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Samstag, September 12, 2009

Blau-Schwarze treffen Blau-Schwarze

Vereint in den Farben zu sein bedeutet keineswegs Brüderlichkeit, was vor allem auf das Südwestderby SV Waldhof Mannheim gegen den 1. FC Saarbrücken zutrifft. Nach den Vorkommnissen beim vergangenen Heimspiel des SVW gegen den 1. FC Kaiserslautern II trat der historische, sowie der sportliche Wert der Begegnung in den Hintergrund, eine mediale Panikmache und befürchtete, erneute Ausschreitungen dominieren das Tagesgeschehen. Wir wollen die Aspekte beleuchten, die andernfalls in Vergessenheit geraten.

Trotz der Rivalität beider Anhängerschaften, die mitunter von einzelnen Fanclubs durchbrochen wurde (wie etwa den Katastrophentouristen, in denen sich Anhänger beider Vereine zusammengefunden haben), gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten, die weit über die identischen Vereinsfarben hinausgehen.
Eng verbunden ist die Vergangenheit des SV Waldhof Mannheim mit dem Namen Klaus Schlappner. Der Trainer mit dem Pepitahut übernahm den Verein 1980, führte ihn nach drei Spielzeiten in die Bundesliga. 1987 verließ Schlappner den Verein, um im Oktober 1988 in Saarbrücken anzuheuern. Dort blieb der Erfolgstrainer der Mannheimer zweimal erfolglos im Unternehmen Aufstieg und scheiterte in der Relegation. Im April 1991 hatte dann auch der "Schlappi"-Zauber im Ludwigspark ausgedient, obgleich er eine für heutige FCS-Verhältnisse recht lange Amtszeit aufweist.
Mit langen Amtszeiten konnte Eugen Hach nur in der Theorie aufwarten. Beim FCS im Frühjahr 2004 nach zwei Niederlagen in den wichtigen Auswärtsspielen in Siegen und Augsburg unter heftiger interner wie externer Kritik stehend kündigte Hach an, noch "mindestens vier Jahre" in Saarbrücken zu bleiben. Keinen Tag später beurlaubte man ihn und holte Horst Ehrmantraut zurück.
Die nächste Station Hachs wurde der SV Waldhof Mannheim, wo er den mittlerweile abgestürzten Ex-Bundesligisten mit einem "Drei-Jahres-Plan" wieder in die Höhen des Profifußballs hieven wollte. Im November 2004 unterschrieb er schon in Oberhausen, nach weniger als fünf Monaten Amtszeit.

In Höhen und Tiefen der gemeinsamen Namen in der Vereinshistorie, aber auch in der Leidensfähigkeit sind Waldhöfer wie Molschder vereint. Der FCS blickt auf fünf Jahre Bundesliga, der SV Waldhof auf derer sieben zurück. Der Absturz von Mannheim erfolgte nach dem Lizenzentzug ohne Durchgangsstation Regionalliga und die Folgen sind noch heute zu spüren, Fusionsbestrebungen mit dem VfR Mannheim oder der TSG Hoffenheim als Alternative zum finanziellen Aus wurden aus Fansicht als Wahl zwischen Pest und Cholera betrachtet. Der Hauptunterschied zu ähnlichen Entwicklungen beim 1. FC Saarbrücken liegt in der Realisierung, der man in Mannheim immer ein Stück näher kam. Wo man in Saarbrücken jahrelang über Sinn und Unsinn eines Stadionneubaus diskutiert, hat man in Mannheim schon lange das bundesligataugliche, aber teure Carl-Benz-Stadion stehen.

Sportlich läuft es in Mannheim den Umständen entsprechend. Vor der Saison hat man viele ältere Spieler wie Christof Babatz oder Ermin Melunovic ziehen lassen, ebenso den Ex-FCSler Echendu Adiele. Gekommen sind hierfür vor allem unbekannte, junge Spieler wie Niklas Ginter, der schon zum Stammpersonal gehört. So konnte man den Kader verjüngen und Kosten einsparen. Für FCS-Fans bleibt so Marco Laping der bekannteste Mannheimer.
Mit diesem überwiegend neuen Personal konnte man in dieser Saison erst einen Heimsieg einfahren, was für die heimischen Anhänger recht enttäuschend sein dürfte, belegte man in der letzten Saison Platz vier der Regionalliga Süd. Auf Kosten des sportlichen Erfolgs betreibt man in Mannheim Existenzsicherung.

Der FCS wird in Mannheim an das Heimspiel gegen M'Gladbach II anknüpfen müssen, will man auch in der Ferne punkten. Gegen die jungen Fohlen stand die Abwehr solide, der Erfolg kam letztlich aufgrund von Beharrlichkeit und einem Quentchen Glück zustande. Auswärts kann der FCS derzeit nur gewinnen, wenn die Abwehrleistung stimmt oder die gegnerischen Angreifer versagen, wie es in Essen geschah. Die eigenen Angreifer machen derzeit noch zu wenig aus ihren Gelegenheiten, um auch auswärts ein Spiel bestimmen zu wollen.

Vielleicht erleben wir aber auch einen ganz kuriosen Spielverlauf, wie beim aus Saarbrücker Sicht legendären 3:2-Sieg im Jahre 2001. Zu wünschen wäre es den Mitreisenden, da so wieder der Fußball die Panikmache in den Medien ablösen würde.

Links zum Spiel:

- Vorbericht SR-online.de
- SV Waldhof im Fokus der Polizei (morgenweb.de)

Freitag, September 04, 2009

Erste von vielen

Der Ligaalltag wird den FCS zum morgigen Heimspiel einholen. Das liegt nicht an der zuletzt schwankenden Leistung, sondern vielmehr an der ersten Begegnung mit einer der insgesamt acht Reservemannschaften innerhalb der Regionalliga West: Borussia Mönchengladbach II.

Wie die meisten Mannschaften, die man früher oft mit dem Zusatz "Amateure" versah, prangt auf Elf inzwischen das Etikett "U23", was auch bei den meisten Spielern tatsächlich zutrifft. Über die meiste Routine und Erfahrung verfügen die beiden 33-Jährigen in der Mannschaft, Lars Schuchardt (seit 1999 im Verein) und Marcel Podszus (früher Fortuna Düsseldorf), sowie der 27-jährige Kapitän Mirhudin Kacar. Letzterer ist mit drei Treffern der gefährlichste Torschütze der "Fohlen", obgleich er ein zentraler Mittelfeldspieler ist. Trainiert wird die Mischung aus nachgerückten Jugendspielern und einigen erfahrenen Leitspielern von Horst Wohlers, dessen prominentester Vorgänger wohl der ehemalige Nationaltrainer Kameruns Winfried Schäfer ist.

In der laufenden Saison verbucht man zwei Siege, zwei Niederlagen und ein Unentschieden für sich und ist damit nur einen Punkt vom FCS entfernt. Dieser ist nach der Niederlage in Lotte wieder auf dem Boden der Realität angelangt. Zu hoch deutete man die Siege über Essen und Münster und verkannte dabei einerseits die Fahrlässigkeit, mit der RWE im eigenen Stadion Chance um Chance verschenkte, und die Kopflosigkeit, mit der man sich in Münster derzeit herumplagt (was Trainer Schmidt demnächst auch den Kopf kosten könnte). Ob man in Saarbrücken nun einzelne Spieler oder Mannschaftsteile kritisieren mag, Tatsache bleibt, dass man erst fünf Spiele gesehen hat und sich darüber im Klaren ist, dass diese Mannschaft keineswegs zu den Abstiegskandidaten in dieser Liga gehören muss.

Um einen Absturz zu vermeiden ist vor allem eine Verbesserung der Situation in der Abwehr und im Sturm gefragt. Während die Abwehr bei mehrfachen Umstellungen auch dementsprechend mal zerstreut, mal gefestigt auftrat und am Wochenende auf die Rückkehr von Marcus Mann hofft, scheint sich der Sturm zum ersten Sorgenkind der Saison zu entwickeln. Michael Petry hat in vier Spielen ledeglich eine seiner unzähligen Torchancen in ein Tor umwandeln können, Velimir Grgic spielt solide, ist aber eher Vorbereiter als Vollstrecker. Nach dem Schließen der Transferliste muss man darauf hoffen, dass sich das vorhandene Personal in den nächsten Spielen steigert oder dass man bei den Vertragslosen fündig wird, sollte sich nichts bessern.

Morgen wird man sich gegen die erste von vielen Zweitvertretungen der Bundesligisten durchsetzen müssen. Dabei wird es auch eine Rolle spielen, ob am Länderspielwochenende einige Spieler der ersten Mannschaft als "Verstärkung" auflaufen werden. Der FCS kann nur darauf hoffen, dass die Borussia sich auf Sportlichkeit und Fairneß besinnt und mit dem üblichen Personal anreist. Alles weitere werden die Mannen in blau-schwarz zu verantworten haben, die sich nun mitten im Ligaalltag befinden.

Link zum Spiel:

- Vorbericht SR-online.de

Dienstag, September 01, 2009

Was man über Lotte wissen sollte

Die Englische Woche im September führt den 1. FC Saarbrücken in einen Ort namens Lotte. Dachte man lange, Lotte sei ledeglich die Kurzform von "Charlotte" und die berühmteste Namensträgerin Lotte Lenya, die James Bond 1963 Liebesgrüße aus Moskau mit vergifteter Messerspitze im Schuh überreichen durfte, so weiß man seit dieser Saison, dass es auch noch die Sportfreunde Lotte gibt. Das FCSBlog stellt heute Verein und Ort vor.

Die Gemeinde:

Lotte ist eine Gemeinde der Größe und Popularität von Spiesen-Elversberg und liegt nicht, wie oftmals behauptet, in Niedersachsen, sondern in Nordrhein-Westfalen und grenzt an eben jenes Bundesland, aus dem der aktuelle Deutsche Meister stammt. Die überregionale Bekanntheit von Lotte schließt selbst die Wikipedia allein auf "das Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück und den Fußballregionalligisten Sportfreunde Lotte" zurück. Das war auch schon alles, was es über Lotte zu sagen gibt.

Der Verein:


Die Sportfreunde Lotte besitzen die Vita des typischen Regionalligisten, wie er Anfang des 21. Jahrhunderts in Mode gekommen ist. Der Verein selbst existiert seit 80 Jahren, die erste Herrenmannschaft stieg 1989 in die Landesliga, 1996 in die Verbandsliga und 2004 schließlich in die Oberliga auf und erreichte 2008 die Qualifikation zur neuen Regionalliga West. Die großen Ereignisse in der Vereinshistorie abseits der Aufstiege bestehen aus jährlichen Freundschaftsspielen Freundschaftsspielen "gegen den Bundesligisten SV Meppen (0:0)" (96/97) oder der Feierstunde zu Ehren Dietmar Friedrichs, der 1999 zum 30. Mal das Deutsche Sportabzeichen erwarb.

