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Dienstag, April 14, 2009

Glücklos und sich selbst im Wege

Es ist einfach traurig, dass sich eine gestandene Pressemannschaft nebst semiprofessionellen Nachahmern eines Medienangebotes im Vorfeld dieses Spiels der inflationär verwendeten Frage nach der "wahren Nummer Eins des Saarlandes" so widmeten, dass man glatt vergessen konnte, dass da Elversberg und Saarbrücken aufeinandertrafen, zwei Mannschaften, deren Namen und Ligenzugehörigkeit als Mahnmal für den Niedergang des Saarfußballs stehen. Aus Saarbrücker Sicht wurde es also ein in mehrfacher Hinsicht bitterer Abend.

Saarlandpokalhalb 008

5.800 Zuschauer sahen eine gegenüber dem letzten Spiel leicht veränderte Saarbrücker Elf. Berrafato fügte sich wieder in die Innenverteidigung ein, Manuel Zeitz durfte für Caner Metin etwas nach vorne rücken und das Duo Petry/Schug sollte mehr Gefahr als die zahnlosen Hajdarovic (im Saarlandpokal auch heute gesperrt) und Strohmann ausstrahlen.
Dies gelang zunächst eindrucksvoll. Vier Minuten waren gespielt bis der Ball zum ersten Mal im Netz zappelte und der Ludwigspark bebte, doch dieser Jubelschrei erstickte in der angeblichen Abseitsstellung von Philipp Wollscheid. Nicht beeindruckt von diesem leichten Dämpfer erspielte sich der FCS die höheren Ballanteile und bestimmte das Spieltempo. Vergebens, möchte man meinen, scheiterte Saarbrücken schon oft an der Elversberger Defensive, die ähnlich der letzten Gegner in der Oberliga agierten. Selten fand eine Flanke auch einen Weg um den Abwehrriesen Jean-Claude Mpassy, der in der vergangenen Saison noch blau-schwarz überstreifte. Unschöne Szenen auf beiden Seiten gab es Mitte der ersten Hälfte, als zunächst Denny Herzig für ein hartes Tackling völlig zurecht die Gelbe Karte sah, allerdings in der Folge mit Wurfgeschossen aus dem D-Block bedacht wurde, was zu einer kurzen Unterbrechung führte.
Ab der 30. Minute kam Elversberg zunehmend in die Nähe des Saarbrücker Strafraums. Hier machte sich zum ersten Mal der Hauptunterschied zwischen Regional- und Oberliga bemerkbar: während man in der Oberliga gegen den FCS mauern muss, um eine Chance auf einen Punktgewinn zu haben, konnte die SVE deutlich angriffslustiger spielen. Tobias Rott hatte wenig zu tun, allerdings hatte nun Elversberg die besseren Torgelegenheiten.
Kurz vor Ende des ersten Spielabschnittes unterlief dann Tobias Rott der bisher folgenschwerste Patzer in der noch jungen Zeit seines zweiten FCS-Engagements: ein scheinbar harmloser Freistoßball glitt dem FCS-Schlussmann aus den Händen und Denny Herzig spitzelte das Leder dem Unglücksvogel aus nächster Nähe durch die Beine. Keine Foul am Tormann im Fünfmeterraum, sondern ein gänzlich reguläres Tor zum 0:1 aus FCS-Sicht.

In der zweiten Halbzeit zog sich Elversberg immer weiter in die eigene Hälfte zurück und ließ den FCS in den eigenen vier Wänden auf und ab laufen. Ein verständlicher Schachzug von SVE-Trainer Vasic, der jedoch auf tönernen Füßen stand. Für den 1. FC Saarbrücken bedeutete das ein 45-minütiges Spiel auf das gegnerische Tor, dem Elversberg gegen eine von Berrafato und Wollscheid souverän eingestellte Verteidigung wenig entgegenzusetzen hatte. Der FCS versuchte alles Erdenkliche, schöpfte alle Mittel aus, so wie man es auch in der Liga zuletzt ein wenig vermisst hatte, und scheiterte doch immer wieder an der fehlenden Durchschlagskraft. Meist war es ein Pass zuviel, eine zu kurze oder zu hohe Flanke oder gar der eigene Mann, der bei einem aussichtsreichen Versuch im Wege stand. Die Elversberger taten ihr Übriges zum glücklosen Auftreten der Hausherren und betrieben ein Zeitspiel, das leider nicht vom Schiedsrichter mit den längst überfälligen Verwarnungen bedacht wurde. Unschön wurde es noch einmal kurz vor Schluss, als erneut Gegenstände in Richtung der Gästespieler flogen und zu allem Überfluss schloss mit Nico Zimmermann ein ehemaliger FCS-Akteur in der 89. Minute einen der wenigen Elversberger Konter zum 2:0-Endstand ab.

Saarlandpokalhalb 011

Für den FCS endet der Traum vom Saarlandpokalfinale, vom Hineinschnuppern in das Gefilde längst vergangener, besserer Tage bitter. Die erste Pflichtspielniederlage seit Worms schmerzt hartgesottene FCS-Anhänger nicht wirklich, spielte man schließlich über 90 Minuten hinweg keinen schlechten Fußball, jedoch schmerzt der Ausfall möglicher Einnahmen aus dem Pokalwettbewerb die Vereinsexekutive.
Der 1. FC Saarbrücken kann auch eine Liga höher bestehen bestehen, wenn er sich selbst nicht zu sehr im Wege steht. Vielleicht hat in diesem Fall die unglückliche Niederlage einigen FCS-Fans den Dienst erwiesen, sie in Sachen Regionalliga auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Aber Saarbrücken wäre nicht Saarbrücken, wenn nicht noch das Gegenteil möglich wäre.

Dienstag, März 17, 2009

Das Viertelfinale - ein paar Minuten mulmig

Um es vorweg zu nehmen: die ersten 18 Minuten dieser Begegnung waren von dem mulmigen Gefühl geprägt, der FCS 2008/2009 könnte den Nimbus der Ungeschlagenheit verlieren. Am Ende kam jedoch alles wie immer.

Pokal 003

Daniel Magno war es, einer meiner ehemaligen Lieblingsspieler zu Zeiten von "Dieter Ferner's Blue and Black Army" irgendwann im Jahre 2004. Ein scharf an den Fünfmeterraum gezogener Freistoß fand den Kopf von Daniel Magno und nach drei Minuten kannte der Jubel nur bei einem Bruchtteil von 2000 Zuschauern keine Grenzen, vorzugsweise den elf Akteuren in den roten Trikots aus Köllerbach. Etwas Unruhe machte sich breit und die Möglichkeit einer Niederlage drängte sich kurzzeitig in meinen Kopf. Schließlich hätte das im Saarlandpokal die Endstation bedeutet.
Marcel Schug trug nicht zur Entspannung bei: zweimal scheiterte der offensiv agierende Mittelfeldspieler an Grub.
Irgendwann gelangte der FCS, wie schon so oft in dieser Saison, zu einem Eckball, eigentlich nichts besonderes, wenn man bedenkt, dass dort nicht gerade viele Stärken des FCS liegen, jedoch fiel der Ball auf irgendwelchen Umwegen zu Philipp Wollscheid. Und der brachte endlich den Ball über die Linie, 1:0 durch einen aus der "zweiten Reihe" des FCS.

Keine drei Minuten hatte man das alte FCS-Spiel zurück, die Blau-Schwarzen liefen ihren Gegenspielern über die Flügel davon und verwirrten mit diesem Tempofußball die Abwehrspieler zusätzlich, was aus dem 2:1-Führungstreffer ein Eigentor der Köllerbacher Defensive machte. Auf Umwegen stellte der 1. FC Saarbrücken seine Favoritenrolle im Saarlandpokal wieder sicher.
Ein anderer, der in letzter Zeit nicht immer zum Zuge kam, entschied dann in typischer Manier der bisherigen FCS-Auftritte 2009 das Spiel mit einem Doppelpack noch vor der Pause. Ob mit dem Kopf nach einer Ecke (35. Minute) oder mit dem Fuß nach einem Freistoß (43. Minute), Gregory Strohmann war von der sichtlich demoralisierten Köllerbacher Hintermannschaft nicht zu stoppen.
Weitestgehend beruhigt konnte man die Halbzeit einläuten, auch dieses Spiel würde der FCS nicht mehr verlieren.

Pokal 009

Eine Eigenart des 1. FC Saarbrücken scheint darin zu liegen, oftmals gegen die Erwartungen der Zuschauer zu spielen, diesen Zustand allerdings dann über so viele Spiele beizubehalten, dass man irgendwann von selbst Muster zu erkennen scheint und diese in Intervalle einteilt. Gab es in der Hinrunde das Intervall der starken zweiten Halbzeit, in der die Blau-Schwarzen erst so richtig aufdrehten, so hat sich mitterweile das Intervall der ruhigen zweiten Halbzeit bei FCS-Spielen eingestellt. Unverfänglich lassen die Herren in den blau-schwarzen Hemden ihren Gegner ein wenig mitspielen und schießen dabei noch ein oder zwei Tore, dass man gewinnen wird, steht allerdings schon längst fest.
Auch gegen Köllerbach wurde daran festgehalten. Spielerisch waren die in der Liga stark aufspielenden Köllerbacher zu keiner Offenbarung fähig, die Lust war ihnen ohnehin längst vergangen. Der FCS schaltete auf Konter, konnte sich noch einige Chancen erspielen, traf allerdings erst kurz vor Ende der Partie wieder ins gegnerische Tor, nachdem Pascal Stelletta mehrfach in eigensinniger Weise bessere Torgelegenheiten vergab. Philip Wollscheid durfte in der 80. Minute seine Leistung mit dem zweiten Treffer belohnen und der eingewechselte Sammer Mozain vollendete drei Minuten vor Schluss einen Konter, der aus einer abgewehrten Ecke resultierte: Endstand 6:1.

Im Pokal bleibt der FCS fehlerfrei und darf weiterhin auf die Chance Saarlandpokalgewinn/DFB-Pokalteilnahme hoffen, was zusätzliche Einnahmen bedeutet und nicht zuletzt auch dem sportlichen Wert der Mannschaft zugute kommt. Das unangenehme Gefühl der sich anbahnenden Niederlage, das den geneigten FCS-Zuschauer schon oft auf seinem Weg begleitet hat, konnte sich auch heute nur 18 Minuten an der weißen Weste der diesjährigen Mannschaft festhalten.

Montag, März 16, 2009

Bitte kein Elfmeterschießen!

Rossbach 016 1 0001


Pokalspiele im Ludwigspark besitzen Seltenheitswert. Vor etwa zweieinhalb Jahren sahen 3.300 Zuschauer den letzten blau-schwarzen Auftritt im DFB-Pokal, eine kraftlose Henke-Elf verlor mit 0:2 gegen Fürth. Im Saarlandpokal wartet man gar seit 1999 auf ein nominelles Heimspiel (ungeachtet der Spiele der zweiten Mannschaft) und damit wird der morgige Abend unter Beweis stellen, ob der FCS die Heimstärke von der Liga mit in den Pokal nehmen kann.

Natürlich dürfen wir uns nicht einfach der Illusion hingeben, dass allein der Begriff "Viertelfinale" und das hübsche Flutlicht im Ludwigspark eine Pokalatmosphäre vergangener Pokalabende (Dortmund, Mannheim) in das weite Rund zaubert. Dafür liegt noch der knappe Sieg gegen Hauenstein zu schwer im Magen und mit Köllerbach gastiert die wohl umbequemste Mannschaft der Stunde beim 1. FC Saarbrücken.

Erst drei Spieltage in der Oberliga Südwest ist es her, dass die Mannschaft von Melori Bigvava am bitteren Tabellenende stand, vier Punkte vom ersten Nichtabstiegsplatz entfernt. Es folgten drei Siege und die maximale Punktausbeute gegen Mechtersheim, Bad Breisig und zuletzt Pirmasens. Gerade dieser letzte Sieg über Pirmasens, ein hart erarbeitetes 3:2 stand am Ende zu Buche, verdeutlicht den Köllerbacher Aufschwung. Dieser ist alles andere als ein Zufallsprodukt, sondern das vorläufige Ergebnis äußerst gelungener Wintereinkäufe.

Mit Sebastian Grub, Dominik Groß und Serge Dim Etong konnte man drei Spieler, die vorher schon bei den größeren saarländischen Vereinen aktiv waren. Komplettiert vom Franzosen Xavier Novic, der gegen Pirmasens gleich doppelt traf, stellten diese Neuzugänge in den letzten Partien die Verhältnisse am Tabellenende gründlich auf den Kopf. Wo Köllerbach zuletzt das triste Dasein als Rote Laterne fristete, hat der SV Mettlach nun Platz genommen.

Auf der anderen Seite steht morgen der FCS, der von einem kräftezehrenden Spiel aus Hauenstein zurückkommt und wenigstens die positive Erkenntnis mitgenommen hat, dass er sich von einem Rückstand gegen einen Außenseiter so schnell nicht aus dem Konzept bringen lässt. Dafür fehlt neben dem fortwährend verletzten Enver Marina auch Nazif Hajdarovic, der noch eine Sperre im Saarlandpokal aus der vergangenen Saison absitzen muss. Ganz zufrieden ist man also nicht, offenbarte das Fehlen von Berrafato in Hauenstein doch einige Unstimmigkeiten in der sonst soliden FCS-Defensive. Dafür ist man allerdings dem Wunsch vieler besonnener FCS-Fans (und nicht zuletzt dem Wunsch eines Marcel Rozgonyi) nachgekommen und hat sich mit dem knappen Sieg selbst daran erinnert, bloß nicht die Überheblichkeit im eigenen Spiel einkehren zu lassen.

Dies wird gegen Köllerbach, die mit ihren vier neuen Stammkräften an unberechenbarer Stärke gewonnen haben, auch dringend von Nöten sein. Für den FCS ist der Sieg in diesem Wettbewerb Pflicht, will man die Chance auf den DFB-Pokal und damit verbundene Mehreinnahmen an Zuschauer- und Fernsehgeldern wahren. Um dieses Ziel zu erreichen sollte man jedoch eines besonders beachten: in der Liga hat man vom Elfmeterpunkt aus in den letzten Spielen zweimal versagt. Und das letzte Elfmeterschießen im Saarlandpokal endete für den FCS 2006 in Gresaubach mit einer Blamage. Hoffentlich hat Dieter Ferner seinen Spielern für das morgige Spiel genug Nervenstärke eingeimpft.

Links:

- Vorbericht FCS-HP
- Das Viertelfinale (SR-Online.de)

Mittwoch, Oktober 29, 2008

25 mehr oder weniger bekannte Fakten zum Saarlandpokal

1. Der 3:1-Erfolg in Wiesbach ist der erste Sieg im Saarlandpokal für den FCS seit es dieses Blog gibt.
2. In der Saison 2005/2006 musste der FCS allerdings nicht im Saarlandpokal ran, weil er über die Teilnahme an der 2. Bundesliga automatisch für den DFB-Pokal qualifiziert war.
3. In Wiesbach durfte Nazif Hajdarovic nicht einmal auf der Bank platznehmen: er ist noch für vier Saarlandpokalspiele gesperrt.
4. Gesperrt war Hajdarovic aufgrund einer Roten Karte, die er wegen einer Tätlichkeit beim letztjährigen Auftritt in Mettlach sah.
5. Schon im Jahr zuvor sah Hajdarovic im Saarlandpokal Rot: in Gresaubach beging er ein Handspiel auf der Linie.
6. Der FCS könnte Nazif Hajdarovic also erst in einem möglichen Finale wieder einsetzen.
7. Sein letztes Endspiel im Saarlandpokal bestritt der FCS im Jahre 2004 und gewann damals gegen die SV Elversberg.
8. In der darauffolgenden Saison trat nur die 2. Mannschaft des FCS im Saarlandpokal an.
9. Der FCS II erreichte auch gleich das Finale in Schiffweiler und verlor dort gegen den FC Kutzhof (10:11 nach Elfmeterschießen).
10. Im Tor des FCS II stand bei diesem Spiel Harald Ebertz, der heute als Vizepräsident der Blau-Schwarzen tätig ist.
11. Auf der Bank des FCS II saß Dieter Ferner, heute FCS-Trainer.
12. Und auch der Kutzhofer Torwart ist kein Unbekannter: Enver Marina spielt heute beim FCS.
13. Mit Marina, Weißmann, Mozain und Hajdarovic waren also vier heute FCS-Spieler an diesem denkwürdigen Abend beteiligt.
14. Der FCS gewann den Saarlandpokal fünfmal, dem FCS II gelang dieser Triumph immerhin einmal.
15. Und es wird auch wohl der einzige Pokalerfolg bleiben, da seit der letzten großen Reform Zweitvertretungen vom Saarlandpokal ausgeschlossen sind.
16. Auslöser dafür war das Pokalspiel SV Auersmacher - Borussia Neunkirchen II (1:2) in der Saison 04/05.
17. Die letzten drei Spielzeiten im Saarlandpokal gingen allesamt an die saarländischen Oberligisten.
18. Der FC Homburg konnte dabei den letzten Titel für sich verbuchen.
19. Sollte der FC Homburg auch dieses Jahr diese Nase vorne haben (was wir weder hoffen noch wollen), bleibt trotzdem der Rekord des FCS unnerreicht.
20. In den eher dürftigen Regionalligajahren gelang dem FCS immerhin viermal in Folge den Pokal zu gewinnen (von 96/97 bis 99/00), was eher belächelte "Saarlandpokalsieger"-Schalproduktionen zur Folge hatte.
21. Im DFB-Pokal verließ den FCS dann auch das Glück schon wieder.
22. Das ist aber kein FCS-spezifisches Problem: die letzten elf Saarlandpokalsieger schieden alle im darauffolgenden Jahr schon in der ersten Runde im DFB-Pokal aus.
23. Und der FCS war es selbst, der als letzter Saarlandpokalsieger 1997/98 auch die erste DFB-Pokalrunde überstand.
24. Eine gutes Omen noch: der letzte Saarlandpokalsieg fand in demselben Jahr statt als der FCS den letzten Aufstieg feierte (2003/04).
25. Und auf wen der FCS im Achtelfinale trifft, entscheidet kommenden Samstag in der "Arena am Samstag" das Los.

Montag, November 19, 2007

Nicht baden gehen!

Das Spiel in Worms ist verloren, die Stimmung im Ludwigspark betrübt und alle Welt beginnt wieder zu rätseln, warum sich nichts beim FCS gebessert habe: Hochnäsige Spieler, die ihre Aufgabe auf die leichte Schulter nehmen, ein ratloser Trainer und die Überlegungen im Verein, wegen Bagatellen wie einem regelwidrigen Strafraum Protest gegen die Spielwertung einzulegen.
Wenn man in Saarbrücken über Proteste redet, kommt einem sofort das Jahr 2006 in den Sinn und die schmerzliche Niederlage gegen den Verbandsligisten Gresaubach im Saarlandpokal. Das gab allen FCS-Hassern südlich von Trier und westlich von Kaiserslautern den besten Anlass, den FCS gehörig zu verspotten. Gekrönt wurde die erbärmliche Leistung der Mannschaft nur noch durch die unsinnige Idee, die Spielwertung beim Verband anzufechten.
Nun steht erneut ein Spiel im geschichtsträchtigen Saarlandpokal (wer hat nicht zuhause einen der beliebten "Saarlandpokalsieger"-Schals?) an und wieder kommt der Gegner aus der Verbandsliga: der SV Mettlach.

Vielerorts wird dieses Spiel schon als Selbstläufer angesehen. Da sich der FCS in der Realität NICHT mehr auf Zweitliganiveau bewegt (auch wenn das viele Leute erst schleichend bemerken und geistig verarbeiten), ist es nur noch genau eine Liga, die Saarbrücken und Mettlach trennt. Die Mettlacher haben ihrerseits auch in der Vergangenheit einige Male den Sprung in die Oberliga geschafft. Dabei gelang es ihnen jedoch nie, sich dauerhaft festzusetzen, sodass man in den letzten Jahren zwar zu den besseren Mannschaften der Verbandsliga gehörte, aber immer der Konkurrenz den Vortritt lassen musste. Zurzeit belegt die Mannschaft von der Saarschleife den zweiten Platz in der Verbandsliga, verlor aber den Vergleich mit der FCS-Reserve vor eigenem Publikum mit 1:3.

Für den FCS hat vor allem das Weiterkommen im Pokal als mögliche Einnahmequelle für die kommende Saison Priorität. Dies klingt zwar ein wenig zu plausibel, jedoch sollte man sich immer vor Augen halten, was das letztjährige Pokalaus bedeutete: von diesem Zeitpunkt an war Didier Philippe in Saarbrücken zum Scheitern verurteilt. Dieser erste kleine Beweis unprofessioneller Arbeitsauffassung, den vor allem die Spieler erbrachten, mündetete nicht von ungefähr in den Abstieg.
Sieben der letztjährigen "Helden" von Gresaubach stehen auch noch heute im Kader des FCS (wobei der Einsatz von Halet unmöglich und der von Frantz und Humbert zumindest fraglich erscheint) und stehen nun vor der Aufgabe, die Blau-Schwarzen vor einer erneuten Blamage zu bewahren. Sonst heißt es am Mittwoch in den saarländischen Medien höchstwarscheinlich "FCS geht im Stadion am Schwimmbad baden" (ich nehme die Schlagzeile mit dem grauenhaften Wortspiel vorsichtshalter für SR und SZ vorweg) die Ruhe sehen wir dann in Saarbrücken so schnell nicht wieder.

Links:

- Saarbrücken im Saarlandpokal nach Mettlach (FCS-HP)
- Spiel auf saarlandpokal.de
- SV Mettlach

Donnerstag, Dezember 28, 2006

Die größte Peinlichkeit...

