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Montag, Januar 12, 2009

Was Carsten denkt (21)

Hallo FCSBlogleserinnen und -leser,

der Saarfußball erlebt nicht seine schwärzeste Stunde, auch wenn das gestrige Hallenturnier in Theley Chaos ausgelöst hat, die Fanforen sich nun in der Schuldfrage ergehen, stundenlange Diskussionen voller Beschimpfungen, Mutmaßungen und Feststellungen sind, die im Großen und Ganzen wohl spätestens mit Ende der Winterpause an Relevanz verlieren. Auch mir steht es nicht zu größere Urteile über die Ereignisse zu fällen, jedoch frage ich persönlich als Schiedsrichter, wann Polizei und Ordner "alle verfügbaren Mittel ausgeschöpft" haben und zur Gewalt übergehen müssen. Eine Frage, die man beim "Runden Tisch" des Fanausschusses mit Sicherheitsvertretern klären könnte, allerdings erhoffe ich mir nicht viel.

Falsch ist es an dieser Stelle Gewalt zu verklären. Verklärt man eine Seite der Gewalt, so legitimiert man automatisch die andere.

Für mich ist an dieser Stelle das Thema abgeschlossen, wie sich die Chose weiterentwickelt, wird man sehen (auch wenn zu erwarten ist, dass der Mantel des Schweigens wieder aus der Mottenkiste geholt wird. Schlechte Publicity etc. machen es möglich). Im Endeffekt wird nur die Diskussion über die Masterspunkte den Verband und die Vereinsvertreter länger beschäftigen.

Gestern habe ich indes geschrieben, dass ich das "Konzept" für die zweite Ausgabe des Leuchtturms abgeschlossen habe. Um einen kleinen Einblick in diese Arbeit, die wir uns vor jeder Ausgabe machen, zu geben: das "Konzept" ist nichts anderes als die Aufstellung der Artikel in einer bestimmten Reihenfolge, das Auswählen bestimmter Fotos und Karikaturen und zu guter Letzt eine Benennung derer Artikel, die im Falle von Überlänge gekürzt oder gar gestrichen werden können. Eigentlich recht unspektakulär, wenn man bedenkt, dass die richtige Arbeit dann von Frederic übernommen wird. Eines kann ich vorab schonmal sagen (und ich hoffe die anderen Redakteure erlauben es mir, ein paar Geheimnisse zu lüften):

- auch Heft Nr. 2 wird in schwarzweiß gedruckt, um die Kosten gering zu halten
- allerdings wird es kein schwarzweißes Denken geben (ich weiß, ein billiger Schenkelklopfer).
- aber auch das stimmt nicht so ganz: ein (bzw. zwei) Artikel werden pures Schwarzweißdenken in Sätze bannen.
- es werden voraussichtlich mehr Artikel als in der Premierenausgabe enthalten sein.

Das war es von meiner Seite, im Leuchtturm-Blog (oder hier) werdet ihr in absehbarer Zeit erfahren, wann und wo man unser Heft dann ergattern kann. Wer in der Zwischenzeit von der Winterpause gelangweilt ist und den Auftakt des blau-schwarzen Jahres 2009 nicht erwarten kann, sollte sich dieses Highlight unter den Testspielen nicht entgehen lassen:

17.01.2009, Waldhof Mannheim - 1. FC Saarbrücken, 14 Uhr, Seppl-Herberger-Stadion am Alsenweg


Auch wenn die Beziehung zwischen den Blau-Schwarz-Blauen aus "Monnem" und unseren blau-schwarzen Molschdern nicht wirklich sehr herzlich ausfällt, so ist der Zweck dieses Testspiels sicherlich kein schlechter: die Rettung des SV Waldhof (siehe auch hier).
Natürlich lässt sich darüber streiten, ob die Solidarität anderer Traditionsvereine bei gleicher Situation auf unserer Seite ähnlich wäre, allerdings bekommt man hierbei noch einen mehr als interessanten Testkick geboten.

In diesem Sinne

Carsten

Sonntag, Januar 11, 2009

Kein schöner Tag für einen Redaktionsschluss

Ich bin heute mit dem Konzept für den neuen Leuchtturm fertiggeworden, bin darüber begeistert, kann mich aber nicht so wirklich freuen, wenn mich die Meldungen zum heutigen Hallenturnier in Theley ereilen und die Augenzeugen davon berichten, wie ein Fußballturnier unterging. Eigentlich will ich das nicht großartig kommentieren, so pervers finde ich, wenn Leute nur an die Schuldfrage denken oder verlorenen Punkten für das saarländische Hallenmasters nachtrauern, wo andere Leute sanitär behandelt werden mussten.

Das ist nicht Prosa, Fiktion oder düster, das ist die Realtität im Fußball 2009. Da wirkt es schon fast ironisch, dass in der kommenden Woche der "Runde Tisch" von Fanausschuss und Vertretern der Sparte "Sicherheit" stattfinden soll.

Montag, September 01, 2008

Wir brauchen einen Titan!

Die Überschrift soll keine Anspielung auf das morgige Abschiedsspiel von Oliver "Titan" Kahn sein, schließlich ist die Torwartposition mit Enver Marina zurzeit bestens besetzt. Die Rede ist von einem ganz anderen Titan:



Titan Monostori

Der 30-Jährige Angreifer ist wohl nur wenigen Besuchern des Ludwigsparks geläufig. Vielleicht liegt das auch daran, dass man den gebürtigen Ungar vor einigen Jahren nur beim Nord-Ost-Landesligisten DJK Ballweiler bewundern durfte. Jedenfalls machte Monostori von sich Reden, sodass er zur letzten Saison ablösefrei zum Oberligisten Homburg wechselte, primär als Ergänzungsspieler und Mann für die Reserve.

Zum Ende der Saison war das Ergebnis für den Erzrivalen des FCS zwar enttäuschend, Monostori hatte sich jedoch gut verkauft und kam bei insgesamt 23 Einsätzen auf sieben Tore in der Oberliga Südwest. Oft wurde von ihm als "Notlösung" geredet, die zum Glücksfall wurde.
Zur aktuellen Saison verschlug es dann Monostori zur Überraschung vieler dann in die Mannschaft von Jörg Schampel, der Reserve des 1. FC Saarbrücken. Und dort macht er seine Sache wieder einmal ausgesprochen solide und steht mit einer Mannschaft, die sich stets im Wandel und Umbruch befindet, zurzeit auf dem sechsten Tabellenplatz. Mit seinen drei Toren im letzten Spiel gegen Riegelsberg sicherte der Routinier zudem seiner Mannschaft zumindest das Unentschieden.

Um nun wieder zur ersten Mannschaft des FCS zurückzukehren: nach zwei Nullnummern im heimischen Ludwigspark, der dauerhaft schlechten Leistungen von Nazif Hajdarovic und den Ladehemmungen der Kollegen Hallé und Mozain darf nun die Frage gestellt sein: wäre es nicht eine Belebung für den internen Konkurrenzkampf, wenn man Titan Monostori eine Chance gibt, sein Können in der ersten Mannschaft unter Beweis zu stellen?
Konkurrenz belebt das Geschäft, Monostori ist kopfballstark und könnte den lahmen Standards der Blau-Schwarzen vielleicht ein wenig Leben einhauchen. Zudem hat der FCS nichts zu verlieren, außer Glaubwürdigkeit, wenn der Lustlosigkeit der letzten Spiele nicht entgegengewirkt wird.

Natürlich wäre es fahrlässig und übertrieben einen Spieler der Verbandsligamannschaft als den kommenden Heilsbringer einer uninspirierten Mannschaft, die sich aus den Herzen der Zuschauer spielt, zu sehen. Dennoch ist es nicht verboten, darüber laut nachzudenken. Und mit Chadlj Amri und Mike Frantz lag man am Ende ja auch nicht falsch.

Sonntag, August 03, 2008

Warm-Up bestanden

SG Noswendel/Wadern - 1. FC Saarbrücken II 2:7 (1:2)

Wer schon vor Start der regulären Oberligasaison ein wenig FCS erleben wollte, musste dazu gestern einfach nur ins beschauliche Wadern reisen. In der dortigen Grünanlage mit angebauter Tribüne und benachbarten Garten durfte die zweite Mannschaft des 1. FC Saarbrücken, nunmehr als Verbandsligist in der Sechstklassigkeit angelangt, der SG Noswendel/Wadern einen Besuch abstatten. Und was für einen!




Mit einer Mannschaft, deren Mitglieder man in den wenigsten Fällen noch kannte, trat Jörg Schampel das Spiel an. Aus der ersten Mannschaft waren ledeglich Philipp Wollscheid und Marc Hümbert bekannt. Dieser war es, der dann auch nicht einmal eine Minute benötigte, um die Führung für den FCS zu besorgen. Mit einem Spaziergang durch die träumende Waderner Hintermannschaft zirkelte er den Ball in die untere rechte Torhälfte. Wadern war auf dem falschen Fuß erwischt und zeigte sich konzeptlos, was vielleicht auch am Abgang von Spielmacher Marco Jost lag. Ein anderer Ex-Homburger, Titan Monostori, sollte dann nach neun Minuten per Kopf auf 2:0 für den FCS erhöhen. Damit schien das Spiel schon zugunsten des FCS entschieden, bis man die wahre Stärke der Waderner erkannte: Freistöße.




Nach knapp einer Viertelstunde bekam die heimische SG einen Freistoß zugesprochen, welcher für Maxi Böhmann unhaltbar zum 2:1-Anschluss rechts oben einschlug. In der Folge bemühte sich der FCS wieder mehr um die Kontrolle über das Spiel und kam zu mehreren Kopfballchancen, die sich als Spezialität von Monostori erwiesen. Die größte Chance vereitelte jedoch der Torhüter der Gastgeber, als er im Duell gegen einen Saarbrücker Stürmer diesem den Ball vom Fuß nahm. In Anschluss durfte sich auch Maxi Böhmann zweimal beweisen und vereitelte gute Chancen der Heimmannschaft.



Nach dem Seitenwechsel blieb vor allem Wadern gefährlich, während der FCS sich zunächst noch behäbiger agierte. Fast jede Standardsituation geriet zur Gefahr für das Tor von Maxi Böhmann und den vorläufigen Höhepunkt fand die SG, nach einem missglückten Querpass in der FCS-Abwehr ein Stürmer frei vor Böhmann stand, diesen umdribbelte... und freistehend aus spitzem Winkel den Ball über das Tor knallte.
Diese Situation geriet auch zum psychologischen Wendepunkt im Spiel, da der FCS nun unter Spielgestalter Hümbert endlich wieder aufdrehte und die vergebene Chance der Waderner bestrafte. Nach 58 Minuten war es wieder einer dieser schnellen Konter der Heimmannschaft, der schon an der Mittellinie mit einem mustergültigen Tackling gestoppt wurde. Der Ball fand nun seinen Weg auf die linke Außenbahn und während die gesamte Waderner Hintermannschaft noch in der eigenen Hälfte stand und staune, hatte Kerim Abane den Ball auch schon zum 3:1 eingeköpft. Keine zwei Minuten später war es wieder der schnelle Abane, der mit einem Schuss aus ca. 20 Metern dem Gastgeber keine Chance ließ: 4:1!

