Montag, Juni 09, 2008

Was Carsten denkt (15)

Hallo FCSBlogleserinnen und -leser,

die Sommerpause ist offiziell eingeläutet, weshalb hier im Moment nicht viel zu bestaunen ist (aktueller geht es da schon drüben zu). Trotzdem mal ein paar lose Gedanken im Fußballkosmos, bevor ich mich mental dazu aufraffen kann, das Saisonfazit zu ziehen.

Zunächst die Gretchenfrage schlechthin, da nun in der Fünftklassigkeit viele Leute den FCS nicht mehr richtig unterstützen können/wollen: das FCSBlog wird weiterhin bestehen (vorausgesetzt das leidliche Thema des "FC Saar" bleibt nur Ergebnis eines mittelschweren Colarausches verschiedener Funktionäre und Erfolgsfans). Im Moment gibt es da leider nicht viel zu berichten, abgesehen davon, dass Yannick Dekoun, von dem ich als Spieler viel halte, und leider Richtung Elversberg verlässt. Ich denke, dass wir ihn in Zukunft irgendwann mindestens in der 3. Liga sehen werden.
Der FCS lässt hingegen eine alte, kontroverse Methode walten und verstärkt sich, indem er die Konkurrenz schwächt. Nabil Dafi verlässt deshalb die Hüttenstadt Neunkirchen und streift ab sofort das blau-schwarze Trikot über.

Wo wir gerade bei blau-schwarzen Trikots, Taktiken und Ablenkungsmanövern angelangt sind: die Schuldfrage in Sachen FCS ist ein wenig aus der aktuellen Diskussion abhanden gekommen. Im Voting sprach sich die Mehrheit der Blogbesucher für das Präsidium als Hauptschuldigen aus. Tatsächlich hat der angepriesene Versuch, das Image des Vereins positiv zu gestalten, nicht unbedingt funktioniert. Man hat die schon vorhandene Basis an FCS-Fans zwar in ihrer Treue bestärken können und auch neue Mitglieder gewonnen. Jedoch dürfte über den Tellerrand hinaus das Auftreten von Präsident Hinschberger nebst verpasstem Saisonziel nur für Hohn und Spott gesorgt haben. Jedoch ist es in einem Beitrag wie diesem müßig, die Schuldfrage ausführlich zu behandeln, da die Diskussion beim nächsten Misserfolg wieder auftauchen wird.

Genauso wenden Hardliner unter der Anhängerschaft des "Victor's-FCS" immer wieder die alte Formel an: "Hätten damals die Fans nicht die Bengalos geworfen, hätten wir gegen die Stukis gewonnen!"
Die Mode, die Fans mitverantwortlich für sportliches Scheitern zu machen, hat sich auch mit einigen Zählern in der Blogumfrage bemerkbar gemacht. Hier bleibt die Frage interessant, wie sich dieses Umfeld weiterentwickeln wird und wie lange noch der allgemeine Glaube an die Schuld der in der Presse als "sogenannte 'Fans'" titulierten Zuschauer aufrecht erhalten werden kann.

Ein weiteres Beispiel für die regelrecht getrennten Gruppen im FCS-Umfeld ist der Fotografenstreit.
Immer wieder kommt es vor, dass Leute, die ihre Handykameras auspacken, weil mal eine Rauchbombe gezündet wurde oder eine Schlägerei im Gange ist. Dann kommt ein mehr oder weniger Beteiligter und fordert meist mit den Worten "Mach sofort die Sc***ß-Kamera aus!" die Einstellung filmischer Aktivitäten. Im Internet ist die Betroffenheit dann hoch und man schwört sich Rache, indem man keine Bilder mehr im Ganzen veröffentlichen will, aber weiterhin "Krawallmacher" beobachtet.
So einfach ist das nicht. Zum einen ist die Rechtslage auf einer öffentlichen Veranstaltung meist so geregelt, dass Fotos oder Videos nur geduldet sind, wenn sie hinterher privat genutzt werden. Es ist allerdings als gut im Sinne aller Fans zu betrachten, wenn man beim FCS noch seine Bilder ins Netz stellen darf.
Da wäre dennoch das Problem mit den Bildern, auf denen Gesichter und Personen klar zu erkennen sind. Zum einen gibt es (gewaltbereite) Fans verschiedenster Vereine, die mittlerweise ähnlich der Auseinandersetzungen zwischen Antifa und Nazis solche Fotos auswerten, zum anderen kann es sein, dass allein die Nähe zu polizeibekannten Personen ausreicht, um selbst zum Verdächtigen zu geraten. Wenn dann noch der Chef auf der Arbeitsstelle die letzten "Randale" in den Nachrichten mitbekommt und dann einen selbst auf den Fotos entdeckt, ist das Chaos perfekt.
Die fehlende Anonymisierung innerhalb der saarländischen Presse ist dabei auch kein Ruhmesblatt für eben jene.

Bei der ohnehin schon bescheidenen Qualität vieler Fotos bleibt zu sagen:
Fotografiert Spiel, Spieler oder den Fanblock im Ganzen! Es gibt viele sehenswerte Motive wie Fahnen und Choreographien. Aber wer ausschließlich darauf wartet, dass es "abgeht" und dann seine Handykamera zückt, hat etwas falsch verstanden. Man kann nicht auf der einen Seite den Überwachungsstaat fürchten und dann im Privatleben dem Überwachungsstaat die Arbeit abnehmen. Wer einen klaren Kopf bewahrt, sollte auch Provokationen und damit Gewalt aus dem Weg gehen.

In diesem Sinne hoff ich, dass ihr vielleicht, falls ihr selbst Fotografen seid, drüber nachdenkt. Sonst noch eine angenehme Woche!

Carsten

Keine Kommentare: