fazit 2006/2007" (Juni 2007)

Protokoll eines Weltwunders (Teil IV)

Samstag, 31.05.2008


09:30 Uhr Völklingen-Wehrden

Abfahrt des "Wasserturmhinkels"-Express nach Neuwied. Drei Busse gehören dem Konvoi an.

10:02 Uhr Saarbrücken/Saarlandhalle

Zwischenhalt des "Wasserturmhinkels"-Expresses. Man zählt 135 Reisende.

12:00 Uhr Spiesen-Elversberg

Die Kassenhäuschen an der Kaiserlinde öffnen. Im Vorverkauf wurden alleine aufgrund des in Deutschland einmaligen Stadiontransports bereits 4.500 Karten abgesetzt.

12:14 Uhr Saarbrücken/Neuwied

Letztes Telefonat von Vertretern zwischen des FVE 07 und des FCS. Das Gespräch verläuft ergebnislos, die Suspendierungen von Manfred B. und Karsten H. werden nicht aufgehoben. Damit verbleibt Thomas W. als letzter Blitzneuzugang der Neuwieder.

12:43 Uhr Spiesen-Elversberg

Die Besucher drängen an die Kaiserlinde. Man erwartet ein ausverkauftes Haus.

13:29 Uhr Neuwied


Die Busse der "Wasserturmhinkels erreichen ihr Ziel. Sofort tun sich alte Probleme der neugegründeten Gemeinschaft auf. Es kommt zur Blockspaltung, bei der sich 53 Mitglieder auf der Gegengerade und 82 hinter dem Tor aufstellen.

13:51 Uhr Spiesen-Elversberg/Neuwied

Fast zeitgleich beginnen die Mannschaften in den Stadien ihr Aufwärntraining.

14:24 Uhr Neuwied

Die Gruppierung der "Wasserturmhinkels wird von einer 102-köpfigen Gruppierung aus Kaiserslautern angegriffen. Auf dem Platz findet eine Massenschlägerei statt. Es kommt zu zahlreichen Verhaftungen. Das Spiel wird 4 Minuten später angepfiffen.

14:30 Uhr Spiesen-Elversberg

Anpfiff vor ca. 15.000 Zuschauern an der Kaiserlinde. Im Tor des FCS steht anstelle des verletzten Fabian S. der zuletzt gescholtene Pascal F.

14:44 Uhr Neuwied

1:0 für den FCK II in der zehnten Minute. Nach einem Stellungsfehler von Thomas W. läuft ein Gästestürmer unbedrängt auf das gegnerische Tor zu und trifft.

14:51 Uhr Spiesen-Elversberg

Das Spiel plätschert vor sich hin, keine der beiden Mannschaften zeigt große Offensivbemühungen. Die Nachricht vom 1:0 für den FCK II lässt jegliche Euphorie verschwinden, erste "FC Saar"-Sprechchöre werden auf Veranlassung des FCS-Präsidiums initiiert.

14:59 Uhr Neuwied

Thomas W. erhält eine Verwarnung, nachdem er seinen Gegenspieler mit einer sauberen Grätsche ins Krankenhaus beförderte.

15:03 Uhr Spiesen-Elversberg

RWH kommt zu einigen guten Torgelegenheiten, die Pascal F. allesamt vereitelt. Ohne Zustimmung des Präsidiums wird nun seitens der Zuschauer Pascal F. bei jeder Aktion beklatscht.

15:15 Uhr Spiesen-Elversberg

Halbzeit bei der Begegnung RWH - FCS. 0:0 ist der Spielstand

15:19 Uhr Neuwied

Mit einem 0:1 geht der FVE 07 in die Pause.

15:30 Uhr Spiesen-Elversberg

Die zweite Halbzeit startet ohne gravierende Veränderungen. EIn letztes Angebot des FCS über 50.000 Euro nach Kaiserslautern wird abgelehnt.

15:34 Uhr Neuwied

Wiederanpfiff.

15:42 Uhr Spiesen-Elversberg

Erste Torchance des FCS.

15:59 Uhr Neuwied

Ausgleich! Thomas W. läuft einfach mal in die gegnerische Hälfte und zieht ab. Gästetorwart Luis R. bekommt den Ball ins Gesicht, bleibt benommen am Boden liegen und ein Angreifer spielt den Ball fair ins Gästetor. Die mitgereisten FCK-Anhänger zünden daraufhin eine Rauchbombe.

16:03 Uhr Spiesen-Elversberg

Nachdem ein RWH-Spieler unfair im Strafraum von den Beinen geholt wurde, kommt es zum Elfmeter. Bernd R. tritt an, zielt in die linke untere Torecke, aber genau dort ist auch Pascal F. hingeflogen, der glänzend pariert. Ungläubige Blicke auf der Haupttribüne.

16:12 Uhr Neuwied


Thomas W. begeht im Strafraum ein verwarnungswürdiges Foul. Der Schiedsrichterassistent hebt die Fahne, die Wasserturmhinkels befürchten das Schlimmste und der Schiedsrichter bittet den gefoulten FCK-Stürmer zu sich. Der Schiedsrichter verwarnt diesen und entscheidet auf Schwalbe.

16:17 Uhr Spiesen-Elversberg


Nachspielzeit. Zu einer Ecke versammeln sich 20 Spieler im Strafraum der Hasborner, darunter auch Pascal F., der mit nach vorne geeilt ist. Der Ball wird kurz gespielt und auf den langen Pfosten geflankt. Die Flanke ist zu nah am Torraum, jedoch verpasst der Torwart der Hasborner den Ball, weswegen dieser an den Pfosten prallt. Vollkommen überrascht kann Pascal F. seinen Kopf nicht mehr aus der abgelenkten Flugbahn entfernen. Das Leder prallt ihm an den Kopf und fällt von dort ins Tor: 1:0 für den FCS!

16:19 Uhr Spiesen-Elversberg

Abpfiff.

16:23 Uhr Neuwied

Auch dieses Spiel ist in die Nachspielzeit gekommen. Der FVE 07 fährt seinen letzten Angriff. Kurz vor der Sechzehnmetermarke wird ein Angreifer vom herausgestürmten Torwart Luis R. gelegt. Der Schiedsrichter spricht mit seinem Assistenten, überlegt kurz und zeigt auf den Punkt: Elfmeter. Zudem wird Luis R. mit der Roten Karte verabschiedet. Beim FCK II steht nun der Feldspieler Nico W. im Tor. Thomas W. tritt zum Elfmeter an, rutscht kurz vor dem Schuss weg und der Ball prallt an den Innenpfosten. Da der Unparteiische ein zu frühes Bewegen von Nico W. gesehen haben will, lässt er den Strafstoß wiederholen. Thomas W. tritt erneut an und verwandelt unhaltbar: 2:1 für die Neuwieder!

Nach dieser Aktion pfeift der Schiedsrichter endgültig ab. Der FCS ist nun wieder unter den ersten vier Plätzen, während der FCK II in der fünftklassigen Oberliga bleiben muss.

20:20 Uhr Kaiserslautern

Mitschnitt eines Telefonats:

...
"Achso, sie waren also NICHT vom FCS, der mir in der Halbzeit den Koffer mit dem Geld übergeben hat?"
-"Ganz sichä ned du blindä Schiri!"
...

-ENDE-