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Dienstag, August 25, 2009

Zwei wichtige Ereignisse

In der vergangenen Woche zeigten sich die altbekannten Mechanismen, die den 1. FC Saarbrücken seit mehreren Dekaden beherrschen. Die sportliche Leistung zu Saisonbeginn entsprach keineswegs der allgemeinen Erwartung, ungeachtet dessen, dass dem Verein das schwerstmögliche Auftaktprogramm zugedacht wurde, und im Umfeld und der Boulevardpresse wurden erste Rufe nach Konsequenzen laut. Dass es nun ruhiger werden könnte, liegt an zwei fast symbolischen Ereignissen.

Erst einmal muss man die heilende Wirkung des Sieges in Essen nennen. Marcel Rozgonyis Einschätzung einer "taktischen Meisterleistung" wurde vom Kicker Sportmagazin zwar milde belächelt, allerdings ist es der Mannschaft gelungen erstmals in dieser Saison mehr Torschüsse abzuwehren als Tore zu kassieren. Das liegt an der Leistungssteigerung von Michael Müller, der mehrere hochkarätige Chancen vereitelte, das liegt aber auch an der Umstellung der Abwehr, die mit Zydko etwas sicherer geworden ist.
So gelang den Blau-Schwarzen in Essen ähnliches wie Trier im Ludwigspark: die Chancen, die man hatte, wurden auch konsequent genutzt und der Gegner zu Fehlern gezwungen. Für diejenigen, die schon beim vergangenen Heimspiel eine Leistungssteigerung erkannten, ist der Sieg in Essen bestätigend und beruhigend, da es die 0:6-Niederlage in Neunkirchen relativiert. Für andere ist der Sieg vielleicht ein Zeichen oder Wunder.

Fcs2 001

Wie ein Wunder wirkt auf jeden Fall das zweite Ereignis von wichtiger Bedeutung für den 1. FC Saarbrücken. Eine Stunde nachdem in Essen angepfiffen wurde trat die U23 des FCS zum Kräftemessen mit Hertha Wiesbach an. Zwischen den Pfosten stand dabei nicht etwa Jan Tjaden, sondern Enver Marina, der zuletzt beim 2:0-Derbysieg über Homburg im November das blau-schwarze Trikot anziehen durfte. Der lange verletzte Routinier machte dabei eine recht gute Figur, bewies seine Stärke in der Strafraumbeherrschung und im Zusammenspiel mit der Abwehr. Der FCS II gewann letztlich knapp mit 1:0 und die Chancen, dass Enver Marina vielleicht bald wieder für die erste Mannschaft zwischen den Pfosten steht, scheinen so hoch wie lange nicht. Sosehr die Leistung von Müller in Essen für die Freiburger Leihgabe spricht, so wünscht man sich doch nichts sehnlicher als die Rückkehr des Mannes, der vergangenes Jahr in 15 Spielen gerade einmal acht Gegentreffer bekam.

Mit diesen beiden Ereignissen kann man keine Euphorie begründen. Sie vermitteln jedoch innerlich das tief befriedigende Gefühl, dass selbst unverhofftes niemals unmöglich sein wird und dass der FCS nun wirklich in der Regionalliga angekommen ist. Und dass es auch dort nicht nur bei Tiefen bleiben wird.

Mittwoch, August 19, 2009

Fast vier Jahre

Sollte morgen, wie erwartet, das Urteil gegen vier ehemalige Ordnungskräfte gefällt werden, so wird unter die Ereignisse vom 6. November 2005 damit nach langen Jahren des Wartens ein Schlussstrich gezogen. Damals erlebte der Verein eines der dunkelsten Kapitel, was die Kommunikation zwischen Vereinsoffiziellen und normalen Fans anbelangt.



An jenem Tage saß ich zu Spielbeginn auf der Vortribüne der Gegengerade. Anders als bei den vorherigen Spielen befand ich mich nicht im E-Block, der erst seit kurzem den Beinamen "Virage Est" trug. Das lag einerseits an der Enttäuschung über die sportliche Talfahrt, dem überstürzten Rauswurf von Horst Ehrmantraut, aber speziell an diesem Tage auch daran, dass ich mir das Spiel mit meinen Eltern ansehen wollte. So kam es, dass ich diesmal von den Sitzplätzen mitansehen musste, wie sich ein desolater FCS von abgeklärten Rostockern vorführen ließ.
Ich war schon von Spielbeginn an verwundert darüber, dass man aus dem E-Block weder akustisch noch optisch ein Anzeichen von Leben vernehmen konnte, schob das aber auf einen möglichen Protest, wie er schon beim 1:1-Unentschieden gegen Burghausen zu sehen war. Auch schob ich es auf den allgemeinen Unmut, den die drohende Niederlage gegen die Hansa-Kicker verursachte, als Menschenströme während der ersten Halbzeit den D-Block verließen.
Nach Ende des ersten Durchgangs wollte ich dann doch genauer wissen, was vor sich ging, und verließ den Tribünenplatz, um kurz den E-Block zu besuchen. Als ich ankam, hatten sich schon verschiedenste Fans aus D- und E-Block vor der Saarlandhalle versammelt, die fassungslos über das berichteten, was vor Spielbeginn in der Virage Est passiert war. Ein vereinskritisches Plakat mit den Worte "Gegen das Söldnerpack" sollte auf Geheiß des Vereins entfernt werden, daraufhin gingen Ordner mit äußerster Brutalität auf Fans los, die keinerlei Gewaltbereitschaft gezeigt hatten. Kritische, mündige Fans wurden mit Knüppel und Fäusten von Ordnern attackiert.

Was in der zweiten Halbzeit folgte, sind wohl Szenen, die ich für mein Leben nicht vergessen werde. Fans unterschiedlichster Coleur vereinigten sich zu einer spontanen Demonstration, die zuerst zum F-Block führte. Dort hatte der Ordnungsdienst nun versucht die Situation auf eine ganz eigentümliche Weise zu lösen: man sperrte die Besucher des F-Blocks ein. Dieses seltsam anmutende Bild provozierte bei einigen Zuschauern noch größeren Unmut, da diese nun über den Zaun ins Freie kletterten und sich der spontanen Demonstration anschlossen. Dabei entdeckte ich von Zeit zu Zeit stets zivile Polizeibeamte inmitten des Pulks. Trotzdem schien die Situation fest in der Hand der FCS-Fans, die mit Gesängen und vereinzelten Bengalos von außerhalb des Stadions auf sich aufmerksam machten. Irgendwann, als ich am Zaun des A-Blocks stand, fiel der Anschlusstreffer durch Yilmaz Örtülü, was die Menge, wie auch mich, spürbar kalt ließ.
Im A-Block sollte sich die Spontandemonstration am Ende des Spiels sammeln, um dort trotz des Versuchs der Zensur am Ende das geplante Plakat zum Söldnerpack doch noch zu präsentieren, ein Plakat als Zugabe benutzte dabei noch drastischere Worte. Fast seltsam mutete es am Ende an, dass sich selbst Gästefans aus Rostock mit den Saarbrücker Demonstranten solidarisierten und gemeinsam noch weit nach Abpfiff sangen.

Was folgten waren Fantreffen ohne Vereinsoffizielle, ein recht großes Medienecho für ein Fanthema, Entschuldigungen und Rechtfertigungsversuche der Vereinsspitze, eine weitere Demonstration und letztlich der sportliche Abstieg. Auch aufrüttelnde Plakate und die breite Protestwelle konnten dies nicht verhindern.

Der lange Rattenschwanz, den Rostock nach sich zog, scheint mit dem morgigen Urteil ein Ende zu finden, auch wenn die Folgen andauern. Für zukünftige Generationen von Vereinsoffiziellen kann dies nur ein warnendes Beispiel sein, dass die Meinungsfreiheit ein wichtiges Gut darstellt und man gerade die Kritik der Fanbasis ernst nehmen sollte, auch wenn sie selten bequem sein wird. Worte haben noch immer ihren Weg gefunden, egal wie viele Knüppel man ihnen zwischen die Beine werfen wollte.

Links zum Thema:

- FCS-Prügelordner geständig (SR-online.de)
- DDR-Revival-Party im Park! (ludwigspark.de-Blog)

Dienstag, August 11, 2009

Der 500. Beitrag

Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass mich keine Niederlage in den vergangenen Jahren so geschockt hat, wie das 0:6-Debakel in Neunkirchen. Ich habe erlebt, wie der FCS von Offenbach zerlegt wurde (2006), war dabei, als man sich in Pirmasens blamierte (2007) und in beiden Jahren stieg man ab, aber das alles reicht nicht an das Spiel vom letzten Freitag heran. Und einen schlechteren Zeitpunkt kann es wohl kaum aus meiner Sicht geben, da wir uns jetzt genau im 500. Beitrag dieses bescheidenen Weblogs befinden. Aber wer den FCS-Fan kennt, weiß auch, dass dieser gut in Erinnerungen schwelgen kann. Und für diesen Beitrag bietet sich eigentlich nur diese Therapie mit persönlichen Bestenlisten an.

Meine persönliche Top-Elf:


Tor: Peter Eich
Innenverteidigung: Christian Stuff, Marcel Rozgonyi
Linke Außenbahn defensiv: Sebastian Pelzer
Rechte Außenbahn defensiv: Aimen Demai
Zentrales Mittelfeld: Karsten Hutwelker (C), Mustapha Hadji
Linke Außenbahn offensiv: Chadli Amri
Rechte Außenbahn offensiv: Mike Frantz
Sturm: Gunter Thiebaut, Jonathan Jäger

Trainer: Dieter Ferner

Ersatzbank: Enver Marina (Tor), Echendu Adiele, Yannick Dekoun, Christian Weber, Nabil Dafi, Manfred Bender, Gernot Plassnegger, Sambo Choji, Gregory Strohmann

Bestes Trikot:


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Heimtrikot 2000/2001 (Foto: www.saarbrueckentrikot.de)

Die Vereinsfarben in breiten Streifen und ein Sponsorenschriftzug, der auch farblich harmoniert. Zudem mein erstes Fantrikot.

