Samstag, Februar 09, 2008

Nichtraucherzonen?

Dieser Blogbeitrag wird als E-Mail an fanservice@fc-saarbruecken.de gesendet, um sich an der Debatte zur Einrichtung von Nichtraucherzonen in deutschen Stadien zu beteiligen.

Ein Fußballstadion ist Ballungszentrum unterschiedlichster Menschen. Rentner, Eltern mit ihren Kindern und Jugendliche, die sich erneut in einzelne Gruppen spalten. Einige wollen nur das Spiel sehen, andere lassen ihrer Leidenschaft vollen Lauf und feuern die Mannschaft an, während viele einfach nur kommen, um Freunde und Bekannte zu treffen. Für die meisten Menschen machen alle drei genannten Faktoren in Kombination den Reiz des Stadionbesuchs aus.

Als Nichtraucher würde mich die Einrichtung von Nichtraucherzonen stören, da man hiermit einen Keil zwischen Nichtraucher und Raucher treibt. Viele der Menschen, mit denen ich den Nachmittag im Ludwigspark verbringe, sind selbst Raucher. Trotzdem stört mich das nicht, da mich nicht das qualmende Tabakstäbchen interessiert, sondern der Mensch, der dieses Ding mit sich trägt. Der oftmals propagierte "Nichtraucherschutz" ist in meinen Augen zu einer Hetzjagd verkommen, bei der es nicht mehr darum geht, Nichtraucher vor der Belastung des Passivrauchens zu schützen, sondern das Gewissen der Politik zu beruhigen. Dies führt zu Verboten an der falschen Stelle.
So wie Raucher sich dafür entschieden haben, ihr Leben mit Tabak und Nikotin zu belasten, so haben Nichtraucher die Wahl, den Umgang mit Rauchern zu pflegen oder eben nicht. Der reine Hass auf Raucher ob ihrer Leidenschaft/Sucht ist oberflächlicher Natur und wird in einem Fußballstadion wohl genauso häufig wie in einer Kneipe anzutreffen sein, wo die Wirte schon lieber heute als morgen das kommende Rauchverbot aufhalten würden.
Zudem kommt der Aufbau des Ludwigsparkes eigentlich jedem Nichtraucher entgegen, da dieses altehrwürdige Stadion noch keine der modernen Fußballhallen wie in Gelsenkirchen oder Arnheim ist. Im Grunde steht man im Ludwigspark immer an der frischen Luft und aufgrund der eher geringen Auslastung dürfte es für jeden Nichtraucher kein großes Problem darstellen, einen rauchfreien Fleck Erde zu finden. Sinn machen würde ein Nichtraucherbereich allenfalls für Familien auf den Sitztribünen, welche in ihrer Platzwahl leicht eingeschränkt sind.

Im Endeffekt wäre den Zuschauern im Ludwigspark sicherlich am meisten damit gedient, wenn man ihnen weiterhin die Freiheit lässt, selbst zu entscheiden, wo sie ihr Spiel rauchend oder nichtrauchend verbringen wollen. Schließlich wählen wir unser ganzes Leben lang selbst aus, wessen Gesellschaft wir pflegen wollen und wen wir lieber meiden. Ich meide entschieden intolerante (Mit-)Nichtraucher, welchen die Zigarette wichtiger als der Kopf dahinter erscheint.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Es wird Zeit, dass die Winterpause endet. Die letzten Einträge waren doch etwas arg dünn. Nix für ungut, aber ich kann die Heulerei der Raucher nicht mehr hören: Überall klappts mit Rauchverbot, nur wir Deutschen tun so, als wären die Raucher ein besonders schützenswerte Spezies. Mag sein, dass die Frischluftzufuhr im Park gegeben ist, aber wer einmal als Nichtraucher ein Spiel z. B. im Müngersdorfer Stadion von Köln hinter einem Kettenraucher gesessen hat, der wünscht sich nichts sehnlicher als ein Rauchverbot im Stadion. BG psi

Carsten hat gesagt…

Ich hab einige Punkte zu kritisieren:
-in anderen Ländern gibt es sehr wohl Probleme in der Form, dass z.B. nach dem Rauchverbot in Kneipen viele Wirte Umsatzeinbußen haben und sich die Gäste über den Schweißgeruch beschweren. Früher wurde der vom Rauch überdeckt.
-hier im konkreten Fall kann auch das Beispiel Köln keine Rolle spielen, da ein deutschlandweites Rauchverbot in Stadien nicht zur Debatte steht, sondern sich die Diskussion nur um den Ludwigspark dreht.
-ein totales Rauchverbot ist meiner Meinung nach übertrieben. Gegen bestimmte Vorkehrungen im Tribünenbereich würde man sicher nix sagen können, aber gerade im Ludwigspark ist es möglich, die Rauchfrage lockerer anzugehen. Warum sollte man da so radikal vorgehen.

Ich sage das natürlich weiterhin als überzeugter Nichtraucher ;-)