Das fällige 5:1 durfte dann nach einem Eckball der Ex-Waderner im FCS-Team besorgen: Philipp Wollschied stieg hoch, netzte ein und durfte sich gegen David Fuhl auswechseln lassen. Sein früherer Verein schien ihm diesen Abgang übel zu nehmen, was sich darin äußerte, dass ein anständiger Applaus verweigert wurde.
Nachdem nun auch der Spielmacher Marc Hümbert für Kevin Veith Platz machte, begann wieder eine Drangphase für Wadern, die mit vielen Abseitsstellungen begann und einem Elfmeter endete. Dieser wurde dermaßen kraft- und lustlos getreten, dass Maxi Böhmann keine Mühe hatte und den Ball festhielt.



Knapp zehn Minuten vor Ende der Partie durfte Berger dann nach einer Ecke im Nachschuss auf 6:1 erhöhen und das siebte Tor gehörte Sprenglewski, er nach einem Traumpass von Monostori mit dem Außenrist verwandelte. Eine kleine Unkonzentriertheit verhalf dann noch dem Gastgeber zum 7:2-Endstand, was kaum die Freude an einem sehenswerten Spiel trübte, das gut und gerne auch 10:4 hätte enden können, gemessen an den hochkarätigen Chancen beider Mannschaften. Mit dem FCS II wird definitiv wieder im Kampf um den Aufstieg zu rechnen sein, während die SG Noswendel/Wadern noch lange nicht ihre Abgänge kompensiert hat. Vielleicht war es auch der traditionsgemäße Einstand wie so vieler Aufsteiger, die erst einmal einen Dämpfer bekamen. Dass diesmal unser FCS II diese Rolle übernahm, kann einem nur recht sein.

Sonntag, Januar 20, 2008

Hallenterror mit der Zweiten

An Hallenturnieren scheiden sich die Geister. Für die einen ist es willkommene Abwechslung zum Fußball auf dem großen Platz, der in den Herbstmonaten immer durchnässter wird, für die anderen ist es eine unerträgliche Fußballvariante mit hoher Verletzungsgefahr. Wenn sich der 1. FC Saarbrücken in die Halle begibt, in diesem Falle die zweite Mannschaft, ist für einen großen Zuschauerandrang jedoch gesorgt.

Die Riegelsberghalle in Riegelsberg (logisch!) war Austragungsort eines Qualifikationsturniers zum saarländischen Hallenmasters und gleichzeitig eines der wenigen Turnieren, an dem der FCS II teilnehmen würde. Im Hinblick auf das bevorstehende Endturnier des Hallenmasters sollte der FCS II also keine Rolle spielen, jedoch bot sich für die Fans des FCS eine nette Gelegenheit, sich mal wieder in der Disziplin des Support zu versuchen. Ungefähr 100 FCS-Anhänger versammelten sich in einem seperaten Block, um sich voll und ganz der Unterstützung ihrer Mannschaft zu widmen.

In der letzten Gruppe startend, musste der FCS II erst kurz vor 14 Uhr sein erstes Spiel bestreiten. Für das Spiel gegen den SV St. Ingbert hatte man im FCS-Fanblock mehrere Doppelhalter und eine gefühlte LKW-Ladung an Konfetti vorbereitet, sehr zum Leidwesen der Veranstalter, welche zum Besen greifen mussten.

'riegelsberg 012' von Carsten_FCS

Auf dem Platz zeigten die FCS-Amateure eine überzeugende Leistung und fegte St. Ingbert mit 5:1 aus der Halle. Vor allem Sascha Bickelmann erwies sich als wahrer Hallenkenner und erzielte im ersten Spiel zwei Tore. Auf den Rängen sprang und sang alles, was an diesem Tag für die Blau-Schwarzen hielt. Dabei wurde auch die Treppe im Saarbrücker Block um einen halben Meter nach unten verlagert. Fortan mieden fast alle Zuschauer diesen Weg, da man stets fürchten musste, dass die Treppe endgültig zusammenbrechen würde.

'riegelsberg 032' von Carsten_FCS

In den Pausen zwischen den Spielen erwies sich die Lage der Riegelsberghalle als Glücksfall, sodass man in wenigen Metern Entfernung mehrere Supermärkte zur Verfügung hatte und sich entsprechend mit Lebensmitteln versorgen konnte.
Auch das zweite Spiel wurde zum Schaulaufen für den FCS II. Gegen die Reserve des Gastgebers Riegelsberg wurde ein 4:1-Sieg eingefahren, welcher bereits das sichere Weiterkommen bedeutete. Den Höhepunkt der Begegnung konnte allerdings der Gastgeber für sich verbuchen: der Schiedsrichter musste dem Riegelsberger Torwart die Schuhe binden, da diesem mit den Torwarthandschuhen quasi die Hände gebunden waren.

'riegelsberg 015' von Carsten_FCS

Das dritte Spiel gegen den SV Reiskirchen klärte dann nur noch, dass der FCS II als Gruppenerster die Vorrunde beenden würde, da man auch hier mit 3:1 gewann. Vor dem Spiel bedeckte ein Regen aus Klopapierrollen den Hallenboden und sorgte bei manch ahnungslosem Hallenbesucher für verdutzte Blicke.
Weniger anstrengend wurde für das Hallenpersonal das Viertelfinale gegen Geislautern. Mit 3:1 gewann der FCS II und sicherte sich den Platz unter den ersten Vieren, während der Fanblock zu beginn eine Choreographie aus Plastikschals zeigte und zumindest einen Teil der Halle in blau-schwarz tauchte.

Im Halbfinale endete der Weg des FCS vorerst. In einem hitzigen Spiel mit Provokationen auf beiden Seiten verlor der FCS gegen Gastgeber Riegelsberg mit 2:3. Ob man dem Schiedsrichter vorwirft, nicht auf den Ablauf der Hallenuhr geachtet zu haben oder ob man dem Zeitnehmer vorwirft, hier zugunsten seiner Mannschaft nicht einmal die Zeit bei der Spielunterbrechung kurz vor Ende gestoppt zu haben, bleibt wohl jedem selbst überlassen.
Das Spiel um den dritten Platz gegen Halberg-Brebach verlor man erneut mit 2:3, diesmal noch ein wenig unglücklicher als zuvor. Dennoch ließen sich die Spieler mit einer Humba verabschieden, was eine erneute Verspätung des Endspiels bedeutete. Der Hallensprecher nannte dies eine "nette Einlage der FCS-Fans", der Missmut der übrigen Zuschauer war jedoch deutlich spürbar. Dessen ungeachtet zückten die Anhänger seitlich des FCS-Blocks über das gesamte Turnier hinweg immer wieder ihre Handykameras, um sich die Filmchen vom FCS-Support als Trophäe zu sichern. Wo liegt da der Sinn, wenn man selbst betont, wie "unsinnig" man diese Prozedur findet?

'riegelsberg 029' von Carsten_FCS

In einem emotionslosen Finale gewann dann der Gastgeber noch den Pokal und "Mr. Hallenmasters" Paul Scheer wünschte allen Mannschaften noch dreimal "viel Glück" für die kommende Rückrunde. Zu diesem Zeitpunkt war der Zauber schon längst aus der Halle verflogen und jede Menge Müll blieb zurück. Für die FCS-Fans hat sich dieser Tag auf jeden Fall gelohnt.

Sonntag, September 09, 2007

Das war Fußball (sollte es zumindest sein)

Eigentlich geht man ja meist mit der Erwartung eines ruhigen, entspannenden Fußballnachmittags zu Spielen des FCS II. Man spielt ja nur gegen Mannschaften wie Hemmersdorf, Mettlach oder eben Auersmacher. War da nicht mal was? Am Ende sollte es ein weitaus turbulenteres Spiel als die Partie der Oberligamannschaft vergangenen Freitag werden.

'fcsportfeld' von Carsten_FCS

Im Aufgebot der Verbandsligamannschaft stand neben Jungtalent Mike Brückerhoff auch ein weiteres Mal Defensivallrounder Danny Luft, welcher schon gegen Hertha Wiesbach zum 2:0-Endstand traf. Die Elf von Jörg Schampel sollte also auch gegen Auersmacher in guter Besetzung antreten.
Zu was die junge Verbandsligamannschaft fähig ist, zeigte sich nach dreizehn Minuten, als Mike Brückerhoff den Ball wunderbar an seinem Gegenspieler vorbeilegte und seine enormen Dribbelfähigkeiten ausspielte. Fast wäre der Ball noch verloren gegangen, aber Kapitän Vitalij Roth zirkelte das Leder sehenswert aus ca. 20 m in die linke Ecke.
Nach der Führung wurde die Mannschaft von Jörg Schampel etwas behäbiger und erlaubte Auersmacher vier Großchancen, welche einmal von der Querlatte und dreimal von einem starken Sebastian Flauss vereitelt wurden. Nach 25 Minuten folgte dann die Szene, welche die Gemüter erhitzen und einem bis dahin normalen Verbandsligakick vollkommen auf den Kopf stellen sollte. Nach einer Standartsituation für den FCS II prallte der Ball an den Pfosten und von dort direkt vor die Füße von Farid Hadji, welcher zum Schuss ausholte...und anstelle des Balls kräftig den Kopf des gegnerische Tormanns traf. Eine unabsichtliche, jedoch unschöne Aktion wie wir sie warscheinlich jeder schon einmal beim örtlichen Kreislisigten erlebt haben.

'verletzung' von Carsten_FCS

Vorhersehbar zwar, aber dennoch ausschlaggebend für das folgende Verhalten aller Beteiligter, war die Rudelbildung der Spieler. Auslöser war ein Auersmacher, welcher wie von Sinnen Hadji umschubste und attackierte. Ein Ersatzspieler der Auersmacher hatte sich indessen intensiv damit beschäftigt, den anderen Hadji auf dem Platz zu provozieren und wurde nun von diesem angegriffen. Inzwischen ließ sich auch Gästetrainer Birster von der hitzigen Atmosphäre anstecken und veranlasste, dass eine Schar von ca. 10 Polizisten das Sportfeld betraten, um auf der Terrasse vor dem FC-Sportheim für Ruhe zu sorgen. Ob diese Aktion wirklich sinnvoll war, lasse ich mal unkommentiert. Die Zahl der "Unruhestifter" schien eher im Bereich von 4-5 Leuten zu liegen, welche nicht mehr als lautstark auf sich aufmerksam machten.
Nach ca. 20 Minuten wurde der Gästetorwart schließlich per Krankenwagen in das nächste Krankenhaus gebracht und der Schiedsrichter zeigte beiden Hadjis zu deren Verwunderung die Rote Karte. In einem Fall hätte das Urteil etwas milder ausfallen können, da das Foul am Torwart sicher nicht mit Absicht geschah. Dass sich Samir Hadji zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ, kann man vor dem Schiedsrichter auch nicht mit der vorausgegangenen Provokation entschuldigen.
Die Haupttribüne des kleinen, unschuldigen Sportfelds drohte unter den wutentbrannten Aufregungsschreien des Saarbrücker Anhangs fast zu zerbersten. Wo war die rote Karte für die Auersmacher Provokateure, welche die Situation zur Eskalation brachten? Nach einer längeren Denkpause zog der Schiedsrichter auch gegen den provozierenden Auswechselspieler der Gäste endlich die Rote Karte. Der Feldspieler, welcher die erste Tätlichkeit des Nachmittags auf seinem Konto verbuchen konnte, blieb zum Ärger vieler leider unbehelligt.
Fußball gabs irgendwann auch wieder.
Stark geschwächt und nunmehr ohne richtigen Sturm blieb dem FCS II nicht mehr viel übrig: man musste das Tor mit allen Mitteln verteidigen und auf Konter setzen. Die FCSler wollten es sich nicht mehr nehmen lassen, jede gute Aktion ihrer Spieler mit lautem Klatschen anzufeuern.
In der 42. Spielminute durchbrach Auersmacher den Abwehrriegel und konnte gegen neun Mann den Ausgleich erzielen.