... des FCS im Jahre 2006 ist per Votum von unseren Lesern ermittelt worden und lautet:
Das Pokalaus gegen Gresaubach



Die Niederlage gegen den Verbandsligisten SC Gresaubach im Saarlandpokal nach Elfmeterschießen dürfte den meisten wohl noch in bester Erinnerung sein. Mit einer Mannschaft, die größtenteils aus Spielern der Oberligareserve, sowie einigen Ersatzspielern der ersten Elf bestand, reiste der FCS in die Provinz, um sich dort zu blamieren. So trägt Cheftrainer Didier Philippe die Verantwortung, eine uneingespielten und unmotivierten Mannschaft aufgestellt zu haben.

Nach dem verlorenen Spiel war die Blamage keineswegs vorrüber. Geschäftsführer Dr. Coen protestierte kurzzeitig beim saarländischen Fußballverband gegen die Wertung des Pokalspiels. Die Niederlage, deren Ursprung wohl einzig und allein in der unprofessionellen Einstellung von Trainer und Mannschaft lag, wurde nun ganz anders begründet. Es hieß, dass die Sicherheit der Spieler nicht mehr gewährleistet war, da beim Elfmeterschießen Zuschauer (überwiegend FCS-Fans) auf dem Platz standen. Zudem machte man die Flutlichtanlage und das Schiedsrichtergespann für die Niederlage verantwortlich. Da die Erfolgsaussichten relativ mager waren, wurde der Protest kurzerhand zurückgezogen.

Eigentlich besagt ein altes Sprichwort ja: "Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht mehr zu sorgen."
Der FCS ist in dieser Situation einen anderen Weg gegangen und hat sowohl für Schaden in Form der Niederlage, als auch für den Spott der Nachbarvereine gesorgt. Betrachtet man den gesamten Jahresablauf 06 war dieses Spiel (und sein kurzes Nachspiel) auch chronologischer Tiefpunkt für den 1. FC Saarbrücken.

Persönlich kann ich diesem Urteil der Leser zustimmen, auch wenn mir selbst noch zwei Sachen einfallen:
1. Mein Favorit, die Pressemeldung zu Henkes (Fast-)Abschied, ist leider "nur" auf den 2. Platz gekommen, obwohl es eigentlich der größte Fauxpas war, der sich der FCS dieses Jahr gegenüber seinen Fans erlaubt hat.
2. Es ist schon fast erstaunlich, dass ein Ereignis gewonnen hat, welches nicht in das Engagement Henkes als Trainer fällt.

Man kann eigentlich nur mit dem Wunsch verbleiben, dass das kommende Jahr 2007 mit weniger Peinlichkeiten, Fehltritten und Dummheiten auskommt, als die Jahre 2005 und 2006!

Donnerstag, Dezember 07, 2006

Anständig blamiert

Wie man in der Saarbrücker Zeitung (SZ) heute vernehmen konnte, wollte der FCS das peinliche Pokalaus gegen Gresaubach (5:6 n.E.) beim Saarländischen Fußballverband (SFV) anfechten.

Laut SZ lagen die Gründe für diesen Protest in der Tatsache, dass beim Elfmeterschießen Fans auf dem Platz standen und somit die Sicherheit der Spieler gefährdeten. Desweiteren wurde die Leistung der Schiedsrichter und das Ausfallen der Flutlichtanlage während des Aufwärmtrainings kritisiert. Nachdem der SFV signalisierte, dass ein Protest wohl wenig Erfolgschancen hätte, zog der FCS seinen Einspruch zurück.

"Ist der Ruf erst ruiniert, lebts sich gänzlich ungeniert", wusste schon Willhelm Busch. Dass der FCS in Form von Geschäftsführer Dr. Coen diese Weisheit erneut bestätigt, passt eigentlich voll und ganz in den bisherigen Saisonverlauf. Zum zweiten Mal werden Zuschauer für den sportlichen Misserfolg verantwortlich gemacht und das eigene Versagen bleibt konsequent totgeschwiegen.

Alles in allem ist dieser Protest ein weiteres Armutszeugnis in einer Saison, die bisher von Enttäuschung geprägt war. Wenn weiterhin für jedes eigene Versagen eine (mehr oder weniger glaubwürdige) Ausrede gesucht wird, sehe ich schwarz. Den Willen nach Verbesserung auf sportlicher Ebene sucht man in SB zurzeit vergebens.