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Sonntag, September 20, 2009

FCS gegen Bochum II oder der letzte Bericht im FCSBlog

Samstag, kurz nach 13 Uhr Ortszeit. Die Tore sind geöffnet, ich zeige meine Karte vor und gehe an den Ordnern vorbei. Einer ruft mich kurz zurück, überprüft meine Kameratasche und lässt mich dann weiterziehen. Wie so oft stehe ich im Ludwigspark und das Gefühl der Langeweile macht sich breit. Der FCS spielt heute gegen den VfL Bochum II, die graueste unter den grauen Mäusen.

Nach dem üblichen Small-Talk im Block, der Lektüre einiger Infoblätter und dem Verzehr eines diesmal ausgezeichneten Schwenkers geht es für mich runter in die Kurve. Zu dieser Begegnung haben sich nicht viele FCS-Fans eingefunden. Vielleicht liegt das am Regen, der ausbleibt. Die meisten Zuschauer ziehen erst einmal ihre Jacke aus, als die Vereinshymne erklingt, es ist ihnen zu heiß.

Das Spiel beginnt unter der Leitung von Markus Schmidt, der gleich in der Anfangsphase viele Zweikämpfe zulässt und das Spiel selten unterbricht. So auch in der 13. Minute, als Gästespieler Kevin Vogt im Mittelkreis mit Nico Weißmann zusammenprallt. Vogt muss ausgewechselt werden, später rollt der Krankenwagen über die Laufbahn.
Kurz darauf hat Nico Zimmermann mit einem Weitschuss die erste wirkliche Torgelegenheit für den FCS, was im Endeffekt allerdings nicht mehr als eine Unsicherheit bei Gästekeeper Luthe produziert. Nach dieser Aktion kommt Michael Petry zu einer weiteren hochkarätigen Chance: eine Zeitz-Flanke köpft er direkt auf den Torwart. Nicht nur das Pech im Abschluss scheint den FCS ein weiteres Mal zu plagen, bei dieser Aktion verletzt sich Petry obendrein und wird noch vor der Halbzeit für Gregory Strohmann ausgewechselt.
Ein Eckball in der 23. Minute erlöst die Blau-Schwarzen. Marcus Mann köpft zu schwach auf das Tor, Petry stoppt den Ball für Lerandy ab, der aus Bochumer Verwirrung Kapital schlägt und den Ball ins Netz hämmert - 1:0 für den FCS!

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Weitere Gelegenheiten gibt es in einer durchaus noch ansehnlichen ersten Halbzeit für Nico Zimmermann per Freistoß und Velimir Grgic nach guter Vorlage von Strohmann.

In der Halbzeit entschließe ich mich dann zum Szenenwechsel. Mal kurz in den A-Block gehen, einen weiteren Kollegen auf dem Terrain der FCS-Blogosphäre besuchen, der sein A-Blogg bereits vor kurzem beendet hat. Aus dem Kurzbesuch wird am Ende fast eine komplette Halbzeit.

Nach dem Seitenwechsel verflacht das Spiel zusehends. Chancen bekommt der FCS fast ausschließlich über Standardsituationen, die Gäste aus Bochum kämpft mit der eigenen Torschusspanik auf fremden Terrain. Dieter Ferner nimmt Nico Weißmann heraus, der zwar zuvor ackerte und rackerte, allerdings dabei völlig neben sich steht und keine Kreativität wie in Mannheim aufbaut. Trotzdem wird der Wechsel von vielen mit Pfiffen quittiert, auch im A-Block. Mit Vergnügen lauschen Scop vom A-Blogg und ich den rufen wütender und kreischender Familienväter, die einige Stufen über uns schimpfen, dass Grgic ein "absoluter Nixkönner" sei, den Ferner "mol rausnemme" müsste. Die Kinder verstehen nach einigen Minuten den Unmut und stimmen in den Chor ein. Man könnte meinen, der FCS sei am verlieren und führe nicht gerade gegen den Tabellenzweiten.

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Ein Zimmermann-Freistoß sorgt ein weiteres Mal für Gefahr, aber das Spiel beginnt sich zu drehen. Immer häufiger muss sich die Freiburger Leihgabe für das Tor, Michael Müller, ins Spiel einschalten. Mit einer Grätsche trennt er sauber einen Bochumer Angreifer vom Ball, die Abwehr klärt die Situation. In der letzten Minute muss Müller noch einmal retten, doch dann ist der Sieg in trockenen Tüchern - der FCS gewinnt mit 1:0.

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Zu diesem Zeitpunkt stehe ich wieder im E-Block und feiere mit meinen Bekannten und Freunden über diesen Sieg. Persönlich glaube ich zwar nicht daran, dass der FCS in dieser Saison aufsteigen kann, aber alleine die Tatsache, dass irgendwann im Jahre 2006, als dieses Blog gegründet wurde, der Verein sich mal mit 1860 München, dem MSV Duisburg, dem SC Freiburg und anderen in der zweiten Bundesliga messen musste, macht den Willen an sich keineswegs verkehrt. Den FCS wird es noch lange genug leben, wenn ihn seine Fans weiterbegleiten.

Dienstag, August 11, 2009

Der 500. Beitrag

Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass mich keine Niederlage in den vergangenen Jahren so geschockt hat, wie das 0:6-Debakel in Neunkirchen. Ich habe erlebt, wie der FCS von Offenbach zerlegt wurde (2006), war dabei, als man sich in Pirmasens blamierte (2007) und in beiden Jahren stieg man ab, aber das alles reicht nicht an das Spiel vom letzten Freitag heran. Und einen schlechteren Zeitpunkt kann es wohl kaum aus meiner Sicht geben, da wir uns jetzt genau im 500. Beitrag dieses bescheidenen Weblogs befinden. Aber wer den FCS-Fan kennt, weiß auch, dass dieser gut in Erinnerungen schwelgen kann. Und für diesen Beitrag bietet sich eigentlich nur diese Therapie mit persönlichen Bestenlisten an.

Meine persönliche Top-Elf:


Tor: Peter Eich
Innenverteidigung: Christian Stuff, Marcel Rozgonyi
Linke Außenbahn defensiv: Sebastian Pelzer
Rechte Außenbahn defensiv: Aimen Demai
Zentrales Mittelfeld: Karsten Hutwelker (C), Mustapha Hadji
Linke Außenbahn offensiv: Chadli Amri
Rechte Außenbahn offensiv: Mike Frantz
Sturm: Gunter Thiebaut, Jonathan Jäger

Trainer: Dieter Ferner

Ersatzbank: Enver Marina (Tor), Echendu Adiele, Yannick Dekoun, Christian Weber, Nabil Dafi, Manfred Bender, Gernot Plassnegger, Sambo Choji, Gregory Strohmann

Bestes Trikot:


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Heimtrikot 2000/2001 (Foto: www.saarbrueckentrikot.de)

Die Vereinsfarben in breiten Streifen und ein Sponsorenschriftzug, der auch farblich harmoniert. Zudem mein erstes Fantrikot.

Das beste Heimspiel:

1. FC Saarbrücken - TSV 1860 München 4:1 (2:1) - 07.11.2004

Ein Höhepunkt der Hinrunde 2004/2005. Zwei frühe Tore bringen den Ludwigspark zum Toben, ein sehenswerter Anschlusstreffer der Münchner Löwen erzeugt so etwas wie Spannung und am Ende macht eine geniale Eckballvariante den Sieg über den damaligen Bundesligaabsteiger klar.

Das beste Auswärtsspiel:

Sportfreunde Siegen - 1. FC Saarbrücken 0:4 (0:1) - 03.02.2006

Kurz vor der Eröffnung dieses Weblogs deklassierte ein totgesagter FCS bei winterlichen Zuständen den Abstiegskonkurrenten aus dem Siegerland im eigenen Stadion. Gleich zweimal wurde der heutige Elversberger Schlussmann Masic von Hebertoren düpiert, zuerst war es Demai zur 4:0-Führung, danach war es Jonathan Jäger, der gleich mit seinem ersten Treffer in blau-schwarz in die Auswahl zum "Tor der Woche" in der Sportschau kam. Zugleich war es der erste Auswärtssieg, den ich in einem Ligaspiel erleben durfte.

Die drei besten Tore:

Platz 1:
Henrich Bencik zum 4:1 gegen Dresden (2005)

Auch wenn der Abschluss dieses Treffers relativ unspektakulär war, umso genialer war die Vorbereitung. Ein langer Abschlag von Eich wird von Nehrbauer zur Seite geköpft, von dort aus wird die gesamte Dresdener Hintermannschaft überrumpelt und in der Mitte darf Bencik nach einem Abwehrpatzer einlochen. Ein vergessener Geniestreich.

Platz 2:
Mike Frantz zum 3:1 in Trier (2008)

Torhüter, die kurz vor Schluss nach vorne stürmen, können zum Helden oder zum Deppen werden, aber manchmal haben sie einfach das Glück, dass ein leeres Tor aus 50-60 Metern Entfernung eben auch nicht allzu leicht zu treffen ist. Mike Frantz machte es ganz clever und schickte Trier-Schlussmann Schneider auf eine Verfolgungsjagd mit dem Ball. Schneider verlor und Saarbrücken jubelte.

Platz 3:
Faysal El Idrissi zum 2:0 gegen Eschborn (2003)

Ein Zauberer sollte niemals den gleichen Trick zweimal vor ein- und demselben Publikum aufführen. El Idrissi hatte sein Pulver eigentlich verschossen, als er einen Freistoß verwandelte, welcher nicht als Treffer anerkannt wurde, da Schiedsrichter Knut Kircher diesen als indirekt angezeigt hatte. Als kurze Zeit später an der gleichen Stelle wie zuvor der FCS einen Freistoß, diesmal direkt, zugesprochen bekam, brach El Idrissi die alte Magier-Regel und zirkelte den Ball zum diesmal gültigen 2:0 ins Tor.

Der beste Fangesang:

Aux armes!
Aux armes!
Nous sommes les sarrebruquois
Et nous allons gagner
Allez Saarbrücken!

Wer gegenüber skeptisch gegenüber französischem Liedgut im Ludwigspark ist, dem sei gesagt, dass deutschsprachige Versionen von "Aux Armes" niemals das Gänsehaut-Gefühl des Originals geben kann. Ich habe es jedenfalls immer, wenn dieser Wechselgesang angestimmt wird.


Das war die äußerst subjektive Zusammenstellung meiner persönlichen Bestenlisten zum 500. Beitrag in diesem Blog, der mal ausnahmsweise überaus positiv gefärbt sein darf, da es schließlich auch trist wäre, sich ewig an der Niederlage vom letzten Freitag aufzuhalten. Immerhin geht es schon diesen Freitag zum nächsten schwierigen Spiel gegen Trier. Das beste Fanmagazin, bis zum Erscheinen von "Saturday's Heroes", gibt es dann natürlich auch wieder.

Freitag, Mai 29, 2009

Fazit 2008/2009

Zum vierten Mal in der nicht ganz so langen Geschichte des FCSBlogs beginnt ein Beitrag mit dem kleinen, aber feinen Wort "Fazit", gefolgt von zwei Jahreszahlen. Was folgt, dürfte jedem bekannt sein.

1. Punktspiele:

Drei Unentschieden in den fünf ersten Spielen stimmten die Anhängerschaft des FCS unruhig, erste Pfiffe im Ludwigspark straften die Ferner-Elf ab, die auf bestem Wege in eine weitere Chaos-Saison schien. Eine Kehrtwende folgte nach der legendären Halbzeitrede Dieter Ferners in Roßbach, das nächste Unentschieden sollte erst im Dezember erfolgen.
Stolzen 43 Punkten aus der Hinrunde sollten in der Rückrunde noch weitere 38 folgen, allerdings ließ man nach dem vorzeitigen Erreichen des Saisonziels Aufstieg auch etwas nach und verlor zum Saisonende hin drei Auswärtsspiele in Folge (Homburg, Pirmasens, Mechtersheim).

2. Trainer:

Alleine die Tatsache, dass der FCS erstmals seit 2004/2005 eine volle Saison mit dem gleichen Trainer bestreitet, spricht für Dieter Ferner. Das Torwart-Idol der 70er hatte bereits mit einer Vielzahl der aktuellen FCSler in der Saarbrücker Reservemannschaft gearbeitet und kannte somit von Anfang an Schwächen und Stärken seiner Spieler. Dies nutzte er aus und im Gegensatz zu vielen Vorgängern vollbrachte Ferner die Leistung, seinen Schützlingen im Training nicht nur das erfolgreiche und offensive Spielsystem zu vermitteln, sondern auch die Ausdauer zu stärken. Erst gegen Saisonende gab es leise Kritik an Ferner, die auf den Umgang mit einzelnen Spielern wie Wollscheid zielte, dem er erst Einsätze zugestanden habe, als dessen Wechsel bereits feststand.
Dessen unberührt ist der Aufstieg 2009 vor allem Dieter Ferners Arbeit geschuldet.

Ferner

3. Manager:

3. Vorstand:

Im zweiten Jahr als Präsident hatte Hinschberger mit viel Kritik zu kämpfen, die sich vor allem auf die markigen Worte im Vorjahr und das spätere Scheitern bezogen. Auch in dieser Saison erlebte das FCS-Präsidium mehrere unrühmliche Stunden, hier zu nennen sei exemplarisch die angekündigte Bewerbung für das DFB-Pokalfinale der Frauen, die letztlich nicht umgesetzt wurde oder die Querelen im Frauen-Sektor generell. Desweiteren machte man auch in der Stadionfrage große Rückschritte. Hatte man noch vor nicht allzu langer Zeit über einen Neubau im Stile des Wiesbadener Provisoriums geredet, so gewann man auf der Mitgliederversammlung den Eindruck, der FCS-Vorstand würde Wirtschaft und Politik mit einer kleinen Portion Verzweiflung um einen Neubau anbetteln.
Keinen Fehler gemacht hat man hingegen in der Verpflichtung Dieter Ferners als Trainer, der sich auch in der Kadergestaltung größtenteils frei entfalten konnte. Auf einen Manager Marke Loos wurde in diesem Jahr verzichtet, gestört hat das niemanden.

4. Die Mannschaft:

Erneut vollzog der Kader einen Umbruch, von den Kräften des Vorjahres blieben nur wenige wie Hajdarovic, Schug, Kohler oder Stelletta erhalten. Im Endeffekt war dies auch nötig, um sich von den Altlasten befreien, die letztlich die Teilnahme an der Regionalliga verspielt haben, dafür fand eine groß angelegte Verjüngung statt, das Durchschnittsalter lag zu Saisonbeginn bei ca. 23,5 Jahren. Dies sollte in der Oberliga kein Problem werden, eine eingeschworene Truppe spielte erfrischend offensiv, bewies gegen direkte Konkurrenten Nervenstärke und war nur dann angreifbar, wenn der Gegner alle Anstrengungen in die Defensive verlagerte. Zeitz, Weißmann, Mozain, Hajdarovic und die Kollegen sorgten mit 94 Treffern für den Aufstieg.

5. Die Neuzugänge:

Überproportional viele Neuzugänge schlugen ein wie eine Rakete und gehörten von Beginn an zu den Leistungsträgern. Dazu gehörten vor allem die Rückkehrer Marina, Weißmann, Rozgonyi und Mozain, aber auch ein Nabil Dafi zeigte sich von unschätzbarem Wert für die Stabilität der Elf auf dem Platz und Pietro Berrafato zeigte sich für sein junges Alter überraschend abgeklärt in der Innenverteidigung. Mit Manuel Zeitz spielte sich ein weiteres Juwel aus der Jugendabteilung in die Startelf. Wechselhaft verlief die Saison für Metin und Strohmann, Letzterer wurde allerdings verletzungsbedingt in der Hinrunde zurückgeworfen und konnte nicht sein volles Leistungsvermögen aufbieten (Metin hingegen wird zur kommenden Saison erst einmal ausfallen). Die verletzungsbedingten Nachverpflichtungen Petry und Rott fügten sich ebenfalls wunderbar in die Ferner-Elf ein, was nicht nur für die individuelle Stärke der Spieler spricht.
Einziger Fehleinkauf der Saison bleibt Pierre Hallé, der nicht einmal in der Verbandsliga dauerhaft zu alter Klasse zurückfand.

Diefflen09 166

6. Die Pokalsaison:

Diesmal war das Kapitel Saarlandpokal für den FCS erst im Halbfinale gegen Elversberg beendet, wo man relativ unglücklich mit 0:2 die erste Pflichtspielniederlage der Saison einfuhr. Das Gedankenspiel, was möglich gewesen wäre, wenn der Abseitstreffer von Wollscheid gezählt hätte, kann man getrost zu den Akten legen. Auf dem Weg ins Halbfinale warf der FCS Wiesbach, Lebach und Köllerbach aus dem Rennen.

7. Fans:

Auf den Rängen änderte sich nicht viel, D- und E-Block bekamen jedoch in dieser Oberliga Südwest fast keine gegnerischen Fans im C-Block zu Gesicht, was wohl die Attraktivität der Fünftklassigkeit noch einmal unterstreicht.
Äußerst positiv verlief hingegen die Entwicklung der Fanarbeit, drei neue Fanbeauftragte brachten Schwung in diesen stagnierenden Bereich und zeigten sich hilfsbereit und offen für Fanbelange jeder Art. Rückschläge wie Theley oder Homburg trübten nur kurzfristig das Bild einer Fanszene, die erhobenen Hauptes den Gang durch die Oberliga antrat und auf diese Weise den Verein positiv vertrat. Ein neues Fanmagazin und auch die Mitgliederversammlung sprechen dafür, dass hier Strukturen voranwachsen, die den Verein kritisch, offen und konstruktiv prägen könnten.

8. Mein persönliches Fazit:

Man kann nicht wirklich von einem glanzvollen Aufstieg reden, wenn man gerade in die vierthöchste Liga Deutschlands aufgestiegen ist, aber zuvor dreimal in Folge eine Spielklasse nach unten gewechselt ist. Und trotzdem wäre es irgendwie selbstverleugnend, vielleicht auch masochistisch, wenn ich jetzt sagen würde, dass es mir nicht auch Spaß gemacht hätte, einen FCS zu sehen, der endlich mal Erfolg und Sympathie in sich vereinen konnte. Und wann haben wir das zuletzt gesehen?
Zudem halfen mir fünf FCS-Verrückte (und noch eine Unzahl anderer, ebenfalls positiv verrückter Leute) einen alten Traum zu verwirklichen, nämlich den eines Fanmagazins (als Leser kennen Sie sicher den "Leuchtturm"), das inzwischen mehr als nur eine Offline-Version der bekannten Weblogs zum FCS darstellt.

Leuchtturm-Red. plus Greg

Nicht nur der Fall wurde in dieser Saison gestoppt, auch der Grundstein für einen Neuaufbau wurde gelegt, wenn man jetzt nicht wieder in alte FCS-Gewohnheiten verfällt. Warten wir es ab!

Montag, April 27, 2009

Aufstieg

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"5:1, die Null wird nicht gehalten, aber nach dem Spiel interessiert uns das auch nicht mehr", so in etwa lauteten die Worte, die ich vor Spielbeginn als meinen Tipp für das Fanradio präsentieren konnte. Viele Tore, ein paar Schwächen in der Abwehr, also doch noch etwas auf dem Boden geblieben, aber wichtiger natürlich: der Aufstieg. Der Tabellenletzte der Oberliga Südwest, in diesem Falle Bad Breisig, ist da natürlich ein denkbar unattraktiver Gegner, aber was will man nach drei Abstiegen schon erwarten?

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Symbolisch verarbeitete man die "2 Jahre[n] in dunkler Tiefe" mit einer Unterwasser-Choreographie der Droogs-SB, in der "Captain Ferner das FCS U-Boot U-1903 zurück an die Wasseroberfläche" brachte, was gar kindliche Freude über den ersehnten Aufstieg mit der Selbstironie, die es eines FCS-Fans bedarf, vereinte. Ein besonderer Tag also, an dem man endlich ausbrechen darf, wildfremde Menschen sich wahllos umarmen dürfen, jedenfalls dann, wenn das Spiel erst einmal zuende ist.
4.800 Zuschauer wollten sich jedenfalls dann auch unter den Jubelnden befinden. Zunächst bekamen sie auch einen FCS zu sehen, der schon früh den Abstiegskandidaten aus Bad Breisig unter Druck setzte. Erkennbar offensiv waren die Blau-Schwarzen von Dieter Ferner auch ausgerichtet worden, sodass mit Marcel Schug, Michael Petry, Sammer Mozain und Nazif Hajdarovic vier der fünf besten Torschützen in der Startformation standen. Flüssige Kombinationen gab es in den ersten Minuten oft zu sehen, was im Endeffekt meist an der Abseitsentscheidung des Schiedsrichtergespanns scheiterte.
Danach beobachtete man, wie so oft in dieser Saison, dass der Gegner das einzig wirksame Mittel ergriff und konsequent auf Abwehrarbeit setzte. Was Mannschaften wie Elversberg II oder Wirges zum Punktgewinn im Ludwigspark verhalf, lähmte nun auch das Kombinationsspiel des 1. FC Saarbrücken. Die größte Chance für den FCS ergab sich nach einem Eckball in der 20. Minute, als Marcel Rozgonyi einen Volleyschuss nur knapp über die Querlatte setzte. Vereinzelte Vorstöße von Bad Breisig wurden schon weit vor dem Saarbrücker Tor abgefangen. Nur eine Mischung aus Torschuss und Flanke geriet kurzweilig zur Gefahr für Tobias Rott, allerdings konnte man dieser Planlosigkeit bereits ablesen, dass mein Tipp, die Null würde heute fallen, vielleicht doch nicht eintreffen würde.
Kurz vor Ende der ersten Halbzeit sollte es dann doch noch einer dieser Momente geben, in dem sich wieder der Unterschied zu vergangenen FCS-Mannschaften zeigte. Einen Freistoß aus gut 20 Metern Entfernung setzte Sammer Mozain zur 1:0-Führung in die Torwartecke! Eine vorzeitige Erlösung, noch lange nicht die Entscheidung.

Nach der Pause ergab sich das gewohnte Bild, der FCS bemühte sich den Bad Breisiger Riegel zu knacken, kam dabei allerdings nicht immer in Schussposition. Das Spiel konzentrierte sich nun vollends auf die Gästehälfte und die Frage, wann und ob das 2:0 die Blau-Schwarzen endgültig in die Regionalliga befördern würde, beherrschte die Kulisse. Dieter Ferner brachte mit Metin für Otto, Stelletta für Mozain und Brückerhoff für Weißmann frische, vor allem aber wendige Spieler, um wenigstens im entscheidenden Moment einfach die Abwehr zu durchbrechen. Für Aufregung sorgte dabei ein heftiger Körpereinsatz im Strafraum gegen Michael Petry, der das Stadion wie aus einer Kehle "Elfmeter!" reklamieren ließ, was vom Schiedsrichter unerhört blieb. Kurze Zeit später sah es anders aus.
Von einem Abwehrspieler gelegt holte Mike Brückerhoff in der 77. Spielminute einen Elfmeter heraus und diesmal sollte Nazif Hajdarovic, der den FCS verlassen wird, sein Glück vom Punkt versuchen. Ein knallharter Schuss in die Tormitte und dem FCS war die Meisterschaft praktisch nicht mehr zu nehmen: 2:0 durch Hajdarovic!
Bad Breisig hatte sich nun völlig aufgegeben, sodass vier Minuten vor Ende der Partie ein mustergültiger Konter zum 3:0-Entstand abgeschlossen wurde, der Torschütze hieß erneut Hajdarovic.

Und kurz darauf öffneten sich zum ersten Mal seit 2004 wieder die Stadiontore.

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Es war zwar nur ein Aufstieg von der ungeliebten Fünft- in die nicht sonderlich beliebtere Viertklassigkeit, wie auch ich vor dem Spiel im Fanradio-Interview zugab, allerdings war davon nach Abstieg nicht mehr viel zu spüren. Vielleicht war die Menschenmasse im Gegensatz zu 2004 ein wenig geschrumpft, vielleicht war der Aufdruck des offiziellen Aufstiegshemds "Erster FC Saarbrücken 09" ein wenig verhaltener als sonst, vielleicht fehlte dem ein oder anderem Zuschauer das obligatorische Freibier. Dennoch steigt man nicht jedes Jahr auf, nicht jedes Jahr gelingt einer Truppe der Spagat zwischen Erfolg und Ehrlichkeit und einen Trainer wie Dieter Ferner, der mit der schweren Last eines ehemaligen Publikumslieblings gekonnt umgegangen ist, findet man auch nicht alle Tage.

Und diese Tage muss man auskosten, auch nach drei Abstiegen.

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Dienstag, Februar 17, 2009

Wieder mal ein Jahr FCSBlog vorbei

Wie vor ein paar Tagen schon verraten (aufmerksame Leser wussten dies längst) versuche ich in diesem Blog einen Rhythmus aufrecht zu erhalten, der einen Beitrag alle zwei bis drei Tage vorsieht.
Heute merke ich, dass ich gestern den dritten Beitrag in drei Tagen hätte schreiben müssen, da dieses Blog den dritten Geburtstag feierte. Im Grunde ist das ja Etikettenschwindel, damals wurde nur ein lapidarer Beitrag mit der Vermeldung eines neuen FCSBlogs veröffentlicht, also wird an dieser Stelle wohl niemand einwände habe, wenn ich den jährlichen Geburtstagsbeitrag einfach heute schreibe.

Jedes Jahr folgt dann standesgemäß ein Beitrag, der sich allein um dieses Blog hier dreht, zum ersten Geburtstag ein allgemein gehaltener Rückblick, zum zweiten eine Verknüpfung verschiedenster Zahlen zu diesem Blog. Diesmal wird es etwas Entmystifizierung geben, die mir der kleine Kreis an Stammlesern hoffentlich verzeihen wird (Entmystifizierung ist ja ein zweischneidiges Schwert), wenn ich die 30 Fakten über das FCSBlog präsentieren werde.

Bannerseite

01. Das FCSBlog war keinesfalls das erste Blog über den 1. FC Saarbrücken. Die Jungs von ludwigspark.de waren schneller.
02. Ohne das Einschlafen von blutgraetsche.de wäre mein Blog garnicht entstanden.
03. Ein weiterer Grund für die Bloggründung war damals 2006 das Fanmagazin "FCschweinegeil", dem zwar eine gute Motivation zugrunde lag, mit dessen Macher damals das Team vom FCS-Forum (mich inbegriffen) jedoch Probleme hatte.
04. Anfangs war mir auch noch meine erste Fanseite SaarlandFCS.de wichtiger als das Weblog.
05. Was nie im Blog erwähnt wurde: das Spruchband "Clint Dempsey zum FCS!" beim bisher letzten Zweitligaspiel des FCS gegen Braunschweig war die Idee eines bekannten FCS-Fans (Name wird geheimgehalten) und mir. Das "Kommando Clint Dempsey" ist zwar etwas eingeschlafen, existiert aber heute noch.
06. Das "Kommando" entstand eine Woche zuvor auf der Busfahrt nach München beim Austausch von Paniniklebebildchen zur anstehenden WM. Ich glaube der ganze Bus erinnert sich noch an diesen Wahnsinn.
07. Nachdem saarbrueckentrikot.de und fcsfotos einen Artikel im FC-Magazin bekamen, fragte ich auch an. Die Idee für das Foto mit Marcel Mahouvé kam allerdings von Patrick Brockly (ehemaliger FCS-Pressesprecher), obwohl das Foto im Blog mehr als Scherz gedacht war.
08. Das Kurz-Interview mit Michael Henke war ein (schlechter) spontaner Einfall bei einem Testspiel und wurde (zurecht) als erster Beitrag heftig kritisiert.
09. Kurz darauf erschien die Urfolge von "Geschwätz üwwer de Eff-Zeh", die (auch zurecht) kritisiert wurde. Das Video ist mittlerweile offline, die Diskussion bleibt als stiller Zeuge.
10. Als die Videos und die Beiträge langsam besser und bekannter wurde, kam die Partnerschaft mit FCSMedia (das Projekt von Spriddi und Matze, die auch FCSFotos gegründet hatten). Im Grunde ging es um die Verknüpfung regelmäßiger Texte, Videoberichte und Fotos von FCS-Spielen. Macht das FCSBlog heute eigentlich auch, bis auf überzählige Fotos.
11. Der Vorbericht zum Pokalspiel gegen Mainz erhielt Kultstatus im Mainzer Vereinsforum und ich den Spitznamen "Prinz Valium".
12. FCSMedia überlebte nicht sehr lange als Fanseite.
13. Nachdem ich Karl-Heinz Roland vom SR für ein paar Worte im FCSBlog gewann und danach gen Spanien in Urlaub fuhr, entdeckten Mitschüler von mir "Geschwätz üwwer de Eff-Zeh". Im Internetcafé erfuhr ich, dass meine Videos auf einmal an der Schule bekannt wurden. Später durften einige Leute für ihre Zuschauerschaft ins Blog.
14. In Spanien drehte ich gerade das erste "FCSBlog on Tour".
15. Das Interview mit Dieter Ferner ist aus heutiger Sicht wohl das gelungenste Interview. Die Idee kam spontan, da Dieter Ferner an diesem Tag mit Friedrichsthal beim FV Siersburg gastieren durfte.
16. Ein Jahr später sollte ein Interview mit Wolfgang Loos grandios in die Hose gehen. Der eigentliche Termin wurde mehrmals verschoben und am Ende zeichnete die Technik nur Bilder, aber keinen Ton auf. Ein Interview für die Tonne.
17. Das erste Blog, das irgendwann auf das FCSBlog aufmerksam wurde, war Text & Blog. Danke Markus!
18. Ein Spieler sprach mich auf meinen Offenen Brief an die Mannschaft an: Mahir Saglik. Nutze am Ende leider nicht viel.
19. Warscheinlich hat mich meine Vereinskritik aus dem Amt als Moderator im FCS-Forum befördert. Der damalige Pressesprecher Rossi begründete dies mit meinem Mangel an "Neutralität". Im Nachinein war dieser Rauswurf ein Segen für das FCSBlog und meine Arbeit.
20. 2007 begann auch die Kooperation mit Saarkicker.de, die irgendwann im Sande verlief. Sieht man sich die Anzahl der Berichte über Homburg auf dieser Seite an, weiß man warum.

Leuchtturmich
Quelle: Saarbrücker Zeitung

21. Beim Betreiben des FCSBlogs hatte ich schon länger die Lust mich an meinem Fanzine zu beteiligen. Die Idee kam aber von Florian.
22. Florian wurde bei einem FCS-Spiel einmal mit mir verwechselt. Der Verwechsler war einer der Fanradio-Moderatoren, der sich damit gleichzeitig als FCSBlog-Leser "outete".
23. Später wurde ich von eben jenem Fanradio-Moderator in Wirges interviewt.
24. Nicht alle Gastbeiträge, die mir angeboten wurden, schafften es auch ins FCSBlog. Ein leicht erotisch angehauchter Beitrag über die Frauenmannschaft kam weder durch die Qualitätskontrolle, noch in den Bereich des guten Geschmacks.
25. Der Verfasser dieses Gastbeitrags bot mir ein anderes mal 200 Euro für mein Blog. Ich sollte ihm die Vermarktungsrechte abtreten und weiter Beiträge schreiben. Meine Antwort kann sich wohl jeder denken.
26. Das FCSBlog ist fast zensurfrei. Aber auch nur fast, sodass mancher Beitrag, der bewusst gegen das Blog pöbelte heute irgendwo im Nirwana des Internets herumschwirrt.
27. Ja, ich schimpfe im Blog so wenig über die Schiedsrichter, weil ich selbst einer bin.
28. Wenn ihr im E-Block jemanden sieht, der nach jedem Tor hektisch in sein Notizbuch kritzelt: das könnte ich sein.
29. Ja, ich hätte nie damit gerechnet, dass 2009 der FCS nur noch Oberligist ist und das FCSBlog trotzdem noch von mir gefüttert wird.
30. Ob es das FCSBlog bis ins Jahre 2010 schafft, ist derzeit noch unsicher. Womöglich schreibt irgendwann jemand anders die Beiträge hier. Ich will rechtzeitig einmal erwähnt haben, dass meine Autorenschaft hier nicht ewig dauern wird/kann.

Drei Jahre und dreißig Fakten, die das Blog hier total entmystifizieren, uninteressant und langweilig machen und die Leser ermüdet und gequält habe. Aber einmal im Jahr darf ich das.

Grüße an alle Leser, vor allem an die Stammleser der ersten Stunde

Carsten

Dienstag, Dezember 30, 2008

Geschwätz üwwer de Eff-Zeh Folge 17: Jahresrückblick 2008

Link: Geschwätz üwwer de Eff-Zeh 17



Wie schon 2007 wird nun auch 2008 im FCSBlog beleuchtet (auch wenn ich mich an dieser Stelle für die schlechten Lichtverhältnisse an einigen Stellen im Video entschuldigen will). Für die regelmäßigen Leser dürfte das Interview ab der achten Minute interessant sein. Es handelt sich dabei um den O-Ton des FCS-Fanradios beim Auswärtsspiel gegen Wirges, wo ich ja über das Blog und die Welt befragt wurde.

Das FCSBlog verabschiedet sich bis zum 6. Januar 2009 in die Winterpause und wünscht allen Leser/innen und Zuschauer/innen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Samstag, Dezember 27, 2008

Die größte Peinlichkeit 08

...wurde gewählt! Und im Grunde kann man nur von einer konsequenten Fortsetzung der letztjährigen Peinlichkeit (Abstieg in die Oberliga) sprechen, denn es war das Spiel, welches dem FCS die Qualifikation für die dreigleisige Regionalliga kostete:

die 0:1-Heimniederlage gegen Worms

Peinlichkeit08

Die Begleitumstände der 0:1-Niederlage gegen Wormatia Worms sind nicht minder tragischer Natur als diejenigen, welche den Abstieg im Vorjahr begleiteten. Vor dem 33. Spieltag lag nämlich alles noch alleine in der Hand des 1. FC Saarbrücken, welcher auf Rang 3 bei Punktgleichheit mit Kaiserslautern II und Worms eigentlich recht gute Karten im Kampf und die Top 4 hatte. Diese Platzierung zu erreichen war mehr als notwendig, denn es stand vieles auf dem Spiel: zunächst die Ehre, denn seit einem Jahr war man nicht mehr die sportliche "Nummer Eins" im Saarland, dann aber auch die Qualifikation für die Regionalliga um wenigstens die Chance zu wahren, mittelfristig wieder in höhere Gefilde vorzudringen. Ein weiteres Jahr Oberliga und das als Fünftligist würde diese Planungen weit zurückwerfen, nicht weil man zuletzt viel Geld in den Kader, das bereits gegangene Duo Loos/Krüger und den jungen Aufsteiger Kaminski gesteckt hatte.

Dieser hatte beim letzten Heimspiel vor dem faktischen Endspiel gegen die Wormatia mit dem Abgang von Pascal Formann schon im Vorfeld für Spannungen gesorgt. Mal wurde seine Maßnahme als richtig betrachtet, mal als komplett falsch und am Ende teilten sich Vortribüne, die als Initiator einer Kampagne gegen Formann stigmatisiert wurde und Kaminski selbst, der sein Torhüterproblem denkbar unelegant gelöst hatte, die Schuld an den denkbar schlechten Voraussetzungen für den 24. Mai 2008. Die Vortribüne wurde mit Fans aus D-Block und F-Block aufgefüllt, was eher zum blinden Aktionismus des damaligen Fanbeauftragten Günter Gerhard verkam und Alfred Kaminski sollte seine Mannschaft schon nach Spielende komplett aufgeben. Ob er sich schon vor dem Spiel in Verhandlungen mit der SV Elversberg befand werden wir nie erfahren.

Das Spiel an sich verlief denkbar unspektakulär: nach einem unnötigen Gegentor nach einer Ecke lief der FCS fast über die gesamte Spielzeit hilf- und planlos einem Rückstand hinterher und noch bevor Alfred Kaminski in der Presse seine Mannschaft aufgeben und die Schuld beim Vorgänger suchen sollte, lieferten die Mannen in blau-schwarz eine Vorstellung ab, die der 105-jährigen Vereinsgeschichte geradezu unwürdig erschienen. Der Sieg am letzten Spieltag über Hasborn nutzte da herzlich wenig.

Die Situation von damals wirkt heute umso unglaublicher, muss man erkennen, dass trotz der Fünftklassigkeit der 1. FC Saarbrücken quicklebendig ist und nun von dort wieder nach oben strebt, mit einer tadellosen Leistung im zweiten Halbjahr 2008, während Worms in der Regionalliga bereits mit dem Abstieg kämpft. Diese eine von gerade einmal zwei Niederlagen für den FCS in diesem Jahr brachte den vorläufigen Tiefpunkt, der eigentlich nur das abschloss, was nach einem 0:4 gegen Offenbach im Jahre 2006 begann.

Was nun kommt, kann kein Mensch sagen. Arbeitet der FCS jedoch weiter konsequent, mit Charakterköpfen und Jungtalenten unter Führung von Dieter Ferner, so kann man davon ausgehen, dass die größte Peinlichkeit im Jahre 2008 bis auf weiteres auch der Tiefpunkt der Vereinsgeschichte bleiben wird und der FCS nun wieder den Wind in seinem Rücken hat. Und wenn was schiefgeht: wir sind darauf vorbereitet.

Montag, Juni 23, 2008

Fazit 2007/2008

Wie der Schnauzer zu Dieter Ferner gehört das Saisonfazit untrennbar zum Inventar des FCSBlogs. Auch in diesem Jahr werden wieder alle bekannten Kategorien durchleuchtet und der endgültige Schlussstrich unter die erste (und vorerst letzte) Saison in der Viertklassigkeit gezogen.

1. Punktspiele:

Direkt zu Beginn der Saison setzte man Ausrufezeichen und erzielte drei Kantersiege (7:0, 5:0, 6:1) und unterstrich den Anspruch auf einen Aufstiegsplatz. Einen folgenschweren Knick erlitt der FCS nach den eher enttäuschenden Auftritten gegen die Erzrivalen Homburg und Trier mit folgender Niederlage in Mainz. Bis Ende der Hinrunde stabilisierte man sich und blieb fünf Punkte vor einem Nichtaufstiegsplatz. In der Rückrunde holte man zwar insgesamt drei Punkte mehr als in der Hinrunde und gewann auch gegen Trier und Mainz, konnte aber nicht mit der Aufholjagd des FCK II mithalten. Mit einer Heimniederlage gegen den direkten Konkurrenten Worms war der Nichtaufstieg (= Fünftklassigkeit) so gut wie besegelt.

2. Trainer Nr. 1:

Michael Krüger wurde zu Beginn seines Engagements als erfahrener Fachmann anerkannt, obgleich seine enge Bindung an Manager Wolfgang Loos kritisch beäugt wurde. Deshalb wurde ihm Beeinflussbarkeit vorgeworfen. Nach einer eher dürftigen Vorbereitung schien er aber die Mannschaft perfekt aufgestellt zu haben, sodass unter ihm eine überwiegend junge Mannschaft blühte. Gegenüber der Presse blieb Michael Krüger meistens ruhig, was vom Saarbrücker Umfeld ab der Schwächephase Ende 2007 mit Unkenrufen quittiert wurde. Zudem sagte man ihm nach, systematisch eine Zweiklassengesellschaft innerhalb der Mannschaft zu etablieren, was im Abgang von Tim Schwartz gipfelte. Kurz nachdem Wolfgang Loos von seinen Aufgaben entbunden wurde, ging Krüger in den Sudan.



3. Manager:

An Wolfgang Loos wurden wohl seinerzeit die höchsten Erwartungen gestellt. Anders als der ruhige Krüger war Loos von Beginn seiner Tätigkeit in der Presse präsent und Sprechrohr der sportlichen Entscheidungen des FCS. Dies erhöhte auch die Kritik auf seine Person, da er mit Luft, Jülich, Schug und Özgün Spieler verpflichtete, für die man vielerorts keinerlei Bedarf sah und die sich auch in den Testspielen nicht empfehlen konnten. Vor allem bei Luft und Jülich gab es den Verdacht einer "Niedersachsen-Connection".
Als Loos in der Zeit des offenkundigen Leistungsabfalls der Mannschaft eher beschwichtigen wollte, als die Mannschaft mahnend zu kritisieren, entzog ihm der Vorstand auch öffentlich das Vertrauen. Nach dem Eklat um Tim Schwartz wurde klar, dass das Verhältnis zwischen Manager und Vorstand zerrüttet war und die Vorstellungen beider keine Schnittmenge mehr bildeten. Der polarisierende Loos musste gehen.

4. Trainer Nr. 2:

Alfred Kaminski war bei seiner Verpflichtung allen noch bestens als Co-Trainer unter Henke und Trainer der Reserve in Erinnerungen. Seine unkonventionellen Trainingsmethoden ordneten ihn in die Ecke der Motivationskünstler und Jungtrainer mit Erfolgshunger. Nach einigen Ausrutschern wurde er dieser Rolle gerecht und erzielte Siege gegen die bis dahin fast Unschlagbaren Trier und Mainz II.
Sein folgenschwerster Fehler war die psychologisch kontraproduktive Verteidigungsrede für Pascal Formann, welche seinem Torwart das Vertrauen nur noch mehr entzog und die Fans verärgerte. Ein endgültiges Armutszeugnis stellte sich Kaminski aus, indem er bei theoretischer Minimalchance auf den Aufstieg diesen schon vor dem letzten Spieltag abhakte und seinem Vorgänger die Schuld an der Misere gab.

5. Vorstand:

Mit zwei Neubesetzungen im Präsidium und einem ehemaligen Spieler im Aufsichtsrat gab es vor der Saison einige Änderungen im Vorstand. Horst Hinschberger war dabei zu Beginn seiner Arbeit "fachfremd", versuchte dies aber mit einem offensiven Engagement auszugleichen. Die Sympathien im FCS-Umfeld erarbeitete er sich nicht zuletzt durch seine stete Präsenz bei Spielen und in den Medien, sowie der "Liebe kennt keine Liga"-Kampagne. Für Kritik sorgte die parteiliche Nähe zu Vorgänger Ostermann und die mitunter übertriebenen Aussagen vor Presse, Funk und Fernsehen ("Leuchtturm des Saarfußballs"), die nach den ersten Misserfolgen mit Hohn und Spott quittiert wurden. Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit holte der FCS unter Hinschberger/Ebertz Verlorenes auf und zeigte sich hier fanfreundlicher, jedoch zeigte man sich auf sportlicher Ebene noch recht unerfahren, was sich auch im Personalkarussell im Winter manifestierte. Wenn Hinschberger und Ebertz in der nächsten Saison ihre Chance bekommen, sollten sie daraus lernen.

6. Die Mannschaft:

Im Gegensatz zu den letzten beiden Spielzeiten setzte sich 2007/2008 ein festes Mannschaftsgefüge zusammen, welches maßgeblichen Anteil an einer starken Saison trug. Die Symbiose aus Jung und Alt funktionierte in der Hinrunde perfekt: Führungsspieler wie Jülich oder Haffner harmonierten auf den Platz mit Spielern wie Mike Frantz. Das Spiel über die Flügel florierte, nur wurde nach einigen Spielen schon klar, dass ein klassischer "Zehner" fehlte. Als die Euphorie der ersten Spiele abflachte, musste man in der Taktik variieren, was nicht immer gelang. In allen Mannschaftsteilen wechselten Licht und Schatten, wobei am Ende das Licht überwog.



7. Neuzugänge:

Von den nominellen Neuzugängen konnten nur wenige überzeugen. Schug bekam fast keine Chancen, obwohl er gute Ansätze zeigte, und war oft verletzt. Özgün, Wollscheid und Luft kamen nur selten zu Einsätzen und setzten nicht viele Glanzpunkte. Wechselhaft waren die Auftritte vom jungen Rouven Wiesner, der als Defensivspieler oft torgefährlich agierte, jedoch nicht immer stabilisierte. Ebenso wechselhaft, meistens aber unauffällig waren die Leistungen von Torsten Jülich. Nie unumstritten war hingegen Pascal Formann, der erst sehr spät den Platz im Tor verlor. Florian Hornig erzielte zwar einige Tore, ließ die sogenannten "Big Points" aber aus und wird den Verein nach nur einem halben Jahr wohl wieder verlassen.
Die "unechten" Neuzugänge aus dem Jugend- oder Reservebereich spielten fast allesamt engagierter als die "Hinzugekauften", was Spieler wie Brückerhoff, Stelletta oder Dekoun zu echten Gewinnen machte.

8. Die Pokalsaison:

Wie im Vorjahr war schon das erste Spiel im Saarlandpokal Endstation für den FCS. In Mettlach verlor man knapp nach unterirdischer Leistung mit 0:1. Ironischerweise gelang der Verbandsligamannschaft des FCS Wochen zuvor im Stadion am Schwimmbad ein überzeugender 3:1-Auswärtssieg unter der Federführung von Mike Brückerhoff.

9. Fans:

Der Ära der beiden Fanblöcke stand mit der Oberliga eine Bewährungsprobe bevor. Trotz aller Befürchtungen unterschieden sich Stimmung und Zuschauerschnitt nicht großartig im Vergleich zur Vorsaison. Eher war nach dem 10.000-Zuschauer-Spiel in Neunkirchen eine Euphoriewelle Grund für die neue "Liebe" zum Verein. Erst nach sportlicher Ernüchterung und einigen (zu erwartenden) Auseinandersetzungen bei Derbyspielen kam die Diskussion über die Spaltung der Fanszene, die nach wie vor nicht zu enden scheint, wieder auf.



Bei Auswärtsspielen setzte sich das altbekannte Bild der letzten Jahre fort: nur bei großen Gegnern gab es die entsprechend große Masse an FCS-Fans. Aufgrund kürzerer Entfernungen und kleinerer Heimanhänge fiel dies jedoch nicht zu sehr ins Gewicht. Bei Auswärtsspielen waren es zumeist Virage Est und andere Allesfahrer, die den Verein unterstützten. Das Polizeiaufkommen bei FCS-Spielen blieb hoch, was bei einigen Spielen zu erwarten (Homburg, Trier), bei anderen unverständlich (Hauenstein, Wirges, Engers...) war. Die Diskussion über gewaltätige Fans sollte vor allem nach dem Heimspiel gegen Homburg wieder aufkommen und die Berichterstattung bestimmen. Eine neue Dimension erhielt diese Diskussion nachdem seitens einiger Fans auch psychischer Druck auf Torwart Pascal Formann ausgeübt wurde: zu Saisonende wurde wieder einmal den Fans maßgebliche Schuld am Abstieg gegeben.
Abzuwarten bleibt, ob die Gegebenheiten der beiden Fanblocks bei Zuschauerschwund in der Fünftklassigkeiten in dieser Form aufrecht erhalten bleiben.

10. Mein persönliches Fazit:

Diese Saison ist persönlich viel schwieriger zu bewerten als die vorherige Spielzeit, da im Grunde die Ergebnisse das triste Vorjahr oftmals weit übertrafen, am Ende jedoch das Verpassen des Saisonziels de facto einen weiteren Abstieg bedeutet. Einigen tristen Heimspielen gegen Dorfclubs stehen Duelle vor zweitligareifer Kulisse in Trier oder Neunkirchen gegenüber. Am Ende fühlt man sich ob weiterer Enttäuschungen trotz einer jungen, vielversprechenden Mannschaft erneut geprellt: ein geordneter Neuaufbau schließt es eigentlich aus, dass alte Fehler wiederholt werden. Die Verpflichtung des Victors-nahen Kaminski war damit ein Schritt zurück, der am Ende vielleicht auch die Qualifikation zur Regionalliga kostete. Auch wurde bei allen Neuerungen im Bereich Fanservice oder dem Generationenwechsel in der Fanbetreuung immer noch keine Konstanz auf sportlicher und organisatorischer Ebene entwickelt.

Im Grunde ist man keinen Schritt weiter als vor einem Jahr, außer dass man noch einmal gesehen hat, dass in Saarbrücken das Potenzial, die Massen zu begeistern durchaus vorhanden ist. Auch ohne einen FC Saar.

Fotos: 1,2 Saarkicker.de, 3 fcsblog.de

Samstag, Mai 31, 2008

Eigentlich...

...könnte ich mich an dieser Stelle lange über den (quasi) dritten Abstieg in Folge, den FC Saar, die Arroganz des Vereins oder andere Themen auslassen. Ich bin derzeit jedoch noch etwas sprachlos und eigentlich würde ich mich damit nur wiederholen. Deshalb habe ich folgende Collage zusammengestellt, die heute noch Aktualität besitzt:

"Ihr habt auf ganzer Linie versagt!(Und das ist nur die objektive Sicht der Dinge)

Natürlich muss ich jetzt auch sagen, wen ich damit ansprechen will.
Gemeint ist erst einmal die Mannschaft, welche für die sportliche Talfahrt verantwortlich ist. Wem die Cleverness fehlt, um selbst gegen Abstiegskandidaten zu gewinnen, kann nicht ersthaft Aufstiegsambitionen hegen."

aus "Ihr seid ein Haufen von Versagern!" (Oktober 2006)


"Im Moment bewegt sich der FCS mit großen Schritten in die Ostermann-Vergangenheit zurück: Unruhe, Chaos, Misstrauen. Wird dieser Kurs nun beibehalten und all das vergessen, was man für eine kurze Zeit in diesem Sommer, diesem hoffnungsvollen Sommer, im Blick hatte, steht der FCS chancenlos vor dem Fall in den Abgrund der Fünftklassigkeit."

aus "Chancenlo(o)s" (Dezember 2007)

"Das Werfen von Bengalos auf einen Fußballplatz hat mit Fankultur und einem geordneten Protest gegen die Vereinsführung nichts gemeinsam. Wirksamer Protest hat sich bisher selten bis nie durch Gewalt und Sachbeschädigung ausgezeichnet.

(...)

Bevor mit solchen Aktionen Fankultur ad absurdum geführt wird und jeder Fan seine Glaubwürdigkeit verliert, müssen wir uns alle in Zukunft überlegen, welchen Weg wir konsequent einschlagen. Ich persönlich halte nur friedliche und durchdachte Protestaktionen für angebracht und wirksam.

Wer sich lieber zu unreflektierten Pauschalisierungen (...) hinreißen lässt, anstatt sich mal ernsthaft Gedanken über die Zukunft des FCS zu machen, schadet damit dem Verein genauso wie Leute, die Feuerwerkskörper auf den Platz werfen!"

aus "Die Bengalo-Aktion" (April 2007)

"Was wir so gerne als Neuanfang gesehen hätten, entpuppt sich als Etikettenschwindel. Vermeintliche Heilsbringer machten vermeidbare Fehler und mussten den Hut nehmen, das Präsidium agiert in manchen Fällen noch zu unerfahren, der Einfluss von Spielerberatern und Sponsoren ist weiterhin ein aktuelles Thema und nun sollen die es richten, die schon einmal hier waren."

aus "Verfälschter Neuanfang im Neuanfang" (Januar 2008)

"Als ließe sich das langsame Verschwinden des Saarlandes von der Fußballlandkarte nicht mehr anders aufhalten, wird der Begriff "FC Saar" von einigen Leuten schon seit Jahren wie ein Mantra als einzige Lösung dieses Problems präsentiert.

(...)

Man kreiert einen Verein, der eine Melange aus dem Besten aller saarländischen Vereine mit überregionaller Relevanz sein soll und vernichtet nebenbei einige Traditionsvereine, an die man sich (vielleicht) im Bundesgebiet doch gerne erinnert. Ein "FC Saar" könnte das ihm attestierte, hohe Zuschauerpotenzial nie nutzen, da sich niemand mehr mit einem Retortenverein identifizieren könnte. Zu groß ist auch der Graben zwischen den verschiedenen saarländischen Vereinen."

aus "FC Saar? Nein danke!" (Februar 2008)

"Dieses Mal ist der FCS an Überheblichkeit und Unprofessionalität gescheitert. Wenn man gestandene Profis verpflichtet, sollte man diese auch wie Profis und nicht wie Feierabendkicker trainieren lassen. Wir Fans können uns doppelt verschaukelt fühlen: zum einen erleben wir die schwersten Stunden des FCS, zum anderen werden wir als "treue Seelen" des Vereins weiterhin als Mitschuldige am Abstieg gesehen, während die Verantwortung für den jahrelangen Abstieg nun sehr zögerlich von den Hauptschuldigen übernommen wird."

aus "Fazit 2006/2007" (Juni 2007)

Samstag, Februar 16, 2008

2 Jahre FCSBlog

Anstelle eines außerordentlich langen und umfassenden Rückblicks auf das verflixte zweite Jahr im FCSBlog gibt es heute das FCSBlog einmal in Zahlen:

11811 Besucher
469 Minuten Einsatzzeit für Sven Lintjens
264 Beiträge
226 Kommentare
111 Tore
96 Gegentore
31 Erlebnisberichte
24 Besucher, die nach "Manuel Rasp" googelten
16 Folgen "Geschwätz üwwer de Eff-Zeh"
8 Besucher, die nach "Guido Nickolay" googelten
6 Offene Briefe
5 Trainer (Bommer, Phlippe, Henke, Krüger, Kaminski)
5 Gedichte zum FCS
4 Besucher, die nach "Frank Falkenauer" googelten
4 Interviews, die halbwegs glückten
2 Abstiege
2 Präsidenten (Ostermann, Hinschberger)
1 Gastbeitrag
1 Testspiel gegen Bayern München
1 Rauswurf als Moderator im Offiziellen Internetforum des FCS
1 Beitrag über Thomas Winklhofer

Unterm Strich waren das also zwei mehr als interessante, anstrengende, aber auch unterhaltsame Jahre, die auf ihre Fortsetzung warten.
Grüße gehen an alle Mitleser, moralischen Unterstützer, konstruktiven Kritiker und natürlich an die Leidensgenossen in meinen Leistungskursen.

Donnerstag, Januar 10, 2008

Verfälschter Neuanfang im Neuanfang

Was über die letzten Tage mehr wie ein absurdes Gerücht klang, dann aber von Michael Krüger nur halbherzig dementiert wurde, hat sich heute nun bestätigt:

Krüger wird den FCS in Richtung Sudan verlassen und das Traineramt bei Al-Merrikh übernehmen.

'q11' von Carsten_FCS
Foto: saarkicker.de

Damit fühlen sich ersteinmal viele Fans vor den Kopf gestoßen. Zurecht?

Blickt man auf den propagierten Neuaufbau im Sommer 2007 zurück, so muss man feststellen, dass hier bereits neues Konfliktpotenzial geschaffen wurde. Ebertz und Hinschberger müssen sich dessen bewusst gewesen sein, da Krüger und Loos schon vorher als eng zusammenarbeitendes Duo bekannt waren. Dass dieses Duo irgendwann mit den festgefahrenen Saarbrücker Strukturen aneinandergeraten würde, war absehbar.

Auch wenn Loos und Krüger von Beginn an als Heilsbringer der gerade eingeläuteten "Liebe kennt keine Liga!"-Ära galten, blieb ihr Handeln nicht frei von Fehlern. Die Einkaufspolitik stand ständig in der Kritik, das unverständliche Rotationsprinzip Krügers brachte Unfrieden in die Mannschaft und Loos reagierte auf alarmierende Misserfolge in der Presse zu locker, als wäre der Kampf um den Aufstieg für den FCS bedeutungslos. Damit handelten sich Krüger und Loos nicht zuletzt auch die Kritik des Präsidiums ein, welche leicht blauäugig über die Presse vorgetragen wurde.

Dieser neue Unfrieden im Verein ging zu Lasten der sportlichen Leistung und verlief parallel mit dem Einbruch der Mannschaft in der Liga. Irgendwann zog Horst Hinschberger seine Konsequenzen und trennte sich von Manager Loos. Diese Handlung stieß auf unterschiedliche Meinungen, war aber auch das erste Zeichen dafür, dass auch Krüger nicht mehr lange FCS-Trainer sein wird. Wurde Krüger noch lange als "kompetentester Mann im Verein" beworben und die Annäherung zwischen Präsidium und Paul Linz scharf kritisiert, sorgten zunehmende Gerüchte für den Schwund von Krügers Popularität. Als sein Wechsel in den Sudan bekannt wurde, hatte er sich angesichts mehrfacher Dementis im Vorfeld für viele Fans endgültig als "charakterlos" offenbart. Unrecht hatten diese wohl nicht.

Sein Nachfolger ist nun Alfred Kaminski. Kaminski war Co-Trainer unter dem erfolglosen Michael Henke und damit auch mitverantwortlich für den schlechten Fitnesszustand der damaligen Mannschaft. Als Trainer der Oberliga-Reserve in der Rückrunde 2006/2007 erzielte er Achtungserfolge, welche man jedoch nicht überbewerten sollte, da damals bereits ein Großteil der Mannschaft aus den Spielern bestand, die heute in der ersten Mannschaft spielen. Kritisch wird auch das Verhältnis von Kaminski zum Hauptsponsor Victor's betrachtet, für welche er nach dem Abstieg aus der Regionalliga tätig wurde.

Was wir so gerne als Neuanfang gesehen hätten, entpuppt sich als Etikettenschwindel. Vermeintliche Heilsbringer machten vermeidbare Fehler und mussten den Hut nehmen, das Präsidium agiert in manchen Fällen noch zu unerfahren, der Einfluss von Spielerberatern und Sponsoren ist weiterhin ein aktuelles Thema und nun sollen die es richten, die schon einmal hier waren. Man kann nur hoffen, dass sich der FCS unter Kaminski noch zum Aufstieg rettet. Sonst war der verfälschte Neuanfang im Neuanfang das Geld nicht wert, für das man die ganzen "Liebe kennt keine Liga!"-Flyer drucken ließ.

Links zum Thema:

- Krüger nicht mehr FCS-Chefcoach (sr-online.de)
- offizielle Mitteilung auf der FCS-HP
- Kaminski folgt auf Krüger (sr-online.de)

Sonntag, Dezember 30, 2007

Geschwätz üwwer de Eff-Zeh Folge 16: Jahresrückblick


Link: sevenload.com

18 Minuten geballter FCSBlog in Videoform beenden an dieser Stelle das Blogjahr mit dem 141. Beitrag. Wir bedanken uns bei allen Lesern und Zuschauern und wünschen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Mittwoch, Dezember 26, 2007

Die größte Peinlichkeit 07

...steht nun fest! Und wer hat auch nur eine Sekunde daran gezweifelt, dass sich bei unseren Lesern nicht der absolute Titelanwärter durchsetzen würde? Der Tiefpunkt des Jahres 2007 lautet:

Der Abstieg in die Oberliga


'peinlichkeit' von Carsten_FCS

Als sich der 1. FC Saarbrücken mit einem 2:0-Heimsieg gegen Eintrach Braunschweig von der Bühne des Profifußballs verabschiedete, war die Saarbrücker Fanseele zwar gekränkt, aber keinesfalls von Resignationsgedanken befallen. Obwohl das Beispiel von Eintracht Trier von vielen Seiten als mahnendes Beispiel genannt wurde, waren alle Weichen Richtung Aufstieg gestellt und selbst T-Shirts mit dem Aufdruck "Regionalliga-Tour 06/07" kursierten vor Saisonbeginn in der Fanszene. Als Trainer hatte man mit Michael Henke einen Mann verpflichtet, der schon von Beginn einen schweren Stand hatte, nicht zuletzt aufgrund der Tätigkeit bei Bayern München oder in Kaiserslautern. Dieser hatte einen Kader zur Verfügung, welcher wohl auch einem Zweitligisten gut zu Gesicht gestanden hätte: Leistungsträger wie Jäger, Hadji oder Halet hielten dem Verein die Treue und wurden durch vielversprechende Neuzugänge wie Lintjens, Saglik und Reuter ergänzt.

Nach einem Auswärtssieg in Ingolstadt kehrte schlagartig Ernüchterung ein, da man gegen Darmstadt zum Heimspielauftakt eine 0:1-Niederlage gegen Darmstadt kassierte. Schnell wurde Kritik an Henkes defensiver Aufstellung laut. Zudem entpuppen sich die Assistenztrainer Kaminski und Rauscher als Konditionskiller, welche keinen unerheblichen Anteil daran hatten, dass zumeist nach 70 Minuten die Luft raus aus dem Saarbrücker Spiel war. War man zu Saisonbeginn noch der Meinung, einen Aufsteiger vor sich zu haben, wurden zumindest in Fankreisen die Erwartungen stetig nach unten korrigiert, während das Präsidium noch im Frühjahr 2007 die Devise "Platz 3" ausgab.

Zu diesem Zeitpunkt war der Trainer bereits jemand anders: Didier Philippe, der schon als Trainer der Oberligamannschaft nicht unumstritten war, wurde befördert und sollte bis zu Saisonende die Geschicke der ersten Mannschaft leiten. Dabei wurde er zu der Person, die den bereits angeschlagenen Traditionsverein noch bis auf den ersten Abstiegsplatz herunterwirtschaften sollte.
Besondere Tragisch sind die folgenden Fakten:

- Erst am 34. Spieltag rutschte der FCS zum ersten Mal in der Saison auf einen Abstiegsplatz.
- Als einzige Mannschaft stieg man mit einem positiven Torverhältnis ab.
- Mit Jonathan Jäger (17 Treffer) stellte man zudem einen der beiden Torschützenkönige der Regionalliga Süd.
- Der FCS stieg als viertbeste Heimmannschaft ab.
- Der Abstieg beförderte den FCS zum ersten Mal in 104 Jahren Vereinsgeschichte in die Viertklassigkeit.

Dabei ist der Abstieg keinesfalls ein Zufallsprodukt oder das Ergebnis einer Verkettung unglücklicher Umstände. Bis zum letzten Auswärtsspiel in Stuttgart hatte der FCS selbst alle Fäden in der Hand, um den kompletten Absturz zu verhindern. Verhindert wurde der Klassenerhalt von anderen Faktoren.

Leistungsträger wie Hadji, Gebhardt oder Haffner erwiesen sich gegen jüngere, agilere Gegenspieler als Rohrkrepierer, die vielleicht einige Male den Willen, aber keine ausreichende Leistung zeigten. Ihnen wurde auch die fehlende Ausdauer der Anfangszeit zum Handicap. Junge Spieler wie Marc Birkenbach oder Victor Samb wurden als neue Hoffnungsträger gefeiert, ohne ihnen die nötige Spielpraxis zugestanden zu haben. Beide verließen den Verein aufgrund von verschiedenen Versäumnissen des Vereins und internen Konflikten. Jäger und Saglik sahen sich dem Vorwurf ausgesetzt, in den entscheidenden Momenten keinen "Killerinstinkt" zu besitzen und Kapitän Nehrbauer war mehr Sympathie- denn Leistungsträger.
Am Ende des Abstiegs stand auch der Abgang von Hartmut Ostermann und Klaus Meiser, welche diese Konsequenzen ziehen mussten, da sie zu lange die Möglichkeit des Abstiegs verkannt hatten.

Zusammen ergab alles das Bild eines einstigen Bundesligisten, der in die Tragödie schlidderte, um dort einen Neubeginn zu versuchen. Doch zu welchem Preis?

Samstag, Juni 09, 2007

Fazit 2006/2007

Wie schon vor rund einem Jahr, wage ich hier im FCSBlog ein abschließendes Saisonfazit zu ziehen und die wichtigstens Stationen einer verkorksten Saison Revue passieren zu lassen.

1. Punktspiele:

Nach dem ersten Spiel beim Aufsteiger aus Ingolstadt zeigte man, wohin man eigentlich wollte: nach oben. Der zweite Tabellenplatz war dabei die höchste Platzierung, die der FCS in dieser Saison erreichen sollte. Peinliche Auftritte gegen Darmstadt und Siegen, sowie die Schwäche auf fremden Plätzen zeigten schnell das wahre Gesicht des Henketeams. Eine Serie von sechs Spielen ohne Sieg besiegelte dann das Schicksal des Hitzfeldadjutanten, welcher fortan nur noch Sportdirektor genannt werden durfte. Unter dem ehemaligen Amateurtrainer Philippe zeigten sich zwar zwischenzeitliche Hochs, jedoch war mit Jahresbeginn 2007 der Abwärtstrend deutlich spürbar. Unter Henke sammelte der FCS in 13 Spielen 15 Punkte, unter Philippe waren es in 21 Spielen 27 Punkte. Ironie des Saisonverlaufs: erst am letzten Spieltag rutschte man zum ersten Mal auf einen Abstiegsplatz.

2. Trainer Nr. 1:

Michael Henke als Trainer und Sportdirektor zugleich zu verpflichten, konnte man von Anfang an als gewagt bezeichnen. Schließlich hatte dieser zuvor beim Erzrivalen aus Rheinland-Pfalz gearbeitet und schon dort den Grundstein für den Abstieg einer Mannschaft gelegt. Sein Trainerstab mit Kaminski und Rauscher machte zu Beginn einen kompetenten Eindruck, wobei nach wenigen Spieltagen das lasche Konditionstraining sich auf die Leistung der Spieler niederschlug. Nach einem Disput mit Hadji musste Rauscher gehen. Henkes Hilflosigkeit in den Medien, die Mahouvé-Vertragsverlängerung und utopische Namen als mögliche Neuzugänge (Bobic, Elber) brachten Henke nur noch mehr Unverständnis entgegen. Bei der Halbierung von Henkes Aufgabengebiet wurden die Fans als Sündenböcke für die schlechten Leistungen der Mannschaft dargestellt.

'(vmerzig)henke' von Carsten_FCS

3. Trainer Nr. 2:

Nachfolger wurde Didier Philippe, der schon die letzten beiden Spieltage der Saison 05/06 als Trainer auf der FCS-Bank saß. Die Wahl fiel auf den in der Regionalliga unerfahrenen Philippe, da man sich von ihm erhoffte, die französischen Spieler besser in die Mannschaft einbinden zu können. Auch wenn die Entdeckung von Victor Samb und das überragende 6:0-Torefestival gegen Ingolstadt in die Ära Philippe fielen, musste er schon für das Ausscheiden im Saarlandpokal gegen Verbandsligist Gresaubach viel Kritik einstecken. Man warf ihm Überheblichkeit bei der Aufstellung der Mannschaft vor. Mit der Zeit und den vielen Auswärtspleiten kam man unverweigerlich zur Überzeugung, dass Philippe im Abstiegskampf die nötige Erfahrung und Ruhe fehlte. Der Umgang mit den Medien gestaltete sich für Philippe noch schwieriger als für Henke, sodass er den Ruf eines "Phrasendreschers" erlangte. Die nichtvorhandene Ausdauer der Mannschaft wurde auch für Philippe zum Stolperstein in der Regionalliga.

4. Sportdirektor:

Die Position des Sportdirektors begleitete zu Beginn der Saison Trainer Henke. Dieses idealtypische Bild des Teammanagers mit allen Fäden in der eigenen Hand bekam erste Kratzer, als Namen wie Bobic oder Elber durch den Ludwigspark geisterten und am Ende ledeglich Mahir Saglik heraussprang. Ein zweiter, kopfballstarker Stürmer, welcher lange gesucht wurde, blieb dem FCS verwehrt.
Nach Henkes Entmachtung als Trainer blieb er dem FCS weiterhin als Sportdirektor erhalten, wobei nun die monatelange Suche nach einem Aufgabengebiet für ihn entstand, welche mit Henkes Wechsel nach München endete. Viele fragen sich bis heute, ob er je ein wirkliches Aufgabengebiet hatte. Die Position des Sportdirektors wurde von nun an kommissarisch von Ostermann und Philippe begleitet.

5. Manager:

Wolfgang Loos kam als Manager nach Saarbrücken zu einem Zeitpunk, an dem das Thema "Oberliga" zwar allgegenwärtig war, jedoch nicht ernst genommen wurde. In seiner bisher kurzen Amtszeit hatte er zwar noch nicht viele Gelegenheiten sein Können zu demonstrieren, jedoch zeigte er Medienkompetenz und vermittelte stets einen fachkundigen Eindruck, was man in Saarbrücken nicht alle Tage sieht. Seine ständige Präsenz und sein Wille, in Saarbrücken Aufbauarbeit zu leisten, gibt Hoffnung für die Zukunft, stellt allerdings auch hohe Erwartungen an Loos.

6. Vorstand:

Auch nach dieser Spielzeit kann man eigentlich nichts Positives zum Vorstand vermelden. Der erste Fehler, die Verpflichtung Henkes, wurde zwar behoben, jedoch setzte man den Kurs mit vielen Unstimmigkeiten fort. Das Experiment, Philippe als Cheftrainer zu etablieren, konnte man spätestens nach der peinlichen Niederlage in Pirmasens als gescheitert ansehen. Während das Präsidium weiterhin frohen Mutes agierte, erhob der Aufsichtsrat nie mahnend den Zeigefinger. Der FCS wurde somit in die Katastrophe gesteuert, in welcher die Verantwortlichen noch die Saison mit den Ergebnissen der Damen- und Jugendmannschaften beschönigen wollten. Davon ließ sich niemand mehr blenden und so stellten Meiser und Ostermann ihre Ämter zur Verfügung. Wie es hier weitergeht, wird die nächste Mitgliederversammlung zeigen.

7. Die Mannschaft Spieler:

Mike Frantz formulierte nach dem Abstieg gegenüber dem SR treffend, dass die Spieler nie eine Mannschaft bildeten. Neben mangelnder Ausdauer müssen sich die Spieler also auch eine Einstellung vorwerfen, welche nicht dem Charakter eines Fußballprofis entsprach. Herausragende Akteure wie Jäger, Saglik oder Hadji konnten dies nicht ausgleichen. Thorsten Nehrbauer schaffte es nicht, die Mannschaft zumindest auf dem Platz zu einer Einheit zusammenzuführen, sodass Worte wie "Grüppchenbildung" oder "French connection" auch 2007 nicht aus dem Vokabular der FCS-Fans verschwanden. Viel zu spät/selten gab man Talenten wie Frantz, Schwartz, Impis oder Hajdarovic eine Chance.

8. Neuzugänge:

Ledeglich Mahir Saglik lässt sich (mit Abstrichen) als "Volltreffer" unter den Neuzugängen bezeichnen, da er mit 15 Toren für Furore sorgte. Marco Gebhardt lieferte zwar viele Flanken, hatte dafür aber Defizite im Bereich der Schnelligkeit und Ausdauer, wie Charles Haffner, welcher auch für die linke Seite verpflichtet wurde. Torsten Reuter und Sven Lintjens wurde zum Verhängnis, dass sie nicht in das System passten. Nachdem die taktische Variante mit Nehrbauer und Reuter als Staubsauger vor der Abwehr als zu defensiv empfunden wurde, musste der einstige Held gegen Trier weichen. Lintjens durfte nicht auf seiner Lieblingsposition, der des Spielmachers, ran, da dort Hadji gesetzt war. Dies schlug sich in schlechten Leistungen und mentalen Problemen nieder. Mansour Assoumani sah Licht und Schatten, während man Guillaume Deschamps praktisch NIE sah. Enver Marina leistete sich zwar in Stuttgart einen Patzer, spielte aber ansonsten eine solide Saison und wurde gar zum Pokalhelden gegen Mainz.

'(vmerzig)reuter' von Carsten_FCS

9. Fans:

Mit der bekannten Blockteilung in Virage Est und D-Block startete man auch in die Regionalliga, wobei zwischenzeitlich die Besucherzahlen der Virage Est (wie die des gesamten Stadions) wieder sanken. War man zunächst mit großen Erwartungen ("Die Liga zu Gast beim Meister") in die Saison gestartet, verfinsterten sich die Mienen der FCSler zunehmend. Bilder des Protests waren in dieser Saison keine Seltenheit. Selbst wenn die Masse des Protests nach dem Rostockspiel 2005 nicht aufrecht erhalten wurde, blieb die Vorstandskritik auf dem Banner der Virage Est präsent und, zumindest in den Internetforen, meist fundiert.
Nach Henkes halbem Abgang und der unnötigen Bengaloaktion beim Spiel gegen die Stuttgarter Kickers rückten die Fans immer wieder in den Fokus der Kritik und wurden als wahre Unruhestifter im Umfeld des FCS propagiert. Diese Benachteilung der FCS-Fans seitens der saarländischen Medien ließ jedoch nach und heute kann man sagen, dass uns von einigen Medienvertretern sehr viel Gehör geschenkt wird und sich der Sachverhalt fast komplett gedreht hat.

'fcsstuk 028' von Carsten_FCS

In Sachen Stimmung kam es im Internet immer wieder zur leidigen Diskussion, ob man denn nun nicht die Blocktrennung aufheben sollte oder wie man die akustische Untersützung der Mannschaft fördern könne. Im Stadion blieb der sog. "Hexenkessel" aufgrund der Ligazugehörigkeit und der mauen Ergebnisse dann meist aus. Die V.E. etablierte sich als Alternative zum D-Block. Nach dem Spiel gegen die Stuttgarter Kickers und dem Verschwinden vieler Fans aus dem D-Block konnte man einen höheren Andrang in der V.E. feststellen, auch wenn einige dieser Neuankömmlinge den Gedanken von 90 Minuten geschlossener Unterstütung noch nicht verinnerlicht haben.

10. Mein persönliches Fazit:

Dieses Mal ist der FCS an Überheblichkeit und Unprofessionalität gescheitert. Wenn man gestandene Profis verpflichtet, sollte man diese auch wie Profis und nicht wie Feierabendkicker trainieren lassen. Wir Fans können uns doppelt verschaukelt fühlen: zum einen erleben wir die schwersten Stunden des FCS, zum anderen werden wir als "treue Seelen" des Vereins weiterhin als Mitschuldige am Abstieg gesehen, während die Verantwortung für den jahrelangen Abstieg nun sehr zögerlich von den Hauptschuldigen übernommen wird.
Kurzum war es für mich war es die bisher schlimmste FCS-Saison meines Lebens (auch wenn ich wohl weniger als andere erlebt habe).
Man sollte sich jetzt auf den Neuaufbau konzentrieren und auch wir Fans sollten in dieser Zeit die Chance ergreifen und den Neuaufbau aktiv mitgestalten, u.a. auf der nächsten Mitgliederversammlung. Auch zwei Abstiege in Folge dürfen uns nicht ermutigen!
Wenn nicht jetzt, wann soll dann ein Neuaufbau stattfinden?

Freitag, Februar 16, 2007

Ein Jahr FCSBlog

Heute vor einem Jahr habe ich den Eröffnungsbeitrag hier im FCSBlog geschrieben. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht was mich erwartet. Das Terrain der Blogosphäre war damals Neuland für mich und nur das Ende von blutgraetsche.de war Anlass, dieses Blog zu eröffnen. Nun liegt der Tag der Eröffnung genau ein Jahr zurück und über 100 Beiträge haben sich in dieser Zeit angesammelt. Das ist Grund genug, um mal die vergangene Zeit Revue passieren zu lassen.
Anfangs hatte ich so meine Zweifel, ob überhaupt jemanden die Meinung eines damals 16-Jährigen zum FCS interessieren würde. Durch das erste Feedback, auch durch ältere FCS-Fans, haben sich diese Zweifel dann beseitigt. Nach kurzer Anfangsphase fiel mir dann auch das eigentliche Bloggen leichter. Auch wenn in diese Zeit der vermeidbare und schmerzliche Abstieg des FCS fiel, habe ich mit dem Bloggen durchgehalten. Vielleicht ist auch der Unmut über die FCS-Führung genug Ansporn gewesen, dass ich noch heute meinen Senf über den Verein abgebe. So ganz wird man seiner Mannschaft nie den Rücken kehren können.
Nach dem Abstieg habe ich dann versucht Abwechslung in die Themen zu bringen, was zur FCS-Flopserie und später zu den Videobeiträgen führte, welche im Nachhinein wohl in der Anfangsphase wirklich schlecht waren. Für diese Jugendsünden bekam ich auch einiges an Kritik zu hören. Für diese Kritik, die ich mal im Stadion, mal hier im Blog mitbekam, bin ich sehr dankbar. Ohne Verbesserungsvorschläge würden die Beiträge wohl heute noch aus grottenschlechten Witzen über die Abschlussschwäche des FCS bestehen.
Persönlich hat mir neben "FCSBlog on Tour" das Interview mit Dieter Ferner am meisten Spaß gemacht, wohl gerade deshalb, da es das erste Video mit einem längeren Interview wurde. Für die Zukunft hoffe ich, mal wieder einige Gespräche mit Leuten rund um den Fußball führen zu können. Hoffentlich haben die dann auch die Bereitschaft, mal einige Minuten für das FCSBlog und die Digitalcamera, die mich seit einiger Zeit begleitet, zu opfern.

In letzter Zeit bin ich wieder verstärkt zu den "normalen" Beiträgen übergegangen, wobei hier in letzter Zeit oft die Presse den Gesprächsstoff geliefert hat. Irgendwann sind auch fiktionale Texte Bestandteil des FCSBlogs geworden, wobei diese eher einen geringeren Anteil der Beiträge darstellen.
Und somit sitze ich jetzt hier und mache genau dasselbe wie vor einem Jahr: Bloggen.

Zuletzt will ich noch ein paar Grüße und Danksagungen loswerden:
-Danke an alle Kommentatoren für ihre Meinungen und Anregungen
-Danke an meine Familie, die meinen FCS-Wahn unterstützt
-Danke an alle "Kameramänner" (Helge, Spriddi und Ogge)
-Danke an die Foren auf ludwigspark.de und fc-saarbruecken.de, die mir viele Anregungen liefern und immer interessante Diskussionen liefern
-Danke an die saarländischen Medien
-Grüße an meine "Mitleistungskursler" in Englisch, Deutsch und Politik
-Grüße an alle FCS-Fans

Das war es dann auch fast mit meinem Jubiläumsartikel. Als kleines Extra und als Beweis dafür, wie groß mein Redefluss bzw. meine Blogeinträge manchmal wirklich sein können, gibt es den kompletten Spielbericht zum Testspiel gegen den FCS als "Author's cut" hier als Download.

Bis zum nächsten Beitrag!

Sonntag, Dezember 31, 2006

Gute Vorsätze für 2007

Nach "Ein normales Hallenturnier?" will ich heute noch den richtigen Jahresabschluss veröffentlichen. Denkt trotzdem auch an den anderen Eintrag an Silvester ;-)

Ich habe einige Tage überlegt, was man im letzten Eintrag in das FCSBlog im Jahre 2006 schreiben soll. Noch mehr Kritik am Präsidium, an den Medien, an der Mannschaft? Es wäre warscheinlich alles berechtigt gewesen, aber diese Themen hatten wir schon oft genug. Und wie die Erfahrung lehrt, wird sich auch daran nichts im neuen Jahr ändern.

Ich dachte an Silversterbräuche. Feuerwerk ist an Silvester erlaubt, auch wenn es in deutschen Fußballstadien verboten ist. Trotzdem lässt es sich schlecht in ein Weblog einbinden. Man könnte ja die das Bleigießen zu Rate ziehen, um die Zukunft des FCS vorauszusagen. Diese Idee hab ich dann verworfen, weil es mir zu kitschig erschien. Vielleicht wird sie ja irgendwann reaktiviert, falls sich sonst kein Einfall mehr findet. Würde ich ein spanisches Silvester feiern, könnte ich hier meinen Lottoschein und die vorbereiteten zwölf Trauben prästentieren. Das hätte allerdings wenig mit Fußball zu tun. Doch kommen wir zurück zu den deutschen Silvesterbräuchen im Fernsehen. Eine Neujahrsansprache ist dem/der Bundeskanzler/in vorbehalten, auch wenn sich selbst da schon Wiederholungen eingeschlichen haben. Eine Skechtshow zum FCS, als "GÜFC"-Spezialsendung wäre eine interessante Variante gewesen. Jedoch stellt für mich Folge 12 schon den Jahresabschluss dar und ehrlich gesagt: So zum Lachen ist der FCS auch wieder nicht! Da hilft auch kein Didi Hallervorden. Wo ich grade an Fernsehsketche denke, kommt jedem warscheinlich direkt "Dinner for one" in den Sinn. Wobei ich hier doch noch einen kleinen Bezug zur aktuellen(?) Situation des FCS im wohl berühmtesten Zitat des Sketches gefunden habe:
„The same procedure as last year, Miss Sophie?“
-„The same procedure as every year, James.“

Irgendwann hatte ich dann den Silvesterbrauch gefunden, der sich in einem Blog sehen lassen kann, sowie gleichzeitig simpel und vielfältig ist:
Die guten Vorsätze fürs neue Jahr!

Es ist der Brauch, der sich Jahr für Jahr aufrichtig dagegen wehrt, gebrochen zu werden, um sich dann am Ende doch wieder geschlagen zu geben. Nach geraumer Zeit können sich nur noch die wenigsten daran erinnern, was ihre guten Vorsätze waren. Deshalb gehe ich auf Nummer sicher und schreibe die guten Vorsätze für das FCSBlog gleich an diese Stelle, sodass sie immer wieder in Erinnerung gerufen werden können, selbst wenn sie längst gebrochen sind.

1. Ich werde weiterhin regelmäßig bloggen!
Der sportliche Verlauf der bisherigen Saison macht das nicht unbedingt zu einer einfachen Sache!

2. Ich will mehr Interviews für mein Videocast!
Bei der Auswahl der Interviewpartner will ich nicht allzu wählerisch sein. Zumindest ein Interview mit Enver Marina will ich ergattern!

3. "FCSBlog on Tour 2" soll noch besser werden als sein Vorgänger!
Frei nach dem Motto "Football's coming home!" wird eine Reportage in England angestrebt, was nicht ausschließt, dass vielleicht eine weitere Ausgabe gedreht wird.

4. Ich will das Videocast abwechslungsreicher gestalten!
Einige meiner Zuschauer haben mir letztens vorgeworfen, dass meine Ideen für "GÜFC" knapp werden. Das habe ich selbst auch ein wenig gemerkt, weshalb ich mir vorgenommen habe, einige Sondersendungen einzubringen und neue Wege auszuprobieren.

5. Ich will vermehrt über das Geschehen im Stadion berichten!
Auch auf Auswärtsspiele soll näher eingegangen werden.

Das wäre meine gute Vorsätze für 2007. Ich hoffe mal, dass ich so viel wie möglich davon einhalten kann und dass auch ihr mit euren guten Vorsätzen auch ein leichtes Spiel habt.
Ich wünsche allen Bloglesern einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Donnerstag, Dezember 14, 2006

Ein Wunschzettel für den FCS

Liebes Christkind,

es gibt Leute in meinem Alter, die längst nicht mehr an dich schreiben würden. Trotzdem wende ich mich an dich, da die Lage bei meinem Lieblingsverein, dem 1. FC Saarbrücken, ohne Ausweg scheint. Selten habe ich solch eine herzlose Mannschaft im guten, alten Ludwigspark gesehen, die Medien lassen kein gutes Haar an den FCS-Fans und lassen das eigentliche Versagen der Hauptverantwortlichen ungeachtet. Leidtragende sind in erster Linie die Fans, deren Mehrheit eigentlich zu Saisonbeginn mit einem Aufstieg gerechnet hatten.
Deshalb möchte ich dich bitten, dem FCS diese Wünsche zu erfüllen:

1. Gib Lintjens, Reuter, Genet, Halet, Haastrup und Kling neue Verträge...
... bei anderen Vereinen!


Vielleicht sind die genannten Leute privat alles sympathische und nette Menschen, jedoch haben sie in der Startelf der Blau-Schwarzen nichts zu suchen! Lintjens war vielleicht mal ein torgefährlicher Mittelfeldspieler, aber im Moment ist er jemand, der mit dem Druck, der auf ihm lastet, nicht fertig wird. Genet, Halet und Haastrup haben leider ein Zweikampfverhalten, welches höchstens in Luxemburg als erstklassig gesehen werden kann. Kling und Reuter sind leider zu oft verletzt, als dass sie uns weiterhelfen könnten. Sei gnädig und gib ihnen bitte Verträge bei Neunkirchen, in Luxemburg oder in der 2. holländischen Liga.

2. Schenke den saarländischen Medienvertretern mehr Objektivität und den Mut, kritischer über die Vorgänge "hinter den Kulissen" zu berichten!

Dies betrifft unseren Verein zwar nur indirekt, dient aber dazu, die wahren Verursacher der FCS-Misere kritischer zu begutachten und die allgemeine Außendarstellung der FCS-Fans zu bessern. Was ist die Meinungsfreiheit noch wert, wenn Fernsehreporter öffentlich ein Stadionverbot für friedlich protestierende Fans fordern?

3. Beschere Peter Eich einen würdevollen Abschied als Torhüter der Blau-Schwarzen!

Vielleicht ist Marc Birkenbach noch nicht so weit, um Peter Eich beerben zu können. Vielleicht kann der FCS noch von Eichs Erfahrung profitieren. Jedoch sollte auch klar sein, dass in allzu naher Zukunft Peter Eich nicht mehr sein Niveau halten wird. Wir wissen, wie viel Peter Eich zu verdanken ist. Also wünschen wir auch diesem FCS-Urgestein einen würdigen Abschied und dass er noch aktiv am Aufbau von Birkenbach als neuem FCS-Torhüter Nr. 1 mitwirken kann.

4. Zeige jungen, ambitionierten und motivierten Fußballern den Weg zum Ludwigspark!


Suche vor allem nach guten Abwehrspielern mit der nötigen Konstanz und einem Sturmtalent wie Chadlj Amri!

5. Sorge dafür, dass die Mannschaft zu gemeinsamer Stärke findet!

Ein sehr wichtiger Punkt wäre es, ein wenig Ordnung in das blau-schwarze Chaos auf dem Rasen zu bringen. Schenke dem FCS einen Jürgen Klinsmann, der das Gemeinschaftsgefühl den den Zusammenhalt stärkt. Das ist es, was zurzeit wahnsinnig fehlt. Ohne Einheit auf dem Platz gibt es keinen sportlichen Erfolg. Dass am Ende dieser Leidensgeschichte oftmals die Oberliga steht, sollte alle Alarmglocken klingen lassen!

6. Gib unserem Verein eine kompetente Führung mit dem nötigen Fachwissen auf den Gebieten "Fußball" und "Wirtschaft"!

Bitte, liebes Christkind, bitte beseitige den größten Kritikpunkt der FCS-Fans und schenke unserem Verein eine Führung, die es sowohl versteht, mit Geld umzugehen und Leute zu verpflichten, die dem FCS auf sportlicher Ebene helfen können. Bitte sorg dafür, dass Leute wie Henke in Zukunft einen großen Bogen um Saarbrücken machen, wenn sie gerade mal wieder auf Jobsuche sind!

7. Lass unseren Verein im allgemeinen fanfreundlicher werden!

Bitte mach unseren Verantwortlichen (am liebsten den neuen Verantwortlichen aus Punkt Nr. 6) klar, dass die Symbiose zwischen Fans und Mannschaft/Vorstand nur dann funktioniert, wenn klare Bekenntnisse in Richtung der Fans gemacht werden. Und das besteht nicht darin, Freikarten bis zum Umfallen zu verschenken. Es besteht darin, die Wichtigkeit der Fans zu akzeptieren und sie nicht bei der nächstbesten Gelegenheit zum Sündenbock zu stempeln.


Das sind meine Wünsche an dich, liebes Christkind, und auch wenn ich nur wenig Hoffnung habe, dass sich all dies in 2007 erfüllt, will ich doch meinen Glauben in bessere Zeiten des FCS nicht aufgeben. Denn nur mit eigenem Einsatz, mit einem kleinen Schritt in die richtige Richtung, kann es endlich besser werden. Und dann wird sich auch die größte Angst, der Sturz in die Bedeutungslosigkeit des Amateurfußballs, in Luft auflösen. Sollten dennoch alle Stricke reißen, schicke uns bitte Chuck Norris!

Dein FCSBlogger Carsten

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Das war mein Wunschzettel für den FCS. Gleichzeitig war das der hundertste Eintrag im FCSBlog! Wer hätte jemals gedacht, dass ich noch so lange die Zeit und Lust aufbringe, die Situation des FCS zu kommentieren. Jedenfalls bin ich noch längst nicht am Ende angelangt! Auch zum dritten Advent wird es ein kleines Special hier im FCSBlog geben. Bis dahin könnt ihr ja eure eigenen Wünsche als Kommentar in dieses Blog schreiben oder euch hier beteiligen.

Mittwoch, Mai 24, 2006

Fazit 2005/2006

Während unsere Abstimmung noch in vollem Gange ist, ziehe ich, was unschwer dem Titel zu entnehmen ist, ein umfassendes Fazit der Spielzeit 2005/2006.

1. Punktspiele:

Bis zum 14. Spieltag hat man magere 5 Punkte eingefahren, der Abstand auf die Nichtabstiegsplätze betrug schon 9 Punkte. Dann startete der FCS eine sensationelle Aufholjagd. Am 27. Spieltag passierte man erstmals die magische Grenze zwischen 14. und 15. Tabellenplatz, um nach den desolaten Leistungen in den wichtigen Spielen in Dresden und gegen Offenbach wieder nach unten zu rutschen. Auf dem 16. Tabellenplatz, mit 38 Punkten, stieg der FCS zum 2. Mal in 4 Jahren ab.

2. Trainer:

Die, von den Medien ernannte, Kultfigur Horst Ehrmantraut musste nach 2 Niederlagen in der Liga und einem mehr als schmeichelhaften Pokalsieg das Feld räumen. Fritz "der mit dem Scheibenwischer tanzt" Fuchs saß ein Spiel als Interimstrainer auf der FCS-Bank, als Rudi Bommer als neuer Trainer präsentiert wurde. Ein schwerfälliger Anfang, dann eine Aufholjagd, die Angebote aus Duisburg verursachten. Kurz vor Ende der Saison "war das Vertrauensverhältnis zwischen Vorstand und Trainer zerstört" und Didier Philippe durfte für zwei Spiele Bommer ersetzen. Bommer hatte doch wohl ein wenig geflunkert (nur ein Anruf aus Duisburg), denn schon bald wechselte er zu Hellmichs Truppe.



Foto: msv-duisburg.de

3. Sportdirektor

Dr. Bernd Coen, der für viele der anfängliche Grund der sportlichen Misere war. Er habe bei der Auswahl der Neuzugänge nicht auf den Übungsleiter Ehrmantraut gehört. Als Folge dessen versagte er bei seiner Aufgabe "aus den Individualisten eine
Mannschaft zu formen und eine verschworene Gemeinschaft zu bilden". Er trat vor dem Spiel FCS - Hansa Rostock zurück.

4. Vorstand

Sah sich während der Saison immensen Vorwürfen ausgesetzt und konnte zu keiner Zeit Souveränität ausstrahlen. Ehrmantraut wurde trotz eines öffentlichen Ultimatums vor dessen Ablauf entlassen; Faysal El Idrissi erhielt spezielle "Rehamaßnahmen", anstatt dass er wirkungsvoll aus dem Verkehr gezogen wurden; die Ordner-Affäre usw. Auch sollte der Vorstand die Rolle des Managers und sportlichen Leiters übernehmen, jedoch kam dies erstens anders und zweitens als man denkt.

5. Ex-Sportdirektor

Huch, ihn hier kennen wir doch irgendwo her?! Genau, nach seinem "Rücktritt" als FCS-Sportdirektor war er in einer nicht näher erläuterten Funktion bei Victor's tätig. Eine Funktion, die ihn scheinbar dazu berechtigte, immer noch in den Stadionkatakomben herumzustolzieren und auch Verhandlungen für den FCS zu führen, wenn man diversen Augenzeugen- bzw. Zeitungsberichten glauben schenken darf.

6. Die Mannschaft

Der Stamm der Mannschaft des Vorjahres wurde gehalten. Oft wurde die sog. "French Connection" zum Thema diverser Presseberichte. Letztendlich war das spielerische Material keineswegs als Kollektiv des Klassenerhalts würdig.

7. Neuzugänge

Elf Neuzugänge, vier Platzpatronen, drei Mitläufer, zwei Leistungsträger, ein Spätzünder und ein Juwel. Die üblichen Neuzugänge einer Abstiegssaison, in der das einzige Juwel in der nächsten Saison erste Liga spielt, die Platzpatronen einem auf der Tasche liegen und man sich fragen muss, was vom Rest übrig bleibt.

8. D-Block, E-Block, F-Block:

Die Spaltung der Fangruppierungen im Stadion wird von den einen befürwort, von den anderen abgelehnt. Ich sehe die Gründung der Virage Est als positiven Schritt, da so eine Alternative zum D-Block geboten ist, der diesem auch noch einen neuen Grund gibt, sich mehr ins Zeug zu legen. Diese Saison sah in Sachen Fanblöcke Höhen und Tiefen, was nicht zuletzt auf die sportliche Lage zurückzuführen ist.

9. Fanproteste:

Kommen wir nun zu einem der traurigeren Kapitel in der Saison 05/06. Nach der Prügelattacke der Ordner auf vorstandskritische Fans, war eine Welle des Zusammenhalts in der Fanszene zu beobachten. Unabhängige Fantreffen im Fanprojekt mit erstaunlich großer Resonanz führten zu einer Demonstration gegen das Präsidium und zur Initiative "Blau-Schwarze Zukunft".
Aber das war es leider schon. Diese Ereinisse wurden mehr und mehr durch die Aufholjagd des FCS vergessen gemacht und der Alltag kehrte in Saarbrücken ein. Es versuchten sich auch andere Personen mit Initiativen und Fanmagazinen, scheiterten jedoch aus verschiedenen Gründen, u.a. an der Konstanz ihres Projektes. Unbestritten ist wohl aber, dass die FCS-Fans zu verschieden agierten, um zu einer übergreifenden Lösung zu finden. Paradebeispiel dafür ist das Spiel gegen Braunschweig, in dem mal eine Überziehfahne, mal geworfene Bengalos und auch eine Boykottierung des Stadionbesuchs als Protest dienten. Das Gesamtbild war mehr als verworren. Man hätte sich besser wieder auf den Zusammenhalt nach den Vorfällen in der V.E. konzentiert.



10. Mein persönliches Fazit

Der FCS ist an seiner eigenen Unprofessionalität gescheitert. Vermeidbare Fehler waren der Grund für einen Abstieg, der anstelle eines Aufstieges eingetreten ist, mit dem der FCS-Vorstand in jedem Zweitligajahr liebäugelt. Ich hab mir diesen Verein nun mal ausgesucht und werde die Suppe selbst auslöffeln, indem ich auch nächste Saison wieder ins Stadion gehe und auch nächste Saison wieder in diesem Blog schreiben werde. Denn wir Fans sind keine Spieler, die wie Ratten das sinkende Boot verlassen und uns vor der Verantwortung drücken. Wenn wir in guten Zeiten den Erfolg auskosten wollen, müssen wir auch in schlechten Zeiten zu unserem Wappen stehen.

Diese erfolgreichen Zeiten kommen aber auch nur dann, wenn die Feder professionell geführt wird. Nicht Wunschträume und Spekulationen verhelfen zu einem Aufstieg, sondern harte und konzentrierte Arbeit. Und ob das in nächster Zeit bei meinem Verein stattfinden wird? Das ist die zentrale Frage, die die nächste Saison mitbeantworten wird. Und in diesem Sinne beende ich das Kapitel 2005/2006 in meiner persönlichen FCS-Historie

Glück auf!

Donnerstag, Februar 16, 2006

Eröffnung des Blogs

Hallo und willkommen zu diesem noch leeren Blog!

Mal ne kurze Einführung:

Hier geht es um den FCS (1.FC Saarbrücken) und hier darf man eigentlich keine trockenen Spielanalysen erwarten, eher geht es hier um das Geschehen rund um diesen Verein, "mein" Verein.

Das solls erstmal an Einführungen gewesen sein, oder wie Adi Preissler gesagt hat:

Grau is alle Theorie,
maßgebend is auffen Platz.


Viel Spaß bei den späteren Einträgen!

Carsten