Das beste Heimspiel:

1. FC Saarbrücken - TSV 1860 München 4:1 (2:1) - 07.11.2004

Ein Höhepunkt der Hinrunde 2004/2005. Zwei frühe Tore bringen den Ludwigspark zum Toben, ein sehenswerter Anschlusstreffer der Münchner Löwen erzeugt so etwas wie Spannung und am Ende macht eine geniale Eckballvariante den Sieg über den damaligen Bundesligaabsteiger klar.

Das beste Auswärtsspiel:

Sportfreunde Siegen - 1. FC Saarbrücken 0:4 (0:1) - 03.02.2006

Kurz vor der Eröffnung dieses Weblogs deklassierte ein totgesagter FCS bei winterlichen Zuständen den Abstiegskonkurrenten aus dem Siegerland im eigenen Stadion. Gleich zweimal wurde der heutige Elversberger Schlussmann Masic von Hebertoren düpiert, zuerst war es Demai zur 4:0-Führung, danach war es Jonathan Jäger, der gleich mit seinem ersten Treffer in blau-schwarz in die Auswahl zum "Tor der Woche" in der Sportschau kam. Zugleich war es der erste Auswärtssieg, den ich in einem Ligaspiel erleben durfte.

Die drei besten Tore:

Platz 1:
Henrich Bencik zum 4:1 gegen Dresden (2005)

Auch wenn der Abschluss dieses Treffers relativ unspektakulär war, umso genialer war die Vorbereitung. Ein langer Abschlag von Eich wird von Nehrbauer zur Seite geköpft, von dort aus wird die gesamte Dresdener Hintermannschaft überrumpelt und in der Mitte darf Bencik nach einem Abwehrpatzer einlochen. Ein vergessener Geniestreich.

Platz 2:
Mike Frantz zum 3:1 in Trier (2008)

Torhüter, die kurz vor Schluss nach vorne stürmen, können zum Helden oder zum Deppen werden, aber manchmal haben sie einfach das Glück, dass ein leeres Tor aus 50-60 Metern Entfernung eben auch nicht allzu leicht zu treffen ist. Mike Frantz machte es ganz clever und schickte Trier-Schlussmann Schneider auf eine Verfolgungsjagd mit dem Ball. Schneider verlor und Saarbrücken jubelte.

Platz 3:
Faysal El Idrissi zum 2:0 gegen Eschborn (2003)

Ein Zauberer sollte niemals den gleichen Trick zweimal vor ein- und demselben Publikum aufführen. El Idrissi hatte sein Pulver eigentlich verschossen, als er einen Freistoß verwandelte, welcher nicht als Treffer anerkannt wurde, da Schiedsrichter Knut Kircher diesen als indirekt angezeigt hatte. Als kurze Zeit später an der gleichen Stelle wie zuvor der FCS einen Freistoß, diesmal direkt, zugesprochen bekam, brach El Idrissi die alte Magier-Regel und zirkelte den Ball zum diesmal gültigen 2:0 ins Tor.

Der beste Fangesang:

Aux armes!
Aux armes!
Nous sommes les sarrebruquois
Et nous allons gagner
Allez Saarbrücken!

Wer gegenüber skeptisch gegenüber französischem Liedgut im Ludwigspark ist, dem sei gesagt, dass deutschsprachige Versionen von "Aux Armes" niemals das Gänsehaut-Gefühl des Originals geben kann. Ich habe es jedenfalls immer, wenn dieser Wechselgesang angestimmt wird.


Das war die äußerst subjektive Zusammenstellung meiner persönlichen Bestenlisten zum 500. Beitrag in diesem Blog, der mal ausnahmsweise überaus positiv gefärbt sein darf, da es schließlich auch trist wäre, sich ewig an der Niederlage vom letzten Freitag aufzuhalten. Immerhin geht es schon diesen Freitag zum nächsten schwierigen Spiel gegen Trier. Das beste Fanmagazin, bis zum Erscheinen von "Saturday's Heroes", gibt es dann natürlich auch wieder.

Mittwoch, August 05, 2009

Eine Hymne für den FCS

Ein Fanmeeting des 1. FC Saarbrücken bedeutet eine meist muntere Fragerunde, die von Dauerbrennern wie dem Stadionneubau oder der Farbblindheit bei der Auswahl der jährlichen Torwart- und Auswärtstrikots, aber es werden auch Neuigkeiten wie ein Internet-Fernsehen über den Verein angekündigt. Eine dieser neuen Ideen, die beim Treffen vorgestellt wurden, lohnt eine nährere Betrachtung. Das Projekt, das Stadionsprecher Frank Falkenauer ankündigen durfte, enthüllt dabei noch wenig Konkretes, allerdings steht schon fest, dass man sich eines weiteren Musikstückes zu Ehren des Vereins annehmen wird.

Eine Hymne für den FCS, das ist es, was laut Falkenauer noch fehlt, ein Stück Musik, bei dem die Schals "und die Feuerzeuge" in die Höhe gehen und welches ein "Gänsehaut-Feeling" bei den Zuschauern verursacht.
So weit, so groß der Spielraum, den die Fans bei dieser Sache haben sollen, denn diese Hymne, die SR 1 und UnserDing im Namen des 1. FC Saarbrücken finden will, soll in Zusammenarbeit mit denjenigen gesucht werden, die letztlich Woche für Woche im Stadion stehen. Unter der E-Mail-Adresse stadionradio@fc-saarbruecken.de sollen interessierte FCS-Anhänger den kreativen Prozess begleiten und beeinflussen und so am Endergebnis mitwirken. Dabei stehe es noch nicht fest, wann die Fertigstellung erfolgt, welchen musikalischen Stil man einschlagen wird und welcher Band die Aufgabe übertragen wird, das Lied im Studio einzuspielen.

Das Ganze präsentiert sich durchaus als ehrenwert. Nachdem die Fans bisher wenig Mitspracherecht hatten und Bands wie Schaafa Sämpf oder Die Konsorten eher Stimmungslieder für den wöchentlichen Stadionbesuch als Hymnen ablieferten, geht man nun folgerichtig einen anderen Weg, wenn man ein Lied mit völlig anderem Charakter sucht.

Zurück zum Fanmeeting, denn da wurde bereits die erste, allerdings auch zentrale Kritik an diesem Modellversuch genannt: was wird aus dem bisherigen Vereinslied?
Frank Falkenauer beantwortete die Kritik damit, dass man zwar keineswegs dieses traditionsreiche Stück, an dem auch Dieter Thomas Heck mitwirkte, aus dem Ludwigspark drängen wolle, allerdings fehle diesem Lied der hymnenhafte Charakter.

Und das stimmt sogar fast.

Denn das eigentliche Problem des offiziellen Vereinsliedes "F-F-FCS" ist nicht etwa der schlagerhafte Klang, es ist der allgemeine Umgang der Stadionbesucher mit dem traditionellen Liedgut des Vereins. Parallel zur Stimmungsdiskussion, die lange vor dem Block-Schisma in D-Block und Virage Est bereits zum Inhalt hatte, dass der Nachwuchs in der Kurve die Initiative zu selten ergreift. Dies lässt sich daran erkennen, dass beim Abspielen des Vereinsliedes kaum in den Fanblöcken, geschweige denn den neutralen Blöcken, kaum jemand die Zeilen "Wir sind vom FCS // Blau-Schwarz ist unser Dress..." mitträgt. Ob es nun an mangelnder Textkenntnis liegt oder ob es den Leuten peinlich ist, mitzusingen (und das wäre in der Tat sehr peinlich) lässt sich dabei schwer sagen. Tatsache ist jedoch, dass im Ludwigspark an der Stelle, wo in anderen Stadien der Republik mit Stolz und Ehrfurcht gesungen wird, die Masse schweigt.

Etwas anders sieht die Sache mit dem Leergut-Evergreen "Wir kommen wieder" aus, der in der Tat diesen balladenhaftigen Charakter besitzt, der laut Falkenauer eine Hymne ausmacht. Doch tatsächlich ist auch er nicht unschuldig daran, dass dieses Lied den jüngeren Fans geradezu unbekannt ist. Jahrelang wartete man vergebens darauf, dass dieses Lied, welches wie kein anderes den Geist des 1. FC Saarbrücken und seiner Fans eingefangen hat und einfach zeitlos ist, im Programm des Stadionradios auftauchte. Man setzte lieber auf schmerzvoll angeberische Texte wie "In der 2. Liga Deutscher Meister" und sorgte damit beim Fannachwuchs entweder für Geschmacksverirrungen oder der reflexartigen Ablehnungen aller Fansongversuche.

Das Modellprojekt des Stadionradios in Kooperation mit SR 1 und UnserDing kann dabei nur die Hilfe der Fans allzu gut vertragen. Hierbei sollte man dennoch darauf achten, dass man nicht nur auf Rückmeldungen per E-Mail wartet, sondern auch gezielt die Fans im Stadion anspricht und ihnen vor Ort Chancen einräumt, sich an der Findung einer Hymne zu beteiligen. Dies sollte organisierten wie unorganisierten Anhängern in gleicher Weise zugestanden und zum Schluss nach demokratischen Prinzipien abgesegnet werden.
Bis das Ganze fertiggestellt ist, könnte man sich den vorhandenen Dingen widmen.

Und vergesst nicht den Text zu lernen!

Sonntag, August 02, 2009

Alle Jahre wieder - die Euphorie vor dem Saisonstart

Der Saisonstart ist für den 1. FC Saarbrücken noch fünf Tage entfernt, das letzte Vorbereitungsspiel steht heute gegen den SC Freiburg II auf den Programm, die letzten Handlungen auf dem Transfermarkt sind abgeschlossen und das Phänomen "Euphorie" hat seit dem Spiel gegen Schalke endgültigen Einzug in den Ludwigspark erhalten. Das ist erst einmal gut, übertreiben sollte man das Ganze jedoch nicht.

