Donnerstag, Juli 24, 2008

Von nötigen und unnötigen Kommentaren

Patric Cordier schreibt für die Saarbrücker Zeitung. Wenn es dabei ein Sportereignis gibt, nimmt er seine Schreibmaschine oder seinen Laptop zur Hand und tippt ein, was ihm dazu so einfällt. Wenn der FCS einen Fototermin hat, obwohl es schon ein offizielles Mannschaftsbild gibt und obendrein noch saarländische Journalisten eingeladen werden, betrifft das auch Patric Cordier. Er wird zwar nicht fotografiert, aber es geht ihn an, es berührt seine Arbeit.

Patric Cordier mag keine unnötigen Fototermine. Er teilt uns das ironisch mit, indem er selbst etwas macht, was Journalisten halt tun: er schreibt einen Kommentar für die Saarbrücker Zeitung. Er stellt sich die Frage, wer alles auf das Bild darf und ob diesmal alle, auch Pierre Hallé in die Kamera schauen werden. Wenn er zu diesen Textbausteinen dann noch sein eigenes Lichtbild (auf dem er aber nicht wirklich fröhlich aussieht) im Kommentar platziert und mit dem Titel der glorreichen Fußball-Glosse "Nachschuss" verziert, hat er drei Spalten gefüllt, die dann in der Saarbrücker Zeitung erscheinen.

Patric Cordier hat somit den Zustand einer unnötigen Veranstaltung, eines sogenannten Nachtermins für ein Mannschaftsfoto (wobei sich die endgültige Besetzung weiterhin ändern kann!) eines Fünftligisten, in das literarische Niveau eines Zeitungskommentars der größten Tageszeitung des Saarlandes erhoben.

Und wir fragen uns:

Macht er das extra, dass er zu einem unnötigen Fototermin einen noch unnötigeren Kommentar schreibt? Wir sind auf die Antwort gespannt, der Leserbrief ist raus:

Ist es Herrn Cordier eigentlich schon selbst aufgefallen, dass er zu einer, objektiv betrachtet, unnötigen Veranstaltung (Nachtermin eines Mannschaftsfotos) einen noch viel unnötigeren Zeitungskommentar geschrieben hat? Die drei Spalten in der Rubrik "Nachschuss" hätte man auch für einen interessanteren Inhalt verwenden können.

-C. Pilger

Kommentare:

Frederic hat gesagt…

Du hast ja mit Sicherheit nicht zum ersten Mal nen Leserbrief geschrieben.
Kommt da denn auch was zurück?
Wenn ja, sag bitte Bescheid - würd mich mal intressieren, was sie so antworten.
Ist schließlich nicht der erste unnötige Kommentar in der SZ.

Anonym hat gesagt…

Toller Blogbeitrag! Du hast vollkommen recht! Genau das hab ich auch gedacht, als ich das in der SZ gelesen habe. Weiter so! Psi

Carsten hat gesagt…

@frederic

Zu einem Leserbrief gibt es in der Regel keine Antwort. Ich bin nur gespannt, ob ich auch diesmal abgedruckt werde.

J. hat gesagt…

Meine Leserbriefe werden nie abgedruckt, ob das an dem hohen Unfugs-Gehalt liegen mag? ^^

Frederic hat gesagt…

Heute/gestern war ein Leserbrief abgedruckt, bei dem jemand seine Meinung richtig rausließ, was mich an diesen Blog-Beitrag erinnerte. Er stellte in seinem "Brief" die Frage, warum Journalisten immer auf irgendein Dummgeschwätz von einem anderen immer wieder eins drauf setzen müssen.