'spielszenefcs2sva' von Carsten_FCS

Die Geschichte der zweiten Halbzeit ist schnell erzählt: der FCS II begehrte in Unterzahl gegen den SVA auf, spielte frech mit und kam sogar noch vereinzelt zu Torchancen. Auersmacher erzielte jedoch mit einem Weitschuss das 2:1 und konnte kurz vor Schluss, als der FCS gezwungen war, die Verteidigung aus ein Minimum zu reduzieren, noch auf 3:1 erhöhen. Trotz der Niederlage zollten die Zuschauer im Sportfeld den FCS-Amas noch ihren Respekt, da sie sich zu keinem Zeitpunkt aufgegeben hatten.

Fazit:

Im Gegensatz zum müden Freitagskick bekam der Zuschauer im FC-Sportfeld ein wahres Spektakel geboten. Die rumpelstilzchenhaften Darbietungen seitens einiger Auersmacher sowie drei Rote Karten sollten den Unterhaltungswert der Partie ungemein in die Höhe treiben. Zwar musste man am Ende die drei Punkte an teilweise arrogant und unfair auftretende Gäste abtreten, jedoch war das aufopferungsvolle Dagegenhalten der jungen FCS-Spieler ein weiterer Grund, dem Spiel etwas Positives abzugewinnen. Dem Torwart von Auersmacher, Christian Hollinger, sei natürlich an dieser Stelle gute Besserung gewünscht!

Sonntag, August 05, 2007

Extreme FCSing

Vorspiel:
Nach einem Besuch am Fanprojekt begab ich mich zum ersten Mal in dieser Saison Richtung Stadion. Ich betrat den altehrwürdigen Ludwigspark über den Eingang am A-Block. Die erste Neuerung, die mir ins Auge fiel, waren die neuen Hinweisschilder zur Stadionsicherheit an jedem Kassenhäuschen:

'fcskreuznach 001' von Carsten_FCS
Ich enterte das zu diesem Zeitpunkt fast leere Stadion und bewegte mich langsam Richtung E-Block, dessen neuen "UNITED WE STAND"-Banner man bereits erspähen konnte. Hinter der Haupttribüne wurden schon die ersten Fanartikel mit dem neuen Motto "Liebe kennt keine Liga!" verkauft und das Volk sammelte sich bei drückender Hitze im Schatten oder am Bierstand. Es war bereits absehbar, dass die hohen Temperaturen die Zuschauerzahlen nach unten drücken würden. Am E-Block angekommen, zeigte sich eine weitere Neuerung: der E-Block war nur noch über den F-Block erreichbar. Gleichzeitig waren E1 und E3 mithilfe von Baustellengittern abgesperrt. Wer in letzter Zeit die Geschehnisse rund um die Virage Est verfolgt hat, konnte sich denken, dass dies Teil des gemeinsamen Konzepts von Verein und Fans war. Eine weitere Vereinbarung sieht vor, dass die Zuschauer künftig selbst den frisch von Unkraut befreiten E-Block frei von Abfällen halten werden. Provisorisch wurden Mülltüten an den Wellenbrechern aufgehangen. Sicherlich kein gewöhnliches Bild für einen Stimmungsblock, jedoch ein guter Kompromiss:

'fcskreuznach 009' von Carsten_FCS

1. Akt:
In einem erwartungsgemäß ordentlich gefüllten E-Block, in dem sich die gewohnten Gesichter zur Unterstützung der Mannschaft sammelten, wurde ich Zeuge der ersten Halbzeit. Zur Titelmusik von Roland Emmerichs Spektakel "Godzilla" liefen beide Mannschaften auf den Platz und begaben sich in eine halbstündige Abtastphase. Bad Kreuznach hielt mit allen Mitteln gegen den FCS, welcher noch sehr verhalten auftrat. Interessant war allenfalls das Geschehen auf den Rängen, welches ein Zuschauer auf dem Zaun im E-Block für kurze Zeit bestimmte. Ein Blick Richtung D-Block verriet, dass auch dieser noch präsent und zeitweilen auch aktiv war. Trotz verringerter Anzahl an sangeswilligen Fans waren die alten Stärken vorhanden: eine brachiale Lautstärke bei allen alten Klassikern. Freunde von ansprechenden Fahnen mussten da schon auf den Oberrang blicken.
Kurz vor Ende der ersten Halbzeit, als das Spiel schon gefährlich abzuflachen drohte, war es dann Nazif Hajdarovic mit einem Gewaltschuss aus mittlerer Entfernung, der das befreiende 1:0 beisteuerte. Mit dieser knappen Führung ging man dann beruhigt in die zweite Halbzeit.

2. Akt:
So viel zur zweiten Spielhälfte zu sagen wäre, sollte man es eigentlich auf die Quintessenz verkürzen: traumhaft!
Mit einem Flügelspiel, das von einem überragenden Mittelfeld gestaltet wurde, gelang es dem FCS sechs(!) Tore beizusteuern. Hinzu kam ein Nazif Hajdarovic, dem man bei bestem Willen nicht ansehen konnte, warum er letzte Saison nur selten eingesetzt wurde.
'fcskreuznach 020' von Carsten_FCS
Der junge Mike Frantz bewies mit seinen beiden Treffern erneut seine Klasse, während Kapitän Haffner und Einwechselspieler Karaoglan die fehlenden Treffer beisteuerte. Stimmungstechnisch war wohl die Sommerhitze nicht ganz unschuldig daran, dass diese ein wenig abebbte. Die zahlreichen Tore konnten zumindest die gute Laune bis ins Ziel retten. Ganz anders sah es dagegen für den Kreuznacher Torwart Nechiti aus, welcher einen schwarzen Tag erwischt hatte und nach Abpfiff völlig fassungslos auf dem Platz saß und seine Handschuhe auf den Boden warf. Trotz der Freude über den Sieg versuchten auch zwei FCS-Spieler den Gästetorwart wenigstens aufzumuntern, bevor sie sich von den Fans feiern ließen. Respekt für diese faire Geste!
'fcskreuznach 033' von Carsten_FCS

Zwischenspiel:
Nachdem ich die Mannschaft gefeiert hatte, begab ich mich noch kurz hinter die Haupttribüne, wo der glückliche Gewinner unseres England-Gewinnspiels seinen Preis in Empfang nahm(an dieser Stelle nochmal ein Gruß Richtung Anzeigetafel ;-)). Hinterher ging es wieder Richtung Fanprojekt, wo für die nächsten Minuten die Flüssigkeitsaufnahme und das Entspannen oberste Priorität besaßen.

3. Akt:

Das angesprochene Double Feature konnte ich mir nicht entgehen lassen. In der ersten Halbzeit genehmigte ich mir das Spiel unserer "Amas" gegen Halberg-Brebach aus Tribünensicht und ließ es ruhig angehen. Der Eindruck aus dem letzten Verbandsligaspiel festigte sich, sodass die junge Mannschaft mehr auf Verteidigung besonnen waren und nur zu einigen Vorstößen per Konter kamen. Bernd Eichmanns Brebacher verließ sich indessen auf die größere Erfahrung in der Verbandsliga. Einzig die Meldungen, dass Trier mit 0:6 im DFB-Pokal zurückliege und die "neue Nr. 1 des Saarlandes" aus Elversberg bereits vier Gegentore in 30 Minuten kassiert habe, verbreitete auf der Tribüne des Sportfeldes (Schaden-)Freude.

'fcskreuznach 043' von Carsten_FCS

4. Akt:

Zu den letzten 45 Minuten an diesem Sonntag versammelten sich dann einige Leute, hauptsächlich aus der Virage Est stammend, und begannen die Verbandsligamannschaft teils mit altbewährten Schlagern, aber auch relativ neuen und gering verbreiteten Gesängen zu unterstützen. Die Mannschaft nahm sich dieser Unterstützung an und konnte unter der brennenden Sonne sich immer besser gegen Halberg-Brebach wehren. Es war noch deutlich der Mangel an einstudierten Spielzügen anzumerken, jedoch steigerte sich die Leistung deutlich. Warscheinlich hatte sich wohl jeder bereits auf ein torloses Unentschieden eingestellt, als Samir Hadji mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze in die linke, untere Ecke des Tores traf. Das achte Tor an diesem Tag bedeutete den zweiten Sieg. Die Mannschaft bedankte sich nach Spielschluss noch für die erhaltene Unterstützung und damit war ein erfolgreicher Fußballtag beendet.

'fcskreuznach 064' von Carsten_FCS

Epilog:
Bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, das Plakat mit der Aufschrift "Die Liga zu Gast beim Meister" wieder hervorzukramen: dieser Sieg unserer Oberligamannschaft ist ein erstes Ausrufezeichen, jedoch kein Grund, den Druck auf diese junge Mannschaft unnötig zu erhöhen. Man sollte jetzt den Spielern die mediale Ruhe (und stets objektive Berichterstattung!) zugestehen, die sie sich mit diesem Sieg verdient hat.
Und zum Abschluss: ein solches "Extreme FCSing" mit zwei Spielen hintereinander ist sicherlich anstrengend, aber bei gegebenem Anlass eine willkommener Spaß!

Links:
- Bilder vom Spiel gegen Bad Kreuznach
- Bilder vom Spiel der Amateure

Mittwoch, August 01, 2007

Saarbrücken/Double Feature

Selbst wenn der Titel dieses Beitrags ein wenig auf den aktuellen Tarantino/Rodriguez-Streifen "Grindhouse"(in Deutschland leider voneinander getrennt erscheinend) und einen bekannten Filmsong(einige werden es sicher wissen) anspielt, geht es heute nicht erneut um Filmempfehlungen, sondern um ein anderes "Double Feature". Präziser gesagt, geht es um das kommende Heimspiel unserer Verbandsligamannschaft, auch FCS II oder einfach liebevoll "FCS-Amas" genannt. Bevor ich aber zum eigentlichen Punkt komme, werde ich nun ein wenig trivial und erzähle vom Fußball der unteren Klassen.

'Freistoss' von Carsten_FCS

Wer kennt nicht den typischen Sonntagnachmittag auf dem örtlichen Fußballplatz?
Meist ist es ein Aschenplatz mit kleinem Vereinsheim, der irgendwo am Waldrand liegt, mit überschaubarer Parkplatzsituation und einigen Picknickbänken am Spielfeldrand. Ein altgedienter Platzwart kreidet in aller Frühe den Platz ab und stellt die Eckfahnen auf. Die Getränkekisten werden ins Vereinheim geschleppt, wo schon die ersten Zuschauer ihr Bier trinken. Das Spiel gegen den Lokalrivalen, der einem immer die Jungtalente wegschnappt, beginnt heute um 15 Uhr. Aber was soll man mit der ganzen Zeit bis zum Spiel denn nun anstellen?
Problemlösung: die Reserveteams beider Mannschaften tragen schon um 13.15 Uhr ihr Duell aus!
Und damit wären wir schon bei der genialsten Erfindung der unteren Ligen: der doppelte Spieltag!

Statt nur einer Partie kann man gleich 180 Minuten Fußballminuten erleben. Das Niveau der zweiten Mannschaften hält sich zwar in oftmals überschaubaren Grenzen, trübt aber keinesfalls den Spaßfaktor, den solche Nachmittage bieten können. Mit talentierten Jugendspielern, gestandenen Altstars und Akteuren, die einfach nur zwei linke Füße haben, ist die Mannschaft überaus bunt besetzt und kann neben dem puren Fußball auch eine Menge an Unterhaltung bieten. Bei dem Rumgeholze und Rumgebolze dieser Ligen sind die Begegnugen oftmals packender als der Rasenschach, den man für teures Geld im Profifußball sieht.

Ein glücklicher Zufall sorgt dafür, dass uns FCS-Anhängern ein solcher Nachmittag am kommenden Sonntag bevorsteht. Zuerst muss sich die Oberligamannschaft um 15 Uhr gegen Bad Kreuznach beweisen, bevor es um 18 Uhr in der Verbandsliga zum lokalen Kräftemessen zwischen dem FCS II und dem SC Halberg-Brebach kommt. Es ist die perfekte Gelegenheit, sich seine wöchentliche Dosis bequem an einem Tag ohne großen logistischen Aufwand abzuholen.

Ich selbst konnte mir beim Ligaauftakt der zweiten Mannschaft in Friedrichsthal (gegen Ex-Trainer Dieter Ferner und Ex-Spielmacher Angelo Bonsignore) ein erstes Bild von dieser komplett umformierten Mannschaft machen. Bis auf die beiden Hadjis war mir die Mannschaft, sowie der neue Trainer Jörg Schampel, gänzlich unbekannt. Das Spiel endete mit einem gerechten 0:0, in dem der FCS II zu einigen guten Torgelegenheiten kam, wobei ein Lattentreffer aus der ersten Halbzeit die größte darstellte. Sonst zeigte sich im Spiel nach vorne leider oftmals wenig Kreativität und die langen Bälle in die Spitze landeten beim gegnerischen Torwart. Auf der anderen Seite hielt Sebastian Flauss das Unentschieden fest und absolvierte eine grandiose Partie.

Die zweiten Mannschaft sollte man, genau wie das Oberligateam, am Sonntag gebührend unterstützen. Schließlich haben auch viele vergangene wie aktuelle FCS-Spieler sich zuerst bei den "Amas" in den Fokus der ersten Mannschaft gespielt. Wer also nach dem Besuch des Spiels im Ludwigspark noch Zeit und Lust hat, dem empfehle ich, sich das Spiel der Reserve keinesfalls entgehen zu lassen! Wer weiß, wie oft wir in dieser Saison nochmal ein Double Feature in Saarbrücken geboten bekommen?

Links:
- Fotos vom Spiel Friedrichsthal vs. FCS II (0:0)
- Spielbericht auf fc-saarbruecken.de

Freitag, Januar 26, 2007

Reimsbach - Ein Wintermärchen

Die Wintermonate stellen für den deutschen Fußball im Normalfall eine Durststrecke dar. Nun befinden wir uns gerade in dieser Zeit, in welcher wir uns entweder des englischen Fußballs, der Erinnerung an erfolgreiche Zeiten (beim FCS müssen wir besonders weit zurückgehen) oder der Hallenturniere bedienen. Vor allem die Regionalliga wurde vom Fußballgott mit einer Winterpause gestraft, welche erst Ende Februar wieder verschwindet und den regulären Spielbetrieb freigibt.

Die Ausweichmöglichkeiten, welche der eigene Verein anbietet, beschränken sich dabei auf Testspiele und die Vorbereitung, wobei am Ende wohl nur das Testspiel gegen Bayern München die Massen in die frostige Kälte des Winterfußballs lockte.
Die Informationsmöglichkeiten für den Fan, der nicht gerade das Geld/die Zeit hat, seinem Verein überall hin zu folgen, sollten im Zeitalter des Web 2.0 eigentlich relativ groß sein. Beim FCS ist dies leider nicht der Fall. Bis auf einige, wenige Pressemeldungen, welche in aller Kürze die neuesten Testspieler und Testspiele abhandeln, bleibt die Berichterstattung auf der offiziellen FCS-Homepage farblos.

Als ich heute wieder einmal diese Website mit den nervtötenden Werbeeinblendungen besucht habe, fiel mir ein Artikel ins Auge, der schon seit dem 22.01.2007 online verfügbar ist. Es handelt sich dabei um einen Bericht über das Trainingslager der 2. Mannschaft in Reimsbach.
Der Artikel von Stephan Probst bleibt dabei stets auf der Ebene eines Trainingsberichts und dokumentiert akribisch die Erlebnisse der Oberligamannschaft, ohne dabei in eine nüchterne Objektivität zu verfallen. Detailgetreu und mit vielen Schnappschüssen ausgestattet gelingt es Probst mit einen Artikel zu schaffen, welche wohl am ehesten einer Mischung aus einem Fanzinebericht und Sönke Wortmanns Dokumentation "Deutschland - Ein Sommermärchen" gerecht wird.

Der ehemalige Co-Trainer Henkes, Alfred Kaminski, wandelt dabei stets auf Pfaden innovativer Trainerkollegen wie Jürgen Klinsmann. Als Trainer der 2. Mannschaft oftmals schon für die zuletzt schwachen Leistungen der Saarbrücker Jungtalente verantwortlich gemacht, zeigt er ins Reimsbach seine Ideen für eine bessere Rückrunde und bringt seinen Schützlingen die wichtige Lektion bei, dass Erfolg eine Sache des Mannschaftsgeists ist. So lässt er erst einmal einen alten Traktor aus dem Dreck ziehen.

Der Artikel bleibt stets nah am Geschehen und sammelt sowohl Eindrücke von den seltsamen, jedoch sehr interessanten Trainingsmethoden von Alfred Kaminski und nimmt dabei auch die Stimmung innerhalb der Mannschaft auf, sei es in Form von Bildern oder Textpassagen. Die Anspielungen zur Deutschen Nationalmannschaft werden auch mit dem Zitieren von Xavier Naidoos "Dieser Weg" noch einmal deutlich, selbst wenn letztlich die amerikanischen Fitnesstrainer mit Gummibändern fehlen.

Am Ende bleibt ein sehr lesens-/sehenswerter Bericht aus dem Trainingslager in Reimsbach, wenn auch ein Wermutstropfen bleibt: Der oft als "Teamleader" beschworene Nico Zimmermann wechselte heute zur benachbarten SV Elversberg, um dort sein Glück in der Regionalliga zu finden. Stefan Probst ist eine sehr interessanten dokumentarischen Aufarbeitung eines Trainingslagers der 2. Mannschaft gelungen. Solche Artikel würden auch der Rubrik zur 1. Mannschaft sehr gut zu Gesicht stehen!

Die 2. Mannschaft des 1. FC Saarbrücken bestreitet übrigens morgen ein Testspiel bei Eintracht Trier. Anpfiff ist um 14:30 Uhr.

Weblink: Artikel zum Trainingslager der 2. Mannschaft

Sonntag, Dezember 31, 2006

Ein normales Hallenturnier?

Eigentlich hatte ich schon fest geplant, wie ich den Jahresabschluss des FCSBlogs gestalte. Es ist jetzt doch ein Ereignis "dazwischengekommen", weshalb es heute wohl einmalig zwei(!) Beiträge im FCSBlog geben wird.

Eigentlich freute ich mich jedes Jahr auf das Waderner Hallenturnier, das wohl bekannteste Qualifikationsturnier zum saarländischen Hallenmasters. Schließlich ist die 2. Mannschaft des FCS so etwas wie ein "Stammgast" und auch der Kunstrasen (jedes Jahr von der AH-Abteilung des FCS ausgeliehen!) machte das Turnier zu einem Spektakel besonderer Art. Umso trauriger ist es, was sich dieses Jahr abgespielt hat.

Die FCS-Reserve wusste spielerisch zu überzeugen, war jedoch einer negativen Stimmung seitens der Zuschauer ausgesetzt. Letztlich übertrug sich diese Stimmung auf die Spieler und das Schiedsrichtergespann. Nach einer Provokation begang Hajdarovic eine Tätlichkeit und wurde vom Turnier ausgeschlossen. Dies ging auch im Finale weiter, als seltsame Schiedsrichterentscheidungen die Gemüter der FCS-Trainerbank erregten und die Mannschaft schließlich das Finale verlor. Die Zuschauer verabschiedeten die Mannschaft mit einem lauten "Nie mehr 2. Liga!". Der FCS hatte am Ende vier verletzte Spieler zu beklagen.

Es ist eine Sache, seinen Gegner verbal niederzumachen. Aber eine grundsätzlich andere, den Gegner noch zu verspotten, wenn er durch Verletzungen sowieso schon einen großen Schaden erlitten hat. In meinen Augen ist das ekelerregend und äußerst erbärmlich. Viel bedenklicher finde ich, dass weder Turnierleitung, noch das Schiedsrichtergespann den Mut hatten, einzuschreiten und die Gemüter zu beruhigen.

Man hat gesehen, dass in einer recht kleinen Sporthalle die Emotionen sehr leicht auf das Spielfeld übertragen werden. Dagegen kann ich auch nichts sagen, der Fußball hat eine Eigendynamik, die ihn sehenswert macht. Ich selbst habe auch meinen Spaß daran. Jedoch sollte man irgendwann seinen Verstand einschalten:
Wenn ich erwarte, dass die Spieler sich bis zu einem gewissen Grade profihaft verhalten, muss ich mich irgendwann als Zuschauer auch ein wenig zurückhalten.

Leider kannte in Wadern niemand den Begriff "Zurückhaltung" und so fühlten sich die FCS-Verantwortlichen sichtlich geprellt. Das finde ich schade, denn so wird der FCS II auch in den kommenden Jahren nicht allzu oft auf Hallenturnieren zu sehen sein. Zu Zeiten Dieter Ferners trat der FCS II noch regelmäßig zu diesen Qualifikationsturnieren an, dieses Jahr hat der FCS II nur zwei Auftritte in der Halle geplant. Dies geht natürlich auf Kosten der FCS-Fans, die auch im Winter den Fußball nicht vergessen.

Eigentlich finde ich es schade, dass das angeschlagene Image des FCS mittlerweile auch so stark auf die 2. Mannschaft übertragen wird. Schließlich sind das die Spieler, die auf ihre Chance in der Regionalliga hoffen, die sich noch beweisen müssen. Sie sind nicht die überbezahlte 1. Mannschaft, sie sind nicht der unbeliebte Vorstand!