Auch wenn man es Jahr für Jahr zu vergessen scheint: die Euphorie kommt pünktlich zu Saisonbeginn hervor, unabhängig von der Endplatzierung der vorherigen Spielzeit oder der allgemeinen Frustration im FCS-Umfeld. Grob lässt sich diese plötzliche Stimmungsschwankung als der allgemeine Gedanke aller FCS-Fans, ja allgegenwärtige FCS-Gedanke umschreiben, dass man irgendwann doch wieder nach oben kommen könnte. Als der FCS unter Toppmöller erstmals seit dem Lizenzentzug in die Zweitklassigkeit aufstieg, dauerte es nicht lange, da war schon von der Bundesliga die Rede. Gerüchte über prominente Neuzugänge wie Thomas Helmer und Ralf Weber, aber ein Testspielerfolge hielten die Stimmung hoch, die in einen starken Saisonbeginn mündeten, in dem man zeitweilig die Aufstiegsplätze enterte. Später kam Reutlingen, Toppmöller ging und der FCS spielte die Runde mit Thomas von Heesen zuende. Dass man vor der Katastrophensaison 2001/2002 das Ziel "Meisterschaft" ausgab, erscheint heute wie ein schlechter Witz.

Auch der Autor dieser Zeilen hat sich schon von der ein oder anderen Euphorie im FCS-Land anstecken lassen und wurde später bitter enttäuscht. Da war die Saison 2005/2006, die mit der Verpflichtung des ehemaligen Weltstars und einer ähnlichen Erwartungshaltung wie 2001/2002 begann. Im Jahr darauf gab ich sogar an dieser Stelle eine Prognose ab, dass die Aufstiegschancen des FCS bei 80% lägen, was ich damals für angemessen und realistisch hielt, schließlich gab es in der Regionalliga Süd scheinbar keine ernsthafte Konkurrenz außer Hoffenheim und Wehen. Die Abstiegswarscheinlichkeit hätte ich damals wohl bei 5% gesehen.

Was lässt sich in der heutigen Situation zu falscher und richtiger Euphorie sagen, wenn der Verein zwar aufgestiegen ist, aber eigentlich immer noch in der Halbvergessenheit Fußballdeutschlands hängt?

Der fatale Aspekt der Euphorie ist die an sie geknüpfte Erwartungshaltung. Wie Euphorie oft als "Hochgefühl" beschrieben wird, so kann man die einhergehenden Erwartungen an die Mannschaft als hochmütig bezeichnen. So wunderte es kaum, als der D-Block nach einer halbstündigen gelungenen Vorstellung gegen Schalke 04 Sprechchöre wie "Erste Liga! Keiner weiß warum!" von sich gab und insgeheim viele FCS-Fans schon das böse Wort "Durchmarsch" in ihren Kopf ließen. Dieses Urteil nach einer unglücklichen Testspielniederlage gegen einen Bundeslisigten zu fällen ist nicht nur naiv, sondern auch gefährlich.

Das Beste aus der Euphorie wird der FCS in diesem Falle mitnehmen, wenn er sich nicht an der Erwartungshaltung seiner Anhänger messen lassen muss, sondern an seiner Leistung gegen die Mannschaften der Regionalliga West. Und hier beginnt der FCS in der Hierarchie erst einmal unten, da man selbst nur ein Aufsteiger ist.
Der Fan kann in dieser Situation nicht mehr und nicht weniger als den Druck, der von zu hohen Erwartungen verursacht ist, einfach fallen zu lassen und stattdessen die anderen Aspekte der Euphorie mitzunehmen. Gerade bei den ersten vier Spielen der Saison, die allesamt gegen lokale Konkurrenten oder Traditionsvereine stattfinden, bietet sich hier die beste Gelegenheit, viel Potenzial auszuschöpfen. Man kann versuchen Freunde und Bekannte zu überreden, einfach mal "zum Eff-Zeh" mitzukommen, man kann den notorischen Grantler und "Ich-gehn-die-schunn-lang-nimmé-gugge!"-Sager zu einem Neustart animieren und man sollte dem FCS einfach einmal Unterstützung zukommen lassen, egal ob es auf der Anzeigetafel 1:0 oder 0:1 steht.

Nur zu unterstützen, wenn man die Liga dominiert, wird doch auf Dauer langweilig. Und die Bundesliga erreicht man sicher nicht dadurch, indem man jedes Jahr von ihr redet, aber den Verein dann im Stich lässt, wenn er nicht so spielt, wie man es sich vorgestellt hat.

Mittwoch, Juli 22, 2009

Wer ist eigentlich dieser Velimir Grgic?

Wochenlang wurde spekuliert, wer denn der neue Stürmer neben Mozain, Strohmann und Petry würde, illustere Namen geisterten durch Fanforen und Presse und am Ende geschah das, was wirklich keiner ahnen konnte: ein Testspieler überzeugte. Wer ist eigentlich dieser Velimir Grgic?



Foto: www.ludwigspark.de

Angefangen hat der bullige Stürmer, der optisch gerne mit dem brasilianischen Weltklassestümer Ronaldo verglichen wird, im Jahre 1999 bei Cibalia Vinkovci, einem kroatischen Erstligisten. Dort spielte neben Grgic zu dieser Zeit auch ein gewisser Mladen Bartolović, dessen Saarbrücker Engagement in der Saison 2000/2001 wohl noch vielen in Erinnerung ist.
Zur Saison 2002/2003 wechselte Grgic zur TuS Koblenz, einem mittelmäßigen Oberligisten, die mit Milan Sasic einen neuen Trainer verpflichtet hatten. Es folgte eine eher mittelmäßige Saison für TuS und eine knapp abgewendete Insolvenz. Danach folgte ein überraschender Aufstieg in die Regionalliga.
In der ersten Regionalliga-Saison war auch Grgic im Koblenzer Team eine feste Größe und brachte es auf insgesamt 32 Einsätze. Mit gerade einmal zwei Treffern war die Ausbeute dennoch mager für den Angreifer, der schon damals eher in der Rolle als Vorbereiter auftrat.
Bei den Kickers Emden versuchte sich Grgic nach drei Koblenzer Jahren in der Regionalliga Nord. In zwei Spielzeiten kam er dabei fast immer zum Einsatz und traf in 68 Spielen elfmal ins gegnerische Tor. Auch hier begleitete er die Rolle des robusten Sturmtanks, der eher Bälle für seine Nebenleute erkämpft als selbst zu vollstrecken. Trotz einer eher geringen Trefferquote war Grgic so stets ein unverzichtbarer Teil seiner Mannschaft.

Zur Saison 2007/2008 wechselte Grgic wieder in die Regionalliga Süd zum SV Sandhausen und erlebte dort seine bisher wohl erfolgreichste Saison. Mit zehn Treffern in 24 Einsätzen steigerte er seine Torquote erheblich, war der beste Stürmer seiner Mannschaft und hatte letztlich einen großen Anteil daran, dass sich Sandhausen als Fünfter recht überraschend für die neue Dritte Liga qualifizierte.

Nach dem Aufstieg wurde es für Grgic schwerer in Sandhausen mitzuhalten, er hatte zwar nach fünf Spieltagen bereits zweimal getroffen, allerdings verlor er unter Trainer Gerd Dais seinen Stammplatz und spielte bis zum 18. Spieltag der Saison 2008/2009 genau einmal über die volle Distanz. Unzufrieden wechselte Grgic zur Winterpause nach Kiel, wo er in der Rückrunde wieder seinem früheren Ruf als Kämpfer und Arbeiter auf dem Platz gerecht und am Ende mit der Meisterschaft belohnt wurde.

Und nun darf Velimir Grgic wieder ein blau-schwarzes Trikot, nämlich das des 1. FC Saarbrücken, überstreifen und in seiner gewohnten Spielklasse, der Regionalliga, agieren. Mit nur 27 Treffern aus 152 Spielen erscheint es zwar eher unwarscheinlich, dass wir viele Grgic-Tore erleben werden (so wie derer zwei gegen Wehen), allerdings liegen seine Stärken auch woanders: im Erkämpfen des Balles und in der Vorbereitung. Ein kleines Manko ist dabei die Unbeherrschtheit, die Grgic überkommen kann und schon zu 28 Gelben , zwei Gelb-Roten und einer Roten Karte geführt haben.

Ob Velimir Grgic der gesuchte Kracher ist, darf mit Spannung erwartet werden. Vielmehr scheint er aber das zu sein, was jeder Verein mindestens genauso nötig hat wie einen guten Torjäger: ein Spieler, der sich in den Dienst der Mannschaft stellt.

Sonntag, Juli 12, 2009

Blamable Testspiele der letzten Jahre

Weder bin ich unglücklich, noch wirklich froh darüber gestern nicht in Kutzhof gewesen zu sein. Dort hat der FCS in seinem zweiten Testspiel nach der Sommerpause mit 2:3 verloren, der Gegner hieß Hertha Wiesbach, nach Völklingen ein weiterer Saarlandligist. Das gleicht für einige einer mittleren Katastrophe, für andere besteht noch kein Grund zur Panik, da die Saisonvorbereitung erst eine Woche jung ist. Dieter Ferner formuliert die Kritik dementsprechend ausgewogen und unterscheidet zwischen der Bilanz im Training (gut) und der in den Spielen (schlecht).

Wirft man einen Blick in die jüngere FCS-Historie, so wird einem allerdings klar, weshalb der Aussagegehalt verkorkster Testspiele auch nur begrenzt ist. Denn es gab so einige Auftritte, an die man sich nicht gerne erinnert:

FV Eppelborn - 1. FC Saarbrücken -:- (beim Stande von 2:1 abgebrochen)
18.02.2009


Eine Testspielniederlage beim ehemaligen UEFA-Futsal-Pokalteilnehmer aus Eppelborn wurde in letzter Minute abgewendet. Beim Stande von 2:1 für den Gastgeber fiel das Flutlicht aus, böse Zungen spotteten, dass es ein FCS-Mitarbeiter gewesen sein müsse, der eine Niederlage abwenden wollte. Erinnerungen an Gresaubach wurden wach.

SV Bübingen - 1. FC Saarbrücken 5:4 (1:4)
02.09.2008


Was genau auf dem Bübinger Kunstrasen geschah wird heute oft verschwiegen, tatsächlich war es wohl eine der kuriosesten Testspielniederlagen für den FCS und das auf wundersame Art soger während der Ära Ferner. Ludwigspark.de schreibt zu diesem Spiel, dass nach dem Seitenwechsel "Perspektivspieler" zum Einsatz kamen.

ASC Dudweiler - 1. FC Saarbrücken 0:1 (0:1)
11.07.2007


Mit verspätetem Anpfiff aufgrund eines fehlenden Schiedsrichtergespanns und der hoffnungsvollen Neuverpflichtung Volkan Özgün besiegte der FCS den Landesligisten mit 1:0. Jonathan Zydko sollte seinen Arbeitstag frühzeitig beenden, was auch einige Zuschauer taten.