Das Stadion:

Die PGW-Arena ist ein erstaunlich schmuckes Stadion mit einer Kapazität von 5.500 Plätzen. Schon fast legendär ist die riesige Hintertorwerbewand, bei der man als Zuschauer jeden Stürmer, ob mit Sehschwäche oder ohne, bemitleiden muss, da man innerhalb dieser Werbeflut auf den ersten Blick kein Tor erkennen kann. Generell sind die überzähligen Werbebanden (siehe dazu den Flyer des Fanprojekts) und freie Streifen zwischen Tribüne und Spielfeld die beiden größten Schwachpunkte der PGW-Arena.

Die Mannschaft:


Mit acht Punkten aus vier Spielen liegt Lotte auf dem zweiten Tabellenplatz. Tabellenführer ist kurioserweise Mainz 05 II, die im eigenen Stadion von den Sportfreunden mit 1:7 abgefertigt wurden und deshalb trotz der Spitzenreiterposition ein negatives Torverhältnis haben. Trainiert wird die Mannschaft von Maik Walpurgis, dessen Namen so mit dem Verein harmoniert, wie man es zuletzt bei Wolfgang Wolf in Diensten des VfL Wolfsburg erleben konnte. Wie Hexerei erscheint tatsächlich dieses Mainzer Ergebnis, erzielte Lotte in den restlichen drei Spielen drei Tore.

Die Aufstiegsambitionen der Sportfreunde lassen sich vor allem an den Neuzugängen ablesen. Der letztjährige Tabellenzehnte konnte mit David Czyszczon und Silvio Pagano zwei erfahrene Spieler vom Ligakonkurrenten aus Essen loseisen, der ehemalige Bundesligaspieler Alexander Thamm traf bereits zweimal, Benjamin Wingerter seinerseits einmal und mit Sidney konnte man einen zweitligaerfahrenen Abwehrspieler gewinnen. FCS-Fans kennen ihn vielleicht noch aus der Saison 04/05, als Sidney beim Saarbrücker Gastspiel in Essen für die Hausherren Rot sah.

Die Spiel:

Für den FCS wird es schwer in der PGW-Arena zu bestehen. Auch wenn der 7:1-Sieg in Mainz suggeriert, dass man vor allem einen offensiven Gegner zu erwarten habe, so ist das wahre Prunkstück der Sportfreunde Lotte die Abwehr. In beiden Heimspielen blieb man mit der neu formierten Abwehr ohne Gegentor. Nachdem sich in den letzten beiden Spielen auch die Saarbrücker Hintermannschaft deutlich stabilisiert hat, kommt es im fünften Saisonspiel vor allem auf den Sturm an, der bisher ledeglich ein Tor zu verzeichnen hat. Problematisch könnte es werden, wenn die angeschlagenen Petry und Mann nicht antreten können. Besonders im Falle Manns wäre der Ausfall umso bitterer, da er nicht nur als Abwehrchef, sondern auch als Kapitän gebraucht wird, da Marcel Rozgonyi nach seiner Roten Karte für drei Spiele gesperrt wurde.

Ob der FCS die möglichen Ausfälle kompensieren kann und ob er der hohen Belastung innerhalb dieser Englischen Woche gewachsen ist, erfahren wir morgen Abend.

Links zum Spiel:

- Vorbericht FCS-HP
- Vorbericht SF Lotte (offizielle Homepage)

Dienstag, August 25, 2009

Zwei wichtige Ereignisse

In der vergangenen Woche zeigten sich die altbekannten Mechanismen, die den 1. FC Saarbrücken seit mehreren Dekaden beherrschen. Die sportliche Leistung zu Saisonbeginn entsprach keineswegs der allgemeinen Erwartung, ungeachtet dessen, dass dem Verein das schwerstmögliche Auftaktprogramm zugedacht wurde, und im Umfeld und der Boulevardpresse wurden erste Rufe nach Konsequenzen laut. Dass es nun ruhiger werden könnte, liegt an zwei fast symbolischen Ereignissen.

Erst einmal muss man die heilende Wirkung des Sieges in Essen nennen. Marcel Rozgonyis Einschätzung einer "taktischen Meisterleistung" wurde vom Kicker Sportmagazin zwar milde belächelt, allerdings ist es der Mannschaft gelungen erstmals in dieser Saison mehr Torschüsse abzuwehren als Tore zu kassieren. Das liegt an der Leistungssteigerung von Michael Müller, der mehrere hochkarätige Chancen vereitelte, das liegt aber auch an der Umstellung der Abwehr, die mit Zydko etwas sicherer geworden ist.
So gelang den Blau-Schwarzen in Essen ähnliches wie Trier im Ludwigspark: die Chancen, die man hatte, wurden auch konsequent genutzt und der Gegner zu Fehlern gezwungen. Für diejenigen, die schon beim vergangenen Heimspiel eine Leistungssteigerung erkannten, ist der Sieg in Essen bestätigend und beruhigend, da es die 0:6-Niederlage in Neunkirchen relativiert. Für andere ist der Sieg vielleicht ein Zeichen oder Wunder.

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Wie ein Wunder wirkt auf jeden Fall das zweite Ereignis von wichtiger Bedeutung für den 1. FC Saarbrücken. Eine Stunde nachdem in Essen angepfiffen wurde trat die U23 des FCS zum Kräftemessen mit Hertha Wiesbach an. Zwischen den Pfosten stand dabei nicht etwa Jan Tjaden, sondern Enver Marina, der zuletzt beim 2:0-Derbysieg über Homburg im November das blau-schwarze Trikot anziehen durfte. Der lange verletzte Routinier machte dabei eine recht gute Figur, bewies seine Stärke in der Strafraumbeherrschung und im Zusammenspiel mit der Abwehr. Der FCS II gewann letztlich knapp mit 1:0 und die Chancen, dass Enver Marina vielleicht bald wieder für die erste Mannschaft zwischen den Pfosten steht, scheinen so hoch wie lange nicht. Sosehr die Leistung von Müller in Essen für die Freiburger Leihgabe spricht, so wünscht man sich doch nichts sehnlicher als die Rückkehr des Mannes, der vergangenes Jahr in 15 Spielen gerade einmal acht Gegentreffer bekam.

Mit diesen beiden Ereignissen kann man keine Euphorie begründen. Sie vermitteln jedoch innerlich das tief befriedigende Gefühl, dass selbst unverhofftes niemals unmöglich sein wird und dass der FCS nun wirklich in der Regionalliga angekommen ist. Und dass es auch dort nicht nur bei Tiefen bleiben wird.

Samstag, August 22, 2009

Undankbare Aufgabe im Ruhrgebiet

Es könnte in den kommenden Tagen recht turbulent im Sportfeld werden, sollte der 1. FC Saarbrücken unter Trainer Dieter Ferner nicht endlich den erlösenden ersten Saisonsieg einfahren. Die undankbare Aufgabe, welche die "Molschder" morgen in Essen zu bewältigen haben, verleiht eher den Kritikern als den Spielern Flügel.

Vor allem die Saarlandausgabe der BILD-Zeitung sorgt mit Spekulationen für Unruhe im Umfeld des 1. FC Saarbrücken. Dort zitierte man Horst Hinschberger am 21.08. mit diesen Worten:

"Wir stellen im Moment nichts und niemanden in Frage, haben vor Saisonbeginn gesagt, dass wir uns vier Spiele Zeit geben. Dann soll sich der Trainer erklären. Aber auch erst dann."

Hieraus interpretiert Daniel Fischer eine Galgenfrist für Dieter Ferner. Das mag begründet sein, allerdings ist es nicht mehr als eine Mutmaßung eines Journalisten. Dass Fischers Interpretation nicht einmal die allerbeste ist, zeigt sich an dessen Befürchtung, dass die "Galgenfrist", die er im Artikel herausstellt, nur zwei Tage vor Schließung des Transferfensters ende und vereinslose Spieler nicht unbedingt eine Hilfe für einen "kriselnden Club" darstellten.
Tatsächlich vergisst Fischer die oft praktizierte Methode, einen Vertrag mit einem ausgemusterten Spieler aufzulösen, sodass dieser als Vereinsloser während der Saison zu einem neuen Arbeitgeber wechseln kann. Auch stellt sich Daniel Fischer nicht einmal die Frage, woher das Geld für weitere Verstärkungen kommen soll. Eine Geldstrafe aufgrund der jüngsten Ereignisse beim Spiel in Neunkirchen dürfte eine zusätzliche Belastung des Budgets darstellen.

Wichtiger als alle Gedankenspiele, die ledeglich Verwirrung stiften und die vorhandene Unruhe verstärken, ist die Partie in Essen. Man sollte sich nämlich keineswegs dem Gedanken hingeben, der FCS sei morgen chancenlos.

Rot-Weiss Essen ist keineswegs befriedigend in die neue Saison gestartet. Einem 2:0-Heimsieg über die U23 des 1. FC Kaiserslautern folgte eine knappe Niederlage beim Rekordspiel (16.492 Zuschauer) in Gelsenkirchen, welche zumindest im Fanlager für Verstimmung gesorgt hat. Damit steht nicht nur der FCS unter Zugzwang, sondern auch Thomas Strunz und Uwe Erkenbrecher, die mit ihrer Mannschaft als Favorit auf den Aufstieg gelten wollen. Für dieses Ziel hatte man sich vor Saisonbeginn im Südwesten der Liga umgesehen und drei Spieler des Vorjahreszweiten aus Kaiserslautern, sowie Holger Lemke und Denny Herzig von der SV Elversberg unter Vertrag genommen. Alles andere als ein Sieg würde man in Essen als Enttäuschung auffassen.

Dennoch: der FCS ist nicht ohne Chance im Duell der Traditionsvereine. Man wird zwar weiterhin auf die wichtigen Stützen in der Defensive, Dafi und Marina, verzichten müssen, allerdings hat die Abwehr im Trier-Spiel schon einen weit stabileren Eindruck als in Neunkirchen vermittelt, was vor allem Alexander Otto und Marcus Mann zu verdanken war. Auch in der Offensive waren Ansätze zu erkennen, auf denen die Mannschaft in Essen aufbauen kann. Während man gegen Elversberg keinen einzigen Torschuss herausspielte, hatte man gegen Trier vor allem in der zweiten Halbzeit eine Vielzahl von guten Torgelegenheiten. Daran muss man auch dann anknüpfen, sollten die angeschlagenen Grgic und Zimmermann nicht bis zum Anpfiff genesen.