1. FC Saarbrücken - Röchling Völklingen 1:1 (1:1)
07.07.2006


Eine frühere Auflage des jährlichen Quierschieder Testspiels mit dem gleichen Ergebnis wie im Jahre 2009. Natürlich auch als frischgebackener Regionalligist.

1. FC Saarbrücken - SV Elversberg 0:1 (0:1)
30.07.2005


Spieler wie Marc Ziegler, Mustapha Hadji oder Tam Nsaliwa ließen sich von einer Elversberger Mannschaft düpieren, die damals Inbegriff eines mittelmäßigen Regionalligisten war, während man im FCS-Lager vom Aufstieg in die Bundesliga träumte. Ein Trauerspiel.

Das nächste Testspiel bestreitet der 1. FC Saarbrücken übrigens am kommenden Mittwoch in Saarwellingen. Und bis dann wird auch wieder mal gewonnen, egal ob mit oder ohne angekündigten Krachern und mäßigen Testspielern. Versprochen.

Donnerstag, Juli 09, 2009

Hartes Auftaktprogramm

Wie auf das Christkind hat man in den vergangenen Wochen sehnsüchtig auf den Spielplan für die neue Regionalliga-Saison. Wann geht es nach Mannheim? Wann darf man Trier empfangen?

Als man dann, ob via SMS vom Verein selbst, ob über die vielen Fanforen oder von einer anderen Quelle die tatsächlichen Begegnungen erfuhr, schlug das Herz gleich höher. Nicht die befürchtete Magerkost aus Reservemannschaften der Bundesligen, sondern eine bunte Mischung aus Traditionsvereinen und lokaler Konkurrenz:

1. Spieltag 08.08.09 SV Elversberg – FCS
2. Spieltag 15.08.09 FCS – SV Eintracht Trier
3. Spieltag 22.08.09 Rot-Weiß Essen – FCS
4. Spieltag 29.08.09 FCS – SC Preußen Münster


Für den Zuschauer sicherlich ein Fest, dass die Vorfreude auf die Regionalliga noch ein wenig verstärkt, allerdings aus sportlicher Sicht ein zweischneidiges Schwert. Der 1. FC Saarbrücken bekommt es gleich mit dem Verein zu tun, der ihm den Prestige-Titel der "Nummer 1 im Saarland" streitig macht, danach kommt der geliebte Feind aus Trier mit dem neuen Führungsduo Fuchs/Basler zu Besuch. Weiter geht es zu Rot-Weiss Essen, die ihrerseits große Ambitionen auf den Aufstieg hegen und zum Abschluss der ersten vier Spiele, die als früheste Standortbestimmung in einer Saison gelten, gastiert der Vorjahresvierte Preußen Münster im Ludwigspark.

Das Spiel der Extreme, des FCS-Anhängers liebste Beschäftigung, lässt sich auch hier wieder eindrucksvoll anwenden. Manch einer rechnet mit einem verkorksten Start, bei dem den Blau-Schwarzen vor Augen geführt wird, andere trauen dem FCS zu die selbsternannten Favoriten der Liga aufzumischen und möglichst viele Punkte aus diesen vier Spielen einzusacken. Die Wahrheit liegt nicht einmal in der Mitte, sie liegt schlicht und ergreifend in der Zukunft.

Wer allerdings der Meinung ist, dass dieses Auftaktprogramm schwierig wird, dem soll an dieser Stelle auch die Steigerung aufgezeigt werden. Diese dürfen nämlich die FCS-Frauen in der Bundesliga erleben:

1. Spieltag 20.09.09 FCS – 1. FFC Turbine Potsdam
2. Spieltag 27.09.09 1. FFC Frankfurt – FCS
3. Spieltag 04.10.09 FCS – SC 07 Bad Neuenahr
4. Spieltag 11.10.09 VfL Wolfsburg – FCS


An den ersten beiden Spieltagen dürfen es die Spielerinnen des neuen Trainers Stephan Fröhlich zunächst mit dem amtierenden Deutschen Meister Potsdam und danach mit dem erfolgreichsten Verein im Deutschen Frauenfußball, dem 1. FFC Frankfurt aufnehmen. Da verblassen zwar Bad Neuenahr und Wolfsburg ein wenig, aber wer um die Situation des Frauenfußballs in Saarbrücken weiß und die Abgänge der Leistungsträgerinnen verfolgt hat (einige von ihnen gingen zu oben genannten Vereinen), der wird auch als größter Optimist nicht mehr als einen Start mit vier sieglosen Spielen voraussagen können.

Aber selbst diese Erkenntnis bringt erst die Zukunft. Und solange bleibt uns die Vorfreude.

Links zu den Spielplänen:

- Regionalliga West Herren (dfb.de)
- Frauen-Bundesliga (dfb.de)

Sonntag, Juni 28, 2009

Woran mich das neue Trikot erinnert

Der 1. FC Saarbrücken wechselt in der kommenden Saison nach zwei Jahren wieder einmal den Dress. Bislang wurde das hier nur kurz einmal erwähnt, was wohl auch daran liegt, dass der letzte Trikotwechsel nicht großartig abgehandelt wurde. Und um diesem Beitrag noch die Ehrlichkeit zu verleihen, die er verdient: sonderlich interessant war dieses Thema nie. Meist bekam der FCS diesselben Trikots wie der Zweitligist aus Koblenz (mittlerweile hat dieser den Ausstatter gewechselt) und der Unterschied lag einzig und allein im Wappen und im Schriftzug des Trikotsponsors. Ein schönes Thema für ein bis zwei Wochen in einem FCS-Fanforum, mehr aber auch nicht.

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Das neue Trikot (Grafik: www.fc-saarbruecken.de)

Nun gibt es einen Grund, warum ich dennoch über ein Thema, was ich eigentlich als uninteressant erachtete, einen Beitrag schreibe. Und dieser liegt im Jahre 2000, dem Aufstiegsjahr des FCS unter Klaus Toppmöller.

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Das Trikot der Saison 2000/2001 (Foto: www.saarbrueckentrikot.de)

Von der Grundform her ähnelt der neue Arbeitsanzug von Weißmann und Co. nämlich an eben jenes Hemd, was in der Zweitligasaison 2000/2001 getragen wurde. Damals war man nach dem Aufstieg zu einem neuen Ausrüster gewechselt (der alte Ausrüster war eher für Geschmacksverirrungen als schicke Trikots bekannt) und präsentierte ein Hemd im schlicht gehaltenen Design mit breiten Längsstreifen. Zwar trug zur gleichen Zeit Alemannia Aachen auch jenes Modell in gelb-schwarzer Farbgebung, allerdings änderte dies nichts daran, dass es erstmals seit Jahren wieder ein Trikot in beiden Vereinsfarben gab, für das man sich nicht zu schämen brauchte.

Für mich war es damals das erste FCS-Trikot, was ich je bekam. Damals noch ohne Rückennummer oder Spielernamen, aber mit dem wichtigen Wappen und dem Vereinsnamen auf dem Rücken. Der Stoff wirkte etwas fest und schwer, fester als bei vielen späteren Hemden, allerdings konnte ich erstmals in der Schule und auf der Straße stolz mein FCS-Trikot präsentieren und mich zu meinem Verein bekennen, der damals noch mit Spielern wie Bender und Hutwelker Vereine wie Nürnberg, Hannover oder St. Pauli besiegte.

Aus dem Alter, dass ich zwanghaft bei jedem FCS-Spiel im Trikot erscheinen muss, bin ich raus (was nicht unbedingt von Nachteil ist, wenn man ein Auswärtsspiel besuchen will), das Trikot von 2000 wird von Zeit zu Zeit dennoch hervorgeholt und zum Sport getragen. Immerhin verbinde ich damit Erinnerungen an eine recht erfolgreiche FCS-Zeit. Vielleicht ist auch die optische Verwandtschaft zum neuen Dress ein gutes Omen für die kommende Saison. Solange man nicht auf Vorstandsebene auf die Idee kommt, ausgerechnet zur Spielzeit 2010/11 eine Retro-Welle zu starten:

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Das Trikot der Saison 1995/1996 (Foto: www.saarbrueckentrikot.de)

Dienstag, Juni 23, 2009

Der Fall Zeitz

Manuel Zeitz steht dieser Tage wie kein anderer FCS-Spieler im Fokus, nicht aus Sicht der Medien. Das mag kaum verwundern, gilt er als Juwel des 1. FC Saarbrücken, das der hohen Belastung in A-Jugend und 1. Mannschaft trotzte und eine Schlüsselrolle in beiden Mannschaften einnahm. Während die A-Jugend in der Aufstiegsrelegation zur Bundesliga knapp an Darmstadt scheiterte, gab es in der Oberliga Südwest den ersten FCS-Aufstieg seit 2004.

Da verwundert es kaum, dass die Clubs ihre Fühler nach dem talentierten Mittelfelder ausstrecken. Im Fall von Zeitz kann man allerdings von "dem Club" sprechen, nämlich dem Bald-Bundesligisten 1. FC Nürnberg. Laut BILD-Zeitung soll die gebotene Ablösesumme der Franken bei 250.000 Euro liegen. Während Spielerberater Guido Nickolay von einer konkreten Anfrage sprach, schloss Vizepräsident Ebertz gegenüber der Saarbrücker Zeitung einen Wechsel von Zeitz kategorisch aus:

Es gibt kein konkretes Angebot vom 1. FC Nürnberg, nur einen Anruf. Aber das ist völlig belanglos.


Neben diesem ganz speziellen, tiefsitzenden Konflikt zwischen Verein und Spielerberater muss dennoch eine Frage geklärt werden: wovon profitieren sowohl Zeitz, als auch der Verein?

Für einen sofortigen Wechsel von Zeitz spricht zunächst einmal die Ablöse. Eine Viertel Million Euro würde den Saisonetat beträchtlich aufstocken, sodass weitere Verstärkungen für die Regionalliga möglich wären. Zudem hat man im Mittelfeld mit Nico Zimmermann einen Spieler verpflichtet, der den Part von Zeitz übernehmen könnte.
Desweiteren spielt die Zufriedenheit eine große Rolle. Wenn ein Wechsel am Unwillen des Vereins scheitert, so schlägt sich das oft in der Leistung des betreffenden Spielers nieder, die merklich nachlässt. So würde man auch ohne Wechsel letztlich die Mannschaft schwächen.

Vorsicht ist allerdings geboten, wenn man einmal die Probleme im Fall Zeitz aufzeigt.

Zunächst erweckt die Verbindung des Spielerberates nach Nürnberg nicht den Eindruck, rein aus sportlichen Gründen zu bestehen. Nach Frantz und Wollscheid wäre Zeitz der Dritte, der in den Aktivenbereich wechselt, zudem schließen sich vier Spieler der B-Jugend des FCS im Sommer den Franken an. Frantz spielte sich zwar in die erste Elf der Zweitligamannschaft, verlor seinen Platz allerdings in der Endphase der Saison wieder. Auch bleibt die Frage, ob man dauerhaft bei einem Bundesligisten mit eigenem Nachwuchsleistungszentrum Gefallen daran haben wird, stets neue Spieler von einem einzelnen Verein integrieren zu müssen. Vielmehr scheinen in diesem Falle wirtschaftliche Interessen den sportlichen Teil in den Schatten zu stellen.

Für Zeitz bedeutet dies gleichzeitig die Frage, ob dieser Sommer auch der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel ist. Mit 18 Jahren hat er bereits eine volle Saison für den FCS absolviert, allerdings profitierte er auch von einer erfahrenen Mannschaft mit einem erfahrenen Trainer in einer Liga aus Feierabendfußballern. Die Regionalliga wäre ein weiterer Schritt in der Reifung des Spielers Zeitz, der sich zwar auch weiterhin als Stütze des FCS beweisen muss, allerdings in Nürnberg unter einem größeren Konkurrenzdruck stünde, zunächst womöglich erst in der Reservemannschaft. Hier liegt die Gefahr sehr hoch schnell verheizt zu werden, den Anforderungen nicht gerecht zu werden und am Ende nur auf wenige Einsätze zu kommen.

Das Talent von Zeitz ist unbestritten, allerdings kamen und verschwanden schon viele talentierte Jungfußballer nach einem Wechsel zum falschen Zeitpunkt oder zum falschen Verein. Der beste Weg ist für Zeitz und den FCS in der Saison 2009/2010 ein gemeinsamer durch die Regionalliga West. Im Sommer 2010 wird man dann sehen, ob Zeitz wirklich 250.000 Euro oder gar mehr wert ist und dann kann man sich von beiden Seiten wieder an einen Transfer wagen. Dann wird auch das FCS-Präsidium offener mit diesem Thema umgehen.

Donnerstag, Juni 18, 2009

Das große FCS-Zitate-Raten - Auflösung

Mit einem Tag Verspätung komme ich heute meiner Pflicht nach, die Auflösung für das "große FCS-Zitate-Raten" zu präsentieren. Die Zitate waren teilweise offensichtlich ausgewählt und schnell zuzuordnen, andere tauchten gar bereits in diesem Blog an anderer Stelle auf, andere waren sehr speziell und nur auf den blau-schwarzen Mikrokosmos in den FCS-Internetforen bezogen.

Man hätte es kaum anders erwarten können, dass zwei Stammleser (und Leuchtturm-Redakteure) sich an der Lösung versuchen würden. Die vollständige und korrekte Aufzählung aller Urheber gelang dabei keinem von beiden, wenngleich sich Florian mit zehn Richtigen knapp gegen Frederic (8,5 Richtige, da immerhin Zitat Nr. 7, was Florian zur kompletten Lösung fehlte, in die passende Richtung gedeutet wurde) durchsetzen konnte.

Hier alle Urheber im Überblick:

1. Scheinbar Uli Glup, Marketingmanager von Borussia Neunkirchen, allerdings wurden ihm diese Worte von ludwigspark.de-User "The Edge" in die Worte gelegt. Die BILD schrieb ab, die FCS-Fans amüsierten sich.
2. Nazif Hajdarovic
3. Horst Hinschberger
4. Jörg Rodenbüsch
5. Das FCS-Fanradio in Pirmasens
6. Erneut Horst Hinschberger, in Bezug auf die FCS-Frauen.
7. Manuel Hornig
8. Frank Schmelczyrsch
9. Reinhard Klimmt
10. Leuchtturm-Redakteur Florian im Fanradio
11. Ludwigspark.de-Legende Andre vom FC

Ich bedanke mich für die Teilnahme, und natürlich den Urhebern für das ein oder andere verbale Glanzstück.

Mittwoch, Juni 17, 2009

Weitere Neuzugänge für die Saison 09/10

Man kann den FCS-Verantwortlichen, zumindest was die Seite der FCS-Herren betrifft, derzeit nicht vorwerfen auf der faulen Haut zu liegen. Die Mannschaft befindet sich noch in der wohlverdienten Ruhepause vor dem Trainingsauftakt am 5. Juli, während der Verein regelmäßig bekannt gibt, wer alles in der kommenden Saison das neue blau-schwarze Trikot überstreifen wird. Seit der letzten Bestandsaufnahme vor drei Wochen hat es wieder drei Neuverpflichtungen gegeben, die man näher betrachten sollte.

Marc Lerandy:

Der 27-jährige Deutsch-Franzose ist ein weiterer Mann für die Abwehr, genauer gesagt die Innenverteidigung, und kommt vom VfR Willstätt. Es mag einem an dieser Stelle vielleicht etwas seltsam vorkommen, denn Willstätt ist Bezirksligist und verpasste in dieser Saison knapp den Klassenerhalt. Warum sich Dieter Ferner dann ausgerechnet für einen Spieler eines Bezirksligaabsteigers entschieden hat, lässt sich erst anhand der Vita Lerandys klären: zuvor für Pfullendorf spielend pausierte Lerandy nach Vertragsstreitigkeiten im Sommer 2008 ein halbes Jahr, um sich erst in der Winterpause den Willstättern anzuschließen. Der ehemalige Pirmasenser kann also immerhin Drittligaerfahrung vorweisen, wenn auch gerade einmal 33 Spiele für den SC Pfullendorf. Es bleibt abzuwarten, ob er sich nach dem Bezirksliga-Intermezzo dauerhaft in der Regionalliga etablieren kann.

Nico Zimmermann:

Ganz und gar nicht unbekannt ist Nico Zimmermann. Bis Anfang 2007 spielte der aus der FCK-Jugend stammende Zimmermann für den FCS, zumeist blieb es jedoch bei Auftritten in der 2. Mannschaft, wo er meist überzeugte. Nicht überraschend kam zusammen mit den anderen unzufriedenen Reservisten Florian Weber und Pascal Olivier der Wechsel nach Elversberg. Nach eineinhalb durchwachsenen Jahren folgte in dieser Saison der Durchbruch, während Weber und Olivier scheiterten.
Die Zahlen sprechen für den 23-Jährigen: in 30 Spielen für die SVE traf er sechsmal und bereitete zehn Treffer vor. Zudem gilt der defensive Mittelfeldmann als guter Standard-Schütze, was dem FCS nicht schaden kann, blieben diese 2008/2009 doch relativ harmlos.
Unumstritten ist Zimmermann jedoch nicht, vor allem aufgrund seines Wechsels nach Elversberg. Die Voraussetzungen sind jedoch vorhanden, um sich diesen verlorenen Kredit wieder einzuspielen.

Marcus Mann

Der Mann mit dem eingägigen Namen kommt direkt aus der 3. Liga von den Stuttgarter Kickers und ist der vierte Neuzugang für die Abwehr. Ebenfalls für die Innenverteidigung geholt, kann sich die Statistik des 25-Jährigen durchaus sehen lassen: mit 3085 Minuten Spielzeit in 35 Spielen war er einer der Aktivposten seiner Mannschaft. Relativiert wird diese Zahl allerdings durch die Tatsache, dass die Stuttgarter Kickers zu Saisonende als Tabellenletzter abstiegen und zudem neben den meisten Niederlagen auch die meisten Gegentore in der Saison kassierten.
Akuter Geldprobleme seines Noch-Vereins ist es wohl geschuldet, dass der FCS einen Spieler aus der 3. Liga verpflichten konnte. Für einen Innenverteidiger stehen bei einem Wechsel in eine tiefere Liga die Chancen auf einen Stammplatz immerhin nicht schlecht.

Zwei Innenverteidiger und ein defensiver Mittelfeldspieler zeigen weiter die Tendenz, dass der FCS sich einerseits in der Defensive, andererseits in der Kaderbreite verstärkt. Das ist auch notwendig, offenbarte die beste Abwehr der Oberliga Südwest doch zu Saisonende hin die ein oder andere Schwäche. Damit diese Anfälligkeiten nicht von den Gegnern in der Regionalliga bitter bestraft werden, ist es nur konsequent gerade hier auf dem Transfermarkt gezielt zu suchen.
Eine Frage bleibt jedoch weiterhin ungelöst: wen präsentiert uns Dieter Ferner als Nachfolger für Nazif Hajdarovic?
Die Antwort darauf werden wir sicherlich noch früh genug erfahren.

Montag, Juni 15, 2009

Ein Fall in das Sommerloch

Die Sommerpause ist der Gewebeschock für den Körper eines Fußballfans. Die Spieler genießen ihren Urlaub, man selbst geht weiter arbeiten, ohne dass man am Wochenende im Stadion gestanden hat. Oder man fährt selbst in Urlaub und schaut sich in einem halbleeren Irish Pub mit holländischem Besitzer auf Mallorca Spiele des Konföderationen-Pokals an, bei dem wieder mal die B-Mannschaften um einen zweifelhaften Titel streiten. Es ist ein langer und tiefer Fall.

In der Zwischenzeit, man hat vergeblich sich wieder für die Formel 1 oder den Radsport zu interessieren, sucht man verzweifelt nach etwas Fußballartigem, nach einem Fußball-Bezug, irgendwo zwischen Meldungen den Themen, den man auch das restliche Jahr unbeachtet lässt, wie Promihochzeiten oder (mal wieder) eine Europawahl.
Ein Blick in das Zeitungsregal verläuft recht mau. Die aktuelle 11 Freunde hat man längst gelesen, der Kicker versprüht in der Sommerpause wenig Reiz und die Sport Bild bleibt unbeachtet, und das schon seit dem Abstieg des FCS aus der Zweiten Liga.
Ein halbherziger Versuch dem Sommerloch entgegenzuwirken bleibt das Sonderheft zum Saisonfinale der Bundesliga, für die Mittagspause oder den Klogang reicht die Ansammlung von Zahlen, Namen und Fakten allemal, längere Ablenkung verschafft einem Statistiken darüber, in welchen Spielen Mahir Saglik nicht für den KSC getroffen hat, dann auch nicht.
Viel tröstlicher sieht es in den Bücherregalen, über denen Sport prangt, auch nicht aus. Werke zur Trainingslehre braucht man nicht unbedingt, es sei denn, man trainiert eine Hobbymannschaft. Die Geschichte vom "Wunder von Hoffenheim" klingt hingegen nach Etikettenschwindel, da ein Wunder normalerweise mit etwas Unerwartetem zu tun hat und nicht etwa mit millionenschweren Investitionen.

Wo wir dann auch beim Thema wären. Wenn man dann versucht, den Fußballentzug mit Meldungen aus den Weiten des glamourösen internationalen Fußballs abzuwürgen, überkommt den einen dann das Staunen, den anderen tatsächlich das Würgen. 94 Millionen Euro für einen Fußballer, den albanische Fans zuletzt (nicht ganz zu unrecht) zur Miss World kürten? Ohne jetzt auch noch das Thema Weltwirtschaftskrise großartig abzuhandeln: dass zwei hochverschuldete Fußballclubs (das Wort "Verein" wirkt hier äußerst deplatziert) für einen neuen Transferrekord sorgen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Eigentlich dachte ich den Fall an dieser Stelle schon beendet und mich mit gebrochenem Genick auf dem Boden eines Sommerlochs, das noch etwas länger als zwei Wochen andauern wird. Zwischen Konfetti Pokal, C. Ronaldo, Kicker-Sonderheften und unerträglicher Hitze, bei der es trotzdem noch aus Eimern schütten kann, fühlte ich mich verloren, bis ich dann unter mir den Boden der Tatsachen erkannte, in den mich das Sommerloch zwischenzeitlich fallen ließ:

- Der FCS steckt in den Personalplanungen, was an sich immer ein Grund zum freudigen Rätselraten ist.
- Die A-Jugend befindet sich mitten in der Aufstiegsrelegation gegen Darmstadt.
- Die Vorbereitungen auf das nächste Fanmagazin sind in vollem Gange.

Man behalte sich für die Zukunft, dass jedes noch so Tiefe Sommerloch nicht gegen die kleinen Freuden des Lebens ankommt, wie zum Beispiel der Meldung, dass die Regionalliga West in der kommenden Saison auch Waldhof Mannheim beherbergen wird. Das Warten soll den Frust, den man im zwischenzeitlichen Sommerloch erlebt, ja immerhin lohnen.

Mittwoch, Juni 10, 2009

Das große FCS-Zitate-Raten

Als kleinen Zeitvertreib in der Sommerpause, in der eigentlich einige Gastbeiträge kommen sollten, die sich bislang noch nicht eingestellt haben, veranstalte ich ein kleines Rätsel im FCSBlog, das mit der geläufigen Rubrik "FCS-Zitat der Woche" zusammenhängt. Nachdem sich der letzte Beitrag in dieser Reihe des Interesses eines anonymen Jugendspielers erfreute, der sich vehement gegen zugegebenermaßen polemisierende Worte im Blog zu verteidigen versuchte, geht es diesmal weniger um den Aussagegehalt im Einzelnen als darum, wer denn für dieses Zitat verantwortlich ist.

Die Zitate:

1. In anderen Stadion wurden die Fans des FCS bis dato zumeist zusätzlich zur Kasse gebeten, in Neunkirchen wollen wir ihnen das Gefühl vermitteln, dass sie bei uns willkommene Gäste sind.
2. Doch ich würde auch auf Geld verzichten, um hier beim FCS zu bleiben.
3. Wir sind schon recht weit bei der Planung eines Funktionsgebäudes am Sportfeld (...).
4. Demonstrationen und Dorfkirmes sind keine Fußballspiele (...).
5. Jetzt ist das Spiel aus, wir haben die Schnauze voll.
6. Der Verein hat nichts falsch gemacht.
7. Man hatte den ein oder anderen Vorteil, wenn man beim richtigen Spielerberater war.
8. In einem Internetforum hatten sich 600 Leute gemeldet, um beim ,Tag der Vernichtung' dabei zu sein (...).
9. Immer wenn es sportlich nicht so wie gewünscht läuft, verlagert sich die Unzufriedenheit - und mit ihr die Diskussion - auf andere Themen.
10. Es is mehr odda wenischer ein Groddenkick.
11. Neues Stadion: Randgruppe Vorteil FCS Fan
Neue Kindergärten: Randgruppe Vorteil Eltern
Neue Schule: Randgruppe Vorteil Schüler
Neue Infrastruktur um Lupa: Randgruppe Vorteil FCS Fans und Veranstaltungsbesucher

Wer dem ein oder anderen Zitat den richtigen Urheber zuordnen kann, möge seinen (Elfer-)Tipp in den Kommentaren abgeben, Extrapunkte gibt es für die richtige Benennung des Zusammenhangs. Alle Zitate stammen aus der Saison 2008/2009 und sind zum Teil auch schon im FCSBlog selbst aufgetaucht. Die richtige Auflösung gibt es in einer Woche am 17.06.09.

Diesmal gibt es nichts zu gewinnen, es geht rein um Fachwissen und, wie immer, um die Ehre!

Sonntag, Juni 07, 2009

Endabrechnung 2008/2009

Eigentlich habe ich die Saison 2008/2009 ja offiziell schon in diesem Blog mit einem der vergangenen Beiträge abgeschlossen. Da dieser Beitrag die Saison in Worten resümierte, wäre wohl noch eine kleine, hoffentlich vollständige Endabrechnung für alle "Zahlenmenschen" (D. Weller) interessant, die vielleicht auch gerade mitlesen. Eine kleine Auflistung aller Spiele der Herren, Frauen, Reserve und A-Jugend, die ich in dieser Saison besucht habe.

Oberliga Südwest:


1. Spieltag: 05.08. 1. FC Saarbrücken - SV Elversberg II 0:0
3. Spieltag: 16.08. 1. FC Saarbrücken - Borussia Neunkirchen 4:0
4. Spieltag: 22.08. SV Rot-Weiß Hasborn - 1. FC Saarbrücken 2:2
5. Spieltag: 30.08. 1. FC Saarbrücken - SV Niederauerbach 0:0
8. Spieltag: 19.09. 1. FC Saarbrücken - SC 1919 Hauenstein 3:0
9. Spieltag: 27.09. SpVgg EGC Wirges - 1. FC Saarbrücken 0:4
10. Spieltag: 04.10. 1. FC Saarbrücken - SV Alemannia Waldalgesheim 5:0
12. Spieltag: 25.10. 1. FC Saarbrücken - Sportfreunde Köllerbach 1:0
13. Spieltag: 31.10. 1. FC Saarbrücken - FK Pirmasens 8:1
14. Spieltag: 08.11. SV 1920 Mettlach - 1. FC Saarbrücken 1:5
15. Spieltag: 15.11. 1. FC Saarbrücken - FC 08 Homburg 2:0
17. Spieltag: 29.11. 1. FC Saarbrücken - TuS Mechtersheim 3:1
18. Spieltag: 10.03. SV Elversberg II - 1. FC Saarbrücken 0:4
19. Spieltag: 13.12. 1. FC Saarbrücken - SC 07 Idar-Oberstein 3:0
20. Spieltag: 11.04. Borussia Neunkirchen - 1. FC Saarbrücken 0:0
21. Spieltag: 31.03. 1. FC Saarbrücken - SV Rot-Weiß Hasborn 2:0
23. Spieltag: 07.03. 1. FC Saarbrücken - SV Roßbach/Verscheid 5:1
25. Spieltag: 21.03. 1. FC Saarbrücken - SpVgg EGC Wirges 1:1
27. Spieltag: 04.04. 1. FC Saarbrücken - SG 06 Betzdorf 2:1
29. Spieltag: 26.04. 1. FC Saarbrücken - SG Bad Breisig 3:0
31. Spieltag: 05.05. 1. FC Saarbrücken - SV 1920 Mettlach 6:2
32. Spieltag: 09.05. FC 08 Homburg - 1. FC Saarbrücken 2:1
33. Spieltag: 16.05. 1. FC Saarbrücken - TuS Mayen 3:0

Saarlandpokal:

Achtelfinale: 18.11. FV Lebach - 1. FC Saarbrücken 0:4
Viertelfinale: 17.03. 1. FC Saarbrücken - SF Köllerbach 6:1
Halbfinale: 14.04. 1. FC Saarbrücken - SV 07 Elversberg 0:2

2. Bundesliga Süd (Frauen):

11. Spieltag: 15.02. 1. FC Saarbrücken - Bayer 04 Leverkusen 5:0
12. Spieltag: 22.02. 1. FC Saarbrücken - FCR 2001 Duisburg II 4:0
14. Spieltag: 15.03. 1. FC Saarbrücken - VfL Sindelfingen 3:0
20. Spieltag: 10.05. 1. FC Saarbrücken - SG Wattenscheid 09 4:1
21. Spieltag: 17.05. 1. FC Saarbrücken - FSV Jägersburg 4:0
22. Spieltag: 24.05. Bayer 04 Leverkusen - 1. FC Saarbrücken 2:3

Verbandsliga Saar (Reserve):

1. Spieltag: 02.08. SG Noswendel/Wadern - 1. FC Saarbrücken II 2:7
9. Spieltag: 20.09. 1. FC Saarbrücken II - SV Auersmacher 0:3

A-Junioren-DFB-Pokal:

Viertelfinale: 12.04. 1. FC Saarbrücken - Türkiyemspor Berlin 5:3 n. E.

Testspiele:

09.07. SSV Pachten - 1. FC Saarbrücken 0:8
16.07. SSV Überherrn - 1. FC Saarbrücken 0:6
22.01. 1. FC Saarbrücken - SV Wehen-Wiesbaden II 1:1
25.01. FV 07 Diefflen - 1. FC Saarbrücken 0:11
31.01. 1. FC Saarbrücken - FSV Fernwald 0:2
21.02. 1. FC Saarbrücken - SC Friedrichsthal 9:1

Das sind 41 besuchte Spiele, ca. 62 Stunden FCS. Sehr zufrieden bin ich damit kein einziges Heimspiel in dieser Oberliga-Saison verpasst zu haben, auch zufrieden bin ich mit dem ersten besuchten Auswärtsspiel bei den FCS-Frauen, nachdem ich in der Vorsaison gerade ein Heimspiel auf dem Kieselhumes besucht hatte. Etwas ernüchternd fällt dagegen meine Anwesenheitsrate bei der Verbandsliga-Reserve aus, die ich ledeglich in der Hinrunde zweimal verfolgen konnte.

Nicht jedes dieser Spiele habe ich mit einem Erlebnisbericht gewürdigt, weil ich nicht immer konnte oder wollte, aber im Endeffekt bin ich doch ein wenig stolz darauf, bei jedem einzelnen dabeigewesen zu sein. Denn eines steht fest: das kommende Jahr (Beginn der Studienzeit) wird mir den Besuch von FCS-Spielen garantiert nicht vereinfachen.

Donnerstag, Juni 04, 2009

Wo muss der FCS aufrüsten?

Es klang den einen vielleicht ein wenig martialisch, andere sahen es vielleicht als übertrieben selbstkritisch an, dennoch bleibt es die zentrale Frage einer jeden Sommerpause und so auch dieser:

Wo muss der FCS aufrüsten?

Aufruest

Das Ergebnis dieser Umfrage, die einen Monat lang die Navigationsleiste in diesem Blog zierte, fällt relativ eindeutig aus und kommt in dieser Weise keineswegs überraschend, trifft es auch die zentralen Baustellen für die Regionalliga. Betrachten wir zunächst einmal alle Mannschaftsteile der Reihe nach.

Die Torhüterposition, in der Umfrage an letzter Stelle liegend, scheint auch für die Regionalliga feststehend. Enver Marina, sofern er zur kommenden Saison wieder vollständig einsatzbereit sei, hat als Spielführer und herausragender Schlussmann in der Oberliga keine wirkliche Konkurrenz. Dies hängt jedoch, wie seit langem bekannt, vom Gesundheitszustand Marinas ab, der dazu führen könnte, dass Tobias Rott sein kurzfristiges Einspringen als etatmäßige Nummer eins um ein Jahr verlängert. In diesem Falle könnte der (vom Verein noch nicht bestätigte) Wechsel von Michael Müller zum FCS einen kleinen Konkurrenzkampf mit sich bringen.

In der Abwehr sieht dies schon ganz anders aus, hier sahen 67% der Blogleser Handlungsbedarf. Diesem ist inzwischen der Verein nachgegangen und hat mit Bauer, Zydko und Lerandy zwei Außen- und einen Innenverteidiger verpflichtet. Dass der FCS schon länger ein Problem auf den Außenpositionen besitzt, blieb auch vielen Oberligisten nicht verborgen, allein die spielerische Klasse machte dieses Wissen nutzlos. Feststeht, dass es in der Regionalliga schon schwieriger wird dauerhaft einen gelernten Offensivspieler wie Kohler in der Abwehrkette aufzustellen. Zudem erfoderte der Abgang von Wollscheid einen neuen Mann für die Innenverteidigung, der mit Marc Lerandy kommen wird.

Das Mittelfeld, fast genauso unumstritten wie die Torhüterposition, blieb bisher von Bewegungen auf dem Transfermarkt unberührt, sieht man einmal vom Abgang Pascal Stellettas ab. Dennoch verwundert es nicht wirklich, dass noch kein Neuzugang für die Schaltstelle der Mannschaft verkündet wurde, präsentierten sich Weißmann, Dafi und Zeitz als die Erfolgsgaranten in der vergangenen Saison. Bei Zeitz schwingt jedoch für jeden FCS-Fan stets die Angst vor dem frühzeitigen Abgang mit, der gute Draht nach Nürnberg macht es möglich. Man kann trotzdem erwarten, dass das Mittelfeld zumindest noch in der Breite gestärkt wird, wenn auch die Besetzung aus dem Vorjahr weiterhin vollstes Vertrauen genießt.

Im Sturm sahen ca. drei von vier Teilnehmern der Umfrage Bedarf nach neuen Spielern. Auch hier hält sich die Überraschung in Grenzen, gibt der FCS schließlich mit Nazif Hajdarovic den Torschützenkönig der vergangenen Saison (21 Treffer) in Richtung München ab. Den Spielertyp Hajdarovic zu ersetzen kann dabei nicht die Aufgabe Ferners lauten, da die Anforderungen in der Regionalliga anders sein werden. Neben den langen kopfballstarkten Petry und Strohmann, dem guten, jedoch unbeständigen Schug und dem quirligen Mozain müsste also ein Spieler her, der Torgefahr, Übersicht und eine gute Ballbehandlung in sich vereint. Dass dies als Viertligist eine alles andere als leichte Aufgabe ist, muss man Dieter Ferner wohl nicht sagen.

Die ersten Schritte in Richtung Saison 2009/2010 sind gemacht, der Kader des FCS nimmt Konturen an, in denen sich kein großer Umbruch, sondern nur punktuelle Änderungen abzeichnen. Einige dieser Punkte müssen in den kommenden Wochen noch bearbeitet werden, bis sich zeigen kann, ob man im Ganzen auch wirklich reif für die Regionalliga ist.

Mittwoch, Mai 27, 2009

Erste Personalien 09/10

Die Saison in der Oberliga Südwest hat am vergangenen Samstag ihr unspektakuläres und unglanzvolles Ende gefunden, die Fußballwelt schaut heute Abend nach Rom zum Finale der UEFA Champions League und beim FCS wird diskutiert wie eh und je, mal über das neue Trikot, mal über die Erhöhung der Eintrittspreise oder aber über die bereits feststehenden Neuzugänge. Auf diese werfen wir nun einen kurzen Blick.

Tim Bauer:

Sein Wechsel wurde vor Wochen bereits vermutet, noch öfter gefordert und nun ist er Realität geworden, Tim Bauer kommt von der Regionalligamannschaft des 1. FC Köln (U23) zum 1. FC Saarbrücken. Werden die einen noch nie etwas von dem Spieler mit dem Allerweltsnamen gehört haben, so ist den anderen Bauer ein fester Begriff. Bis 2004 kickte der 21-Jährige in der FCS-Jugend, danach wurde er von Köln abgeworben.
Man erhofft sich viel vom Linksverteidiger, der in der noch laufenden Regionalliga-Saison in 25 Spielen bisher drei Tore und fünf Vorlagen für sich verbuchen konnte und mit seiner Mannschaft einen mehr als ordentlichen dritten Tabellenplatz belegt. Die Position auf der linken Außenseite gilt seit Jahren als Schwachstelle des FCS, meist waren Lösungsansätze aufgrund der hohen Spielerfluktuation alles andere als nachhaltig. Zuletzt war diese Position meist mit Lukas Kohler besetzt, einem gelernten Mittelfeldspieler.

Jonathan Zydko:

Jeder, der die Etappen des Saarbrücker Niedergangs mitverfolgt hat, kennt den Namen Jonathan Zydko, was direkt die Problematik dieser Neuverpflichtung offenbart: warum holt man ausgerechnet einen Spieler zurück, der in zwei scheiternden FCS-Mannschaften auflief?
Geht man einen Schritt weiter und schaut sich die Leistungsdaten der letzten Saison Zydkos hat, fühlen sich die Zweifler bestätigt: für UN Käerjeng 97 lief Zydko in 20 Spielen auf, brachte es auf jeweils ein Tor und eine Torvorlage und die stolze Zahl von insgesamt 11 Gelben Karten. Wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um die höchste Spielklasse Luxemburgs handelt, deren sportliches Niveau irgendwo zwischen Dritter Liga und Saarländischer Verbandsliga anzusiedeln ist, stimmen einen diese Fakten nicht sehr positiv.
Dennoch könnte Jonathan Zydko einige Lücken beim 1. FC Saarbrücken füllen: zum einen handelt es sich bei ihm um einen sicheren Elfmeterschützen (und ein solcher hat in dieser Saison definitiv gefehlt), zum anderen sorgt der Ausfall von Caner Metin, der wohl ein Jahr verletzt pausieren wird, für Nachholfbedarf auf der rechten Außenposition in der Abwehr.
Zydko startet nicht unter besten Voraussetzungen, könnte aber unter diesen Umständen den verlorenen Kredit bei den Zuschauern wieder einspielen.

Michael Müller:


Ein gänzlich unbekannter Torhüter aus dem Breisgau soll in der kommenden Saison, warscheinlich auf Leihbasis, beim FCS wirken. Auffällig ist dabei zum einen die allseits bekannte Saarbrücker Spielerberaterfirma, die auch Müller unter Vertrag hat, zum anderen die recht durchwachsene Bilanz von Müller, der in bislang 18 Einsätzen für die Regionalligamannschaft des SC Freiburg nur in drei Spielen die Null festhielt und seit dem 23. Spieltag keine Partie mehr bestritten hat. Den recht hohen Schnitt von mehr als zwei Gegentoren pro Spiel hat, wenn wir nicht ungerecht werden wollen, keine große Aussagekraft, rangiert die Mannschaft des SCF II derzeit auf dem zwölften Tabellenplatz.
Man darf wohl davon ausgehen, dass der 19-jährige Schlussmann in erster Linie verpflichtet wurde, um die Torhüter in der Breite zu stärken, da Stelletta und Seel den Verein verlassen, der Verbleib von Rott und die weitere Ausfallzeit von Marina weiterhin ungewiss sind.

Die ersten Schritte für den FCS-Kader 2009/2010 sind getan, die punktuellen Verstärkungen in der Abwehr machen Hoffnung auf eine vernünftige Einkaufpolitik in diesem Sommer, allerdings muss nun auch für die Offensive nach Verstärkungen gesucht werden. Die größte Lücke hinterlässt nämlich kein Torwart oder Abwehrspieler, sondern Nazif Hajdarovic.

Links:

- FCS verstärkt sich für die Regionalliga (FCS-HP)
- Saarbrücken leiht Müller (transfermarkt.de)

Montag, Mai 18, 2009

Ein paar Randnotizen zum letzten Heimspiel in der Oberliga

1. Erstmals seit der Saison 1999/2000 darf sich der FCS wieder "Meister" nennen, diesmal Meister der Oberliga Südwest, wofür die Spieler auch vor Spielbeginn geehrt wurden.
2. Nico Weißmann erzielte eines seiner nicht allzu häufig vorkommenden Kopfballtore. Bei einer Körpergröße von 1,75 m ist das jedoch keine Schande.
3. Sammer Mozain und Marcel Rozgonyi durften aufgrund ihrer Platzverweise in Pirmasens nicht auflaufen, Nazif Hajdarovic war für diesen Spiel noch nicht gesperrt.
4. Da Nazif allerdings nachträglich für drei Oberliga-Spiele gesperrt wurde, gab er gleichzeitig sein Abschiedsspiel für den FCS.
5. Einer der verabschiedeten Spieler, Stephan Otte, wurde ob seines Wechsels zum Lokalrivalen nach Homburg ausgepfiffen. Eine etwas unfeine Geste.
6. Auch unschön: Caner Metin erlitt im vorletzten Heimspiel noch eine Verletzung und musste ausgewechselt werden.
7. Nabil Dafi verschoss seinen Elfmeter und bleibt damit bester torloser Feldspieler des FCS.

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8. Maxi Böhmann blieb im dritten Saisonspiel erstmals ohne Gegentor.
9. Trotz einiger vergebener Chancen gelang Nazif Hajdarovic zum Abschied noch ein Tor.
10. Michael Petry durfte mit dem Treffer zum 3:0 sein zehntes Saisontor feiern.
11. Erstmals wurde das Trikot der kommenden Saison getragen. Auf dem Rücken war statt der Spielernamen der Slogan "Erster! FC Saarbrücken" zu lesen.

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12. Die neuen Hemden ähneln denen der Saison 2000/2001.
13. Der Gegner hieß "TuS Mayen".
14. Nach Spielende sah man, was in dieser Saison nicht sehr häufig vorkam, pyrotechnische Mittel im D-Block.

Mayen09 010

15. Auch dieses Spiel wird in wenigen Monaten nur noch eine Randnotiz aus zwei Jahren Oberliga darstellen.

Regionalliga, wir kommen!

Montag, April 20, 2009

Wie man es dreht und wendet

Wir schreiben die 17. Kalenderwoche des Jahres 2009, beim FCS diskutiert man über den möglichen Abgang eines Nazif Hajdarovic, der laut Saarbrücker Zeitung ein Probetraining beim FC Bayern München II, derzeit 3. Liga, absolviert. Beim FCS schaut man derweil, da man ja den Saarlandpokal verlassen musste, mit besonderer Aufmerksamkeit nach Homburg. Der direkte Verfolger, FC 08 Homburg, bestreitet nämlich morgen ein Heimspiel gegen den SV Mettlach, was zunächst relativ harmlos klingen mag, aber schon die Meisterschaft vorentscheiden könnte.

Vier mögliche von unzähligen Szenarien:

Szenario 1:
Homburg verliert das Heimspiel gegen Mettlach. Damit hätte man bei noch fünf ausstehenden Spielen einen Rückstand von 16 Punkten. Bei drei möglichen Punkten pro Spiel stände der FCS damit als Meister fest und zumindest hätten die Homburger zu ihrer eigenen Genugtuung die Aufstiegsfeier in Saarbrücken zu früh in Gang gebracht.

Szenario 2:
Homburg gewinnt morgen gegen Mettlach und der FCS schlägt am Sonntag Bad Breisig. Damit bliebe der Abstand ebenfalls bei 16 Punkten, auch hier bekäme man für fünf Siege in den fünf ausstehenden Spielen nur 15 Punkte und der FCS dürfte, immerhin, den Aufstieg nicht schon unter der Woche, sondern im eigenen Stadion nach Schlusspfiff zelebrieren. Auch wenn es kein Höhepunkt der Vereinsgeschichte wäre.

Szenario 3:
Homburg erreicht ein Unentschieden gegen Mettlach und verkürzt den Abstand bis Sonntag auf 15 Punkte. Holt der FCS dann am Sonntag zumindest einen Punkt, kann er auch in diesem Falle die Meisterschaft feiern. Verliert er, kommt es auf die weiteren Spiele und die Tordifferenz an (siehe Szenario 4).

Szenario 4:
Homburg gewinnt sein Spiel gegen Mettlach, während der FCS gegen Bad Breisig patzt und keinen Sieg erringt. Damit würde die Vorsprung der Blau-Schwarzen auf 13 oder 14 Punkte schrumpfen, was die Meisterschaft wieder spannend macht, vorausgesetzt Homburg erzielt in den kommenden sechs Spielen (Mettlach mitgerechnet) durchschnittlich 6,16 Tore. Schließlich könnte am Ende ja die Tordifferenz über den Aufstieg entscheiden.

Doch Scherz beiseite. Wie man es dreht und wendet, so deutet wirklich alles daraufhin, dass auch ein leicht taumelnder FCS der letzten Wochen nicht um den Aufstieg in dieser Woche herumkommen wird. Die einen werden sich ein spannenderes Saisonfinale gewünscht haben, die anderen Dieter Ferners Mannschaft dankbar dafür sein, dass ihre Nerven geschont wurden und ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem FC 08 Homburg zu Saisonende nicht stattfinden wird.

Gratulieren werde ich an dieser Stelle dann allerdings erst, wenn der Aufstieg wirklich, aber auch ganz sicher, hundertprozentig, feststeht. Mir pagge es!

Donnerstag, April 16, 2009

Der Ruhm vergangener Tage

Heute jährt es sich zum 32. Male, dieses Spiel, was im Saarland vermutlicher jeder gesehen haben will und nicht jeder gesehen hat. Für viele jüngere FCS-Fans, noch in der Frühphase der Sensibilisierung als waschechter Blau-Schwarzer, war der 16. April 1977 vermutlich die erste oder zweite Anekdote, das sie aus dem Munde älterer FC-Anhänger hören durften. Der Triumph über die Bayern blieb so kurzlebig wie andere Titel, Mannschaften und Trainer, sodass wir heute nur noch die Anekdoten, das Stadion, die Farben und den Namen, also die Tradition haben.

Der Name "1. FC Saarbrücken" steht vor allem in Saarbrücken selbst für den 6:1-Sieg über Bayern München. Legt man die blau-schwarze Brille ab und schaut über den Tellerrand hinaus, wird man feststellen, dass die Meinungen über den Verein immer weiter auseinandergehen. Verlieren einige Anhänger anderer Vereine sicherlich noch das ein oder andere nette Wort über den ehemaligen Bundesligisten und wünschen sich ihn im Zwiegespräch mit Saarbrücker Fans anstandshalber "zumindest in die Zweite Liga" zurück, so ergeht sich die Mehrzahl nicht nur in den längst üblichen Beschimpfungen ("Die Fans sind nur Assis! Die Spieler waren früher nur Säufer und Abzocker!"), sondern auch in Genugtuung ("Ich gönne denen die Oberliga so richtig!"). Eigentlich kann einem dieses Gespräch auch am Allerwertesten vorbeigehen, wären da nicht wirklich diese drei Abstiege gewesen, die den FCS sprichwörtlich ans Ende der Welt verschlagen haben. Da rang mir schon der Kommentar eines Ludwigspark.de-Nutzers gehörigen Respekt ab, als dieser ankündigte, einen Aufstieg von der fünften in die vierte Liga keinesfalls so zu feiern wie den Aufstieg im Jahre 2004. Was heute schon zu den Anekdoten gehört, ist dabei gerade einmal fünf Spielzeiten her.

Als Betreiber des wohl derzeit umfangreichsten Weblogs über eben jeden Verein musste ich mir da schon einiges anhören. Die Kritik, die auch für diesen Beitrag hier wichtig ist, mit der ich mich wohl am längsten beschäftigt habe, war der nicht wirklich bösgemeinte Vorwurf aus Siegen, es würde sehr oft ein "Wir waren aber mal in der Bundesliga" durchscheinen. Jetzt kann man mir ja vorhalten, dass ich in diesem Beitrag bewusst wieder einmal auf die Bundesligazeiten des FCS anspiele, dass in jedem dritten Beitrag der Wunsch, wieder bessere Zeiten zu erleben, mehr oder weniger öffentlich geäußert wird und dass sehr oft auf jenen Ruhm vergangener Tage Bezug genommen wird.

Allerdings gelange ich bei diesen Gedanken immer wieder an die Frage, was ich denn nun wirklich erlebt habe als FCS-Fan. Mein erstes Spiel im Stadion verfolgte ich auf der Gegentribüne im März 2003 (1:1 gegen Schweinfurt, Sabanov sah in der letzten Minute Rot und Örtülü rettete per Elfer einen Punkt). Insgesamt durfte ich 44 Zweitligaspiele zwischen 2004 und 2006 vor Ort erleben, die meisten Spiele, die ich regelmäßig seit 2006 hier auf dieser Seite kommentiere lagen darunter, sowohl nominell als auch vom Niveau des Dargebotenen her. Eigentlich dürfte man hier also nur sehr wenig Bundesliga erkennen, die Erfahrung dieser Zeit fehlt mir schlicht und ergreifend.

Vielleicht liegt die Antwort darauf ja wirklich im 6:1-Sieg gegen Bayern München. Wenn viele Leute dreist lügen und behaupten, sie hätten mit eigenen Augen im Stadion gesehen, wie Roland Stegmayers Fallrückzieher Sepp Maier überwand, obwohl sie erst nach 1977 geboren wurden oder 1977 den FCS noch nicht einmal kannten, so ist das ledeglich der Ausdruck des Wunsches, mal wieder glanzvollere Namen als Betzdorf, Waldalgesheim oder Elversberg serviert zu bekommen. Der Ruhm als vergangener Tage als Kitt, der den Verein zusammenhält, sodass er immer neue Anhänger mit offenen Armen empfangen kann. Oder wir sind wirklich alle größenwahnsinnig.