Für den FCS ist es vor allem die Chance zu einem ersten Befreiungsschlag. Sollte auch diese nicht genutzt werden, ist es unvermeidbar, dass man sich seitens des Vereins Gedanken über personelle Konsequenzen macht, allerdings sollte man auch dann noch berückrichtigen, was für eine undankbare Aufgabe dem FCS mit diesem Auftaktprogramm zugedacht wurde.

Links zum Spiel:

- Im Schatten der Tribüne (RWE-Blog)
- Vorbericht Rot-Weiss Essen
- Vorbericht SR-online.de

Mittwoch, August 19, 2009

Fast vier Jahre

Sollte morgen, wie erwartet, das Urteil gegen vier ehemalige Ordnungskräfte gefällt werden, so wird unter die Ereignisse vom 6. November 2005 damit nach langen Jahren des Wartens ein Schlussstrich gezogen. Damals erlebte der Verein eines der dunkelsten Kapitel, was die Kommunikation zwischen Vereinsoffiziellen und normalen Fans anbelangt.



An jenem Tage saß ich zu Spielbeginn auf der Vortribüne der Gegengerade. Anders als bei den vorherigen Spielen befand ich mich nicht im E-Block, der erst seit kurzem den Beinamen "Virage Est" trug. Das lag einerseits an der Enttäuschung über die sportliche Talfahrt, dem überstürzten Rauswurf von Horst Ehrmantraut, aber speziell an diesem Tage auch daran, dass ich mir das Spiel mit meinen Eltern ansehen wollte. So kam es, dass ich diesmal von den Sitzplätzen mitansehen musste, wie sich ein desolater FCS von abgeklärten Rostockern vorführen ließ.
Ich war schon von Spielbeginn an verwundert darüber, dass man aus dem E-Block weder akustisch noch optisch ein Anzeichen von Leben vernehmen konnte, schob das aber auf einen möglichen Protest, wie er schon beim 1:1-Unentschieden gegen Burghausen zu sehen war. Auch schob ich es auf den allgemeinen Unmut, den die drohende Niederlage gegen die Hansa-Kicker verursachte, als Menschenströme während der ersten Halbzeit den D-Block verließen.
Nach Ende des ersten Durchgangs wollte ich dann doch genauer wissen, was vor sich ging, und verließ den Tribünenplatz, um kurz den E-Block zu besuchen. Als ich ankam, hatten sich schon verschiedenste Fans aus D- und E-Block vor der Saarlandhalle versammelt, die fassungslos über das berichteten, was vor Spielbeginn in der Virage Est passiert war. Ein vereinskritisches Plakat mit den Worte "Gegen das Söldnerpack" sollte auf Geheiß des Vereins entfernt werden, daraufhin gingen Ordner mit äußerster Brutalität auf Fans los, die keinerlei Gewaltbereitschaft gezeigt hatten. Kritische, mündige Fans wurden mit Knüppel und Fäusten von Ordnern attackiert.

Was in der zweiten Halbzeit folgte, sind wohl Szenen, die ich für mein Leben nicht vergessen werde. Fans unterschiedlichster Coleur vereinigten sich zu einer spontanen Demonstration, die zuerst zum F-Block führte. Dort hatte der Ordnungsdienst nun versucht die Situation auf eine ganz eigentümliche Weise zu lösen: man sperrte die Besucher des F-Blocks ein. Dieses seltsam anmutende Bild provozierte bei einigen Zuschauern noch größeren Unmut, da diese nun über den Zaun ins Freie kletterten und sich der spontanen Demonstration anschlossen. Dabei entdeckte ich von Zeit zu Zeit stets zivile Polizeibeamte inmitten des Pulks. Trotzdem schien die Situation fest in der Hand der FCS-Fans, die mit Gesängen und vereinzelten Bengalos von außerhalb des Stadions auf sich aufmerksam machten. Irgendwann, als ich am Zaun des A-Blocks stand, fiel der Anschlusstreffer durch Yilmaz Örtülü, was die Menge, wie auch mich, spürbar kalt ließ.
Im A-Block sollte sich die Spontandemonstration am Ende des Spiels sammeln, um dort trotz des Versuchs der Zensur am Ende das geplante Plakat zum Söldnerpack doch noch zu präsentieren, ein Plakat als Zugabe benutzte dabei noch drastischere Worte. Fast seltsam mutete es am Ende an, dass sich selbst Gästefans aus Rostock mit den Saarbrücker Demonstranten solidarisierten und gemeinsam noch weit nach Abpfiff sangen.

Was folgten waren Fantreffen ohne Vereinsoffizielle, ein recht großes Medienecho für ein Fanthema, Entschuldigungen und Rechtfertigungsversuche der Vereinsspitze, eine weitere Demonstration und letztlich der sportliche Abstieg. Auch aufrüttelnde Plakate und die breite Protestwelle konnten dies nicht verhindern.

Der lange Rattenschwanz, den Rostock nach sich zog, scheint mit dem morgigen Urteil ein Ende zu finden, auch wenn die Folgen andauern. Für zukünftige Generationen von Vereinsoffiziellen kann dies nur ein warnendes Beispiel sein, dass die Meinungsfreiheit ein wichtiges Gut darstellt und man gerade die Kritik der Fanbasis ernst nehmen sollte, auch wenn sie selten bequem sein wird. Worte haben noch immer ihren Weg gefunden, egal wie viele Knüppel man ihnen zwischen die Beine werfen wollte.

Links zum Thema:

- FCS-Prügelordner geständig (SR-online.de)
- DDR-Revival-Party im Park! (ludwigspark.de-Blog)

Dienstag, Juli 28, 2009

Schalke 04 im Ludwigspark

Die Fanszene diskutiert seit Wochen im Internet und morgen ist es soweit: der FC Schalke 04, Bundesligist, gastiert im Saarbrücker Ludwigspark. Dabei fällt vor allem positiv auf, dass es um diese Begegnung, anders als beim Gastspiel der Bayern, verhältnismäßig ruhig geblieben ist. Und das aus mehreren Gründen.

Zunächst sollte man die trivialste Feststellung, nämlich die dass der FC Schalke 04 eben nicht der FC Bayern München ist, betrachten. In Zahlen gemessen besitzt die Münchener knapp 177.000 Fanklubmitglieder, während beim Ruhrpottverein beim 72.000 Anhänger in einem eigenen Verband organisiert sind. Dies beinhaltet zwar noch keineswegs die zahlreichen Sympathisanten in ganz Deutschland, allerdings lässt sich leicht abwägen, dass diese beim Rekordmeister stärker vertreten sind.
Dies führte auch dazu, dass der Auftritt der Bayern trotz einer mehr als kurzen Vorlaufszeit von einer Woche ausverkauft war und für das morgige Spiel im Vorverkauf "nur" 14.000 Karten abgesetzt wurden, obwohl schon vor einem Monat bekannt wurde, dass der Bundesligist im Ludwigspark gastiert.

Generell muss man auch lobend erwähnen, dass man dieses Freundschaftspiel zugunsten der Rudi-Kappés-Stiftung abhält. Dies stellt das Schalke-Spiel in einen ehrlicheren Kontext als das Bayern-Spiel, welches im "Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Wiedereingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland" abgehalten wurde, was bei der recht kurzfristigen Ansetzung und der Tatsache, dass ein eigentlich geplanter Kick des Rekordmeisters in der Türkei aus "organisatorischen Gründen" abgesagt wurde, doch recht unglaubhaft war. Zumindest für die Leute, die solchen "Events" und "Spektakeln" generell eher skeptisch gegenüberstehen.

Dies liegt wohl auch daran, dass der sportliche Wert dieser Partie für beide Mannschaften recht überschaubar ist. Jeder, außer ein paar zu großzügigen Optimisten, rechnet fest mit einer Niederlage, wobei man anhand der Höhe der Gegentreffer bei einem oder zwei Ehrentreffern sogar noch etwas aus dieser Partie herauslesen will. Aus sportlicher Sicht wäre selbst ein überraschender Sieg des FCS mehr als unpassend, da er zu maßloser Selbstüberschätzung der Mannschaft und der Fans führen könnte, wenn nicht gar müsste. Aber zum Glück ist dieser Gedanke viel zu kühn, als dass er ausgesprochen noch eintreten könnte.

Das Beste lässt sich aus solch einer Partie machen, indem man für 90 Minuten den Stress, den einen in der Liga ständig umgeben wird, vergisst, bei nicht vollends ausverkauftem Ludwigspark auch noch freie Sicht auf das Spielfeld besitzt und dieses Freundschaftsspiel wie jeden anderen Fußballnachmittag im Sommer behandelt.
Man kann für ein paar Momente in nostalgischer Erinnerung schwelgen und sich an den letzten Auftritt der Schalker in Saarbrücken erinnern, als noch ein gewisser Klaus Toppmöller den FCS trainierte und Vizepräsident Ebertz selber zwischen den Pfosten stand. Man kann, aus Vereinssicht, darauf hoffen, dass sich dieses Gastspiel eines Bundesligisten als positive Werbung für den Verein verkaufen lässt und für weitere Spiele dieser Art und einen Fanzuwachs sorgt.

Man darf nur eines nicht: dieses Spiel zu ernst nehmen.

Link zum Thema:

- 20.000 gegen Schalke? (SR-Online.de)

Sonntag, Juli 26, 2009

Was Carsten denkt (26)

Einen wunderschönen Guten Morgen!

Nachdem der letzte Beitrag vom vergangenen Mittwoch stammt, bin ich einen kleinen Beitrag schuldig. Schließlich ist die Drei-Tage-Grenze bereits überschritten und mit jedem Blick ins Blog, der keinen neuen Beitrag verheißt, wächst ein unangenehmes Gefühl heran.

Bei unangenehmen Gefühlen muss ich beim heutigen Sonntagmorgen anfangen. Ich spüre immer noch leichte Nachwirkungen des gestrigen Tages, was mir beweist, dass es wohl besser gewesen wäre, doch vor dem Fußballturnier der Virage Est noch einige Trainingseinheiten einzulegen. Aus sportlicher Hinsicht bin ich dabei mehr als zufrieden. Die Leuchtturm-Redaktion nahm unter dem klangvollen Namen "Lighthouse United" an diesem Turnier teil, das in vierter Auflage schon nicht mehr aus der Sommerpause wegzudenken ist, und schied im Endeffekt eher unglücklich in der Vorrunde aus. Mit nur vier Redakteuren waren wir dabei aber auch auf die Hilfe von Gastspielern angewiesen, wie man fairerweise eingestehen muss. Der Rest unserer Spieler trat im Leuchtturm-Dress an, dessen Entstehungsgeschichte an dieser Stelle einmal kurz behandelt werden sollte.

Auf der Suche nach einem möglichst preiswerten Trikotsatz klapperten Bobbes und ich die Saarbrücker Innenstadt ab, bis wir dann ein Einsehen hatten und bei einem bekannten Textil-Discounter fündig wurden. Als nächstes Problem stellte sich dann die Beschriftung der Hemden, da es ziemlich einfallslos wäre, mit unifarbenen Trikot anzutreten. Und dunkelblau unterscheidet sich beim Fußballspielen auch nicht dermaßen von schwarz, wie mancher Spieler nach einem Fehlpass schon feststellen konnte. Am Ende griff man zu weißer Textilfarbe und Bobbes zeigte sein Talent als Trikotdesigner, indem er die T-Shirts mit schlichten Rückennummern und dem Schriftzug "LEUCHTTURM" auf der Brust verzierte. Das Ergebnis ließ sich sehen.

Was das Turnier auch recht sympathisch machte, war die Teilnahme von Mannschaften aus Nancy und Düsseldorf. Bei letzteren haben wir dann irgendwann mit Überraschung festgestellt, dass auch Redakteure des Düsseldorfer Fanzines "Der Schlossturm" den Weg ins Saarland gefunden hatten. Diese bekamen irgendwann mit, dass unsere Redaktion am Turnier teilnahm und so kam der Kontakt recht zufällig zustande, indem man uns plötzlich mit zwei Ausgaben des Schlossturms vor die Nase hielt. Wir bedankten uns für die Aufmerksamkeit, man unterhielt sich über eigene Blatterfahrungen, die bei den Düsseldorfen schon mehrere Jahre zurückreichen und tauschte sich darüber aus. Eine nette Sache!

Und damit wäre zumindest erklärt, warum hier in den letzten Tagen so wenig zu lesen war. Ich hätte über die Verkaufszahlen zum Schalke-Spiel in der kommenden Woche schreiben können, aber ehrlich gesagt bin ich nicht der "Zahlenmensch" (D. Weller), den das brennend interessieren würde. Ich bin im Übrigen auch recht zufrieden damit, dass dieses Spiel wohl im Gegensatz zum Testkick gegen Bayern Anno 2007 eher nicht ausverkauft sein wird. Die Organisation bei diesem Spiel damals war eher ein Reinfall.
Natürlich könnte ich auch darüber spekulieren, ob Enver Marina je wieder fit wird, wie es seit einigen Tagen in den Fanforen gemacht wird. Aber diesem Stoff hat sich bereits die BILD-Zeitung gestern angenommen und da ich das gestrige Testspiel gegen Grevenmacher (3:0) nicht besucht habe, gibt es wenig, über das ich berichten könnte.

Schließen möchte ich den Beitrag also mit dem einzigen Thema, was mit am heutigen 26. Juli einfällt und mit dem FCS verbunden sein könnte:

Herzlichen Glückwunsch Felix Magath!


Ich verabschiede damit mich bis zum nächsten Male und verspreche wieder (bessere) Themen.

Carsten

Dienstag, Juni 23, 2009

Der Fall Zeitz

Manuel Zeitz steht dieser Tage wie kein anderer FCS-Spieler im Fokus, nicht aus Sicht der Medien. Das mag kaum verwundern, gilt er als Juwel des 1. FC Saarbrücken, das der hohen Belastung in A-Jugend und 1. Mannschaft trotzte und eine Schlüsselrolle in beiden Mannschaften einnahm. Während die A-Jugend in der Aufstiegsrelegation zur Bundesliga knapp an Darmstadt scheiterte, gab es in der Oberliga Südwest den ersten FCS-Aufstieg seit 2004.

Da verwundert es kaum, dass die Clubs ihre Fühler nach dem talentierten Mittelfelder ausstrecken. Im Fall von Zeitz kann man allerdings von "dem Club" sprechen, nämlich dem Bald-Bundesligisten 1. FC Nürnberg. Laut BILD-Zeitung soll die gebotene Ablösesumme der Franken bei 250.000 Euro liegen. Während Spielerberater Guido Nickolay von einer konkreten Anfrage sprach, schloss Vizepräsident Ebertz gegenüber der Saarbrücker Zeitung einen Wechsel von Zeitz kategorisch aus:

Es gibt kein konkretes Angebot vom 1. FC Nürnberg, nur einen Anruf. Aber das ist völlig belanglos.


Neben diesem ganz speziellen, tiefsitzenden Konflikt zwischen Verein und Spielerberater muss dennoch eine Frage geklärt werden: wovon profitieren sowohl Zeitz, als auch der Verein?

Für einen sofortigen Wechsel von Zeitz spricht zunächst einmal die Ablöse. Eine Viertel Million Euro würde den Saisonetat beträchtlich aufstocken, sodass weitere Verstärkungen für die Regionalliga möglich wären. Zudem hat man im Mittelfeld mit Nico Zimmermann einen Spieler verpflichtet, der den Part von Zeitz übernehmen könnte.
Desweiteren spielt die Zufriedenheit eine große Rolle. Wenn ein Wechsel am Unwillen des Vereins scheitert, so schlägt sich das oft in der Leistung des betreffenden Spielers nieder, die merklich nachlässt. So würde man auch ohne Wechsel letztlich die Mannschaft schwächen.

Vorsicht ist allerdings geboten, wenn man einmal die Probleme im Fall Zeitz aufzeigt.

Zunächst erweckt die Verbindung des Spielerberates nach Nürnberg nicht den Eindruck, rein aus sportlichen Gründen zu bestehen. Nach Frantz und Wollscheid wäre Zeitz der Dritte, der in den Aktivenbereich wechselt, zudem schließen sich vier Spieler der B-Jugend des FCS im Sommer den Franken an. Frantz spielte sich zwar in die erste Elf der Zweitligamannschaft, verlor seinen Platz allerdings in der Endphase der Saison wieder. Auch bleibt die Frage, ob man dauerhaft bei einem Bundesligisten mit eigenem Nachwuchsleistungszentrum Gefallen daran haben wird, stets neue Spieler von einem einzelnen Verein integrieren zu müssen. Vielmehr scheinen in diesem Falle wirtschaftliche Interessen den sportlichen Teil in den Schatten zu stellen.

Für Zeitz bedeutet dies gleichzeitig die Frage, ob dieser Sommer auch der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel ist. Mit 18 Jahren hat er bereits eine volle Saison für den FCS absolviert, allerdings profitierte er auch von einer erfahrenen Mannschaft mit einem erfahrenen Trainer in einer Liga aus Feierabendfußballern. Die Regionalliga wäre ein weiterer Schritt in der Reifung des Spielers Zeitz, der sich zwar auch weiterhin als Stütze des FCS beweisen muss, allerdings in Nürnberg unter einem größeren Konkurrenzdruck stünde, zunächst womöglich erst in der Reservemannschaft. Hier liegt die Gefahr sehr hoch schnell verheizt zu werden, den Anforderungen nicht gerecht zu werden und am Ende nur auf wenige Einsätze zu kommen.

Das Talent von Zeitz ist unbestritten, allerdings kamen und verschwanden schon viele talentierte Jungfußballer nach einem Wechsel zum falschen Zeitpunkt oder zum falschen Verein. Der beste Weg ist für Zeitz und den FCS in der Saison 2009/2010 ein gemeinsamer durch die Regionalliga West. Im Sommer 2010 wird man dann sehen, ob Zeitz wirklich 250.000 Euro oder gar mehr wert ist und dann kann man sich von beiden Seiten wieder an einen Transfer wagen. Dann wird auch das FCS-Präsidium offener mit diesem Thema umgehen.

Mittwoch, Juni 17, 2009

Weitere Neuzugänge für die Saison 09/10

Man kann den FCS-Verantwortlichen, zumindest was die Seite der FCS-Herren betrifft, derzeit nicht vorwerfen auf der faulen Haut zu liegen. Die Mannschaft befindet sich noch in der wohlverdienten Ruhepause vor dem Trainingsauftakt am 5. Juli, während der Verein regelmäßig bekannt gibt, wer alles in der kommenden Saison das neue blau-schwarze Trikot überstreifen wird. Seit der letzten Bestandsaufnahme vor drei Wochen hat es wieder drei Neuverpflichtungen gegeben, die man näher betrachten sollte.

Marc Lerandy:

Der 27-jährige Deutsch-Franzose ist ein weiterer Mann für die Abwehr, genauer gesagt die Innenverteidigung, und kommt vom VfR Willstätt. Es mag einem an dieser Stelle vielleicht etwas seltsam vorkommen, denn Willstätt ist Bezirksligist und verpasste in dieser Saison knapp den Klassenerhalt. Warum sich Dieter Ferner dann ausgerechnet für einen Spieler eines Bezirksligaabsteigers entschieden hat, lässt sich erst anhand der Vita Lerandys klären: zuvor für Pfullendorf spielend pausierte Lerandy nach Vertragsstreitigkeiten im Sommer 2008 ein halbes Jahr, um sich erst in der Winterpause den Willstättern anzuschließen. Der ehemalige Pirmasenser kann also immerhin Drittligaerfahrung vorweisen, wenn auch gerade einmal 33 Spiele für den SC Pfullendorf. Es bleibt abzuwarten, ob er sich nach dem Bezirksliga-Intermezzo dauerhaft in der Regionalliga etablieren kann.

Nico Zimmermann:

Ganz und gar nicht unbekannt ist Nico Zimmermann. Bis Anfang 2007 spielte der aus der FCK-Jugend stammende Zimmermann für den FCS, zumeist blieb es jedoch bei Auftritten in der 2. Mannschaft, wo er meist überzeugte. Nicht überraschend kam zusammen mit den anderen unzufriedenen Reservisten Florian Weber und Pascal Olivier der Wechsel nach Elversberg. Nach eineinhalb durchwachsenen Jahren folgte in dieser Saison der Durchbruch, während Weber und Olivier scheiterten.
Die Zahlen sprechen für den 23-Jährigen: in 30 Spielen für die SVE traf er sechsmal und bereitete zehn Treffer vor. Zudem gilt der defensive Mittelfeldmann als guter Standard-Schütze, was dem FCS nicht schaden kann, blieben diese 2008/2009 doch relativ harmlos.
Unumstritten ist Zimmermann jedoch nicht, vor allem aufgrund seines Wechsels nach Elversberg. Die Voraussetzungen sind jedoch vorhanden, um sich diesen verlorenen Kredit wieder einzuspielen.

Marcus Mann

Der Mann mit dem eingägigen Namen kommt direkt aus der 3. Liga von den Stuttgarter Kickers und ist der vierte Neuzugang für die Abwehr. Ebenfalls für die Innenverteidigung geholt, kann sich die Statistik des 25-Jährigen durchaus sehen lassen: mit 3085 Minuten Spielzeit in 35 Spielen war er einer der Aktivposten seiner Mannschaft. Relativiert wird diese Zahl allerdings durch die Tatsache, dass die Stuttgarter Kickers zu Saisonende als Tabellenletzter abstiegen und zudem neben den meisten Niederlagen auch die meisten Gegentore in der Saison kassierten.
Akuter Geldprobleme seines Noch-Vereins ist es wohl geschuldet, dass der FCS einen Spieler aus der 3. Liga verpflichten konnte. Für einen Innenverteidiger stehen bei einem Wechsel in eine tiefere Liga die Chancen auf einen Stammplatz immerhin nicht schlecht.

Zwei Innenverteidiger und ein defensiver Mittelfeldspieler zeigen weiter die Tendenz, dass der FCS sich einerseits in der Defensive, andererseits in der Kaderbreite verstärkt. Das ist auch notwendig, offenbarte die beste Abwehr der Oberliga Südwest doch zu Saisonende hin die ein oder andere Schwäche. Damit diese Anfälligkeiten nicht von den Gegnern in der Regionalliga bitter bestraft werden, ist es nur konsequent gerade hier auf dem Transfermarkt gezielt zu suchen.
Eine Frage bleibt jedoch weiterhin ungelöst: wen präsentiert uns Dieter Ferner als Nachfolger für Nazif Hajdarovic?
Die Antwort darauf werden wir sicherlich noch früh genug erfahren.

Mittwoch, Mai 27, 2009

Erste Personalien 09/10

Die Saison in der Oberliga Südwest hat am vergangenen Samstag ihr unspektakuläres und unglanzvolles Ende gefunden, die Fußballwelt schaut heute Abend nach Rom zum Finale der UEFA Champions League und beim FCS wird diskutiert wie eh und je, mal über das neue Trikot, mal über die Erhöhung der Eintrittspreise oder aber über die bereits feststehenden Neuzugänge. Auf diese werfen wir nun einen kurzen Blick.

Tim Bauer:

Sein Wechsel wurde vor Wochen bereits vermutet, noch öfter gefordert und nun ist er Realität geworden, Tim Bauer kommt von der Regionalligamannschaft des 1. FC Köln (U23) zum 1. FC Saarbrücken. Werden die einen noch nie etwas von dem Spieler mit dem Allerweltsnamen gehört haben, so ist den anderen Bauer ein fester Begriff. Bis 2004 kickte der 21-Jährige in der FCS-Jugend, danach wurde er von Köln abgeworben.
Man erhofft sich viel vom Linksverteidiger, der in der noch laufenden Regionalliga-Saison in 25 Spielen bisher drei Tore und fünf Vorlagen für sich verbuchen konnte und mit seiner Mannschaft einen mehr als ordentlichen dritten Tabellenplatz belegt. Die Position auf der linken Außenseite gilt seit Jahren als Schwachstelle des FCS, meist waren Lösungsansätze aufgrund der hohen Spielerfluktuation alles andere als nachhaltig. Zuletzt war diese Position meist mit Lukas Kohler besetzt, einem gelernten Mittelfeldspieler.

Jonathan Zydko:

Jeder, der die Etappen des Saarbrücker Niedergangs mitverfolgt hat, kennt den Namen Jonathan Zydko, was direkt die Problematik dieser Neuverpflichtung offenbart: warum holt man ausgerechnet einen Spieler zurück, der in zwei scheiternden FCS-Mannschaften auflief?
Geht man einen Schritt weiter und schaut sich die Leistungsdaten der letzten Saison Zydkos hat, fühlen sich die Zweifler bestätigt: für UN Käerjeng 97 lief Zydko in 20 Spielen auf, brachte es auf jeweils ein Tor und eine Torvorlage und die stolze Zahl von insgesamt 11 Gelben Karten. Wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um die höchste Spielklasse Luxemburgs handelt, deren sportliches Niveau irgendwo zwischen Dritter Liga und Saarländischer Verbandsliga anzusiedeln ist, stimmen einen diese Fakten nicht sehr positiv.
Dennoch könnte Jonathan Zydko einige Lücken beim 1. FC Saarbrücken füllen: zum einen handelt es sich bei ihm um einen sicheren Elfmeterschützen (und ein solcher hat in dieser Saison definitiv gefehlt), zum anderen sorgt der Ausfall von Caner Metin, der wohl ein Jahr verletzt pausieren wird, für Nachholfbedarf auf der rechten Außenposition in der Abwehr.
Zydko startet nicht unter besten Voraussetzungen, könnte aber unter diesen Umständen den verlorenen Kredit bei den Zuschauern wieder einspielen.

Michael Müller:


Ein gänzlich unbekannter Torhüter aus dem Breisgau soll in der kommenden Saison, warscheinlich auf Leihbasis, beim FCS wirken. Auffällig ist dabei zum einen die allseits bekannte Saarbrücker Spielerberaterfirma, die auch Müller unter Vertrag hat, zum anderen die recht durchwachsene Bilanz von Müller, der in bislang 18 Einsätzen für die Regionalligamannschaft des SC Freiburg nur in drei Spielen die Null festhielt und seit dem 23. Spieltag keine Partie mehr bestritten hat. Den recht hohen Schnitt von mehr als zwei Gegentoren pro Spiel hat, wenn wir nicht ungerecht werden wollen, keine große Aussagekraft, rangiert die Mannschaft des SCF II derzeit auf dem zwölften Tabellenplatz.
Man darf wohl davon ausgehen, dass der 19-jährige Schlussmann in erster Linie verpflichtet wurde, um die Torhüter in der Breite zu stärken, da Stelletta und Seel den Verein verlassen, der Verbleib von Rott und die weitere Ausfallzeit von Marina weiterhin ungewiss sind.

Die ersten Schritte für den FCS-Kader 2009/2010 sind getan, die punktuellen Verstärkungen in der Abwehr machen Hoffnung auf eine vernünftige Einkaufpolitik in diesem Sommer, allerdings muss nun auch für die Offensive nach Verstärkungen gesucht werden. Die größte Lücke hinterlässt nämlich kein Torwart oder Abwehrspieler, sondern Nazif Hajdarovic.

Links:

- FCS verstärkt sich für die Regionalliga (FCS-HP)
- Saarbrücken leiht Müller (transfermarkt.de)

Freitag, Mai 22, 2009

Adieu Oberliga!

Der 2. Juni 2007 scheint eine Ewigkeit her. Zumindest in den vergangenen Wochen, denn sonst war er so allgegenwärtig wie viele andere Tage der Regionalligasaison 2006/2007. Namen wie Jonathan Jäger, Mahir Saglik oder Mike Frantz, die heute im Profifußball keine Unbekannten sind, waren dabei, als der FCS in die Oberliga abstieg. Es macht die Zeit zwischen diesen beiden Momenten, Juni 07 und Mai 09, umso unwirklicher.

Seine zweijährige Oberligaodyssee beendet der 1. FC Saarbrücken morgen in Mechtersheim. Mechtersheim, gerade mal ein Ortsteil der Gemeinde Römerberg, steht dabei symbolisch wohl ganz am Ende und veranschaulicht sowohl zwei Jahre bitterste Tristesse als auch den Wandel, den die Mannschaft im Sommer 2008 vollzog. Beim ersten Gastspiel in der vergangenen Saison ging es noch ins größere Südweststadion nach Ludwigshafen, der FCS war der Fremde auf der Durchreise in einer Liga weniger Glanzlichter, die dabei nur bedingt strahlten, und gewann am Ende nur knapp mit 1:0.
Der FCS verpasste nach schwacher Rückrunde in seiner ersten Oberligasaison den Aufstieg, offenbarte die eigene Überheblichkeit, die überhaupt erst zum tiefen Fall geführt hat.

Ironischerweise beendet man das Kapitel Oberliga nun nicht mehr auf dem "Ausweichplatz" in Ludwigshafen, sondern in Mechtersheim, wo die FCS-Fans ein sportplatzähnliches Gebilde, wie so oft in dieser Saison erwartet. Die Fans mussten Demut lernen, mussten die harte Realität des zweiten Oberliga-Jahres in Form vieler Sportplätze, matschiger Stehränge und notdürftiger Rostwurstbuden erfahren. Die Spieler mussten ebenfalls Demut lernen, bekamen statt eines kumpelhaften Dampfplauderers einen erfahrenen Trainer, der eine Mannschaft formte und vorhandene körperliche Schwächen eingrenzte. Und das war auf den Sportplätzen der Oberliga dringend nötig.

Nur noch wenige Zuschauer besuchten die vergangenen Spiele des FCS, nur noch wenige Worte werden über die Oberliga verschwendet und auch der Verein offenbarte erste Personalien der Zukunft: Tim Bauer und Jonathan Zydko, die beide nach Saarbrücken zurückkehren werden. Für andere, die den Weg durch die Oberliga bestreitet haben, endet dagegen dieses Kapitel in der Geschichte des 1. FC Saarbrücken morgen. So ist diese Begegnung in Mechtersheim die letzte Chance, noch einige Momente einer scheidenden Zeitrechnung einzufangen, die stets zwischen Gut und Böse, zwischen Verzweiflung und Aufbruch pendelte. Ob die Zukunft für den FCS mit zwei Rückkehren gänzlich Neues mit sich bringt, erfahren wir morgen noch nicht, dafür kann man sich vorbehaltslos dem Wunsch der Heimmannschaft anschließen, der auf der offiziellen Vereinsseite nachzulesen ist:

Freuen wir uns auf ein unterhaltsames Match.


Mehr kann dieses Spiel nämlich nicht werden.

Links:

- FCS verstärkt sich für die Regionalliga (FCS-HP)
- Oberliga-Endspurt (SR-Online.de)

Freitag, Mai 15, 2009

Raus aus der Oberliga!

Zwei Niederlagen hintereinander und noch keine Trainerdiskussionen wären vor einigen Jahren in Saarbrücken wohl undenkbar gewesen, vor allem dann, wenn man kurz vor Saisonende gegen die direkte Konkurrenz gepatzt hätte. Schließlich steht der FCS auch als Aufsteiger fest, was ihn allerdings nicht davon entbindet, die Oberliga Südwest mit Anstand aus dem Ludwigspark zu verabschieden.

Der TuS Mayen als Vertreter eben jener ungeliebten Liga weckt nicht zuletzt schmerzliche Erinnerungen an die vergangene Saison. Eine 1:2-Niederlage in Mayen versetzte der damaligen Kaminski-Elf einen herben Dämpfer im Aufstiegsrennen und machte die Arbeit der vorherigen Spiele, in denen man die späteren Aufsteiger Trier und Mainz II niederkämpfte, gar zunichte. Dass Mayen selbst nur eine sehr durchwachsene Runde spielte und auf Rang 13 landete, macht diese Niederlage nur noch unverständlicher.
Der 13. Tabellenplatz wird auch derzeit von eben jenem Verein aus Mayen belegt, der die letzten beiden Heimspiele zwar verlor, allerdings seit Mitte März auswärts ungeschlagen ist. Diese Serie könnte im Ludwigspark reißen.

Auch beim FCS rissen zuletzt mehr Serien, als einem lieb sein konnte. Zunächst verlor man mit dem Spiel in Homburg das erste Spiel in der laufenden Oberliga-Spielzeit, dann folgte in Pirmasens sogleich die zweite Niederlage und zu allem Überfluss rissen bei einigen Spielern die Nerven. Am Mittwoch sahen Sammer Mozain und Marcel Rozgonyi die Rote Karte, Ferner und Fellhauer wurden des Platzes verwiesen und Nazif Hajdarovic verwickelte sich nach dem Schlusspfiff in Handgreiflichkeiten. Dies mag wohl auch der inkosequenten Leistung eines völlig überforderten Schiedsrichters geschuldet sein, der die harte Vorgehensweise der Hausherren nicht mit Karten eindämmte, zudem haben laut Saarbrücker Zeitung rassistische Beleidigungen die Stimmung dementsprechend aufgeheizt. Allerdings spricht all das keinen FCS-Akteur von dem Vorwurf frei, sich mit diesem Spiel die Fair-Play-Wertung und den Abgang aus der Oberliga gründlich vermiest zu haben.

Mit Freibier-Coupons und einem Sieg über Mayen will man sich nun also aus der Oberliga verabschieden. Das kommt auch mehr als gelegen, die vergangenen Spiele waren fußballerische Rohkost und trotz einseitiger Ergebnisse nicht immer glanzvoll. Wichtig wäre es da gerade im letzten Heimspiel mit einer fairen Spielweise aufzutrumpfen und noch einmal den Fußball der Hinrunde zu zeigen, der für den Erfolg dieser Saison stand. Auch wenn man von der Oberliga mittlerweile übersättigt ist, darf man nicht so wirken, als hätte man keinen Hunger mehr auf die Regionalliga. Zwei Spiele muss man noch aushalten können.

Links zum Spiel:

- Freibier zur Meisterschaft (FCS-Homepage)
- Vorberichte SR-Online.de
- Rassistische Äußerungen beim FCS-Spiel? (sol.de)

Mittwoch, Mai 13, 2009

Der FCSBlog-Liveticker (Pirmasens 08/09)

18:45 Uhr: Neuauflage also im FCSBlog. Schon 2008 war das Bloggen parallel zum FCS-Fanradio mit einem 4:0-Auswärtssieg versüßt worden. Auch diesmal?

Wirges09 011

18:48 Uhr: Gestartet ist das Radio noch nicht, aber das Foto lässt diesen Liveticker schonmal etwas bunter erscheinen.
18:54 Uhr: Leergut mit "Wir kommen wieder" im Fanradio. Hört sich schonmal so an, als wäre die Anlage jetzt betriebsbereit. Wollen wir selbiges von den Moderatoren auch hoffen.
18:59 Uhr: "Wir dürfen ein bestimmtes Wort nicht mehr sagen." Petry darf man trotzdem noch schreiben, da ergibt sich ja der Unterschied zum Homburger Stürmer.
19:00 Uhr: Das freut doch sehr: Greg Strohmann ist heute der Spielführer beim FCS!

1. Halbzeit:

19:01 Uhr: Anpfiff!
19:02 Uhr: Die Aufstellung des FCS lautet übrigens wie folgt: Böhmann (TW), Metin, Berrafato, Schug, Zeitz, Dafi, Brückerhoff, Wollscheid, Strohmann (C), Otto, Stelletta
19:04 Uhr: Wenn man so will, wird heute die erste Mannschaft geschont.
19:05 Uhr: Fast das 1:0 für Pirmasens, jedenfalls eine Schrecksekunde im Fanradio.
19:08 Uhr: Zweimal Eckball für den FCS, zweimal nichts.
19:14 Uhr: "Ganz klar" und "natürlich" werden heute viele Einwürfe übernommen.
19:17 Uhr: Rüdes Foul gegen Manuel Zeitz, irgendwie kommt einem das bekannt vor, wenn man die letzten Spiele gesehen hat.
19:20 Uhr: Wieder fast das 1:0 für Pirmasens, Maxi Böhmann klärt zur Ecke.
19:21 Uhr: Und jetzt wirklich das 1:0, Ecke und Kopfballtor.
19:24 Uhr: Der FCS mit Trotzreaktionen, die allesamt abgeblockt werden.
19:25 Uhr: "Die Lichter gehen an, hoffentlich gehen sie beim FCS nicht aus." Moderatorenwechsel im Fanradio.
19:27 Uhr: Zweitligaergebnisse in der Verletzungspause bei einem Spiel der fünften Liga. Dafür muss man das Fanradio einfach lieben.
19:31 Uhr: "Maxi Böhmann kann halten, KANN HALTEN!" Wieder ein Konter der Pirmasenser abgewehrt.
19:33 Uhr: Marcel Rozgonyi läuft sich warm.
19:33 Uhr: 1:1!!!!!!!!!!!!
19:34 Uhr: Wird sich Rozgonyi jetzt wieder hinsetzen dürfen?
19:35 Uhr: Marcel Schug wohl der Torschütze für den FCS, im zweiten Versuch nach einem Kopfball von Zeitz.
19:35 Uhr: Wollscheid wird verletzungsbedingt (Schlag auf die Rippen) für Rozgonyi weichen.
19:37 Uhr: "Brückerholf"..."Wir machen dumme Witze, dumme Scherze hier..." Das Fanradio steigert sich.
19:40 Uhr: "Vielleicht gibt es Nudelsalat hier in Pirmasens."
-"Ich glaub das ist eines der meistverwendetsten Wörter hier im Ludwigspark.de-Gästebuch."
Die Wiederkehr der GG-Nudelsalat-Witze.
19:41 Uhr: Auf dem Platz scheint zu wenig zu passieren, könnte man derzeit meinen.
19:45 Uhr: Wirkungsloser Eckbal von Pascal Stelletta.
19:46 Uhr: Halbzeitpause, 1:1 auf der Husterhöhe.

19:48 Uhr: Ich kann ja an dieser Stelle mal verraten, dass ich weiß, wer der Interviewgast gleich sein wird. Und dass derjenige auch für ein relativ gutes, nicht überragendes Fanmagazin werben wird.
19:52 Uhr: Florian Kern, ein Redakteur des Leuchtturms, tada!
19:52 Uhr: "Es is mehr odda wenischer ein Groddenkick."
19:55 Uhr: Das waren mehr oder weniger kritische Fragen des Moderators, würde ich mal behaupten.
20:00 Uhr: Wie, um alles in der Welt, kann man auf die weltfremde Idee kommen und JAMES BLUNT in der Pause einer FUSSBALLÜBERTRAGUNG zu spielen?

Halbzeit 2:

20:02 Uhr: Rauch im Pirmasenser Block, sollte für die Statistik mal erwähnt werden.
20:03 Uhr: Nach dem Ausschlussprinzip suchen die Fanradio-Moderatoren den ausgewechselten Spieler.
20:07 Uhr: Es regnet mittlerweile über Pirmasens.
20:08 Uhr: Der gesuchte Wechsel zu Beginn der Halbzeit: Weißmann für Schug.
20:15 Uhr: Der FCS übt derzeit Druck auf Pirmasens aus, zählbar ist das leider nicht.
20:17 Uhr: "...unser guter Greg, Greg 'Attack' Strohmann..."
20:19 Uhr: Greg Strohmann wird im Strafraum runtergedrückt, kein Elfmeter.
20:22 Uhr: Eckball für den FCS, wieder nichts. Ein Dauerthema seit zig Jahren.
20:25 Uhr: "Da geht der Ball durch Freund und Feind."
20:27 Uhr: 2:1 für Pirmasens, Heber über Maxi Böhmann ins Tor.
20:28 Uhr: Damit ist der Tipp von Florian (2:1 für den FCS) schonmal hinfällig.
20:31 Uhr: Mozain für Stelletta, das hört sich schonmal nicht verkehrt an.
20:33 Uhr: Pirmsens ist dem 3:1 derzeit näher als der FCS dem Ausgleich.
20:35 Uhr: Rumble in the jungle, Dieter Ferner stürmt nach einem Foul den Platz!
20:37 Uhr: Dieter Ferner muss auf die Tribüne, es gibt Tumulte.
20:38 Uhr: "Jetzt gibt es hier Handgreiflichkeiten auf der Tribüne!"
20:40 Uhr: Könnte wohl an den harten Fouls der Hausherren liegen, oder?
20:43 Uhr: Und wieder Stürmerfoul.
20:47 Uhr: Irgendwie unfassbar, dass tatsächlich einige Tribünengänger dem Fanradio an den Kragen wollten.
20:48 Uhr: Rot für Sammer Mozain nach einem Frustfoul. Jetzt ist klar: das Spiel ist dem Schiedsrichtergespann entglitten.
20:49 Uhr: Rot für Marcel Rozgonyi, der zuvor böse gefoult wurde und seinen Gegenspieler umschubste. Der Schiedsrichter verabschiedet sich gerade wohl vom Aufstieg in eine höhere Klasse.
20:50 Uhr: "Jetzt ist das Spiel aus, wir haben die Schnauze voll."

20:51 Uhr: Eine Schlägerei auf dem Platz, nicht zwischen Fans, sondern Spielern.
20:52 Uhr: Zuschauer wollen mit Rick vom Fanradio diskutieren. Unglaubliche Zustände in Pirmasens, ich hoffe mal, dass die Moderatoren heil wieder zuhause ankommen.

---Ende des Livetickers---

Dienstag, Mai 12, 2009

Noch einmal Pirmasens

Trotz einer Niederlage im vorerst letzten Derby in Homburg steht der 1. FC Saarbrücken als Aufsteiger in die Regionalliga fest, was jedes ausstehende Spiel unbewusst zu einem Abschiednehmen vom jeweiligen Gegner macht. Aus der Masse sticht der FK Pirmasens etwas heraus, was wohl daran liegt, dass "die Klub" als einziger Kontrahent den FCS in der dritten Spielzeit hintereinander begleitet hat. Dies trug zwar nicht immer zum Attraktivitätsgewinn dieses Spiels bei, macht es aber als Entwickslungsprotokoll des FCS interessant.



Wer aus den Spielergebnissen Zusammenhängen ableiten will, bleibt wohl oder übel erfolglos. Täuschte der erste Sieg (4:1) im September 2006 über die desolate Form, sowie die schlechte Ausdauer der Henke-Elf hinweg, so spiegelte die 0:1-Auswärtsniederlage unter Philippe im Rückspiel die gesamte Abstiegssaison wider. In der Folgesaison, als unter Michael Krüger ein 6:1-Sieg gegen Pirmasens heraussprang, wurde dieses Ergebnis durchaus dem Zustand der damaligen Blau-Schwarzen gerecht, allerdings erfolgte nach dem 4:0-Auswärtssieg in der Rückrunde die totale Ernüchterung, es sollte eines der wenigen überzeugenden Spiele für Trainer Kaminski und Wintereinkauf Florian Hornig werden.

Nach genauer Betrachtung bleiben genau zwei einigermaßen außergewöhnliche Tatsachen, die mit der Entwicklung des FCS und dem morgigen Spiel zusammenhängen: zum ersten Mal wird mit Dieter Ferner ein FCS-Trainer Hin- und Rückspiel gegen Pirmasens bestreiten und Nazif Hajdarovic wird als einziger FCS-Spieler bei morgigem Einsatz in fünf von sechs möglichen Partien gegen Pirmasens aufgelaufen sein. Wie der FCS sich von Pirmasens verabschiedet, so verabschiedet sich derzeit auch Hajdarovic von den Blau-Schwarzen.

Mit dem 8:1-Hinrundenerfolg im Rücken und dem Aufstieg in der Hand reist man nun morgen in den Sportpark Husterhöhe. Für Pirmasens geht es allenfalls noch um Schadensbegrenzung bei den eigenen Anhängern, da man zuletzt vor 300 Zuschauern in einer mäßigen Oberligapartie zuhause gegen Idar-Oberstein mit 0:1 verlor. Ein Resultat, was auch den Trainer angesichts der mehr als schwachen Leistung auf die Palme brachte.
Auf Saarbrücker Seite sehen die Verhältnisse ein wenig anders aus, hat man in den letzten Spielen nichts mehr zu befürchten. Allerdings wurde mit der Derbypleite in Homburg auch die angestrebte Saison ohne Niederlage verpasst, was zwar keinen Sturm der Entrüstung provozierte, allerdings für kleine Verstimmungen sorgte, schätze man bislang die Konkurrenz nicht als ebenbürtig ein.

Mit der vorerst letzten Begegnung in Pirmasens steht für den FCS sowohl der Abschied von einem Konkurrenten an, als auch das Ende einer Entwicklung, die schrittweise Fall und Wiederaufstieg des Vereins kennzeichnete und sich ausgenscheinlich nun in eine vernünftige Richtung bewegt. Doch das entscheiden die Vereine, die uns in den kommenden Jahre als Gradmesser dienen werden.

Links:

- Vorbericht FCS-HP
- FKP-Trainer sauer auf das Team (fk-pirmasens.com)
- Vorberichte SR-Online.de

Montag, Mai 04, 2009

Locker? Locker!

Eine beruhigend wirkende, aus Sicht der Zuschauer geradezu langweilige Situation: für den FCS geht es am morgigen Abend im Grunde um nichts mehr, vom Ziel einer Saison ohne Niederlage mal abgesehen. Bei genauerer Betrachtung ist es dann allerdings doch nicht so einfach wie angenommen.

Auf Seiten der Gäste geht es um das Elementarste, nämlich das Überleben in der Oberliga Südwest. Der Abstand auf den 15. Tabellenplatz, derzeit wohl der letzte Rettungsanker, sollte Wormatia Worms aus der Regionalliga absteigen, beträgt sechs Punkte. Hinzu kommen das schlechteste Torverhältnis der drei Letztplatzierten und das äußerst schwierige Restprogramm, was drei Mannschaften des oberen Tabellendrittels (Saarbrücken, Idar-Oberstein, Neunkirchen) und einen direkten Konkurrenten (Elversberg II) bereithält. Im Monat April konnte man keinen Sieg einfahren, zudem blamierte man sich im Halbfinale des Saarlandpokals mit einer Niederlage beim Bezirksligisten SC Reisbach. Alles deutet daraufhin, dass sich die Elf von der Saarschleife ein weiteres Mal nach 2002 aus der Oberliga Südwest in Richtung Saarlandliga verabschieden wird.

Das Spiel im Ludwigspark ist für Mettlach Fluch und Segen zugleich. Die faktische Übermacht des designierten Regionalligisten stellt den Tabellensiebzehnten vor eine schier unlösbare Aufgabe, bei der schon eine knappe Niederlage als Achtungserfolg gewertet würde. Allerdings wird man aus den Feierlichkeiten zum Aufstieg des FCS sicherlich die Hoffnung schöpfen, dass die Hausherren vielleicht die eigenen Kräfte schonen. Auch im Hinblick auf das wesentlich attraktivere Duell beim FC Homburg, welches am Wochenende auf die Mannschaft von Dieter Ferner wartet.

Der 1. FC Saarbrücken wird gegen den SV Mettlach, was kein Wunder ist, ohne Hemmungen aufspielen können. Waren die letzten Spiele vor dem Aufstieg vor allem von taktischer Verbissenheit und kontrollierter Offensive geprägt, könnte man die neu gewonnene Freiheit zum Saisonende für die Rückkehr zum Hurra-Fußball der Hinrunde nutzen, auch um mit einer möglichst hohen Tordifferenz und einer ungeschlagenen Saison den Fans noch mehr Grund zur Freude zu geben.
Andererseits spricht vieles für eine umso größere Verbissenheit in den letzten Spielen: der Kampf um den Aufstieg ist längst gewonnen, der um die Stammplätze in der Regionalliga hingegen noch nicht. Gerade in der Offensivabteilung streiten mehrere Stürmer mit ganz unterschiedlichen Vorzügen und Schwächen um die Gunst des Trainergespanns. Auch ständig kolpotierte Gerüchte um mögliche Abgänge spielen hier eine Rolle. Mit Philipp Wollscheid wechselt zudem wohl ein weiterer junger Spieler zum Hauptabnehmer des FCS, zum 1. FC Nürnberg.

Egal ob sich morgen Abend die Verkrampftheit der letzten Wochen aus den Beinen der Spieler lösen wird oder ob man weiterhin konzentriert, aber eben auch etwas reserviert gegen ein weiteren Gegner, der auf eine Mauertaktik angewiesen sein wird, antritt, wenigstens kann man dieses Spiel als Zuschauer locker nehmen, schließlich wird es das vorletzte Heimspiel in der Oberliga sein. Genug Zeit zum (mit)leiden erwartet einen erst in der Regionalliga wieder.

Links:

- Vorbericht FCS-HP
- Vorberichte SR-Online.de

Freitag, April 10, 2009

Sorgen in der Defensive

neunkirchen 011

Im Sommer 2007 spielte der 1. FC Saarbrücken zu seiner Oberliga-Premiere vor 10.000 Zuschauern im Ellenfeld gegen Borussia Neunkirchen nicht wirklich überragend, wenn auch hoffnungsvoll und erreichte nach 90 Minuten ein 2:2-Unentschieden, was zu einem Spiegelbild des folgenden Jahres werden sollte. Fast zwei Jahre später sieht man sich an diesem Ort wieder, die Erwartungen sind verhaltener, sehen die meisten Oberligisten den FCS doch bereits auf der Abschiedstour in Richtung Regionalliga, auch wenn man sich in Neunkirchen garantiert nicht ausruhen können wird.

Dabei konnte man sich in Saarbrücken in der vergangenen Woche ungeachtet aller Rivalität zwischen Hüttenstadt und Landeshauptstadt bei der Borussia bedanken. Mit drei Toren fegte Neunkirchen den FC 08 Homburg aus dem Ellenfeld und sorgte vor 1.200 Zuschauern dafür, dass die letzten Aufstiegshoffnungen in Homburg Zweifel und Planungen für die kommende Saison gewichen sind. Voreiligkeit und Ungeduld existiert eben nicht nur in Saarbrücken.
Dort redete man zuletzt weniger über die spielerische Leistung, die zuletzt gegen Hasborn und Betzdorf etwas spärlich ausfiel, sondern übte sich vor allem in der gedanklichen Planung eines neuen Stadions. Dieses forderte der Vorstand von Land und Stadt, schließlich will man wieder in höhere Gefilde vordringen.
Unbeachtet bleibt, bei allem Optimismus, dass dem FCS noch wichtige Duelle bevorstehen, angefangen bei Neunkirchen, dem Pokalduell gegen Elversberg, über Homburg-Bezwinger Köllerbach bis hin zu den Saarpfälzern selbst, zu denen man im Mai reisen will (oder auch nicht, zumindest geistert dieser Gedanke in vielen Fan-Köpfen herum).

Ungelegte Eier dürfen für "Dieter Ferner's Blue and Black Army" am Ostersamstag keine Rolle spielen. Dort beschäftigt zunächst der Gegner, der sich auf einem kleinen Höheflug befindet und keines der letzten zehn Spiele verloren hat. In der Winterpause hat man sich von einigen Spielern getrennt, dafür einigen Jugendspielern die Chance in der ersten Mannschaft gegeben und mit Almir Delic einen alten Bekannten aus dem Hut hervorgezaubert. Der Erfolg lässt sich an der Bilanz der letzten Spiele ablesen.

Beim FCS hängt dagegen zwar nicht der Haussegen schief, allerdings hat der Druck wieder ein wenig zugenommen, seit in den Medien über die Vertragsverhandlungen der Spieler berichtet wurde. Ob Nazif Hajdarovic dem Verein erhalten bleibt hängt sowohl von dessen Leistung in den verbleibenden Spielen, als auch von den Verhandlungen zwischen Verein und Spielerberater ab.
Das weit akutere Problem der Blau-Schwarzen wird morgen jedoch die Defensive sein. Letzten Meldungen zufolge werden mit hoher Warscheinlichkeit Nabil Dafi, Marcel Rozgonyi und Pietro Berrafato ausfallen. Fraglich bleibt, ob man den wichtigen Stabilisator im hinteren Mittelfeld und die beiden Innenverteidiger gleichwertig ersetzen kann.

Bei noch acht ausstehenden Spielen steht der Aufstieg für den FCS zwar noch nicht fest, allerdings zeigt die Geschichte, dass man sich stets vollste Konzentration bewahren sollte (auch einem FCS sollte das doch irgendwann einmal klar werden). Was zählt, sind weder Stadionneubauten, noch vorgezogene Aufstiegsfeiern, sondern einzig und allein die kommenden Spiele, zunächst das aufstiegsvorentscheidende in Neunkirchen und dann das pokalvorentscheidende gegen Elversberg. Anders als bei den zuletzt drögen Heimauftritten sollte sich der FCS gerade trotz der Sorgen um die zentrale Verteidigung auf alte Stärken besinnen und Neunkirchen früh unter Druck setzen und zum Öffnen der Abwehr zwingen. Für den 3:0-Sieg über Homburg kann man sich später noch einmal bedanken.

Links:

- VfB Borussia Neunkirchen (Offizielle Seite)
- Borussia Online (Fanseite)
- Vorbericht FCS-HP
- Vorberichte SR-Online.de

Dienstag, April 07, 2009

FCS-Zitat der Woche (19)

Das FCS-Zitat der Woche erwacht aus einem zweimonatigen Schlaf und wer das FCSBlog kennt, der kann sich nun auch denken, dass es schon eines Krachers bedarf, dass diese unregelmäßige Rubrik wieder aus der Mottenkiste hervorgeholt wird. So schießen wir uns heute mal nicht auf Reinhard Klimmt ein (diesen Spaß hatten schon andere auf der Mitgliederversammlung), sondern reden ein wenig über die sogenannten Spielervermittler.

Der "sports agent" ist quasi der Zwischenhändler, der Spielern dabei helfen soll, seine sportliche Situation in Form eines Wechsels zu einem höherklassigen Verein zu verbessern. Trägt der Spieler selbst wenig zur Verbesserung seines Könnens bei, so soll der Spielerberater immerhin dafür sorgen, dass der Vertrag auch brav und regelmäßig zu ordentlichen Bezügen verlängert wird. So verwundert es kaum, dass gerade in der Rückrunde, wenn die Zeit der Vertragsverlängerungen naht, die Spieleragenten zu wahren Workaholics mutieren.

In Saarbrücken bedeutet der Begriff "Spielerberater" stundenlange Stammtischdiskussionen (die auch selten dieses Niveau verlassen), die zwischen dem dritten oder vierten Pils entweder in kopfnickender Zustimmung enden, dass man ja sowieso nichts dagegen tun kann, manchmal halt ein paar gute Spieler dabei rausspringen, aber im Endeffekt der Spielerberater eines der Hauptprobleme im Verein ist.
Als jemand, der mit Argumenten und Erklärungsansätzen beider Seiten nach jedem kritischen Beitrag überhäuft wird, ringt mir kein neuerlicher Auswuchs dieser Diskussion noch ernsthafte Verwunderung ab. Dennoch halte ich es für erwähnenswert, welche Aussage Patric Cordier in der Saarbrücker Zeitung (Artikel vom 07.04.09 "Ausverkauf statt Aufbäumen") festgehalten hat:

"Von den Spielern Florian Ballas, Tom Abadjew, Martin Rymer und Niklas Holzweisig hat uns ein Spielerberater mitgeteilt, dass sie zum 1. FC Nürnberg wechseln (...) , aber weder die Eltern noch der aufnehmende Verein haben bislang mit uns gesprochen."
- Hans-Peter Jene (Jugendleiter beim FCS)


Wem diese Namen nicht wirklich bekannt vorkommen: es handelt sich um die B-Jugend des 1. FC Saarbrücken. Diese belegt einen nicht sehr schmeichelhaften vorletzten Tabellenplatz, hat zu allem Überfluss am Wochenende gegen den Tabellenletzten Offenbach mit 0:2 verloren und steht vor dem Abstieg. Zur Belohnung winkt dann für vier Jugendliche der Wechsel nach Franken, welches offenbar seit dem Neuzugang Frantz Gefallen am saarländischen Fußball gefunden hat (wie der zuständige Spielervermittler wohl am 1. FC Nürnberg).

Da sage nochmal einer Geld forme nicht den Charakter.

Nachtrag 18.05.09:

Nach dem Hinweis aus den Kommentaren erfolgt eine kleine Korrektur: es handelt sich um Spieler der B2-Mannschaft, nicht der oben beschriebenen B1-Elf des FCS. Die Grundaussage des Artikels, die Kritik an gewissen Praktiken von Spielervermittlern, bleibt davon unberührt. Das FCSBlog entschuldigt sich für diesen Recherchefehler.

Freitag, März 27, 2009

Waldalgesheim: was man tun sollte und was man vermeiden darf

Wem die Uhr halb drei am 28. März diesen Jahres schlägt, könnte unter gewissen, perfiden Umständen in Waldalgesheim landen, einer Gemeinde, von der nur wenige wissen, dass es sie überhaupt gibt. Sollte es Sie morgen nach Waldalgesheim verschlagen, so bietet das FCSBlog in weiser Voraussicht einen kleinen Leitfaden, worauf man sich einstellen muss und welche kulturellen Missverständnisse zu vermeiden sind.

1. Das Ergebnis der Vorwoche vergessen!
Waldalgesheim ist nicht Wirges und der FCS kein Murmeltier, auch wenn er täglich grüßt.
Nicht vergessen sollte man allerdings die Bereiche, in denen man nach dem Unentschieden der vergangenen Woche Verbesserung geschworen hat.

2. Denken Sie nicht, Waldalgesheim wäre ein Spaziergang.
2:6 lautete es zuletzt im Stadion an der Waldstraße. Der Gegner hieß allerdings auch FK Pirmasens und wird zumindest von 16 Oberliga immernoch gefürchtet. Waldalgesheim kann daneben immerhin noch einige Achtungserfolge vorweisen: ein 6:2-Auswärtssieg in Mettlach und eine knappe Heimniederlage gegen Homburg gab es im März.

3. Achten Sie auf den Ruf der FCS-Fans!
In der Provinzpresse taucht gut und gerne alle zwei Wochen die Frage nach dem Ruf der FCS-Fans auf. "Nicht den besten Ruf" haben die Fans laut Andreas Scherer, der in der Allgemeinen Zeitung über die Organisation des Spiels schreibt und dabei einen Pathos verwendet, als hätte man der Gemeinde Waldalgesheim alleine die Austragung der Weltmeisterschaft übertragen. Immerhin hat dieser "Ruf" der FCS-Fans zur Wiedereroberung der Stehplätze im modernen Fußball geführt: die Sitzschalen auf der Sportplatztribüne wurden abmontiert.
Passen Sie also genau auf Ihren Ruf als FCS-Fan auf, demolieren Sie ausnahmsweise keine Spielstätte und handeln Sie ausnahmsweise nach den drei Zs des braven Oberliga-Zuschauers: zahm beim Zuschauen, zahlungswillig beim Verzehr und zügig wieder zu Hause nach Spielende!

4. Und noch ein weiteres Mal: denken Sie an Ihre Karte!
Sonst heißt es "ausverkauft" und Sie dürfen auf Schwarzhändler-Suche gehen. Und diese Spezies ist in Waldalgesheim nun wirklich rar!

5. Sollten Sie es dann am Ende doch nicht zum Spiel schaffen..
Das Fanradio überträgt während der 90 Minuten in gewohnter Atmosphäre. Kein schlechter Ersatz, solange nicht der Regen einsetzt. Wenn der Saarländische Rundfunk ausnahmsweise einmal Zeit und Lust hatte, um ein Kamerateam zu einem FCS-Auswärtsspiel zu schicken, dürfte man auch bei der "Arena am Samstag" fündig werden.

Das FCSBlog wünscht viel Vergnügen beim samstäglichen Ausflug nach Waldalgesheim!
Kommen Sie heil wieder.

Links:

- Vorbericht FCS-HP
- Vorbericht Allgemeine Zeitung
- Vorberichte zu Oberliga (SR-Online.de)

Freitag, März 13, 2009

Eine offene Rechnung

Der SC Hauenstein steht als Sinnbild für alltägliche die Oberliga-Tristesse im Jahre 2009: eine Feierabend aus Rheinland-Pfalz mit einem ehemaligen FCSler als Trainer (Wolfgang Flick) und mit den Abstand unästhetischsten Hemden aller Oberligisten augestattet. Diesen Voraussetzungen passt sich auch die Leistung der Hauensteiner an, die sich seit drei Jahren zwischen den Plätzen 8 und 9 eingependelt hat. Man könnte Hauenstein als die farbloseste unter den grauen Mäusen der Oberliga Südwest bezeichnen und doch trügt der Schein.

Und der FCS hat noch eine ganz persönliche Rechnung zu begleichen.


Der SC Hauenstein versetzte am 20. Oktober 2007 der damaligen Krüger-Truppe Saarbrücken einen Paukenschlag: mit 3:1 gewann Hauenstein in Pirmasens gegen den FCS und die scheinbare Übermacht des ehemaligen Bundesligisten schwand dahin. Man stürzte zwar noch nicht auf einen Nichtaufstiegsplatz ab, erlebte aber den dritten nichterfolgreichen Ausflug in die Fremde. Während sich der FCS zuvor in Homburg, Mainz und Hauenstein bzw. Pirmasens zwischen sieben und neun Punkten ausrechnete, lösten sich Kreativität und Spielwitz in Luft aus, am Ende stand ein magerer Punkt zu Buche. Fast schon ironisch wirkt da die Tatsache, dass der zwischenzeitliche Anschlusstreffer gegen Hauenstein dem Österreicher Volkan Özgün gelang, der sonst im blau-schwarzen Trikot blass wirkte.

Die Voraussetzungen morgen sind völlig andere. Im bisherigen Saisonverlauf hat der FCS wohl sich selbst am meisten überrascht und die Rolle als Gejagter scheint spätestens seit Dienstagabend abgelegt, die Diskussionen im Vereinsumfeld haben mehr die Regionalliga (oder gar Liga 3) im Blick als die noch andauernde Oberliga-Saison. Das war für Marcel Rozgonyi nach dem Sieg in Elversberg auch Anlass für einen Tritt auf die Euphorie-Bremse: Überheblichkeit schade dem Erfolg.
Der 1. FC Saarbrücken ist in dieser Hinsicht ein gebranntes Kind und nicht zuletzt war spielerische Überheblichkeit statt Überlegenheit in der vergangenen Spielzeit eind Grund, warum Spiele wie dieses beim SC Hauenstein grandios versiebt wurden.

Für Morgen darf man also hoffen, dass Dieter Ferners Worte zutreffen und man anders als zuletzt die Konkurrenz aus Homburg keine Punkte in Hauenstein liegen lässt:

Meine Mannschaft ist keine, die nach zwei gewonnenen Spielen überheblich wird.


Allerdings darf sie sich gerne an den 20. Oktober 2007 erinnern und diese offene Rechnung im Stadion am Neding begleichen.

Links:

- Seite SC Hauenstein
- Vorbericht FCS-HP